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roknben. Dem Rechlsemvfinten be§ Volkes ent

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( f .M baldige Freilassung der beiden Angeklagten Hflßl|lfl|iBl -tut' fträftm sorgen zu wollen.

Vor einigen Talgen erfolgte nun die tele-

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8. Nov., Qbbt-4 lallboi Hindus GtllttilUfn:

Gemütlich« ifammenir ilyTcr Hlotfcü;

iJtft ersuch e, sic möge in Erwägung ziehen, ob» du lnrten nicht freigelassen werten föratten. H wnvte geantwortet, daß die beiden Angoklag- t ohne direkte Anweisung nicht freigelassen!

^tten könnten.

F Jhirj darauf erschien bei der Staatsanwaltschaft tr Nauheimer Deputation, die Dom Justiz- pnister an das hiesige Ge richt Der » v < sen worden sein wollte und erklärte, wenn bi" fr'n Angeklagten nicht bis 12 Uhr mittags frei» .alissen lud reu, würde na6) einem Beschluß der 'F«> Nauheimer Gewerkschaften der General- fltr i f in Bad-Nauheim prok amiert werden. Den Dl'gierten wurte in Gießen gesagt, daß ihr ölnniahtm aus die weitere Behandlung der Ange» benheit gar keinen Einfluß habe und daß die flkötbe es ablebnen müsse, sich durch solche *8rol ungen einschüch ern oder beeinflussen zu : «fm Nachdem d e e Aktion wirkmrgslos geblieben Ire wurde barauf in Bad-Nauheim in einer lirtrmi Versammlung beschlossen, daß der Gen'- rdfttrif nicht erklärt werden solle.

Man muß annehmen, daß die Nauheimer tberichaftm bei dem Justizminister und dem Mi» mfriprälttaitcn Ulrich, persönlich Dorgesvrochen n. bic chnen »war erklärten, in ein schweben- versabren nicht eingreifen zu können, aber für

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Aus StaM ttttb Land.

Gießen, den 6. Noo. 1920.

Kabincttsjuftiz.

Unter d-r UeberschristEin dreister

tlddieb stahl" ke ächteten wir am 19. Ok- . <r über eine Strafkammeroerhandlung, die ftyn ihres politischen Einschlages oon allge- item Ju c else war Zwei Arbnder aus Rödgm Bad-Nauhnm wurden damals wegen schweren tabls, int'er Anwendung der Waffe sowie rn Körperverletzung und Widerstandes unter -agung mildernder Umstände zu 1 Jahr 10 Mo­en bzw 1 Jahr Zuchthaus verurteilt.

Ter Sxrgang der Tat sei kurz in Erinnerung : Eine vierköpsige Patrouille der Schval- iner Fe'dwache, einer Selbstschutzorganisation, § am 27. Juli, nachts auf eine Die bes » 1 be von etwa 10 Personen, die einen nKnarfer plünderte. Die Patrouille wurde jtdoch I- Schüssen empfangen und zog sich zurück, [ sie in der Minderzahl war Die Schießerei aber eine zweite Patrouille, best'hend aus fi n Fe'dschiitzeu imb einem Schwalheimer Sanb» rrt herbei, die Don einem ber Angeklagten a ri-1 f Viff« n und nach allen Regeln der Kunst »^prügelt wurden. Auf Grund der durchaus ,, kbuchrdi.-chi Angaben der beiden Schwalteimer Mit wurden die Angek.'ag en bereits am j Juli verhaftet und später verurteilt. Drei Ent- ^mgszengen beschworen zwar, die beiden An-

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** Aenderungen imFlugpost- o^tn st. Pom 10. November an verkehrt die Droost BerlinBremen täglich ab Berlin j"*p, an Bremen 2.30, zurück ab Bremen * P, an Berlin 3 00. Die tägliche Flugpost- ändung BremenMünsterGelsenkir-

ist am 1. November mit folgendem Ver­ben Flugplan eröffnet worden: Ab Bre- 11.30, ab Münster 1.15, an Gelsenkir- 1.45, zurück ab Gelsenkirchen 10.30, ab wifier 11.15, an Bremen 12.45.

