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Erster Matt
170. Zahrgcmg
Samstag, 8. Mat 1920
SietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen •
örad und Verlag: vrShl'sche Umo.-Vuch- und Stdnörudttd R. Langt. Sd)riftldtnng, Selchäslrftellc und örudtrd: Schnlftratzt I.
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wochemSSdltkt.
Hebet bie Ergebnisse bet Verhandlungen oon San Remo, die sich nicht auf die „Deutsche Frage" bezogen, ist bisher noch wenig Zuverlässiges betarmt geworden. Man weiß nur, daß die Türkei förmlich in Stücke gerissen werden soll, daß Griechenland, als englischer Schutzstaat, eine außerordentliche, etwas widernatürlich anmutende Vergrößerung erfährt, und daß Italien sich von den Resultaten der östlichen Landaufteilung sehr wenig befriedigt zeigt. Der englische Imperialismus hat sich, wie zu erwarten war, keinerlei Beschränkung auferlegt. Direkt und indirekt, unter eigener wie unter der Flagge von abhängigen Schützlingen beherrscht er das gesamte Ostbecken des Mittelmeers und ganz Borderasien über Arabien, Mesopotamien, Persien bis an die indisch-afghanische Grenze hin. Die kühnsten Träume der Apostel britischer Weltherrschaft sind erfüllt; das Glacis Indiens ist bis ans Mittelmeer vorgeschoben, die Lcrndbrücke zwischen Aegypten und Jnbien ist gewonnen, die DardaneUen, deren Befestigungen geschleift werden, können Konstantinopel sticht mehr schützen, das der englischen Flotte gehorcht. Die Interessensphären Frankreichs und Italiens in Vorder- asien sind rund umher von Gebieten umgeben, die unter englischer Botmäßigkeit stehen, und sie sind abhängig von der englischen Seemacht, die mit ihren neuen Stützpunkten das aanze mittelländische Meer souverän beherrscht.
In Paris wie in Rom spürt man diese .'lbhängigkeit sehr deutlich, und man gibt sich tznmcr klarere Rcchensckiast darüber, für wen man eigentlich Krieg geführt unb gesiegt hat. Insbesondere in Italien, wo man die Ber- größerung Griechenlands nicht nur als Unbequemlichkeit, sondern geradezu als Gefahr und jedenfalls als eine unmittelbar gegen das eigene Erpansionsbedürfnis gerichtete Aktion empfindet, nimmt die Ententever- dvossenheit rasch zu. Es ist kein Zufall, daß sich Italien anscheinend ängstlich bemüht, die nationalen Gefühle der deutschen Südtiroler iU schonen, und es ist kein Zufall, daß Italien bet erste Staat ist, der keinen jungen Geschäftsträger, sondern einen Botschafter nach Berlin entsendet. Es ist auch kein Zufall, toerni in den Berichten aus den Abstimmungsgebieten in Deutschland immer wieder die loyale und korrekte, deutschfreundliche Haltung italienischer Besatzungstruppen und Be- sahungsbehörden hervorgehoben und dem meist leider nicht so einwandfreien Verhalten her Vertreter anderer Ententemächte gegenübergestellt wird.
Völlig unklar ist noch, wie sich die Türken selbst auf die Dauer zur Zerschlagung ihres Reiches durch den britischen Imperialismus stellen werden. England, die größte, mohammedanische Macht der Welt, wagt mit dieser Aufteilung cijien Peitschenhieb ins Gesicht der islamitischen Völker; es rechnet mit der Passivität der Orientalen und mit der Möglichkeit, die Völkerstämme und -Sekten gegeneinander auszuspielen, und die Macht und Geldgier ihrer Häuptlinge zu seinem Vorteil auszunutzen. Niemand fenm heute sagen, ob es richtig «oder falsch rechnet, ob es im Stande sein wird, die da und dort ausflackernden Brände einzeln Ku zertreten oder ob cs schließlich — vielleicht erst nach einer Reihe von Jahren — einer großen und zuguterletzt doch einheitlichen Widerstandsbewegung gegenüber sehen wird, der es mit seinen militärischen und finanzieNen Machtmitteln nicht mehr Herr werden kann, und Die den Zusammenhalt des Imperialismus bedroht.
