SwMwgrnmdöruck u. Verlag: Vrühl'fche Uuio.'vuch. n SteietnuTerei L Lasge. Schriftleitang, SeschästrfteHe u.vruSerei: Zchulpr. r.
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allgemeinen noch von irgend einer der betreffenden Regierungen sei dieser Beschluß gefaßt morden.
Reuter erfährt außerdem, daß keine weiterenSchritteinder Frage der Auslieferung der deutschen Schuldizen unternommen werden sollen, bis die Vertreter der Alliierten in Berlin Auskunft erhalten haben. Die neue Note a n Lolland solle nicht überreicht werden, bis die Zusammenkunstoer Ersten Minister der Alliierten stattgefunden habe, was innerhalb von zehn Tagen wahrscheinlich geschehen werde.
Paris, 6. Febr. (Wolff.- Die Mvrgen- b-lätter glauben, daß die Auslieferungsliste heute überreicht wird. Nach Saint-Brice im „Journal" soll sie von einer Verbal no he begleitet sei, die sehr kurz fei, aber in verstärktem Maße den Entschluß der Alliier- teu nach den letzten Ereignissen ausdrücken werde.
Der Lordkanzler und der A t t o r- uey-General sollen heute vormittag in Paris anfommen. Es wird angenommen, daß man sich mit der durch den Zwischenfall Lers- ner und der durch die große Erregung in Deutschland geschaffenen Lage beschäftigen werde. Einzelne Blätter glauben auch, daß die Entscheidung in der Angelegenheit erst kommende Woche in London falle. Es steht nunmehr fest, daß Millerand und Nitti Mitte kommender Woche nach London reifen.
Paris, 6. Febr. (Wolff.) Havas. In einem Briefe an die „Times" meint dec be farmte Schriftsteller Conan Doyle, daß, wenn man einen oder zweideutscheRich ter zu dem die Schuldigen aburteilenden Gerichtshof zinzuziehen wurde, der Sache hierdurch sehr gebient wäre.
Ein englisches Blatt gegen die Barbarei der Entente.
London, 6. Febr. (WTB.< Tas Blatt „Union ot Temocrattc Control" schreibt zu dem Auslieferungsbegebren der Alliierten: „Noch sechs Monate nachdem die Alliierten einen der noll- kommensten Siege, den die Geschichte kennt, davongetragen haben and als sie nichts mehr zu fürchten brauchren, hielten sie kaltblütig bte Blockade gegen Deutschland aufrecht und handhabten gegen bas hilflose, unbewaffnete deutsche Volk diese grau-
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Da; r<mde;sttll?rgesctz.
Berlin, 5. Febr. (WTB.) Auf Bitten der preußischen Regierungsverlveter wurde im Steuerausschuß der Nationalversammlung der § 16 des Landessteuerge- s e tz e s abgeändert. Es wurde im Ernveritändncs mit Erzberger *tn neuer demokratischer
Hindenbnra» und Lndendorss» Standpunkt.
Berlin, 6. Febr. (Priv.-Tel.) Wie oer „Berl. Lokalanzeiger" erfährt, stehen Genecal- felomarschall v. Hindenburg und General Ludendorff in der Auslieserungsfrage aus dem Standpunkt, der durch den Entschluß, der am 7. Januar in der Versammlung der Heerführer gefaßt wurde, festgelegt ist, und der dahin geht, daß sich fei n Deutscher freiwillig ausliejern dürfe.
Stimmen aus Ostpreußen.
Kön i g sbe r g, 6. Febr. (Wolfs.) Oberpräsident W i n n i g richtete in der Auslwferungsfrage fiolgcndcs Telegramm an den Mini'lerpräsidenten:
Bitte aus die Reichsvegiening einzuwirten, daß sie die Erfüllung des Auslieferiingsbeye'hrens> a bl e hn t und diesmal auch gegenüber Trvhungen fest bleibt. Zuglich im OZarnen des Polizei präsüvnten Lee ring und der HSHerrn Beamt m des Oberpräsidiums erkläre ich, daß wir unsere Aemter niederlegen, wenn btc Negierung durch ihre Beihilfe den letzten Rest deutscher Würde preisgibt.
Eine Kundgebung des bayerischen Landtags.
M ü n ch e n, 6. Feer. (WB.) Trt bayrische Landtag beschloß heute eine Kundgebung, indergegendasAuslieterungsv.'rlan-- g en der Entente scknrf Stellung genommen wird. Der Landtag ist der Ueberz.'ugung, daß das ganz-.' bayrisch: Volk mit ihm einig ist in dem Widerspruch gegen die Forderung der Entmbe, die das dnit che Volk entehren sollt. Samt iche Parteien schossen sich dieser Kundgebimg einstimmig an.
