„Ich kann nicht mehr schlafen, $>err Doktor? Sie müssen mir etwas geben. Ein Mittel, das mir Ruhe und Vergessen bringt. Diese schrecklichen Nächte reiben mich auf."
„Ich. habe Ihnen ja schon etwas verichrieben, Frau Falkner."
„Ja. Aber es nutzt mir nichts. Es ist entweder eint zu schwache Dosis, ater überhaupt nicht daS Rechte: nach kaum einer etunbe bin ich wieder wach. Unb dann bringen mich bte G^anlen, gegen die ich mich nicht wehren kann, zur Ber- zNKnflung. Sie müssen mir Morphium geben."
„Nein, das werde ich nicht tun. Sic werden, wie ich hossc, auch aus minder gefährlichem Woge Ruhe finben."
„Nein," wiberspvack» sie eigensinnig. ..Ich versuchte ja früher schon alle erdenklichen Schlafmittel ohne wirklichen Erfolg! Ich weiß, daß mir nichts anderes Hilst als Morphium. Am rvr.ugiten setzt."
„Warum gerade setzt?"
„Weil ich nrPorbcr so unglücklich und so ver- yueifelt gewesen bin. Natur.ich ist es nur mein Seelen zu stand, der diese gräß.iche Schlassong'eit verschuldet. Wenn Sie für den ein $x {.mittel HLl- teit, Herr Doktor, könnte ich das MorMum allerdings entbehren."
Germering machte eine bedauernde Bewegung mit den Schultern.
lieber die Grenzen des ärztlichen Berufes hrn- aus reicht mein Vermögen leider nicht, gnäbtge Frau."
„Ein rechter Arzt sollte eigentlich auch imm.’r etwas von einem Seelsorger haben. Ich glaube, daß viele Krankheiten gar nicht anders zu heilen l'ütb/'
„Dom widerspreche ich nicht. Mer Sie werden sa schwerlich im Ernst gesonnen fern, mich über die Ursachen Ihrer Verzweiflung zu unterrichten."
„Wenn ich hoffen dürste, daß Sie wahre Teilnahme für mich bcfeelt--"
„Mich erfüllt der aufrichtige Wuiffch, Sie von Ihren Beschwerden besveien zu können. Meiner ärztlichen Teilnahme dürfen Sie sich unbedingt versichert halten."
„Ihrer menschlichen also nicht?"
„Tic eine schließt doch wohl die andere in sich. Ich fürchte nur, daß Sie vielleicht eine zu Hobe Meinung von meinen seelsorgerischen Fähigkeiten haben."
Signe lehnte sichln ihren Stuhl zurück und sagte trauna: „Ach, Sie wollen mir ausweichen. Ich falle Ihnen lästig."
„Gewiß nicht. Wenn Sie nrtr em offenes Wort gestatten wollten, Frau Falkner: Sollten nicht Ihr Gatte oder Ihr Schwiegervater viel eher t>u* geeigneten Persönlichkriten sein. Ihnen den gewünschten seelischen Beistand zu leisten?"
„Mein Gatte, der mich nicht versteht — der mich noch nie verstand? Oder mein Lchwr^Lr- valor. der mich im Grunde seines Heozms ve.ab- schmt, obwohl er mir in Gnaden die Tur seines Hauses öffnete, als er nicht wohl anders konnte? Es sind gerade die Rechten, an die Sie mich da Dcraeijm, Herr Doktor
aDenn es so wäre — ich habe darüber natürlich am Urteil —, könnte Ihnen da mein Rot oder mein Zuspruch irgend el^is nützen?"
'^Ich weiß es nicht. — Esist ja möglich, daß auch Sic mer, nicht helfen können. Aber rch sehne mich fo wach einem Menschen, zu dem ich mich aus-»
sprechen Cann. Man ist in bvfem gottverlassenen Erdeklwinkcl ja so erbarmungswürdig allem."