Rascher als am englischen wird sich Der* mutlich an dem jungen polnischen Imperialismus die Gefräßigkeit rächen, die er ent* wickelt. Obwohl der polnische Staat sich völlig unfähig zeigt, die umfangreichen und kultu- ren wie wirtschaftlich sehr ungleichartigen Gebiete zu verwalten, die sich heute schon in 'einem Besitze befinden, und obwohl deshalb im Reiche des weißen Adlers die separa- äftischen Bestrebungen stark zunehmen, denkt Darschau fortgesetzt an neue Eroberungen. )m Osten wie im Westen versucht man gleich, zeitig eine gewaltsame Ausdehnung des Staatswesens. Im Westen wollte man Ober- schlesien, bat mit Hilfe der Abstimmung zu erhalten inan wohl kaum mehr hofft, durch einen bewaffneten Aufstand an sich reißen: bie beutfdyc Regierung hat der Entente soeben m einer Note bie Dokumente mitgeteilt, bie bas Programm bes Gewaltstreichs enthielten. Ts ist zu hoffen, daß der Plan mit seiner Enthüllung erledigt ist, und bas; bas Vorgehen ber Polen ihre Sache in Oberschlesien noch aussichtsloser macht, als sie es bisher schon gewesen ist. Im Osten hat Herr Pilsubski vorläufig größere Erfolge zu verzeichnen. । Seine Soldaten haben bie Offensive gegen bie Haychewisten begonnen, sind in der Ukraine j
einmarschiert und in Kiew erngerückt. Polen schickt sich cm, seinerseits bie alte deutsche Randstaatenpolitik gegen Rußland aufzuneb- men, und es stützt fick dabei genau, tote roir selbst es getan haben, zunächst auf bie Ukraine. Ob ber rasch errungene Sieg ihm viel nützen wirb, ist sehr zweifelhaft. Bei ber Stärke bes nationalen Gegensatzes zwischen Polen und Ukrainern — man erinnere sich nur an bie ostgalizische und Cholmer Frage — ist wohl 6 hm en kurzem in ber Ukraine eine starke nationale Gegenbewegung gegen bie polnische Invasion unb das Zusammengehen einzelner ukrainischer Führer mit den Polen zu erwarten. Roch in höherem Grade als wir werden die Polen bei der Landbevölkerung auf Schwierigkeiten unb Widerstänbe stoßen. Die Wahrscheinlichkeit, baß bas Unternehmen schließlich mangels einer festen Basis seiner Aufrechterhaltung mit Verlust liquidiert werden muß, ist nicht gering. Den Bolschewisten in Moskau, die anscheinend immer schwerer mit dem sich vollendenden wirtschaft- lichen Zusammenbruche zu kämpfen höben, kommt ber Pilsudskische Vorstoß vielleicht gar nicht unerwünscht. Er gibt ihnen roicber eine nationale Parole und verschafft ihnen bie Möglichkeit, als Vorkämpfer ber Einheit Rußlanbs aufzutreten unb im Interesse ihres Regimes an das groß-aussische Nationalgefühl zu appellieren.
Die Abwicklung öes alten heerer.
