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Mmn erfiHht tmm dir Vfgrdnisse der Reichs- mg-wahlen?

Die Ergebnisse der Reichstagswahlen soll«: so scknell als möglichbekanntwcrden. Die Wahlvorsteher sind angewiesen, die 9)Mbung über das vorläufige Ergebnis auf schnellstem Wege abzusenden. In gröberen Gemeinden mit mehrer- rrn Wahlbezrrten werden sie erst gesammelt. Die Telegramme sollen möglichst noch am Abend des Wahltages, spätestens am 7. Juni, nachmittags 4 Uhr, abgesandt werden. Die Kreiswahlleiter schicken dem Reichswahlleiter zwei Telegramme. Das vorläufige Ergebnis soll spätestens im Laufe des 8. Juni bis abends 8 Uhr gemeldet werden. Sofort nach der endgültigen amtlichen Ermittlung folgt das zweite Telegramm. Die Post- unb Tele­graphenanstalten sind angewiesen, alle Wahltele­gramme und Ferngespräche mit der größtmöglichen Mschleunigung zu behandeln. Ueberall ist für aus­reichende Arbeitskräfte zu sorgen. Alle beteiligtes Telegraphen- und Fernsprechanstalten müssen am Tage der Wahlen und der Ermittlung des Wahl­ergebnisses so lange im Dienst bleiben, bis der Verkehr erledigt ist.

** Die mehrheitssvzialdemokra- tische Partei veranstaltete gestern abend im Eafo Leib ihre letzte Werbeversammlung. Dr. Q u e s s e l - Darmstadt wies eingangs seiner Rede auf die Bedeutung des am 6. Juni zu wählenden ReiclBtags hin, der vier Jahre lang die Geschicke des deutschen Volkes zu bestimmen haben werde. Der Redner gab dann zu, daß die Nationalwahlen im vorigen Jahre entscheidend beeinflußt worden seien durch den damals noch frischen Eindruck des militärischen Zusammenbruchs. Deute aber seien die reaktionären Kräfte in starkem Anwachsen, auch im Zentrum und bet den Demokraten. Dr. Quessel versuchte dann eine Charakteristik der bür­gerlichen Parteien, wobei auch die bürgerlichen Koalltionsparteien manckxn Seitenhieb chinnehnten mußten. Ueber all das, was die drei sozialisti­schen Parteien charakterisiert, schwieg sich der Red­ner mit Absil^ aus. Er wolle dem Bruder­zwist nicht neue Nahrung geben und hoffe, daß die «ruseinauderstrebenden Teile des Proletariats im Feuer des Wahlkampfes zusammengeschmiedet würden. Bringe der 6. Ium eine sozialistische Mehrheit, dann sei die Koalitionsregierung er­ledigt und eine rein sozialistische Regierung trete an ihre Stelle. Im zweiten Teile seiner Aus­führungen schilderte Dr. Quessel die im einzelnen ja bekannte Tätigkeit der Nationalversammlung und Koalitionsregierung und kam zu dem Schluß, daß sowohl in der inneren als auch Außenpolitik Anzeichen einer Besserung festzustellen seien, trotz­dem die .Lage Deutschlands altes andere ds rosig sei. Stadtverordneter Mvßdorf, der zweite Redner des Abends, schilderte tveitläusig hauptsächlich das Verhältnis und die Gegensätze zwischen .Kapitalismus und Sozialismus. In der Aussprache übte der Unabhängige F r t d scharfe Kritik an den Fehlern, die unter der Koali­tionsregierung gemacht worden seien, erkläre sich aber mit den Ausführungen der beiden Vorredner einverstanden. Er beschäftigte sich des weiteren mit Mißständen in unserer Gießener Kommune. Der Demokrat W al t er , ein noch junger Derr, verwahrte sich dagegen, daß die demokratische Par­tei von Dr. Quessel mit den anderen bürgerlichen Parteien in einen Topf geworfen worden sei. Seine Ausführungen gingen zum größten Teil in der Unruhe der Versammlungsteilnehmer unter. Herr Degenhardt (USP.) würde es begrüßen, wenn die Bolschewisten, die ja nur als Freunde der Av- i-eiterschast kämen, ihre Herrschaft über Deutsch­land, ganz Europa, ausbreiten würden. Ein weiterer Redner der USP., Herr Haupt, drückte feinen Schmerz darüber aus, daß dem Volke fein Kontrollrecht genommen worden sei, daß die Na­tionalversammlung die Arbeiterräteabgemorksf Labe. In seinem Schlußwort ging Dr. Quessel auf die Einwürfe der Vorredner ein.