»nähme von äejtigee s. die ^aqMiunnmer vkS zum NaMminag vorder ebne )eb<4krbinMid)feiL Dreis für l mm höhe für Anzeigen v.34mm Brette drtli t) 25 t>i, ausiväitr 30 Bst: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 90 1>f. Bei Platz' »orldirifi2O*. AnfsMlag. ssauvischri ileiier: Ang, Goeg. Berantivortlich füi Politik: Ang. Goetz; für den übrigen leib Dr ReinyoiS Zenz: für den Anzeigenteil: v. Beck, sämtlich in Dietzen.
samste aller Mordwaffen in r ü ck s i ch t s l o s e st e r Weise. Tadurch machten sie sich an dem Tode Hunderttausender deutscher Männer, Frauen und Kinder schuldig. Tie Regierungen, die an diesem gern der Geschichte
Jedes-jland Geddes vom 4. Febr., daß Holland W i l h e l m II. auf eine entfernt gelegene Insel schaffen sollte, weder von den Alliierten im
wolligen Verbrechen, das
nicht seinesgleichen hat, schuld sind, wagen es, sich selbst zu Richtern der Taten Tausender von Personen unter den früheren Feinden aus- »uwerfen. Tas ist monströse Heuchelei. Wenn man aus dieser Forderung besteht, w wäre das Bild der Gerechtigkeit für i/nmer verstümmele und Europa mit den Giften und Lechen- iebaften des baiieä infiziert. Dadurch wird jeber Versuch, eine internationale Annälierung zu Wege zu bringen zum Scheitern verurteilt."
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Die Aurlieferungrsrage.
Berlin, 6. Febr. (Priv.-Tel.') Die „B. Z." meldet: Scheidemann, als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Nationalversammlung, hatte Besprechungen mit Ebert, Bauer, Hermann Müller und anderen Parteifreunden. Erzberger äußerte sich auf ein aus Zentrumskreisen stammendes Telegramm sehr bestimmt über die völlige Unmöglichkeit der Auslieferung Deutscher.
DiederLnftfahrt-Friedenskorn- m i i i t o n unterstellten Reichswehroffiziere erklär en es für ihrer unwürdig, die .'-Kontrollkommission auf ihren Be- sucln'U deutscher Jndustriewerke weiter zu begleiten, da die Entente die Auslieferung ihrer Kameraden fordere.
London, 6. Febr. (Wolff.) Neuler erfährt mit Bezug auf die Erklärung Sir Ruck-
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raube und hörte den englischen L ö rd- tangier an. Der Sitzung wohnte der belgische Gesandte und der frühere Staate sekretär in der Militärjustiz Jgnace bei Am Sonnabend wird die Konferenz wiederum zu^ lammentreten.
Der oberste Wirtschafterat.
Paris,?. Febr. (Havas.) Der Oberste' Wirtschaftsrat hielt gestern nachmittag seine erste Sitzung ab. Zum Präsidenten wurde der französische Handelsminister E s a a c gewählt. Dte von den Kommissionen vorgelegten Berichte wurden geprüft; vor allem bte Frage der Tonnage und der Versorgung. Die nächste Sitzung findet heute statt.
Wilson und Grey.
Paris, 6. Febr. (WTB.) Ter Washin», toner Berichterstatter des „Echo de Paris" sagt, durch den Brief Greys an die „Times" sei Wilson in Helle Wut geraten. Er sehe darin einen unzulässigen Schritt der englischen Regierung, über seinen Kops hinweg sich an den Kongreß und an das amerikanische Volk zu roenben. Man glaube, er habe Lansing aufgefordert, ihn eingehend über die Tätigkeit Greys während seines Aufenthalts in Amerika zu unterrichten In feiner Erregung werde Wuwn, so kündige man wenigstens an, mehr und mehr in der Absicht beftärtt, stensdie Vorbehalte Lodges zu verwerfen. In politischen Kreisen Washingtons nahm man an, da Grey bei Wilson keine Audtenz innerhalb dreier Monate erlangen konnte, daß Wilson eine Unterregung mit dem englischen Staatsmann zu vermeiden suchte.
Die Vermvgensveihältnisse des frühere» Kaiser Äarl.
