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Mittwoch, 7. Juli 1920

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Zweites Blatt

Nr. 157

Maß-

zum

Dr.-Jng. ehrenhalber ernannt.

Airche und Schule.

vom

das

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gienmg über die Stell'

irung und sonstige

wichtigen

fiRadjbrurf verboten.)

Fortsetzung

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Mark höhmrg nützung nahmen

be- un-

Präsident Löbe gedenkt am Schlutz der am kommenden Sonntag erfolgreichen Abstimmung in Ost- und Westpreußen. Möge der kommende Sonn­tag eine überwältigende Kundgebung für das deut­sche Vaterland werden? (Stürmischer Beifall und Händeklatschen, an dem sich auch die Tribünen beteiligen.)

Schlutz 4 Uhr.

folange liegen geblieben' sei.

Dre erste und' zweite Lesung wird erledigt. Gegen die dritte Lesung erhebt

Wg. Rosenfeld (US.) Widerspruch.

schuß aut Unterstützung bar Regatta Lurch die Gießener spvrtliebende Publikum.

Die Gräfin.

Roman von G. W. Appleton.

eb. Eschenrod, 5. Juli. Zu der kleinen Glocke aus der abgerissenen alten >tirche sind zwei neueBronreglocken aus derGlocken- gietzerei Schilling-Apilda gekommen. Sie kosteir mit dem eisernen Glockenstuhl 40 000 Mk. In cht-a 14 Tagen wird das Gteläut (b-d-f) zum erstenmal erklingen. Gestern abend fand vor der neuen Kirche, angesichts der drei geschmückten Glocken, ernt kirchl iche Abend feier statt.

der Eintrittsgelder, bes! des Personals und ani

und an Erbrechen, wie an einem Armbruche.

Nachdem dieser Teil der Unterhaltung endet war, nahm die Stimme des Notars merklich einen mehr beruflichen Charakter er zog aus seiner Brusttasche ein 3Hifammeng tetes Schriftstück heraus und sagte:

Das Haus vertagt sich alsdann auf unbe-, Hilfs kosten), 104 (Postgebühren) werden genehmigt, mte Zeit. I Nächste Sitzung Mittwoch vormittag 9V2 Uhr. Für

mit meinem Wagen in Ihr Hotel führen. Aber was bedeutet all das? Sie haben mich säst zu Tode erschreckt. Wie hat sich denn das zugetragen?

Pasquale, sagte ich, zeigte mir den Garten, und den Ort, lvo mein Pater getötet wurde. Kennt der Doktor die Geschichte?

Gewiß, ich weitz alles, sagte er.

Gut also, dort begegnete ich dem Erbgraseu. Wrr wechselten ein paar Worte, und ich war im Assrifse, eine alte Rechnung mit ihm auf eng- "iche Art zu erledigen, als er einen Dolch zog und mich damit traf, ehe ich Zeit fand, dem

erhöhte Ausgaben Aufklärung erbeten werden. In Kapitel 98 Gerichte wird die Vermehrung um eine Strafkammer in Darmstadt besprochen und zu der Frage der AmtsgrerichtsdiLne^ribsvitute gjepyrbert, daß diese Einrichtung beseitigt und lvo nötig, Diener angestellt werden. In Kapitel 99 und 100 Zellenstvasanstalt Butzbach und Lairdeszuchthaus Marienschloß soll ebenso, wie bet dm Kranken­anstalten, die Uumöglichkrit derDurchführung des Achtstundentags für das Aufsichts- Personal mit der Regierung besprochen werden

| Die weiteren Kapitel 101 (Krinrinalkttssen), 102

(Sxxyxnrroefen), 103 (Bertretungs-- und Aus-

wendungen, die bei Kcch. 8: Landestheater verlangt werden. Dir Einnahmen find mit 2 862 550 Mark, die Ausgaben mit 4 251 650 vorgesehen. Man hofft durch Er­

leben konnte. *

B Gießen. Morgen Donnerstag findet im Gern ein desaale der Jvhanneskirche die theologisch? Konferenz statt, wobei Professor D. Gunkel über eine -prophetische Liturgie" und Pros. v. Mayer überBleibendes und Vergängliches in der Theo­logie Mitschels" reden werden.

