Krettag, 5. März 1920
Zwettes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)
Nr. 55
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vin, au der Erhölmng der Pilegegeldsätze genötigt über;
ici. Es frage sich nur, ob bie Provinz nicht Ard
Fortsetzung 54
lNachdruck verboten.)
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Zürich . . .
Amsterdam fiopmbagen
Stockholm.
Wien . . .
eltersweg h.: 1 lüerlui
fiert werden möchten, damit der Ackerboden, der an den Wagenrädern hängen bliebe, sich noch aus den Feldwegen ablöse, bevor die Wagen die Kreissttaßen cneidien. — Der Vorsitzende gab Aufklärung dahin, daß in dieser Einsicht schon seit 10 Jahren zwischen den beteiligten Kreis- ämtcrn, dem FeldberrrnigungsVommiisär und der Provinzialdiv ktio» B^-rhandlungen statt anden und bah dadurch die Pilosterung und Chams enmg der Feldwegabfahrten bis jetzt nicht unwesentlich ge- förbert worden sei.
Als Peter Banken sich vor Munkmarsch von seinem Bruder getrennt hatte, schritt er zögernd der Schiffsbrücke zu, wo der Damtier nach dem Festland zur Abfahrt bereit lag. Eine bimkle Alinung hatte ihn den ganzen Weg lang gequält. Immer ivieder mußte er an das Aufleuchten m
Brüssel-An ttoerpen .
Christiania
Kopenhagen Stockholm Helsingfors jtalien London Rew-PorK Paris Schweiz Spanien . .
Wien (altes) . «... . Deutsch-Oesterr. trog. Prag Budapest Bulgarien
Konstantinopel. . . .
3.3.
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Martuotlernuge«.
D'-tum:
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len.
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Esttids Augen denken, als er gestern atenb mit Bent besprochen, daß sie Mammen nach Munk- marsch fahren wollten.
„Sie hat etwas vor," dachte er unablässig.
Wenn sie ging, für immer ging, wie es Elttrd bereits so lange gewollt? Warum hatte \v es icht längst getan? Niemamd hätte sie doch ge* hindert! , ,,
„Wenn sie aber das Stint) mrtnehmen wollte, stieg es plötzlich in ihm aut, „barm war dieser Dag günstig wie keiner."
Sein Jung? Peter Banken lief es siedens beife über den Rücken Schon hatte er ten Futz auf das Deck des Tampsers gesetzt, ixi Wte er kurz entschlossen um. Wie gejagt lies er zum Gasthaus, wo der Kutscher Jap die Pferde emyiteflt HE
„Schnell, anspcmnen," rief er chriser. ,,Jck möt to §>us." . . .,
Es ging mit Jap und den Prerden rhm gar nicht schnell genug Endlich saß. Peter in sern-nn Wagen und die Pferde griffen tüchtig aus.
Es war fast Mittag geworden, als Peter Banken bateim anlangte.
Alke tarn ihm entgegen.
„Wo ist die Frau," schne er sie <m
Du lcimer Gott," Nagte sie hanteittngmd, „ich weiß das nicht zu sagen, ^eit dem Morgen ist sie mit dem Neinen Jngewart fort. Zu Mittag wollte sie zurück sein."
„Und du hast sie fortgelassen?" schrie Pet:r
ten Qochwasser bedeu- inberc hinsichtlich der Ter Bor-
M., 5. März.
Geld Brief
4. März
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UM
Idr.: Großhandel.
„Glaubst du, daß er zürnt?" fragte Sölve schüchtern. ,Lch getobte doch, bei ihm zu bleiben und nicht an mich zu denken, nur an sein Glück, an seine Ruhe."
„Er bat sie gefunden, Kmd. Du hast dem Toteil mehr gegeben, als du durftest, nun mußt du an die Lebenden denkm, die auch etwas von deinem reichen Kerzen haben wollen."
„Jngeivart Ferks," bat Sölve, die kleinem Hände faltend, „schau auf mich herab und jegne mich und ibn, den ich liebe und dem ich terntt- wfgen nicht angehören wollte, wnl du mich brauchtest. Segne mich, Jngewart Ferks."
Einen Augenblick liehen sie sich auf d'M grauen Sandstein nidrr, dann schossen sie mit ihr'M leisen Lachen weithin über das Watt.
