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Der Stetzener Mijeiaer erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags.

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p-stscheeNsnto:

Frankfurt a. M. 11686

Erster Matt

170. Zahrgcmg

Samstag, 8. Mat 1920

SietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

örad und Verlag: vrShl'sche Umo.-Vuch- und Stdnörudttd R. Langt. Sd)riftldtnng, Selchäslrftellc und örudtrd: Schnlftratzt I.

Mnnahmc »on Anzeige« für dir lagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen d. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame, Anzeigen von 70 mm Breit« 150 Pf Bei Platz- Vorschrift 20*, Aufschlag. HauptschriftleNer: ?lug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Slug, Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigentell: H. Beck, sämtlich in Gießen.

wochemSSdltkt.

Hebet bie Ergebnisse bet Verhandlungen oon San Remo, die sich nicht auf die Deutsche Frage" bezogen, ist bisher noch wenig Zuverlässiges betarmt geworden. Man weiß nur, daß die Türkei förmlich in Stücke gerissen werden soll, daß Griechenland, als englischer Schutzstaat, eine außerordentliche, etwas widernatürlich anmutende Vergröße­rung erfährt, und daß Italien sich von den Resultaten der östlichen Landaufteilung sehr wenig befriedigt zeigt. Der englische Imperia­lismus hat sich, wie zu erwarten war, keiner­lei Beschränkung auferlegt. Direkt und in­direkt, unter eigener wie unter der Flagge von abhängigen Schützlingen beherrscht er das gesamte Ostbecken des Mittelmeers und ganz Borderasien über Arabien, Mesopota­mien, Persien bis an die indisch-afghanische Grenze hin. Die kühnsten Träume der Apostel britischer Weltherrschaft sind erfüllt; das Glacis Indiens ist bis ans Mittelmeer vor­geschoben, die Lcrndbrücke zwischen Aegypten und Jnbien ist gewonnen, die DardaneUen, deren Befestigungen geschleift werden, können Konstantinopel sticht mehr schützen, das der englischen Flotte gehorcht. Die Interessen­sphären Frankreichs und Italiens in Vorder- asien sind rund umher von Gebieten umgeben, die unter englischer Botmäßigkeit stehen, und sie sind abhängig von der englischen See­macht, die mit ihren neuen Stützpunkten das aanze mittelländische Meer souverän be­herrscht.

In Paris wie in Rom spürt man diese .'lbhängigkeit sehr deutlich, und man gibt sich tznmcr klarere Rcchensckiast darüber, für wen man eigentlich Krieg geführt unb gesiegt hat. Insbesondere in Italien, wo man die Ber- größerung Griechenlands nicht nur als Un­bequemlichkeit, sondern geradezu als Gefahr und jedenfalls als eine unmittelbar gegen das eigene Erpansionsbedürfnis gerichtete Aktion empfindet, nimmt die Ententever- dvossenheit rasch zu. Es ist kein Zufall, daß sich Italien anscheinend ängstlich bemüht, die nationalen Gefühle der deutschen Südtiroler iU schonen, und es ist kein Zufall, daß Italien bet erste Staat ist, der keinen jungen Ge­schäftsträger, sondern einen Botschafter nach Berlin entsendet. Es ist auch kein Zufall, toerni in den Berichten aus den Abstimmungs­gebieten in Deutschland immer wieder die loyale und korrekte, deutschfreundliche Hal­tung italienischer Besatzungstruppen und Be- sahungsbehörden hervorgehoben und dem meist leider nicht so einwandfreien Verhalten her Vertreter anderer Ententemächte gegen­übergestellt wird.

