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der Bevölkerung

fertigt.

Lebensmittel.

Obst- und Ge -

Lichtspieltheater tote gestern.

(NordseeWare) ein cm in den Markt-

theoretischen Unterricht bim praktischen Beispielen vorzu

Rotbarsch und Heilbutt und 'kommen von 8 Uhr lauben zum Verkauf.

** Bei der städt.

neu bei den Schülern das tiefere Verständnis für technisch wichtige Einzelheiten und die Erkenntnis der inneren Zusammenhänge geweckt und gefördert werden.

** Der Hausbesitzer verein veranstal­tete gestern abend im Hotel Grotzherzog eine zahl­reich besuchte Mitgliederversammlung, zu der aber alle Hausbesitzer, mich Nichtmitglieder, eingeladen waren. Zunächst berichtete der Bor-

Turnen, Spiel und Sport.

Kunstturnen.

-l. Bad-Nauheim, 5. Sept. Aus Anlatz der Feier seines 60jähriacn Bestehens veranstaltete der Turnverein 1860 gestern abend unter Mitwirkung der besten Turner des Mittelrhem-

mroe, an 'frier tön»

müse stelle kommen morgen und folgende Tage Karotten, Weißkraut, Zwiebeln (Winter­ware) Pfund- und zentnerweise zum Verkauf. Ferner noch an Obst Aepfel, Pfirsische, Bir­nen und Zwetschen.

Veranstaltungen.

Mittwoch: Aquarium, 8 Ahr, Mitgltedev- versammlung der demokratischen Partei. Eaftz

tragskartvfseln sich senkt, ist Meinungssache. SebenfaUs entspricht es dem einmütigen Wunsch der Erzeuger und dem des überwiegenden Teils der Verbraucher sowie der Forderung der hessischen Regierung, daß die Kartoffeln endlich aus der Zwangswirtschaft hevaustommen. Voraussetzung dazu^war aber die Sicherstellung des Nvtbedarfes Lieferungsverträge, wie sie

28. August der Zeichenlehrer an der Volksschule zu Mainz Johann M a che m e r zum Zeichenlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt. Entlassen wurde am 31. August dec ordentliche Professor für Forstwissenschaft an dec Landes-Universität Gießen Tr. Heinrich Weber zu Metzen mit Wirkung vom 1. Ok­tober 1920 an aus fein Nachsuchen aus dem Staatsdienst.

** Amtliche Personalnachrtchten. Ernannt wurde am

ihnen durch den Brennereibesitzer 120 Mk. für das Tausend gezahlt. Dieser übernimmt selbst nur den eigentlichen Brand und den Vertrieb der Steine. In Ermangelung der Kohle werden die Steine mit Holzfeuerung (Knüppel) gebrannt. Man hoffte die fertigen Steine aus diesem ge- inischt-wittschaftlichen Unternehmen unter dem staatlichen Höchstpreise verkaufen zu können. Dem­nächst will man auch zum Brennen von Ziegeln übergehen. Tas Verdienst, das Unternehmen trotz anfänglicher Schwierigkeit in die Wege geleitet zu haben, gebührt dem foiefigen Bürgermeister.

z. Grebenhain, 6. Sept. Auch 'hier wurde der Wunsch laut, für unsere im Weltkrieg ge­fallenen, an Verwundung und Krankheit Dctftor» betten Feldzugs: etlnehmer, 32 Mann, ein Denkmal zu errichten. Eine freiwillige Sammlung hierfür hatte das Ergebnis von etwas mehr als 6000 Mk. Bon den zahlreich eingegangenen Denkmals-Ent­würfen wurde der des Kreisbaumeisters Pfeiffer (Lauterbach angenommen. Ein schöner Platz mit­ten im Dorf ist für das Denkmal in Aussicht ge­nommen. Da ober die Jahreszeit schon zu weit vorgeschritten ist, wird es erst im nächsten Früh­jahr ausgeführt werden.

