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Zweites Blatt

Montag, 7. Ium 1920

sietzener Anzeiger (General-Anzeige? für Oberhessen)

Nr. X3\

die

Eine Derkedrs-

teln verwendet werde.

Veekehrszw'cke (K^astsHrz-euge), macht die Kraft.

sahrze g e'itz r darauf au Merk am

52

Fortsetzung

^Nachdruck verboten.)

B

B

(Fortsetzung so

und Julia A. aus Eisenach, verschiedenen Strafanstalten,

Verhandlung gegen den 20jährigen August L. Friedberg, den Georg V. von Fulda, Franz

von Frankfurt alle vier aus

von Kr. die wo vor»

Der Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhcssen. Sitzung vom 2. Juni 1920.

sie z. T. hohe Zuchthausstrafen verbüßen, geführt wurden. Eine Kneipe in Frankfurt, in der

W M itn wird niihl andern soll nut ii untergeiteflt rchr. Ängeb. u den Gieh. Anz.

Sport.

= Radsport. Der Okru 9a des Bundes deutscher Radfttlwer hielt am Sonntag den 6. Juni aus der Strecke GierenMarburgDuä>enan uno zurück seine 100-Kilainercr-P,e s astri ab Trotz der kalten, sehr milchigen Witterung stellten «ich dem Starter Gausahrw'.rt Ma x-Gicsen 28 Fahrer ans allein.Teilen des Gaues. Tre erhielten Leisttm-i gen sind trotz der SBittriuig und ^er vurgekom- menen Tefekie sowie durch das sehr hügelige ($>'-* lande als sehr gut zu b frrichnen. In nro ren. 1. E. Noll, Kirchl-arn, 3 Sch. 18 Min., 2 A. Deibel (1885 Gießen) dichtauf, 3. F. Keßler (1885 Gteßen) 3 Sch 19 Min., 4. O. Rüdiger (Ger­mania Gießen) 3 S:d 2115 Min., 5. A. Tapper ,Wieseck) 3 Sld. 24 0 Min.. 6 I. Rritberger (Germania Gießent 3 Sld. 31 Min., 7. W. Müller, Knosdors, 3 Std. 33 Min., 8. K. Bork, Krofdorf, 3 Std. 39 Min., 9. L. Tech, Wiescck, 3 Std. 45 Min., 10. A. Tech, Meseck, 3 Std. 456 Mrn. Senior en. 1. Gg. Zöll (1885 Gicßen) 3 Std. 28-° Min., 2. Fr. Möller, Wetzlar, 3 Sld. 35« Min., 3. E. Unverzagt (1885 Gießcm 3 Std. I 49»° Min.

Das setzt wenigstens ein Jäl/rchen Zuchthaus ab, mein Junge! sagte er. Schidet adar nichts. Ich bin mit dir aber sei so freundlich und blitze mit dem vrrf uchten Ting nrcht so herum, sonst verrätst du uns!

Ich schloß den Schieber an der Laterne, und ohne weiter ihre Hilse in Anspruch zu nehmen, trotz Regen und Finsternis, fand ich das gesuchte Garteiuoc. Cs mit meinem Meißel aufzubrechen, war das Werk eines Augenblick. Beim ersten Druck gab das verfaulte Holz nach, uitb als ich das Tor vol.eiids aufstieß, entdeckte ich, daß das verrostete alte Schloß an der Innenseite nur noch an einer riazigen Schraube hing.

Ich mußte jetzt tokbcr meine potente ge­brauchen, um den zum Hause führenden Pfad zu entdecken. Als ich tf/n fand, erkannte ich, baß es mehr «ine Andeutung nxir, wo dieser Pfad einstmals hingeführt hatte, als ein wirklicher P)ad. Und erst nach ntühsan em H rumstolsem erv ick>- ten nrir eine niedere Terrasse, tvclche der Front des, alten Gebäudes entlang ging. Ueber l.als- zerfallene Stufen stiegen mir hinan und entdeckten den Houp eingang: aus beiden Serien davon gin­gen Fenstertüren ger denmegs auf die Terrasse.