* Evangelisches Gemeinfeefeft in Ober-Widdersheim. Man klagt so häufig daß die evangelrschs Kirche deshalb nicht Volkstüm­lich sei, weil sie nicht auf die Bedürfnisse und die seelische Verfassung des Volkes einzugehen vermöge. Diesem Uebelstand kuckst derEvangelische G--- meinbetag" abzuhelsen, tnoem er kirchlich-religiös lebendige Gemeinden zu schassen sucht. So h.rtte die hessische LanDesgruppe auf den vergangenen Sonntag noch O ber-Widdershrim ein- geladen zu einem evangelischenGemeind'S- sest. Feftprcdiger war 'Professor D. Schian, der Vorsitzende des hessischen Gemeindetags. Er sprach über das Wesen der evangelischen Gemeinde. Tie Festversammlung am Nachmittag wurde wegen Ge­witterneigung im Saale von Gastwirt Eifer ab- gehalten. Aber bald sammelten sich Hunderte von Gästen aus den umliegenden Dörfern, die keinen Platz mehr fanden. Darum wurde eine Parallel­versammlung int nahen Gülden malde anberaumt. So tagten zwei Versammlungen und die Redner mutzten abwechselnd im Wald und im Fveien sprechen. Der Superintendent für Obephessen, Ge­heimer OberLonsistorialvat D. Petersen, schil­derte feen Segen der kirchlichen Gemeinde, Professor D. Schian mahnte zur Treue gegen inese Ge­meinde, wie sie besonders in Sitte und Brauch zur Darstellung kommt. Professor Matthes von Darmstadt sprach überKirche und öffentliches Leben". Ter Vertreter des Dekanats Nidda, Dekan

Achter, Prin^-Hein-rich-Preis. Die fiegenben Atturn» schäften erhalten Ehrenzeichm. Ta bie Veranstal-- tung bei den heutigen Verhältnissen mit hohen Unkosten verbrniden ist, hofft der Regatta-Aus^

hat. Nun hat mir die Gräfin Maria vorge­schlagen, ich solle Ihnen die gesetzlich vorgeschrie- bene Ermächtigung erteilen, dieses Paket zu öff­nen und mit seinem Inhalt nach Gutdünken 511 schalten. Das ba, Herr Doktor, ist das Dokument, von dem ich rede.

Oh, sagte ich, letzt erinnere ich mich an alles wieder. Ich hin wohl ohnmächtig geworden. Ist die Wmche ernst, Doktor?

Ich denke nicht, sagte er. Wie durch ein Wunder scheinen die empsüidlichsten Gefäße nicht verletzt zu fein. Aber Sie Haden viel Blut ver­loren, und die Wunde ist nicht ganz harmlos. Sie müssen sich daher für ein paar Tage ganz ruhig verhalten und das Bett hüten.

Das kann ich aber unter diesem Dache auf keinen Fall tun, erwiderte ich.

Nein, unter gar keinen Umstanden, pflichtete mir die Gräfin bei. Der Doktor wird Sie sofort

Turnen, Spiel und Sport.

Fußball. Jin Anschlllß an die ber* gangenen Sonntag auf dem Sportplätze des Ver­eins für Rasenspiele abgehaltenen leichtathletisch.'N Wettkämpfe der Landesuniversilät traten sich bie akademiscken Mannschaften des Vereins ftlr Rasen­spiele imb bes Vereins für Ben^egungSspiele Gie 6en. V. f. B bat Anstoß, 1900 ist jedoch schltell am Ball und drängt bie erste Zeit stark. Die gegnerische Verteidigung ist jedoch auf der Höhe und weiß vorerst jeden Erfolg zu verhindern. Nach 25 Minuten Spielzeit wird der Bann ge­brochen, die rechte Seite von 1900 spielt sich gut und der Linksinnen schießt scharf ein. Das Spiel wird jetzt lebhafter, V. f. B. geht mächtig aus sich Herons imb spielt etwas überlegen, der Torwächter von 1900 ist jedoch auf feinen Posten imb hält bie schwierigsten Bälle, erst kurz vor Halbzeit fällt burch einen Fehler der Vertei­lt gung aus nächster Nähe der Ausgleich. An­fangs der zweiten Halbzeit drängt B. f. B. wei­ter, die gegnerische Verteidigung gibt jedoch das Letzte her, um einen Erfolg zu verhüten und es gelingt. Nach 20 Vrinuten macht sich 1900 wie­der frei, der Sturm greift stark an, halblinks schießt scharf, aber zu unplaziert. 1900 gibt jetzt das Spiel nicht mehr aus der Hand, nach gutem Zusammenspiel füllt durch den Mtttelftürmer bas 2. Tor und wenige Augenblicke später bringt ein Prachtschutz des Halbrechten den 3. Erfolg. Da- mit war das Spiel entschieden, durch einen 11 Nieter kann B. f. B. wodl noch ein Tor aufholew aber die Niederlage nicht mehr abwenden. Das Spiel war etwas zu massiv. Der stärkere An' griff brachte die Entscheidung.

