Einzelbild herunterladen

Zweiter Blatt

Nr. 82

(örners

Hungen (M

t. Arzt

veM

Fortsetzung 17.

(Nachdruck verboten.)

fr

Aus der Pv-

n

s i. i

v. ifr V

inib chn um eine Ist doch imssen, wer seine .

lizec oriirbe ich nur die n<utirn Tatsachen buchten und keinerlei Vermutungen darüb'r laut werden lassen Es wäre auch ganz mtndtig, zu erwähnen, was gestern abend zwischen uns vorgegangm ist. Wenn man Ihnen irgendwelche Fragm stellt, so können Sie sa sagen, daß Ihnen die Gräfin nichts schuldet. DaS genügt vollständig.

(Nennst, i-nmbertt ich daher. Zu Ihr.-r eigenen Sicherheit ist daS das beste, was Sie tun könnrn, wie Sie eben sehr richtig b-merkt haben. Gleich­zeitig würde ich den Hausbesitzer bmachrrchtigen

- - <c_w=--- gt mu&

schule

ilage 48

er-Seme^rs M

i 19. April denplanes ' hznittags 2 Uhr. *1

Die Gräfin.

Roman von G. W. App le ton.

Sehr wohl, Herr Doktor. Uckerlassen St* das nur mir, sagte Mimms. Ich werde der Po­lizei genau soviel sagen, als nötig rs, um mem- Haut zu retten. Kommen Sie, wir wollen das Haus da verlassen!

Damit gtng er wieder voraus zum Wvhn- itmmer der Gräfin.

Am besten wird's sein, fügte er bn, wenn wir's gleich erledigen. Arrna, laus rasch zum Haus­herrn und füg' ihm, ich möchte ihn dringend spve- chen. WSHvenddessen geh: ich aus du? Polizei!

Mittler-veile, sagte ich, will ich hier blnben, und wenn Ihre Frau so freundlich sein will, mir Papier zu bringen, werde ich ein Jnvmtar über diese Sachen da aufstellen.

Achtes Kapitel.

Frau Mimms besorgte mir rasch das Er­langte. und dann begonnen wir ein sorgfältiges Inventar der Gegenwände aufzunckmen. ,reiche die verschwundene Grä in zurückgelass-m lat'.e.

Frau Mimms gab mir die verschiedenen Gegenstände an, und ich schrieb gerrmlich einen nach dem anderen auf, so daß, als die Liste

er * iit f. -b i- e> u- t

auä "N*, tagen

hli »Nlit. )20.

snung nebst Ailm;!« Rng für 1919, s, glich des 1919er M

^«ne gesehsbche W. und Auffichtriat, i Statutenentrourf,

iten.

20.

'$ WchtsM

Ü1891 JO ®I<|B brschrinktn lsafAr nberg.

Die Bilanz, ©enrim. i* liegen 8 läge lm jr unferem Eeschästu-^

(Slö

Au» Stadt and Land. I

Gießen, den 8. Aprll 1920.

Die Gießener Studenten als Zeitfreiwillige.

Man schreibt unS:

Ms vor vierzehn Togen die bedvohlichm Nach­richten .inlieftn, daß in Dhürrngen Aufruhr herrsche und daß sich im Ruhrgebiet eine Rote Ann-e gcbtfbct habe, da sind auch die Gießmer Studenten zum großen Teil schart dem Aufruf gefolgt und haben sich als Zeftsreiwilli»? zur Verfügung ge­stellt. Obwohl während des Zwischensern.'sterS nur verhältnismäfäg wenig Studenten anwesmd waren, so hat sich doch eine stattliche Zahl kampferprobter Manner ohne Rücksicht aus militärische Rang- unterschiede und aus Parteizugehörigkeit zu einträchtiger Zusammenarbeit ver:intgt.