Kreis Schotten.

e. Ulfa, 7. Sept. Der hiesige Gemeindevvr- stcmd faßte im Hinblick auf den Ernst der Zeit den sehr erfreulichen und nachckhmenswctten Beschluß, das Ab halt en der Kirchweih für dieses Jahr zu verbieten, trotzdem das .Kreisomt Schotten ähnlich tote in anderen Orten so auch hier die Genehmigung zu erteilen bereit toar. Bei einem recht hv'hen Eintrittspreise zum Tanzsaal sollte Weinzwang bestehen, die Flasche zu 23 Mk. Die Mehrheit dec hiesigen Einwvhnerschast ist na­türlich mit dem Beschlüsse des Gemeinverats ein­verstanden.

kreises der deutschen Turnerschaft einen turne * rischen Kun stabend im Konzertsaale des Kur­hauses. Tie Vevanstaltung war von Einheimischen und Kurgästen und auch aus der inäheren und weiteren Umgebung zahlreich besucht. Tas reich­haltige Programm zeigte das deutsche Turnen nicht nur in seiner ganzen Vielseitigkeit, sondern auch in höchster Vollendung. Eine Altersriege (Turner über 40 Jahre aus Friedberg, Lich, Bad- Nauheim) eröffnete die turnerischen Äo-rsührunaen mit Hebungen am Barren, die allgemein in Er­staunen setzten. Jedes Turnerherz schlug höher bei dem Kunstturnen einer von Gauturnwatt Will (Gießen! freigewählten Riege (Turner aus Mar­burg, Metzlar, Nidda, und Martin Gebhard-Frank- furt a. M.), bereit Leistungen am Barren, Reck und Pferd ho'hes Aufsehen erregten und nur von weni­gen übertroffen werden durften. Besonders tvas Turnlehrer Martin Gebhard 'Frankfurt a. M.),

** Eine Sitzung der Stadtverord- neten-Versammlung ist auf Freitag, den 10. September 1920, nachmittags 5 Uhr, in das Stadthaus, Sitzungssaal, anberaumt. Auf der öf­fentlichen Tagesordnung stehen: 1. Einführung uno Verpflichtung des besoldeten Beigeordneten Dr. Frey. 2. Wahl eines stellvertr. Vorsitzenden des Versicherungsamtes, des Getverbe- und Kaufmanns gerichts sowie der Preisprüfungsstelle. 3. Wahl von drei Stadtverordneten in die (Ve.netnnüfnge Baugenossenschaft 1894. 4. Niederschlagung un­einbringlicher Ausstände aus 1916. 5. Prüfung der Rechnung der Stadt und b?§ Stadtenvt-üerungs- ' wnds für 1916. 6. Erhöhung des Kleidergeldes der Polizeiwachtmeister. 7. Bewilligung em cs Vor­schusses an die städtischen Arbeiter. 8. Die Be­schaffung von zwei Bandsägemaschinen für aas Brennstoffamt. 9. Errichtung eines Konferenz­zimmers im Schulhaus an der West-Anlage. 10. Beschaffung von Schienengeleisen für dos Elek­trizitätswerk. 11. öfeneht bauten beim Gas- und Wasserwerk. 12. Errichtung einer Anlage zur Her­stellung von Motorbenzol; hier: Krediterweiterung. 13. Beschaffung eines zweiten Sargsenkapparates für den Friedhof am Rodtberg. 14. Bewilligung eines Kredits für Herstellung einer Wohnung c> r HofreJe Walkengasse 11. 51. Einfriedigung des Grundstücks Flur V Nr. 369s/io an der Verbin-

die Zentralgenossenschaft im Sinne her Reichs­regierung getätigt hat. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe sind deshalb unsachlich und ungerecht-

dungsstratze zwischen der Ludwigstratze und Fric- drichstraße. 16. Neubildung der PreisprüMug'-- _ . stelle, Preisüberwachung, Preisabbau. 17. Ve.-11। aebung der Zinsen der Peter Wilson-Stiftung.' S6

