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Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Hr.287

frei ski Femspr. 724

Hlontag, 6. Dezember (920

Vikßkllvd.Uiip padlttn obtr cheubtS ftn geslllht. fltbotc mtttr t den W.A

Parteitag der Deutschen volkspartei.

Nürnberg, 3. Dez Heute begann der Parteitag der Deutschen Bollspariei. Die Beter» hgung der ReichSlagsabgeordneten und der Abge­ordneten der 26rtbecparlxzmmte war sehr stark. Bon der Regiernuy war zunächst rare der Reichswirte sckaftsminister Dr. Scholz vertreten, währerrd der Reichsschatzminister v. Raumer durch Koank- -eit verhindert war. Dr. Stresemann sand stürmischen Beifall, als er bte Brüder aus Teutsch- österreich, Teutschböhmen mid Deutschtirol be­grüßte, die chre Bertreter ynn Parteitag entsandt

lt". tis", ln ^BotUj« t".

belstundr.

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dmb der ^mernschaft nicht zerschneiden."

Ich überlasse feuurch das Urteil über die An- '? Me deS Herrn Dr. Strecker gegen meine Person

Kahl, gewählt. Es begann eine Reihe von Be­grüßungsansprachen. Zu einer stürmischen und erhebenden Kundgebung gestalteten sich dae Reden der Bertreter Deuts chösterreichs und DeutschböhmenS. Aus die Ansprache Dr Schassners aus Innsbruck, der betonte, daß Teutschösterreich und Deutschtirol mit dem Deut­schen Reiche ein Reich und ein Bolk seien, erhob sich der ganze Parteitag und stimmte begeistert das Lied an: Deutschland, Deutscl^Lmch über alles.

Einen erschüttenchen Eindruck über die Zu­stände m Teutschböhmen gab ein Bertreter aus der Tschecho-Sloivakei, der seinen Nomen nicht nennen konnte, um sich nicht in seiner Heimat dem Staatsanwalt auszujeßen. Er nnes daraus hin, daß der deutsche Grund und Boden gegenwärtig an jene tschechischen Legionäre verscksenkt unb ver­schleudert wird, die während des Weltkrieges zu den Russen übergelausen sind und die gemeinsame Sache verraten haben. Er teilte unter lebhaften Pfuirusen der Versammlung mit, daß während der Tumulte in Prag an den Kandelabern vor dem Parlamentsgebäude bereits Schlingen für die deut­schen Abgeordneten angebracht waren. Er kenn­zeichnete auch das Auftreten des früheren deutschen Reichskanzlers Hermann Müller aus dem Partei­tag der tschecho-slowakischen Sozialdemokratie als würdelos und ohne Kenntnis der Psyche der tsche- chisctian Sozialdemokratie. Tort habe Hermann Müller als seinen Freund den srüheren tschechi­sche,! Sozialdemokraten Tuszar begrüßt, ein Mmrn, der mit Gewalt das Deutschtum bekämpfe und die deutschen Schulen gesperrt und eingezogen habe.

Nach einer Kundgebung für Oberschlesien sprach der Parteivorsißende Dr. Stresemann über die politische Lage. Zur Revo­lution sagte er, daß der Bewegung vom 9. No­vember das nationale Moment gesehlt habe. Wenn die Männer des 9. November zur Entente gesagt

»Hat Frau Falkner in Ihrem Beisein von dem -Medikament genommen? Erzählen Sie Mir bitte rote ss sich damit verhielt."

Als sie schon im Bett lag, sagte sie, ich sollte ch»! aus der silbernen Handtasche, die sie beim «chhausekommen aus einen Stuhl gelegt hatte, - itec Tropfen holen und sollte sie mir einem Glas zoster und einem Kaffeelöffel aur das Nacht- N-chsten neben ihrem Bett stellen. Das habe ich tarn auch getan."

-s.

Gießen, den 4. Dezember 1920.

Prost D. M. Schiari.

Die Studentenschaft der Universität Gießen ritbct sich mit fvlg«rdem offenen Brief an ttt Präsidenten des Landesbildungsamtes, Dr.

B- ",

die 5alkner aufLinüenhöbe

Roman txrn Reinhvld Ortmann.

Nachdruck verboten.) Fortsetzung 51

Wohin sind die Scherben gekommen?"