Berlin, 7. Mai. (WB.) Zur Frage der Slbirictehmg des alten Heeres lirirt* von zuständiger Seite nribetritt: Für Zweck' der HeereÄrbwicklung wurden im zweiten Halbjahr 1919 3 Milliarden bewilligt. Im Haushalt dcs Reichs für 1920/21 sind für denselben Zweck 2Vä Milliarden eingestellt worden. Den Bedenken, die gegen diesen Ekttsposten im Parlament und der Presse geäußert ttnrcben, nnrb zur dlufklärung am beitem eine lieber» sicht über die Verteilung der Abwicklung slÄsten entgegengestellt. Tie erwähnte Gesamtfoidenuig von 5Va Milliarden für die Zeit Dom 1. Oktober 1919 bis 1. April 1920 setzt sich wie folgt zusammen :
Für R ückführung unserer Kriegsgefangenen ans den Ententeländern und für Kosten, die uns die noch in Deutschland befindlichen und von uns zu unterhaltenden Kriegsgefangenen (200 000 Mann) verursachten, waren 2 Milliarden Mark anzusetzen. Tie Abgeltung der Verträge aus Kriegs!ieferungen die Ablösung der Kriegslcistrmgen und Verbnidli chartert des Militärsiskus erfordern 23/< Millrard. Mk. Für Unterhaltung des Verwaltungsapparates der Heeresabwickelung, der den Heimkehrdienst der Kriegsgefangenen und den Tienst an den russischen Kriegsgefangenen einschlicßt, ist eine Summe von 3/4 Milliarden Mark erforderlich einschließlich eines Betrages von 140 Millionen Mark für Gebühr- nisse noch nickt abgefundener Bersorgungsbercch- tigter. Zu bedenken ist, daß Zloeck der Abwick- lnngstätigkeit die Abrechnung über die Gesamt- ausgaben für Heereszwecke ist. die für die ganze Tauer des Krieges auf 126 Milliarden schätzungsweise zu veranscküagen sind. Weder das finanzielle Interesse d?s Reiches noch die den Krieg abzuleüenden rechtmäßigen Ansvrücl>e der Staatsbürger geflatten es, baß die gewaltige Arbeit der sachgemäßen dlbwickelung der alten Heer es verlock- lung übers Knie gebrochen wird In Anbetracht des ungeheuren Umfanges des interessierten Personenkreises und der Rtesenzahlen der Kriegsausgaben sind die Verlocktungskosten in Höbe von nickt ganz V« Milliarden in anderthalb Jahren durchaus nicht unverhältnismäßig. Der Mwick- lungsapparat wird überdies dauernd weiter abgebaut. Am 1. Avril 1920 ist im gesamten Bereich der Heeresabioicklung die Zahl der dort Tätigen von 115 920 auf 63 868 Köpfe, ckso um 45 Proz., vermindert worden und eine Tieirststellenverminde- rung von 2206 auf 1629 Stellen, also um 25 Proz. eingetreten. Zum 1. Oktober 1920 wird eine weitere Verminderung des Personals und ber Dienststellen eintreten.
Abschiedsappell der deutschen Fliegertruppe.
Berlin, 7. Mai. (WTB.) Beim Ab- schiedsavpell der deutschen Fliegertruppe richtete General v. See ck t folgende Ansprache an bie versammelten Ofsi-ieoe, Unteroffiziere und Mannschaften. Mit dem heutigen Tage legt eine kamvsbewährtc junge Waf-e nach ruhmvollem Bestehen füll und stolz die Waft'en nieder. Am 8. Mai vollendet die deutsche Fliegertruppe die im Fric- densvertrag von uns geforderte restlose Autlömng aller ihrer Formationen. Dio Forderung ber Auslösung ist Die letzte Anerkennung, bie ihr der Gegner von gestern loiderwil ig zollt. Im Früh- tommer 1910 aus dem historischen Uebm:gsse!d von Töberitz oon roenigen tötensrohen langen Offizieren ins Leben gerufen, nahm bi? junge'Waife in den zehn Jahren ihres Bestehms eine ungeahnt schnelle und gewaltige Entwicklung. Im Weltkrieg gesellte sie sich mit ihren Erfolgen würdig den alten Stammioaisen der deutschen Arn'e? bei Erfüllt von ber Pflicht, den am der Erde icknx't ringenden Schwellerwa s?n Ent ast? ng , zu bringen, bat die Truppe hoch oben in der Luft einem an Zahl weit überlegenen Gegner siegreich getrotzt und ihn in ritterlichem Kamps Mann ge*en Mann ! unzählige Male kraftvoll geschlagen. Groß waren I die Stiftungen unb Taten ber Waise im Kriege? I Gnoß war die Zahl ber Mutigen Op^er, die die
Truppe in freudiger Hingabe dem Vater lande gebracht hat. Der Heldentod gerade so vieler mit den höchsten deutschen Kriegsauszeichnungen geschmückten Flieger spricht eine stumme Sprach' für den ovserfrol>en 6>ist ber Truppe. Das Andenken an Bölcke, Richtlwsen und all bie anderen totem Helden ber Luft ivird bie Armee stets heilig pflegen. In stolzer Trauer nimmt die deutsche Armee und das deutsche Volk Mschied von den treuen Kameraden der Lust. In ber Geschichte der beutschen Armee wird das Ruhmesblatt der Flie- gerwafse nie welken. Die Wafte ist nicht tot, ihr Geist lebt.