Ruder-Sport. Am Sonntag, 1. Aug., findet in Gießen aus der Lahn die 32. Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes unter Leitung des RuderllubsHe^lia" statt. Ter Regatta- ausschutz bat mit ben Vorarbeiten begonnen, feie, wie in früheren Zähren, zu einem würdigen sport­lichen ^Ereignis gestattet werden soll. Es sind zehn Rennen ausgesck>rieben: 1. Gasd-Vierer, Ehren­preis : 2. Junior Einer, Ehrenpreis: 3. Anhänger- Vierer, Ehrenpreis: 4. Senior-Vierer, Verbandst preis: 5. Junior-Achter, Ehrenpreis: 6. Senior- Einer, Lahnpoval; 7. Junior Vierer, Tamenpreis; 8. Senior-Vierer, Wanderpreis der Stadt Gießen; 9. Ermunterungs-Vierer, Ehrenpreis: 10. Grvtzer-

Arrs Hessen.

Finanzausschuß.

RMK. Darmstadt, 6. Juli. Parlamen­tarisches. Die Beratungen des Finanzausschusses des Landtages werden heute unter Vorsitz des Abg. Eisnert fortgesetzt und zunächst Kap. 6 Braunkohlen- und Kraftwerk Ludwigshoffmmg be- prochen, das ein erfreuliches Bild zeigt und ge­nehmigt wird. Nicht so erfreulich liegen die Ver­hältnisse bei Kap. 9: Salinenwerk, Badeanstalt und Tiefbauamt Bad-Nauheim und Bad Salzhausen. Dieses Kapitel gab trotz der ganz bedeutenden Aufwendungen für ben Staat eine erfreuliche Einnahmequelle. Die hohen Ge­hälter und Löhne, die Kosten für musikalische und andere Vevanstaltungen, die Unterhaltung der Parkanlagen, Ausgaben für Materialien sind der­art gestiegen, datz kein Ueberschutz mehr vorhanden ist, eine Zubuhe aber gerade noch ver­mieden wird. Ganz bedeutend sind auch die Auf-

Das Da ist die letztwillige Verfügung der verblichenen Gräfin Elena di FranSipam. Ich habe es vor wenigen Tagen im Paläste erntest, und es wurde in aller Form von der Gräfin Maria und Ellen Hyde, der englischen Wärterin, als Zeugen, unterzeichnet. Der Wortlaut ist sehr einfach und lautet dahin, datz das gesamte Eigen­tum der Verstorbenen an Sie übergeht. Dieses Eigentum besteht aus wertvollen Gütern iu Rom, verschiedenen Landhäusern und Grundbesitz in Frascati, Albano und anderwärts, außerdem Wert­papieren, die ans verschiedenen Banken nieder- gelegt sind. Eine besondere Klausel bezieht sich auf ein gewisses, versiegeltes Paket, das sie, so viel ich weiß. Ihnen zur Verwahrung Übergeben

er mir, datz alle Vorbereitungen für das stille Begräbnis der Gräfin Elena in der Familien­gruft der Frcmgipani, das am nächsten Morgen stattfinbm sollte, getroffen feien; daß die Gräfin Maria an dem heutigen Tage don Palast verlasse, um in das Hotelde Russie" überzufiedeln; datz sie mit dem Erbgrasen keinerlei Mitteilungen ans- getaufd# habe; letzterer liege, wie es heiße, schwer- tranf in einem anderen Flügel des Palastes bar» weder und leide sowohl an allgemeiner Schwäche

Das Diätengesetz für die Reichstagsabgeord­neten gelangt sodann zur Verhandlung.

