Au» Stadt und Land.
Gießen, den 5. Olt. 1920.
Die Entwaffnung der Zivilbevölkerung in Heften.
Tic große (Sntirxr'f.rimg5<attioTi hat bisher über» Ml ein über Er Na tten gutes Ergebnis gehabt. In oUcii Gtegcwben, auf bem Lande so'ivvhl wie in bett StDl.-n, bc|"v;r£>cr4 auch in dm (Großstädten, hat die SE&rff-enablicfcning gleich stark eingesetzt. Alle möglito Art«! ton Waffen sind «nn Vorschein gel)mmen. In der Hauptsache sind es Ge- nvhre und Riarabiiier, Von denen tn Hessen allein Tausende zur Ab^icserung gelancsten. Daneben sind Revolver und Pistolen am stärksten bertveten. Aber eine größere Anzahl Maschinengewehre, ia h'gir 'Uünenn>2riec und Revoloer- Eaiwncn sind tmrd. :-i? außergewöhnlich hohen Prä- ntkn aus ihren Bersteckm herausgeholk '.vorder, Es ist au zunehmen, daß in den näck-sten Tagen die Ablieferung in erböf/tem Maße ernsetzen rvtrö, da von, 10. Oktober bela.uitlich die Prämien aus du? Hälfte herabgesetzt werden. So werden z. B für Gewehre und starabiner nicht 100 Mk, s.nü'.wn mir iKxb 50 Mk. bezahlt. Vom 21. Oktober ob norden überhaupt keire Prämien mehr ausbezahlt.
Volkshochschule.
Tie Volkshochschule blickt nunmehr ans das erste Jahr ihres Bestehens zurück. Sie hat im Bil- dungswesen unserer Stadt festen Fuß gefaßt und in allen .Qrtven der Bevölkerung Anerkennung ge- funden. Sie toi;! ia auch für Alle ihre Arbeit leisten, unter strenger Wahrung von politischer und religiöser 9-eutralität.
Tas erste Jahr umfaßte 3 Semester, lieber die beiden ersten ist an -dieser Stelle seinerzeit berichtet worden. Tas 3. Semester war ein Sommer- semester tm£> bauerte bixt Mai bis August. Tie Teilnehmerzahl betrug 300. Außer den programmmäßigen Veranstaltungen fanden Führungen im Oderhessischen Museum statt, cm denen sich über die Hälfte aller Besucher des Semesters beteiligten. Außerdem boten hiesige Musikfreunde, die sich fcfyrm einmal m dankenswerter Weise in den Dienst der Volkshochschule gestellt hatten, den Hörern und Mitg iedein dos Vereins einen Kamme rnrufikabnd, der bei allen Teilnehmern in bester Erinnerung stllht.
Ein neues Semester, das 4., beginn t a m 2 5. Oktober. Das reichhaltige Programm ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben. (Siehe Anzeige.)
Veranstaltungen.
. Dienst« g: Stadttheater, 7 hr: ,Licselott fron der Pfalz". — (5afe Leib, 8 Uhr: Kvnzett und Vorstellung der Medick-Meidinger. — Hotel Einhorn, 8 Uhr: Ringkämpfe. — Lichtsvillhaus: „Tas Mädchen und die Männer", „Arnolo auf der Brautschau" und „Filmsterne". — Lichtspiele Sel- tersweg: „Homunkulus", 3. Teil und „Ganz der Großpapa".
** Amt sgerichtsdirektvrGeb Hardt tourte gestern mv-vgan auf dem al.en Friedhof unter zalstrricher .Beteiligung beiyefetzt. Pfarrer Ausfeld ividmete dem Entstlrbpenen warmenip- fcrnbene Worte. Nachdem Lamdverichtspräsident Dr. Gün g e rich an Nomen des Landg.reich.s und der Sh«otsonwaltschast einen Ki«nz an der Bähre »odergckyt hatte, schilderte Lanbgerichtsdiael'ter Schmahl den Entschlafenen als eenen Mann, der in seinem arbeäSvvllen und styensreuhen Leben rächt Vvm grünen Tisch aus geurteill h^rbe, sondern stets ein Richter voll feimn mensckstichen V«- säänduisses gewesen jet Weiter spracht Landgerichts vat Nenenchagen, LaLyerrchtsdirektm: Bücking und ein Vertreter des Kvrps Hasfia, dem der Berstvrbene angehört hatte. Auch sie legten Kränze am Sarge nieder.
