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Fläschchen mit Beruhigungs tropfen auf den Nacht. tisch stellen."

Kann ich diese Tropfen sehen?"

Tas ist leider unmöglich. Tas Fläschchen muß durch irgend einen Unfall herabgestoßt-n wor­den sein und Herr Achim Faltner hat es ver­sehentlich zertreten."

Tas ist höchst bedauerlich Was ist aus den -Scherben geworden?"

Da auch das Wasserglas zerbrochen am Boden . Z' ^be lch durch die Jungfer Ordnung machen Kasten. . Tabei srnd wohl auch die Ueberblei'bfel des Fläschchens beseitigt worden."

Ist das Mädchen in der Nähe?"

>La. Ich sah sie vorhin mit den anderen Dienstboten in der Küche, und ich denke, daß sie nicht wieder zu Bett gegangen ist."

So wäre ich Ihnen dankbar, wenn Die He rufen wollten."

Vlise erschien, noch ganz verstört mb mir vom Wernen geröteten Augen. Aber sie bevntwvrtele die Fragen des Sanitätsrats klar imb bestimmt.

STI3 Sie Frau Falkner zu Bett brachten, hat­ten Sie da den Eindruck, das; sie sehr krank sei ernstlich krank, meine ich?"

Nein. Ich hielt es für einen ihrer gewöhn­lichen Anfälle und dachte, das; sie sich ans dem Spaziergang zu sehr ermüdet hätte. Wenn sic diese Nervengeschichren hatte, war sie ja rmmer sehr aufgeregt und sehr matt."

Heber Schmerzen oder sonstige Beschwerden klagte s,e nichts

(Fortsetzung fafop

Ich erklärte eben erst dem Fräuletn Neu- Hoff, bat? mxr die Antwort daraus vorerst rn- möglich ist. Da ich gewiff ermaßen nur in Vertre­tung des' Herrn Dr. Germering hier bin, trage ich Bedenken, eine eingehendere Untersuchung vor­zunehmen. Sie geschieht wohl besser durch den Herrn Kollegen."

,,Nein!" kam schnell und mit überraschender Hefttgleit ihre (Srnribmmg.Er soll fte nicht an rühren. Ich dulde es nicht. Bon ihnen wollen trir hören, wo van fte gestorben ist nur von Ihnen."

Einer ausdrücklichen Aufforderung würde ich iratürlich Nachkommen. Aber sie müßte doch wohl von dem Gatten der Entst^afenen ausgehen, Fräu­lein Falkner!"

Gedulden Ste sich einen Augenblick. Ad werde mit meinem Bruder sprechen."

Sie begab sich ui das Sterbezimmer, und rrach kurzer Zeit erschien Achrm selbst auf der Schwelle der Verbindungstür.

Tun Ste, bitte, alles, was meine Schwester für richttg hält," tagte er matt.Nur von nur verlangen Ste keine Entscheidungen . Ich bat fetzt nicht dazu im Stande."

Ste sollten sich mederlegen, Herr Falkner in einem anderen Zimmer vielleicht. Ich glaube. Sie bedürfen sehr bringenb der Ruhe."

Nein ich tarnt fetzt nicht schürfen. Und ich kann auch nicht allein fern."

Gerda legte ihre Hand ailf seinen Arm.

Ich bleibe bei dtr, Achrm. Komm, Katz uns vorläufig in ment Zimmer gehen. Später allerdings, wenn der Herr Sanitätsrat seine Pflicht getan hat, wollen Erika und ich der armen Signe die letzten LrcbeÄnerrstr erwesien."

Er hatte kaum auf das gehört, was fte sagte; aber er lieh sich widerstandslos von ihr hinweg. führen. Ter Mann, eine furchtbare Katastro^e mit Fassung zu ertragen, war er wohl nie gewesen.

Erika war geblieben, und Barenthtn wandte sich an sie:

Ste haben doch wohl eine filtere weibliche Per­son im Hause, die nckr an die Hand gehen Tarnt. Natürlich wird es sich um nicht mell mehr als um eine eingehende Besichtigung handeln können. Ob ste em bestimmtes Ergebnis haben wtrd, müssen toir abtarrtat."

,/Ich werde Frau Leubuscher rufen, unsere Wäsche beschließerin. Ste ist eine verständige und erfahrene Frau."

^Fa, tun Sie das. Aber noch eine Frage zu­vor: Ist Ihnen bekannt, waS Frau Falkner tn den letzten Stunden vor ihrem Tode zu sich ge­nommen bat?"

Erika dachte nach.