Der Geschäftsordnungsausschuß hat insofern eine Aenderung eintreten lassen, als für die un­entschuldigt Fehlenden 50 Mk. statt 100 Mk. von bet Entschädigung abgezogen werben sollen (§ 3).

Berichterstatter Dr. Spahn (Z.) beantragt die möglichst debattelose Annahme.

In der Einzelberatung eröärt sich der Abg. Ledebour (USP.) gegen ben § 3.

Der § 3 nrirb gegen die Unabhängigen ange­nommen, ebenso der ganze Entwurf.

Desgleichen wird der Gesetzentwurf über die ?lbwendimg der Meistbegünsttgung auf nichtmeist- begünfiigte Länder ohne jede Debatte in allen drfi Lesungen angenommen.

Zum Gesetzentwurf über die vereinfachte Form der Gesetzgebung für die Zwecke der Uebwgangs- wirtschaft verlangt

. Frau Zietz (US.) genaue Prüfung dieser wichtigen Angelegenheit, die in der Kommission

11 Uhr soll die Regierung geladen werden.

Das Schicksal des Alicevereins.

Abg. Frau Bier au u. Gen. (D. Vp.) haben folgende dringliche Anftagc im Landtage einge­bracht.

Betr.: Mice-Verein für Fraucn-Bildung und Erwerb. Ist es der Regierung bekannt, datz der Mice-Verain für Frauen-Bildung und Erwerb" seine technischen Seminare und sachgewerblichen Kurse (Alice-Eleonorenschnle) auslösen und fämfr liebe in diesen Anstalten bfichäftigten Lehrerinnen entlassen mutz, tveil der Verein nicht in der Sage ist, die Forderungen der Lehrerinnen auf völlige Gleichstellung ihrer Bezüge mit den Lehrerinnen der städtischen Schulen für die Zukunft zu ge- nährleisten, wenn nicht Staat und Stadt sich be­reit erklären, die Fehlbeträge zu beefen? Was gedenkt die Regierung zu tun, um das Weiter- bestehen der segensreichm Anstalt im, Znteresft bev Ausbildung der technischen Lehrerinnen, so­wie der beruflichen und häuslichen Ausbildung der weiblichen Jugend Hessens zu ermöglichen? Was ' gedenkt sie zu tun, um den berechtigten For­derungen der beteiligten Lehrerinnen entgegen zukommen? *

rnt. Darmstadt, 5. Juli. Die Bereinigung der Reichsl-eamten in Darmstadt hielt am Sonn­tag nachmittag im Lokale zum Feierabend eine gntbesucyte Versammlung ab, in der mit Rücksicht auf die durch die Besioldungsordnung mancher Gc- meinden jetzt erfolgte Besserstellung der Gemeindebeamten jetzt eine Gleichstel­lung der für das Reich, Post usw. tätigen Be­amten verlangt wurde.

Hochschulnachrichten.

Keim Schließung tret Marburger Universität.

In der gestrigen Sitzung der Preutzischcn LMrdesversammlung beantworteten Regierungs- vertteter eine Anftage, wonach die Gerüchte von einer beabsichtigten Schließung ober Verlegung der Uni ver sität Marburg jeder Grund­lage entbehren. Tie neuesten Studentenausschüsse werden jetzt schon nach dem Verhältniswahlsystem gewählt.

Der Grundbesitz wird sobald als ttmlich flüssig gemacht werden, fuhr er fort, aber wenn Sie in der Zwischenzeit Geld

Ich unterbrach ihn.

Heilaer Gott, nein! Diese Nachricht ist ja betäubend. Warum hat denn die alte Dame afl das mir vermacht?

Sie sagte etwas von Ihrem Vater.

Ah so!

Und sie sagte auch, daß Sie ein Sohn seien, der feinem Vater alle Ehre gemacht habe, und daß Sie sehr freundlich gegen sie gewesen seien.

Ehe ich noch etwas erwidern konnte, fuhr ec fort: Die Gräfin Maria hat mich gebeten, Ihn«r mitgu teilen, daß sie nach dem Begräbnis bet Ihnen vorsprechen wird, und daß sie wünscht. Sie*h- ten nach England zurückkehren, sobald es Ihnen der Arzt erlaubt.

Damit drückte er mit warm die Hand und

Deutscher Reichstag.

(9. Sitzung.)