Ta der Aufruf und die Ginstellung erst sehr spät erfolgten, so 1)rotte die Mehrhnt der stu- dentischen Freiwilligen nicht mehr auh?rhrlb Gießens in Tätigtat treten, obwohl sich d*r größte Teil von ihnen zu diesem Zweck g:meldet und schon früher feine Bereitwilligtat dazu kund getm hotte Sie blieben vielmchr im Verband des Reichs- tvetwregiments in Gießen zur nocntiicllen Verwen­dung in der Umgebung bis zu ihrer heutigen Entlassung

Mit dem festen Willen, alles politisch: aus- »uschallcn, nur von dem Wunsche befällt, dem Vaterland in seinen schwerst Nötm zu dienen, zu ihrem Teil mitzuhllten, um völlige Anarchr: zu verhüten und Ruhe und Ordnung aufrecht zu er­halten unb damit einen ruhigen Wiedwausbau zu ermöglichen, haben die Gceftmer Studenten sich zur Versügung geftellt. Tast diese ihr: rein idealen Motiven entspringende Handlungswmfä m der gegenwärtigen Zeit, da Eigennutz, vast und Parb-r-

stunden:

Uhr vormittag^ ags (außer Sonntags

ifrtn 101 v. w en MW « , »Avcher, Gastod |

ngerabmte unb geiu , Grammovvon, -- < nspiele Anmitt x- ierd mit chreibzeus, Mbl, 1 alte Mm - formier Ofen ;

WM

lmz.

'.&Ä

W* rgebenft eingtlaber' nung:

Generalstreik und Technische Nochilse.

Der Abwebrstreik der gesamten werktätigen deutschen Bevölkerung gegenüber dem mllftärischen Putsch stellte hie Tech..i,ch: Nothilfe vor eine schwere Aufgabe. Nach den vom Ncrchsministerium des Innern gegebenen ^Richtlinien "hat siezur Sicherung d^r Inneren Ruhe und Ordnung und des Wiederaufbaues des deutschen Wirtschaftslebens Nvtstandsarbeiten dort zu verrichten, wo es sich um die Ausrechterhaltung gefährdeter lebenswich tiger Betriebe handelt". Irn Reiche blieb ihr in den nteisten größeren Städten die Notwendigkeit eines Eingreifens erspart, da die lckens wichtigen Betriebe, wie Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke von der Arbeiterschaft selbst aus­rechterhalten mürben. Dagegen mußte sie in den­jenigen Städten, wo dieses nicht geschah, zum Ein­satz kommen, so in Braunschweig, Breslau und Düsseldorf zur Aufrechterhaltung fast sämtlicher lebenswichtig^ Betriebe, in Halle und Bernbnrg in den dortigen Elektrizitätswerken, in Stolp zur Aufrechterhaltung des Gas-, Wasser-, Kanali- sations und Dampfmühlenbetriebes, in Altdamm für Lebens mftteltransporte, in Leipzig bei den dor- tigen luftigen Kämpfen zu Sanitätsdiensten. In besonders zahlreichen Betrieben war ihr Einsatz, wie in Berlin selbst, so in der näheren Umgebung Berlins notwendig Im Niederlausitzer Brann- kohlengebiet schützten mehrere hundert Nothelfer die Gruben vor Ersaufen. In Berlin Ivar der Einsatz der Technischen Nothilfe in größtem Umfange er­forderlich, da hier dve meistert lebenswichtigen Be­triebe von der Arbeiterschaft selbst nicht aufrecht- cthalten wurden. Der Landbezirk Berlin-Stadt übiwnahm im Verlaufe des Generalstteiks mit einer Mannschaft von 3500 Nothelsern 53 lebenswich­tige Betriebe, darunter 12 Elektrizitäts-, 10 Was­ser- und 9 Gaswerke. Bon den anderen Einsatz­stellen in Berlin seien als besonders sinnfällig für das Wirken der Nothilfe im Ällgemeininteresse er­wähnt : die Uebernähme des Betriebes städtischer Kühlanlagen, »vodurch allein in einer Dalle 13 000 Kilogramm Fleisch und große Mengen von Butter, die deut Verderben ausgesetzt waren, gerettet wur­den, die Betriebserhaltung der Kraftstationen einer Reihe von Krankenhäusern, die Regelung der not- wendigen Kohlenzufuhren dorthin unb die lieber- nähme der dringendsten Hausarbeiten durch Not- bclferinneit für dasjenige Hauspersonal der Kran- tarhäuser, das ebenfalls den Dienst niedergelegt! hatte. Innerhalb dieses für sie feststehenden Rah­mens der- Notstandsarbeiten hat die Technische Not- bllfe aber jede nicht lebenswichtige und nicht dem Wohle der Allgemeinheit bienenbe Tätigkeit ju» rückgewiesen, obwohl natürlich von unzähligen Seiten ihve Hilfe beansprucht wurde.