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Berlin, 5. Juni. Einen stürmischen Ver­lauf nahm eine Niefenverfammlung in Neu-Kölln-Berlin, in weld>er der Reichskanz- l e r sich gegen rechts und links wandte. Während seiner Rede hatte sich, wie derVorwärts" be­richtet gezeigt, daß eine nicht unbet'üichtiiche An­zahl von Unabhängigen und Kommunisten im Saale war. Tie fortgesetzten Störungsver- s u ch e wurden von dem Sprecher so jurüdgenntfen, daß die radaulustigen Elemente zum Schweigen kamen. Nach Sclstuß der Rede verlangte die Minderheit, der Reichskanzler siolle da tüeiben. Er erwiderte, daß er im Garten, wo sich Tausende versammelt 'batten, die im Saal keinen Platz mehr gefunden, reden wolle unb daß er sich nachher den Diskussionsrednern zur Verfügung stelle. Einige der letzteren spvackxn dann unter fortgesetztem Lärm, der durch Pfeifen auf Hausschlüsseln ver­stärkt wurde. Unter diesen Umständen war eine Fortsetzung der Debatte zwecklos.

4 Bad-Nauheim, 3. Juni. Die Zen­trumspartei veranstaltete heute abend in der Turnhalle eine besonders ans Kreisen der Kur­gäste gut besuchte Versammlung, in der Frl. Frl. Breuer (Frankfurt a. M.) und Rechts-

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amvalt Ungeheuer Franffart a. M.) sprachen. Heute abend wird in der Deutschen Volks­partei noch Professor Dr. R o l o f f (Gießen) sprechen, und morgen abend wird die demo­kratische Partet den Wahlkampf mit einer Versammlung beschließen, für die Prof. v. Rade (Marburg) als Redner vorgesehen ist.

R.M.K. Darmstadt, 4. Juni. Die gestern in der Turnhalle stattgcfundene Wahlversammlung dermehrheitssozialistischen Partei, in der außer dem Reichsminister Dr. David auch Präsident Neumann sprackmr, war sehr gut be- suckst und nahm einen ordnungsmäßigen ruhigen Verlauf. Es waren allerdings durch die Regierung auch außerordentliche Maßnahmen getroffen. Zu­nächst hxnxn etwa 80 Schrttzleute mit Revol- nem und scharsgeladenett Infanteriegiivehren auf» geboten, welche an und in dem Versammlungs­lokal scharfe Wache hielten. Außerdem tvareit wei­tere buTti>eTl_beiuaffnctc Mann der Bürgersvehr in der Nachbarschaft postiert mtb aXarmbereit, um auf baö geringste Zeichen ihren biauen Kollegen 5U Hilfe zu eilen. Infolge des starken Andranges formten viele Besucher feinen Platz im ^>aale fin­den unb hielt Präsidettt Ulrich Von einem Bal­kon des Nachbarhauses eine Ansprache, die leb­haften Beifall erntete. Für den Wahltag sind be­sondere Vorsichtsmaßregeln getroffen.