Ernst Zahn-Abend der Zitcra- llten Gesellschaft am So'mtag, 7. Nov., TOt neuen Aula. Auch dieser literariictze Abend allen lütrmturfrcunbcn einige schöne Stun- " bereiten. (Nähe es siehe Anzeige.)

. D i e b st» h l. Bor einigen Tagen wur- oeiN nus der Wirtschaft zur Stadt Marburg ; jrr 17 dort abgegebene leere Kartoffeb- d>elche sich in einem Sack befanden, ent» Mei. Die Säcke* sind z. T. mit K. R. und gezeichnet. Vor Ankauf wird gewarnt.

** Weißkraut. Auf Beschluß der ^Mii chen Lei enSmi'tel-Devutation wird der «^^Verkaufspreis für Weißkraut mit sofor- M Wirksamkeit auf 15 bis 20 Pf. für das sdd festgesetzt.

..." Tie Hausschlachtunyen haben »R Anfang genommen, aber es sind hohe die für fette Schweine gezahlt werden .^LDar für Lebendgewicht i)i5 zu 15 Mk.

|figtu IN der Nacht des Zusammenstoßes rn \aa ex;' y'C Rödger Wirtschaft gesehen zu haben, das Ge- 'U) lU)Ont A nahm aber an, daß bei der unbestimmten tmAL? . yitmiobe ein Irrtum möglich sei.

jlDQuCnlC^ Säwn bald noch der Verhaftung traf ein

llt flAfhiix.« 11 fl r a m m des hessischen Justir»

, iHiaisters ein, worin dieser die Staatsanwalt­

phis che Anweisung des Justiz- nisterS, daß die beiden Verurteilten nach 'IttiSkiaft des Urteils sofort a u 5 der Haft *fltn 11 a f f en seien: es liege ein Gnad n - |(|u ch vor. Dieses Gnadengesuch ist direkt an MMinisterium gesandt worden und erst nachträg» H an bic S traf voll stre ckung sbehörde gelangt. £ Anschein nach wird die Zuchthausstrafe in Gefängnisstrafe umgewandelt werden. Tie teilten sind zufällig Parteigenossen der maß- erinet Min.ster.

Die Verurteilten sind daraufliin am 2. No- anbrr mis der Haft entlassen worden, nachdem xnmb drei Monate darin verbracht hatten. Auf Bfc Strafe sind ihnen von dieser Haft zwei Mo°- unb zwei Wochen angerechnet worden: dies 1 Vt gesamte Untersuchungshaft bis zur Urteils- ''tibg.

Formell hat der Justizminister das Recht, die l»im erstellten Staateanwaltschaften anzuweisen, Wrvv zu entlassen. Es würde sich bann einfach in riu-n Gnadenakt handeln, deisen Ausführung ttib-T ein Rech: des Großherzogs war, das jetzt vis das Justizm-nisterium übergegongen ist.

Das formelle Recht der Begnadigung ist also

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lkrnst es aber nicht, daß organisierte Felddiebe,

6til7 Mil mit Waffengewalt vorgehm, glimpflicher be»

,ntl y llbr l^ 7"-ält werden, als Wucherer. Wucherer sind laiMf

jetzt in Frankfurt mit Recht zu Zuchthaus )qI310uI "(Si DMneilt worben TaS Verbrechen des organi- enioren"'^| firtn Felddiebstahls kann auch darum nicht in Beleuchtung erscheinen, weil die Täter .uz* r« irftiifl Sozialdemokraten sind und das Kabinett ähr erneuten Druck von der Straße her fürchtet, tetr ben es schon anläßlich der Bad-Nauheimers Eis-rolstreiDrohung zu befremdlichen Telegram-

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Samstag, 6. November 1920

bad Pfund, für Schlachtgewicht bis zu 18 Mk. Während man tnrr dem Kriege ein eiiva 2 Ztr. schweres Schlachtschwein für 180 bis 200Mk kaufen konnte, muß man Heuer 3000 bis 3500 Mk. und noch mehr ausgeben.