>,Tas Küchenmädchen hat sie aus 'Gcheiß der Frau Leubuscher hinmisgetragen und weggeschüttet. Im Absallkasten werden bei uns keine Glasstückc geduldet."

Bedauernd zog Dr. Barentfen die Schultern in die Höhe: aber er betrachtete die Befragung der Jungfer als abgeschlossen und bat, nunmehr bte Beschließerin zu rufen, mit der er bei der Unter­suchung der Toten allein zu bleiben wünsche.

Sofort

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gegen die Hohenzollern und gegen das alte Deutsch­land. Wir sind bte Bertreter des neuen Deutsch­lands. Gebt uns einen ehrlichen Frieden. Aber wenn ihr uns betrogen l-abt, so werden wir den letzten Mann heranholen -um nationalen Kampfe", dann hätte jedermann vor diesen Männern den Hut ziehen müssen, Achtung haben müssen vor solcher Revolutton. In der Vergangenheit sind aber schwere Fehler gemacht worden. Es wäre manches anders gekommen, wenn wir nicht mit dem Treiklassenwahlrecht belastet m den Krieg ge­gangen wären, wenn wir aus den Kämpfen gegen das persönliche Regiment die verfassungsmäßigen Konsequenzen gezogen hätten, um etn Bolksbaiser- ttmr zu schassen, lieber die Frage der Staatsform sagte der Redner, wir stehen auf dem Boden de r Weima re r Berfa, ,ung, weil eine Aen- derung der heutigen Staatsform nur möglich seui würde durch einen Bürgerkrieg. Bei aller Treue zum alten Kaisertum muß uns doch das Boll höher stehen. Wir haben nichts zu tun mit exultterten Plänen. Wenn die Monarchie roieferkehven soll, so doch nur dann, wenn sie vom Bolke selbst ge­rufen wird. Wünschenswert wäre es, daß m der Oeffentli^eit der Kamps um die Staatswrm zur Ruhe käme. Starken Nachdruck legte Stresemann auf bte Erklärung, daß es für die Deutsche Bolls­pariei unbeschadet ihrer Ansicht in der Auwnonne- frage für Oberschlesien in der Frage der Aufrecht­erhaltung des geschichtlich gewordenen Preußen lerne Kompromisse geben könne. Weiter wendet er sich gegen bte Krittler, welche fragen, wo ist es denn etwa besser geworden, seitdem wir wieder rate bürgerliche Reick^regterung haben? Die Aus­wirkung solcher Besserung in der Reichsgcfttz- grfnmg werde sich erst ganz allmählich vollziehen

nud Bestrebungen in den wissenschaftlichen Hoch­schulbetrieb htneingetragen hat, noch trägt. Wrr wissen uns in bteiem Punkte einig mit unseren Lehrern. Es entspricht ^ebenialls nicht den Tat- achcn, daß unter den Studentenin unerhörter Weise gewühlt roerbc". Wir bedauern um so mehr diesen unbeweisbaren Ausspruch, als er wirklich nicht geeignet ist. ein gutes Einvernehmen zwi­cken Regierung und Stubentenschast zu fördern, sondern das Mißtrauen aus beiden Seiten nur ver­mehren muß.

Die Studentenschaft der Universität Gießen, gez. Jacob, Schristf« gez. Zimmer Bors.

Kur- vor Tagesanbruch war Dr. Germering m dem Wagen des Gutsbesitzers Neuling von Nieder- Fahww in seine Wvlmung zurückgekehrt. Er fühlte sich sehr ernt übet, legte sich wgleich nieder unb schlief gegen seine Gewohnheit bis gegen acht llhr morgens. Tmin fertigtest: die bereits tm Wartezimmer befindlichen Patienten ab. und es war schon neun geworden, als ihm die W iittschaf- terin Frau Schmitt sein FrüHstücr brachte.

Ich nehme an, daß nt der Nacht nicht nach mir geftagt worden ist," sagte er.Sie hätten es mir sonst wohl schon mitgeteilt."

In schuldbewußter Verlegenheit drehte bte Alp an ihrem Schürzenzipfel.

Ach Gott, Herr Doktor, ich habe es ganz ver­gessen. So um zwölfe herum ist von Lnidenhöhe angellingelt worden. Ich sagte natürlich, der Herr Doktor sei über Hand. Und ba hängten sie nneber ab."