Am einfachsten bcedjen wir eine dieser Fenstcr- türen auf, flüsterte ich. Ente Minute später waren wir bereits im Innern des Hauses.

Ich ösf e!e den Sch'eler an meiner Laterne und entdecke, baß wir uns in einem stattlichen Gemach besanden, das aber flemertei Möbel ent­hielt. Zur Rochen stand eine Tür offen, ine in dse CingangSltal e f h te.

So weit ist's gelungen, flüsterte ich Tick zu. 9rber jetzt fcißt es Augen unb Chnen offen halten, und auf Ueberraschungen gefaßt sein. Wir'stm zwei Treppen hinauf. Wenn wir angegriffen wer­den, wird es wohl das beste sein, den Angreifer üler das Geländer zu tversen. Was meinst du dazu?

Das klingt sehr einfach, erwiderte Dick: aber ich könnte il.m möglicktettvrie auch wider Will.n himmterbeql.i en, hxi8 die K ^hrseite der Medaille wäre. Ich bin indes Sportsmann genug, um

/ereif£> ütt *v 6116 .

8*/j Uhr

Nein, bad wird sie nicht ich habe bafür ge­sorgt. Ich habe ein Paar Schuh? in der Tasche und ebem'o ein Fläschäen seinen, alten Kogn-rk, um ihre Lebensgeister au zusriscl^n.

Famos, bemerkte Dick. Du 1-ast den Vogel abgeschossen. Ich bin zum Schnxigen gebracht. Tu hast an alles gedacht! Vorwärts!

Wir hotten im Hotel«.ingang, vor dem Regen geschützt, gesprochen. Im nächsten Augenblick ergoß sich der Regen auf uns herab, und die folgenden zwanzig Minuten, die wir bis zu unserem Ziele brauchten, fiel kaum ein Wort zwischen iniö beiden. Ter Siegen war nunmehr mit Graupeln vermischt und bombardierte uns den ganzen Weg über mit unausgesetzter Heftigkeit bis Ge iäfl. I" der Holly Tree Lane herrschte svocksmsterc Nacht; nicht eine einzige Laterne bvannte. Cs war wie in einem Tunnel. Tick blieb stehen und sagte m deprimiertem Tone:

Wir können unser Vorhaben nicht ausführen. Wollen wir cs nicht lieber morgen nacht ver- fudjen?

Als Antwort lachte ich, »ag mein? Blend­laterne aus der Tasche und zündete sie im Sclmtze meines Ueb. rvocks an. Tann laclste ich .nieder, als ein Lichtkegel durch Graupeln und Regen blitzte und wie ein lebendes Wesen durch die von hohen Mauern eingehegle enge Straße schoß.

Wir können es nicht ausfül^en, wie? sagte ich. Warum? Ich sehe jetzt die Mauer. Damit richtete ich daS Licht auf den Ort, wo Tick am Nachmittag seine Turnkünste versucht hatte. Kommst bu oder nicht?

Ich bin von ne'iem zum Schiveigen gebracht, meinte Tick. Du läßt dich nicht so leicht ein» schücUern. Aber, wenn wir yuet nicht heute nacht noch als Einbrecher <i gesteckt we den, will ich meinen Hut zum Nachlesen üec-frdren. Ich würde mich nicket im gering'en verwu b rn wenn du auch noch ein Brech i en in der Ta'ch' lwtlest.

Hab ich auch, natürlich, oder wenigstens etwas sehr Aehnlichrs einen guten gesunden Meißel. Wie wollten wir birn sonst Tove und Türen und derlei ohne Schlüs.el öffnen?

Gießener Strafkammer.

Gießen, 4. Juni.