Wien, 7. Febr. Tie „Politische Korrespondenz" schreibt: Gegenüber der Meldung eines Wiener Blattes, als ob die Vermögensverhaltnisse des Exkaisers Karl insolae des nicht einwandsreien Vorgehens der östernrchischen Regierung sehr bedrängt fetm, ist festzustellen, daß die Regi.-rung hinsichtlich des auf dem Boden der Republik beiindlick)en Vermögens des Kaisers ausschließlich nach den diesbezüglichen Gesetzen handelt. Für die österreichische Regierung b eiden die erwähnten Gesetze und der Umstand Richtunggebend, daß Kaiser Karl sich selbst außerhalb des Bodens der Republik gesteckt hat. Erkaher Karl verfügt überdies entgegen der Schilderung des Blattes auch zur Zeit über ein Millionenvermögen, dessen Höhe bei Hinzurechnung der zum Privatbesitz des Exkaisers bzw. feiner Gemahlin gehörenden Juwelen einen außerordentlichen Zuwachs erfahrt. Eine große Belastung erleidet das Einkommen des Kaisers allerdings durch das Weiterbestehen des ausgedehienl fcofftaate* in der Schweiz. Für dessen Taseinsberechtigung läßt sich aber, da der frühere' Monarch Privatmann geworden ist, kein einleuchtender Grund geltend machen. Auch die Mitteilung, daß Oesterreich die Auslieferung des privaten Vermögensschmuckes durchsetzen und sein persönliches Privatvermögen so tarne unter Sperre halten wolle, bis der Schmuck der Republik ausge- fvlgt ist, ist unrichtig. Unter den Juwelen, die von der kaiserlichen Familie nach der Schweiz mitgenommen wurden, befinden sich auch solche, die nicht Privateigentum darstecken.
Aus dem holländischen Parlament.
Haag, 7. Febr. (WTB.) In der e r st e tt Kammer erklärte der Minister des Auswärtigen in Beantwortung einer Anfrage des sozialistischen Senators van Kol, daß die Frage der Kanalisierung der mittleren Maas, die in Paris eingehend ge* prüft werde, nicht nur im Interesse Belgiens, sondern auch im Interesse Hollands liege. Den Wunsch, Belgien einen größeren Kredit zu eröffnen, werbe der Finanzminister nachprÄ- fen. Der Minister lehnte eine Untersuchung darüber, daß deutscyeTruppen während des Krieges mehrfach holländisches Gebiet perletzt hätten, mit dem Bemerken ab, daß bereits erwiesen sei, wie unbegründet derartige Anklagen seien, und daß eine Untersuchung nur dem Prestige und der Souvereni- tat des Landes schaden würde.
Iharn nachweisen, daß alle seine Führer und birtreter im alten Staate Verbrecher gewesen i.en. Ein ungeheuerlicher Gedanke! Aber da- ilLin steht ein Hindenburg neben Betknnann- )c.llweg, Tirpitz und Capelle neben den tapfe- U-Bootführern. Man könnte, unter ^em .urbehalt eer Gegenseitigkeit, zugestehen, daß nizelne unserer Militärs im Felde wirklich ' 'tauianuciten oder Vergehungen anderer Art «sh hatten zu Schulden kommen lassen; unser Wlianenbeer war zu groß, als daß eine solche L uiache überraschen könnte. Solche von den egnern namhaft gemachte Personlichteiten Mte man vor einen deutschen Gerichtshof rangen können, wobei den beteiligten fremden .^achten mehr Rechte eingeräumt woroen jatren, alv ue Oesterreich in seiner bekannten Me an Serbien verlangte. Aber alles das oall bieJEntente gar nicht. Sie will u n s a l s in schändliches Volk hin stellen ras die ihm auferlegt eKn echt schäft 'crdient habe Dies ist der Leitgedanke. Ld er in seinen Berechnungen weitblick'no i-lerbar, oder ob er nicht vielmehr diesmal oq kleinlich und dumm sei, das wird sich lriausstellen, wenn Deutschland nun eine ver- irartige Haltung an den Tag legt. Vielleicht bi® die seltsame Ueberspannung des Aus- ttlerungsbegehrens, die in einzelnen Fällen koßherzog von Hessen!) geradezu auf die zelligen; von Analphabeten schließen läßt, ti Der gesitteten Welt doch vorwiegend Ver- uilderung und Ekel erregen. Die Pressestim- »eA, die uns das Wolff-Bureau übermittelt
-xL kULöoIten Beurteilung noch nicht «sreichend. Da, wo man uns von vornherein W gerade freundlich gesinnt ist, wird gc- fjSt werden, ob es einen Zweck habe, mit kEn ^itichenschlägen den Nationalismus u Deutschland zu fördern und hochzubringen.