** Amtliche Personal Nachricht en. Ernannt tvurde am 29. September 1920 Regie- runasrat Ludwig Knöpfel zu Darmstadt zum Vorsitzenden der ö^enttolftelle für die Lanigsstatinir mit Wirkung wm 1. Oktober 1920 an - Der Geheime Oberschulrai i. R. Dr. Ludwig N o d nagel wurde auf sein Nachsuchen von dem Amte res Brrsltzenden der Zentralstelle für bie Lanoe?- sbttistik mit Wirümg vvm 1. Oktober 1920 ab enthoben. — Die Versetzung des Lehrers Philipp Keim von Tvrtelweil nach Ern si Hofen ivurb" zurücktzenommen. — In den Ruhestand versetzt wurden am 29. September 1920 der Lehrer an ter Volksschule zu Wipvenbach l.Kreis Büdingen) Wilhelm Diehl auf sein Nach suchen unter Än- erfemrung seiner denk Staate geleisteten Dienste vom 1. November 1920 an, der Lehver an bet Vollsschule zu Seibelsdorf (Kreis Wsfeld) Johs. Hoffmann auf fein Nachsuchen unter Anerken- mmg seiner dem Staate geleisteten Dienste ran 1. Oktober 1920 an.
** Ein Heimkehrerlager zur Aufnahme' von Flüchtlingen aus dem Osten ist seit dem 1. Oktober im ehemaligen GeiangeneNlager eingerichtet worden.
** Tie Bezirksgruppe heimattreuer Oberschlesier Gießen halt ihre Die Falkner avfLmöenhöhe
Roman von ReinhvldOrt mann. (Nachdruck verboten.) Fortsetzung 4.
Er sprach warm und herzlich. Sie aber, die rhm mzw-.fcten fatltic ihre Hand entzogen hatte, crtMberic m gleichnü'igem Tone: ,Lch weitz anck-t, was Tür ein Hindernis das gewesen fmn Ml; ich Darm darum auch nichts tun, um es zu beseitigen."
_."Et Worten läßt es sich allerdings nrcht ausdrucken. Wir lebten ja nicht in Unfrieden; aber iedes van uns ging doch zu sehr ferne eigenen Wege. Wir teilten unsere Freuden und Mm- mcnüsie nicht |o miternander, w Eheleute es tun sollt«!. Ich will dir letzt keinen Vorwurf machen aus der Kälte, die du -ft genug nteüicn l>-re liste, i Annäberungsversuche?! rntg?gengeetzk t>asl. Es soll vergessen und ausgelöscht sein, toeim cs nur wieder anders wird."
„Tu sprichst von Dingen, die ich nicht oer- siche. Datz Flittcrevockten nid# ewig ivÄ-ren, ist dach wohl fine Besonderheit allein unserer Ehe. Und an der mi-ausbleiblichen Ableistung trägt in der Regel eines s-o viel Schuld wie das andere "
„Ich spvnch? mich ja auch nicht frei von solcher Schuld; obre ich bereue sie aufrichtig. Und jetzt, w ich dich endlich m mein Voterlxrus führen durst • — letzt ist mir'5, als könnten wir recht wohl nod: einmal von vorn beginnen Latz uns die schöre Jllryion aufrichten, Signe, daß wir emander erst jett fanden; laß uns unsere Flitterwochen njd einmal erleben."