S*3fe j

M- KW «« few

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

lest<nschaft den Gedanken an das Wobl des Ganzen bei so vielen zu ersticken drol.t, Mißd-Mtunren ausgesetzt fein würde, war ihnen t>on vornbixirt bewußt unb sie Töinnen ran ein Gefühl t>s Be­dauerns für die so klein Denkend.'n hegen, welche ein derartig selbstlo.es handeln nidit v'rstehen können und deshalb selbstsüchttge Beweggründe da­hinter suchen.

Mögen die Zeiten auch nod) Jo schwer fäin, mag deutscher Boden einem rachüchttgm Feind schutzlos preisgegeben sein, mögm Haß und Zwu- ttacht unser deutsches Volk an den Rand des Vr- derbens bringen, mag ein krasser Materialismus herrschen, Schieber tum und Wucher sich 6r.it ma­chen und das RechtSgesühl schwinden es blnbt in der studentischen Jugend doch der f:ste Glaube an die Zukunft des'deutsckien Vaterlands, di: zu­versichtliche Hosftiung auf eine Zeit, da dir Worte des LiedesEinigkeit und Recht und Friheit" wieder wahr iverden und wo alle bi* guten Strafte in unserem Volk, die so gewaltige Listimgen im Krieg ermöglicht haben, wo die op,'erft?udige Hm- gabe an das Ganze wieder wach iverbm. Als em Ausdruck dieses Glaubens und dieser Hoffnung und Zugleich als ein Beweis für das Vorhanden! .in solcher Strafte erscheint drs Verhaldm and) der Gießener Studenten in di.'sen Tagen. E.

** Das Einkommensteuergesetz in Kraft. Das Einkommensteuergesetz des Reiches ist unter dem 29. März erlassen unb im 9ieichs- gesetzblatt vorn 31. März erschienen, bas aller­dings erst jetzt zur AusMbe gekommen ist. Das Gesetz ist damit in Kratt «treten. Der Arbeit­geber ist oerbflidytct, bei der Lohnzahlung zehn vom Hundert des Arbeitslohns zu Lasten des Arbeit­nehmers einzubckalten und für den einbehaltenen Betrag Steuermarken in die Steuerkarte des Ar- beitnelMers ein zulleben und zu entwerten. Diese Pflicht ist aber an eine nähere Anordnung des Reic^mrnisters der Finanzen geknüpft. Diese ist aber noch nicht ergangen, noch sind die Steuer­marken zu haben, noch auch die Gemeinden mit Steuerkarten versehen.

** Die Opfer der Tabaksteuer. Die Tabaksteuer mndit nicht nur das Rauchen überaus teuer, sondern schädigt auch Hausgewerbetreibende, Angestellte und Arbeiter im Tabakgewerbe und den Gewerben, die mitbeschäftigt werden. Das Steuer­gesetz lieht deshalb bekanntlich eine Unterstützung dieser Opfer vor, für die besondere Ausfülwnngs- bestimmungen erlassen werden mußten. Als Ar­beiter des Tabakgewerbes gelten auch Werkmeister Unb die Arbeiter, die in einem derartigen Betriebe mit Kistenmachen, Kisten kleben ober mit ähnlichen unmittelbar zusammenhängenben Hilfsarbeiten be­schäftigt gewesen sinb. Dasselbe gilt für Angestellte. foaudgeroerbetreibende sind aber nur bann unter* ftüfcungsbcretbtigt, wenn sie in eigenen Betriebs- stätten int Auftrag und für Rechnung anderer Ge- werbetveibenden beschäftigt gewesen sind. Zugerech­net 1 Derben auch Betriebe, die Zigarrenformen. Zi­garrenkisten, Blech-, Pappschachteln usw. und beten Ausstattungen Herstellen. Angestellte sind nur in­soweit unterstützungsberechtigt, als sie als Ange­stellte versicherungspflichtig sind oder sein würden, wenn ihr Jahvesarbeitsverdienst 7000 Mk. nicht überfteigt. Die Gesuche um Unterstützung sind bei dem zuständigen Finanzamt schriftlich ober zu Pro­tokoll einzureichen. Die Unterstützungen werden nachträglich unb wöchentlich gezahlt.