-m. Heuchel h e i m, 4. Juni. Gestern abend hielt die Unabhängige sozialdemokra­tische Partei im Saale von Aug. Rinn eine öffentliche Wählerversammlung ab, die von bet hiesigen Ortsgruppe einberufett unb gut besucht war. In 2'/»,sündiger Rede belichtete der Sixf^nt K. Benner- Wieieck die Ursackxm, die nach seiner Meinung die Revolution mti> ben Zusammenbruch unseres Staat Äoeseits herbei füllten.. Er ging bann näher auf die Ziele der einzelnen Parteien ein, betonend, daß seine Partei berufen sei, dem sck-afsen­den Volke die Freiheit zu bringen und bessere Zustände auf allen Gebieten des wirtsck-aftlichen Lebens herbeizuführen. ©eine Ausführungen san­den reichen Beifall. Ta sich niemaud zur Dis- kttssion meldete, wurde die Versammlung durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe, Steinmüller, ge­schlossen.

-m. Hungen, 5. Juni. Gestern abend hielt im LxvaleZur Traube" die Deutsche demo­kratische Partei nnxb eine gut verlaufene Wähler-Versammlung ab. Es sprach San.-Rit Dr. Honigmatm aus Gießen über die Temokrair'. Lelwer Fischer von Gießen gab einen Rückblick über die polisifchen VKhättmste des letzten Jahr­hunderts und sclstlderte die Kampsesart der Oppo- si.ronsparieien. Zwisä-endurch hat.e ;rch Fräuetn Flick von Gießen an die Frauen geivandt und sie ausgesordert, der demokratischen Port-i ihre Stimme zu geben. Tie Versammlung spendete den sach- ltcheu ausklärenden Ausführungen reichen B.istckl. Nach einem Schlußwort von Lehrer Fischer wurde die Versammlung um 12 Uhr geschsvsson.

-m. Hungen, 4. Juni. Gestern abend sprach hier im Saale desDarmstädter Hofes" Dr. Quessel- Darmstadt immens der <Äozmldeum- kra tischen M^hrheitspartei zu einer zahlreichen Zu- lSrerschast. Ueber den Jühalt seiner Rede ver­weisen wir auf den Bericht über die gestrige sozial­demokratische Versammlung in Gießen. Zur Aus­sprache meldete sich niemand, so daß nach einem kurzen Schlußwort des Referenten die Versamm­lung durch dem VvtptzIider der hiesigen Ortsgruppe geschlossen werden fiormte.

* Kes selb ach, 4. Juni. Am DonnerSdag abend stmd hier erre WaUrersamm ug bet Te ixt schnationol en Volksparbi statt, in der Dr. Blank aus Gießen sprach. Tie Aüsfi'chrungen fanden bei dn Zühörern - fettigen Beifall. Gegen­rede fand nicht statt.

? Lang-Göns, 2. Juni. Montag abend sprach hier der sozialdemokratische Minister N e u- tmann. Eine lebhafte Aussprache folgte, in der Dr. Roßberg für den hiffsischen Bauembmid, ,Dr. Blank unb Dr. Lenz (Gießen) für die deutsckuationale Volkspartei sprachen. Ms darauf der Deutschnationale ftub. med. Jung, ein ge­borener Äang-Gönser, sprechen wollte unb bic Vor­gänge der Werner Versammlung in Benshstm er­wähnte, der er persönlich beigewohnt hatte, schnitt ifynt der Vorsitzende das Wort ab. Tie außerordent­lich zahlreich erschienenen Deutschnationalen ver­ließen daraufhin den Saal.

* * Lau buch, 3. Juni. Ten Reigen der hie­sigen Wcktzlver amm.'wgeu schloß am Tonwustag ale .d eine solche ter demo kralis chen Partei, in welcher vor zaUrvicher'^rersthaf. du Prä­sident des B-ildungsamt s Dr. Strecker über d'.e Not des deutschen Bolzes sprach. In feiner Gegenrede begründete und rechtstctigt; Dr. Lutsch- Gießen die Kritik an den gegenwärttgrn Regierungsparteien. Tr. Strecker sprach hierauf das Schlußwort.

