EMe <mT fören Sbrtstn selbst sehen totttten, t* »tob doS ®tcrti> sei, das bte furchtbaren Entbehrungen der festen Jahre hervorbrachten.
Leine amerikanische Anleihe an Europa.
Laag, 3. Iarr. (Wolff.) Der „Rieuwe Courant" meldet, daß die 9k-gicnatg ber Bereinigten Staaten keine Anleihe an europäische Staaten aufnelymcn nrirb, ausgenommen an Oeste r - reich und andere Länder, worin Hungersnot herrscht.
Der bevorstehende Kabinettswechsel in Frankreich.
Bern, 3. Jan. (WTB.) Wie die Genfer Blätter erfahren, ist die Kandidatur Mil- lerands als Nachfolger Clemen- c e a u s gefiebert Millerand wird gleichzeitig das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten übernehmen und in seinem Kabinett Loucheur und Tardieu beibehalten. Man spricht von Raoul Peret als Finanzminister. Außerdem würde PvincarS einen Sitz in der Regierung reserviert erhalten. Man nimmt an, das Ministerium Millerand werde lediglich ein Uebergangsministerium sein und einem späteren Ministerium Poincarä Platz machen.
Trotzki erschösse«?
Kopenhagen, 4. Jan. (2Mt ) Laut Mattermeldungen ging in He.fingfors die noch imleitätigte Meldung ein, wonach Trotzki art» läklich des Rückzuges der Bolschewismen an die Narwasront abgerciu sei, um ein Strafgericht abzuhalten. Auf der Station Wolossow» setzte er einen Soldatenrat als Standgericht ein und richtete gegen den General issow so heftige Beschuldigungen, daß Bo^1 '•> in grober Erregung den Stegen zog. Tro^-..- forderte die sofortige Erschießung des Generals. Als der Adiu- tent Borissows dies hörte, zog er den Revoler und tö teteTrotzky durch d re i,Revoloer- fchüfse.
Aus Rußland.
Amsterdam, 4. Jan. (Wolff.) „Wireleß Preß" zufolge melden die Bolschewisten den Einzug der roten Truppen in Buchara, der Hauptstadt von Turtestan. Es sei ihnen ein herzlicher Empfang bereitet worden. Ter Zuzug bolschewistischer Streitkräfte aus Zentralrußländ nach der Gegend von Merw hAt an. Tie bolschewistische Werbetätigkeit in Zentralasien nimmt zu. Alles Hütet darauf hin, daß die Svwjetrcgrr- rung weit trag ende, England feindliche Plane in Zentralasien wrHgt
Amsterda m, 4. Jan. (Wllff.) Tie „Times" meldet aus Teheran, daß fast die gesamte tartarischc Republik bolschewistisch gesinnt ist.
Amsterdam, 4. Jan. (Wolff.) „Wireleß Preß "meldet aus Ndoskan, daß Denikin und feine Regierung gestürzt und von einer Gruppe abgrlöst worden seien, die sich „Wiedergeburt Rußlands" nenne. Gemnwl Romanowski habe an Stelle vow Derttrin den OterteßüL ülbermmcknen.
Ein Ausstand in Korea?
P a r i s, 4. Jan. (Wolff.) Wie der „Chi- ertgo Tribüne" aus Washington gemeldet wird, soll in K o r e a ein offener A u f st a n d gegen Japan ausgebrochcn sein. Die c,leÄ>e Zeirung läßt sich aus Honolulu melden, daß der Chef der japanischen Polizei in Store a und die christlichen Missionare die Be- nfcgung begünstigen.
Aus dem Ueiche.
Sme Kommission her Entente in München.
München, 5. Jan. (Privattel.) Die Münchener Zeitungen melden: In der zweiten Januarhälste nrirb eine aus 80 bis 100 Personen bestehende Komm ission der Entente in München eintreffen zur Prüfung der vorhandenen Bestände an Kriegsmaterial. Der Führer ist ein englischer Oberst, dem französische und italienische Stabsoffiziere beigegeben sind.
Tie Euteutetruppen in vbcrschlefien.
Breslau, 3. Jan. (WTD.) Für die Besetzung des oberschlesischen Abstimmungsgebietes sind an Ententetruppen vorgesehen: ein Divisivnsstab, 16 Bataillone, ein Regiment Kavallerie, zwei Artil^rie - Abteilungen, zusammen 21000 Mann. Tie Nationalität der Truppen steht noch nicht fest.