Die deutschen Sachverständigen.
Paris, 7. Mai. (Wolff.) Havas. Der deutsche Geschäftsträger Mayer stattete heute vormittag dem Ministerpräsidenten Millerand tinen Besuch ab unb teilte mit, daß in den nächsten Tagen bie beutschen Sachverständigen in Paris eintreffen werben, bie mit ben französischen Sachverständigen über die Wiederaufnahme ber wirtschaftlichen Beziehungen zwischen ben beiden Ländern beraten sollen. Er fügte babei hinzu, baß seine Regierung diesem Meinungsaustausch günstig entgegensehe.
Au» depinternationalen Handeldkonscrenz.
Paris, 7. Mai. (Wolff.) In der gefangen Sitzung ber internationalen HandelsLnrfercnz bat man sich über die Frage der Schaffung eines internationalen Geldes wegen desWioer- stanbes ber Engländer nicht einigen können. In einer Resolution wurden deshalb die ckliürlen Regierungen aufgefordert, einen interna.ionalen Ausschuß rinzu setzen, in dem auch Amerika und die Neutralen vertreten sein sollen, nm die Frage der Valuta, der Kreditbeschaffung, der Transporte, kr Versorgung mit Nahrungsmitteln und Rohmaterialien sowie die Frage der Arbeitsbedingungen zu erörtern. Der Ausschuß soll auch ein internationales Abkommen über die Schulden ber Alliierten und der Mittelmächte vorbereiten, damit auf praktische Weise die gegenwärtigen Schvierigkeiten beseitigt toerben könnten. IN einer iveiteoen Resolution verlangt die Handcksunion einen regelmäßigen internationalen Luftverkehr sowie die Besserung des Wechselkurses durch internationale Abkommen unter Mitwirkung von Jinan-- und Wirtschafte- Träfen.
Paris, 7. Mai. (WB.^ Die interp.rrlcmurn- tarische Handelsunion hat h:nte ihre Schlußsitzung abgehalten und in einer Resolution bat Wunsch zum Ausdruck gebrackst daß mt den im Friedensvertrag von Bersallles feitge eßten Wiedergut machungen krine Blenderung vorgenommen werde, und daß die WiedergutmackMngskommis- sion ersucht iDerbe, zur Bewilligung von G o l d - bvns zu schräten, bie unter die Länder, die Schaden erlitün fabrn, verteilt werden sollen unb deren B.'vorsckussung durch die Signckarrnächle des Vertrages unb durch andere, die dem Völkerbund angehören erlcich'.ert werde, lieber den 1 Punkt betr. den Fr dcns.erir. g Tot Vor all es enti:a;ib äne rege Diskussion, weil bie italio:i d). Telegiw- ten än Amcn:dement ängebracht batten, den Dell weniger imperativ zu halten. Von frawwsi'ck.-r und belgisckxer Seite nrurbe dagegen p:o:estiert, so daß die Italiener, um die Einheit nicht zu stören, ihren Antrag zuiückgvAogen. Ti-? nackLloZusammen- kunft der Handelsunion findet in Li ssabon statt.