Lauterbach, 4. Juni. Der Vorstand des Hess. Bauembiundes, gez. W. Fenchel, Oberh5rgern, schreibt rms: Die in der gestrigen s)Jr. des Gießener Anzeigers verösfentlickste Notiz aus Lauterbach, wonach der Hess. Bauern­bund im Kreise Lauterbach, besonders im Amts­gerichtsbezirk Schlitz, sich für die Deutsche Vvlkspartci erklärt babe, entspricht nicht den Tatsachen unb bedeutet eine Irreführung der Wähler. In einer gestern in Schlitz abgehal­

tenen Bezirksverfammlung des Hess. Bauernbundes hat sich dieser einstim­mig für die Liste Dorsch-Werner ausge- fbrorfjen. Ebenso ist es unwahr, daß der Hess. Bauernbund seinen Mitgliedern die Stimmen­abgabe freie eftellt habe. Alle der­artigen Behauptungen sind nichts als unlautere Wahlmanöver.

-m. L i ch, 5. Juni. Gestern abend fand hier in Steirrs Saalbau eine gut besuchte Versammlung der Unabhängigen Waßwwtr'i ischeu Par­tei statt, in der Reserent Noack-Frankfurt in fön* gereit Ausführungen über die Ziele seiner Partei und ihr Programm sprach.

* Lo n do r s, 4. Juni. Am Tvnmerstag abend um 9 Wc fand hier eine gut besuchte Wahlver­sammlung der T e u t s ch n a t i o n a l e n Volk s- partes, Ortsgruppe Londorf, im Saale des Gast­wirts Borger statt. Nach Begrüßung der Gäste durch den Vertrauensmann. der Ortsgruppe, Herrn Seibel ergriff der Redner, Herr Dr. Lenz aus Gießen, das Wort, um überKritik und Ausbau" unb über ,,M(gemeines über bie kommende Rcichs- tagswcchl" zu sprechen. Ta b'x Ver'ammlung zum größten Teil aus Angehörigen der Deutschen demo- kxntischeir Partei und den beiden sir^ialdemokratu- schen Parteien bestund, so setzte sofort nach' Be­ginn der Rede eine große Opposition ein, die indes nicht in der Lage war, die klar borgelragenen Ausführungen des Redners abzuschwächen. In der Gegenrede, in der d-ie Herren Schäfw, Beckw, Berlin und Häuser auftraten, versuchte man der Tentschnationalen Volkspartei die ganze Schuld am Kapp-Putsch zuzuschreiben, während man für den Ruhr-Aufstand" und sonstige Mißstände im Reich (Hölz und lZenosseu) wenig Worte der Verur­teilung fand. Nachdem die Herren Tr. Mank unb Dr.'Lenz in längeren dtussührungen fcie An- griffe der Gegner abgewiesen hatten, wurde bi* Versammlung von Herrn Seibel kurz vor 1/22 Ul)r geschLosseir.

* Münster, 4. Juni. Gestern abend sand im Saale des Gastwirt Darner eine deMofra- tische Versammlung statt. Herr Weith (Gießen) behandelte das Thema D i k t a t u r 0 der Demokratie und versuchte am Schlüsse noch an Hcrirb einer Anzahl Belege nachzuweisen, baß in den Rechtsparteien weite Kreise über den Kapp-Putsch orientiert waren unb ihm sympathisch gegenüber» stcmden. Nach einer Aussprache, in der Frau Pfarrer Simon und .Lehrer 'Jiämet in ber Haupt­fach)« die Judenfrage berührten, nahm der Refe­rent >das Schlußwort.