Kreis Wetzlar.

d. Großrechtenbach, 5. Nov. N^ch immer stehen die Gemendeu der hiesigen Bürger­meisterei sowie auch Diejenigen ber bemchbart n Sürgcrmetflcrei Sckw'feugründ mit den flau er der diesjährigen L a h e rnenei b t Prei^f-aic in Verhandlungen. Tie L-a!e .ource im Frühsachr dieses Jahres, als die Preise aus trm Gorbsozss- marffc ihren Döbepmikt er eidüni, zu einem btren Preise verkau't und abge j:nme i. Als dann brr Preissturz ei trat, toat ter Kän'e art die G-s» meinden mit dem Antra"C aui Preisermäßigung heran, die ihm bis jetzt jedock, noch nid>t ge währt worden ist. Erst vor kurzem fartb in brr Gastwirt­schaft Stroh zu 9ivi8?irJjc.i un -der cme B-.sprc» dnmg van Abordmursm a is len ei zeli e i Ge­meindevertretungen jyttne d s hiesige.! und des Bürgermeisters rxm» se g und u it lern fl'än f und dessen Großabnehmer s.vtt, die jc.-odi zu fr in cm Ergebnis führte. Die Gemernde-t nr-v.-en aller Voraussetzung rach gezwungen sein, den Sllace- roeg zu beschreiten.

d. Niederkleen, 5. Nov. Nachdem vor kurzem die Uebergabe der neuen Pläne stattgefunden hat, geht hier das Zufam- menlegungsversahren seiner Been­digung immer mehr entgegen. Ueberall sieht man im Felde Landwirte mit Planierungs- arbeiten beschäftigt. Die Vergebung der Wege­arbeiten erfolgt voraussichtlich in aller Kürze durch das Kulturamt zu Wetzlar.

dkssen-Nassnu.

X. Hanau, 4. Nov. Im benachbarten Torfe Ostheim wütete heute mittag ein grö­ßeres Feuer, durch das drei Scheunen und mehrere Stallgebäuoe, sowie ein kleines Wohnhaus eitigeäschert, mehrere Wohn­gebäude durch die Wassermasseu beschädigt wurden. Tie Entstchungsursache des Feuers ist unbekannt.

AuS dem Amtsverkündigungsblatt.

** Das AmtsverkünbigungSblatt Nr. 161 vam 5. Nov. enthält:

Karto'felverso rgiffl.

Tie bis petzt für rotrtfdw t.ich Schwache zum Preise von 20 Mk. au'geblochten .stvrtios e inengKM genügen b.i we tem nicht, um beam alleräußrrir benötigten iöeban zuoeefen. Auch ble b: bre Ab­lieferung auch tDiif hinter dem von te.i Vertretern ber Lairdwirtscl a t gegebe en 'ikr poco«-', bis zu 10 Zentnern pro Morgen zu die em Ziveck.^ abzu- liesern zurück. Auspw^em ist auch ber Bedarf ber übrigen Bevölkerung in den 5tübten unbJnbustrro- gemetrtbeii un'eres Xitrn es k üte-Tpeg? gedeckt.

Zur B h bung die er die g--nv vibeit be­rührenden Mißstänbe ivirb ba'er auf Verfügung bes 5/<rnbe5mt aj>nmg^am13 vom 30 Oktaler b I. «auf Grund ber BekanntmartZung b eses Amts vom 26. Oklob r 1920 unb der V roich iung üler bte Enteignung von Gegmstän'e i bei täglidei B- barfs vom 23. Juli 1915 (R ick-s-Olesetzb. S. 467) mit Genehmigung bes ^aulesen>ästru 'gsowts, fol­gendes Devarbnel: § l. fl'a. tuiiehi bür e i aus b.-m Stre t fc G i eßen nur nach a er durch tos Strrid» amt zu crtrilentei Ausfuh ge e m gungausg^führt iterben. Tic Aus uh.ge e in g:mg wird-ristlich erteilt unb zwar bei ^ialmtramspart durch Be ­merk auf bem Frachtbrief, bei Transport per Achse buixb Ausfüllung einer Besä-e.nig'ing, bte ben Tag, an dem brr Transport zur Aus'ührung gebvad'4 nvrben soll, bestimmt: die Besuchtntgunq bat nur für ben in der Beschönigung bestimmten Dog Gültigkeit.

8 2. Zur Deckung des Bedarfs der wirtschaft­lich schwachen Tei e der B<öl>u"g Hot ^-dor ibauer von SOart;>ffe:n, fonrit bisher nicht ge» stehen, pvo Morgen Anbau'läst» 10 Zentner Kartoffeln zum Preisc vjn 20 Mk zur ?lb» liefcrung zu bring^'n, bte kraft Ge'etzes enteig­net nvrbcn. Mit ber PerS'senllichmtg dieser Be­kanntmachung g-ht da- Eiifentum an diesen Star» tosßln auf die yanbe5rartofteffiele über.