Es sollen zu ihr auch bie neutralen Staaten bie ben Wunsch äußern, zugelassen werden.
In der feierlichen Schlußsitzung am Nachmittag hielt Ministerpräsident M i l l e r a nd eine Ansprache, in der an bie Solidarität der Völler appellierte. Kein Volk könne leiben, ohne daß die anderen in Mitleidenschaft gezogen würden. Tas Unglück des einen bedeute das Unglück des andern. Deshckb müsse bie Einheit immer stärker betont werden auf finanziellem, industriellem und Handelsgebiet sowie in diplomckisckier Hinsiäst. Man müsse aus dem Völkerbund eine Realität machen. Millkrand betonte auch, daß Frankreich arbeite und daß während ber letzten drei Monate des Jahres 1919 Frankreichs Export sich gehoben habe und in den ersten drei Monaten dieses Jahres, verglichen mit ber gleichen Zell des Vorjahres, sick fast verdoppelt habe.
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Die Grenzregulierung in Schleswig.
Kopenhagen, 7. Mai. lWollf) Die „Ber- lingske Tidende" meldet: Im Namen ber Internationalen Kommission schlugen der französische Gesandte Claudel und der norwegische Vertreter H e f t ij n in ihrem gestrigen Bericht an den Obersten Rat vor, daß bie südliche Grenze der ersten scklesnngschen Zone im Osten derart reguliert wird, daß die Strecke an ber Kupfurmühlenbuckt bis nach Waschersleben, das dickt nördlich von Flensburg liegt, an die Dänen übertragen wird. Durch diese Regelung werde die Möckick^eit geschaffen für die Anlegung eines neuen Flenskirgs, da die betreffende Strecke eine wichtige Bedingung für die Anlage von Hckenanlagen auf dänischem. Gebiete biete.
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Au» dem amerikanischen Senat.
Washington, 7. Mai. (WB.) Der republikanische Senator France hat einen Antrag eingebracht, der bezweckt, Deutschland beim AnkaufvonsotchemMa- terial, das es für seinen wirtschaftlichen Wiederaufban rwtwendig braucht, beizustehen. Die Vorlage ermächtigt eine Finanzkorpera- >
tiou, 250 Millionen Dollars zum Ankauf von Lebensrnitteln unb Rohstoffen zu leihen, wofür bie Korporation sechsprozentige beutsche Wertpapiere erhalten würbe. Die Korporation ist mit bern Plan einverstauben.
Rotterbam, 7.Mai. (WB.) Wie der „Rieuwe Roiterbanische Courant" aus Wa^ shington meldet, Ijat Knox in ber Senats- bebatte auch heftige Ang riffe gegen PräsibentWilson gerichtet, ber lieb er bie Nation weiterhin im Kriege halte, als baß er von dem eingeschlagenen Weg auch nur ein wenig abweiche. Es sei not» roenbig, ben Machtbefugnissen dieser Regierung unverzüglich ein Enbe zu machen.
Die Strdflage in Hranlreich.
Paris, 7. Mai. (Wolff.) Nack ber HavaS- Agentur ist im Ei se n da h ne r st re i k keine nxfcntlidx Aenberung rin getreten. Trotz Anratens ber (Sonf6b6ratir>n Gönöralc du Travail wollen sich die Metcklarbeiter nickst mit einem 24ftündigen Shmpathiestreik begnügen, sondern Iw- ten heute ben unbefristeten General- strcik erklärt. Für Ende dieser Woche und Anfang nächster Woche haben zahlreiche Aroeiter- organifationen ben Anschluß an ben Streik erklärt, so die Bergleute des Beckens von Nancy unb des Pas be Calais.
Die Lage in Arland.