Einen Einblick in die Frankfurter Ver­brecherwelt im Frü.'.'jcks.r 1919 gewährte bu*

die A.' Kellnerin war. war das Hauptquartier, rn dem die Pläne zu den Einbrüchen geschmiedet wurden, von der aus die Diebesfahrten unter­nommen und in der die Beute verwertet wurde. L. war immer zu Diebstählen bereit, und hat sie mit großer Kaltblütigkeit ausgeführt. Mit dem Revolver in der Ta sch? schreckte er vor nichts Zu­rück, bei einem Zusammenstoß mit dem energischen Polizeüvachtmeister Kornrumpf in Friedberg, der ihn am der Ans.Ührung eines Eiiö-ruchS störte, schoß er auf ihn aus nächster Nähe, so daß Korn­rumpf von Glück sagen kann, daß er ihn nicht zum Opfer gefallen ist. In Offenbach, Gießen, Bad- Nauheim und Fririwerg stahl er in ganz kurzer Zeit 6 Fahrräder inti) für melwere taufenb Mark Lebensmittel, insbesondere Geflügel, Stallhasen, Würste und Speck. Seine Beute brachte er nach Frankfurt, wv die Mitangeklagten, insbesondere B., der sich der Gefahr wegen nur ungern an den Einbrüchen beteiligte und dem feiner ganzen Natur nach die Rolle des Hehlers besser lag als die des Diebs, sie verwerteten. Er ist fünf schwerer Diebstähle, enves schweren Diebstahlsversuck)s und 6 versuchter Diebstähle geständig und überführt. Mit Rücksicht auf seine Äemeingcfährlichkeit wurde er wegen Diebstähle und wegen des Angriffs auf den Wachtmeister Kornrumpf §u - 9 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stel­lung unter Polizeiaufsicht verurteilt. B. erhielt wegen zwei schrveren Diebstählen und wegen ge­werbsmäßiger Hehlerei 5 Jahre Zuchthaus und Ehrverlust, K., dem Hehlerei nur in einem Falbe nack>gewiesen werden konnte, 6 Monate Gefäng­nis, und die A. mit Rücksicht auf ihre bisherige Straflosigkeit 6 SEocben Gefängnis.

Die Gräfin.

Roman von G. W. App le ton.

stelle ist bei der Handelskammer Worms etnge- richiet worden. Tie T'e ke rs'ele hii die Aus­gabe. unter dön vvrge'ch ebenen Voraus etzungen Waren nach dem unb setzten Gebiet freriumarfrn. Tie Berk brsstelle umfaßt d n lrn s heinischen Teil des Haudelskammerbcz r es Worms.

Hrssr'N-Nasfau.

** Hanau, 5. Juni. Eine Hanauer Firma bringt im Anzeigenteil des Hanauer Anzeigers u. a. folgendes 2lngebot: Tamenstrümpfe, schtoarz und lebeilarbig, Ba imwellflor, Paar 12 50 Mk, Kirrdersöctchen, gute Qualität, Paar 8.75 Mk., Tamenhandschühe, durckch.vchen, schtzvarz, weiß uno farbig, Paar 5. <5 Mk., Erstlrngslxmdchen Stück 1.75 Mk., Herren-Trildthemden Stück 15.50 Mk., Herren-Ernsatzchemden Stück 27.00 Mk., Herren-

auch B zu sagen, nunmehr, wo mir das A schon über die Lippen ist.

Wir schlichen in die Halle. Auf der entgegen­gesetzten Seite ösfnete sich ein Zi.nnrer, das in jeder Hinsicht dem eben von uns verlassenen gleich war. dir.e breite eichene Treppe rtc über be- gueme Siuten zu den oberen Stvcklvrrken.

lieber^ ll l>r.schte laut v es Schsv igen. Ern Moderduft machte sich umrng^iehm bemerlbar. Tie Tw'losigkeit der ganzen Sttmmuig. gesteigert durch das Gelreul des Sturms, der draußen tobte, mrd bas Geprassel der Graupeln und Regentropfen gegen die Fen'erläden, w r überwältigend. War es menfck>7nmöglich, drß die alte Gräfin an einem so unaussprechlich eknben Orte g. fangen gehalten wurde? War ich sckcki. ßlich doch geirasführt wor­den? Hatte ich zehn Piund für die Ehre bezahlt, das Opser eines bösariigen Sck>e zes des Grasen getvorden zu sein? Oder nrar es gar eine Falle? Welcl)er verruchte Ha'sübfchi'.eider tvürde am Ende meiner En!d ckungs eise aus mich lauern? Ich ge­stehe offen, i> mich für einen kurzen Augenblick ein unangenehmes, denn irr! igudes Gefühl über- schlick, als ich wie ein Blind, r mich die Stiegen hinauftastete, ungewiß, was mich oben erwartete.

