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6. Juli. (WTB.) Wie das Sblxib" aus Spaa meldet, fan-

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Nominierung öes Senators Lox.

9? e u t) o r t, 6. Juli. Der Gouverneur des Staates Ohio, C o x, ist vom Konvent in San Francisco als Präsidentschaftskandidat der demokratischen Partei ausgestellt worden.

Mgemeen Handelsblad" aus Spaa meldet, fan­den gestern spat abends noch Besprechungen

unparteiisch.

Haag, 6. Juli. (WTB.) Wie aus London ge­meldet tvird, wurde Lord Birkenhead nach Spaa entboten, ebenso Jules C a m b o n. Beide sollen lautNicuwe Courant" den Vorsitz im Aus­schuß für Kriegsbeschädigte übernchmen.

die Sitzung zu Ende. Die deutschen Delegierten verließen das Schloß, vor Dem sie einen Augen­blick verweilten, um den von allen Seiten aus sie gerichteten Apparaten die Möglichkeit einer Auf­nahme zu geben. Sie begaben sich dann sofort in das Hotel Anette de Lublin, um ihre Minister kollegen von dem Ausgang Der Verhandlungen zu unterrichten. Bald darauf füllte sich der Vorraum des Hotels mit ausländischen Journalisten.

^verbänden Regelungen bleiben dnung nicht -u ändern

e mch einem 920 Anzeige mein Eigen-

Berlin, 6. Juli. (WTB.) Reichsjustizmini- ster Tr. Heinze ist deute abend z>ur Teilnahme an der Konferenz in Spaa abgereist. In seiner Begleitung befindet sich Reiäzsamvalt Richter.

Berlin, 7. Juli. In einer Unterredung mit dem R e i ch s j u st i z m i n i st e r, die ein Pressevertreter hatte, sagte Dr. Heinze: Die En- tentc wiro Aufklärung darüber haben wollen, wie­weit die U n te r su chn n gge ge n di e Kriegs- Verbrechen ^vorgeschritten ist. Wir haben ge-

Älus dem Keirfje.

Berlin, 6. Juli. (WB.) Die,Gewerkschaften der Arbeiterorganisationen veranstalteten heute nachmittag im Lustgarten eine Arbeitslose n- kund gebun g; es sprack-en etiva zehn Redner, meistens Unabhängige. Als der Mehrheits- sozialist Krüger eine gemäßigte Ansprache hielt, kam es zu einer allgemeinen Prügelei.

Berlin, 5. Juli. (WB./ LautBert. Lok.- Anz." sind gestern in Berlin der Fül-rer des Freikorps Anlock, Oberleutnants Don An­lock und zwei weitere Offiziere des Korps ver­haftet worden auf Grund eines Haftbefehls, den der Staatsanwalt in Breslau infolge verschadener Anzeigen über Mißhandlungen von Zi­vilpersonen durch das Freikorps während der Märzunruhen in Breslau gegen die verhafteten Offiziere erlassen hat. ~ ,

Karlsruhe, 6. Juli. (Wolff.) Im Laute der gestrigen Demonstration vor dem Rathaute gegen die hohen Lebensmittel preise wurde aus der Arbeiterschaft eine Kommission gebildet, um in Verbindung mit dein Stadtrat die Lebens- mittelpreise auf ein erträgliches Man zurückzu- setzen. Heute vormittag trat die ebenfalls aus der Arbeiterschaft gebildet- Marktkontrolle in Tätig­keit und setzte die Preise für Gemüse und Obst teil, welche bis zu 50 Prozent heruntergingen. Em Teil der Menge zog vor die Kaufhäuter Gefchw. Knops und Tietz, um hier ebenfalls eine Senkung der Preise zu veranlassen.. Zu Ausschreitungen ist es nicht gekommen.

Aus dem Reichsrat.

Berlin, 6. Juli. (WB.) In der heutiges öffentlichen Sitzung des Reichsrats, die vom Post­minister GiesbertS gelt itet wurde, gelangten zur Annahme vom N o t e t a t der Haushalt des Mi­nisteriums für Ernährung und Landwirtschaft, des Rechnungshofes, des Reich-ssinanzministeriums, des Reichswehrministeriums. Tas Diätengesetz für den Reichstag wurde nach den Beschlüssen des Reichstages angenommen.

estelle, Ge- veremiMg

einem Be- Mgmsse je

unb Gerste, , Verarbeiter i bei für den Iber die Ber- itsnahme von t.

sind die an- die im § 77 inb beschlag- die zu dieser mb bcschlag- ig abg.'liefert

Vmäte an an Händler, Maßgabe dn gen über die

Verordnung, sie bcschlag- (§ 76 Abs.Ä nten und Der :e der Reichs- cfern. Tie irn Seschlagnahme en.

blatt.)