Ein Ultimatum de» Arbeitsministerium» an die Eisenbahner.
Frankfurt a. M., 4. Jan. Die Verhol t- nisfe in ter Ei entehnarbeitrrtewegimg haben sich über Nacht außerordentlich »ugespitzt Das Arbeitsministerium in Berlrn lat der Frack- furter Eisenbalmdirektion am Samstag ein Telegramm zugesandt, in dem es u. a. heißt: „Ar- beiter chrst ter Daup(n»erkstätten in Fvmffurt ist aufzufordern, die grundlose pa.sfte bie istenz spä- testens bis Montag, den 5. d. Mts., einzustrllen und ordnungSmäß g zu arbeiten, wid igenfalls die Haupt Werkstätten wegen Umrirlschaftlich- 5cit des Betriebes von Dienstag, den 6. d. Mts., geschlossen und sämtlichen Arbeitern imter Verzicht aus weitere Tix-nstllislunoen gekündigt wird." — Das Telegrctrm weist ein» gangß noch darauf hin, daß die Rückwirkung des ne.-en Tarifs auf 1. Januar 1920 bereits zu- ges- gi ist und eine Berzöoerung in den Tarifverhandlungen nicht vorliegt.
Streik in den Berliner DersicherungS- bffricbrn?
Berlin, 3. Jan. (WTB.) Nachmittags fand im Zirkus Busch eine Protestversammlung der Angestellten der großen Berliner Dersicherungsbetriebe statt, die in einer Entschließung gegen das Vnck-altcn des Arbeitgeberverbandes, der alle Verhandlungen mit den Angestellten über eine Aufbesserung der Gehörter ablehnte, lebhaft prote- stiert. Am Montag findet in den Betrieben eine geheime Abstimmung über den Streik statt. Die B?rbanüsleitutrg wird den Sennin für die Arb itseinstellung fes. setzen, wenn sich eine Mehrheit für oen Aus stand ergibt.
Aus StaM inv Land.
Gießen, den 5. Im. 1919.
Genehmigung aller Mictvcrtrtge durch da» Wohuungsamt.
Der Oberbürgermeister hat laut Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte angeurönet, daß die Vermietung, lle^ertasiung und Jngebrauch. nähme von temtzten und unbenutzten Wvhu- räumen, Laden und Werkstätten nur mit vorheriger Zustimmung des städtischen Wohnungsamtes zulässig ist. Die Zustimmung wiü> durch eine schiist- liche Bescheinigung erteilt. Mietverträge über Wohnrüume, die ohne Zustimmung des Wohnungsamtes gc-schloss«! roerten, |i/J> rechtsung ül- tig. Mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark wird bestraft, wer ohne vorherige Zustimmung des städtisclien Wvhmmgs-^m es Wohnräume ve.mietll, überläßt ober in Gebrauch nimmt, eure Anzeige nicht oder nicht rechtzeitig erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige An galten macht. Ferner, wer zwangLftermieete Räume nicht inner halb der vom Mietciniaungsamt oder vom Wohnungsamt bestimmten Frist räumt und dem ihm bezeichneten 9Jti?te überläßt.
Gültige Lebensmittelmarken für die Zeit vom 5. bis 11. Januar 1920.
B r-o t: 2~OJ Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl. Boot Kg. 118 Mk., WeizenteormeU Kg. 1,44 Mk.
Sutter: Marke L 80 Gramm Margarine zu 90 Ps.
Fleisch: Wvchenabschnitt 1. Metzger für Fremde: L. Kl in, Brandgasse.
Zucker: für Januar noch nicht cingrtcoffen.
Nährmittel: für Januar noch nicht euv- getvoffen.
N4 hrmittel und Zucker für Zug^ogene: toch Heyne, Walltorsttvhe 5, H. Lublinsky, Tamm- sttaße 41, C. Schtoaab Nachf., SelterSweg 23, Th. Schlierbach, Frankfurter Str. 9, M. Schäfer Wwe., Kaiserall« 4.
Z u ck e r für Krank: C. Schwcmb Nachf., Seltersweg 23.
Nährmittelfür Kranke: tzch. Driesch, SelterSweg 70.