Tick indes war mir dicht auf den Fersen, rind ich wußte, daß er im Notfälle Ivie ein wahrer Teufel kämpfen konute. Im erstell Stock angc- langt, wagte ich es, den Schieber meiner !chrlerne wieder zu öifiten. Aber das Licht enthüllte mit nichts al? e.nen kahlen Trepteiurbsatz. und eine weitere Treppeuslucht. Darauf, in ta etc i h mich wieder wi.er. und sck-ließlich war ich nur be­wußt, daß in dem Zimmer zu meiner Linken meine quälenden Fragen eine Antnwrt finden würden, ob sie nun gut oder fckstecht ausäel. Ich ließ das Licht meiner Laterne vollauf die Tür fallen und pochte. Zwei od r dvet Lrekunden wartete ich auf Antwott, und als eine falrfje nidxt erfolgte, drückte ich auf die Klinke und riß dt-e Tür aut. Sttin Laut ließ sich im Innern vernehmen, außer dem heftigen Auf.latscheu dc-S Regens an den <Venfta> laden. Dann trat ich kühn ein, dicht gefolgt von Tick.

den Monat Juni wieder größere Mngen Ben-> zi n zur Verteilung zur Bcriüguug steten. Smovit Anträge um Zuteiluilg für Monat Juni noch nicht gestellt wurden, sind d«se umgeheno an obige Behörde auf den beDamnen Formularen einzu- reid>en, bannt eine evtl. BerückstoKgung noch mög­lich ist.

**D as Kabinett des Dr. Eali- gari" nennt sich ein Film, der nun allem Gewohnten ab weicht und eine wirklich künstlerische Neuerung bedeutet. Das wesentlich Neue besteht in der erstmaligen Heranziehung des Expressionis­mus. Seine Amvendung betont in der Hauptsache die äußere Ausmachung. Expressionistische Land­schaften und Raume untersti'itzen die HandUmg in geradezu fabelhafter NachdrücklicUeit. Es kommen auf diese Weise Szenen zustande, von denen man fick eine gleich Wirkung in der rein naturalistischen Art des gewöhnlichen Films nicht vorstellen kann. Die Handlung, die außerordentlich packend ist, kommt in ibrer fantastischen Umvirkklichkeit der exprefsionifttschen Behandlung außerordentlich ent­gegen. Kleine Stilfehler sind allerdings vorhanden, wie es bei einem ersten derartigen Experiment nicht anders zu erwarten war. Hier fehlt es beson­ders an der expressionistisch eingestellten Geste der Statisten. Im übrigen rechtfertigt der Erfolg den kühnen Versuch in jeder Weise und bestätigt, daß die ganze Zukunft des Films, wenn sie künstlerisch werden will, sich in einer ähnlickien Richtung be­wegen muß, die nebenbei in ihrer Ausstattung an Pappe und Leinwand »vesentlich billiger sein muß, als die fogenannten Prachtsilme. Da, wie wir erfahren, der Film nur beute noch läuft, können wir nicht nur jedem Filmlieohaber, sondern auch jedem künstlerisch Interessierten dringend raten, die Gelegenheit noch wahrzunehmen. Von mor­gen ab gelangt die Fortsetzung des Judex filmes zur Vorführung, der ebenfalls großen und berech­tigten Erfolg erzielt.

Kreis Alsfeld.

oz. Nieder-O flcide rr, 5. Ji.zri. Beim Waschen der Schafherde bet hieigen Gemeine in der Ohm geriet ein Russe nt eine tiefe Stell; fort Ohm und war nabe daran, zu ertrinken. Ter Sohn des hiesigen Landwirts Hock^gvele sporng ihm nach und versuchte irntrr eigener Lebens- gefckhr ihn zu te.t n. Ter Ru'se Ö<rmm.:rte sich aber verzwcielt an fernen Reiter,© daß brid? den Tod gefmtben hätten, weim nicht etn urocoer Russe, der bis dcklnn den Beobachter spielte, schließ­lich zu Hilfe gefcmmcn wäre.