A das fei' al5 ^Itreide- 1.Wuä weiter

nehmen können, daß die militärische Frage an erster Stelle in Spaa besprochen werden würde. Es sei zweifelhaft, ob wir bis morgen vormittag in der Lage sein würden, bestimmte Pläne vvr- zulegen.

Lloyd George erwiderte, man werde den deutschen Vertretern genügend Zeit lassen, und Ministerpräsident Delacroix setzte darauf die nächste Sitzung auf Mittwoch Vr4 Uhr nach­mittags fest.

Balona.

Paris, 7. Juli. (WTB.) Die italienische Gesandtschaft ist in der Lage, die über die Ein­nahme von V a l o n a durch die Albaner umlaufen­den Gerüchte in formeller Weise zu dementieren. Die Kämpfe der türkische» Nationalisten.

Amsterdam, 7. IM. (WTB.)D.'ckly Mail" meldet aus Konstantinopel vorn 5. Juli: Revolutionäre Truppen haben am asiatisckten Ufer des Bosporus die gegenüber dem Hauptquartier der Alliierten liegende Ortschaft Baicos besetzt. Bei den anschließenden Kämpfen mit englischen und griechischen Truppen grift'die englische Flotte ein und bombardierte die türkischen Stellungen die ganze Nacht hindurch. Batcos befindet sich in den Händen der Aufständischen. Die Alliierten haben sich zurückgezogen.

Deutsche Gefangene in Frankreich.

Paris, 6. IM. tWTB.) Nach einer Bc- mer'kung der Agentur Hävers über die Nachricht Der

«7 aus Brot- mngs- ober Met, sie

-0. August cii. Vorräte, länger un- banb anzu-

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Vorstand

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Neuregelung der Steuerabzugs.

Berlin, 6. Juli. (Wolfs.) Der Steueraus­schuß des Reichstags beschloß, die Bestimmung über den lOprvzentigen Steuerabzug dadirrch zu mildern, daß für Wochenlohnempfänger 30 Mk. und für jedes Kind außerdem 10 Mk. wöck)ent- lich, für Monatslohnempfänger 125 Mk. und für jedes Kind 40 Mk. monatlich außer Berechnung bleiben. Uebersteigt aber der Arbeitslohn oder das Gehalt 15 000 Mk., so sind bis 30 000 Mk. Einkommen 15 Prozent und von 30 00050 000 Mark 20 Prozent abzuziehen. Die Abzüge stcig'M bei höheren! Einkommen bis zu 50 Prozent.

Berlin, 6. Juli. (WTB.) Der Reichs­tag nahm in allen drei Lesungen einen Gesetz­entwurf an, nach dem gemäß den schon gemeldeten Beschlüssen tr?y Haush^tANgsaLlssckrls es der 10- prozentige Steuerabzug bei den kleineren Ein­kommen gemildert wird, bei Löhnen und Ge­hältern über 15 000 Mark aber 15 Prozent und mehr in Abzug kommen. Die Bestimmungen sollen am 1. August in Kraft treten.

Vie Nonserenz von Spaa.

Spaa, 6. Juli. (Wolff.) Havas. Der zweite Vormittag der Konsevenz von Spaa verlief ruhig. Es fand keine Sitzung des Obersten Rates statt. M i l l c r a n d empfing den Präsidenten der Kom­mission für Obersästesien, General Lerond, der heute Nacht in Spcva angekommen ist. Er beriet ferner mit Dubois und Cheysson von ber SBicDet- machungskomunssion. Die Finanzsachverständigen prüfen die itMenische Note über die Vertei­lung der deutschen Entschädigungs­summe. Auch die militärischen Sachverständigen werden sich unter Fochs Vorsitz versammeln.

ReichSivehrniii ister Dr. G e ß l e r und General v. Seeckt werden heute mittag 2 V? Uhr hier er­wartet. Damit sie sicher an der auf 3r/2 lUyr einberusenen Sitzung triliLebnkn können, werden sie im Automobil in Llachen abgeholt. Der eng­lische Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon, und der Botschafter in Paris, Lord Derby, werden heute nachmittag erwartet.