Die Er'ossung biefer Kartoffeln e.'fo'gt durch gemischte $t o m m i 111 o n en , re ei gey- benenfalls besondere Beauftragt- her l'a beskcirto'» felste'.le sowie Gendorme r- ober Schutzvol izei b> r- geDrbnet werden. Diese Sfommiffumcn haben tn ben einzelnen Gemeinden unt-r Zugrunbeleg ing b r ihnen von ben Bürgermeiflerri<m zu übermittelnden Verzeichnisse ber ?Inbau"Iidxm e' ctnze'nen l/c fr- roirtc da' Abfie^erung-'o l ie.lyife'tri; b-r (Iignt- bedarf tedeS lanbmi tschosl.'iclien ^trfebes ist tocit» gchenbst zu berücksich'igen. T-ie Stammt"fi/mci to­ben weiter nach Verfügung der Ilanbeskortaffel- ftelle die Mnahme der .Kartvffeln zu regeln, ge­gebenen falls die Uexrnabmc und Bezcililung brr Wove selbst durci^u ühren. Den Stammt |;orei ist auf Verlangen jederzeit Auskrmst über die vorhan­denen Sart.rf fvorräte zu erteilet.

Tie M t.,l»eder der Ksrnmis tonen sind gelxtf» ten, über bic von ihnen ge.nachten Wochrnehnmn^ gen Verschw.ege'hest zi bvlxiten.

3nfon> it Kartosf lau lauer bereits StartüfVn zur Verteilung an roirtfdxi'ri b Schnacke zum Preise von 20 Mk. für den Zentner ober darunter abgegeben haben, sind biee IQcngcn bei "b r Fest­setzung des Ab.'ie'eruugsso ls zu berütffid<tgcn.

§ 3. Tie Gemeint en haken tic V rleilung ber Svarkosf> ln für wr sckast ich Schroste zu rrrefn unb bat Bedarf der ©emeinbe ziinächft aus bat aus der eigenen Gemci'.ide anfallenden Startvfselmrngen zu deckeit.

Ten wirtfchanlicl) schmackvi Tei'en der Be­völkerung ftnb pro Kopf der Fami't? tm Höchst­fälle 4 Zentner Startoifetn zum Prei'e ton 20 Mk. zu üglich der et stete i. e i Trauc- pjrtfoften zuzuleilc'.t, unb zwar nur ttfmreü, als bic Familie den hiernach auf sie e.ttsallachen flar- toffelbedarf mch: breite anderweitig gebest hat. Die Gemeinde Ixrt zum Zwecke d e>r Festnelkungat eine Stammissian einzuletzen. Tr-enigen Prr vnen. welche an die Gern ende An Sicherungen wegm Zuteilung von Sl'örtoffefn für w rt'chafliich schwache gestellt haben, sind ve-pflichtet, dreier K>mmission Zutritt zu ihren Ska to' el ag?rräum- lick-keiteit zu gefaxten, ihnen über tvrlanbcne Vor­räte Auskunft zu geben und die Nachprüfung vvr- hanLarer Vorräte zuzulif'en. Wird be e Aus- lunftspslicht verletzt, so e t ällt ber Anspruch von Svarto'f:ln für m r f.lKt t i.b Schp.ache.

§4 Z ur Teckung des Bedar's an Startaffein üt den SebarfSbcjufen des ItamdaS nxjcben Hw*

ionen Mark betrogen wor-

in

nen insg-samt um 3 00 0 00 M k. zu betrügen. Wäre die Sache gcg'ürft, bann wären bie Ver- bänbe um mehrere Mi'l

Der Soldat erhielt w gen des Diebstahls 2 Mo­nate Gefängnis, wahrend die baten Bauern ihre Hehlerei mit V- 4 Monaten büßen müssen.