Sie hatte das Taschentuch an den Augen, und Germerings Herz schlug bekommen in aufstngen- bem Mitleid. Ihn leitete die feste Absickst, nidxt um den kleinsten Schritt über die Sdrantei hinaus- zugehen, bte ihm als dem Arzt dtees jungm Derbes gezogen waren; aber er kam sich hart und erbarmungslos vor in s.iner kühl ablehnenden Hal- ^ng.. Erfüllte er damit, daß er sie durch einen Beweis fernes Mitgefühls auszurichten fuebte, denn nutzt schließlich auch eine ärztliche Pacht'?
„Sie bür en jich selbstverüä:d ich rückhaltlos mtsspvechen, gnädige Iran! Es war nicht meine Absickst, eie daran zu hi Lern."
Sie ließ bte Hand mit dem Tuche feilten und rrä ihn aus feuchten, glänzenden Augen banfbaz am „Sie können nicht ahneir, welckx Wohltat Sie mir erweisen. — Aber es ist so schere:, einen An- rang zu finden. Was haben Sie eigentlich bisher von mir gedacht? Wofür haben Sie mich gehalten t
„Für eine Don Natur und Schicksal begünstigte glückliche fange Frau."
„Glücklich?" Sie lachte bitter. ,Lhr meiner Ehe meinen Sie?"
„Auch in Ihrer Ehe. Ihr Derr Gemäht machte den allerbesten Eindruck auf mich: feine zärtlich? Fürsorge beweist, baß er Sie aufrichtig liebt."
„Nein, er liebt mich nicht. Nicht so wenrg- stens, wie ich mir bie Liebe eines Mannes vorstellte. Es gibt taufenb Tinge, bte er mehr (jebt als mich. Seine Kunst, ferne He:mal, fetne Jugend- erinnerungen und Jugendfreund nrren, vielleicht sogar seinen Vater — was weiß ich!"
LorrjeLung pLflL)
Dritter Blatt
Er. 262
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)
>öe58
Men etc.
roße«
ion
tii
373 plah
neu den
rei tki •rn^r.72t
■ttwaren iheiten in elfer ifarbigen MtU.- nderbetter, )ne ged ieg. Fon
Bunte Jpannstoffe Üelibekleidunp n Hause men u86
sich noch melden. Die Vorträge, die sich aus ganzm Winter ersttecken, sind kostenlos.
mgsgeschäit
standes und des Deinen Handwerks verlange die Ablehnung jeder Sozialisierung. Tie Landwirtschaft solle mehr produzieren. Wie sei das aber möglich, wenn ihr bie erforderlichen Rohstoffe ständig verteuert werden? Ter Friedensvertrag müsse revidiert werden. In Bayern bestehe noch immer eine große Furcht vor dem preußischem Machthunger. Jedenfalls dürfe es nicht so mciter- gchen, bau die Wafserkopfpolitil in Berlin erhalten bleibe. Tas Junkertum sei noch nicht tot, und er bedauere, daß Bayern jetzt gewissermaßen ein Hort der Reaktion werde. Die Ddonarchie habe das deutsch: Volk ins Unglück gestürzt.
Damit schließt die Besprechung. Es folgen persönliche Bemerkungen.
Nächste Sitzung Samstag vormittag 10 Uhr. Tagesordnung: Interpellationen (u. a. über Eupen-Malmedy).
Schluß gegen 7 Uhr.
V
Tie Vorlage für daS Reichsnotopfer.
Berlin, 5. Nov. (WTB.) Die Vorlage für das N e i ch s n o t o p f e r wird nach verschiedenen Blättern im Reichstag so beschleunigt beraten werden, daß sie dem Reichstage schon in der kommenden Woche wird zugehen können.