Spaa, 5. Juli. (WTB.) Tie zweite Sit­zung der Konferenz wurde heute nachmittag 41/2 Uhr eröffnet. Es fanden sich zahlreiche m ilb- tiärische und maritime Sachverstän­dige ein. Tie Ankunft des Reichstvehrministers G e ß l e r, der sich allein in einem Auto befand, wurde fast nickt bemerkt, dagegen fiel die des Generals von Seeckt auf, der von drei deutschen Offizieren in grau grünen Uniformen begleitet war. Tie Sitzung nahm alsdann sofort ihren Anfang.

Die (Entwflfinungsfrage.

Spaa, 6. IM. (Wolff.) Die zweite Sitzung der Konferenz, an der von deutscher Seite Reichskanzler Fehrenbach, Minister des Aeußern Dr. Simons, Reichswehrminister Dr. Geßler und General v. Seeckt teilnahmen, wurde kurz nack V2Ö Uhr durch den Minifter- präsidenten Delacroix mit der Frage eröff­net, .welches Mitglied der deutschen Delegation den Auftrag habe, die Note der Entente in der Frage der Entwaffnung zu beantworten. Der Reichskanzler entgegnete, daß Reickswehrminister Dr. G e ß l e r dazu bereit sei. Reichswehrminister Dr. Geßler ging sofort in längeren Ausführungen auf die ganze Enttvafftnrngssvage ein und schil­derte den geg-mwärtigen Zustand. Unser Heer sei noch 200 000 Mann stark. Das Material sei ziemlich vollständig abgegeben, n>enn auch über einzelne Punkte der Abgecke noch Differenzen mit den militärischen UeberwachungskomMissionen be­ständen. Die 200 000 Mann seien für die deutsche Regierung eine unumgängliche Notwendig­keit. Sie stellten das Minimum dessen dar, was wir brauchten angesichts der politischen Unruhen, die immer wieder zum Ausbruch kämen. Die wirtschaftliche Depression, das Heer der Arbeitslosen, das durch neue Entlassungen weiter vergrößert würde, die Kriegsbeschädigten, die Flüchtlinge aus den abgetretenen und be­setzten Gebieten, die Schwierigkeiten, die wir mit Der Eintreibung der neuen Steuern hätten, das alles mache eine starke Ndacht in der Hand der Regierimg notwendig. Auch sei die Regierung wegen des Schicksals der 20 000 Offizi^e, die von der Entlassung betroffen würden und deren Absichten niemand kenne, in starker Sorge. Unter den obwaltenden Umständen halte er die deutsche Regierung außerstande, die Wehrmacht weiter zu- rückzu schrauben

Darauf ergriff Lloyd George das Wort und stellte die Punkte zusammen, in denen die Alliierten Deutschland Nichterfüllung des Friedensvertrages in militärischen Dingen zum Vorwurf machen, insbesondere, daß die Reichswehr statt ICK) 000 200 000 Mann umfasse, und daß Deutschland statt der ihm zugestandenen 2000 Maschinengewehre 50 000 habe, statt der ihm zu­gestandenen 280 Geschütze 12 000; an Gewehren habe es zwar 1,5 Millionen abgeliefert und die välltc davon bereits zerstört, es unterliege jedoch utnem Zweifel, daß noch außerordentlich große Bestände in den Händen der Bevölkerung leien. Was gedenke die deutsche Regierung zu tun t . habe sie bereits getan, um diese Gewehre ben Allnerten auszuliefern? Der Besitz der Ge­wehre sei em politisches Gefahrmoment von außer­ordentlicher Schwere. Ihm gegenüber sei es ver- bältnismäßig gleichgültig, ob die Heeresstärke 100 000, 200 000 oder 300 000 Mann betrage Diese Gefahr Nwllten die Alliierten nicht mehr länger laufen und auch für die deutsche Regierung sei dieser Zustand höchst bedenklich. Was gedenke Bie deutsche Regierung dagegen zu tun? Es fehle ihr entweder am guten Willen oder an Macht. Die Alliierten erwarten von der deutschen Regierung bis morgen vormittag be­stimmte Erklärungen, wie sie die Auslieferung oieser Waffen und die Herabsetzung des Heeres auf 100 000 Mann bewerkstelligen wolle.

Reick)skanzler Fehrenbach betonte hierauf in sehr ausführlichen und lebhaften Darlegungen die Schwierigkeit der Aufstellung eines wei­teren Planes. .Wenn die Alliierten Deutschland Vertrauen schenkten und ihm die nötigen Machtmittel belassen würden, daim würde sich die Auslieferung der Waffen uni) die Herabsetzung des Heeres leichter- bewerkstelligen lassen. Er mache auch darauf aufmerksam, daß die Erfüllung der Wiedergut machungssorderungen der Alliierten von bem Bestehen einer genügend großm Wehrmacht in Deutschland abhängig sei.