§ Ortenberg, 4. Juni. In einer besonders von Frauen und Mädchen gut besuchten Versamm­le g der Teutschnatianalen Volkspar­tei sprach gestern abend in derPost" Fräulein Rennert von Gießen über das Programm ber Teutschnationalen Volkspartei. Die Deutschnatiio- nale Bolispartei sei keine rückständige, reaktionäre Partei, sondern die fort]"chrittlichste Partei, die es überck-rupt gäbe: eine neue Partei mit einem stark christlich-sozialen Einschlag, die von jeder Frau unb Mutter deshalb unterstützt werden müsse. In der Aussprache betonte Tr. Löffler nochmals die Pflicht jedes national Gesinnten, am Wat,iltag. seine Wahlpflicht auszuüben. Frau Tr. Löffler, die die Versammlung eröffnet unb geleitet schloß dieselbe um V2II Uhr mit Tankesworten an die Rednerin.

^Ortenberg, 4. Juni. Tie Wahlbew".'gnng steht ar,ch 'hier auf dem Höhepunkt. Eine Versamm­lung löst die andere ab. Gestern abend sprach im 5)irzelschen Saal in einer Versammlung derM e h r- heitssvzialdemvkratie Abg. Schild- b a ch über die bevorsteh.mben Reichs:agswahlen, es waren ungefähr 55 Zuhörer aller Parteicar er­schienen. Ter Redner entwickelte das Programm der Melstheitssozio.lb-emvkratie, legte die Gründe für den Ausbruch der Revolution dar und beleuch­tete die Verdienste der Me'höl-oitssozialdemokratte in der Koalitionsregierung, dabei mit der Rechten und bec, Linken abrechnend. Tie Versammlung verlief ziemlich ruhig und wurde von Schveüver- nteifter Karl Meuer eröffnet und geleitet. Eine Aussprache sckstoß sich nicht an.

O Schlitz, 3. Juni. Trotz der ungünstigen Verkehrslage des Schlitzerlcmdes im Verhälttris zu Gesamthessen, haben es die Vorstände der hie­sigen Parteileitungen verstanden, reckst viele aus­wärtige Redner für den Wahlkampf zu gewinnen und diesen dadurch recht lebhaft zu gestalten. Mit Ausnahme des Zentrums haben alle Par­teien eine ruhige Werbetätigkeit im Schlitzer- lande hinter sich. Die in Stadt und Land durch Fabrikant Wilhelm Zöller geradezu mustergültig organisierte Deutsche Volkspartei hat schon im Nack)winter und Frühjahr hier und im Schlitzerlande eine ganze Reihe glänzend verlau­fener Versammlungen abgehalten, nwzu Partei­sekretär Dr. Lutch und Prof. Schian (Gießen) als Redner gewonnm waren. Wenn dabei die Deutsche Volkspartei auch nicht in Kampfstellung gegenüber der iwch in den Anfängen begriffenen Organisation der hessischen Volkspartei getreten ist, so galt cs ihr aber darum, sich ihre große alte Aiihängersck)aft unter der bäuerlichen Be­völkerung auch für die neue Wahl zu sichern. V^orgen wird Finanzminister a. D. Dr. Becker nochmals für die Partei hier in Schlitz sprechen. Eine lebhafte Wahltättgkeit hat auch die Hes­