„Er hat Frieden gemacht," fasste Sölve, ti's und befreit aufatmend, „auch mit Estnd. Gott gebe ihm die ewige Sckigteit. Amen!"
..Amen!" bekräftigte Bent Bonten Lichtren Schrittes gingen sie Arm in Ann dem klein'N Friesenhaus von Wibke Wedderktn zu, die ungeduldig in der grünen Äauskür stand und drohend
20.
kUrs® von
bie Faust gegen Sölve höb, roeil soeben ein L>agelschauer ternied.rpvasselte.
Bent Banken lachte und schüttelte sich wie ein Pudel und rief der alten Frau zu:
„Richt schelten, Modder! Ein Brautpaar will liebevoll empfangen sein. Versteift Ihr
Rein, sie verftand nicht. Erst als Solve ihr jubelnd um den Vals fiel, dämmerte es ihr uns sie meinte bedächtig: .
„Swiegen und Denken deiht nitmanb kranken." .
Jubelnd umfa&te sie der blonde Sämann und walzte mit ttrr durch die Wohnküche
„So, Modder," lachte er, „bvttes war d'r erste Tanz, der zweite folgt zu unserer Hochzeit "
„Jung, Jung," nickte die Alte atemlos, „mit fönt Pläsier." , , . , ..
Aber ihre Augen strahlten fast ebenso hell nr.e die Der beiden Jungen, die sich fest, bei dm.Vmidm hielten und jauchzend in den Aufruhr der Jdatur dort draußen blickten. c .
Run hatten sie beite aus L-ttrrm und Rot die rechte Strotze ins Glücksland gefunden.
Seegespenster.
Roman von Anny Wothe.
Amerikxabches Copyright 1918 by Anny Wo<bt-M.hn, Lriprie
Handel.
Frankfurt a.
Devisenmarkt-
Geld Brief
Datum . 3. März
Vere^v»**
beamten der Länder sicherstellen. Außerdem soll den besonderen Verhältnis>en in dem ^Sahn unter* daltungs, 3ugbegleit-, Weichen, Berichiebe-, ^tdbtxrhmrarbalrungS-, Waqenunterhalttm-s- u. Lo ko motivdienst dadurch Rechnung getragen werden, bau den Beamten in diesen Tienttpveigen durch das Besoldungsgesetz eint pennonssähige Zulage zugespvochen nnrd. Die in Gruppe 2 aus 300. in Gruppe 3 aus 400, in Ostuppe 4 aus >00 und in Gruppe 5 aut 600 Mark sich beläuft. Man wird amtcbmcn dürfen, daß die Eisenbahn- beamtcn diese Fortsckmtte zu würdigen willen werden und durch die hieraus sich ergebende g»)6e Dicnsffreudigkeit die Ueifurngvnen un Interesse der veduni der ganzen Volkswirtschaft nxfcnttid) erhöbt werden.
Die Strllunfl Sachsens suni L'indessteuer-
Dresden, 3. t8ar? Im Aeltcstenausschuß bet Volkskammer fand freute eine Ausfprach üX'rc die Stellung der sächsischen Regierung zu ter vom 10. Ausschuß der Rattonalver ammUmg geplant.n 2n\id)ung des § 57 des Entwurfs zum V a n stcucrgesetz statt, nach dem Aend-rungen der Vorschriften über die Beteiligung der Winter und Okmeinben am Erttrage von Reichssteu-rn mir unter den für $erf ii,inigöäntenmgcn gelt mbm Voraussetzungen erfolgen sollen. Tie V-rtt trr einer Fraktton erklärten, das; sie für ihve Fraktion tentc noch Feine Erklärung abgeben kämt den Im übrigen war man einmütig der lieberjeugung, das. den Ländern intb Gemeinten unbedingt ein tenimmtrt Anteil am Ertrage der Reichssteuern v:rfassun,p>- mäf’.ig gewährleistet fein müsse, damit sie ! b.ms- fähig bleiben können Ter Äelteivmausfchus'. billigte daher den Standtnockt der Järiwiidxm Re- gienmg, daß, die Stteichung des § 57 den Entwurf des Landes steuerqe sey 'v für si>: luuntnclrmbir mache.