** Kinder aufs Land in Schnell- zügen. Für die vorübergehende Unterbringung erholungsbedürftiger Kinder auf dem Land unb im Auslande wiw eine FahrpreiSermäßi gung ge­währt. Wenn es auch für Schnellzüge grundsätzlich feine Ermäßigung gibt, fo kann doch nach einer neuen Bestimmung zur Vermeidung von Härten die Beförderung fcaußer ober besonders schwäch­licher Kinder in Schnellzügen sowohl für Reisen im Jnlande wie ins 2lusland, gestattet werden, wenn und soweit das die Betriebs- und Verkehrsverhält­nisse zulassen. Heber die Freigabe eines Schnell­zuges entscheidet für einzelne tranfle Kinder nach pflichtmäßigem Ermessen der leitende Stations­beamte der ALgangsstatwn. In Zweifelsfällen ist die Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses über den Gesund'hrftszustand des Kindes unb über die Notwendigkeit der Schnellzugsbenutzung zu fordern. Für eine größere Zahl ober ganze Transporte trauter Kinder entscheidet die Ersenbahn-Tirektion bet Abgangsstation. Aus alle Fälle ist der tarif­mäßige Zuschlag zu erheben. Anträge auf Freigabe eines Schnellzugs für eine größere Anzahl oder einen ganzen Transport kranbn Stinber sind min­destens 8 Tage vor Antritt der Fahrt bei der zuständigen Eisenbahn-Direktion arrzubringen.

*w War n u n g für Aus wanderet. T-er Rutsche landwirtschatt.übe An ied. imgsvernu für Argenttnren in Hamburg batte Argentinien als Ziellmid in Aussicht genommen. Seine un Som­mer 1919 nach bort ausgereiste unb etwa h.mdett .Kopse zählend.' Vorlornmi'sion erlebt.' in Atlien- tinien große Enttäuschungen und zerstreut: sich. Neuerdings plunt der Verein für Brasftim eine gleiche Unternehmung. Die IS.iter des Vereins haben fid) der b.Lfncnbin Aufklärung unzugänglich gezeigt, auch fehlt ihnen die Sachknnd' zur erfolg­reichen Durchsülirung eines solchen Untwnehtnens: dazu ist die finanzielle Grundlage ganz unzu­länglich, so tMfe landeskundige schwer getäuscht unb geschädigt werden müsen. Vor ein*r Setei* ligimg an dem Unternehmen wird bringen» g> warnt.