Hatten Sie den Esttoruck, daß es sich um etwas lehr dringendes handle?"

(Fortsetzung folgte

, 5Zst Ihnen bekannt, ob Frau Falkner diese Tropfen auch sonst bet sich getragen hat?"

Darüber kann ich nichts sagen/

Was befand sich berat sonst noch in der Hand­tasche'?"

Ter Herr Sanitätsnat scheu wohl am besten selbst" nach. Sie liegt dort ja noch genau so, wie ich sie hingelegt habe."

Barenthin kchrte sich gegen bte stumm und ver­wundert hinter dem Mädchen stehende Erika:

,Entschuldigen Sie, Fräulein Neuhoft aber es würde mich m der Tat interessieren. Ich denke nämlich an die Möglichkeit irgend einer verhäng­nisvollen Verwechslung. Vielleikfe habenLie bte Freundlichkeit, sich über den sansttgen Inhalt der Tasche zu unterrichten."

Erika kam seinem «erlangen nach Sie fand außer entern fernen Spitzentoschentuch ein >tlbernes Puderdöschen, einen winzigen Spiegel und eine kleine Geldbörse. Sonst nichts.

Ein Jrrttmt war also nicht möglich, stchr der Sanitätsrat in fernem sonderbaren Verhör fort. Mie sah nun das Fläschchen aus i Mar es sehr heut C^H

Storni so groß rote mein lleiner Finger lang ftst- Es war von eckigem, dunkelbraunem Gl<ö. Und es war kein Zettel daraus, wie sonst immer bei Medikamenten."

Wegen des dunklen Glases konnten Sie also vermutlich nicht fth«t, von welcher Farbe bte form enthaltene Flüssigkeit war?

Nein, das weiß ich nicht- Als ick das Glas mit dem Löffel geholt hatte, wagte 'ck d<e gn-^ge Fnm wtevtele Tropfen ich abzahlen sollte. Aber

j. Uhr, Sambutt

können. Das Ausland wundert sich über das schnelle Tempo der Entwickelung. Es ist klar, daß die Frtedensttäume nicht so schnell reifen. Wir haben zunächst die Entpolitisierung in den wichtigsten Ministerien durchgesetz: Dav auswäi- tige Ami und das ReichsoerkchrSminiisterium smd entpolittsiert und der (Mxntlc der Eutpolittsierung schreitet bet den Parteien vorwärts. Dann fragen andere: Wo sind bie berusenen Führer der deut­schen Großwtrtsckost? Wir bedauern eS, daß sic dem Kabinett nicht angehören.

Fhr. v. LerSner sprach Nm Revision des FriedensvertrageS, woran sich eine Aussprache schließt. Als erster Redner begrün­dete der Reichstagsabg. G i l m e i ft e r eine ein­stimmig angenommene Entschließung mit Forde­rung aus Wiedergutmachung des dem deutschen Volk angetanen Unrechts, auf Gleichberechtigung im internationalen Verkehr, auf Nachweis der Be- rechttgung aller Wiedergutmachunzsansprüche, Rückerstattung der Kohlengruben des Saarreviers, der deutschen Kabel, Hevabsctmug der Besatzung, eigene Verwaltung unserer klonten, gleichberech­tigte Entwicklungsmöglichkeft des Deutschtums. Tie Deutsche Volkspartei verpstichtet sich, in der Ver­folgung dieser $iele nicht zu ruhen, biS Deutsch­land wieder frei und ganz sei. Der von Lersner vorgeschlagene fünfglicbrigc Ausschuß zur Vor­bereitung der Revision des Friedens Vertrages wird einstimmig genehmigt.

Frau M e n d e sprach gegen die schwarze Schmach im besetzten Gebiet, eine entsprechende Entschließung sand Annahme. In der Kolo­nial f r a g c fordert eine Entschließung die Re­gierung auf, nicht zu vasten, bis wir die ge­raubten Kolonien roieber erhalten. An die schwer­erkrankte vormalige Kaiserin, die als Frau unb Herrscherin vorbildlich gewesen sei, sendet die Bersammlimg einen Gruß. An die deittsch- österreichischen Brüder und Schwestern geht ein herzlicher Gruß mit der Hoffnung auf baldige Bereinigung.