Bei dem Skommun al verband war bic Anzeige eingegangen, daß 2 Honde.Slcute, Vater unb Sohn, Mainzlar regelmäßig Geheim schlachtun- gen vornehmen würd.n. Es wurde deshalb uine Haussuchung bei ihnen dorgenommen, bei der frisches Hammelfleisch, 8 fri.'ch? Hammel'üße unb eine gegerbte Rinds haut oorgefunben wuroen. Ter ältere Handelsmann suchte zunächst ben Beamten vorzumachut, daß das Fleisch nicht Hammel-, sondern Ziegenfleisch sei. denn letzteres war schon vor dem 1. Oktober frei Als er aber damit frtn Glück hatte, gab er zu, daß sein Sohn einen Hammel geschlachtet habe und mit dem übrigen Fleisch nach Fran k urt gefahren sei, um es dort ju verkaufen. Die Hchnmelsüßc rührten von Schlachtungen her, die er und seur Sohn für Land-

rtnrte aus Mainz'ar vorgenommen hätten. Die ^aut sianune aus einer Schlackst ung un Jahve 1917. Tie Strabefsehle, die gegen Die Handelsleute unb die Bauern roeg.m der Haussch ackstungen ohne Erlaubnis in Höhe von je 100 Mk. ergang n sind, mürben red>t6fräitig; bageg.m haben die beiden Enteren g>gn die StraitejCble, sow?it sie wegen >2chl'ichhandels und w:g n Nichtaolieferung ver Öaut ergangen sind, Einspruch eingelegt Heute tebauDtet der Jüngere der beiden, er habe bai Hammelfleisch zum Teil in feiner Hausltaltuna verbraucht, zum Teil zur Verpflegung für sich und brn ANj?ehörige, mit denen er für zwei Tage nach Frank u t gefahren sei, mitgiwmmcn. Dies wird ibm angesichts der entgegenstehenben früheren An­gaben seines Vaters nicht geg aubt, und er erhält n^gen Schleichhandels eine Efefängnisstrafe von einer Doch- und eine Geldstrafe von 503 Mk. Sein Bater wirb bagtgtn mangels au ^reichenben De» wies von der Anklage des Scheichhandels unb ber Nichtablieferung ber Haut fr ig-svrochen.

W ie geschahen wurde.

__ Tie Verdnidlung g-geu et ei Vr-l,Händler van Tüss- ldorf g?n»älntc einen inte' sa tm Einblia in die Schiebungen, die leider a'lzu biufij vvrkvmmm. V-m einer Firma in Ol e bürg mar bem Od-rlte s s e i Vie ha delS erb«nd tn Sjiv.» mer 1919 hol ändisckrs Viell) zum flhm an geboten worden, doS in Hol and selbst abgeiv mmen nerbat s-'s d.'- Ter Paß für den Gesckstif's üfrer nxir le« o it5 bestellt und der Vtesitze ide teS Oberhesfifchen Bichbandelsverlxuids war zur Er angung ter Ein- fuhrerlaubnis persönlich bei dem Reichstemmissar für Ein- und Ausfnh b wil'tgung und bei b v Reicl»sileischsielle t:t Berlr-i, Bani te afrr bte zur Einfuhr erf.-r erlick-e ErtaulriiS nicht erlal'en. Er lwrbe Dort ab.r, daß an ber G enje Vie'), daS aus Hvl.ond und ans Dänemark geschmuggel» sei, zu erlyattm sei. Ta er erfahren hatte, daN die ^tavt Bid Nanh im von dem Angekl- g en bernr- tigoö Vieh rrnxirben hatte, besprach er die Sache mit dem Vertreter ter CI enburger Firn a, en em »Viehhändler ans Friichlerg, ber ,ich daraufhin mit tem Angeklagten in Verbindung setzte. ES kam nun zwiscl-en fein Db-rbe fiidri Vie «antels- erbo d und ter Oldenburger Firma ein We t ag z ustande, w^'uach dt--se sich verpsltch'ete. dem Vc rtai b loi'td holländisches Schlachtviel) zu In-em, als ter Vc-r« band verlangte. Ter Oberl:e"if.-'e Viehlxmdels^ ter band bot aus Grund dieses Vertrags ben St'nm- munalverbaitten OH-fr ', Fe» ®rjfv<e au unb Marburg h.stläudischcs Sckilaclstv'eh yim Pieiie doit 7,20 Mk. das Skilo an, wclckr Verbände aus dicses Angebot auch sosart ehigrnr,et.