Sic sah ihm voll ins Gesicht, ein Lächeln uw spielte iyren Mund: „Bist du deiner fc> roenigl
zeitigt. In den Gene rat stteik mären aui
n-
umb nicht eines privaten Arbeitgebers tätig und
;uuu ethks» urioaren 'uroengeoers rang unc» i Hoctzichule in Berlin. Sitz
tom er teure Pflicht vernachlässige, versündige er I Berlin W9, Schlllingstr. 1.
ia doch,
ckiverkranten wie den eines
le ter
ig Er war von
>ruck an?
gestellten der Kreisoerwal!png, der Kreiswitt- schaf.'sstelle, der Kreiskornstelle und be§ Kreiselektrizitätsamtes eingetreten. Dieses Verhalten hatte dem Kreisaussckwsse Veranlassung gegeben an dm Angestellten ca t fogmdes Schreiben zu richten:
„Der KrrisauL-sdniß hat einstimmig das Ber- llalicn der Angestellten während der Generalstreik- tage scharf verurteilt. Er spricht die Ernxrrtung aus, bau die Angestellten sich nicht wieder zu einer so schweren, uom sozia en Standpunkte ans rück-
Hiuift und Wsffcttfcbaff
— Die deutsche Vo lksho chschulge^ m e i n s ch a f t, die den Zusammen-'chlnß der au"
g. Rüddings Hausen, 3. Okt. Unser 1 Kilometer entferntes Nachbardvrf Wermeris- hairsen 'batte bis jetzt noch keine Wasserleitung und Intugte ihr Trinkmasfer in einem gebbhrttn Brunnen mittz^s Puinpe hevausholen. Nun fmb in diesem Drunnen seit einiger Zeit die Rohre 'hecuitter gefallen und dem Brunnen kann kein Wasser mehr entnommen werden. Tarauihi t bat sich bk- Ee- numtbc Wermertshausen entschlossen, Wasserleitung zu bauen uiti). hat einen Antrag gestellt, die Gemeinde ton dem Wasserwerk Rüddrngshausen und Tcckenbach speisen zu laffen, welcl>es auch von dm (Sk-md’.tben genehmigt ivurce. o>ba(b Der Kostenanschlag rertiggrstellt ist, soll auch, lute i>ei«= laukt, die Leitung sofort in Angriff gawmnuen werden.
letzung ihrer Diensttstlichien schuldig machen."
Ein der komnmnisttschen Fraktion angehönm- des Kreistagsmitgiied bezeichnete das Vorgehen 8c» Kreisausschusses gegenüber den Angestellten als einen unerlaubten (Eingriff in die Koalitionsfreiheit des Einzelnen und beantraiste, dem Landrat als Vorsitzenden des Kreisausschusses ein scliarfes Mißtrauensvotum cruvzuftellen. Land al Dr. Voigt führte aus, daß maßgebend für den Kreisausschuß getoefen fei lediglich das Verhaltm der Angestellten. Jeder Arrgeftellte des Kreises sei in hervorrageirdem Maße im Dienste des Volkes
Ärm Frieöbcrg.
6a. Butzbach, 4. Okt. Tte in lnesiger Kaserne unttrgebrMtc Ab wicklnn gsstel le des v> n s. - R gts. Nr. 1 6 8 ist, iote alle anderen,.! mit dem 30 Sept, aufgelöst w>rtzen. Tie noch laufenden Arbeiten mit den einschlägigen Akten sind wie folgt übergegangeit; Renlen-angetegeilheilert av baö B.-r orgmigsamt Frieoberg. Kafse-i-.ln^leg n beiten an die K>)rpsbezirksregiemng Frankfurt. Stammrollen-, Paß- und Personalangelrgr rheiten mrt Aktenarchrv an das Abrvicklmtgsamt des früheren 18. Armeekorps in Darmstadt. Von den An- gNtellten ist ein kleiner Teil von ben Dienststellen übernommen ivorden, ein anderer Teil hat dem neu ercick-teten Versorgungsamt Osfeichack. a. M. Unternommen gefunden; der größere Rest ist leider stellenlos. — Mit der Abwicklungsstelle, die seit 1. April 1920 entmilitarisiert war, verlaßen bve tztztzr Spuren unseres^.-hrnulligen 1. Bataillons
168 bte hiesige <otabt. — Ter militärische wnl vom J.-R. 168 hat in der 6. mib 8 Komp Richsw.-Schiützen-Rgt. 22 (ab 1. Ottaber 10 u:id 11. Komp. Reichsiv.-J.-R. 15 in Kas,el-Nieder- zn«hren) Unterkunft gesunden.