»Sie hat mit uns zu Mittag gespeist, aber die meisten Gerichte kaum berührt. Eine schrie Esserin war sie ja auch sonst nicht. Heute jedoch ist mir ihre Zurückhaltung besonders ausgefallen."

Und es hat sonst niemand im Hause em Un­behagen nach dem Mittagessen verspürt?"'

Soviel mir bekanttt ist nein."

Fran Falkner wird doch aber auch am Abend noch etwas genossen haben."

,M Qtoube es nicht. Sie fühlte sich nxe ge- «fit. bet der Heimkehr von ihrem SpazterMng be­reits unwohl und ging gleich zu Bell."

ein Mrtibvnätt hat sie nicht genom­men r

Jungfer, tue ihr Stau Entkleiden war, ihr em

Drittes Blatt

Nr. 286

Gießener Anzeiger sGeneral-Ameiaer für Gberhessen)

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klcchdruck verboten.)

Fortsetzung 51.

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Diese fiel jedoch da Baden sich außer Stande '°h, einer BerleMng seines forstlichen Hochschnl- vrterrichts nach Hetdelberg zuzustimmen, int» rr der Brteiünnng Württember g s, das hter- seine forstliche Lshrstätte in Dübrngen auf- rfi, für Frei bürg i. B.

Damit schied Hessen, für welches das weit tigdteflmt Freibnrg i. B. nicht in Fvaae kom- nat konnte, aus. Um so brennender wurde aber

SeofrtieWi.

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dieZalkner aufLmüenhKhe

So man von Reinhold Ortmann.

Als schiestlich, nach kurz zuvor erfolgter Er- ishvmy des forstlichen .Hochschulunterrichts an der dvverstlät Fr e iburg i. B, noch im Laufe des kommer^Sernesters 1920 dorthin die Berufung des tarn der beiden ©ie&ener Ordinarien für Fvrst- Viffenschaft, des Prof. Dr. Weber erfolgte, wäh- mo der dritte etatsmätzige Lehrstuhl für Forst- »Lienschafr in Gießen zur Zeit unbesetzt war, nahm ke Universität in einer, von FaLlltÄ und Senat ftaAmmig gefäßten Entschließung, der sich ebenso imnütig auch die in Gießen immatrikulierten, rund

rot hem Kriege in Mrß gefcnmntne Bewegung zu fünften einer Zusammenlegun g des forft- Kchen Hochschuluntervichts für die genannten drei Staaten an einer füdwestdeutschen Universität, als '«lche nach seiner gevgvafchischen Lage nur Hei- beiberg in Frage kommen konnte, setzte aöbalb mch Beendigung des Krieges erneut ein und trflngte allein sclpm im Hinblick auf die allgemeine

b ttm eine Entscheidurrg, die

_ . . Ittmg des forstlichen Hoch-

Uvlunterrtchts in Deutschland ganz allgemein nicht »hne Einftüch Herben wird.

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Die rsolterte Fachschule gelten konnte, sind vorüber. Unsere Forstwissenschaft hat sich längst das Bürgerrecht an den deutschen Universitäten «worben.

Hier findet fte als ebenbürtiges Glied im

Niemand. Der Letzte, der sie lebend ge- hat, war ihr Gatte. Seine Frau hatte chn kitten in der Nacht geweckt, weit fte don schreckhaf­te (Sinbiönrngen geängstigt wurde. Sie wähnte innen Onket Falkner in Todesnot. Und um fte U beruhigen, ging Achrm in das Zimmer des .ptmtai. Daran, daß feine Frau jclbst in Le- KSgeßchr fein könnte, hatte er natürlich nicht ge- . Er sagte mir, daß er gewiß nicht länger iS zehn Minuten fortgebtieben fei. Ms er zu- 'rtkmn, war Signe tot"

Ter Sanitätsrat überlegte.

Daraus läßt sich kein Bild gewinnen. Es ist am besten, dem 'Kollegen Germering, der ptu Falkner är^ich behMidelt hat, die Feft- tilttng der Todesursache zu über lassen. Für mich M es unter diesen Umständen hier kaum noch töte zu tun."

Sie hatten ihr Flüstergespräch in dem an das Mtsjtmmer stoßenden Ank1eL>ekaomett geführt, lfW Verbindungstür offen geblieben war. Als * in das Sterbegemach zurücSehren wollte, um ? von Achim zu verabschieden, trat ihm Gerda Euer entgegen. Sie schien furchtbar angegri'- vr» Ihre üvangen waren während dieier we- N^n Viertelstunden ganz hager geworden, und «Äe Schatten lagen unter ihren Augen. Aber sie Jfcte nicht mehr, und an ihren lsttundwmkeln H&e sich eine herbe Lmte eingezeichnet.

