Einzelbild herunterladen

170. Jahrgang

Dienstag, 5. Oktober 1920

Krieg

satzungm stehe, hindere den Kongretz, bat

erklären ober nicht M erklären

SU

betrug die

am

Russische» Getreide in Marseille.

Ein Aufruf WilsouS an die Amerikaner.

ncr

licht für Unser Lebendgewicht, ton Laichen, eres bcflimnil. nach Lebend

ii für Zucht )icb die Preis iie Feststellung ,nb nicht lebiir

2 Abs.1 erteilt Jenen und ver Eintragungen i Angaben er-

des lose

einem Kriege genötigt werden konnten, sei boll- ständig unrichtig. Nichts, was in den Völkerbunds-

ichlächter 5(ci it sie Piek sitz ankansen. Sm . 1 bezeichneten

stehenden Präs

fön zur Unterstützung -----

auf und erklärt, die Beteuptung, da8 die Ber­einigten Staaten auf Grund des Artikels 10 der Völstrbundssasungen von anderen Nationen ju

^Kriegsausbruch der etTte Dampfer mit ruf f i» f ehe m Getreide ein Es ist eine Ladung von 4600 Tonnen Gerste, die General Wränget der französischen Reg-ierung geschickt hat. Weitere Zu­fuhren werden entartet.

J-it darf und damit 'von Hausbesitzern und «fit vom Mieter. Von dem Ertrage sollen ) Prozent «dem Reiche zufließen, von dem Ne je die Hälfte den Ländern und Gemein­er; von Erhebung des Gemeindeanteils kann nrz oder teilweise Abstand genommen, der cozentsatz aber auch erhöht 'werden. Die beuer soll nur bis 1924 erhoben werden dür- Jm Reichswirtschaftsrat ist eine Er- ung der Steuern bis 1931 vorgesehen, die Erhebung durch den Hausbesitzer fortgesallen, la für aber ein geringer .Versuch der Berück- ichtigung der Leistungsfähigkeit gemacht, in- km die Steuer bei Einkommen unter 5000 ll<rrk erlassen, und, wenn die Miete mehr als

vcrziiglich nach tdigcn uni» iier einzusenden, stens ein Zabr Lankesz.-iiki-.il rbe wrzulegen.

Aras dem Aeicve

Ein Reichstzetriebsrätekongretz.

Berlin, 5. Oft. Zu dem heute begirotenben erfrort ReichsbetriebSräte-Kongreß find zahlreiche Teil7«hmer aus allen Gauen Teutsch- Umds em-etrof-en.

Annahme von Hnj.-igcn für die Zagesnummer bis zum RachmiNog vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für l mm Höhe für Anzeigen p. 34mm Breit« örtlich 35 Pf., auswärts 45Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm $rc.tel50Pf. Bei Platz. Vorschrift 20'/, Ausschlag. Haup-tschristlekter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; sür den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Deckt, sämtlich in (fliehen.

ben Dag gelegt

Königsberg, 4. Oft. (Wvlff.) Born pol­nischen Klkiegsschauplatz wird imierm 3. Oktober gemeldet: An der SL-ftvM und der Zentrumssi-ont tft die Lage unverändert. An der Nvrdfvont über- sck>ritten die Polen nach der Cinnalm'.e von No- hTxrrofceT den SerMitschfluß. Die Polen melden als zusammengestrsttes Ergebnis der letzten erfolg retehen Ofsmsiix- auf txr Linie LembergCholrn BrefeLiwwsl feit Mitte September die Gesamt­zahl txm 42000 Gefangenen, 160 Ge­schützen, 350 Maschinensewehwn, 80 Panzer­autos, 2640 W«gyvns und zahlreiches anderes Kriegsmaterial.

Nach dem polnifchen Bericht vom 4. Oktober besetzten die Polsn <m der Nordsr-rnt Podlieszie und Swv j a t i t schi östlich von Bavanowi'.schi. Die Polen melden eine zunehmende Panik und Zusammenhanglosigkeil unter ben bvlfchewüüichen Truppen am Nords! ügel.

Die polnisch-titanische Auseinander­setzung.