'VI-mW
iße
3 Uhr- | it: m
sche, 51^ IL
■tf p^-1
I
1
’mf"” I
o:gnc hatte den Schleier über dtc Hutrat cd S?usr<icljoben. Mit rvsckiem Frauenblick, der im ’Syeik, auch die unbedeutendste Einzelheit zu ^'Len weiß, musterte sie ihre Umgebung, wie ihr ein noch sick-ereres Urteil zu getränten ZjJpen Mann, dem iie gegenüberiaü. Aber dies schmucklose Zimmer, befeit Einrichtung J1-! das Ml<rnotwendigstc bei"d>räitrtc, fügte Es war cm ernster, sckstickster Arbeits- a^-en künstlerischen Zierrat und ohne 2”$cmbcutuiig aus persönliche Liebhabereien, die eck' des ärztlichen Beruses lagert. Ties hätte ?V^vohl das Stubieraimmer eines nxltabge- ,, :eit Gelehrten sein können: ein sttm- »^volter Rahmen für romantische Erlebnisfe t 5 leben falls nicht.
Deutscher Reichstag.
Berlin, ö. Nov. 1920.
Das Daus erledigt zunächst Deine Anfragen AM eine Anfvage bes Abg Tauch (Bpt, I --gen entfd-tf ifl tng und Unterstützung der durch ■ rit Wiabc inrfewr Handelsflotte oriverbslos 9: I 1 otdenen Schilfer wird vogierungrsesttg grautvtxrt» ■ 29, daß bei Be vcffenden aus Mitteln der Reeder M-rnd mit Unterstützung der Regierung eine ein ■ i«l»ge Unter Starrte gezahlt wetten solle. Ueber MTst und Verteilung werde dem .Haus eine em- ■ iflcabmbc Vertage zu gehen.
Am rinc Anfrage ies Ahg. B e st t h i e n Vpt ■ i <gen der Be ck.irnvfung deutscher Seeleute in eng- ■ irdxm Hmen etttnVrt cm Regterun geirrt er, die ■ ^geffomb i‘ Itrrte Mm der Regierung im Auge ' '/satten. Wegen der bisherigen Vorkommnisse fei ■’n London Pvotest erhoben worden.
9T« St rat hmann <D. Stall) fra^t nach ■ ei Zahl der raxb in Gefangenschaft schmachtenden ««tfclen Kricasg fmigenen und den Gründen für U« Zurückb-chattung der Offiziere.
Von Regiciungs'rite wird erwidert, daß allem kw'chem nach der ?ürstaufch glatt vor fick gebe « mb bereits Ende dieses Monats die letzten G.' | imeit aus Sibirien abtransportiert werden rbrn. Die Gc amtzahl unserer Gefangenen b'.- i t* sich nmb auf 12 000.
Abg. Schimmelpfennig (D.-N.) fragt, '? tm im Pommerschen Lanbbund organificrten 1 V 000 Landarbeitern nicht die Anerkennung ihrer :eieinigung ausgesprock?eil werden könne. Ein Re- MierimgsVertreter erwidert, daß bereits vor kurz-m
Reich^arbitsministerium die Gründe, die die ■inertemnmg dieser Bereinigimg ausschliehen, dar- t;eg* habe
Auf eine Anftage deS Abg. H e me ta (D.-N.^ Krr'im Ter Hinderung der Verschiebung von Leb ms- ■» .strtn ins Ausland Iräb von feiten der Regierung ■mnoortet, daß die Grenzkonttolle im^ allge- ■m zufrtedenstellend funktioniere
Abg. Iran Ohei mb (Vpt.) fragt wegen ■ gefunb,-rit(td)en Gefahren für unsere Kind'r ■ftitd Ausl es nmg von 810 000 NrilchkÜhen
Staatssekretär Müller erwidert, die Summe rl hn 810000 Milchkühen, die angeblich Frankreich k tricre, treffe nicht zu. Es handle sich viclmelw tn Heinere Teile, die sich über die Ententelcindel t-tteilten. Uebrigens habe bie Regierung unter Vorlegung der wirtschaftlichen Gefahren gegen b' weitere Auslieferung von Milchkühen Ein- dnuh erhoben. Eine Antwort sei noch nicht eine ;mncn