I Hessen Nassau.
MasftnLiebstäAe.
fd. Frankfurt a. M., 4_ Okt. Tie Woh- nungseinbrüche in Frankfutt haben sich tn letzter Zeit in erschreckender Waise gemehrt. Bei der Polizei laufen täglich 30—40 Anzeigen ein, die die Praxis der Einbrecher in übereinstimmender Weise schildern. Tie Diebe steigen durch ein offen gelassenes Klosettfenstet in die Parterrewohnungen oder klettern in den frühen Morgenstunden an den FernsprechleitungOt, Blitzableitern oder Dach- kandeln in die hoher gelegenen Wohnungen und plündern bann nach Herz-enÄust die Zimmer aus. In der Hauptsache stehtett die Leute Kleider und Lebensmittel. Den Anzeigen zufolge wurden in den letzten acht Tagen auf die geschilderte Weise für nicht weniger als 200 000 Mark Wertgegttt- )taube gestohl'M. - Auf der Sttaßenbahn wurden am ersten Mestage Fahrgäste in dem Gegrünge gehörig ausgeplündert. Zur Anzeigk flam der Raub von 30—40 Uhren und zahlreichen Geldbörsen, die durchweg hohe Beträge enthielten. Auch von der Messe werden bereits erhebliche Diebstähle gemeldet.
Eisetchahnbicl) stähle.
fd. Frankfurt a. M, 3. Ott. Die Eisen- bahnv-erwa.'tustg hatte den Wächter Oster mit der Ucherwackmug der Gepäckäbctägungsft.llen im Hauvtbahnhof beauftragt. Oster benutzte seine Vertrauensstellung dazu, daß er mit den Vorarbeitern Köher und Greull gemeinsam die in den Gepäckabfertigungen des Hanptbahnhvfs aufbewahtten Koffer, Pakete usw. in schamlosester Weise beraubte. Haussuchungen im Garten des Hauptbahnhofs förxrteit ein riesiges Warenlager gestvhlerter Eisenbahngüter zutage. Ein großer Teil des Diebsgutes war bereits nach Hanau «n'djoben wvcden. — Ter Bohrcrsabrik Günther L Co„ Frankfurt a. M- West verschwanden seit Monaten ganze Bahnsendungen von Bohrern. Ms Täter wurde von der Eisenbahnkriminalvoliz^i der angebliche Mecha- ntter Gräf aus Mainz-Kastel verhaftet, der die Sendungen -vom Franksurter Bahnhof aus nach deut ibes-etzten Gebiet verschob und sie dort für den dritten Teil der Herstellungsdsten verkaufte. Im Besitz Gräfs 'Hand man noch für Ville Tarnend Mark gestohtenrr Bohrer. In die Diebstahlsaffäre sind auch zahlreiche FiLrnffurter verwickelt.
fd. Friedrichssor s i. T., 3. Okt. Aus der Güterhalle des hiesigen Bahnhofs wurden in der Nacht zum Samstag Eisenbahnsendungen mit Kleidern, Wäsch?, Lebensmitteln von hohem Wert und zahlreich? Ballen mit Baumwollwaren gestohlen. Aus die Ermittlung dec Diebe setzt die Eisenbahnverwaltung eine hohe Belohnung aus.
Der FahnöungSdienst einer GratzftaSt.
fd. Frankfurt a. M., 4. Okt. In den zwei Monaten seines Bestehens hat das Frankfurter Fahndungskommifsariat, dessen Beamtenzahl wegen des herrschenden Beamtenmangels noch recht gering ist, 392 Personen festgenommen, darunter 142 steckbrieflich Verfolgte, und 205 Personen sistiert. Ganzen Änbrecherbanden wurde das Handwerk gelegt und Eigentum, mitunter von erheblichem Wert, den Bestohlenen wieder zugestellt.
Tas Nachspiel eine» Hanauer Streikes.
X Hanau, 4. Oktober.