Als nun am 31. August 1919 hier 32 Stück Dich mit ber Bahn eintrafm, stellten bic Beauf­tragten des ViehbandelSverbanbes und des Kom­mun al verbartdes sofort fest, daß eS sich nicht unt Auslandsvieh, sondern um verschobenes beutsches Vieh handelte. Von ben 32 Tieren waven 20 Stück im Magervichhos in B rlin an dis Stadtgutverwaltung in Gießni unb bie restlichen 12 Stück auf der Station Barnstorf in Hannover an ben Viehhanbel-sverband abge» fanbt worden. Der telegravhisch berbeiflerufene Angeklagte unb der Di hhändler aus Friedbera behaupteten trotztem auf das hartnäckigste, daß da? Vieh ausländisches sei. Erst auf die Drohung des Kommunalverbandes, das Vi h zu beich'ag- nahmen, gab ter Angeklagte zu daß es sich in ter Tat um deutsches Vieh hantele, und war mit tem Sch'ackstviehhöchstvreis von 2.60 bzw 2.20 Mark anstatt des re eiubarten P eiseS von 7.205)?t für das >1i o einversbanden. D'r Nach allein an diesem Geschäft b trägt 8 0 00 0 M k.

Jnzwischm waren auch nach Friedberg, Groß- ^krau und Dieburg gleichialls Sendiuigen mit angeb'irf) holländischem Vieh g-gangen, das dort ebenfalls als teutsches Vieh erkannt wurde. Dem Ang-k.'agten wird nun zur Last gefeit, es ver­sucht zu haben, tnied) tr-rr-c'ienb ae'ckn bertr Mani- tm'ationen ten Oberh ssi^chen Vi'hhande'kverl-and' unb die Kommunalverbände 6)i ßen, Friedterg, Groß-Gerau und Dieburg bei di sen V'iehlie'ernTv-

ten, da ja ein paar tau'end Stück Vi ch geliefert werten sollten. Di' Verhandlung e-gab, daß zwi- fch?n dem Angeklagten, dem Viehhändler anS Fri'dterg unb der Oltenburger Firma ein Ve-strag abgesch'os'en worden war, wonach das g-famte von tem Oberhessi ch n ViehhanbelSr-e^banb zu teziehend' Vieh aui gemeinschaftliche Rech­nung ff'üef-'rt w rden foffte. Die Sache wurde des­halb zur Anste-l^ung wnterer Erm-tt-lunaen ver­tagt. Wahchchinlich wird die Anklage auch noch auf ten Friedberg w Viehhänd'er und die Olden­burger Firma ausgetehnt wrten.

Ein hiesiger Rechtsanwa't und Notar hatt, einen Kol>grn Don hier ttrgcn Beleidigung) terklagt, worauf dieser Wid-rk'agr wegen Beleidi- mt'ig erlwben hatte. Di' Verhandlimg endigte damA, daß beite ter Beleidigung für lch ildig aber n"mich § 199 StGB, für straffrei erklärt wurden. ?.eter von ihnen hat s ine Stai'ten und bie Hälfte ter Gerichts tosten zu tragnt.

Ein Techniker von hier hatte einem Posten ter Reich w'hrNostegarbe" und andere Schimv'worb.' zugerufen. Vor Eintritt in die Ver- hanb'vnn nahm er seinen Einspruch gnren ten auf 75 Mk. lautenten Strastef hl nne^er zurück.

Infolge ter t'uren Hvlzpreii'e kommen jetzt viele Holzentwendungen, die früher als Forstfrevel bestraft wurden, vor das Schöffen- aericht. Di? Bestimmungen über Forstentwrndungen finden nämlich nur bann Anwendung, wenn ber Wert des Entw'nottlm 15 Mk. nich' üterfkigt. Anternfalls liegt Diebstahl vor, der mit ttesängnis Straft werten muß, wmn nicht Notdiebstahl ober llcbertretung von 8 370, 5 StGB, rorli gt So waren drei Leute aus Beuern tveien Holchiebstahls angeklag^. Da sich bei ytri twn ihnen ergab, daß das von ihnen enlw'nd te Holz unter 15 ML nrrt war, fagien sic mit Geldstrafen davon, der dritte dagegen, ter Nuiholz in höherem Werte sich angeeignet hatt', mußte mit e;nem Tage Ge­fängnis teftraft werten. Das Gericht erklärte, daß es auf (teldstrafe erkannt haben märte, wenn daS Gesetz dies zulas'en würde, und empsah' tem Ver­urteilten, ein Gnadengesuch bei tem Ministerium einzuveichm.