** Ter Verein Hundesport für Gießen unb Umgegenb hält, Soie aus dem Inseratenteil ersichtlich, am 25. April l. Zs. auf der Liebigshohe feine 7. Ausskellung van Hunden aller Rassen ab. Infolge der grvsten Unsicherheit, die in Stadt unb Land herrsch, ifti bas Interesse an der Hundezucht bt den letzten Jahren zusehends ae.vachsen, unb es ist zu ermatten, daß auch die Ausstellung in Gießen reichlich beschickt sein nrirb, zumal die Zahl der Ausstellungen in diesem Jahre gering ist. Für Mfttelbeutschland wird sie wol« die einzige sein. Tie einzelnen Klassen sind nach den Skartellsatzungen mit Geldpreisen ausgestattet. Zahlreidie Elwenpveise von Privaten unb Ver­einen stelxn zur fBcrfijgnng. Ter Continental Bull- dog-Klub, Dobermamtpftrschervevein Abt. Frank­furt a. M., Pinschersc^rauzerverband, Contürental brahthaarige Vorstehhunde Abt. Oberhessen, und Boxerllub München, Landesgruppe Südwestdeutsch­land und Rheftiland haben ihre Sonderausstellung der Gießener Ausstellung angegliedert. Ter Deutsche Doggenklub vergibt den Goldpokal im Friedenswert von 1000 Mk. Für die Pinscher kommt August Schwans Wanderpreis äut Ver­gebung. Bei den Boxern wird voraussichtlich der Hassia-Manberpteis umftritten werden. Hunde- zuchter und Hundebesitzer sollten daher nicht ver­säumen, die Ausstellung zu befänden, da es auch an Kauf- und Berkaufsgelcgenheft nicht fehlen wird. Der Meldeschluß ist brS 14. April I. Js. verlängert. Meldebogen sind unter Beifügung von Freimarke durch den Vorsitzenden August Schwan, Gießen, Moltkestraße 16, zu be-iehen.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 6. Aprll. Nach dem Geschäfts­bericht der amtlichen Hinterbliebenen-, Fürsorge hatte der Shxn5 mit feinen 81 Land­gemeinden im Berichtsjahr 464 Wftwen, 372 Wai­sen und 35 Vollwaisen, von denen als bedürftig anzusehen sind: 28 Witwen ohne Stinber, infolge Krankheit, 97 Witwen mit 1 Kind, 86 Wftwen mit 2 Kindern, 45 Witwen mit 3 Kindern, 21 Wftwen mit 4 Kindern, 13 Witwen mit 5 Kin­dern, 8 Witwen mit 6 und mehr Kindern (ohne jeden Grundbesitz, nur Rente), 20 Vollwaisen, 106 Kriegseltern, ine infolge Verlust des Er­nährers unb Erkrankung nrehr wie 50 Prozent erwcr bSbeschr änkt sind. 168 Wftwen hatten Grund­besitz unb sind in der Lage, mit ihren Renten ihren Lebensunterhall zu bestreiten.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 6. Aprll. Der Post­fiskus hat Unterhandlungen zum Erwerb des ehemaligen Senckenbergianums an der Senckeirbergstrahe eingeleitet, um auf diesem Grundstück und den hier bereits vorhandenen Ge­bäuden ein neues Postscheckamt zu errichten. Während die Grunderwerbs kosten 2 678 000 Mk. betragen, sind für Um- und Neubauten auf dem Gelände nicht weniger als sechs Mlllionen Mark vorgesehen.

= Frankfurt a. M., 6. Aprll. Am ersten Ostertage fanden zwei junge Leute bei einer Boots­fahrt auf dem Main den Tod in den Wellen.

Frankfurt a. M., 6. Aprll. Im Cafs Präsidium hob die Polizei in der Nacht zum ersten Ostertage eine Glucksspielergesellschaft aus. Die Spieler waren ausnahmslos Galizier, die sich unangemdbet in Frankfurt aufhielten.

Arrnft ttnö Wissenschaft.

Ein wenig be kanntes Heine- Bildnis unter dem Hammer. Bei der am 24. Aprll ftattfmbenben Versteigerung von Bildnissen' unb Miniaturen des 15. bis 18. Jahr­hunderts durch die Firma Karl E. Henrici wirb auch ein sehr interessantes Bildnis Heines unter den Hammer fommen. Tas Werk, das in dem soeben au »gegebenen schönen Katalog abgeb übet ist, zeigt den Dichter im ounflen Rock mit malerisch

fertiggestellt war, ein recht umsangr.ttches Schrift­stück das Ergckni^ unserer Anstrengungen war.

Ich sah auf meine Uhr.