In scharfer Weise nwiderte daranf Lloyd 1 ßforflc, daß die Alliierten klare Daten imö l Sötern uwllten. Die Konferenz von Spaa, die er SmgcIcibU habe, habe es für ziveckmäßig gehalten, sich geschäftlick zu unterhalten; der Austausch von Noten habe feinen Zweck mehr.

Minister Tr. Simons erwiderte sofort, daß wir nach Lage der Dinge nicht hätten an-

zwischen Llöyd George, Millermck, Sforza und Telacvoix sbatt, bei denen letzterer mitteilte, Bel­gien werde die 8 Prozent, die ihm aus der Brüsseler Konferenz als Anteil an der deut­schen Entschädigung zugesagt wurden, als ange­messen ansehen, wenn Belgien bei der Bezah­lung von Deutschland das Vorrecht erhalte und wenn der Goldsrank mit der Gold mark gleichgestellt werde. «Wie dasAlgemeen Handels blad" hinzu- sügt, 'bat sich Lloyd Goorge mit großem Nack)druck den beiden belgischen Forderungen iviberfeV-t, wor­auf die Besprechung unvermittelt ab­gebrochen worden sei. Im Zusammen'hang mit dieser Frage sei der französische Finanzministier in der Nacht im Extrazug nach Paris abgereist.

Amsterdam, 6. Juli. (Wolff.) Ter Korre­spondent derTimes" meldet seinem Blatte aus Spaa, daß die Alliierten, bevor sie nachmittags die Verhandlungen mit den deutschen Delegierten fortsetzen, vornnttags untereinander beraten wer­den. Nach dem Korrespondenten derTimes" soll in der nächsten Sitzung entweder die tür­kische Frage zur Besprechung kommen oder die Frage der Entschädigung von neuem behandelt werden. Diese Frage sei gestern von Lloyd Ge­orge wieder angeschnitten worden, der der bel­gischen Regierimg einen neuen Vorschlag über den belgischen Teil der Entschädigung gemacht haben soll.

Der Eindruck der ersten Besprechung.

Berlin, 7. Juli. Der Eindruck, den die 4'/»stündige Sitzung von gestern nachmittag in Spaa hinterließ, war, wie derBerl. Lokalanz." berichtet, der, daß die Konferenz ein ern stes Stadium erreicht habe. Am Beginn der Sitzung habe es so cmsgesehen, als ob die Ver­handlungen überhaupt abgebrochen wür­den, da Lloyd George die Rede des deutschen Reichswehrministers so verstand, als ob Deutsch­land den Vertrag von Versailles nicht erfüllen wolle., Der Außenminister Simons habe dann die Situation gerettet, indem er die Erllävlmg abgab, daß Deutschland ja den Vertrag erfüllen nwlle, daß man nur einen gemeinsamen Weg finden müsse. Eine zwei te s ch a r fe Z u spi tz- ung erfolgte, als Lloyd George die Ausführungen des Reichskanzlers damit beantwortet, daß er scharf erklärte, die Alliierten wollten endlich klare Daten und Ziffern sehen. Er wün­sche Tatsachen und zwar bis zu einem bestimmten Termin. Minister Simons erttri bette, daß er nicht bestimmt sagen könne, ob wir zu dem festgesetzten Termin, nämlich heute vormittag, diese Ziffern liefern könnten.

Dem Berl. Tageblatt nrirb aus Spaa berichtet, es würden sehr umfangreiche Anstreng­ungen gemacht, um eine Atmosphäre des Mißtrauens und der Verdächtigung gegen Deutschland zu schaffen. In keinem Moment seit dem Waffenstillstand sei der Druck der Deutsch­land feindlichen (Elemente in England und Frank­reich so stark gewesen, wie jetzt.

Wie der Vorwärts von gut unterrichteter Seite hört, endete die zweite Sitzung von Spaa ohne Einvernehmen. Das Programm des Reichswehrminifters scheine keinen Beifall gefun­den zu haben.

Paris, 6. Juli. (WTB.) Der Sonderbericht­erstatter desJournal des Debats" meldet aus Spaa, in der heutigen Sitzung rooUten die Alliier­ten sich versichern, daß die A b s i ch t e n Den t s ch- lands seinen Erklärungen entsprechen. Die Zu­kunft der Konferenz von Spaa werde also wahr­scheinlich von dieser Sitzung abhängen und nach ihr würden sich die Mliierten entscheiden, ob sie die Diskussion fortsetzen würden.