Hird> und Schule.

Der Turnunterricht im Winter.

Tas Hessische Landesamt für das Bildung-, roefen, Tr. Strecker, veröffentlicht folgende Ver­fügung:

Wenn auch die derzeitigen Verhältnisse uns nicht gestatten, auch die Heizung der Turnhallen unter allen Umständen zu fordern, so ist doch auch fn dieser Hinsicht von Ihnen alles zu tun, was getan werden kann. Jedenfalls empfehlen wir Ihnen, nicht allM ängstlich bei jeder Witterungs­schwierigkeit einfach aus den Turnunterricht gu ver­zichten. Es ist reifet wohl möglich, auch bei käl­terem Wetter die Schüler turnerisch zu beschäftigen, ohne sie an ihrer Geftendheit zu schädigen. Ein Aufenthalt von 45 Minuten in einer ungeheizten

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Pit agresfive Parteipolitit der hrnn Dr Strecker.

sine Abwehr M Herrn Prof. Dr.echian.

Herr Prof. D. Schian ersucht u.is ran Auf- «frne folgender Abwehr:

In der Hessischen Volkskammer hat Herr Prä teilt Dr. Strecker auch die Rede erwähnt, die H bei der Oebenfieier der Universität für bit vfallenen am Totensonntag 1919 gehalten habe, irr hat sie bei dieser Gelegenhett m eine Beleuch- eg gerückt, gegen die ich nachdrücklichst Ein- xud) erheben muß. Ich habe aber nicht die Ab- i)t, mich in eine Polemik einzulassen, sondern H begnüge mich, zwei Stellen der Rede (bte ja im mzf oodiegt) mitjuteilen; die eine ist diejenige s^lle, an der, wie mir bekannt ist, einer meiner jftgen Kollegen Anstoß genommen hatte und die gtia wohl auch Herrn Dr. Strecker nicht gefallen Sen mag. Sie lautet:

Man bietet uns noch einen anderen Trost. Za dürfen so sagt man uns unser Hoffen ibt eng auf nationale Ziele einstellen. Nicht das

,lucf e i n e 5 Volkes und sei es das deutsche! -te es, sondern das Glück der Menschheit. Diesem

, HHxf aber seien wir trotz allem näher gekommen. Shon zeichne sich in erkennbarer Klarheit am erizont die Berwirrlichung einer Völkergemein- -hast ab, in der ein Volk gleichberechttgt neben dem -Sern leben werde, in der fein Raum mehr fein -erbe für nationalen Egoismus oder gar für Unter- rirfunq des einen Volkes durch ein anderes. Die ^schatt hören wir: aber uns fehlt der Glaube icht, weil unsere Herzen nicht fähig wären, Welt- -ett Ziele zu fassen; nicht weil wir verswckte «timialisten wären, die außer dem eigenen Volk ni tonnten unb nichts wollten. Nein, weil -rti alles, aber auch alles zu beweisen scheint, daß tat Glück solcher Völkergemeinschaft weder jetzt -jjA in irgend absehbarer Zeit zu schauen sein -rtb, am allerwenigsten für unser deutsches Volk. E)ir werden nicht satt von den Träumen in den -z-fen der Weltbeglüctor. Mr werden nicht frei :nch einen Bund, der geschaffen ist, um und nkderzuhalten. Wir werden nicht dadurch unseres Lchens froh, daß Amerikas Reichtum und Eng- itbS Mltgeltung ins Fabdbafte wachsen."

Das ist die einzige Stelle der Rd»e, die die steage des Pazifismus anrührt. Mil Herr Dr. Ztrecfer im gleichen Zusammenhang auch von ein» ifitiger Patteiumslellung sprach, setze ich noch eine .itxite Stelle jener Rede hierher. Ich wandte mich legen bte Parteisucht und sagte:

Den Willen zur Einheit dürfen wir ücht verlieren. Unb so sauer es uns werden ag wir akademisch Gebildeten müssen vovan- ceftn. Wir wollen unsere Ueberzeugung vertreten, m wollen in kräftigem Wort offen geißeln, was i geißeln ist. Aber der Mlle zur Einheit muß zu txrft sphen. Nur so handeln wir im Geist der Ge- illenen be5 Weltkrieges. Frellich, die Einheit,.die -ir in chrem Geist wollen, ist vaterländische arbeit. Mit der Vaterlandlosigkeit verbindet uns " chts, keine Rücksicht, ferne Gemeinschaft. Wo iber Wille zum Vaterland ist, da dürfen wir das

Aus Sta-M unb Land.