Amsterdam, 7. Mai. (Wolfs.) Der A.e ne^ ralstaatsanwaltvonJrlanb erklärte dem „Tclegraas" zufolge im englischen Unterlaufe, daß noch niemand für bie seit dem 1. Januar 1919 in Irland begangenen Mordtaten an Polizisten und Regierungspcrsonen verurteilt nrorben sei. Seit Anfang des vorigen Monats seien in Irland 277 Polizei st ation en zerstört worden.
Zusammenstöße in Fiume.
Mailand, 7. Mai. (Wolffs Nach einem Telegramm des „Sortiere della Sera" tarn es zwischen 400 Äarafrinieri, die Fiume verlassen wollten, unb Truppenteilen, bie b' Annun zio txadxrx finb, zu Zusammenstößen, bie auf hoben Seiten Tote unb Verwundete forderten.
Holland und Rußland.
Haag, 7. Mai. (WB.) Niederländisches Korr.-Bur. Die Zweite Kammer hat bie Herstellung von Beziehungen zu Ruß- lanb mit 48 gegen 13 Stimmen abgelehnt.
Japans Vorgehen in Sibirien.
Amsterdam, 7. Mai. sWolff.) Bon ar Law erklärte im Unter hause, baß nach Ansicht der englischen Regierung bie von ber japan i^che n Regierung in Sib irie n unternommenen L-chritte nicht solcher Art seien, baß die alliierten Regierungen ihre ausdrückliche Zustimmung dazu erklären müßten.
Ario Dem Reiche.
Die Reichskartoffelreserve.
Berlin, 7. Mai. lWvlff.) Zu ben Preß^ lueldungen über die gestrige Sitzung der R e i ch ö - kartoifel stelle ist ergänzend unb |um Teil berichtigend mitiuteilen: Tie von einigen Zeitungen an ben Sitzungsbericht geknüpfte Wendung, daß eine Neuregelung Wer Karloffelwirtschast im nächsten Emtejahr durch die Schaffung einer Reichsreserve von 100 Millionen Zentnern von allen Seiten Zustimmung gefunden habe, unb baß auch die Reichsregiernng mit diesem Plane einterfamben sei, ist unrichtig Tie Regierung unb bas Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben eine endgültige Stellungnahme »u ben Vorschlägen noch nicht eingenommen. In den bisher gerührten Vorbesprechungen unb in ber gestrigen Sitzung mint>en gegen die Durchführung des erwähnten Planes erb^bliche Bedenken von verschiedenen Seiten gelten' gemacht. Tic Verhandlungen werden fortgesetzi. Tic endgültige Beschlußfassung wird erst in einiger Zeit erfolgen.
Zum Besitzwechsel der Deutschen Allgemeinen Zeitung.
Berlin, 7. Mai. Amtlich. Der
Verkauf der Norddeutscheu Buchdruckerei unb Berlagsan statt, wo die „Deutsche Allgemeine Zeitung erschtint. mürbe der Reichs re gierung am Mittwvck be* kanntgegeben. Sie orb.ietc sofort eine Nachprüfung der rechtlichen Unterlagen ihres Verchcktnisses zu dem bis.'ier f>jlbamtiidxn Blatte an. Gleichzeitig ging ihr von dem neuen Besitzer bie Mitteilung zu, datz er bis zum Abschluß der Wahlen keinerlei $eränbmingen in ber Zusammensetzung ber Redaktion oder der polllllchen Haltung des Mattes eintreten lasse. Tie Ergebnisse ber erwähnten Nachprüfung werden demnächst mitgetdlt.
Vor neuen Schlachwiehpreiscn?
Berlin, 7. Mai. lWollf) Durch die Tages- und Fachpresse aeyl eine Notiz, daß am 16. Mai neue Schlachtviehpreise in Kraft träten. Dabei werden Preisangaben gemacht. Deniaegenüber muß festgesiellt werden, daß die Angaben falsch färb; es schweben lebiglich Erwägungen über Neuregelung den Schlachwiehpreise/die aber noch nicht über bas Stabiurn der Beratungen hinausgelangt sind.