Sagen Sie mir, Herr Sanirätsrat," heischte wovon ist mente Schwägerin gestorben?"

Lall Prosts!or Dr. W. Borgmann, Direktor des Forsttnstituts.

©re Entscheidung von weittragender Bedeu- emg Ä tn irr itfjmr seit längerer Zeit schwebenden Pcagr des Ausbaues oder Abbaues des forstlichen Hochscharlunterrichts an imsever Landesuniversität Gießen kürzlich gefallen.

Daß diese Frage von der Hessischen Re- lierun g weitblickend zu Gunsten eines, den ge­tigerten yinforberungen der Jetztzeit in wissen- chaftlicher tote in wirtschaftlicher Beziehung gerecht werdenden, vollwertigen Ausbaues entschieden aorben ist, wird nicht nur in Hessen, dem seine flif eine bald hundertjährige, ehrenvolle Geschickte prrückblickende forstliche Lehr und Forsckmngsstätte mnmehr erhalten bleibt, sondern auch weit über -essen Grenzen hinaus lebhaft begrüßt ter bat.

ÄttSbOU de§ forstlichen ^Od)fd)uhintcr=|7p Snrtrtm der Forsdoisssrschaft Hessen richt; an der hessischen Lan-esnniverWrc- -------

Siehrn.

s&ürinaer. ißrarbm - ba3 Sditffai

^öurtb langt ^abce mit ihr eng verbundenen Forsttnftttuts selbst m die Hand.

Es gwchah dies durch eine, an das Hessische Landesamt für das Bi ldung^wesen rn x a r mstadt gerichtete Eingabe, entweder den fo r ftl tchcn H o chs chulunrer ri ch t an der Landesuniversität Gießen voll­wertig auszubauen oder seine Auf­hebung zu beschließen.

Als vollwerttger Ausbau mürbe neben einer bawentben Besetzung der schm bestehenden drei forstlichen Lel-rsttil>le die Errichtung von drei wetteven, seither m Gießen iricht vertreten n Lehrsttihlen für angewandte Naturwissenschaften, und zwar für Forstbotanik, Forstzoolo­gie n n d f o rstliche Bodenkunde, nebst aus ­reichenden Räumen, Einrichttmgen. Hilfskräften imd Geldniitteln gefordert.

Diese Forderung war nicht mehr und nicht ivLniger als das, was feit langem schon an der Universität München besteht, an der Universität ttreiburg i. B. W einem großen Teil schon !wschaffen ist.

, _ Tie Pläne der Landesunioersitüt begegnen dem lebhaften Interesse der Stabt Gießen, deren Jerwaltwig sich berät erklärt hat, den Ausbau des ^orsttnsttttlls M fördern. Diese Bereitschaft der ^>tadt Gießen tst um so wertvoller, als bet Beschaf- hrng her Rämnlichkäten fitr das künftige Forst- inftitnrt auf die Hilfe der Stabt gerechnet werden Als vorzü<fiich geeignet, das ausznbauende Fnstitttt ausznnehinen, erweist sich nämlich die im Eigentume der Stabt Gießen ftcfratbe fogenannte ^tädtische Kaserne, dn nach seiner Lage und Bauart ebenso schönes, als nach ttttöhe imb Ver- teilteng ferner Räume für den gedachten Kveck be­sonders in Betracht kommendes Gchästde. Da dir in Gießen befindliche Rächswehr m den übrigen ausgedehnten Kasernements immerhin Räume ge- rmg finden dürste, so darf erhofft werden, daß die Stadt Gießen in der Lage ist, die stÄ»tische Ka- sente für das künftige Forstinstitttt zur Verfügung zu stellen.

Ist doch das neue, insbesondere durch die Ein­gliederung der genannten Cfebtete der angewandten Naturwissenschaften erheblich erweiterte Lehr-- und ForschungSinstttttt nicht nur den Fntereffen an der Forstwi tschaft selbst, sondern aivch weiteren Gebieten der hämischen Bodenkultur, insbesondere der Landwirtschaft, Gartenkirltur und des Obst- Und Weinbaues durch die Mit­einbeziehung der Schädlingsbekämpfung auf "breiter Grundlage ju dienen bestimmt.

Dieser 'enwiterte Kvchs der Ausgaben des künftigen ForstinftiLuts war um so mehr gegeben, als an der Universität Gießen auch die Land­wirtschaft oertreten ist, Und diese ebenfalls einen Ausbau ihrer Einrichtungen entgegenfieht.