Mehl für Kranke: Kg. 1,70 Mk.: Emil Törr, Grvker Steinweg 14.
Nährmittel imb Zncker für Fremde: R. Rüdersdorf, Bismarckstraße.
Seife: Marke für Januar 1920. Anteil 125 Gramm K>A.-Seiftnpulver, das Pfund zu 90 Pf.
Veranstaltungen.
Montag: Stadttheater, 7 Uhr, Die Siebzehnjährigen. — Hotel Großherzog, 8 Uhr, Deutschnattonale Volkspartei, Vortrag Dr. Kling- spor. — Lichtspielhaus, „Gute schwache Stunde" und „Die Dame mit ter Spinne". — Lichtspille Seltersweg, „Der geheimnisvolle Klub" und „Auf der Kinobühne". e
** Volkshochschule. Heute beginnen die Anmeldungen zum 2. Semester, das vom 12. Jan bis 19. März bauert. Wer die Volkshochschule te- suchen will, hat gegen eine Einschreibe gebühr von 1 Mk. eine Auswciskarte zu lösen. Diese Karte berechtigt ibn, eine Woche lang diejenigen Vorträge und Arbeitsgemeinschaften »u besuchen, unter denen er seine Auswahl zu treffen gedenkt. Die Ausweiskarten werten von Montag, 5. Jan., bis Freitag.9. Jan. einschließlich^ von 7 bis ’/g9 Uhr abends, in ter Ober-Realschule auSgegeben. Eingang von der Bismarckstraße. Nachträgliche Meldungen werten abends vor und nach dem Unterricht ober in den Sprechstunden des Geschäfts- fülirers entgegen genommen. Die gewählten Vor- tvaasreihen und Arboitsgemeinsck^aften müssen nach Adümf ter Prvbervochc belegt werden. Die Gebühr beträgt 30 Pf. für eine Stunde. Eine Vortragsreihe (10 Std.) kostet also 3 Mk., eine Arbeits- gemeinsckiaft (20 Std.) 6 Mk für das ganze Semester. Es empfiehlt sich, die Anmeldungen möglichst frühzeitig vorzunehmen. Alles Nährie ist aus dem Verzeichnis ter Vortragsreihen und Arbeitsgemeinschaften ersichtlich. (Siehe Anzeige.)
** Aus dem Stadttheaterbureau. Am Samstag, 10. Januar, wird eine interessante Neuheit geg:b n, nämlich Karl Schön Herrs neuestes Werk die „K i n d e r t r a g ö b i e". Mit bewunderungswürdiger Kunst hat ter Verfasser des Weibsteufels hier nrieterum unter Berweitdung weniger Figuren eine erschütbrnde Begeltenheit aus die ftibne gestellt, bte hier bei sorgfältiger Vorbereitung denselben tiefen Eindruck machen dürfte, den sie bei bisterigen Aufführungen auf anderen deutschen Bühnen erzielt hat. — Am Dienstag, 13. Januar, findet ein Vortragsabend von Prof. Marcell Salzer statt. Diese Nachricht wird seine große, treue Gemeinte sicher mit Freuten begrüben, da ter Vorttagsmeister einige Jahre mit feinen toeitenen Atertten Gießen fern gel lieben ist.
** Diebstähle. In letzter Zeit wurden hier entwendet: 3 w:iße Bet ücher, 2 Ueber- züge, 5 Herrenhemden (normal) 3 Paar graue Herrenunterhosen, 12 weiße Damenhemden, 4 Kopfkissenbezüge, 3 weiße Unt'rröcke, 6 Paar graue und schnxrrze Strümpfe, 1 Paar Da- mentrikothosen (blau) und eine Hausschürze. — Weiter kamen abhanden, zwei silberne Kaffeelöffel mit einem Anker, 1 Friseurjacke, weiß mit Stickerei (Geishaform), gez. E. S. und 5 Silbertücher, weiß mit rotem Rand. — Aus einem Keller in der Dammstraße wurden mehrere Flaschen Rotwein und Obst entwendet. — In letzter Zeit mehren sich, hauptsäck- lich im süd ichen Stadtteil, die Hasendiev- stähle. Es wurden in den letzten Wochen in der Credner-, Hillebrand-, Frankfurter und Klinikstraße Hasen gestohlen. Es empfiehl, sich, die Ställe besser zu verwahren, auf das Diebesgesinoel ein besseres Augenmerk zu haben uno gegebenenfalls die Pollzei zu benachrichtigen.