Amsterdam'Rotterd. 3673,50 3681,50 3681,- 3689.- “ ---- 730,25 731,75 731,50 733,25
Gei-E ssrohL, ML
Älien<eXeLi r-
Atz'««-
1690,75 1694,25 1698,25 1701,50 1498,50 1501,50 1508,50 1511,50 1864,- 1868,- 1878, - 1882,- 537^— 538* - 537* - 538,- 343,65 344,35 344,65 345,35
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703.80 705,20 704,30 705,70 1621,25 1624.75 1630,75 1634,25 1723,25 1726,75 1738,25 1741,75
* Tas Schwein a l s Kulturmesser. Wir entnehmen dem Fra Mur ter Mi togsbla t Sie Menschheit ist so stolz aui ten ho.ten «tau: ihrer k ituieLen Entwicklung und doch wird um Tag für Tag die Rase darauf geftoten. daß die menschliche Eindtldtrng viel gröter i" als dr. tatsächliche iVultutböte. So leniand das als Öde Nergelei outeten möchte, sei ir auf >nnc Mit- teilin.g des tschechischen Blattes „Bravo Lidu" hinge roieien, das folgende kaum glaub.id) ersch i- nenbe Geschichte zu melden w-tß: „Am tem Gmc des Ferdinand Bayer in Kviettcz iBezrrk Karr- linental) warf die Zuchtsau mehr Junge als 'n fäug.m konnte, weslmlb ter Verwalter Eorock bn: überzählige Ferkel von z we t. po In i, ch<e n
) ei tcrtn n en säugen ließ, -öettezu»
Mit der Aussprache über die Rubrik VI Titl. 2 „Provinzialsiechen anstatt" wurde der Antrag des P r o v i n - i a l a u s s ch u f s e s aus Erhöhung der Pflegegeldsätze in der Provinz i al stechen an st alt Punkt 2 bet Tagesordnung verlnüpft. Mitglied Pros Dr ch i a n führte aus, datz tue Penstonave und Minventner durch die Erhöhmtg sehr hart betroffen würden, wenn er auch nicht verkenne, daß bei den heutigen Lebensmittelmcifen bte Pro-
über Stiftungen ober Spenden verfüge, um das Los dieser Pensionäre zu erleichtern — Pro- vinzialrat Wolf gab die erforderlichen Aufklärungen und erläuterte, daß der Pflegegeldfatz von 1800 Ml. für bie 2. Klasse, um die es sich besonders handele, noch in äußerst bescheidenen Grenzen gehalten worden fei. Die Landes heil und Pflegeanstalt bei Gießen verlange bedeutend mehr. Mein die Losten ter Leizung würden aui den Kopf ter Insassen jährlich etwa 1000 Ml betragen, so daß für jährlich 800 Ml. tem Pensionär Kost, Wohnung, Wartung, Wäsche ufro aeboten löcrten würde, anderswo könnten diese Leute doch sicherlich für solche Beträge nicht verpflegt werten. — Nachdem ter Nachtraosvvran- schlag durchberaten worben war, wurde er einstimmig mit einer Mehrausgabe von 467 000 M. und mit einer Mehreinnahme von 11200 Ml sowie einer Nachttagsumlage von 455 800 Ml genehmigt, so baß im Rj. 1919 insgesamt 1 123 800 Ml. Provinzialumlagen zur Erhebung zu kommen haben. Es wurde ferner ter Antrag des Provinzialausschusies auf Erhöhung ter Psleg- geldfätze ter Pvovinzialsiechenanstalt mit Wirkung vom 1. Januar 1920 an einstimmig gutgeheiben
Sodann wurde zu PunN 3 ter Tagesordnung Antrag des Provinzialausschusses bett. Beschaffung von Geldmitteln für den Ausbau der elektr. lieberlaub* anlage ütergeganaen. Es fand eine längere lebhafte Aussprache statt, worüber bei dem allgemeinen Interesse, dem diese Frage begegnet, noch ausführluh berichtet werten wird. Dem Anttag des Pvooinzialausschusses entsprechend genehmigt ter Pvodinzialtag die Auf na hme einer A n leihe von 10 Millionen Mark für den weiteren Ausbau ter elektrischen Ueberlanbanlagv unb ermächtigte weiter den Pravinzialausschuß von den jeweilig zur Erhebung gelangenden Strompreisen einen Teilbetrag von mindestens 10 Prozent einem Stück zuzuführen, brr dazu bienen soll, um die von Gemeinten zu leistenden Ueberteuerungszufchüsse nach einem vom Provm- zialausschuh alljährlich aus zu stellenden Plan allmählich terabzumintern mit ter Maßgabe, daß von dieser Regelung ter Provinzialausschuß diejenigen Gemeinden ausschließen kann, die früher den rechtzeitigen Anschluß an die Ueberlanbanlage ter Provinz durch eigenes Verschulten versäumt haben.