Der vor einiger Zeit hier ausgebrochene Generalstreik der Hanauer Arbeiterschaft — em Sympathiestreik für die städtischen Arbeiter —, der später durch Verhandlungen bei- gelegi nntrbe, hat ein Na chspiel in der Sitzuug des Kreistages für den Landkreis Hanau ge-
herkrrlischem Körperbau und hielt sich noch tmmei kerzengerade. Das ungelichtete Haar, das in üppiger Fülle die hohe, edel gemeißelte ^tirn um» gab, war gleich dem tief über die Brust berat* fallenden Vollbart nur leicht ergraut; kar uw' sck-ars wie in gesunden Tagen war der Blick seiner Augen aus Mensckx-u und Dinge gerichtet.
Er arbeitete nicht mehr. Die mit llgensinni^r Beharrlictlleit immer wieder wlternommeneii suche, seine Briese selbst zu schreiben, nwBtt cr sedesnull nach ein paar mühsam zu Paper <\<* brachten Beiten aufgeberi Aber er las sehr vu'l. Bücl-er und n-amenllich Bettungen. Sein 3ntete"t am politischen Leben war durch die Zkiankhett nuW verringert worden, und er konnte auch jetzt iwä in starte Erregung geraten, wenn die Ereignis? die sich in den Parlamenten Dorr aus der großen 233f.lt bübne abspielten, ihm mißfielen.
Auck> l^eute furchte sich beim Lesen seine Stirn, er atmete erregt, als Erika 9teuhoff ins Bimmel trat. Sie war zart und fein glich rtg, oon der mäd chenlsaften Schlankheit einer kaum Bwan-tgiähtt' gen. Groß und dunkel standen zwei sehr ansdmcke- volte ?lugen in dem feinen Oval ihres nicht gun; vegelmäßigen, leicht bräunlich getönten Gestchts Mit fast unhörbaren Schritten ualerte sie stÄ dem Sessel des Krauten und legte ihren schonäch tigen Arm über die Rückenlehne.
„Ta bin ich endlich wieder, Onkel. Hast do wogen meines langen Ausbleibens schon tüchttS aus mich gescholten^
„Ist mir nicht ein gefallen. Redest du dir viel' leicht ein, daß ich keine Stunde fang ohne dich Leben könnte?"
(Fortsetzung folgt.)
sicher, armer Achim? Fürchtest du dich so sehr vor der gefährlichen Macht der alten Liebe l>"
Xtetrjffen und verwirrt lehnte er sich zurück: "Ich verstel)e dich nicht. 2Vas willst du damtt sagen?"
„ ',$ö»?r das ist doch so einfach und sto durchsichtig, lieber Freund! Weil das Wtederselten mit dtauletn Neichosf allerlei Ixxlö Erstorbenes in dir auswühlt?, weil du dich ängstigst, datz es über* komrte, flüchtest du zu mir ; meine Zmttllchtett soll dick stark machen gegen die Versuchung. Aber es ist ein unglückliche: Rertungs- veriuch; cazn bitte ick nicht bt? Haiid."
-1' -r8 ,ik ^danken sind das, Signe.' Ich verschmähe es, mich gegen einen so abicheulict-en iberbadü zu öertetbigen."
s. £r abscheulich? Es mag ia sein, daß dir i<loer noch nicht ganz klar geworden bist Uder die Beweggründe bei -^ merkwürdigen Bo-.- Idxagcd. Aber es sind keine anderen; darüber gibt eß nw’iglteng für mich keinen Zweifel. Und, so L>u, Mc iri-t# Mfm; tnm
Wta« »*«««•. Mtt ix-ftr ®ei«6r imtft 011 i»>bl oder übel altern fertig werde.! müssen."