Abg. Tittmann (U. S.) erDärt, das Äufnen der Helfferich und Westarp sei eine Provo- Irion für 'das deirtsche Volk. Die Machtvolitik kr Rechten hat und zum Ruin geführt. Durch firm frevelhaften Unterseebootkrieg ist Amerika! 11 den Krieg hineinge,zogen worden. 2 STrilltonert Vre. ein Heer von Krüppeln und der Zusammen- fcjjfi unseres Volkes sind bas Ergebnis der ferich'chen Macbtvolitik. Dieser Friede ist ein -tschnationaler Friede. Helfferich wollte die ner Misplündern. Er hat also keinen Grund, zu schreien. Tie Entente macht nur nach, unsere Militaristen in Bresh-Litowsk vvr- cuht haben. Als her Redner von bet Ber- rvolitik Teutschlands im Frieben spricht, ent- it großer Lärm, rind es werden Pfuirufe laut, ne Partei bekämpfe den Friedensvertrag, wie jede Vergewaltigung bekämpfe. Aber bie Fov- ufe, bie auf eine Wiedergutmachung hinaus- , müsse erfüllt wetzen. Tie Zerstörung urVb
Verbot der Tieselmotvren richte sich gegen « ftion und Arbeiterschaft und müsse verhin-
Dr. Levi (Kommunist) vermißt in allen Rüien die Sorge um das Volkswohl und um das Pwletariat. Der Krieg sei eine Tragödie für die Welt gewefen, und unter seinen Folgen leide Irankveich nicht toeniger schwer als wir. Der ganze Etat sei nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt fei. Statt daß die Produktion gefördert wird, herrscht überall Stillsttnb. Ter Kapitalismus trägt bie Schulb an dem Sinken unserer Valuta, wie auf dem Banftertag festgestellt ivorben sei. Dieses Sinken sei aber nur eine neue Hungerblockade. Tie Debatte habe eine Geschlossenheit von rechts nach links gegen feine Partei gezeigt. Tie Sachlage wäre wenigstens klar. Dittmann und Ledebonr hätten bie entsetzliche Verleumbung von kommunistischen Mörder^entrolen hervorgebracht jund baburtf) bewieien, baß auch sie zur bürgerlichen Presse gehören. Die Kappisten- Mörder liefen noch heute frei herum, aber unglückliche Kommunisten säßen feit jenen Tagen noch in Untersuchungshaft. Tas sei die Parteilichkeit deutscher Gerichte. In der miswärtigen Politik warne er vor Hoffnungen auf Amerika, dessen Politik bereits festgelegt sei. Er glaub? auch nicht an einen Zwiespalt zwisckien Frankreich und England. Jetzt stehe Bayern im Brennpunkt des europäischen Interesses und der französischm Bestrebungen. Dann bleibt der deutschen R^ft.'ruug nur noch .der Weg nach Osten offen, den sie ick aber durch bte Ausweisung von Sinowjew und Losowsft versperrt habe. Die Schreckensnackftnchten von Sowjetrußlmib seien rate Märchen. Es gehe dem Proletariat nirgends so gut, wie dort. Redner chließt mit einer Polemik gegen Scheidemann.
Abg. Alpers- Hannover lW?lse) wünscht den deutschen Minoritäten die innere Kraft, ihr Volkstum zu bewahren. Der Autonomiegedanke er- cheiut ihm sympathifch. Die engliscf?en Nordsee- fischet seien in unsere deuffchen Fischgründe eiw- gebrvchen und hätten untere FiicAw vielfach vor- lagt. Aii der gan.vat sfLordsceküste herrsche große Aufregung. Der Redner pvlemi'iert dmin gegen den preußi:ch)en Geist, der das Reich 50 Jahre lang geknechtet, aber im Krieg noch nichts zugeleml habe und, wie der Deutschnationale Parteitag zeige, immer noch seine alten Ziele verfolge. Eine [imbe na'ürliche Neuordnung kann item R ich den mneren Frieden am besten gewährleisten und damit den Grund legen zum Wiederaufbau auf Den Grundlagen des Rechts, aber nicht der Macht.