Gerade eine halbe Stund' haben hxr gebraucht, Frau Mimms, unb es ist später geworden, als ick dachte. Ich habe heute nachmfttag noch em? ganze Reihe von Besuchen zu erl-edigen und Dann wirklich nicht mehr länger auf Ihren Mann warten. Da­her wlll ich rasch meinen Namen nebst Adresse unter das Verzeichnis da schreiben unb beugen, daß es richtig zusammengestelll ist. Sollte ich irgendeine Aussage zu bekräftige haben, bte Sre ober Herr Mimms bei der Polizei machm, so bin ich um sechs Uhr in meiner Privatwohnung zu sprechen. Wollen S« fo ftemchlich.foirt unb das den Polizeibeamten mitteü?n?

Gewiß, Herr Do vor, unb ich ^muß Ihnen sagen, daß eS sehr liebenswürdig.von Ihnm is, sich so viel Mühe unb «Arbeft in beefer Ang'- legenheit zu machen. Aber Si? .müssen mich imrk- lich entschuldigen unb auch meinen .Alten, baß wir heute mittag em wenig kurz angebunbm waren, aber wir waren ganz aus dem Häusd^n, Herr Doktor, Sie glauben es gar nid) und

Ich verstehe drs vollständig, Frau Mimms. Es ist ja für uns alle eine io undrgreiflich- und betrübende Geschidne. Adw lasen &te lid> feine Sauen Haare darüber wachsen. Es wirb jchiietz- h alles noch recht werden. Adieu.

Adieu, Herr Doktor, unb v re len Dank!

Nunmehr verließ ich das Haus und tegib mich an meine Arbift.

Für den Rest des Nachmittags hatte ich lehr viel zu tun, unb es war bereits nach sechs Uhr, als ich noch Hause kam.

Än Herr wartet auf Sie, Herr Doktor, hgte mein kleiner Diener bei meinem Eintritt.

Die heißt er?

Wachtmeister Davis, lautete bte Antwort.

Gut. Ohne mich meines Ueberrocks zu enlledigen, begab ich mich ins Studierzimmer, wo ich den Detektrvwadümeister Davis vorfand, dst'sen Frau bei mir in Behandlung geweien war.

Geht alles gut zu Hause, Davis? fragte ich.

Gewiß, sagte er lachend. Meint Fvau ist gesund und munter, und der Junge entwickelt sich prächtig. Fängt bereits an, mich zu tarnen. Nein, es ist wirvich erstaunlich^ tme das Kleinzeug wächst. Nicht zu glauben! Ich Komme, um Sie in der Ge­schickte vom Pontifex Square zu sprechen. Tollt Geschichte, was? W« denken Sit darüber, Herr Doktor?

Na, erwiderte ich, ich weiß mcht recht, wit ich meine Ansicht darüber formulieren soll. Ich habe die Dame gestern ab mb zum ersten Male gesehen und vorher nie ttwaS von ihr gehört. Ich wurde etwa um halb zehn Uhr zu ihr geholt, gerade als ich mein Sprechzimmer verbissen wollte. Ich denke, man hat Ihnen alles Nähert bereits rnitgeteilt.

Gewiß.

Und auch von dem Fremden, der sie sprühen ^wollte?

Jawohl. Was halten Sie davon, Herr Doktor?

Ich weiß nicht. Ich bmn höchstens etwas mutmaßen.

Was beim?

Taft die Dame aus irgendeinem Grund sich vor ihren Bekannten verborgen hitll.

Jrrsinmg, nickft?

Nicht gerade, aber recht exzrntrisch glaube ich. Sie hat nur eine Ncenge Unsinn vorgtichwatzt, wor­aus ich wicht klar wurde, aber fovül konnte ich baraus entnehmen, baß irgendein Streit in der Familie wegen Geld- ober anderen Angelegenheitm bestand, und ich bin auch der Ansicht, daß darrus die ganze Geschichte erklärt wtrden kann. Es kann nichts geschcken, ohne daß sie babn anwesend ist, vielleicht ist auch ihre Unterschrift nötig, unb nun* mchr hat man sie geholt.