* Städt. Seefischmarkt. Morgen Donnerstag früh treffen lebendfrische Fische wie Kabeljau, Schellfisch, Schollen, Seehecht,

18. Rechnungsprüfung der Löberstrstung für das Rechnungsjahr 1918 19. 19. Erlaß einer Polizei- vecvrdnung nebst Gebührenordnung ^über den Ge­werbebetrieb der Dienstmänner der Stadt Gießen. 20. Gesuche um Erteilung der SckMrkkvnzesfron: aj des Jean Krämer für Sonnenstrabe 29 (Zum Andres', b des Otto Gips für Kanzlciberg o (Zum alten Schloß), c) des Friedrich Rcchpel für Walttorstmtze 36 38 (Cafe Leib), d) des Frrc- drich Schäfer für Neuen Bäue 5 (^um kühlen Grund), e) des Hans Noll für Neustadt 28.

** Der Täter des Raubmordver­such s bei Friedberg verhaftet! Bekanntlich wurde vor einigen Tagen in der Gemarkung Dornhelm bei Friedberg der Kellner Hermann aus Frankfurt von einem Unbekannten, den er an der Konstabler- Wache in Frankfurt getroffen hatte, an gefallen, niedergeschlagen und ausgeraubt. Der Täter,der sein Opfer für tot liegen Uetz, ist nunmehr durch ore eifrige Tätigkeit des Friedberger Polizeiwacht­meisters K o r n r u m p f in der Person des Gelegen­heitsarbeiters'Johannes Klöppel aus Frankfurt ermittelt und festgenommen worden. Er leugnet zwar, wird aber von dem Verletzten, derM- zwischen wieder einigermaßen verhrndlungsstchtg sowie von anderen Personen, die ihn mit dem Ueberfallenen gesehen hatten, zlveifellos wieder­erkannt. Polrzeiwachtmeister K. wurde erst kürzlich vom Ministerium der Justiz eine befonbere Belohnung zuteil für feine Verdienste im Kampfe gegen das gewerbsmäßige Verbrechertum.

** Di e Puppen fee. Die Leckung des Stadttheaters hatte für gestern nachmittag als letzte Kindervorstellung das ZaubermärchenDu Puppenfee" von Georg Zimmermann angesetzt. Wer die begeisterte Anteilnahme und Freude der Kleinen und Kleinsten an den Bühnenvvrgängen sah, wird es bedauern, daß keine Wiederholung in Aussicht genommen ift Das Theater toar aus­verkauft und leuchtende Kinderaugen nahmen den Abglanz des Mävchenreiches, das sich vor ihnen aufgelan, als unerschöpflichen Schatz einer glück­lichen Vorstellungswelt mit sich nach Hause. Unter der Spielleitung Oskar Feigels war alles geschehen, um der kindlichen Phantasie lebendige Eindrücke zu vermitteln. Versunkene Schlösser stiegen mit roterleuchleten Fenstern unter Musikbegleitung zur Oberwelt empor. Nixen führten ihre Tänze auf, Zwerge hielten die Menschen zum Besten, Puppen bewegteil sich und sprachen und ein schöner Königs­sohn erlöste mit Hilfe eines Zauberers die ver­wunschene Fee. Die Schauspielkräfte, unter ihnen einige neue, waren mit Lust und Liebe dabei, ihre jugendlichen Gäste zu erfreuen. Am Abend wurde unter der Leitung von Rudolf Goll, der wohl der meisten unserer Leser bekannteRaub der Sabinerinnen" aufgeführt. Wir können daher vvn einer eingehenden Besprechung absehen.