Abg. Eisenberger (Bayr. Baurrnb.): Die Sozialisierung sei ein Lochlagwort für die Maffen. Gewaltkuren werde ein vorsichtiger Arzt nicht vornehmen, und eine solche Gewaltkur sei bie Sozialisierung. Tas Interesse des Mittel-
fikmnnt aber der Puffch von rech's, fo mird sich Oie Urberterjchast einig s.in und ihn so Niederschlagen, baß die R«tze niemals einen neuen Dcriuch W?L bahin .oerden wir Schritt für
00^x11 jur (hrfu.Iimg uni eres Programms schrei tn‘- T« Sozialilierung des Bergbaues ist der erste Schritt.
Reichs Li mmifsar für Ernwaffnung Dr. Pe - ters betont auf eine Anfrage luegcn der Ent- wasinimq der Otttesch und dec übrigen Organi- lationen, daß zunächst die 9(bliefenmg der scfpveren ■J-'oricn hxe (ftefchütze, Maschinengewehre usw. »r- solle. Wegen der sonstigen Entwaffttung mu,fe man die verschiedenen Verhältnisse in b*n cjticlnen Ländern ins ?lug« fassen. In Bayern ii*erix man sich nach den gemach.en Erfahrungen nur fay.vcr twt chr trennen, und bei unserem Üant>- idmh m Ostpreußeir ließe es z. B. nicht ander-5. '.'.can nuiuc daher in diesem Punkte etwas Zeit <rn^r. -^"iwiscyen werde er mit dem bayerischen Mmtster verhandeln. (Ironische Zurufe von linkst Er werd: im übrigen seine Pflicht objektiv erfüllen, wie es das Gesetz vorschreibt, ohne sich von rechts oder lrnls beeinflussen zu lassen.
Abg. Dr. Deruburg (Tem.) billigt die Ausführungen des Ministers des Aeußern gegenüber dem Grafen Westarp, meint aber, daß der Fnebensvertiag nicht erfüllt werden kann und erner Revision zu unterziehen ist aus rechtlichen, sittlichen und wirtschaftlichen Grimden. Der Reiclis- tag müffe hier die Initiative ergreifen, und zwar sei das eine Angeleg<uiheit, die den Völkerbund birttt an gehe. Die Wiedergutmachungskommission habe nichts damit zu tun. Wir berufen uns immer noch auf bte 14 Wilsonpuntte. Eine Wiebergut- machung mache bie eigene Not uns unmöglich. ^Jer Mangel bedrohe das Gedeihen unserer Kinder, deren Sterblichkeit gegen 1913 um 55 Prozent gestiegen sei, wie ein englischer Experte festgestellt habe. Unseve -schiffe, die wir bauten, hat man und atgenommen. Nun fommt noch die Dieselmotoren^ forderung, um miß den Todesstoß z ugeben. Ober- fchleften ist eine neue Bergewa.tigung. Schließlich kommen noch die Kohlenparagraphen, die unser mdufttielles Leben töten. Redner ch-pelliert an die Parteien, alles andere zurückzusetzen und nur bv Revision des Friedensvcrtrages zu verlangen. Alles andere habe keinen Zweck, da alles von dieser Frage abhänge.
Akrche ttttö Schnle.
a. Nieber-Gemünden, 5. Nov. Kürzlich saitt^ hier eine Versammlung des Bezirks kehr er Vereins Ohm-Felba statt, an rocldter auch Nick>tl-Hrer teilnahmen. Lehrer Schmoll- Elpenrod fprach über das Thema: „Volksbildungsarbeit". Im ersten Teil seines Bortrags beantwortete er die Frage: „Warum", im zweiten die »nage: „Wie treiben wir VolksbildungSarbrit?" Eine rege Aussprache folgte dem Vortrag.
a. Flensungen, 5. Nov. Durch den hiesigen Kirchendiener Jhig. Bräuning wurde am Emtedankirst eine Sammlung für eine in Rot geratene Arbeiterfamilie in Groß-Rohrheinl veranstaltet, welch? den schönen Betrag von 166 Mark ergab.