K o w n o, 4. Oki. (WTB) Die Litauische Te- legratchenagentur meldet: Die Polen über» fielen mit einigen Divisionen nebst Artillerie und «Kavallerie die Litauer bei Orany und be­setzten nach heftigem ÜBiberftanb den Bahnhof. Bei­derseits sind große Verluste zu verzeichnen. Die Polen setzten ihre Angriffe auch an an bereit Orten fort. Bei den Verhandlimgen in Suwalki verlang­ten die Po'eu eine Demarkationslinie westlich d's Niemenflusses, die die Linie vom 8. Dezember zu Ungimften Litauens überf(breitet, und zwar Drus- kmiki Grodno Neretsch Orany östlich NjemenNastuny, wstxr "bte letztgenannten Orte schäften bei Polen verbleiben sollen. Ausserdem ver­langten sie freie Benutzung der Eisenbahnlinie von Suwalki über Olita nach Orany. Die Litauer er­klärten, diese Forderungen nicht annehmen zu kön­nen. Besonders ernste Bedenken wurden in Bezug auf die für militärische Transporte verlangte Ei'en- babnltnie SuwalkiOlitaOrany geäußert, da dies eine schwere Verletzung der litauischen Neu­tralität bedeute und KomEkationen mit den Rus­

sin türkischer Einfall in Armenien.

Amsterdams. Okt. <WD ) Einer,.Times Melbung aus .Konstantinopel zufolge bdlatigl cs sich, daß Kiasim Kavabekir Pascha mit remdaren Truppen in Stärke tun 15 20 000 Mann die armenische Grenze überschritten und Olty genommen habe. In Armenien herrsche große Erregung. Tie Regie-rung von Eriwan tarnt den Eindringlingen txm ihrer 40000 Mann zahlenden Trupvenmackt kaum die Hälfte gegenüberstellen, um die Nordost- und Sübost­grenze des Landes nicht zu entblößen.

Karben find nach einer Bcrechnmrg des Reichsfinanzministers Dr. Wirtb zur Behe­bung der Wohnungsnot erforderlich. Glaubt man diese 50 Milliarden.wirklich noch aus dem ausgeplünderten Steuerzahler heraus- Vreffen zu können? Vielleicht erreicht der bureaukratische Sozialismus jetzt feinen Wendepunkt. Er wird entdecken, daß sich nicht alle wirtschaftlichen Fragen durch den Staat lösen lassen.

Ur. 254

Der tieft euer H triller rfoeint täghd), außer 5OTIR- unb Fk'-rtags.

SeiMgsprrift flleeatlid) T.arä 3.60 yiÄfllh - Galrägertflbn, pierteljch' lidifHiark 10 M ^dMk.l.SbTlägerlohn; »ilrch bu pofl DttrteU ihrBd) Tlarii 12.- me(41icb<id) BefteHgdb. Zern »rech-Anschlüsse: %rfcuS*rifttetlungll2; Vertag,Geschäftsstelle 51. lalchrifl für Druhtnach- ichte« 3rt)fi)er Äietzrv.

poßtchettoMo: fraitfer: a. M. \1W>

1920. tticht.

wir VMw btträg^ 1 Talon uni

ÖSädifirfJUt. n » ichitätzivallk 'ladt (Bitten.

Iiackplak>'' i; nbcii und niiffl ürieit aui diit liefet-

c-ber bereits in der Mühle des Gesetzgebers. Soeben hat das Reichsarbeitsministerium ,, Dir können ja in Ministerien, Räten und Aus-

pfiffen nur so wählen den Vertretern der IM Hausbesitzer und Mieterorganisationen, des I Deutschen Städtetages, der Handelskammern, II her Baugenossenschaften und anderer intev- II n'fierter Körperschaften den Entwurf eines Ge- I letzes über Regelung der Mietzinsbildung I Reichsmietengesetz) vorgelegt. Es hat natür»

marttäbiilidKn

>n den Santi )ie Zulässigln! iger gcschli^'

ien befHmmtni Sichmärkle feil ng der fianö en Kosten fallet1 68 der»