Wmi'Mrr war sehr bleich geworteu. Nur mit sichtlichrr Mühe beherrschte er sich. „Du sveiß«- ,^u sprichst, noch weniger, ime tief deine Worte niid) verletzen 9lbcr wc>m du es imrfli^ I? ansiehst, ime stellst du es oir dann var cah ^r.Lvn künftig nebeneiuanbev [eben sollen?
nhoit äes Vec-
lml los -.u neruttcitenden Pflickllv.rletzung werden verteilen lassen. Sollte diese Erwartung getäuscht werden, so mühte sich der Kreisaussch.iß der an laßt sehen, im Interesse der VolkZgesamtl-eit, für die er verantwortlich ist, mit allen ihm zustellenden ?)?achtmittei, insb.'sondece mit der sofortigen Entlassung, gegen die Angestellten vorzugehen, die sich durch einen ungerechifertigten Streck einer 23er»
cmsgesploch n deutscher GOmnibiage stehenden Volk^ hockjchulen beabsichtigt, ist jetzt i:is Leben getreten Tie Gründung fußt auf der älteren, seinerzeit vor.- Bruno Tauzmann-Hellerau ins Leben neruftnec Volkshochschulgemcinichaft. Ihr sind jetzt zur Seitz' getreten der Deutsck)e Orden, der Deutschbnnd un? das Deutsch? Hochstift zu Gotha. Die Volkshoch- fchulgemeinschaft ist dem Hockstift als besondere Abteilung seiner Arbeiten für deutsche Bolksforschun- und Bolkserneuerimg angegliedert. Zu den Gründern gehören als fühvende Persönlichkeiten Pros Dr. ing. M. Kloß, Prof. Paul Langhans, Dr. Td Schcffer, 29nmo Tanzmann. Ein 23cirat ist au- den Leitern der angefd>Loffenen Hochschulen un^ Emzelpersönlichkeiten gebildet. Vorbildlich für der Aufbau der deutschen Volkshochschule ist die Arndt- Hochschule in Berlin. Sitz des Arbeitsamtes ist
sich gegen die Volksgesamtheit. Im vorliegenden Falle könne weder von einem berechtigten Sympathiestreik, noch von einem berechtigten Streif der Angestellten überhaupt gesprochen iverden, b^ l)alb sei das 23erhalten der Angestellten auch ein stimmig vom Kreisausschuß verurteilt worden Kreistagsabgeordneter Rasch, ein Mehrheitsfozw- list,erklärte das Vorgehen der Angestellten vom ge werkschasllichen Standpunkte aus alt- nicht gerecht fertigt. Tas Streikrecht hätte der Kreisausschuf, nicht angwifen wollen. Tem Arbeiter sollte un> müßte zugestanden roetben, jederzeit zum letzten Mittel (Streik' zu greifen, wenn er seine Forde ruitg anderweitig nicht durchdrücken könne. Tcc , Arbeitgeber müßte jedenfalls aber erst gehört wer den, ehe man zur letzten Maßnahme greife. Tac- sei aber hier nicht geschehen, deshalb müsse ein derartiges Mrhalten als ungewerkschastlich zurück gewiesen werden. Das gegen den Sanbrat bean fragte Mißtrauensvotum wurde ab gelehnt, dagegen ein Antrag angenommen, dem Llngestellteurat durch den Kreisausschuß ein Schreiben zugehnt zu lassen, daß es nicht die Absicht des Kreisaus schusses gewesen sei, in seinem Schreiben den Streik im allgemeinen zu verurteilen und auch nicht da- Kvalitionsrecht anzutasten.
Hs Marburg, 3. Okck 23-is jetzt wurden hier über 509 Gewehre, 1 MaschmenMwehr und über 10000 Patronen abglliesert.
Die Preisgestaltung.
Im ÄLMPf gegen Schieber mrd Schleichhändler.
k. Allend^rf a. d. ILa., 4. Okt. Am hiesigen Bahnhöfe wurden durch die ®entxirmcric 220 Pfund Weizen- und Raggenmehlbe- schlagnahrnt. Tas MeU war unter einer Ladung Holz, die von hier abgehen sollte, verborgen und sollte auf 'diese Weise nach auswärts verschickt werden.