B. (Gebern, 3. Nov. Zu einer gemein» lamen Sitzung hatten sich heute die Pfarrer uno Lehrer des Bezirks Gedern, soweit letztere oen Drganiftenbienfl in den Gemeinden ausüben, im Gasthaus zur Traube zusammengefunden. Es stand die durck; Aufhebung des § 50 des hessischen Volksschulgesetzes Lage auf der Tagesordnung, die von einer Verpflichtung der Lehrer zur Ausübung des Organist e n d i e n st e s für die Zukunft absieht. Bei der sehr regen Aussprache kam der allgemeine Wunsch zum Ausdruck, Mittel und Wege zu finden, bie eine freiwillige Weiter^ sührung des Organistendienftes durch die seitherigen Lehrerorganisten ermöglichen.
O Butzbach, 4. Nov. Unter oer rührigen Leitung des Nektars Storch ist bte hiesige Fo rt- bilbungsschule mit der Zit rn eine renw Fachschule umgebildet worden, de jedem Berufszweig -auf seine Art Rechnung trägt. Die Schule, bte für diesen Wrnter gestern eröffnet wurde, hat 5 Klassen und -war eine für Kaufleute und Bure au beschäftigte, eine für Metallarbeiter, eine für Bau Han dwerker, etne ür Lederarbeiter urü> eire für Lebens- m ittelarbei ter (Bäcker, Megger wsw.). fltur in wenigen Städten von der Größe Butzbachs bütfte das Forlbildimgsschulwesen jetzt fchon so zeitgemäß aus^kbaut sein.
O Friedberg, 3. Nov. Pvos. Dr. Vogel voni Lehrerseminar, der schon feit Jahien durch Veranstaltung phi'iosovhisäer und psyeswlogllchr Vortragsreihen seine ganze Kraft und ferne rcidje Erfahrung in den Dienst der Lehrersortbildunti! teilt, wird auf 'Veranlassung des hiesigen Bezirks- lehrervereins in diesem Jahve Vorträge über E t n- steins Relativitätstheorie lalle.-. Em Vorkursus, der mit den zeim Verständnis der sckiweveu Arterie notwendigsten matl>ematischen und physikalischen Grundlagen vertraut mackste, führte bereits zwischen den Sommer» und Herb stier ven in interessante Probleme der Weltonfckiau- ung äußnyt anschaulich ein. .Heute begannen nun die eigentlichen Vortrage über die Theorie, die mm alle 14 Tage (Mittwockis) von 3—5 Uhr im Lehrgebäude des Lehrerseminars stattsirrden. 60 Teilnehmer, zumeist Hehrer des Krteises, l-atten sich freute bereits ein gefunden. Weitere Teilnehmer kön-
d. Dutenhofen, 5. Nov. Zum Pfarrer der bisherigen evangelischen Kirchen gern errtde hat bas Evangclisckie Konsistorium der Rheinpvovtnz ben Tivistenspsarrer a. D. Przygode ernannt. Wegen bet gleickMitigen Ernennung auch für bte Kirsten gern einbe Münchholzhausen, bie zu dem hie-1
werden. Redner vermißt ein energisches Bor- u gegen das alldeutsche Verbrechergesindel, bas mit feinem chauvinistifchen Geschrrt nur Un- auflade. Das Reick» sei tatsächlich bankrott Mae der monarchistischen Herrschaft. Tas je das Ergebnis der so gefeierten Svar- »■feit. Auch Post und Eisenbahnen seien den Heissem" cks systematisch in Grund tri So^rn cirtmrtfdMUet nwrdm. Obwohl der »'n fdpn feit der Rinrneschlacht 1914 verloren ist er um kapitalistischer Interessen willen » rticTührt worden. An einen Wllteraufbau ist •5 lange nicht zu bcriTcn. 2>r Kapitalismus W- .'ich auf den gering'N Warenl-estand wie Annkißslrygen. Tas ganze Wtrtsck-aftssvslem muß Entert werden Es franft ssch nur, ob oi" Sozia- rttung auf friedlichem Wegn erfolg' Aber erst nrw das, Proletariat die Machtmittel in seiner Gkr1' vereinigt, anrb es un''er Wirtschaftsleben zu
Müte bringen. Ob bte zweite Diktatur des rieteriatä sich wieder so (statt Vollziehen wird, ich angesichts der Anstrengliingen der Rechnen, >'«clte Staa'sgewalt wioder herzustellcn, für sehr iv'ielhaft. Die Staatsgewalt mitib bat Der- ’ JtTn tun Rech'S keinen sonderlichen WiLerstanb iD-gmsetzen Sie hat höchstens Angst vor der ’gräe. Daher muß die Arbeitersckm't in stän- ölh Alcrnnbereiffchaft sein, ohne sich von der ««tem zu Unbesonnenheiten hinreißen zu lassen.