** Gewerbe- und Maschinenbau­schule. Tie MaschinenboMassen der Gewerbe­schule unternahmen vor einigen Tagen mit der liebenswürdigen Erlaubnis txm Direktor Stediug eine Besichtigung des Städtischen Gas-, und Wasser- irertee, bei welcher Betriebstechniker Steckenmesser in über eineinhalb Stunden dos ganze Werk wäh­rend des Betriebes erklärte. Die außerordentlich klaren und eingebereben Erläuterungen ermöglich­ten allen Teilnehmern ein volles Verständnis der komplizierten maschinellen und chemisch-technischen Anlagen. Besonderes Interesse erweckten die Ben­zol gewinnung und die mit den einfachsten Werk­mitteln gebaute und vorzüglich funktionierende An­lage zur Gewinnung von Wasseroas. Exkursionen und Besichtigungen von vorbildlichen Anlagen wer­den so 'häufig wie möglich, mit den jeweiligen Fach­klassen veranstaltet, so z. B. in letzter Zeit eine Exkursion der Lokomotirssüihrersvchkdassen nach den mustergültigen Werkstätten der Soflonwtiwtbrtf Henschel unb Sohn in Kassel, desgleichen nach dem Wasserwerk Queckbvrn bei Grünberg. Gerade bei den technischen Berufen ist es vvn ausschlag­gebender Bedeutung, dem Lernenden das, was im

es sehr oft vor, daß Mieter, die für eine Mehr­zimmerwohnung beispielsweise 50 Mark Mrete bezahlen, für ein einzelnes möbliertes Zimmer ihrer Wohnung 55 bis 60 Mark nehmen und gegenüber den Friedensverhältnissen meist um mehr als 100 Proz. aufgeschlagen seien. Mrt ihrer Weigerung, eine angemessene Miete zu zah­len, schnitten sich die Mieter nur ins eigene Fleuch, denn mit der dadurch bedingten Unterbindung der Baulust würde die Wohnungsnot verewigt und ms Ungemessene gesteigert. Tie Versammlung wählte nach längerer Aussprache dann die Herren Launs- lach, Bock, Nikolaus, Ringel, Bindewald, Christoph Schmidt, Silbereisen und Becker, die der Haus­besitzerverein der Stadtverordnetenversammlung als Beisitzer bzw. Stellvertreter zum Mieteini­gungsamt Vorschlägen wird. Des weiteren wurde von der Versammlung eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt:

' Di« Hausbesitzer-Verein e. V. Greßen liegt ent­schieden Verwahrung ein gegen die völltg unzu­treffenden Behauptungen, weiche der Mietervercm in öffentlicher Versammlung am 25. August auf- gestellt und in seinen Eingaben an die Stadt Gießen, das hessische Ministerium und an das Wirtschastsamt in Tarmstadt vertreten hat. Das Gegenteil ist richtig. Eine Mietpreiserhöhung, deren unbedingte Notwendigleit auch von jedem rechtlich denk.nrden Mieter anerkannt wird, läßt sich nicht vereinheitlichen. Hat doch beispielsweise bec Bezirksausschuß zu Düsseldorf Zuschläge auf die Friedensmieten bis zu 48 Prvz. (für Duisburg) festgesetzt, ferner der Vertreter des Reichsnnrt- schastsamts für den Kieler Arbeiter-Bau verein ene Mieterhöhung von 100 Prozent dringend empfoh­len, um den sonst unvermeidlichen Konkurs zu verhüten und 'bat doch die Stadt Berlm ihre Mieter sogar um 300 Prozent gesteigert, und dies alles trotz der Verordnung des preußischen Mi­nisters Stegerwald, nach welcher nur 15 bis 20 Prozent Steigerung erlaubt sein sollen, deren Rechtsungültigbeit durch gerichtliche Urteile aller­dings bereits erwiesen ist. Aus alledem ergibt sich, daß das Miet-Enngungsamt von Fall zu Fallnach billigem Ermessen" entscheidet und feststellen lassen muß, was eine Wohnung tat­sächlich wert ist und was sie heute kosten mutz, damit dec Hausbesitzer die zur ordnungsmäßtgen Bewirtschaftung seines Grundstücks nottoenoige Miete erzielt, welche nachgewiesener- und aner­kanntermaßen mindestens 8 Prvz. des wahren Wertes, ober 812 Mk. pro Quadratmeter Wohnfläche, je nach Lage und Ausstattung der Wohnung, betragen muß. Damit würde erst Die Miete so bemessen fein, daß sie mindestens umfaßt: a) die Verzinsung des im Hause angelegten eigenen und fremden Kapitals, einschl. Tilgung: b) die Deckung aller mit dem Hause verbundenen öffent­lichen und notwendigen, regelmäßig toiederkehven- ben Lasten, einschl. der Aufwendungen für bauliche Unterhaltungen; c) eine angemessene Vergütung für die Verwaltung des Hauses; d) eine angemes­sene Risikoprämie: e) die Abnutzung.