Ein Handelsmann von teer wollte die Elek­trisch? benutzen, ohne das Fahrgeld xu ent­richten, roir-te aber von dnn Schaffner beobachtet und zur Zahlung aufgeforbert. Er tat dies jetech nicht, sondern behauptete, das Fahrgeld schnn ent­richtet zu haben, imb beleidigte ten Schaffner mit den WortenLügner", , Lump",Schuft u dgl. Er erhielt einen Sttafbefehl über 150 Mk., legte ater Einspruch dagegen ein. Nachträglich hielt er es jedoch für besser, diesen wieder zurückzuzieheu^,

dofd'ln auch üKt bie nach g 2 an geforderten Dten- gen hinaus tei bet Erzeugern jji et durch bu 'lea mrmndnmg les La leer LH ung a te tom 26 Okttob r 1920 e g s tzte > Erzeug rhöch p rise von 25 Mk. für ben Zentner in An^p.uch ce:um« num. Die uou ten e.iyti. ei Erz-ugern hi r ach abzulirferndert Sta-t-iteluieiu ei n>r.<u d irch die tm §2 Abs. 2 dieser äe an. tra liung ente/ntr Stammiffion iestges.cht ittb er aßt: t n Stet. l üter bie abzuliesenue Me igc c-.t dxnb.t das Miet:» amt endgültig. AuS teil er'a'vei Me tgei ist zunäckm ter Eigenbedarf ter Genvnnte zu decken.

Wird bk lieberasiung be. nach Ab). 1 zur Ab.'i je.-ung bes.imm e-i Vorräte vorn Ck-nxibnanK^ inlxibn: remrigert, fu erso gt die Ei t igmuig durch das STrri.temt oder die von ihm zu tezeichuente Stelle. Die Enteignmig erwlgt zu Gun।tei ber LantesLrrtosfeli. e le.

Bei Zestflel ung des Beterr's ber Bersorgungs- l^weckttgten, soweit bie e nicht' zu ten nn stickaftliä» SchwackLii zählen, findet § 3 Abs. 2 enrspre.iente Annxmbung.

§ 5. Zuwst» r'mkkungrn ge e i vorstete d Anirbnung n netten mit Ge a a is bis zu ,e s Mio: aten oter mit Geldstra e bis zu 1300 Mk. bestrast.

Tk Maul- und SHauen feil (he ist ri T rei^s a. ö. Lda estge'lellt. ES im b ge ilte ein Sten bezirk, betete ib aus ter Gema.tting Treis a. d Lda. Das Brobnchtung^gebiet bleibt unverändert. In LangSdar), Atem» Vtnben, Gemarkung Feldheim , 3nb ei­ben, Opvenrob unb Wieseck ist die Seuche eiloschen. Di' Ge i a fu g Ilangs^r , Skei - i - d m, Ükmarru'ig Fel l e m, In e be , Opi en >?-d und Wtzseck w.tten aus dem Spe rgvbict au-:» tefchiedey unb bem Beobach^ungsgobiet unge­gliedert.

Oeffentlicher Ze 11e l o n sch la g in der Stadt Gießen Da in letzter Zeit des öf'cm ben Vorschrif eu de-s Lokal-Polizei-Regle» menls vorn 6. Oktober 1896 zunndergehandelt worden ist, sieht sich da-? Polizeiamt veranlaßt, d:eses erneut »Ur allgemei ien Kenntnis zu bring'n. B<lanutmachimg?n. geoe biche A.tzeiten, öfsent- lick« Ankündigimgen. in5be,"onbcre von Belnstigun- grn. Versammlungen unb Aufführungen, soweit sie n'cht ben öffentlichen Verkebrsiutereii-m dienen, sen imterba b ber Sadt Gießen und deren Gk» n-a firm, vortelialllich der Aiisnahmebestimmiiii- gen, nur an ten von ber Stadt Giessen errich- een Anschlagssäulen unb angeb ach en Tafeln am geschlagen werden, unb zwar nur burrf) bic von ber Bürgermeisterei Gießen bazu beruh igten Per­sonen. Zuwiderhandlungen, sowie absichlick^e Be- sckiädigilng, Beschnrutzung und linde:recht ickw Be­nutzung der Anschlagslaßln und Säiren, Abreißen iwn Anschlägen von dmselben werden unbeschadet höherer allgemeiner Strasbesttmmmigen mit cinir Geldstrafe bis zu 30 Mk bestraft.