** 11 m die Seele des Kindes. Grundsätzliches zur Schulfrage. So hieß das Thema, über das Pater Hemmes im Auftrag des Kath. Frauenbundes Gießen Fveitag abend ffr ach. Die Al 6'übrungen gipfelten darin, daß das Schulmonopol des Staates von Uetet und den natur- gegebenen Gesetzen völlig zuwider sei. Daß zurst die Familie die Erziehimg zumD«nstanderGfeN- fdyift, zur Tüchtigkeit ter Seele im Denken m dWol- tm ter von Gott und der Natur gegebenen Ges- tz.' bAanspruck'/en und durch ü ren mü ,e Sclm eu, a s vom Staat berechtigterweise unter! al en ?ur Bi!- bimg und Erl-altung sei er Ku t irhöhe, sind als Hilfsan statten ter Fi mitten a.i zu selben. Hilfs- anftatten, die den Untenid)t besorgen sollen. Mittel des Staats, ter das zeitlick-e größtmögliche Wohl
hinweggleiten können.
22.
yochwaffcr.
Eine neue Wassergefahr im Rheinland.
Köln, 6. Jan. Gleichzeitig mit dem Zurückfluten des Lochwassers setzte eine scharfe Kälte ein, so daß die Befürchtung besteht, daß die vom Hochwasser am meinen gefährdeten Rhindörfer nunmehr durch Eisgang bedrolst werten. Genau vor 101 Jahren wurde das Rlieinl^rnd durch eine ebensolche Katostrvphe lieimgesucht. Damals flüchteten die Bewohner ter Rh indörser vor den alles- zerttümmemten Eisschollen. Tie durch das Loch- wasser verursachten SchLten sind außerortentlich Tie Wintersaaten sind weggeschwemmt, teckweise sind auch Weinberge zerstört.
eine aus bäten Richtungen paritätisch zusammengesetzte vieralieterige Kommisfion, bestehend aus PH. Schmidt lWintecken), B i s p i n k (Fulda), G n a ue r (Kirchhain) und Fürst (Marburg) gewählt und beauftragt, in nächster Zeit nach Berlin .....^Möglichkeiten der beibat
teTTrtten seiner Untertanen zu teranttoorten har. Daß die Schule so sehr mit ihrem Vocherrjchai- lasien des Wiickns aus tem Kulturkampf ber siebziger Sabre herausgekommen sei, so sehr, daß setzt die natürlichen Träger von Familien, die Mädclfen, lieber EnzyNopädien und L-is^ei.sbehätte: sein wollen, als feeli,cher Mittelpunkt der Urgesellschaft, ber Famitte, bas sei das Verhängnis zum großen Teck, unter tem wir beute leiten. Und nwrum das ? liteil das Recht und die Pflicht auf die Seele des Kindes, jene reinste Gestalt Gottes, miß-ichtet worden und der von Gott iüi die Seelen eingesetzten Institution verweigert tooi» den sei. Die Strebe, jenes von Christen angeorte nete System aus Religion und Dogma, jene Verwalterin des Glaubens, müsie nop«ndig die Pflege ter Seele neben der Familie überwachen und schärfste Kontrolle über die vom Staat aufsAcußer- liche berabgeid)raubte Bildungs-ansta t, die Schule audüben kömten, um die Seelen auf tem Wege Gott.s erhalten zu können. — Ein Mahnruf &ut Verantwortlichkeit um die Seele des Ki.tes sollten Pater H e m m e s Worte fein. Sie sanden auch ehrllche Zustimmung.