Glücklicherweise gibt es in Deutschland me Frage der Auslieferung kaum noch tee Meinungsverschiedenheit. Sogar die Un- ti) ingigen, die.so viel über Schuld und Verzechen im alten Regime reden, wollen die •tb-hererungen nicht. Was ist zu tun und zu •enmten? Eine teilweise Antwort Hegt in «Mendem Satze des „Berl. Tagebl.", nicht
gegangen, und die Erkenntnis von der Schädlichkeit seines politischen W.rkens im großen hat sich noch nicht überall siegreich durchgerungen. Die Verhandlungen in seinem Prozesse haben inzwischen freilich klargestellt, daß Herr Erzberger als Abgeordneter seinen politischen Einfluß Dingen und Unternehmungen in einer Weise nutzbar machte, die nicht als reinlich und einwandfrei gelten kann.
Manche Zeitungen haben ihr Befremden darüber ausgedrückt, daß Freiherr v. Lers- ner seine Beamtenpflicht nicht getan uno Herrn Millerand die beleidigende Note zurückgegeben habe. Bei näherer Prüfung der Sache kommt man doch zu einer anderen Meinung. Man höre einmal, was z. B. Herr N o s k e, der Reichswehrminister, über die praktische Möglichkeit ober vielmehr Unmöglichkeit der Auslieferungen gesagt hat! Kein Mensch in Deutschland würde sich finden, der irgend etwas dazu beitragen würde, beschuldigte Volksgenossen über die Grenze zu bringen. Der jeniHe, der Hand an eine oer bezeichneten Persönlichkeiten legen würde, wäre feines Lebens nicht mehr sicher. Keine Regierung könnte sich halten, die dem Begehren der Feinde willfahren wollte, keine Regierung fei denkbar und möglich, die eine solche Schmach auf sich nehmen würde. Warum soll dann Herr von Lersner, der den Feinden ein Dutzendmal die Schändlichkeit und Unmöglichkeit der Auslieferungen bargetan hat, von allen Deutschen das wenigste Ehrgefühl bohimenlLren und etwas tun, was für die Möglichkeit einer Zustimmung der Neichsregierung gesprochen hätte. War fein Handeln nicht bureaukratifch korrekt, so war es doch deutsch und mannhaft, und fein Beispiel war der erste Beweis, daß Noske wahr gesprochen hat. Freilick in der Beurteilung und Charakterisierung des Vorgehens unserer Gegner gibt es in Der öffentlichen Meinung Deutschlands Unterschiede. Der „Vorwärts" z. B. stellt fest, „Sympathie für die Beschuldigten könne als Beweggrund für die Haltung der Negierung und der Masse des Volkes nicht in Betracht kommen". „Wir stönnen," so fährt das Blatt fort, „die Auffassung, die aus ihnen Helden und Märtyrer machen will, gar nicht entschieden genug ablehnen, sie haben nicht nur, wenn die gegen sie erhobenen Beschuldigungen auf Tatsachen beruhen, Taten begangen, deren sich das deutsche Volk schämen muß, sondern sie haben durch diese Taten auch die surchtbar schwere Lage verschuldet, in die das deutsche Volk heute geraten ist." In derselben Nummer weiß der „Vorwärts" bereits, wie er mitteilt, daß alle verantwortlichen Ch^ss der Armee und Marine, außerdem Bethmann- Hollwcg, auf der Liste steheu. Seine Behauptung, daß diese Manner Taten begangen haben könnten, deren sich das deutsciie Volk schämen müsse, ist geradezu unerhört. Anscheinend zur Beruhigung unserer Feinde soll es dienen, wenn der „Vorwärts" berichtet, in einem Organ der alleräußersten Linken sei zum Aus- )ruck gebracht worden, „fcie Beschuldigten verteilten, nicht an fremde, sondern an ) ie e i g en e n Laternen gehängt zu werden". Man kann dem „Vorwärts" entgegenhalten, daß diese Methode leichtfertiger Verunglimpfung deutscher Regierungen und Einrichtungen die furchtbar schwere Lage mirver- schuldet hat, in die das deutsche Volk heute geraten ist. . .
tente beginnt, ist doch vorwiegend
&<rf kalter Berechnung. Man will die 2»rchführung des Friedensvertrages, will v»ri den unerhörten Forderungen territorialer, wirtschaftlicher _unb finanzieller Art iidb nichts abhandeln lassen, und darum will
noch einmal mit großem Spektakel dar- ?un, wie groß die Sünde und Schuld dessen den man so schwer belastet. Das ganze ätsche Volk will man treffen; darum will
Deutschland und Argentinien.