Line (Erllärung Zehrenbachs.

Spaa, 6. Juli. (Wolff.) Reichskanzler Feh­renbach empfing gestern nachmittag die an­wesenden Vertreter der deutschen Presse und etiua 60 ausländische Journalisten. Er erklärte ihnen:

Die Hoffnungen und Ziele der deutschen Delegation faßte ich bereits in Berlin in meinen beiden letzten Reichstagsreden zusammen. Wir sehen die Konferenz in Spaa nicht unter natio­nalem, sondern internationalem Gesichts­punkt. Der unglückselige Krieg hat überall Ver­wüstungen angerichtet, nicht nur da, wo die Kriegs­furie tobte, sondern überall, auch in Deutschland. Wir sind bereit, ehrlich am Wiederaufbau der Welt zu arbeiten und zu unserem Teile, soweit dies im Bereiche der Möglichkeit liegt, den Vertrag von Versailles zu erfüllen. Was uns zu er­füllen unmöglich erscheint, werde ich niemals versprechen. Ich hebe das ausdrücklich hervor, weck wir mit gutem, ehrlichen Willen hierher- gefommen sind, den Friedensvertrag zu erfüllen. Das hängt von unserer Leistungsfähigkeit ab.

Unsere Leistungsfähigkeit hängt von einer Reihe von Faktoren ab, auf die ich kurz ein» gechen will. Die Leistungsfähigkeit hängt von der Ruhe im Innern ab. Unser Volk ist durch den Krieg zermürbt, hungert und ist viel fach arbeitslos. Das erklärt die Unruhen, unter denen wir zu leiden haben. Unser Hauptaugenmerk mußte, da alle ein­heimische Produktion nicht ausreickü, davauf gerich­tet sein, Lebensmittel aus dem Ausland zu beschaf-

Meldung unftres Sonderdienftes.

Spaa, 5. Juli. Still liegt das Schloß Villa Freneuse mit seinem herrlichen Park. Hier wohnte einst während des Krieges der frühere Deutsche Kaiser bei seinem Aufenthalt in Spaa. Belgische Gendarmen patrouillieren auf und ab. Der Park ist stark bewacht. Vor Beginn der Konferenz, die hier stattfinden soll, beginnt es vor dem Schloß lebendig zu werden. Joumchisten, Stenographen und Kinooperateure kommen von allen Seiten heran. Nur wenige Neugierige haben sich ein­gesunden. Den Pack bart niemand betreten mit Ausnahme der Journalisten, deren rote Karten vom Generalsekretär der Konferenz überall respek- tiert werden. Ei« Blick durch daS Fenster zeigt u. a. den Konserenssaal, den bekannten grünen Tisch in Hufeisenform, an dem verhandelt lverden soll. UmV-U Uhr fährt das erste Auto vor, dem der französische Ministerpräsident Millerand und die Mitglieder der französischen Delegation entsteigen. Punkt 11 Uhr treffen die Autos mit den deutschen Delegierten ein, denen die drei Minister mit ihren Sekretären entsteigen. Jacgueyiin, der General­sekretär der Konferenz, begrüßt sie und begleitet sie ins Schloß. Um 11 Uhr eröffnet der belgische Ministerpräsident DelamM die Sitzung. Die vom Obersten Rat festgesetzte Tagesordnung wird be­kanntgegeben. Reichskanzler Fehrenbach erllärt, Reichswehrminister Dr. Geßler sei noch nicht ein- aetrvfsen und werde erst morgen erwartet. Die Sitzung wurde hierauf unterbrochen. Lloyd George und Millerand zogen sich zurück. Nach ihrer Rück­kehr in ben Konfercnzfaal gab DÄacroix bekannt, daß die Konferenz sich bis zur Ankunft des Reichs- w^rmintsters vertagen twlle. Um V-12 Uhr war