Eine zweite Entschließung Über di; Zusammensetzung des Mieteinigungsamsss Und die dort zu beobachtenden Richtlinien Itnb Grundsätze soll Dom Vorstand ausgearbeitet und der Stadt­verwaltung übergeben werden.

** Ter Obst- und Gartenbau-Ver­ein Gießen hielt am 4. ds. Mts. imPfälzer Hof" eine gutbesuchte Mitglicder-Versammlung ab. Nach allgemeiner Aussprache wurde beschlossen, eine Ausstellung von Obst- undGarten- erzeugnissen, tierbunben mit Prämiierung, zu veranstalten, die am 26. September in der Turnhalle der Stadtknabenschule sdattsmden soll. Es liegt bereits eine Anzahl ANeldungen von Aus­stellern vor Weitere Interessenten, auch Nicht­mitglieder, werden gebeten, ihre Meldungen bis zum 20. ds. Mts. an Georg Löwer, Neustadt 2, su richten. Sodann wurde beschlossen, Obstbäume durch den Vevein zu beziehen. Ter .Schriftführer des Vereins, Samen Händler Hahn, Bahnhofstraße, nimmt Bestellungen entgegen. Bei der Neuwahl des 1. Vorsitzenden wurde Lehrer Heinrich Becker, Marburger Straße, einstimmig gewählt. Dem bis­herigen 1. Vorsitzenden, Reallehrer Grimm, der den Verein jebräeit mustergültig vertrat, wurde durch den 2. Vorsitzenden im Namen des Vereins der Dank ausgesprochen. Der Verein hofft auf ein gutes Gelingen der geplanten Ausstellung, die dazu beitragen soll, weiteste Kreise auf Zweck und Ziele des Vereins aufmerksam zu machen.

** Ob st Versteigerungen finden am 10., 11. und 13. ds. Mts. statt. Näheres sieche An­zeigenteil.

. ** Ter Kriegerverein Gießen veran-

Itaftet Sonntag, 12. September, auf Textors Ter­rasse ein Sommerfest mit musikalischer Unterhal­tung, Kinderreigen, allerlei Belustigungen, Preis- schießen und Tanz.

** Ein christliches Gemeinschafts- fest fand am Sonntag im Philosophenwald statt, das vvn mehreren tausend Gemeinschaftsleuten aus allen Teilen Oberhessens besucht war. In der Löbecstraße wurde ein Festzug ausgestellt, der sich durch die Stadt nach dem Walde bewegte. Es waren allein 12 Po saun en chö re erschienen, darunter die Ehöre aus Allendvrf, Klein-Linden, Holzheim, Gceßen. Die Eisenbahnzüge nach Oberhessen waren überfüllt.

Kreis Büdingen. Blindgän-erexploslon.

fd. Ober-Rosbach, 7. Sept. Durch eine gewaltige Explosion eines Blindgängers, den der Landwirt Heinrich Kopp aus dem Felde mitgebracht hatte, wurden die drei min­derjährigen Kinder lebensgefährlich verletzt. Der Zustand des 11jährigen Knaben ist hoff­nungslos.