Bezüglich des für Unterhaltung der Kreis st raßen nachgeforterten Betrages von 250 000 Mk. kam es zu einer längeren Ausspracte Das Mitglied Schimmel rügte, daß durch Len Bau und die schlechte Unterhaltung ter Brücken- durchlässe im Zuge der Kreisstraße Gießcn- tzeuch lheim beim lei tente Flurschäden, insbei ^ .ucrWen, entstanden seien. — sitzende wies darauf bin, daß das L>ochwasser auch wohl das größte seit 1883 gewesen sei und daß man gegen derartige vereinzelte Raturereig- niffe nie vollkommene Sicherungen treffen könne Wegen des Zustandes der Kreissttaßen im Kreffe Friedberg sprachen die Mitglieder Breidenbach, Brauer, Langsdorf und L u x. Die Kreissttaßen seien außewrtenllich schlecht. Sie glichen beinahe Feldwegen. Ter schlechte Zustand dieser Kveisstraßen sei aber auch auf ten lehr starken Kraftfahrzeugverkehr von Frankfurt am Maui und zurück zurückzuführen. Die Zahl der verkehrenden Lastfabrzenae sei außevortentlich dxh utlxiontere dadurch, daß mHolge ter Kohlen- not sehr viel Braunkohlen v o n d e r G r u bj Ludwigshof snung pe r Lastauto nach Frankfurt a. 9)2. befördert weitem würden. Man könne täglich auf ein und derselben Straße bis zu 30 Lastkraftwagen fahren sehen Es bestehe ein sogenannter Pendelverkehr zwischm den (Stuben und Frankfurt a. M., ter wohl auch noch in den nächsten Jahren anhalten würde. Es sei unbedingt erforderlich, daß die Stadt Frankfurt zu den Unterhaltungskosten ter Kreissttaßen herangezogen werben müßte. Dadurch, baß bie Grube Friedrich in Trais-Övttoff vielleicht auch Frankfurter Interessen dienstbar gemacht werde, fei damit zu rechnen, daß der Verkehr noch stärker wird und auch ter Kreis Gießen in Mitleidenschaft gezogen werte. — Der Vorsitzende empfahl den beteiligten Kreisen, alles in versuchen, um die Stadt Frankfurt mit einem Prä-irmalbeitrag für bte ißreissttaßenunterhaltung h ranzuzieben unb eventl. ein Vettvch tungsstri it- versahren barüber durchzuführen. Mitglieb Lux fdi'ug aufcfrtem vor, daß bie Felbwegabfahnen weüer in bas Gelände hineingepflastrrl unb -chaus-
Aus dem Amtsvertündistungsblatt.
♦♦ T 5s Arntsteerkündigungsblatt Nr. 32 vorn 4. März enfbält: Betriebsrätt^efetz. Born 4. Februar 1920. (For'.sedung.' — Knegs- beschäcigtenfürforga: bür: das Einsammeln wn Arzneipflanzen. — Stiftung der 25. Rclerve-Dim- svon sowie des Landwehr-Jnfanteno-Regiments Nr 118 — Ausschluß unzuverlässiger Personen vom Handel. — Einsendung ter Kirchen- und S iffungsvoranschlägc für 1! 20 unb 1920/22. Einsendung der KreisabdeckcreiverzeickMtste: hier: für den Monat Februar 1920.
Born handel mit Vieh, Fleis ch und Fleifchwaren ist der Metzger Leo 3 a c o b zu G ro ßen-B u seck als ui.zuverläs ige Person ausgefchlofsen worden.
aufgeregt, „habe ich dir nicht strengstens jnb> fohlen, auf die Frau und das JPtnb acht äu biben?"
„Ich kann doch die Frau nicht nut Gewalt halten," verteidigte sich ANe, ,Äy. wollte ihre Freuw- drn, Phine Petersen in Wennigstedt beluchen."
Peter lachte grimmig auf. Phrne Petersen hatte er vorhin auf dem Dampfer bemrrft.