Völlig unklar ist noch, wie sich die Türken selbst auf die Dauer zur Zerschlagung ihres Reiches durch den britischen Imperialismus stellen werden. England, die größte, moham­medanische Macht der Welt, wagt mit dieser Aufteilung cijien Peitschenhieb ins Gesicht der islamitischen Völker; es rechnet mit der Passivität der Orientalen und mit der Mög­lichkeit, die Völkerstämme und -Sekten gegen­einander auszuspielen, und die Macht und Geldgier ihrer Häuptlinge zu seinem Vorteil auszunutzen. Niemand fenm heute sagen, ob es richtig «oder falsch rechnet, ob es im Stande sein wird, die da und dort ausflackernden Brände einzeln Ku zertreten oder ob cs schließ­lich vielleicht erst nach einer Reihe von Jahren einer großen und zuguterletzt doch einheitlichen Widerstandsbewegung gegenüber sehen wird, der es mit seinen militärischen und finanzieNen Machtmitteln nicht mehr Herr werden kann, und Die den Zusammenhalt des Imperialismus bedroht.

Rascher als am englischen wird sich Der* mutlich an dem jungen polnischen Imperia­lismus die Gefräßigkeit rächen, die er ent* wickelt. Obwohl der polnische Staat sich völlig unfähig zeigt, die umfangreichen und kultu- ren wie wirtschaftlich sehr ungleichartigen Gebiete zu verwalten, die sich heute schon in 'einem Besitze befinden, und obwohl deshalb im Reiche des weißen Adlers die separa- äftischen Bestrebungen stark zunehmen, denkt Darschau fortgesetzt an neue Eroberungen. )m Osten wie im Westen versucht man gleich, zeitig eine gewaltsame Ausdehnung des Staatswesens. Im Westen wollte man Ober- schlesien, bat mit Hilfe der Abstimmung zu erhalten inan wohl kaum mehr hofft, durch einen bewaffneten Aufstand an sich reißen: bie beutfdyc Regierung hat der Entente soeben m einer Note bie Dokumente mitgeteilt, bie bas Programm bes Gewaltstreichs enthielten. Ts ist zu hoffen, daß der Plan mit seiner Ent­hüllung erledigt ist, und bas; bas Vorgehen ber Polen ihre Sache in Oberschlesien noch aussichtsloser macht, als sie es bisher schon gewesen ist. Im Osten hat Herr Pilsubski vorläufig größere Erfolge zu verzeichnen. Seine Soldaten haben bie Offensive gegen bie Haychewisten begonnen, sind in der Ukraine j

einmarschiert und in Kiew erngerückt. Polen schickt sich cm, seinerseits bie alte deutsche Randstaatenpolitik gegen Rußland aufzuneb- men, und es stützt fick dabei genau, tote roir selbst es getan haben, zunächst auf bie Ukraine. Ob ber rasch errungene Sieg ihm viel nützen wirb, ist sehr zweifelhaft. Bei ber Stärke bes nationalen Gegensatzes zwischen Polen und Ukrainern man erinnere sich nur an bie ostgalizische und Cholmer Frage ist wohl 6 hm en kurzem in ber Ukraine eine starke nationale Gegenbewegung gegen bie polnische Invasion unb das Zusammengehen einzelner ukrainischer Führer mit den Polen zu erwarten. Roch in höherem Grade als wir werden die Polen bei der Landbevölke­rung auf Schwierigkeiten unb Widerstänbe stoßen. Die Wahrscheinlichkeit, baß bas Unter­nehmen schließlich mangels einer festen Basis seiner Aufrechterhaltung mit Verlust liqui­diert werden muß, ist nicht gering. Den Bol­schewisten in Moskau, die anscheinend immer schwerer mit dem sich vollendenden wirtschaft- lichen Zusammenbruche zu kämpfen höben, kommt ber Pilsudskische Vorstoß vielleicht gar nicht unerwünscht. Er gibt ihnen roicber eine nationale Parole und verschafft ihnen bie Möglichkeit, als Vorkämpfer ber Einheit Rußlanbs aufzutreten unb im Interesse ihres Regimes an das groß-aussische Nationalgefühl zu appellieren.

Die Abwicklung öes alten heerer.