deZalkner aufLmöenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann, ifchucf verboten.) Fortsetzung 29.
-Nuten Abend, gnädige Frau," begrüßte sie Germering, der auf der Schwelle stand, höf- .,Wollen Sic btr Güte hab«', hier cmzu- Jpn: Es ist ein glücklicher Zufall, daß 'ich nickst 0»Fiten wurde, wie es sonst fast allabendlich ge» «fort"
...konnte mich nicht früher losmackxn, weil !*>bic Ab'ahrt meines Mannes verzögerte. — Herr Doktor, Sie hätten sicy> nicht ab» 3•fr lassen, ehe wir uns gesprochen."
es denn so dringend?" fragte er, indem * -v einen Sessel neben dem crnsachen Sckrrribtifch Mckiückte. „Haben Sie über Beschwerden zu von denen ich noch nichts weiß?"
lltigi
Samstag, 6. November 1920
itoen Kirchspiel gehört, schweben noch Vertändlungen mit dem Palrouaislxrrn, dem Fürsten zu -solms-Braunfels.
d. Nicberklccn, 5. Nov. Für die während des Krieges abgeliejcrlen zwei G locken sind jetzt zwei neue von der Glockengießerei Ricker zu Sinn bcichafft worden. Die Glocken sind am verflossenen Sonntag cingeweiht worden. Man ist mit ihnen sehr zufrieden; das Geläute harmoniert sehr gut. Auch Los benachbarte Oberkleen hat neue Glocken beschafft, die mit ben hiesigen gemeinsam cingctrossen sind.
. . B ad - Nauheim, 5. Nov. Za Gunsten deS TtakoniisenhauicS .^Elisabe h nstift" in Tarrn* sand heute nad;nit tag in der Vorzug ich be-
>richten D ankeSkirchc cm Konzert des Leip- ziger «oloquartet.s für Kirchcng.'fang statt. (Sine an.achttgc Gernemde loufchle ben lünsilcmfchcn Darbietungen.
Attnst und Wiffcnfcbaft
u d"lin, ö. Nvv. (K&Mfu Wte btt „ö. b l ist der Kllmmkwfänger Paiü
^uupfer m Cer vergangenen Nacht in Berlin an den Folgen eines Sckilagansalls gestorben.