□ Frankenberg, 3. Okt. Nachdem erst kürzlich bei 23ttttenberg ein Gefährt mit 9 Zentner Weizen mehl -cmgSl^alten wurde, gefang es dieser Tage bei Sompdos einen 2Sagcn crnAühalten, brr 20 Zentner Weiten und Roggen mü sich führte. Ferner tourten einer Frau 20 Pfimv und einem Mann 15 Pfund Butter abgcnxminten Weiter gelang es, 45 HärnMel festZuhatteu, die ohne Ettmibnis aus bem Kreis Frantenberg aus geführt werden sollten. Gegen die immer mchi xunehmende Sdneb?rei wird fetzt mit den schärfsten Maßwegeln eiegllchritlen.
fd. F r a n k f u r t a. M., 3. Okt. Die Kriminal Polizei hob Samstag nachmittag im Verein mit der Sicherheitspolizei Frank'utts berüchtigte Schi: berzentral? in der Alserheilictenstraße auf. Trotz eines sckfw:ren Gewitterregens wurden nicht tot Niger als 146 Personen festgenommen und dem Polizeigefängnis zugeführt. Unter den sestgenomm men Par'onen befanben sich vie steck- bri'flich g sucht? Einbrecher, Hochstapler, Hrteldiebe und Schieber. *
oa. Frie dber g , 5. Okt. Die Handelskammer Friedberg, für die Kreise Friedberg, M- dingen und Schotten hat sich in einer Sitzung des Ausschusses für eilige Angelegenheiten mit den mißlichen Zuständen auf dem Kartoffelmarkte befahl und kam dabei zu dem Ergebnis, daß ein Teil der Mißstände auf die gewissenlose, unverantwortliche öelätigimg von wilden Aufkäufern und pveisttri- bendcn Händlern zurückzufühven sei. Anstatt besondere Zurückhaltung W üben, regen diese nnflei Preistreiber die Landwirte durch gegenieitigti Neber bieten zu immer höheren PreisforderunM. an. Die Handelskammer hat es im Interesse des reellen Handels für ihre Pflicht gehalten, bei dm Hesfischen Landes-Arbeits- und Wirlschaftsamt geg:n diese Preistreibereien des unsoliden Handels pocstellig zu werden und wird im Kreise der Hes- sisck?en Handelskammern entsprechende Anträge stete ten, damit aufs schärfste gegen diese imoeranüDOtt* litfjen Händler durch Entziehung der .Handelser- laubnis und strengste Bestrafung vorgegangen wird.
Monatsversomnuung nicht Tonnerstag, sondern I Freitag ab. *
** Di e Gew e rbe -I nspe k t io nDa c m- uabt, Hauptvetteilungsstellc loh Betriebsstoff iur Verkehcszwrcke iKraftfahrzeuge < macht die Kraft- falTrzeugbesitzer darauf aufmerksam, daß ihr für den Monat OVober wieder neben einer größeren Menge Bentzin auch Benzol zur 23etteilung zur Verfügung steh?. Soweic Anttäge^ mn Zu- teiluna für Monat Oktober noch nicht gestellt toure den, find diese umgehmd an obige Behörde auf den bekannten Formularen einzureichen, damit eine eventuelle Berücksichtigung noch möglich ist.
** Oeffentlichc Bücherhalle. Im September wurden 1850 23ä-ibe ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1167, Zeitschriften 105, Jugendschriften 152, Literaturgeschichte 19, Gedichte und Dramen 46, Ländcr- uitb Völkerkunbe 52, Kulturgeschichte 23, Geschichte und Biographien 70, Kunstgeschichte 17, flfature wissenschaft unb Tecknologie 97, Haus- unb Land- wirtschaft 12, Gefundheitslehre 4, Religion unb Philosophie 39, Stoatstcässensckaft 15, Sprach- wisfensckxifi 10, FremospradViäteS 22 Bände. Nach auswärts tarnen 26 Bände.
** T ie Ringkä mpfe im Hotel Einhorn nahmen gestern folgenden 23edauf: Im Kampf Schneider gegen Geh«:mann konnte in 20 Minuten terne Entscheidung her beigeführt werben. Trappen besiegte Werner in sehr schönem Kampfe in 18 Minuten. Alt und Fischer rangen ebenfalls 20 Minuten unentschieden. Heute trifft Altmeister Hitz- ler ein und wirb heute abeud ringen.
Landkreis Gießen.