Berlin, 6. Juli 1920.

Aus der Tagesordnung stehen zunächst An- fangen.

Abg. Hoch (S.) fragt, ivie wett die nach der Rckvolufivu ringe leitete Untersuchung in der An­gelegenheit der Veröffentlichung des. .vorwärts" Ium 6. März gediehen sei, der zufolge ein Zen- tnnnskibcejrtnrrtrr im Unterausschuß für Handel irrtb ©auerbe im Jahre 1917 berichtete, daß das Reich durch die großen Eisen- und Stahlinimstricl- leit um Hundert, von Millionen geschädigt worden fei. Obwohl diese sich loeigerten, die verlangten SelbstLostenauÄvcise vorzulegen, habe ihnen die Kriegsvohslofsgefellfchast stets höhere Preise bewil­ligt. Hel ss.-iich iDcrbe ass Mitwisser genannt, des­gleichen Dr. Vögler von der Deutsch-Luremburgi- schen Aktienq.?sellscho ft, der Vertrauensmann der Kriegsrohstossgesellschäft für Preisfragen war.

S nif:eri<tb rcTor Me ser erwiderte, bie Vor­gänge leu-n der Regierung bekannt. Eine Denk­schrift sei darüber dem Parlament zugegangen und mitzerbem den Interessenten Einsichtnahme in die Allen in dem Untersuchungsausschuß gestattet wor­den. Auf neu?, im Oktober 1918 erhobene Angriffe sei eme neue Kommission gebildet worden, deren Ergebnisse dem parlameniarischeu Untersuchungs- ausschütz vorgelegt worden seien. Was weiter dar­aus geworden, sei, sei der Regierung nicht bekannt.

Abg. Deglerk (D.«N.) fragt, weshalb die Mrneralölversorgungsgchellschaft noch 996,50 Mk. für 100 Kilogramm Benzin verlange, währetrd ameriLrinsck-es Benzin zum Preise von 2,77 Mk. für das Kilogramm in Hamburg zu haben sei.

Ein Regirrungs^ommisiar erwiderte, der Preis eittsprecke im allgemeinen dem Weltmarttpreise.

Tie Teutschnatiionalen Abg. Mumm u. Gen. fragen nach der Rückbefördenrngi ber in Sibirien und Mittelasien weilenden Kriegs- und Zivil- gefangenen.

Reichskomnrisiar Stückten erwidert, bie aus Ostosien zu ermartenten Gefangenen seien zum Teil scton Trier, zum Teil schon unterwegs. Ieven- salls sei bie Gegend östlich, des Baikalsees bereits geräumt. Was die Gefangenen aus Sibirien west­lich des Baikalsees betreffe, so sei hier das Rote Kreuz mit ber Vermittlung besaßt.

Unter .Hinweis auf die Tatsache, datz nunmehr bereits sieben Minister im Ausland weilen und die Einberufung ber anderen ebenfalls zu erwarten, sei, teilt Präsident Löbe mit, daß ihm anheim- gestellt toorfeeit sei, die Reichs tags oer Handlungen bis nach Beendigung der Konferenz von Spaa zu tertagen

Das Haus beschließt demgemäß, setzt die noch auf ber Tagesordnung stehenden Interpellationen ab und schreitet dann zur Beratung des Antrages Allecotte (Ztr.> über Ergänzung zum Gesetz über Steuerabzug vom Arbeitslohn.

Abg. Allecotte (Ztr.) begründet den An­trag, dessen Tragweite darin besbeht, .bei Einkom­men bis zu 15 000 Mk. für jeden Arbettstag 5Mk. steuerfrei zu lassen und für jede zur Haushaltung des Arbeitnehmers zählende Person täglich 1,50 Mark. Andererseits soll bei Einkommen von 1530 000 Mk. der Steuersatz auf 15 Prozent erhöht werden usw. stufenweise, bis bei Einkom­men von 500 000 Mk. an 50 Prozent erhoben werden.

Abg. Eichhorn (USP.): Seine Partei lehne ben Antrag ab. Nur die völlige Aushebung der Steuern könnte hier helfen.

Abg. Dr. Braun (Soz.) stimmt für feine Partei für den Eintrag.