Akke gab Auskunft, wie sie selbst gesehen, daß die Frau ten Weg nach Wennigstedt mit tem Stinte auf ten Arm ein geschlagen.
„Weit karm sie ja mcht Irin," versichert: Aktie, ,cher Jung wirb ihr zu schwer, wenn fk ihn länger tragen muß."
Das ivar einleuchtend. Wenn sie bi: Richtung nach Wennigstedt genommen, mußte Estrid g> dacht haben, über Westerland fortzu Vom men, sann Peter Warum sie denn nicht gleich von stampm aus die Bahn benutzt hatte, war ihm unerfindlich.
„Sie fürchtete die Entdeckung," fuhr 4 durch fein Hirn.
„Andere Pferde," befahl *x kurz, „schnell!" Akke schüttelte den weißhaarigen Kopf.
„Was sich nicht halten läßt, das muß man laufen lasten," murmelte sie, „aber freilich ter Jung, unser lieber, Heiner Jung!"
Nun faßte sie doch ter Jammer an und sie tat alles, damit ter Iperr schleunigst fort kam. Gehorsam stürzte er noch ein Glas Wein httunttr, das Akke ihm aufnötigte. Ihm war wttkltch gan- elend zu Mute. Fortfetzung folgt.)
Fs?I "SÄ"! derMän"tt',^d«s | ((BQnenilro^;^
provivMtag der Provinz Gberheffen.
Am 28. Febrnar 1920, 91/» Uhr vormittags trat der Pvooinzialtag ter Provinz Oterhessen unter tem Borfitz des Provinzialdirektors Ge- heimerat Dr. U finger zu einer außerordentlichen Sitzung in Gießen zusammen.
Zu Urluntetrrfxmen wurden Bürgermeister Benner von Treis a. d. Lda. unb Xranken- lchsenteamter Braun aus Alsfeld bestellt.
Nachtragsvoranf chlag zum Voranschlag der P r o vin z ia l ka ss e der ^Provinz Oberhessen für 1919 Ri.
Der Vorsihende gab die Grünte bekannt, warum der Pvovinzialausfchuß zur Vorlage dieses Nachttagsvoranschlags genötigt war, hierauf wurde tn bie Beratung an vand der beigegebenen Er- läuterungeu . ein getreten. Hierbei frug zunächst Mitglieb Fourier an, ob unter tem Bcttag, der für Druck- und Bekanntmachungskosten, Bu- «auteburfnisse usw. vorgesehen sei, auch ter Bettag enthalten wäre, der zur Deckung ter Kosten ■ des Fehlbetrags für bad Amtsverkünbi- gungsblatt der Prvvinzialdicektion Oberhcssen unb des .streisamts Gießen notwendig erscheine. Er regte ferner an, ob nicht für die sämtlichen Behörden und für die Stadtverwaltung in Gießen ein gemeinsames Amtsverkündigimgsblatt Iteraird- gegeben werten könne. — Der Vorsitzende fernerrte hierzu, daß die Provinz nichts zu ten KveiSdlattsliosten zuschießc und daß sich demgemäß die Anregung wohl bei Zuständigkeit des Prvvinzialtags entziehe. Bezüglich bet Frage eines gemeinsamen AmtsverkündigungSblatteS für bic Gteßener Behörden und bie hiesige Stadtverwaltung loürte das Kreisamt von sich aus wohl nichts tun, sondern eine dahingehende abwartende Stellung einnehmen, ob von feiten bet genannten Stellen mit diesbezüglichen Wünschen an das Kveisamt berangetDrten werte.
er Tag 0,10 Welt.V.Teil e Stadt igenheit 15, 7, 8.45 UV.
seht. Hontag , 1920:
üulevibFtlB iung=
inVuen.