Berlin, 7. Mai. (WB.) Zur Frage der Slbirictehmg des alten Heeres lirirt* von zuständiger Seite nribetritt: Für Zweck' der HeereÄrbwicklung wurden im zweiten Halbjahr 1919 3 Milliar­den bewilligt. Im Haushalt dcs Reichs für 1920/21 sind für denselben Zweck 2Vä Milliarden eingestellt worden. Den Bedenken, die gegen diesen Ekttsposten im Parlament und der Presse geäußert ttnrcben, nnrb zur dlufklärung am beitem eine lieber» sicht über die Verteilung der Abwicklung slÄsten entgegengestellt. Tie erwähnte Gesamtfoidenuig von 5Va Milliarden für die Zeit Dom 1. Oktober 1919 bis 1. April 1920 setzt sich wie folgt zu­sammen :

Für R ückführung unserer Kriegs­gefangenen ans den Ententeländern und für Kosten, die uns die noch in Deutschland befind­lichen und von uns zu unterhaltenden Kriegsgefan­genen (200 000 Mann) verursachten, waren 2 Mil­liarden Mark anzusetzen. Tie Abgeltung der Verträge aus Kriegs!ieferungen die Ablösung der Kriegslcistrmgen und Verbnidli chartert des Militärsiskus erfordern 23/< Millrard. Mk. Für Unterhaltung des Verwaltungsapparates der Heeresabwickelung, der den Heimkehrdienst der Kriegsgefangenen und den Tienst an den russischen Kriegsgefangenen einschlicßt, ist eine Summe von 3/4 Milliarden Mark erforderlich einschließlich eines Betrages von 140 Millionen Mark für Gebühr- nisse noch nickt abgefundener Bersorgungsbercch- tigter. Zu bedenken ist, daß Zloeck der Abwick- lnngstätigkeit die Abrechnung über die Gesamt- ausgaben für Heereszwecke ist. die für die ganze Tauer des Krieges auf 126 Milliarden schätzungs­weise zu veranscküagen sind. Weder das finan­zielle Interesse d?s Reiches noch die den Krieg abzuleüenden rechtmäßigen Ansvrücl>e der Staats­bürger geflatten es, baß die gewaltige Arbeit der sachgemäßen dlbwickelung der alten Heer es verlock- lung übers Knie gebrochen wird In Anbetracht des ungeheuren Umfanges des interessierten Per­sonenkreises und der Rtesenzahlen der Kriegsaus­gaben sind die Verlocktungskosten in Höbe von nickt ganz V« Milliarden in anderthalb Jahren durchaus nicht unverhältnismäßig. Der Mwick- lungsapparat wird überdies dauernd weiter ab­gebaut. Am 1. Avril 1920 ist im gesamten Bereich der Heeresabioicklung die Zahl der dort Tätigen von 115 920 auf 63 868 Köpfe, ckso um 45 Proz., vermindert worden und eine Tieirststellenverminde- rung von 2206 auf 1629 Stellen, also um 25 Proz. eingetreten. Zum 1. Oktober 1920 wird eine weitere Verminderung des Personals und ber Dienststellen eintreten.

Abschiedsappell der deutschen Fliegertruppe.

Berlin, 7. Mai. (WTB.) Beim Ab- schiedsavpell der deutschen Fliegertruppe rich­tete General v. See ck t folgende Ansprache an bie versammelten Ofsi-ieoe, Unteroffiziere und Mannschaften. Mit dem heutigen Tage legt eine kamvsbewährtc junge Waf-e nach ruhmvollem Be­stehen füll und stolz die Waft'en nieder. Am 8. Mai vollendet die deutsche Fliegertruppe die im Fric- densvertrag von uns geforderte restlose Autlömng aller ihrer Formationen. Dio Forderung ber Aus­lösung ist Die letzte Anerkennung, bie ihr der Gegner von gestern loiderwil ig zollt. Im Früh- tommer 1910 aus dem historischen Uebm:gsse!d von Töberitz oon roenigen tötensrohen langen Offi­zieren ins Leben gerufen, nahm bi? junge'Waife in den zehn Jahren ihres Bestehms eine ungeahnt schnelle und gewaltige Entwicklung. Im Weltkrieg gesellte sie sich mit ihren Erfolgen würdig den alten Stammioaisen der deutschen Arn'e? bei Er­füllt von ber Pflicht, den am der Erde icknx't ringenden Schwellerwa s?n Ent ast? ng , zu bringen, bat die Truppe hoch oben in der Luft einem an Zahl weit überlegenen Gegner siegreich getrotzt und ihn in ritterlichem Kamps Mann ge*en Mann ! unzählige Male kraftvoll geschlagen. Groß waren I die Stiftungen unb Taten ber Waise im Kriege? I Gnoß war die Zahl ber Mutigen Op^er, die die