Es entspinnt sich eine Auseinandersetzung zwi­schen Sozialdemokraten und Unabhängigen über das, was im Ausschuß gesagt ober nicht gesagt worden fei. Diese Erörterungen werden noch in einer Reihe persönlicher Bemerkungen fortgesetzt.

Der Gcsetzentwurs wird sodann in allen drei Lesungen angenommen.

Mainzer RegattadeSSüddeut^ schen Ruderverbandes. In Mainz ver­anstaltete am Sonntag der Süddeulsciie Rirder- ixrbanb eine Regatta, die unter Lettung des dortigen RuderllubsFortuna" stand und einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Senior- Einer. (Meisterschaft vom Rhein, Wanderpreis.) 1. Mainzer R.-M. ,,F-ortuna" (I. Muhrj 9:04.4, 2. R.-G.Undine^ Rüsselsheim (G. Bräuttaam) 9:31.8, 3. Gießener R.-Kl.Hassia" (Hch. Jödt) 9:40.8.

a. Dornbolzhausen, 5. Juli. Geste« feierte der hiesige Turnverein, welcher im vorigen Sommer gegründet wurde, fern Stis-. tungssest, verbunden mit Schauturnen. Die Turn­vereine der Nachbargemeinden Oberlleen, Ebers­göns, Niederlleen, Hochelheim und Hörnsheim nahmen an dem Feste teil.

Damit legte er ein Papier, das zum größten Teil aus Stempelmarken zu bestehen schien, ben Nachttisch, der neben meinem Bette stand.

Zwer Tage später, als ich mich den Umftän- ben entiprechend wieder einigermaßen erholt hatte, ließ sich Signor Onelli bei mir melden. Es ftel ..hu, uuimi iiai, cyc «.u- ytu sanv, oem 1 mir auf, daß er mich mit sehr großer Ehrerbietung Evtotz ganz zu entgehen. Aber ich habe ihm den I bebandelte; vor allen anderen Dingen erllärte

25 Jahre Mnderkirchc.

ch Lich, 4. Juli. Heute konnte die verstorbenen Kirc^nrat und Stiftsdechanten Klingelhöffer ins.Leben gerufene Kinberkirche ihr 25jähriges Bestehen feiern. Von der Kirche aus zog eine stattliche Kinderschar mit den Geist­lichen, Helferinnen unb Angehörigen im Festzuge nach dem nahen H ö h l e r, wo die Festgemeürde bei schönstem Wetter wirllich schöne Stunden ver-

heimtückischen Arm in Stücke gebrochen und den Schurken selber in den Brunnen geschleudert. Dort habe ich ihn schlammschluckend sitzen lassen. Ich denke, Pasquale wird ihn herausftschen, und Sie, Doktor, können ihm den Arm einrichten.

Das geht in einem hin, sagte er. Und nun reden Sie nicht weiter! Ich werde Sie sofort in Ihr Hotelbegleiten und zu Bett bringen. Dort kann ich Sie bann besser bebanbefrt.

Mer, sagte ich die arme Gräfin Gena ist gestorben imb vielleicht wird diese Dame da das Bedürfnis

Sie hat mir ein Bekchrsnis, sagte die Gräfin, daß Sic fofo-rt mit dem Doktor weggehen und sich um nichts Wetter kümmern sollen. Zch werde mit der Wärterin zurückbleiben und mit Herrn vndlte Hilfe alles Nötige selber anordnen. Jetzt, bitte, tun Sie mir ben Gefallen und gehen Sie! Ich bin überzeugt davon, daß Sie mir nicht auch noch Kummer bereiten wollen, indem Sie meinem ernstesten Wunsch nicht Folge leisten!

Zetzt blieb mir nichts mehr übrig, als zu gehorchen. Eine Stunde später lag ich in meinem Bett im HotelMinerva".