*

fb- Büdingen, 7. Sept. Die Blut­tat bet «dem Hof Oppelshausen, bei der der' Landwirt GÜngerich von Felddieben erschossen wurde, hat noch keine Aufklärung gefunden. In Nieder-Florstadt wurden einige Verhaf­tungen vorgenommen. Auf die Ergreifung der Mörder setzten die Angehörigen des Erschosse­nen 5000 Mk., die Staatsanwaltschaft 1000 Mark Belohnung aus.

Kreis Lauterbach.

sitzende über die Verhandlungen des Verbandstages der deutschen Hausbefitzevvereine in Magdeburg. An diesen Bericht schätz sich eine sehr ausgiebige Aussprache, bie sich bis nach 12 Uhr hmvehnte. Von den meisten Rednern wurde, sehr scharf gegen den hiesigen Mieterverein, namentlich gegen dessen Vorsitzenden, Stellung genommen. Der Hausbe­sitzerverein habe unzweideutig die Hand zu einer Verständigung ober wenigstens zu einer Aussprache zwischen Mietern und Vermietern geboten. Aber der Mieterverein habe es nicht einmal der Mühe wert erachtet, auf diese Anregung nur zu ant­worten. Man gewinne den Eindruck, daß der Mieterverein absichtlich jeder Gelegenheit aus dem Wege gehe, Einsicht in die Verhältnisse des Haus­besitzers nehmen zu müssen. Vvm Borstcmdstisch wurde erflärt, daß der Hausbesitzerverein noch immer zu einer gütlichen Verständigung mit dem Mieterverein bereit sei. Würden aber die im -Mieterverein einflußreichen Hetzer weiterhin den Kampf gegen die Hausbesitzer predigen, sv nehme der Hausbesitzerveoein diesen Kampf auf, suchen würde er ibn nicht. Nicht zu verstehen sei die Forderung des Mietervereins nach Höchstmieten, die eine Steigerung der Mieten um höchstens 15 ms 20 Prozent gegenüber den Voriviegsmieten zuließen. Dies bedeute eine höchstens 6 prozen tige Verzinsung des Wvhnungskapitols. Bei den ge­waltig gestiegenen Unterhaltuiigslvsten t tonte aber ber Hausbesitzer mit einer niedrigeren Verzinsung als 8 Prozent einfach nicht auskommen. Mit dieser 8prozentigere Verzinsung hätten sich übrigens in Offenbach und Mainz auch die Mieterorganisatiio- ncht einverstanden erklärt. Die Anschauung sei doch sehr merkwürdig, daß, roäbrenb auf allen Gebieten die Preise um das Vielfach? gestiegen seien, einzig die Ausgabeit des Hausbesitzers höck>- stens tue 20prozentige Steigerung gegenüber Vorkriegszeiten erfahren hätten. Der Mieterverein erhebe gegen den Hausbesitzerverein den Vorwurf des Wuchers. Es fei aber wahrlich alles andere als Wucher, wenn ein Arbeiter, der früher 25 Pro­zent und mehr seines Einkommens für Miete ge­zahlt habe heute kaum 5 Prozent seines Einkom­mens lur Miete ausyebe. Dieser Vorwurf sei schon um destoillen unsinnig, weil ja alle Verordnungen und Geietze in ber Wohnungsfrage nur einseitig zugunsten des Mieters erlassen worden seien, dem Hausbesitzer aber das freie Verfügungsrecht über

Friedberg, 7. Sept. Gestern früh gegen 5 llhr ereilte den Bahnwärter Blum vvn Bad» Nauheim auf einem Streckengang zwischen dem Chausseehvus und Bad-Nauheim der Tvddurch Ueberfahren. Wie sich das Unglück zuge-, tragen hat, konnte noch nicht festgestellt roerben^

Starkenburg und Nheinhessen.

int. Hemsbach a. d. B., 7. Sept. Einem bedauerlichen Explosionsun- gluck^ist der 34 Jahre alte Spenglermeifter Joh. Steilen zum Opfer gefallen. Von seiner Tätigkeit als Pionier im Kriege her hatte er noch Sprengkapseln im Besitz und versuchte eitte davo-n zu öffnen. Sie explodierte habet und Steilen wurde buchstäblich in Stucke zer­rissen, so daß er nicht mehr erkenntlich war. Sprengstücke flogen durch die Decke und durch­schlugen sogar das Dach, so daß auch hier er­heblicher Schaden entstand. Steilen hinterläßt eine Frau mit zwei kleinen Kindern.