Spiclplan der Frankfurter Theater. -^Opernhaus Sonntag, 7. Nov, 11 Uhr- Erste» Bolkslräzert.Alen, s 61 2 Uhr: TannhLuier. OTwlag, 8.: Der $ogclhänt4er. Dienstag, 9.: joräigenu: auf Tauris. Mirtwockf, 10., Undine. Donnerstag, 11.: Margarethe. Freitag, 12 : Na- .bet SBcife. Samstag, 13.: Iphigenie auf
T«ur^. Sonntag. 14.: Nock>m. 3 Uhr: Der Brg te häandler. ^Abends 7 Uhr: MaLame Butter.ly. Mmrt^, 15.: Nathan der Wci.c Diatsiag, 16.: vva Dtovvlv. — Schauspielhaus. Sonjw pg, 7 n«hm 3V« Uhr: Johannisfeuer. Abend» 67-. Uhr: Hamlet. Mrnitag, 8.: D e Jaurnalistm. Ttenstag, 9 : Maria Stuart Mitt.mch, 10.: Arn- Vhttrton. Donnerstag, 11.: Rudert und Bertram. Fret ag,12.: Robert und Bertram. Im Oveon- hauö Vvlksvvrstellmtg: Nathan brr Wn e. San* tag 13.: Der MoryuiS von Keith. Sonntag. 14., nadirn.^ 3’/2 Uhr: Tie Journalisten. ?Ibcnbd 71/. Uhr: Robert und Bertram. Montag, 15.: Robert und Bertram Opernhaus Vollsvvrstellimg, Nathan der Wei,e. Dienstag, 16. PrvmrlheL hierauf: Esther.
Kirchliche Nachrichten.
6t)anflffifrfk Gemrinde.
öonntag, den 7. Nov., 23. nach Trinitatis
In der Stad tkirche. Vorm. 9- - Uhr. Mr. Becker. 11: Kinderkirche f. d. Marku.gern.: Pfr Becker. Abds. 5: Pft Mahr. — M'mtag, 8. Nov., obos 8: Bereinig, d. kmf. männl. Jugend d Matthäusgcm. — Tienstaa, 9. Nov., nachm 4 Frauenmifsionsrerem. — Tuimersteg, 11. Nov. alst>s. 8: Bereinig d vonf. wnbl. Jugend d. Mate thäusgem. — Montag, 8. Nov., abds 8: ©e- incinbeticrfammlg. s. Frauen u. Männer b. Mav- ^lisgem. i. Eemeindesaal. — In der Juhannes- krrche ^Borm. 9V2: Parrvssist. Ramge. 11: Kmberfirde f. b. Julamiesgern : Pfr. Aus'eld Abds. 5: Pfr. Beckstalsheimer. — Mon^rg, 8. Nov., abds. i/?8: Bereinig b. Sons, männl. Jugend d. Lulasgem. i. Lukassaal u. d. Bonf. märml. Jugend b. Iohannesgem. 1. Johannessacst. — Sonntag, 7. Nov., rärrn. 11»/«: 9teur Aula, Univev- fitäts-Gottesdienst. — Wie,eck. 7. Nov. Bonn 9: Buchte. 9i/2 : Gottesdienst; tm Anschl. hl. Abente mahl. — Sonntag. 7. Nvv, txorm. 10: Kirch- berg. — 11: Hl AbenDmahl f. L >o l l a r.
Ka.hdlifche Gemeinde.
Samsdag, 6. 7äov., nachm. 5 u. abds. 8 Uhr: Gelegen!), z. hl. Beichte. Bon 4—9 Uhr wird em fremder Priester Beick,te hören. — Sonntag, 7. ^too 24. Sonntag n. Pfingsten. Bonn. 6V2: Gelegenh » hl. Beichte. 7: Hl. Messe. Kommun, b. Männer u. Jünglinge. 8: Austeilg. b. hl. Kommunion 9: Hockurnt in. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. fltachm. 5: Anbackst s. b. Abg.'storbenen. Abdt. pünktlich 7’/2: Jungfrauen-Kong egakstm im Beret!shause — Kat hol. Gottesdienst. 7. Nvv. Lich V28 Laubach 10 Uhr.
ErhÄltl. In den Apotheken; medlz.Gutachten z. Vertagung
Panflavin8"** ""^Pastillen
■Z zur Desinfektion der - und- und /
Ä7 Rachenhöhle. Vorbeucu’gamittei M auf v/ s'enechaftllc'ier Gaeis oei K, Erxtiltunqen, Eoldemlen
Grippe