Frankfurter Zeitung", daß noch deutsche Kriegs­gefangene in Frankreich zurückgehalten werden, be> tvigt deren Zahl noch 150. Sie befinden sich bei­nahe alle im Lager Avignon. Ter größte Teil würde zu land» und fvrsüvinschrftlichen Arbeiten verwendet. Ihr Befinden soll nicht elend sein. Deutsche Delegierte sollten in nächster Zeit das Lager Avignon besuchen und dem PvAidenten der Republik Begnadigsungsgemche unterbreiten, so daß -----c - m** 4 /tr~°cmgencn freigelassen wer-

tan, was wir tun konnten. Die deutsche RLgie- run ist begmüht gewesen, auch in diesem Punkte die von ihr übernommenen Verpflichtungen loyal zu erfüllen. Die Untersrichirngen werden seh nau geführt. Die deutsche Rechtsprechung ist jeher mnstergiltig gewesen. Unsere Richter sind

fen. um unser Volk zu ernähren, und Rohstoffe um unsere Industrie zu besckKftigen. Wenn diese Be- bhtgimgen erfüllt sind, erhoffen wir in Tentsch- lmid ein Wiederausblühen der Industrie, das uns ermöglicht, zu den ungeheuren Steuern auch noch die der W iedergntmachungslastenin gewissem Umfang auf uns zu nehmen.

Am Schlüsse der Darlegungen betonte der Reichskanzler, die P r e s s e habe in Spaa eine große Aufgabe zu erfüllen, und die Menschheit $Mtn ihr dankbar sein, wem: sie zu ihrem Teil am FriedenÄvcrk mitarbeite.

Wir begrüßen mit (Genugtuung, daß wir hier in Spaa Gelegenheit haben, in kontradiktorischen Bethandlungen mit den Alliierten nufere wirt­schaftlich Lage und die sich auS .ihr erg.'beitbe Lei- slungssöhhgi'ei.t Teutsclchands zu bespr^ck-en.

Tas Pwgramm, dos uns heute mitgeteilt wurde, ist ihnen bekannt. Wir sind bereit, wenn ich so sogen darf, unsere Bücher offen auf den Tisch zu legen. Wir werden alles aufzukbärcn suchen, offen und freimütig.

Nach den letzten Roten der Alliierten nähmen wir nächt an, daß die militärischen Fragen zunächst erörtert würden. Wir sahen deshalb dre Anwesen- beit des Reichs Wehrmini st ers und des Ge­nerals von Seeckt erst für später viov-ius. Wir erwarten sie aber schon morgen. Alsbald nach der Ankunft sollen die Berhmrdlungen über die militärischen Fragen stattfinden."

Paris, 6. Juli. (Wolff.) Die Berichterstatter der Pariser Presse sind gestern abend von Feh­renbach empfangen worden, der ihnen erklärte, daß die deutscye Delegation von dem Wunsche ge­leitet sei, zu einem Ergebnis zu gelangen. Die Pariser Presse glaubt jedoch dies in Frage stellen zu müssen. Die Blätter sagen sich, es werde den Deutschen jetzt in Spaa Gelegenheit gegeben, ihren guten Willen zu beweisen. Sie behaupten, die Deutschen hätten sich der Diskussion entziehen wollen. Die deutschen Vertreter hätten versucht, die Einigkeit der Verbündeten auf die Probe zu stellen. Einige Blätter, so namentlich derPetit Parisien" und HasPetck Journal" gebrauchen st>gar das WortObftrukUon , offenbar aber nur, um umso schmetternder von dem Siege der Ver­bündeten zu reden, den diese gestern über die Deutschen erzielt hätten, well bte Vertreter der Verbündeten den Deutschen bewiesen hätten, daß sie Herr der Lage bleiben wollen. DasPetit Parisien" meint, man habe die größte Mühe, an den guten Willen der Deutschen zu glauben. Die deutsche Delegation habe eine große Ungeschicklich­keit begangen, aber sie hätte durch ihr Verhalten die Einhertsfront der Alliierten wi^erhergestellt. Pertinax meint imEcho de Paris", Deutschland versuche auf dem Wege über Kvmmft'swnsberatun- gen die ständige Aufnahme im Obersten Rat zu erwirken. Wenn allerdings der Bolschewismus Warschau bedrohe fragt das Blatt, ob dann nicht die Ententemächte die Zusammenarbeit mit ihren ehemaligen Feinden nötig hätte.

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Nr. 157

Der (Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und F-<er1ags. vezligrprllsc

Monatlich 'Diack 3.60 unb Mk.- 65Trägerlohn, vierteljährlichMack 10 80 undMk.l.95Trägerloyn; durch die Post viertel- jährlich Mark 12. ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Airschlüsse: fürdieSchriftleitung 112; Berlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Vrahtnach« richten: Anzeiger Sichen.

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Erstes Blatt

170. Jahrgang

Mittwoch, 7. Juli 1920

GiekenerAn

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General-Anzeiger für Gberheffen

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