Aber die Leute sind doch aut emm verflixt verdächtigen Weg gekommen. Das muß ich schon sogen, bemerkte der Wachvn-ister. $15raten Ste das erklären?

Donnerstag, 8. April 1920

um den Hals geschlungenem roten Tuch unb einem ziemlich umfangreidicn fiinit- unb Spitzbart. Es ift eine Arbeit des ftaitzöftschen Bildnismalersl Rtancoiß Lavnaud, der ben Dickster im Mat be» ZaKrcs 1836 bei einem Landauscnlhalt in GoubO) prös de Messe malte Tu (s-rllarung für den etwas wüsten Vartwuchs gibt eine Stelle aus einem Brief Heines vom 3. 'Kai, in dem er u. a. schreibt: .Ln diesem Augenblick kommt eine alte Bauers­frau, die mich rasieren will. Ick> zfttere vor ili^r Messer. Ist hüte, Franü», beten Sie für riftn' fHaficrt bin ich, aber wie! Und unter welchen Qualen? Was muß nid)t ein Dichter aussveben in dieser rauhen Wett, zmnal ivenn er fid> nicht selbst rasieren kann!" Heim- hat fid: augtatschein- lich diesem Martyrium nicht nod) einmal unter­zogen unb zeigt daher auf dem Bildnis seine seinen GcsichäSzüge von großen Haarmassen um* rahmt. ---

^ochschulnachrichten.

Berlin, 6 April Wie wir lvren, ist der Prftatgelehrtc Tr. theal. Johannes D. Kiß­ling in Berlin zum ordentlichen Prvfrs« für .stirchcngcschichte und Geschichte der chrifäichen- Kuitst an der Akademie zti B r a u n s b e r g als Nachfolger Prof. A Königers berufen worben. Ter aus Gensingen (Rheinhessent gebürtige Kir-, ckefthistoriker studierte in Freiburg l B, Bonn unb München unb poomovierle 1906 mit einer ArbeitLorenz Truchseß von Pommersfelden, Toindechant von Mainz (14731543)". Nach vier­jähriger seelsorgerischer Tätiskeft wurde er 1908 baiicrrtb beurlaubt und widmet sich in Berlar wissenschaftlicher Schriftstellertätigtat.

Sport»