Auch die Gesellschaft von Freunden Und Förderern der Universität Gie­ßen (Gießener Hochschulgesellschaft) wird dem ge­planten Ausbau des Forstinftitttts ihre Hilfe durch Zuwendung von Mitteln nicht versagen, um so mehr als die Förderung der produktiv gerichteten Wisfensgebiete eine ihrer wefentHchsteu Aufgaben bildet.

Die Löfiorg der vielfältiaen, auf dem Gebiete der Forst Wirts ch« f t selbst liegestben Aufgaben wird dem neu verjüngten Gießener Fvrstinstitut vor allem auch die Urrterstützuny meiter Kreise des Waldbesitzes, nicht nur des Staates, sondern auch der Gemeinden und Privaten sichern.

Nicht Urinder hoffen wir, daß auch Holz­handel Imb Holzrn-dnstrie, in deren Fntrt» esse vornehnllich die auf dem Gebiet der Holz­technologie zu lösenden Fragen gelegen sich), wie bisher schon, so auch künfttg ban Gießener FDrstinstittrt hilfreich zur Seite zu stehen geneigt sein werden.

Endlich erhofft Hessen, da fckr Fvrstinstitut den Stutnerenbcn aller deutschen Staaten unter voller Anerkennung der Freizügiokeit, ins­besondere auch der an anderen Hochfchchen ab­gelegten Prüfern gen, offen steht, daß auch die Staa­ten Mittell>eutschlands, insbesondere ThÜrrn- gens, das nach der Aufhebung Eisenachs seine Staatsdienstanwärter zu einem Test seither schon nach Gießen entsandt hatte, auch für der bin dem Gießener Forstinstikut ferne moralische und späterhin, wie wir hoffen, auch feine materielle Unterstützung »richt versagen wird.

.Konnte doch die ^Bereinigung des forstlichen Hochschulunterrichts Badens und Württem­bergs in Frerbiur g i. B, also neben Mün­chen, an einer zweiten, rein süddeutschen Univer­sität, nicht Mgteich als befriedigende Lösung für Mittel- Und Westdeutschland angesehen tverden, dessen ausgedehnte, llimattsch wie wirt­schaftlich vielfach anders geartete Waldgebiete ver- ivaist»lieben wären, toam Gießen nicht er­halten wurde.

an allem auch weiteren Kreisen wirf- 'omer als in der Isolierung in ihrer 23febeutinig ffc trnferc heutige Volkswirtschaft näher gebrachst werben, nicht Klletzt allen denen, die künftig dazu terufen fern werden, in verantwortlicher Stellung, neben oder über dem Fachmann stehend, über das Äolst «und Wehe des Waldes zu entscheiden, sei rS in der Gesetzg:eb!ung, in der Verwal- '«Ng oder in der Rechtsprechung.

Soll aber die Forstwissenschaft den großen Auf­gaben, die sie batte im Jntevesse eines imftietj tWchchgsten Wirtschaftszweige im Staatsleben zu er­füllen hat, gerecht werden, so muß ihr auch cttles da-, heften sie als ein in hohem Maße produktives WissensgrÄet bedarf, in Le h re und Forschung lSwerkürzt «geben werten.

In dieser Bezieltzmg konnten die an unserer Lmtesuniversität G ießen bestehenden, aus ftttner Zeit überkommenen Ernnchtungeir und «tfügbaren Mittel nicht mehr als zureichend an» «sehen werden.

Aehnlich lagen aiuch dte Verhältnisse für den ot brr Universität bi argen und an der Tech- «schm Hochschacle in Karlsruhe vertretenen ütfUitfjen Hochschubmterricht.

Einem vollwertigen Ausbau desselben an jeder ter bra genannten Hochschulen stand jedoch 'hem- Ttmb die Kosten frage entgegen, da die Aufwendung triftetet Mittel an sich schon für jeden her be­tagten Staaten Hessen, 2Bürttember gimb Baden ein OfHer bedeutete, das za der Große Waldbesitzes, wie auch der Zahl der Stu» , die bei der bestehenden Zersplitterung!

eine bescheidene sein konnte, in keinem rich-

Gerade für dte Forstwirtschaft Mittel- unb _ Westdeuts chlands mußte aber Gießen, ganz abgesehen txm ferner lang jährigen sorstlichm Traditton an dte sich Namen tote Hundeshagen und Hever knüpfen nach seiner günskigen geographischen Lcws, ;uglcich als Ausgangspunkt zahlreicher Schienenwege, vor allem aber feiner in der näheren und roritam Umgebung gelegnen, eben'o aus-- grtehuten als vielseitig zusammmgesetzteu Wal- tamgen wegen als die gegebene Stätte für Lehre und Forschung angefeben luerbcit. Als Lehrrev»ere stehen ferner die unmittel­bar vor den Toren der Stadt gelegenen, alle Holz­arten des deutschen Waldes beherbergenden Forsten des Gießeuer Stadtwaldes und der Do°- inanlülobrrförfterei Schiffenberg, sowie der große, seit langen Jahren wohlgepilegte Akade mifche Forstgarten zur Verfügung.