* * 50

Mot

Sine halbamMche Erklärung über öo$ Ergebnis der Brfifieler ttonserenz

Berlin, 4. Okt. (Wolfs.) In einer Be­sprechung der Brüsseler Konferenz schreibt die »Deutsche Allgemeine Zeitung": Die Konferenz wurde nicht eine Konferenz der Ohn­mächten, aber auch nicht eine .Konferenz, wo Deutschland eine neue in Frankreich mißfallende Jammerarie mit einer Appellation an Europa gegen seine Gläubiger anstimmte. Europa müsse versuchen, sich selbst zu Helsen. Deutschland brauche Hilfe, deshalb müsse es den gegebenen politische Verhältnissen in n> iteftem Mabe Rechnung tragen. Frankreich würde die größte Konti­nentalmacht. Es versuche, durch fein Bündnis mit Belgien, seine große Politik int Osten, auf dem Balkan und gegmüber England auch da zu stabilisieren, wo es Ludwig XIV., Richelieu und Napoleon vergeblich unternahmen. Tie Unruhe über die französischn P'cme liege wie ein Mp auf Europa. Tie wirtschast.iche Lag: Deutschlands sei furchtbar. Wo bleibe die Ausführung der Ber- sprechcn bezüglich Oberschedens und die Kohlen­versorgung von dort? sowie bezüglich der Kon­ferenz von Genf. Teutschand werde loyal sein bis zum äußersten, aber das deutsche Volk er­warte von seinen Lenkern, daß fte Frankreich von seinem eigenen imb richtig gesehenen Vorteil über­zeugen würden. Eine Nation müsse leben können, wenn sie sich nicht selbst auf geben »volle. Deutsch land sei unmittelbar vor dem Punkte, wo es sich um Sein oder Nichtsein entscheide. Die VerHand- lungen mit Frankreich wärbm zeigen, ob man dort die Wahrheit dieses Satzes verstehe.

leinhaildcl."' g zur s'lhrE

Berlin. 4. Oft. (WTB.) DieDeutsche Allgemeine 3eitung" schreibt zum Besticke des Botschafters Mayer beim Ministerpräsi­denten Leygues u. a.: Bei den in der Unter- baltimg erwähnten deutsch-französischen Be­sprechungen handelt es sich um bte Frage, ob vor der internationalen Konferenz über die Wieder - gutmachnng zweckmäßig'.rwnse noch Erörterungen von Sachverständigen ern-esckwten werden sollen. Hierfür hat bte deutsche Regierung einen Vorschlag gemacht, über dm die Verhandlungen itod) nicht abgeschlossen sind.

Der belgische Ministerpräsident bei Lloyd Georges.

B r ü s s e l, 5. Oft. (WTB) Ministerpräsident Delacroix wird nätbiten Montag eine Zusam­menkunft mit Lloyd George haben.

Lanrent nach Pari- abgereist.

Paris, 5. Okt. (WTB.) Der franMsche Botschafter Laurent ist gestern von Berltn hier eingetroffen.

Ein englischer Militärattache in Berlin.

Paris, 5. Oft. (WTB.) Das.Echo de Paris" erfährt, daß die Bonbon er Regierung ben Posten des Militävatbachös in Berlrn nneixr Her­stellen wird und auf diesen Posten ben General Malcolm berufen hat.

iirzeheure Geldentwertung wäre die weitere ?olge. Die Mieter verlangen, daß es über- >arpt keine Mietsteuer, sondern eine Raurw- wird, von der jeder Raumnutzer in rufe Abschätzung erfaßt wird. Die Abschätzung °£. füh nach den ^Einkommen richten, nicht 'ach dem Mietpreis. Kinderreiche ^Familien Mswn geschont werden. Für die Besteuerung M dem Einkommen ist die Finanzanlage ja <hm da, für die Mietspreise nicht. Am besten Mare .es, nur eine Miellurussteuer zu schaji- er, bte nur den Wvhnungsraumluxus trifft atr ©ttwit ginge viel zu wenig ein. 50 Mib-

ig.

) behördl'l" »

It, >?.«< an K1^"1 -rcisc del

Tie anM

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

Drvck miiö verlaß: vrützl'fche Uai». Bach- «nd öteiadrlttterei B. Lange. ZchriftlettNv-, Seschäftatzeke Drnckerei: Zchalstratze 7.

u tin Fünftel bis ein Sechstel des Einkommens s LZmacht, ermäßigt werden soll. Man über- tie nicht, daß int 'Neichswirtschaftsrat die ^kiieterschaft, die 93 Prozent der Bevölkerung lirsmacht, ausgeschaltet ist. Der iHausbesitz 'dsch ist vertreten. Die Mieter verlangen die Weitergestaltung des Entwurfes vor nem gleichmäßig mit Mietern und Bermie- f xit besetzten Forum. Sie lehnen die 30pro- * totige Erhöhung der Miete als unerträglich P fe Sie würde nur die neue Erhöhung aller &Ime und Gehälter bewirken, und eine neue