Kreis Friedberg.

bz. B adN auheim, 5. Juni. Schwe­rer Diebstahl. Gestern nacht drangen Diebe in das am Alicen-Platz gelegene Fri­seur-Geschäft von Sauerwald ein und raubten für etwa 5000 Mark Ware. Unter den Die­ben, die mit Nachschlüssel gearbeitet haben, müssen sich Fachleute befunden haben, denn sie hatten sorgfältig unter den vorhandenen Wa­ren Umschau gehalten, und nur das Beste herausgesucht.

Starkenbnrg und Rheinhessen.

dz. W v r m s, 5. Juni. Einen Aickrag auf VerbilligungderLcbcnsmittel hat das 5kre!stagsmitgliei) H. Levy in Worms geüellt. Ans den Reiervesvivds des SbmnuciaTocrbanbe-ä toll zu­nächst eine lmlbc Million Mark txrm Kteisausschiß zur Verfügung gestellt werden, damit er nach bef.em Eru.e fen zur Ve bil^ung ron Lebensrnit-

wa. Wetzlar, 5. Juni. Das Schöffen'- g e r i ch t verurteilte ein Dienstmädchen aus Grei­fen thvl, jetzt in Kvosdorf, wegen Diebstahls zu Dier Monaten Gefängnis. Die erst 17 Jahre alte Tiebin bai wüi/rend ihrer ändertIZilbjälirigicn Dienstzeit bei Iran Regiecmngs'vaumeister Jebens in Wetzlar ihcer Hcrrsckxrst eine guoße Anzahl bester Kleider, Wäschestücke, Pelze, Strümpst, Mäntel Schürzen, Stoffe, Schntucksachen, eine goldene Ta­rn enühc und vieles ander \netyc im Ge'amtwerte von 10 000 Mark ennvenbet. Tas Mädchen fei sehr putzsüchtig und habe, wie Frau Jebus aus- sagte, noble Üiebjdxiften, darunter mit einem Wetz­larer Dokivr und einem Gießener Leutnant, uw.m- holten. Sie itrußie ganz rafiiniert die Diebstchle auf eine angeblick-e Wolmungstommcsjiou zu scho­ben, so daß Polizei und Frau Jebens anfangs auf diesen Schwurdel yeremficlerr.

neu feslyesetzt und den Beteiligten erneut aufge- aegeben, unverzüglich wegen Herbeiführung dest Neuregelung des TienswerMtnisEes in Verhand­lung zu treten

2. Vier Arbeitern der F-irma Heyligenstaedt u. Co. biet, die aus Kriegsgefangenschaft zurück- gekehrt sind, ist für 1920 der Erholungsurlaub zu gewahren, obwohl sie noch am Stichtag in Ge­sängen sck>a st waren. Die Firma lehnte den Schieds­spruch ab, da der Wortlaut des Kollektivabkom­mens diese Auslegung nicht zulasse. Es wird die Entscheidung des S1 a stommi sa s angerusen.

3 Aus die Lohnsätze des Laristertrags für die Sögriverke ist mit Wirkung vom 3 Mai 1120 eine Teuerungszulage von 50 Pwz. zu zahlen. Tie am 25. Mürz vereinbarten Teuerungszulagen sind 'bimn enthalten. Die Arbeitnehmer nahmen den Schiedsspruch an.