Gießen, den 4. Dez. 1920.

* An unsere Mitarbeiter. Die erhöhten Portosätze lassen es ratsam erschei­nen, zu kurzen Nachrichten Postkarten zu ver­wenden, die wir mit gedruckter Anschrift un­seren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Wird die Mitteilung bedeutsamer Ereignisse, wie zum Beispiel Großfeuer, Ueberfall usw., uns im Briefe voraussichtlich zu spät errei­chen, so bitten wir unsere Mitarbeiter, uns die Nachricht telephonisch oder telegraphisch zu übermitteln. Für den Telegrammverkehr mit der Presse bestehen gewisse Verbilligungen, auf die wir besonders aufmerksam machen. Pressetelegramme, die im Eingang vom Absender durch das gebührenfreie Wort Presse" gekennzeichnet fern (müssen, kosten 10 Pfennig das Wort. Der Mindeftbetrag für ein gewöhnliches Telegramm beträgt 2M art Für dringende Telegramme wird die Wort­gebühr dreifach berechnet. Unsere Telegram lw Adresse istAnzeiger Gießettt^ ohne weiteren Zusatz. In den meisten Fällen wird die t e l e - phonische Mitteilung billiger fein, da das 3 Mrnutengespräch bei einer Ent­fernung bis zu 25 Kilonteter einschließlich 0,80 Mk., bis zu 50 Kilometer 1,00 Mk., bis zu 100 Kilometer 2,00 Mk. beträgt. Die tele­phonische Uebermittlung hat den Vorteil, daß bei unklaren Angaben 'Rückfragen erfolgen können. Die Redaktton ist unter Telephon 112 von 81 Uhr morgens und 46 Uhr nach­mittags zu erreichen. I Meldungen, die am gleichen Tage in hinserem Blatte erscheinen sollen, müssen bis 10 Uhr vormittags ein­gelaufen sein. Telebrannfv- oder Telephon­gebühren werden in jedem Falle von uns zu­rückvergütet. Für die telephonische oder tels- graphische Uebermittlung selbst vergüten wir unseren Mitarbeitern außer dem Zeilenhono­rar eine Sondervergütung.

** Oberhessische Glocken. Heute abend 8 Uhr wird Herr Pfarrer Schulte von Großen-Linden in dem Landesuniversitätsgebäude, Auditorium 44, über OberhessischeGlocken sprechen. Der Vorttag gründet sich z. T. auf dem reichen Material, das bei der Einschmelzung der Glocken im Kriege zutage gefördert worden und in seiner Hauptsache fast ganz unbekannt ist.

Landkreis Gießen.

o Garbenteich, 1. Dez. Nachdem man tm Laufe des Sommers an öffentlichen Gebäuden, Straßen imb Gossen bte hauptsächlichsten Schäden abgrsrellt hat, wurde dieser Tage einem längst empfundenen Uebelstand abgeholfen. Die Ver­

alten Schalboses.

6 Lich, 3. Dez. JuS Unermeßliche steigen nsrerdings allcntfalben Hc Landpreise. So er­brachte kürzlich die Versteigerung des Massen- yeländes der Feldberedricarng in der f!einen Gc meinbe Nieber-Bessingen 550 000 SRI ein. bas ist etwa soviel als unsere große Gemarkung vor einem Jahr bei dem Verkauf fas Massewnlandcs erzielt fat. Ter Morgen Land kam durchichmttftch ans 1112000 Mk. yu sieden. Un tfaljr far doppelte Bettag ist beim Verkauf des Massengeländes in Ober Vesiingen eingenommen worden. Eine gerat)1 zu fabeldaste Summe, die beim Landverkaus em- genommen wurde, wird von Holzheim berirfrtei. Tort soll bei der Versteigerung von in der ehe­maligen GemarkungBergheinv' gelegenen Gelände für 1600 Quadratmeter die Summe von 27 000 Mark bezahlt worden fein, u

= Lich, 2. De». In einem Nackbardorse wurde kürzlich ein Rind zum Preise von 8,50 Mk. für das Pstmü Lebmdgewickt verkauft. Dis würde etwa 16 Mk. Schlacktgeivickt ansmacken. Jeden­falls handelt es sich da um Vieh. daS von gewissen Händlern ins besetzte Gebiet gkschmuggelt wird, tnefige Metzger können diesen Preis unmöglich an- Icccn. Man erzählt auch, oaß hier vor kurzem ein Waggon Vieh nach Namned am Rhein verlade» worden sei.