Radfahrverkehr. Da bic Vorschriften über das Berl)altcn der Radfahrer auf ber Straße immer noch wicht genügend beachtet werd.m, sieht sich das Polizeiamt veranlaßt, die wich igsten Be­stimmungen ter Verordnung über ben Radfabr- veik hr vom 6. Mai 1907 und 28. Oktober 1919 em.-ut bekanntzugeben Jeb^s Fahrrad muß mit einer sickier wirkenden Hemmvorrich ung, mit einer beTdmnben Glocke zum Abgeben oon Wa mings- K'chn unb während ber Dunkelheit sowie bei fern Nebel mit einer hell brennen dm Laterne mit farteosrn Gläsern versclien sein, in ten Licht- scbnn nach vorn auf die Fahrbihn wirft. TaS Radfahren ist, außer auf be.t für den Radfahr- verkehr eingerichteten besoiiterm Wegen (Radfahr- iney-n), nur auf ben, für Fuhrwerke beftimmten Weg n und Plätzen gestattet. Außerhalb ter ge­schlossenen Ortsck-afien darf das Fahren mst Zwei> rädern auch auf ten neben den Fahrwegen hin­führen den nicht erhöhten Banketten ftatifiuten. TaS Radfahren auf solchen Fußwegen, bic das Ausnvich^m gestatten, ist anßerl^lb ter Ortsck>aft unt eiter Vorausletzung zulässig, daß die Rav- fabrer stets ten Fußgängern in angemessener Ent- fermmg ausweichen, den Fußweg freilassen und nötigensa'ls abft igm. Auf den H«ltritt ober daS Ha te» ick)en eines als solchen kenntlirten Polizn- beamt.n bat jeder Radfahrer sofort anz»halten unb bie Radfah. karte, bie er bei sich führen muh, auf Verlangen vorzuzeigen. Zuwiderhandlungen gegen diele Vorschriften werten gemäß § 366 Ziff. 10 oes Reichsstrafm setzbuchs mit Ge dstrafe bis »u 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

Schöffengericht.

Gießen, 5. Nov. 1920.

Im Januar 1919 kamen zwei Bau-rn anS dem Westerwald nach Gißen, um hier Pferde zu kaufen. Da t-ie Pfwet» r-'e g rmgeai vor lei waven, wurden sie angeb'icb nach Wieseck geschickt llitterwegs trafen si°zuiällig^" einen Wagen mit zwm Solbaten, von benm ber eine aus bem gleichen Dorfe war wie der Pfn:deliebhal?er. Sie trugen ihnen ihr Anliegen vor unb vnabreteten mit ihnen, daß sie 4 Pferde ber Nachrichtm-Ersatz- Abt. 18, die ihrer Pflege anvertraut waren und damals in Alten-Bu eck standen, sl'hlen und sie an einen verabredeten Ort zwilchen Wieseck und Alten- Buseck bringen sollten. Dies ge-'chgh auch, und die beiten Soldatmi verkauften bie 1 Pferde den Bauern für 800 Mk. Diese tarnen aber mit ihren billigen Pferden nicht w it, denn sie wurden fdjon am gleichen Abend in Gießen festgenommen.

Während ber eine ter beiten Soldaten völlig geständig ist ber andere war nicht erschienen, weshalo. später gegen ihn verhandelt werten wird, behaupteten oie Bauern, sie hätten die Soldaten in der damaligen Zeit zum Verkauf für berechtigt gehalten. Dies rtnro ihnen jedoch vom Gericht nicht geglaubt, denn sie haben früher bei ihrer Fewnahme durch die Polizei angcg""<ni, sie hätten die Pferde in einer unbekannten Wirtschaft von unb kannten Zivilisten für 4 0) Mk. erworben.