Hessen-Nassau.

WiÄer einmal ausgebrochen!

fd. Frankfurt a. M., 7. Sept. Nach­dem der berüchtigte Ein- und Ausbrecher Hans Besse sich im Gerichtsgefängnis die Pulsader geöffnet hatte, unternahm er beim Vorführen einen Fluchtversuch im neuen Justtzgebäude, wurde aber verfolgt und von einem Justizwachtmeister wieder ergriffen. Gestern kam er nun, da sich seine Verletzung an der Pulsader verschlimmert hatte, in das städtische Krankenhaus, wo er jedoch gleich nach der Einlieferung wieder entsprang.

mc. Frankfurt a. M., 6. Sept. Bei dem Fvcmkfurter Wohnungsamt sind augenl'licklich rund 2 5 000 Personen gemeldet, die feine ausreichende Wohnung haben. Um diese unter* jubringen, waren 5000 bis 7000 Wohnungen not­wendig. Wöchentlich aber hat das Wbhmmgsamt durchschnittlich 15 Wohnungen zu vergeben. Man kann also sich ausrechnen, toielange es wohl dauern wird, bis in Frankfurt die Wohnungsnot be­hoben ist.

fb. Gersfeld, 7. Sept. Der Angestellte des hiesigen Kreiswirtschaftsamtes, Krügel, der den für den Kreis bestimmten Zucker verschob, wurde an der holländischen Grenze festgenommen. Der Schieber führte noch 115000 Mark bei sich.

Eine vorbiDliche Wirtschaftsmatznahme.

c. Schlitz, 7. Sept. Tie hiesige Stadtver­waltung hat durch geschrckte wirtschaftliche Maßnahmen gleichzeitig zwei Notständen ab­geholfen, dem Mangel an Baustoffen und der Arbeitslosigkeit. Eine Ziegelei mit Lesen aller Art, die seit Jahren still lag, mürbe

' " Mietsteigerung ohne Genehmigung steine werden von bisherigen Arbeitslosen^ in

^d)uBe'ber ''Sr^rr&eY^Se cigenfr <$T =Wftdelt Lehm erhalten sie Turnlehrer Martin Gebhard .Frankfurt a. M.),

i rd L. eiter komme unentgeltlich, für bie fertigen Lemnstrme werden ' der betseitige Meister am Reck, an diesem Geräte

Ans Stafct und Catifc*

Gießen, den 8. Sept. 1920.

Zur Kartoffelversorgung.

Die Landwirtschaftliche Zentvalgenossenschaft Darmstchto schreibt:

In Versammlungen von Verbraucher gruppen und beruflichen Vereinigungen wird neuerdings in scharfer Weise gegen die Lieferungsver^ träge auf Herdstiariofseln Stellung genommen und von den Erzeugern bzw. der Landw. Zentral- genossenschast deren Aushebung verlangt. Durch Verordnung der Reichsregierung vom 21. Mai 1920 wurde der Abschluß von Lieferungsoerträgen über gcwissc Mncdestmengen von Herbstkartoffeln (sog. Umlagekartoffeln) zum gesetzlichen Mindest­preis vvn 25 Mk. 4- 5 Mk. Vertrags-uschlag = 30 Mk. Erzeugerpreis gefordert, um den Not- bedars der Städtc und Jndustriegemeinden sicher- zustellen. Von der Erfüllung der Aufbringung dieser Umlagekartoffeln machte die Reichsregierung die Aushebung der ZwangÄvirlschaft abhängig. Tie Landw. Zentralgenossenschaft hat im Be­nehmen mit den Erzeugergenosfenschaften des Lan­des diese Forderimg für den Freistaat Hessen er­füllt. Tie von ihr auf Lieferungsverträge ge­bundenen Kartoffeln (es kommen fast ausschließ­lich nur mittlere und kleine Betriebe in Betracht) hat sie bis zur gesetzten Frist dem Reich zur Ver­fügung gestellt. Tas Reich hat unter denselben Bedingungen mit Städten und Jndustriegemein­den Lieferungsverträge auf die gleiche Menge zum Preise von 31.75 M k. abgestylossen. Diese Ver­träge sind für die Landw. Zentralgenossenschaft verbindlich; diese hat zur Erfüllung ihrer Liefe­rungspflicht eine Sicherheit hinterlegen müssen, außerdem sind die zu beliefernden Städte berechtigt, im Falle des LieferungsVerzuges auf Kosten der Zentralgenossenschaft sich im freien Verkehr ein­zudecken.

Nach Erfüllung der Voraussetzungen der Ver­ordnung vom 21. Mai tourbc iMninehr durch Ver­ordnung der Reichsregierung vom 24. August (ver­öffentlicht in der Darmstädter Zeitung imterm 1. September) mit Wirkung vvm 15. September der freie Verkehr für Kartoffeln bergestellt, aber unter Aufrechterhaltung uno der Be­dingung der Erfüllung der getätigten Lieferungsverträge. Die Zentralgenossen- fchaft ist somit durch die beiden ReichsverordnungM gebunden und nicht berechtigt, weder einseitig Ver­träge mit den Lieferanten, noch jene mit den zu beliefernden Städten zu lösen.

Heber die M en ge der auf £ieferung3berträpe gebundenen Herbstkartoffeln heroscht anscheinend ut ber Öffentlichkeit eine vollständig fallche Auffas­sung. In der Tat beträgt die Menge nur 7 Prozent ber durchschnittlichen Herbstkartoffelerntemenge der fFahve 1918 und 1919, wie sie bei der Landes- kartvffelslelle amtlich ermittelt wurde. Die rest­lichen 93 Prozent der gesamten HerbstLrrtossel- emte befinden sich somit mit Wirkung vorn 15. September ab im freien Verke h r. Vvn die­sem Zeitpunkt ab Liren jeder Verb räucher seine Kar­toffeln laufen wo er will und hei wem er will und zu dem Preis, den er mit dem Erzeuger oder Vermittler vereinbart. Ob der Kartosfel- preis im freien Verkehr unter den Preis der Ver-

Die Preisgestaltung.

Billiges Obst.

fb. Alsfeld. 7. Sept. Auf Beschluß des Kreisausschusses wird die Obsternte an den Kreisstraßen in erster Linie den Kreisangehörigen, soweit sie nicht Selbstversorger sind, zugängig ge­macht. Erst wenn die Vorzugsberechtigten mit Obst versorgt sind, wird die überschüssige Ware in der gebräuchlichen Weise versteigert. Die Preise wurden wie folgt ab Baum festgesetzt: Der Zentner Falläpfel 8 Mk., Frühäpfel 20 Mk., Spätäpfel erster Sötte 30 Mk. und Späbäpsel zwoiter Sorte 24 Mk.

*

O Grün berg, 8. Sept. Hier wird gegen* toärtig auch mit dem Verladen von Obst be­gonnen. Zwetschen, die erst mit 38 Mk. für bat Zentner angeboten wurden, werden jetzt sogar mit 48 Mk. bezahlt. Für Aepfel stellt sich der Präs auf 45 Mk. ber Zentner. Unsere Nachbargemeinde Lauter erhält eine sehr reiche Apfelernte.

Leib, 8 Uhr, Konzert und Borsdellureg der Medick- Meidinger. Hotel Einhorn, 8V2 Uhr, Gast­spiel Bnchwald.