** Teutscher Seeverein (früher Flotten vervin». T« OrtKglNppe Gießen teranflahete Fveitag abend im „Gvoßh.-rzog" einen Borttags- abenb, bei welchem Kapi än z. S. a. D. Freiterr von Meerscheidt-Hüllesem einen Vortrag IXvtt über ,,See fa hr t i st not, wenn wir nicht verhungern wollen". In Längeren Ausführungen sprach er zunächst über die Vorgänge tn ber Marine, bte mit Verrat und Meuterei endeten. Hur Entschuldigung führt er an, daß die oberste Leitung ter Manne schlecht und lässig war, daß eS nach ter Abkommandierung ter meisten aktiven Offiziere zum Flugdienst usw. unter den ReservoOffizkren an genügend geschulter Leitung fttLte und daß seit 1916 von Sei en ter 11. S. P. tie Wühlereien begannen, die schließlich zur Meuterei fülTtcn. Es ändert dies aber vor tem Urteil ter Geschichte nichs an tem Verbrechen ter Marine. Im zwei en Teck der Ausführungen zeigte der Redner das trübe Bild der Zukunft des beut» jdxn Volkes. Dieses ahne noch nicht die ganze Schwere des Friedensverttags, ter nichts anderes sei alS ein verlängerter Waffenstillstand, ein gegeben von wahnsinniger Angst, Haß und Neid. Es hantelt sich um die wirtschaftliche Knechtung für alle Zeit, und im FrietenSoertrag sind die raffiniertesten Kniffe vorgesehen. Sehr schnür trifft uns die Abgabe ter Handelsflotte, denn wir können uns nicht ernähren und müssen Brot von Uebrrfee holen. Da wir aber keine Schisst m.chr haben, so werden uns die Feinde die Preist und Frachtsätze ststsetzen. So gebt eS auch bei den Rohstoffen. Die Folge wird die wirtschaftliche Verelendung sein. Durch die Abnahme der Bagger, Krahnen und Docks will man uns die Möglichkeit des Wiederaufbaus unserer Handelsslo:te nehmen. In das deutsche Volk muß die Uebcrzeugung von ter Notwendigkeit deS Wiederaufbaus ter tonn» telsslotde gepflanzt werten, wenn anders wir wieder g cf unten und ein erträgliches Dasein haben wollen. Der Seevevein hat die Aufgabe, tem teutschm Volke die Ueterjcugung be zubringen: Seefahrt ist not, wenn wir nicht verhungern wollen. Leb» Hafter Beifall der leider nicht großen Zuhörerschaft folgte tem Bortrage. Professor Dr. Leus er dankte tem Redner und forderte zum Beitrckt zum Deutsckfen Seeverein auf.
** Deutschnationale Volkspartei. Auf den heute abend 8 Uhx im tootlltGroßherzog von Hessen ftattfintenben öffentlichen iVortrag des Fabrikanten Karl Klingspor acks Offenbach tvirb nochmals besonders aufmerksam temacht. Herr Klingspor spricht über „Wirtschaftliche Illusions- Politik". Da von tem Gedeihm unserer Wtrtschasts- vevhältnisse jeder einzelne abhängig ist, sind die Ausführungen des Redners für jedermann von Bedeutung. toanbroerHer, Kaufleute, Arlviter, Beamte ?mb Jndusttielle werten übr die Läge unseres Wirtschafte lebens klare Aufschlüsse gennnnen. — Der Saal ist gehest.
** W iede rholun g deS Märchen- abendS. Zum Besten der huneerndvi Wiener Kinder fand am 2. Januar eine Wiederholung des vom Katb. Fraueirbund Giestens veranstalteten Märcltenalends statt. Wiederum wrr ost Turnltrlle am Oswalds^rten recht gut besucht, so daß mit einem namhaften Betraf^ für den edlen Zweck gerechnet werten Dann, zumal auch ter Gießener Turnverein in mieigercnütziger Weist ferne Turn- teile unentgeltlich zur Verfügung gestellt bitte. Wie bei ter Uraufführung, so waren auch -teesmil alle Mitwirkenten bestrebt, ihr Bestes zum Gelingen des Ganzen tei’utragcn. B richtt end f i bemerkt, daß Frl. Ei>lmeyer als Fee auftrit.
** Stenographie. Die Stenograpten- Gesellschaft „Gabelsberger" und Damenabtei- lung e. SB. eröffnet am 6. Januar in der alten Allceschule, Kirchstraße 20, wieder einen Ansängerlehrgang in der Gabelsbergerschen Kurzschrift, worauf an dieser Stelle hingewiesen sei. (S. Anzeige in heutiger Nummer.)
** Firmenänderung. Der Betrieb ter seit 1883 testehmdm Firma C. Klingspohr ist in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung übergeführt warten. Es haatelt sich um eine Familiengründung.
Landkreis Gießen.