Truppe in freudiger Hingabe dem Vater lande ge­bracht hat. Der Heldentod gerade so vieler mit den höchsten deutschen Kriegsauszeichnungen geschmück­ten Flieger spricht eine stumme Sprach' für den ovserfrol>en 6>ist ber Truppe. Das Andenken an Bölcke, Richtlwsen und all bie anderen totem Helden ber Luft ivird bie Armee stets heilig pflegen. In stolzer Trauer nimmt die deutsche Armee und das deutsche Volk Mschied von den treuen Kameraden der Lust. In ber Geschichte der beutschen Armee wird das Ruhmesblatt der Flie- gerwafse nie welken. Die Wafte ist nicht tot, ihr Geist lebt.

Die deutschen Sachverständigen.

Paris, 7. Mai. (Wolff.) Havas. Der deutsche Geschäftsträger Mayer stattete heute vormittag dem Ministerpräsidenten Millerand tinen Besuch ab unb teilte mit, daß in den nächsten Tagen bie beutschen Sachver­ständigen in Paris eintreffen werben, bie mit ben französischen Sachverständigen über die Wiederaufnahme ber wirtschaft­lichen Beziehungen zwischen ben beiden Ländern beraten sollen. Er fügte babei hinzu, baß seine Regierung diesem Meinungsaus­tausch günstig entgegensehe.

Au» depinternationalen Handeldkonscrenz.

Paris, 7. Mai. (Wolff.) In der gefangen Sitzung ber internationalen HandelsLnrfercnz bat man sich über die Frage der Schaffung eines internationalen Geldes wegen desWioer- stanbes ber Engländer nicht einigen können. In einer Resolution wurden deshalb die ckliürlen Regierungen aufgefordert, einen interna.ionalen Ausschuß rinzu setzen, in dem auch Amerika und die Neutralen vertreten sein sollen, nm die Frage der Valuta, der Kreditbeschaffung, der Transporte, kr Versorgung mit Nahrungsmitteln und Roh­materialien sowie die Frage der Arbeits­bedingungen zu erörtern. Der Ausschuß soll auch ein internationales Abkommen über die Schulden ber Alliierten und der Mittelmächte vorbereiten, damit auf praktische Weise die gegenwärtigen Schvierigkeiten beseitigt toerben könnten. IN einer iveiteoen Resolution verlangt die Handcksunion einen regelmäßigen internationalen Luftverkehr sowie die Besserung des Wechselkurses durch internationale Abkommen unter Mitwirkung von Jinan-- und Wirtschafte- Träfen.

Paris, 7. Mai. (WB.^ Die interp.rrlcmurn- tarische Handelsunion hat h:nte ihre Schluß­sitzung abgehalten und in einer Resolution bat Wunsch zum Ausdruck gebrackst daß mt den im Friedensvertrag von Bersallles feitge eßten Wieder­gut machungen krine Blenderung vorgenommen werde, und daß die WiedergutmackMngskommis- sion ersucht iDerbe, zur Bewilligung von G o l d - bvns zu schräten, bie unter die Länder, die Schaden erlitün fabrn, verteilt werden sollen unb deren B.'vorsckussung durch die Signckarrnächle des Vertrages unb durch andere, die dem Völkerbund angehören erlcich'.ert werde, lieber den 1 Punkt betr. den Fr dcns.erir. g Tot Vor all es enti:a;ib äne rege Diskussion, weil bie italio:i d). Telegiw- ten än Amcn:dement ängebracht batten, den Dell weniger imperativ zu halten. Von frawwsi'ck.-r und belgisckxer Seite nrurbe dagegen p:o:estiert, so daß die Italiener, um die Einheit nicht zu stören, ihren Antrag zuiückgvAogen. Ti-? nackLloZusammen- kunft der Handelsunion findet in Li ssabon statt.