r 5 Akte, nd tobt. Lletrnp«2 Akte, en streikt oppchen, dem Humors* 30, Sonntag 2.30. iiUch 8.45 ibenti
beiterinnen sind l’tütter, die auch ihre fttnD*r stillen. Ter Verwalter rrr den Guvsb sitzw herbei und zeigte ihm dre Frauen mu den F'rk'ln an der Brust, worüber sich ter Gutstefitzer uiuei Lachen tefriebigt zeigte." Wie das Blau wftt.-r berichtet, herrscht unk*r den Arbeit nm und brr B<völkerung wegen dieser Grschichv: groß.- Aufregung, und das mit Recht, iDdui sich bie Sache ivirklich so verhält, wie sie bargeftellt nnrd. Plan kann es zwar wohl verstehen, daß sich ein Gutsbesitzer in ter gegenwärtigen Znt alle Mühe gibt, von einem Wurf Ferkel keines zu Grund' geben zu lassen, aber ter Ausweg, Arbeitcrinn n bie Anlrnenstelle bei jungen Schwemm übrrnehmen zu lassen, heißt denn doch ten Ptaterialismus zu iveit traben . Gibt es in tem neu m st'ulturstaat Tschecholowaklen keine Behörde, bi* sich brr Menschen annimmt oder ist dort die Erhaltturg von d) meinen auf Mollen von Ätenschenkmtern das höchste ftulturibeal ?
• 8 M illiarden Ers par nis durch das amerikanische Alkoholverbot lieber die Wir km,gen des Alkvholverdots in b:n Bereinigten Staaten berichtet j'tzt Lord L2xr- Inilmc nach einem Aufenthalt in Ameritz,, daß bic Trockenlegung bee einfchneidmdste Ueranderung bilde, die er dort gewahr tourte und zwrnf'lhatt Kn die gewaltige Mehrheit ter B'völverung für diese: es bestehe eigentlich Priit wirkltcher, ernster Wtter stand dagegen. Ta zur Wieterbeschaffung des G> setzes eine Zweidrittelm-rhrheit nötig ist, sei etm' Rückkehr zu den .Uten Berhältnisfen sehr univahr- scheinlich. Tie Beveinigten Staaten spart-m |o 400 Millionen Pfund im Jahr Das sind |d>on nach dem Friedens kn rse 8 SJül Harten Mk. Großbritannien könnte damit in 5 Jahren seine ganze Schuld an die Bereinigten Staaten abtragen. Am -- rika habe mit seiner AntialdoholpolUik im Welt- wettrennen ein schtveres Gtvicht obyroorfen, wahrend England, das in tem Rennen im dintertreftm fei, sich noch neue Lasten aiifbütte. Lord Lev:v- hulme berichtet dann noch mit Benmniterung von tem gewaltigen Auffchtoung der tiereinigtm Staaten Ebenso erflärt ter in Paris ansässige Rechtsanwalt Donald Warner nach einer Reise aus Amerika, daß das Svaatsverbot nach seinen Erfahrungen „ganz wiryam" fei.
Büchertisch.
— Aommunalvolitiiche Probleme. Vorttäg-. an der Univerittät Berlin. Bon Paul Virsch, Prä itent des preußi chen Staalsminnte- tturns 168 Seiten. Preis geleitet 4,40 Mk. G'- bimben 5,60 Mk Verlag von Quelle & Wiener in Leidig. 1920.
— Abrißder geistigen Entwicklung des lindes. Von Pros. Dr. Karl Bühler. 154 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. (Wisjen- sck«st und Bildung. Bd. 156). Preis gebunoen 3 Ml Verlag von Quelle & Pteyer in Leipzig. 1920.
— „Tie siegreich« Weltanschauung unb wir Jude n", von Dr. Siegfried Pentha- r.ill. Verlag von Ferd. Schreibers Nachfolger, .'eipzig.
einem Teil ter Auflage wied:rh,lt.)
Aufstieg ^Möglichkeiten ter Eisenbahner.
Berlin, 3 März. ^WTB ) Nach den nunmehr abgeschlossenen Beratungen ter Beamten- jcfolbunqdteform im Schoße bet Reichs reg terang -ürren tne Ei.enbahnboamten ein» erfjeblube Verbesserung ihrer Bewertung in Aussicht nehmen. Der Gesetzentwurf sieht weitgehenbe Aufstiegmöglichkeiten in allen Tienstzwergen vor, bte die richtige Einstufung ber Eisenbahn-
(fierid)t»faal. y
rrn. T ar rn stadt, 3 März. FünsFrank- f ur ter E i se n b a h n b i e d e haben tm Juli vorigen Jahres auf bem Güterbahnhofe tn Ztta- nichstein bei Darmstadt zur Nachtzert im ganzen 14 Eisenbahnwagen erbrochen uno daraus 19 Säcke Kaffve, 6 Stiften Schmalz, einen iltrrb mit Butter u. a. erbeutet, wobei sie jn ihrem Schutze mit Revolvern versehen waren. Tie Bente wurde ihnen dann ro eher abgenommen Es rour.cn von der Straitammer oeruiteut. der 41 Jahre alte Taglöhner Jak. Wagner zu 3 Jahren Geiongnts, der vielfach vorbesttastc Arbeiter Peter Kohler, geb. in Bürstadt, zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, ber Fnedr. Wilh. Beier geb. 1871 in vedternheim, zu 2 Jahren unb ber Gastwul Phil. Ofenloch aus Bürstadt, 40 Jahre alt, alle wohnhaft in Frankfurt, zu 6 Monaten Gefängnis. Ter nutangefiagte ^chlos fer Joh. Wolf aus Seligenitadl nxei) wegen veh- lerei freigesprochen.