sische VvlkSpartei hier entfaltet. Nach fämtlidjeit Orten des Schlitzerlcmdes bat sie ihre Redner ent­sandt. Hier sprach Prof. Dr. Werner in stark besuchter Versammlung, die ohne Diskussion ruhig verlief. Heute mittag kam es nochmals zu enter aus dem ganzen Schlitzerlande stark besuchten Bauernversammlung, in der die Abg. Dorsch und Fenchel für ine Deutschnationalcn sprechen. Die Mehrhettssozialdemokra ten hatten Minister Dr. Fulda als Redner einer ebenfalls gut besuchten Versammlung ge­wonnen, während für die USP. am darauffolgen­den Tage Stadtv. Maier (Gießen) sprach Auch in diesen beiden Versammlungen kam es zu keiner Aussprache. Die Deutsche demokratische Partei hatte auch eine gut besuchte Versamm­lung anberaumt, in welcher Finanz Minister H e n r i ch für die demokratische Sache warb. In einer Reihe von Orten des Schlitzeclandes war außer­dem der Reichstagskarüridat Pfarrer Weidner für die Demokraten tätig, indem er chs Vertreter des Deutschen Bauernbundes überdie Lmtdwirtschaft unb die bevorstehende Wahl" sprach und scharfe Kritik am hessischen Bauernbund übte., x Scholten, 4. Juni. Arn 2. Juni fand in der hiesigen Turnhalle eine stark besuchte Versamm­lung statt, die von der Ortsgruppe der Deutschen Bolkspcrrtei einberufen worden war. Finanzminisler a. D. Dr. Becke r hob die Aufgaben unb Ziele ber Partei hervor unb beleuchtete die Leistungen bre Mehrheitsparteien in der Nationalversammlung, Er verurteilte, frei von jeber Gehässigkeit unb per­sönlichen Anwürfen, verschiedene Gesetze, auch beit Generalstreik und forderte einmütiges Zusammen­gehen des^Bürgerttims unb mehr nationales Ve wußtstin. Seine Ausführungen machten einen tiefen Einbcuck auf die Zuhörer und ernteten reichen Beifall.

-m. Trais-Horloff, 5. Juni. Bor einer zahlreichen Zuhörerschaft sprach am 4. l. Mts. abends für die demokratische Partei ftub. Meier von Gießen. Seine Ausführungen waren von leb­haftem Beifall begleitet.

Sport

Loudor f, 3. Juni. Am vergangenen Sonn­tag fand in Münster bei Lich eine gut besuchte Bundesversammlung desOber'hessiichen Rad­fahrer-Bundes" statt. Nachdem der Jahresberiäst bekanutgegeben war, ging mau Zur Ergänzungs- Wahl des Vorstandes über. Es wurde unter an­derem beschlossen, in diesem Jahre einBundes- Rennen und eine Bundesfahrt zu veranstalten. Tas Bundes-Rennen soll am 4. und 5. Juli in Londons abgehalten werden. Ter Radstthver-V er ein Rabenau-Londorf 1902 in Gemeinschaft mit dem Bundesvorstand haben die Vorbereitungen hierzu bereits in die Wege geleitet. Die Bundesfahrt ist am 1. August ds. Js. und wird sich von Hatten­rod aus nach der Wetterau erstrecken. Das End­ziel soll Betten'hausen werden.

Vermischte».

Explosionsunglück in Moskau.

Kopenhagen, 4. Juni. (Wolff.)Ber- lingske Tidende" meldet: Die aus Moskau nach Kowno heimgekehrten Mitglieder der li­tauischen Friedensabordnung berichten über eine große Explosion in Moskau am 9. Mai, welche die drahtlose Telegraphen- stalion schwer beschädigte. Eine mächtige De­tonation brachte alle Häuser zum Erzittern. Es wurde bald bekannt, daß das mächtige Mu­nitionslager im Dorfe Gusev, 5 Kilometer von Moskau entfernt, in die Luft geflogen sei. Sofort nach der Explosion wurde es butid) Militärpatrouillen besetzt. Die Unglücksstätte wurde im Umkreis von mehreren Kilometern abgesperrt. Das.ganze Dorf war dem Erdbo­den gleichgemacht/worden. Die meisten Bewok)- ner sind getötet, darunter auch die ganze mili­tärische Besatzung. Am nächsten Tage wurde in Moskau die Arbeit zu Ehren ber Opfer ein­gestellt. Zahlreiche Personen würben verhaftet unter bem Verbacht, bie Explosion veranlaßt zu haben.

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Mexiko, 4. Juni. (Wolff.) Man hat beschlossen, ein Drittel ber Häuser von Vera­cruz zu verbrennen, um bic jetzt aus- gebrochene Bub 0 nenpest zu bekämpfen.

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