S. Weitershain, 4. Okt. Da in hiesiger Gemarkung wiederholt Bauxit gefunden wurde, wird in den nächsten Tagen eine auswärtige Firma den Betrieb einer t8auxitgrube eröffnen. Ti- Verhandlungen mit den Grundeigentümern haben zu einem befriedigenden Ergebens geführt. — Zu d7m auf unserem Friedhof geplanten Denkmal für g-efallene Krieger gingen durch eine Haus- sammlung über 4000 Mk. ein.
Kreis Alsfeld.
h. 2ltzenhain, 5. Ott. Bei der hiefigeu Posthilfsstelle ist eine Telegraphenanstalt mit öffentlicher Fernsprechstelle und Unfallmelöe- stelle eingerichtet worden.
Kreis Schotten.
D« Elektrizitätsversorgung.
e. Ulrichstein, 4. Okt. 23on itec Provinz Oberhes«: aus soll wm endgültig zur Versorgung der Gemeinden im oberen Vogelsberg mit elektrischer Energie berangetreten werden. Auf einer Frettag, 8. Ökt., hier im ,.Darmstädter Hof' ftattfinbenbeii Versammlung beabsichllgt die Provi :zirlverMa tung die ^tevölkerung und alle interessierten Kreise von ihren . !Plauen und Absichten zu unte.reichten, zumal sie • Mittel und Wege g.?fmrden zu haben glaubt, ivo- ; nach es den Gemeinden ohne allzu große Auf- . n-enbungen ecmöglichc werden firv.t, sich an das be- ■ steh nde Provinzwetz anznfchießen Tarnt, würde t i sie in den Genuß i>ec Vorteile gelangen, die eine einheitlich? Versorgung der ganzen Provinz mit Elektrizität gegenüber der Einzelversorguirg hat.
Ich tverde euch so wenig stören, wie ich euch nach- zuspüren gedenke. Wenn du eines Tages zum Schluß kommen solltest, daß sie doch besser zu dir gepaßt hätte als ich, wirst du es mir ja hoffentlich sagen."
Mit einer heftigen Bewegung stand er auf. "Ich ivill dir daraus nid>t antworten. Es war M3 Bitterste, was ich in unserer Ehe anszuflosten be- tam. und ich will dir wünschm, daß du diele Zurückweisung nie bereust."
-Ruhig erhob sich nun auch die junge Frau, als gäbe es setzt nichts Wichttgeres für sie, schüttelte sie den Staub der nwrfcbcn alten Bant ton ihrem Mteibe. Jedes Wort bescmvers betonend sagte sie: „Was iollte ich denn bereuen? Es i)t ja gar nid)t bös gemeint. Taß ich mir einstweilen als Retrungsasyl deiner verwirrten Gefühle noch zu gut bin, kannst du mir nicht verübeln. Und trenn bu iridtf unvernünftig bist, können wir das im Hause deines Vaters gestern begomiene sriedlich? Leben ruhig wetterführen."
Er antwortete nicht. Schweigend schritten sie aus dem Wege/ der zur Linöenhähe emporsuhcte, nebeueinander her.
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Mllch nach dem Besuckte des Doktor Barenthin hatte sich Bernhard Falkner von feinem alten Diener Dütschke an Seiten laiien. Er li.bte es nicht, daß viel Aushebens von seinem M'r<mffdn gemacht wurde, unv brachte wie zuvor, wemi die Ansälte nicht gar zu schlimm auftraten, nioch immer einige Blunden täglich außerhalb des Bettes zu. Wi er jetzt tm bequemen Hausanzug vor feinem m(..i i . n rschret ftr sa.b, wach:« er ebciilixre-mg
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s Simftslfai ai I'Mle M'amll sMiIlen mi v mit ihr zusav ü ml, dir übrij aOebt immitttlb sich nm ( teafa handelt Wstsvintels st-tkuzollemstraj ’eg - liegt, h «Mell sich no Wegasten unb ^n in den Nc ichrn Staaten g- urimbe binabbi 9?icht nur ra rrget Okrtt Äst itror ter A 8hast, nm [id M ans eine »War ziehen <’ unter ten B i alfgememen
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