** Großen-Linben, 4. Jan. Bei der W-eiflnach'Ssei.n: ter hiesigen Burschenschaft Alemannia ergab eine Sammlung für unsere armen Kriegsgefangenen ten Betrag von 140 Mark.
tt. Treis a. L., 2 Jan. Einen Familienabend hatte ter hiesige Turnverein s inen zahlreichen Mitglietern gefhTn atenb bete t t. Nach ter Begrüßungsansprache des 1. Sprechers Lehrer Walter folgte ein Cter ter Gesangsrsege, bann zeigten verschiebe ne Turne erlegen, unter lautem Beifall ter Zuschauer, baß im Verein fleißig an ter körperlichen Ertüchtigung der Jugend gearbeitet wird. Den toöhepunkt ter Feier bildete ein Theaterstück, das zur treuen Mitarbeit am Ausbau des Vaterlandes aufrorberte. Ein Schluß- gei'ang des Chores und anschließende Verlosung unter tem brennenden Christbaum beendigte die Feier.
Kreis Schotten.
0 Gedern, 5. Jan Unter zahlreicher Beteiligung wurde hier ter Maurer Heinrich Hvs VII. zu Grate gcLibet. tovf war einer b:t wenigen noch lebenden Betaranen: er hatte die beben Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitgemacht. — In Anerkennung ilirer in 2üjähriger Mi^liedschast treu bewalTr'en Verdienste ernannte ter Turnverein Mgrobe Per'onen zu Ehrenmr gliedern: Karl Tielll VII., Plff' VV Franz I„ Ka l Funk, Karl toenkel, Karl Oberterm, Heinrich 2Bcber, Hermann Winh.im.
Kreis Lau'erbach.
fangenfebaft nach 20monötiger Dauer zu feinet Familie zurück. Er diente im Jnf.-Rgt. 186, mürbe bei Erstürmung des Kennelter^es am 23. 4. 1918 schlver verwundet und geriet dadurch in Gefangen-- l'cbaft. Mit ihm kehrte auch Leutnant Mick>:l, z. Zt. Lehrer in Sangen baut, zurück. Er biente im Jrff.- Regt. Nr. 87. Da beide ihre Ankunft aus Wilhelmshaven telegraphisch angesagt hcckten, waren die Familien auf ten Empfang vorter.itet und holten ne am Bahnhof ad. Die Neujahcsfreute war allgemein. Demzufolge wurde rhnen am Abend vom hiesigen Musckvevein ein Stänochen gebracht. In ftanzösischer Gefangenschaft tesinden sich nochBrief« träger Pfeil, Heinrich Ruhl, Ludwig Kaul und Wilhelm Döll.
Starkenburg und Nbelnhessen.
rm. Lindenfels, 4. Jan. Ter fett Jahren hier ersck-cinente OdenwälderAnzeiger hat toegen ber Schwierigkeit ber Berhüllnisfe mit tem 1. Januar ds. Js. sein Ersckfeinen eingesbllt. Das Blatt stand auf beim Boten der Demokratischen Partei.
(Siebener Slladttheater.
Das Beschwerdebuch.
ÄvmLlle von Karl (Sitlinger.*" Gießen, 3. Jan. 1920.
Bom „Karlchen" ter fugend" durfte mait von vornherein in einer Komödie witzigen Dialog erwarten, geistreiche Wendungen und Einfälle. In tiefer Hm.icht wurde man keinesioegs enttäuscht. Es bagd:en Witze, tu man alle mit ter Etikette „Siete Jugend" versehen könnte, st umjernnttftt wirkten sie aufs Zwerchfell. Auch die ganze Ge» schichte könnte man sich in ter Jugend gedruckt dcnlen: man würde sie mit viel schmunzelndem Bergen lesen — ater trotz ter lustigen Gestalten und Situationen, ein regelrechtes Lustspiel rourbe nicht daraus, nur eine Anekdotensammlung innerhalb einer w.i gespannteren Anekdote. Man wird sich dessen besonders beim schwächsten, dritten Akte bewußt, da die Schürzungen gelöst inerten sollen. Aber es verschlagt nicht viel, daß die einhlltliche Linst selllt, daß nid)t einmal bte — übrigens prachtvoll gezeichneten — Gestalten originell sind. Es gibt kaum einen toten Punkt im Dialoge. Jeden Augeitblick schießt eine neue Witzrakete hoch,, bte als Lack salve n stderprasselt.