Es sollen zu ihr auch bie neutralen Staaten bie ben Wunsch äußern, zugelassen werden.

In der feierlichen Schlußsitzung am Nach­mittag hielt Ministerpräsident M i l l e r a nd eine Ansprache, in der an bie Solidarität der Völler appellierte. Kein Volk könne leiben, ohne daß die anderen in Mitleidenschaft gezogen würden. Tas Unglück des einen bedeute das Unglück des andern. Deshckb müsse bie Einheit immer stärker betont werden auf finanziellem, industriellem und Handelsgebiet sowie in diplomckisckier Hinsiäst. Man müsse aus dem Völkerbund eine Realität machen. Millkrand betonte auch, daß Frankreich arbeite und daß während ber letzten drei Monate des Jahres 1919 Frankreichs Export sich gehoben habe und in den ersten drei Monaten dieses Jahres, verglichen mit ber gleichen Zell des Vorjahres, sick fast verdoppelt habe.

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Die Grenzregulierung in Schleswig.

Kopenhagen, 7. Mai. lWollf) DieBer- lingske Tidende" meldet: Im Namen ber Inter­nationalen Kommission schlugen der französische Gesandte Claudel und der norwegische Vertreter H e f t ij n in ihrem gestrigen Bericht an den Ober­sten Rat vor, daß bie südliche Grenze der ersten scklesnngschen Zone im Osten derart reguliert wird, daß die Strecke an ber Kupfurmühlenbuckt bis nach Waschersleben, das dickt nördlich von Flensburg liegt, an die Dänen übertragen wird. Durch diese Regelung werde die Möckick^eit ge­schaffen für die Anlegung eines neuen Flenskirgs, da die betreffende Strecke eine wichtige Bedingung für die Anlage von Hckenanlagen auf dänischem. Gebiete biete.

V

Au» dem amerikanischen Senat.

Washington, 7. Mai. (WB.) Der re­publikanische Senator France hat einen Antrag eingebracht, der bezweckt, Deutsch­land beim AnkaufvonsotchemMa- terial, das es für seinen wirtschaftlichen Wiederaufban rwtwendig braucht, beizustehen. Die Vorlage ermächtigt eine Finanzkorpera- >

tiou, 250 Millionen Dollars zum Ankauf von Lebensrnitteln unb Rohstoffen zu leihen, wo­für bie Korporation sechsprozentige beutsche Wertpapiere erhalten würbe. Die Korporation ist mit bern Plan einverstauben.

Rotterbam, 7.Mai. (WB.) Wie der Rieuwe Roiterbanische Courant" aus Wa^ shington meldet, Ijat Knox in ber Senats- bebatte auch heftige Ang riffe gegen PräsibentWilson gerichtet, ber lieb er bie Nation weiterhin im Kriege halte, als baß er von dem eingeschlagenen Weg auch nur ein wenig abweiche. Es sei not» roenbig, ben Machtbefugnissen dieser Regie­rung unverzüglich ein Enbe zu machen.

Die Strdflage in Hranlreich.

Paris, 7. Mai. (Wolff.) Nack ber HavaS- Agentur ist im Ei se n da h ne r st re i k keine nxfcntlidx Aenberung rin getreten. Trotz An­ratens ber (Sonf6b6ratir>n Gönöralc du Travail wollen sich die Metcklarbeiter nickst mit einem 24ftündigen Shmpathiestreik begnügen, sondern Iw- ten heute ben unbefristeten General- strcik erklärt. Für Ende dieser Woche und An­fang nächster Woche haben zahlreiche Aroeiter- organifationen ben Anschluß an ben Streik erklärt, so die Bergleute des Beckens von Nancy unb des Pas be Calais.

Die Lage in Arland.