4. Für Mai und Juni ist mit Wirkung vorn 3. Mai 1920 den Arbeitern im Transportgewerbe svlgender Giessener Firmen: Tribus n. Sundl-eim, Ad. Lyncker, Gebt. KalF, W.'oer, H. W. Rinn, Vereinigte Getreideliändler, Großhand«lsgeselllchaft Strauß u. Go., Edelweiß, dRetteNhrimer, I. Fi­scher Ehr. Jndertt-al, ein Teuerungszuschlag rum 40 Ptoz. auf die durch Schiedsspruch vom 25. Februar 1920 festgesetzten Lötme zu bezahlen. Für die Zeit nach dem 1. Juli 1920 würbe den Partei- verhandlungen eine Verständigung über eine an» bettoeile Bernfsgruppierung und Aendevung der Altersklasen überiaaen.

5. Ten Arbeitern der Firma Grünzweig u. Hartmann, Abteilung Homberg a. d Ohm und Kieselgurgrnben bei Altenschlirf sowie der Frei- berrl. Riedesel.chen Verwaltung in Lantenbach be­züglich ihrer Kieselgurgruben ist mit Wirkung vom 1 Juni ein Stundenlohn von 3,20 Mk. bei Ar­beitern über 21 Jahren, im übrigen entsprechend gestafselt, zu bezaAen. Ter Fabrikarbeiterverband erkannte den Schiedsspruch an.

Mädchen be»

ypothek

20 000 Ü?. riiefi per halb

Angeb. u. n G. A. erbet, Hnein flelhigen, ! V^ndwecker Iterung feines 8000 n. auf flfflen «icher- it Aviieb. uni den G>etz. Anz.

1. Mit Wirkung vom 1. Juni 1920 wird Vergütung der technischen Aufsichtsbeamten der Sekrion IV dec Hess -f)iass. Baugewerlsberufsge nvsfenschast bei Ausübung, des Auä'ichtsdiensles

Dreiundzwanzigstes Kapitel.

Ms mir denWeißen Löwen" ver.ießen, schlug uns ein plötzlich losbrechender, eiskalter Platz­regen ins Gesicht.

Tounerivetter! rief ich aus. Doch vielleicht ist es nur besser i"d; die Polizisten werden sich alle ins Trockene flüchten. Ich schlug meinen Mantel­kragen hinaus iiub fügte hinzu: Macht es dir was aus, Tick?

Mir nicht. Ich habe gesehen, baß das Baro­meter plötzlich gefallen ist, und so hak^ ich meinen Wasfeibichteu ang-, fragen. Aber die alte Dame?

Heiliger Gott! Das hatte ich ganz vergessen. Nun, ich denke, die Pelze und Decken sind immer nock) da; wir fötmeii sie in diese Sacken eui- hüllen, irnb üußerbem wird sie so glücklich sein, loszukommen, paß ihr ein bißchen Siegen nichts ausmacht.

Ich lewundere deinen Optimismus. Wolin schlägst du vor, sie zu führen?

Zu mir nach Hause icatürlich. Wohin denn sonst? Ick, habe bereits drei Billette erster Klasse für die Rückfahrt in der Tasche. Diese mrd ein Trinkgeld für den Schaffner werden sck-on genügen, uns ein reserviertes Abteil zu sichern.

Wär's nicht besser, uns für einen ober zwei Sovereigns eine Droschke zur Erledigung des Falles fru sichern? Und wie machen wir's mit der Bahn?

Wieso denn?

Ter B-klmsteia ist für jedermann zugänglich, erwiderte Dick. Wir müssen jedenfalls -aus einen Zug warten, und sie könnte die allgemeine Aus- merksainkeit auf sich zirkln. Criwierft bu dich, unter welchrn Umständen sie entführt wurde? Cr- stenö wird sie ftinxm Hut haben.

Das tut nichts. Sie kann sich ja in ihre Pelze eirrhüllen. Ter Regen bietet eine gut Er­klärung dafür.

Sie wird barfuß sein.

P--z fische abeSjau ,9|,<b imttua, fiSiS ,a!e"k'«,

bitte j* u.ur- lllQncts Üä^nesj ^Mölanbs- L'.ng et.

tu der n. cgl

ZZL inailait "

."Wwein iür ;?t-5lnoeb.