S Lich, 5. DG. Das hinter unS liegende starke Frostwetter des Novembers wurde von den hiesigen Brauereien schon flcifcg zum Eisen be­nutzt, hauptsacUich auf dem Albaelfer See unb auf bet Wetter. Da das Hol«machen noch nicht be* gönnen hatte, fanden viele Ottsemwohner vorüber­gehend lohnende Writterbeschäftisung. Daß dir Wettet scholl im Nckemfar so stark zugeftvren roar, daß sie zum! Eismachen unb Mick rum Schlitt^ schuhloufen benutzt werden tmarte, tonnen sich die älteren Leute nur noch aus dem Jahre 1879 er­innern. Damals begann bte Kalte aber erst nach vorhergehendem Regenwetter plötzlick) am 15. No­vember und hielt bann ununterbrochen den ganze» Winter an.

Kreis Schotten.

Ulrichstein, l.De». Die hiesige OttS- gtuppe der Liga zum Schutze der deutschen Kultur eröffnete ihre Winterarbeit mit einem gart besuchten Vottragsabend am vergangenen Sonntag. An Stelle deS in letzttr Stunde durch Unpäßlichkeit verhinderten Dr. Dierrath (Berlin) hielt Herr Wendel (Gießen) ernai etwa zwei­stündigen Vortrag über das Thema:Der Kampi gegen das Chaos, vvllsroirtschaftlicke ErkemitniNe und Lehren". Der Redner zeichovete ein klares Bild von dem furchtbaren Ernst unserer gegenroärtigen roirtfefa ft liefen Lage, zeigte aber auch den Mg zmn Wiederaufstieg und mahnte zu sozialer Verständig­ung und ernstem Arbeitswillen im Dienste bet- Volksganze» In der Anssptacfe wurden noch be­sonders eingehend die Frage dec Sozialisierung des Bergbaus nnb die wirtschaftliche Lage Rußlands forote die sich daraus für uns ergebenden Folge- mmgen erörtert Die Liga beabsickttgt, tm Lause fas Winter« «ine Reihe weiterer öffentLiefer Lor- ttagsabende hier zu veranstalten.

KreiS Friedberg.

Hessische Landeswanderbühne.

**'Butzbach, 4. Tez. Das erste Gastspie- bet Hessischen Loudes-Wlmdetbül)ne m Butzbach bringt am 6. Tezember im Hessischen HofBer- j nnfen e Glock e"^ em deutsches Märckzendvanm m 5 Akten von Gerhard Hauptmann. Darauf folgt am nächsten Tage Lustspiel von Ludwig Fulda Jugendfreund^'. Ter Vorverkmft für beide Vorstellungen ist bei Weifhardt, Buckhandlupg. Beginn der Borstellungen abends 7\'t Uhr.

otre cf e r: .

Aus der Presse ersehen wir, daß Sie in Ihrer kiMmetrede vom 26. 11. 20 unter anderem ilgendes ausgefichrt haben:Den Senaten der litiberfitäf und Technischen Hochschulen habe er ndjt den Vorwurf der Parleipolittf gemacht. J«och :hfcn parteipolitische Strömungen einen ver- mignisvolleu Einfluß auf den Gang der Uni- mclität und Technischen Hochschule ans. Unb er pceche feer nur eine Warnung an bte Ivetten Dozenten aus, m dieser Hnsichtetwas Vrsichtiger zu sein. Unter der Studenten-- hast werfe1 in unerhörter Weise ge- ?Lhl t." (Hess. Landesztg. v. 27. 11. Nr. 280.)