Die Zukunft Tirols.
Wien, 4. März. (WTB.l In ber Reiche - post erNärte ber Tiroler Landesrat Steio ' über die Zukunft Tirols, ter leitende «Gedanke sei bie Wiedervereinigung mit Südtirol, zu welchem Zwecke Nordtttvl sogar bereit war, vorübergehend mit Südtirol vereint in bie Verbannung zu gehen. Da der St. (^ermeiner 'K^trag aber anders bestimmte, so führt bie natürlich Verbindung Tirols nach Norden. Aus Aditergung gegen bie zenttalistillte Wiener Recherung und die Antipathie gegen die französischen Pläne emn* Donauförderation strebt Tirol ten An > chluß an Deutschland als selbständiges Bundesland an. Wieder lenkt uns batet der Getente, o sagt Steibl, an bie Wiedergewinnung Südtirols. Wir glauben, daß Südtirol mil &ilfe Deutschlands gerettet werten kann. Gerade des- halb ater darf Tirol nicht als Teil Bavern^ aus der Geschichte verschroinden Der Begriss Invl muß bleiben. Solange ter Anschluß an Deutschland infolge des Frtebensvertrages unmöglich ut, werden wir als RealpoNttler und oronungslfttende Leute am Staate Oesterreich ehrlich und energrjch mitarbeiten.
Vom Cberften Rat.
London, 3. März. (WB.> Reuter. Ern. Eommuntote- der Friebenshmterenz belast, bafe sich der Rat heute morgen mit dem Bencht d^ Ausschusses unter Foch über die milttä; inten unb Lnfnahrtedingungen tes Fri«oen^rttag:s mii brr Zurr i beit.6tf. Die Friede s.oi.f'umz teichlotz, die t ü r kr I ch e Flotte abwrocken zu Uiien. Ein Nachspiel des ftan^si^chen Eisenbapner-
streiks.
Dragignan, 3. März. (WB Oberzug- führer u; b Generclsekv.tär der Ei mlxchntt bti ber Paris -Lvon—Nüttelm«^bahn E ha m b o n t sich erschossen. In einem bmterlal en ix Brirs drückt er sein Bedauern aus, den Streik ausgcköst zu baten.
Französische Alarmnacktr chkrn.
Berlin, 3. März (WB.) Die von yroitren Pariser Blättern zu leicht ertemtt.iten Zw ckm ne ierdings öfters gebrachten Al irmiiachrrchten üb r die Fabrikation von Zdriegsgerät aller Art in Deutschland wurde von amtlicher teutscher Seite m vollem Umfange dem en tritt.
Die Austeilung Drulsch-Lstafrikas.
Amsterdam, 4. März. <WTB.) Die „Times" schreibt zu ter Grenzregulteru,ig zwischen England und Belgien in tem vormalt rn Deuttch-Ostottika: Belgiens Anteil an tee er früheren deutschen Kolonie sei erheblich. Belgien gewinne etwa 1800 Quadratmeilen wertvolles ^and und besitze jetzt in Afrika über 1 Million Quadrat weiten Land.
Goldschieber.
Hannover, 4. März. IL. A.) Lier nahm die Polizei 18 Galizrer fest, bie m allen Gold- warenläden Golds achen aufBanften unb sie tnS Auslanb schmuggelten. Viele Waren wur- den beschlagnahmt.
Staötmiffion Giehen, Löderftrahe 14 Jed. Sonntag abend 8' «Ubr. Religiös. Vortrag. Jeden Miltwock abend 8'/, Ubr. Einführung
in die bcilige Schrift. 4
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