l'ch große Meinungsverschiedenheiten zwischen t>en beiden wirtschaftlichen Parteien der Haus­besitzer und der Mieter 'gegeben. Schließlich rlugte man sich aber ungefähr dahin, daß den Besitzern die Verzinsung ihres Hauskapitals jnb allen Hausbewohnern auch die Haus­besitzer wohnen doch irgendwo die Abwen­tlang des Verfalls der Häuser und Wohnuw- toft gesichert lwerden müsse. Auf dieser Grund­lage soll nun weitergearbeitet werden. Der Reichstag wird sich sehr bald mit einer neuen Vorlage zu befassen haben, und dann kommt 'ben die unglückselige Mietsteuer dran. So chr auch Ibie Spuren Erzbergers schrecken, die Regierung erklärt die neue, ungeheuer weit­ragende Belastung als unumgänglich not­wendig, um den Wohnungsbau in Gang zu bringen und dem Riesenheer der Wohnungs- 'uchenden neue Häuser hinzustellen.

Das Reich hat bereits int Haushaltsplan iit 1920/21 von neuem 650 Millionen für -auzuschüsse bereitgestellt. Aber dos ist ein tropfen auf den heißen (Stein. Wenigstens bitt man bis jetzt von einer Linderung der Wohnungsnot durch solche gelegentliche Unter- iltzung nichts bemerkt. Nun sollen Hausbau- m im größten Maßstabe als allgemeine Not- lirndsarbeiten unternommen werden. Und da- >u braucht man außerordentlich viel Geld. ?ieglücklichen" Besitzer einer Wohnung sol- !m es bringen. Der genannte Entwurf, der noch un Reichswirtschaftsrat befindet, vikl Reich, Länder und Gemeinden am Er­log einer Besteuerung aller Wohnungen und '^«verbelokale aller Art beteiligen und sieht ^shalb eine Steuer von 30 Prozent auf die ^utzungswerte von 1913/14 vor, unter Frei­hung der feit 1. Juli 1918 (meist mit Bau- tostenzufchüssen) gebauten Häuser; eine ander- r-eite Staffelung der 30 Prozent ist nicht zu- ;i lassen, wohl aber vorgesehen, daß die Steuer 1(8 Zuschlag zur Gebäudesteuer erhoben wer-

Mietegesetz unö Mietesteuer.

Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns:

lieber dem Haupte des vielgeprüften deutschen Steuerzahlers schwebt noch ein D^-- ruklesschwert: Die Mietesteuer Wann wird e; niedersausen? Der gemischte Unteraus- ehuß des iReichswirtschaftsrates hat kürzlich .int Mietsteuervorlage der Reichsregierung ntftimntig angenommen. Zur Beruhigung

Publikums verkündeten dabei halbamt- tbc Mitteilungen, die Sache fei nicht so ehlirnm, der Entwurf werde erst dann in den Zackoftn des Reichstages geschoben, wenn das ibeusalls fällige Rerchsmietegesetz mit btr Zwangswirtschaft int Wohnungswesen nsgeräumt habe. Dieses Reichsmietegesetz ist

lid) S über bie g, i 23.

r LcrorA 01 .

illE ij^

01

Vie Kriegslage im Osten.

Sin polnischer SiegcSbcricht.

Warschau, 4. Oft. (W,lff.) Um die lieber» bleibsel der Smn'etannee zu vernichten, bte |td; nach der Niederlage der letzten Tage zurückziehen, haben unsere Truppen den Servc z in der Ver­folgung fes Feindes überschritten. Wir la­ben Nvwv-Govbnv besetzt Der Zeind, der in der vergrngenen W«de noch die Linie BialnstvkBrest LipnewskiZmn»sk besetzt hatte und die Wled r- aufnribme einer Offensive beabsichtigte, wurde 100 Pis 150 Mnncter zurückgeworien. Er erlitt un- gefeure Verluste an T.Nem, Verwundeten und Gc- fangeten und verln bedeutendes MYiegöTnatmal. 10 SowjetdiVisionen wurden voll­ständig vernichtet, deren Ueberbleibsei rnuß- ten sich nach schweren Verlusten in ben jüngsten Mmfevn zurückziehen. Auf dem Ruätzuge sielen die Arcknve der 3. unö 4. russischen Armee sinvie mehrerer Tivisbonen (21., 25., 27. und 41.) zahl­reiche Brigaden, Rvsimenter und Bataillone tn un­sere Hande. Im Verlache der letzten Ope-.vrtimen erbeuteten wir 42 000 (Sextngene, 160 Jllaiomm, 950 Maschin,7rtgewehrse, 18 Pcmzeraut^s, 7 Panzer- tW, 3 Flug'^uge, 31 L)komv!iven, 2540 Wa­gons, 10 Autos, mehrere Parks und fenstiges z«I>l- viches Kriegsmaterial, was aus die Osiensivabsnlst-