Denn Sie diese Worte tatsächlich gebraucht taten, so müssen wir das auf das Tiefste bebauen:, ^bedingte Wahrhaftigkeit und voll- trmmene Sachlichkeit sollen nach Fichte und emiboldt das tiefste Wesen jeder Hochschulgemein- >)4ft bilden Wir wissen wohl, daß noch viel an der ienlifienmg dieser Ideen auch bei unserer Hocki- feilgememschaft fchlt. Um so stärker müssen wir tieot» auch betonen, daß die BoriiTÜrfe, die Sie xit aller Oeffentlichfttt gegen unsere Universität :r6oben haben, nicht nur jeder Grundlage ent* vfcren, sondern auch dem Lande ein völlig falsches idb unserer Hochschule gäben und sie beshalb ^ck das energischste zurückweisen. Wir erllären hiet- -i: auf das entschiedenste, daß unsere Dozenten- fest in feiner Weise parteipolitische Ansichten

längramg deS sogenannten Judengvabcns, bet tun an einzelnen Stellen notdürftig überbrückt^ war. tmtbc fanalificrt. Obgleich die Kosten sick auf ungefähr 10 000 Marf belauicn, zögerte bet Ge- mrinberat nicht mit her 'Jütiführung, fa npck feiner Ansicht tntrd) Flickwerk die Saetn nidit besser, son­dern höchstens teuerer unb schlechter geroorben rodn*. Weitere Betdei'seQmgen an Wegen nnb Sttaßm sind uotgqeben, müssen jedoch mit Rücksicht au» beit Boran'chlag bis fivm näcjtm Jahr verf'chvbeu roctoen. Hiermitcr fällt mub d»c Verebenung des

fte togte, daß sie sich schm etwas besser fühle, und die Arznei nur hn Notfall nehmen wolle. Ich wollte gerne wissen, was es wäre, weil ich auch manchmal nervöft Anfälle habe. Ta meinte bte gnädige Frau, das könne sie mir leider nicht sagen. Stc hätte die Tropfen von Herrn Dr. Germering bekommen; aber er hätte ihr nicht getagt, was es sei."

Wann sie fte von Herrn Dr. Germering er­halten habe, tagte Ihnen Fran Falkner nicht?"

Nein. Me hätte ich berat auch dazu kommen sollen, sie bas zu fragen!"

Ob und wann die Verstorbene von der Arznei genommen hat, wissen Sie demnach nicht zu sagen?"

Tas Mädchen schüttette den Kopf.

Auch Sie wisjen es nicht, Fräutem Neuhosi? Nun, vielleicht vermag uns Herr Achim Falkner spater Auskunft darüber zu geben. Tas Fläsch­chen ist also, wie ich höre, später Leiber zertrüm­mert worden. Unb Sie Hafen die Scherben be- teihgt."

Ich habe alles mit einem kleinen Handbesen zuftrmmengekehrt imb ferani5gctragcni weil Fräu­lein Neuhoft es mir beichten hatte. Darauf, ob auch Stüde von der Arxneislasche dabei ivaren, habe ich in meiner Aufregung triefe geachtet."

Sie Hafen auch die verschüttete Flüfftgkeit vom Fußboden entfernt?"

5xi, ich habe sie mit einem Dache aufgetrock­net, so gut es ging."

Ist Ihnen habet etn besonderer Geruch aus­gefallen ?"

Nein, gar nicht"

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Mit keinem Wort. Sir war sehr frnntbliA liii mir. Und als ich mernte, daß es gewiß rata? »rüber geh en würde, tagte fte: 3a, ist lari^e von rxger Tauer. Sie hat es also auch nur für einen K rvöhnlichen Anfall gehalten."

Als sie bann tm Bett lag, verliehen Sie fte?"

,Zch tat es, well die gnädige Fma mich forte Hckte. Aber ich machte bte Tür nach dem xtor tictz nicht ganz zu unb spähte während der ta Stunde noch drei- oder viermal durch die --alte. Erst als ich sicher roar, daß sie ruhig tiief, ging ich in meine Kammer."

,,Und wie war das mit den Tchpfen? Etandelte 5 sich dabei um eine Arznei^ die Frau Falkner '6on öfter genommen hatte?"

Tas weiß ich nicht. Aber ich glaube es nicht, öettt das lleiue Fläschchen war noch ganz voll.

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