Amsterdam, 7. Mai. (Wolfs.) Der A.e ne^ ralstaatsanwaltvonJrlanb erklärte dem Tclegraas" zufolge im englischen Unterlaufe, daß noch niemand für bie seit dem 1. Januar 1919 in Irland begangenen Mordtaten an Polizisten und Regierungspcrsonen verurteilt nrorben sei. Seit Anfang des vorigen Monats seien in Irland 277 Polizei st ation en zerstört worden.

Zusammenstöße in Fiume.

Mailand, 7. Mai. (Wolffs Nach einem Telegramm desSortiere della Sera" tarn es zwischen 400 Äarafrinieri, die Fiume verlassen wollten, unb Truppenteilen, bie b' Annun zio txadxrx finb, zu Zusammenstößen, bie auf hoben Seiten Tote unb Verwundete forderten.

Holland und Rußland.

Haag, 7. Mai. (WB.) Niederländisches Korr.-Bur. Die Zweite Kammer hat bie Her­stellung von Beziehungen zu Ruß- lanb mit 48 gegen 13 Stimmen abgelehnt.

Japans Vorgehen in Sibirien.

Amsterdam, 7. Mai. sWolff.) Bon ar Law erklärte im Unter hause, baß nach Ansicht der englischen Regierung bie von ber japan i^che n Regierung in Sib irie n unternommenen L-chritte nicht solcher Art seien, baß die alliierten Regie­rungen ihre ausdrückliche Zustimmung dazu er­klären müßten.

Ario Dem Reiche.

Die Reichskartoffelreserve.

Berlin, 7. Mai. lWvlff.) Zu ben Preß^ lueldungen über die gestrige Sitzung der R e i ch ö - kartoifel stelle ist ergänzend unb |um Teil berichtigend mitiuteilen: Tie von einigen Zei­tungen an ben Sitzungsbericht geknüpfte Wendung, daß eine Neuregelung Wer Karloffelwirtschast im nächsten Emtejahr durch die Schaffung einer Reichsreserve von 100 Millionen Zentnern von allen Seiten Zustimmung gefunden habe, unb baß auch die Reichsregiernng mit diesem Plane einterfamben sei, ist unrichtig Tie Regierung unb bas Ministerium für Ernährung und Land­wirtschaft haben eine endgültige Stellungnahme »u ben Vorschlägen noch nicht eingenommen. In den bisher gerührten Vorbesprechungen unb in ber gestrigen Sitzung mint>en gegen die Durch­führung des erwähnten Planes erb^bliche Be­denken von verschiedenen Seiten gelten' gemacht. Tic Verhandlungen werden fortgesetzi. Tic end­gültige Beschlußfassung wird erst in einiger Zeit erfolgen.

Zum Besitzwechsel der Deutschen Allgemeinen Zeitung.

Berlin, 7. Mai. Amtlich. Der

Verkauf der Norddeutscheu Buchdrucke­rei unb Berlagsan statt, wo dieDeut­sche Allgemeine Zeitung erschtint. mürbe der Reichs re gierung am Mittwvck be* kanntgegeben. Sie orb.ietc sofort eine Nachprü­fung der rechtlichen Unterlagen ihres Verchcktnisses zu dem bis.'ier f>jlbamtiidxn Blatte an. Gleich­zeitig ging ihr von dem neuen Besitzer bie Mitteilung zu, datz er bis zum Abschluß der Wahlen keinerlei $eränbmingen in ber Zu­sammensetzung ber Redaktion oder der polllllchen Haltung des Mattes eintreten lasse. Tie Ergeb­nisse ber erwähnten Nachprüfung werden dem­nächst mitgetdlt.

Vor neuen Schlachwiehpreiscn?

Berlin, 7. Mai. lWollf) Durch die Ta­ges- und Fachpresse aeyl eine Notiz, daß am 16. Mai neue Schlachtviehpreise in Kraft träten. Dabei werden Preisangaben gemacht. Deniaegenüber muß festgesiellt wer­den, daß die Angaben falsch färb; es schweben lebiglich Erwägungen über Neuregelung den Schlachwiehpreise/die aber noch nicht über bas Stabiurn der Beratungen hinausgelangt sind.