Washington, 4. Okt. (Reuter.) In einem Aufruf an bte Amerikaner anläßlich der bevor- sidert tenwahlert wrderl Dil- erstützung des Völkerbundes

15. Sep.enchcr 305 898, der weiblichen Erstoerbs- losen 97 483, ins^e am. 103 381 g gcnLrr 414 716 am 1. September und 411615 am 15. August. 1920 Zu den eigentlichen Erwerbslosen kommen 373 999 FanMienangeferige, dv? als Zusckstags- empsänger unterslützl irerdc-n, ihre Zcktl betrug am 1. September 386 935. Die neuen Zahlen ent­sprechen etwa wieder dein Lxand vom 1. Aug. 1920.

Beschlüsse der Deutschen Volkspartei.

Berlin, 4. Oft. (WTB.) Einer Mitteilung betNationalliberolen Korrespondenz" aus Wei­mar ist zu entnehmen, daß bei den Beratungen! der Fraktion der Deutschen Volkspartei die Nachricht, der 2leltestenausschuß der preußischen Landesversammlung habe brschtossen, die Neu­wahlen zum preußischen Abaeorb- n e t e n h a u s erst brei Monate nach der Ver­abschiedung der preußischen Verfassung ftattfinben zu lassen, einmütig b?r Aufsafsung begegnete, daß ein derartiges Hinausschicben der Preirstenwahlen eine unmöglich: Sittrativn schaffe, da die Ber- schieberrartigknt der Regierung im Reich und in Preußen schon bisher zu den schwersten Miß- ijeltigtciten führte und weiterhin führen müsse. Die preußische Regierung verfüge über ferne Mehrheit in der preußischen Wählerschaft und maße sich deshalb mit Unrecht an, grundlegende Gesetze, wie beispielsweise die Ereis- und Pcovinzialord- nung, noch verabschieden zu können. Bei dem Bestreben dieser Verschfelmng der preußischen Lanb- tagswahlen trete immer deutlicher das Bestreben der Sozialdemokraten zutage, ihre Machtposition in Preußen über das Maß unberechtigterweise aus­zunutzen. Innerhalb der Fraktion besteht die be­stimmte Erwartung, daß es den in der Reikhs- regierung vertretenen Parteien durch ihren Em- fluß auf ihre Parteifreunde in Preußen gelinge, ein derartiges, die Reichsintevessen schädigendes Vorgehen zu verhindern. Angesichts der bevor­stehenden Wahl des Reichspräsidenten beantragte die Fraktion, daß der Parteivorstand sich wegen der Einigung über eine auf nationalem Boden stehmde Persönlichkeit mit den anderen Parteien und den großen Organisationen des Reiches in Verbindung setze. Die Fraktion hält an der gegenwärtigen Koalitionsregierung fest. An­ges icksts der Haltung, welche die Sozialdemokratie bei der RegieruTr^sbildung im Juni und erneut bei den gegenwärtigen Diskussionen über die Frage ihrer Hinzuftehung zur R-'gierung eingenommen haben, besteht für die Deut che Volks, artei keine VeranlasiuM, von ihrer Seite aus die Eriveiterung der Koalition nach links noch weiter zu erörtern.

Die Spaltung in der U.S. P.

Berlin, 4. Oft. (WTB.) DieFrei­heit" veröffentlicht die vorläufigen Ergebnisse der gestrigen Urwahlen innerhalb der U.S. P. D. über die Stellungnahme zu den Moskauer Bedingungen. Danach ergeben sich in Berlin bis jetzt 13 849 Stimmen für, 12 505 gegen die Bedingun­gen. In den übrigen Kreisen und Städten, aus denen zahlreiche Meldungen vorliegen, schwanken die Majoritäten.

Stuttgart, 4. Okt. /WTB.) Auf der Landesversammlung der U.S. P. W ürt- t e m b e r g s, die Sonnabend und Sonntag in Carrnstadt stattfand, wurde die Spaltung der Partei vollzogen. Nach stürmischer Debatte über den schließlich angenommenen Antrag der Anhänger der Moskauer Bedingungen, den Landesvorstand neu zu wählen, ver- ließenetwa70DelegiertedenBer- handlungssaal, während die Anhänger Moskaus, 170 Delegierte, weitertagten. Während Stöcker über die dritte Internatio­nale referierte, schlug ein (Versuch, Crispin, der mit der Minderheit gegangen war, zur Erstattung seines Referates zu bewegen, febl. Die Minderheit tagte in einem anderen Lokal und erließ eine Kundgebung, in der sie sich als die r e ch t m ä fj i g e U. ©.. 2B ü 11 f e nv bergs erklärt, und dem bisherigen Landes- Vorstand das Vertrauen ausspricht.