Aus die Berufung der Staatsanwaltschaft, wurde ein Urteil des Schöffengerichts Friedberg, das den Karl Philipp H. von Ilbenstadt wegen Wilderns zu 1 Monat Gefängnis, seine Mit­angeklagten zu geringen Geldstrafen verurteilt hatte, aufgehoben. Die Angeklagten, imb zwar besonders Karl Pl-ilipp H. und sein Bruder Tho­mas, hatten in der dreistesten Weise gewildert. Dem Forsvvart wurde sogar mitgeteilt, man wolle sich jetzt ettvas schießen,jetzt gehen wir auf dick Jagd". Der Jagdpächter war mackstlos uni) kaum mehr seines Lebens sicher. Das Gericht nahm bei den Brüdern H. gewerbsmäßige Wilderei an und verurteilte sie deshalb nur wegen Nichtabliefe- rung von Milrtärgetvehren, und zwar Karl Philipp H. zu 8 Monateii 2 Wochen, Thomas H. zu 6 Monoteii 2 Wochen Gefängnis: die Mitange­klagten Eiseickahnarbeitet K. erlsiellen 2 Monade, stieichardt 4 Moirate Gefängnis.

Verworfen wurden die Berufungen der Staatsanwaltschaft und der Angeklagten Bau­unternehmer S. und Landwirt Tr. von Lardenbach gegen ein Urteil des Schöffengerichts -Laubach, durch das S. wegen Schleichhandels zu 3 Monaten Gefängnis und 3000 Mk. Geldstrafe, Tr. zu 1 Woche Gefängnis und 300 Mk. Geld­strafe verurteilt worden ist. Die erneute Verhand­lung hatte zu einer Aendevung des Urteils feinen! Anlaß gegeben.

Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde der Landwirt W. von Selters, der keine Milch abgeliefert hatte, zu 200 Ml. ver­urteilt. Das SckBffeiigericht Ortenburg hatte nur auf 100 Mk. erkcnmt. Ebenfalls aus Berufungt der Staatsanwaltschaft wurde ein Urteil desselben Gerichts zum Teil auf gehoben und der Landwirt H. hi Selters wegen Schwarzschlachtens zu 300 Mk. statt 150 Mk. des Schöffenurteils, und sein Sohn wegen Brihilf? dazu zu 100 Mk., statt Freisprechung wie in 1. Instanz, verurteilt.

Zwei jugendliche Diebe N. und H. vus Nidda, die in Nidda und Bad-Salzhausen Ein­brüche begangen hatten, erhielten Strafen von 3 Monaten (N.) und 3 Wochm und 3 Tagen (H.), Heinrich F. aus Ober-Ohmen, ein unsteter Mensel, der schon die ganze Welt bereist hatte, erhielt wegen Di^stahls eines seiner Nickte gehörigen! Geldbetrags und wegen Körperverletzuiig. be» gangen an seiner Mutter, 2 9)lonate 1 Woche Ge­fängnis.

Mrtl jtn. Angebote 12. Juni an i Fidelis -Linden j.Deutschen che" fifiw tbt,2We. , suchen bw fit 2 netter, itnctt Mucdt chattUeher 6. Lchiislllche , mvtzlich" mit jj^ebtcnroönl inbi wird, ^betoWL* ne junge Tm . Jungen, ww

volinand. aus» für 4-5 Binwict- oaciniteöenürn, Herrn, der d e iiskoit. nagd em w ,s. >5d)r. Snj JJ

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A«r Sta>t «itb Cand.

Gie ß e n, den 7. Juni 1920.

** Personalnachrichten. Die Prüfung zum Ober.zollsekretär bestand Zollsupernumerar Knaus, Sohn des hiesigen Zugführers H. Knauf. Knauf wurde mit Wirkung von 31. Mai zum Zoll­praktikanten beim Landessinanzamt (Oberzolldirek­tion) in Kassel ernannt.