Tie Raymenhandlung ist, daß ein gutmütiger Pastor in einem ober bayerischen Torfe sich teijuf bereden läßt, ähnlich einem Beschtverdebuch im toatd, ein Beschwerdebuch des li.'ten Gottes anzulegen. Tarin trugen bte Bauern alles ein, was« sie an Gottes Schöpsungsiverk auszusetzen haben. Tas sind natürlich insbesondere die Fehler und Schwächen ihrer licken Nächsten. Und da das Beschwerdebuch für jeden offenliegt, regnet es gegenteilig Prügel und Beleidigungsprozesse, bis ter Bolkswille bas erst so dringend geforderte Buch öffentlich verbrennt.
- Hincingespannt ist eine zweite Handlung, die sich um einen bäuerlichen Tartüsfe gruppiert, bet seine halöabschnei erischen Schandtaten hinter ftömmlcrischer Maske verbirgt und ter von einem Schneitet, den er am schlimmsten betrogen, ent* larbt wird.
Den ländlichen Tartüffe Gunttner spielte Adolf Teleky mit Überzeugender Echtheck in trunenoerbretenber Tevotwn, hinterhäl iger Rach- sucht, winstlnter Angst und bereuter Reue. Ebenbürtig gegntüber stand ihm Richard toeklbvrn als versoffener Schneider, ter sich in Schnaps und Kummer eine schlagfertige Zunge und un* bekümmerten Mutterwitz tewayrt hat. Glänzend war er in ter Szene des zweiten Aktes, da er ten Gegner entlarvt. Gut war das Liebespaar mit ten ausgewechselten Rollen, die Thn:es (Rose (Rubnerft bte beim Unterwirt um die Hand itz?es Franz anhAt imb ter Frantz (Oskftr Feigel) ter'S Maul nicht auftun kann. Brav hielt sich auch der gemülliche Unterwirt Harry Noe- bert. Erwälmt seien noch ter Seelenhirt Karl Volck und seine atljungserliche Schtoester Luise R a m m e l.
Tst Spielleittmg, Oskar Fe igel, arbeitete geschickt, hätte aber im letzten Akt durch etwas flotteres Tempo üter einige Längen und Sprünge
wz. Koblenz, 3. Jan. Durch die Hebet* schwemmung des Rteins wurden viele Lebens- mitteldcpots der amerikanischen Besatzungsbehörde sowie viele Krastwaien, Motore und sonstige toecresgegenstande unter Wa'scr ge'etzt. Die amen- konische Militärbehörde zahlt für die Bergung ter Lelttmsmittel usw. 75 Mk. die Stunde, die Stadt Koblenz die Stunde 35 Mk. Weiter zahlte die Stadt an Pioniere, die sich zum nächtlichen Brückenbau in den gefäbrbeten Strasten melteten, 50 Mk. pro Stunde.
(Eine Sitzung des Bejirfsoerbanbes der Bauernschaft lkurhcffen.
X Marburg, 2. Jan. Wie bereits kurz bt* rifflet, hat sich eine Ausschußsitzung des Bezirks- nerbanted der Bauern schaft.^Kurhessens für ten Anschluß ter Organisation an ten Deutschen Landbund ausgesprochen. Das Referat in dieser Angelegenheit hatte ter Vorsitzende des Kreisbauernverems Hanau, Landwirt PH. Schmidt (Winteckcn), ter eine außerordentlich sachlich gehaltene Aufklärung gab. Für ten Anschluß an ten Deutschen Landbund stimmten die Kreise toanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Hers- seld, Schmalkalden, Wvlfhagen, Homb.rg, Fritzlar, Melsungen, Marburg, Siegen teilt und Franken- berg, für ten Anschluß an die Christlichen Bauern- netetne die Kreise Fulda und Gersfeld. Der Kreis Kirchhain enthielt sich ter Abstimmung, Rothenburg ist erst tn der Bildung seiner Organisation begriffen; toünfeld, Esckxvege, Kassel, toofgetsmat und Witzenhauseit waren nicht vertreten. Es wurde
z. Grebenhain, 3. Jan. Am Neujahrs
tag nachmittag kehrte ter letzte Mann aus un» i roai)i: unu ovaumugi, in naant« - ferem Ort, Wllhrtm Weitzel, aus englischer Ge-1 zu fahren, um bte Einflußmögltchl