Leipzig, 4. Okt. Wie dasLeipziger Tageblatt" erfährt, hat die am Sonntag und Montag in Leipzig vorgenommene Urabstim­mung Über die Aufnahmebedingungen der kommunistischen Internationale eine unzwei­deutige Mehrheit gegen dieMos- kauer Diktatur ergeben. Zur Stunde liegt folgendes Teilresultat vor: '12 o87 gei­gen und 8380 für Moskau. Bon zehn Wah^ lokalen steht das Ergebnis tzwch aus, doch dürfte es das Kräfteverhältnis keineswegs zugunsten Moskaus verscfeebeu.

Oesterreichs Streben nach Anschlutz an Deutschland.

Wien, 5. Okt. (WTB.) Gegenüber ben Aus­führungen der französischen Presse zum Beschtuise der österreichischen Nationalversammlung betreffend die Volksabstimmung über den An­schluß anDeutscklanb bestreiten die Blät­ter, baß hierin eine Verletzung das Friedensver- ageS liege. DasNeue Mener Tageblatt" er* ftärt, baß das Selbstb?stimnrungsrccht als Grund­satz für den Neubau Eirrovas gelte. Es gerade Oesterreick gegenüber rücksichtslos zu. verleugnen, gehe auf die Dauer nicht an und es sei ein tol­les Unterfangen, Verzweifelten, die angst­voll nach einem Ausgang streben, diesen zu ver­sperren. ohne zi»gleich'bie Quelle der Verzweiflung zu versperren. Die Entente und vor allem Frank­reich müsse mit der Taktik des ewigen Nein grund­sätzlich brechen und Oesterreichs Willen zum Sebcn kräftig unterstützen. DieNeue Freie Presse" sagt, mit der Politik der Verbote allein komme man nicht vorwärts. Oesterreich habe die Bestim­mungen von St. Germain notgeirungen anerkannt, aber es könne sich national nicht munb- t o t machen lassen.

Wien, 4. Okt. (WB.f Tie Völkerbuick>-Worre- sp^ndenz meldet, daß dem Präsidenten bet Repa- ra tions kom missiv n cm Gutacksten der österreichisch-. D ö l ter bun M igajiber die beiden revis onsbebürstigen PLn'te ,d?s Friedens- Vertrages von St. Gcnuavr überreicht worden ist.

sen unvermeidlich zur Folge haben wurde. Ohne das endgültige Ergebnis der Verhandlungen abzu- foarten, griffen inzwischen die Polen mit starken Kräften Orany an, um auf diese Weise die litau­ische Delegatton m Suwalki und die fünfgliedrige Kommission des'kerbundes vor vollendete Tat­sachen zu stellen und durch Waffengewalt die Ent­scheidung zu Ihraunftcn Litauens zu erzwingen. Dieser polmsche Wafs-nstillstandsbruch bedeutet eine neue Verletzung der Entschließung des Vötkerbun- und ist ein neuer Beweis für die.rücksichts- Eroberungspolitik Polens gegenüber Litauen.

Die Vrrtretmrg sächsischer Arbeiterinteressen in Berlin.

Dresden, 4. Okt. (Wolff.) Das Ar­beit sm in iste^ri um beschloß, in Berlin eine besondere Stelle zu errichten, welche die Vertretung der Interessen der sächsischen Arbeiterschaft und her sächsischen In­dustrie wahrnimmt. Mit dieser ^Aufgabe wurde der ftühere Ministerpräsident Grad­nauer betraut, der demnächst als Mini­sterialrat der sächsischen Gesandtschaft in Berlin zugeteilt wird.

Rückganq der Zahl der unterstützten Erwerbs­losen.

Berlin, 4. Oft. <Wvlff.) Wie uns an5 dem NttchsarbeitSnrinrsteriu in mi'geteilt wird, ist bte Okstmuzahl der unterstützten Enoerbslvseu vom 1- bis 15. September 1920 tn geringem Umfange zurüclyeyangen. Nach den am.Inten rcüiitfluntren

J