Berlin, 6. Febr. (WTB.) Der argentinische Minister des Aewßeren äußerte sich über die Beziehungen zwischen Argentinien und Deutschland, sie seien niemals herzlicher gewesen als jetzt. Deutschland habe fein Versprechen, beim U-Boot krieg die argentinische Flagge zu respektieren, strikte gehalten. Er führte bann als besten Beweis die Fahrt eines argentinischen Schiffes nach Nordamerika an, das trotz feiner mit Deutschland feindlichen Schiffen ähnlichen Bauart die Fahrt ungehindert ausführen konnte.
Beratungen der pariser botschasterkonserenz.
Paris, 6. Febr. (Havas.) Die Bot-i schafterkonferenz trat neuerdings am Freitag abend zusammen unter dem Vorsitz M i 1 l e-1
uo. Jahrgang Samstag, 7. Zebmor (920
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
VochemSSdllck.
Seit beinahe sechs Jahren haben wir uns mit dem Auslanoe oft über Fragen des internationalen Rechts unb Der Moral gestritten, nnb es mag sein, daß wir dabei als Partei, die nir nun einmal waren, nicht die völlige Ob- itltibität bewahrten. Vielfach wurde auch, gerade von Pazifisten, Die Meinung vertreten, -aß der Ausgang des Krieges über Besitzansprüche, Grenzveränberungen und dergleichen keine Rechtsgrundlage liefern könne. Turck Gewalt könne nichts entschieden wer- Oen; bas rief uns auch der von unseren Heeren oft geschlagene Feind wiederholt zu. Als wir den Frieden von Breft-Litowsk geschlossen halten, da bäumte der Rechtsverkünber Wilson sein Empfinben hoch auf: D a hätte Deutschland wieder gezeigt, daß es nur Gc- rvalt ausnutzen, den ewigen Rechtsgedankcn itec keine Zugeständnisse machen wolle. Und Das ist der Friede von Breft-Litowsk, der doch m Strom derselben Leidenschaften entstanden ist, wie der Friede von Versailles, im tHergleich zu diesem! Man hat die oft gepridig- ten Grundsätze, für die man angeblich gegen Deutschland zu Felde gezogen war, das Bestimmungsrecht der Völker, den demokratö- schen Vülkcrbundsgedanlen, umgestoßen und tseggeschleudert, man hat die Gesinnung ge- >»«chselt unb das Auftreten geändert wie ein-? siewisse Sorte von Glücksjägern und Kriegsgewinnlern. Hatte Ludwig XIV. einst gesagt: -tz /Ster Staat bin ich" — so fordert heute der Oberste Rat in Frankreich noch weit mehr Anbetung heraus, indem er erklärt: „Das Recht, her Inbegriff aller richterlichen Gerechtigkeit, Anfang und Ende politischer Weltweishcit, bas bin ich! Ich habe das Gottesgnadentum dec Deltbeherrsckung gepachtet; niemand bars I rfi dagegen auslehncn." Ein Unterschied besteht freilich: Die fürstlichen Autokraten warm oft überzeugte, wenn audj verblendete Na- iiiren, während der Pariser und Londoner Politik aller sentimentale oder romantische ■ dong wahrlich fehlt. In nichts zeigt sich dies sittlicher als in dem Begehren derAuslie- ierung von vielen Hunderten von ■ b«u 11 d) e n Persönlichkeiten. Haßend Rack>egefühle der Völker Frankreichs iirth Belgiens stehen im Hintergründe, ober was jetzt die Diplomatie der En-
etwa der „Deutschen Tageszeitung": „Jedes-1 mal, wenn die Entente den Eindruck haben wird, daß wir genesen Könnten, wird sie etwas 1 Unmögliches forbem und die Gewalt gegen uns aufmarschieren lassen — falls wir ihr nicht Har zu machen wissen, daß es für alles, und auch dafür, ein Ende gibt". Als schwersten Fehler der Vergangenheit bezeichnet heute dieses Blatt, „d a ß es, unb wiees zur Unterzeichnung des Friedensvertrages kam". Das ist richtig, aber Herr Erzberger ist mit neuer Tatenlust schon wieoer an die Arbeit