67, Stellvertretungskosten, 68, Postgebühren, 69, Hochbauwesen, und 70, Geologisches Landesamt, werden nicht beanstandet. Bei Kap. 71, Kreisgeo­meter, wird darauf hingewiesen, daß die Städte­verwaltungen in einer Eingabe an die Regierung das Ersuchen gerichtet haben, dah bei einer Ver­staatlichung des Kreisgeometerwejens das Selbst­verwaltungsrecht an bie Einrichtung nicht ge­schmälert wird, sonbern daß die Städte ihre eignen Vermessungsämter ffeibehalten können. 72, Verwen- dungsgelder für landw. Zwecke, wird genehmigt. In Kap. 73, Landw. Unterricht und Versuchs- tvesen, wird mitgeteilt, daß j>ie Absicht besteht, in den Kreisen Erbach, Heppenheim und Offen­bach für die Provinz Starkenburg, in ben Kreisen Singen, Alzey und Oppenheim für Rheinhessen, und in beit Kreisen Lauterbach , Bübingen und Gießen für Ober Hessen je eine, zusammen neun neue landw. Winterschulen zu errichten, wozu neun Lebrerftellen angefordert werben. Die Schaffung dieser Schulen wirb vom Ausschuß begrüßt, es Jett aber bie Regierung gefragt werden, ob diese Schulen auch erhallen bleiben können, im Falle für die Landwirtschaft wieder ungünstigere Vevhälttiisfe eintreten. Bei Kapitel 74, Bvdenverbesierung und Wasserversor­gung, wird die wettere Beschleunigung der Feld­bereinigung gewidert. Kapitel 75, Förderung ein­zelner Zweige der Landwirtfck)ast, färbet keine Be- anslmrdung. In Kapitel 76, Landwirt schuf tskam- mer, wird das Auftreten, der Maul- und Klauenseuche eingehend besprachen, besonders Aufflärung über die Bekämpfungs mittel unb Fest­stellungen über ben Umfang des Schadens verlangt. In Kapitel 77, Lrndesarbeits- und Wirtschafts­amt, soll vor der Anstellung ber neuen Refe­rentin für Frauenangelegen heiten dem Ausschuß und den Fraktionen Gelegenheit ge­geben werden, sich über die in Aussicht genommene Tätigkeit ber Dame zu unterrichten. In den wei­teren Kapiteln 78, Stellvertreter- und Mffichts- Doften, 79, Postgebühren, 80, Hochbauwrfen, 81, Förderung der Wohirungssürsorae, 82, ReichSver- stckerung, 83 Soziale Krie^beschädigtsn- unb KriegshmteMiebenenfürfvrgie, 84 För- beumg des Arbeitsnachweises, 85 Lanbes- Trebiträffe, 90 Gewerbeaufsicht er­folgen keine wesentlichen Beanstandungen. In Ka­pitel 97 Ministerium der Just» soll von der Re­

tz a g e n, 6. Juli. (WTB.) Während ehtrf stark besuchten Bersammlnna, die ber Internatio­nale Bund der Kriegsbeschädigten unb Kriegs­hinterbliebenen abends in der hiesigen Tonhalls abhielt, um für ben Bölkerfrieden unb Völker­versöhnung zu demonstrieren, flog der in der Nähe des Rednerpultes ausgestellte großeteif<r ne Ofen mit gewaltigem Getöse in die Luft. Die Decke würbe an verschiedenen Stellen durchge­schlagen, sämtliche Fensterscheiben zertrümmert, Stühle unb Tische Äircheinanbergeworsen. Etwa 40 Personen würben verletzt, barunter ehre Anzahl lebensgefährlich. Die sofort vorge- nommene Untersuchung ber Kriminalpolizei eraab, dah im unteren Teile des Ofens neben dem Aschenkasten eine Anzahl Hangranaten- sprengkapfeln verborgen gewesen waren. Man glaubt, daß bie Entzündung durch eine in ben Ofen geworfene Zigarre ober Zigarette ent-

noch einige Ersparnisse erzielen zu können. Auch besteht ber Plan, das alte I nte- rimstheater wieder hririchten zu lassen. Es wird aber zunächst festzustellen sein, ob dafür ein Bedürfnis vorhanden ist. Die weiteren Kapitel 23, Provinzialbirektionen und Kreisämter, 24, Gen­darmerie, 25, Polizei, 66, Landesernährungsamt,

Weigel, konnte nur im Eiserschen Saale sprechen.

Die Sammlung des Tages zur Deckung ber Un- > vai jurai \ Kosten wies über 260 Mk. auf. -Y- I standen ist.

rm. Darmstadt, 6. Juli. Geheimer Reg.- Rat Prof. Fr. F r e s e in Hannover wurde in An­erkennung seiner hervorragenden Verdienste als Forscher unb Lehrer aus dem Gebiete ber Hydrau­lik von ber Techn. Hochschule in Darmstadt