** Konzert zur Hundertjahrfeier des Akademischen Gesangvereins. Da die Eintrittskarten zur Ausführung des M e s s i a s" ausverkauft sind, wird die Haupt­probe am Dienstag den 8. Juni auf viel­seitigen Wunsch öffentlich stattsiuden. 23t« in jeber Hauptprobe wird eine Verständigung zwischen Dirigenten und Ausführenden, die au diesem Abende zum erften Male zusammenwirken, nicht zu umgehen sein, ebensowenig wie eine gelegentliche Unterbrechung oder Wiederholung. Untere Musik­freunde, denen es angenehm sein wird, daß timen die Hauptprobe noch zugänglich gemacht wurde, werden sich von diesen unvermeidlichen Dingen icherlich nicht stören lassen. Beginn der Haupt- n-obe am Dienstag abend 6 Uhr, der Auffülwung elbst am Mittwoch um 6V2 Uhr. An Stelle des verhinderten Herrn Walter E febner wird der be- kamtte Oratoriensänger Herr Müller ans Darm­stadt die Solo-Tenorpattie üb-mchmen. Aus tech­nischen Gründen ließ sich die BericAigung auf dem Programme selbst und in der bereits erfolgten Anzeige in diesem Blatte nicht mehr anbringen.

** Wieder Glückwunschtele­gramme. Glückwunsch- und Begrüßungs- telegramme, sowie Telegramme in nicht dringenden Familienangelegenheiten sind von jetzt an wieder zugelassen.

** Fahrraddieb st ah l. Gestern wurde in dem Neuenweg ein vor dem Hause Nr. 10 aufgestelltes markenloses Fahrrad mit neuer Bereifung, schwarzem Rahmenbau und eben- solck-en Felgen, Freilaus und mit Bildnis Hindenburgs" auf der Glocke gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. Am Samstag mit­tag wurde in der Walltorstraße ein vor einem Laden ausgestelltes Fahrrad entwendet. Es ist ein älteres, kräftiges Fahrrad mit tiefgeboge­ner Lenkstange und einem an der Vordergabel angebrachten Gepäckträger. Vor Ankauf wird gewarnt.

* Ter alte Motor auf der Breunges- heiner Heide ist gestohlen, lieber die Vor­geschichte dieses allen DogelSbergwanderern wohck- Vertrauten Wa'l-r^eichens der Oberwaldstraße er­fahren wir folgendes: Im Frülßommer 1893 war infolge der Dürre des tor'^rgefrenben Jahres Futtermangel eingetreten. Tas Rindvickh wurde mass enthaft abgeschlachtet und man formte damals für 40 Mk. eine ^x'Ö, für 35 Pf. ein Pfund Rindfleisch kaufen. Tas wenig geerntete Stroh Ratten die Bauern schon im Winter verfüttert und als zum Unglück auch das Frühjahr 1893 bei­spiellos trodrii blieb in Gießen war der April dreies Jahres ohne meßbaren Niederschlag stieg der Preis für Dorfstceu auf eine noch nicht ge­kannte Höhe. Ties veranlaßte einen schnell reich gewordenen Unteme'hmer zu der Idee, das Hoch­moor am Taufstein abbauen zu wollen. Es ent­stand mitten in der Waldeinsamkeit ein unförm­licher Schuppen, in ivelchem der schwere Motor das Pressen der Dorfba.len besorgte. Aber seine Tätigkeit währte nicht lange. Anfang Juni des­selben Jahres frag eine Scltar junger Leute vor­über hinunter nach Ulrichstein zu. Einer derselben setzte im Windschutze des GebLudes seinen Glimm- slengel in Brand, und damit wahZcheinlich auch den trockenen Dori- Ter Wind tat [ein Uebrig-s und als der verstorbene Förster $ roller in Ru­dingshain um die Mittagszeit nach dem Wetter Ausschau hielt, stiegen bereits über den Obei-wald mächtige Rauchwolken auf. Ten ausgerückten Feuettv^hreu der nächfben Dörfer blieb oben nichts loeiter zu tun übrig, als das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Wasser war nicht vvthcmden, und so blieb als Andenken an die Ehemalige Dorf­industrie des Vogelsberges nur der Moor übrig, der nun, wie so vieles andeve^ ein Opfer des unglücklichen Krieges und der Äettvildermig von Recht und Sitte gemorben ist.

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