Fußball. In den Diplomspielen ge« wann am Karfreitag die 1. Mannschaft deS B s. N. 1900 in Wetzlar mit 2:1 Toren. Die ante Zu­sammenarbeit im Sturm' und die sichere Verteidi­gung entschied das Spiel. Mit der 2 unb 4. Mcmn- sck>ast gewann Wetzlar 3:1 unb 2:0 F E. Merkur Gicßfor, ebenfalls in Wetzlar spielend, ver­lor knapp mit 3:2 Toren. Spielweise, wie leider immer in Wetzlar, sehr scharf. V. f. B. Giehew spielte auf dem Trieb mit der 1. unb 2. Mannschaft gegen Dillenburg unb gewann beide Spiele leicht mft 8:2 Toren. Der V. f. R. 1900 hatte sich für die beiden Feiertage zwei erstklassige sübdeutsche Ligamannschafteir verpftrchtet. Das schlechte Wet ter mag manchen Besucher abgehallen haben, sich die Spiele anzusehen, trotzdem war der Besuch stärker als je. Die anroefenben Zuschauer sind nicht! enttäuscht worden. Die Gäste führten ein vor itehmes und seines Spiel vor, das technisch und taktisch auf der Höhe war. Die hiesige Mann' schäft, die nicht in ihrer stärksten Aufstellung an treten konnte, paßte sich der Spielweise ihrer Gäste gut an und konnten ihre Vaterstadt mft Ehren vertreten. Am 1. Feiertag spielte oer F. C. Uniat Frankfurt-Niederrod. Anfangs gll-ichinußigeS Spiel, baim wurden die Gäste infolge ihrer guten Zu­sammenarbeit etwas überlegen, ohne jckoch erfolg­reich zu fein. Gießens Sturm verlegte sich haupt­sächlich auf das Flügelspiel. Obgleich loenig zu­sammenhängend, sind diese Durchbrüche stets ge­fährlich. Kurz vor Halbzeft kommt Gießens Rechts­außen gut durch, eine genaue Flanke und unhalt­bar schießt die Mitte ein. Die 2. Hall^eft dasselbe» Bild. Frankfurt arbeitet schwer, um aufzuholen. Alles schien vergeblich, erst in der letzten Minute brachte ein allerdings zweifelhafter 11 Meter bat Ausgleich. Mft 1:1 Toren trennten sich beide Par­teien. Am 2. Feiertag war der V. f. R. Mannheim zu Gast. Die Gießener ManTtschast spielte heute weit besser als gegen Frankfurt unb lieferte dem Gegner ein völlig ebenbürtiges Spiel. Das Tempo war äußerst schnell, von Tor zu Tor wanderte der Batt, ohne daß eine Porter zu einem Erfolg kam, da beide Torwächter hervorragend spielten. Erft «wenige Minuten vor Schluß landete ein unver­hoffter Dvehbatt im Gießener Tor, wodurch Mamr- heim mit 1:0 Toren gewann. Zwei bon der Mann­heimer Verteidigung verwirkten 11 Meter weyeir Handspielens wurden von dem Schiedsrichter nicht gegeben. Die Gäste waren den Einheimischen «infolge ihrer besseren technischen, taktischen Zu- sammenarbeft überlegen, was schließlich auch bat Ausgleich gab. Dageben war die hiesiae Mann­schaft in manchen Emzelleistungen besser, beson­ders die Verteidigung, die sich den gegnerischen An- gnffen völlig gewachsen zeigte. Am 3. Feiertag spielten nochmals die Frankfurter gegen die Mann- beimer M atm schäft. Mannheim gewann mit 3:1 Toren. Das Spiel reichte jedoch an die Vortag« nicht mehr heran.

Nein. Ich habe mir nur eine Erklärung cruS- gedocht.

Und die wäre?

Daß, da sie auf gesetzlichem Weg? ihrer Per­son nicht habhaft werden konnten, fee ihre Zu­flucht zur lieberliftimg nahmen. Sie ist ein? Aus­länderin, wissen Sie, eine Itallmerrn. Das hat sre mir selber gesagt.

So? Das wußte ich nicht. Und Sie glauben deshalb

Taft ihre Entführer ebenfalls Ztalreww tmb wahrscheinlich Verwandte von ihr waren. Es han­delt sich in diesem Fall nicht um Raub oder Tickstahl, da nrcht ein einziger Wertg?genstmd weggevommen ist.

Gewiß. Das hat mich auch überrascht.

Mich auch, versetzte ich, unb dieser Umstand hat mick) völlig davon überzeugt, daß man sich nur ihrer Person selber bemächttgm wollte.

Hm. Trotz all dem ist es eine seltsam? Ge­schichte. Glauben Sie, Herr Doktor, daß ein Ver­brechen Dortiegt?

Tas hängt davon ab, antwortete ich, was Sie unter Verbrechen v'rstehen. Offenbar wurde nichts aus dem Zimmer entwendet. Tr? Dame hat, wie es scheint, nicht um Hilfe gerufon. Sanft hätte man es ja in diesem kleinm Häuschen gehört. Es ist möglich, daß sie, als sie sich in per F rite sah, sich ohne Widerstreben ergab und ruhig mit ihren Leuten durchs 9tebekchaus daoonging. Aus jeden Fall glaube ich nicht, daß ihr em Leid ge­schehen ist.

Wirklich nicht?

Nein, gewiß nicht. Ich habe dies heut? mrttrg Herrn Mftnrns gegenüber betont, ab?r ihm nichts­destoweniger zugestimmt, als er davon sprach, dw Polizei von dem Vorfall Meldung zu erstatten in seinem eigenen Jndwesse, verstehen Si-? da die Dame, wie Sie wissen, eine Stenge wert­voller Sacken zurückgelassen hat.

(Fortsetzung folgt)