. Nicht München und Freiburg i. B., londern München, Freiburg i. B. und G16 ßen konnte eine befrirtigenbe Lösung der forstlichen Unterrichtsfrage für Sud-, Wittel- u nb Westdeutschland fiin.

Wie sich die Zukunft der Sächsischm Aorstaka- demlc Tharandt Aushebung, Ethalttmg, Uebergang an die Technische Hochschule in Dres­den ober an die llniversität Leipzig ge­stalten wird, mag hier unerörtert bleiben. Jeden- lalls wttd auch Tharandt an der Tatsache bes bevorstehenden Ausbaues Gießens nicht vorübergehen können.

In Preußen, das in abtehbarer Zeit einer Verlegung feines forAichen Hochscknllunterrichts an ine Universität wohl kaum näberührten in ber Lage sein dürfte, werten die beiden Forst- afabemicn Eberswalde und Münden, viel­leicht auch nur eine derselben (Gberttoalbc) noch auf längere Zeit weiterbestehen. Aber die Frei­zügigkeit, die Preußen vor kurzem auch seinen Staatsdienstanwärtern gewährt hat, wird diese ebenso wie nach München und Frei- ur9 ' künftig auch nach Gießen führen,

das sich seit dem Ende des Krieges bes Besuches mich preußischer Forstbeflisserer schon zu erfreuen hatte.

Die Gründe, die für einen großzügigen Aus- bau des forstlichen Hochschulunterrichts an der Universität Gießen sprachen, waren ebenso zahl­reicher als durchschlagender Natur. Eine Auf^- hebung des Gießener forstlichen Hoch schulunterrichts wäre in dem gegen­wärtigen Zeitpunkt nicht »u verant­worten gewesen. Sie konnte sogar bei den heutigen auf eine Verminderung der Universi­täten gerichteten Bestrebungen für die Universität Gießen selbst den Anfang vom Ende bedeuten, wenn erst mit dem Abbau des einen oder anderen Loches der Anfang gemacht war. Für eine Auf­hebung kann aber eine Universität wie Gießen, die durch die neben allen anderen Gebieten von ihr vertretenen besonderen Gebiete der Forst­wissenschaft, Landwirtschaft und Veterinärmedizin auSgezeicfmet ist, am allerwenigsten in Frage kommen.

In richtiger Erkenntnis dieser besonderen Stel­lung Gießens hat sich daher auch die h e s s i - s che R e g ierung in neuerer Zeit eine vermehrte Förderung aller an der Landesuniversität ver­tretenen Grtiete, insbesondere auch der Wirt­schaftswissenschaften angelegen fein lassen, unter denen beute bte Forstwissen­schaft bei der gesteigerten Bedeutung unserer aus den Stürmen der Kriegszeit ungeschwächt hervorgegangenen Waldwirtschaft gewiß nicht an letzter Stelle steht.

Die Eingabe der Landesuniversität stand somit in grundsätzlicher Beziehuna in völligem Einllang mit den von der Hessischen Re­gierung auf eine Förderung der Landesuni­versität in allen ihren Gliedern gerichteten Be­strebungen.

So fiel denn in Darmstadt bereits am 30. Juni 1920 die Entscheidung in einer Sitzung der beteiligten Ministerien, zu der auch eine Ab­ordnung der Landesuniversität unter Führung des Verfassers dieser Zeilen zugezogen war, mit seltener Einmütigkeit zugunsten des Ausbaues des Gie­ßener Forstmstituts in dem Umfange, wie ihn die Landesuniversität beantragt hatte.

Bei einer Entscheidung von so weittragender Bedeutung vertraut die Hessrsche Regie­rung, für die der grtachte Ausbau eine Inan­spruchnahme nicht unerheblicher Mittel bedeutet, auf ein einmütiges Zujammensteben aller veler- ligten Kreise: vor allem auf die Ueberlassung der städtischen Kaserne seitens der Stadt Gießen als künftiges Heim für das Fvrstinstitut, auf die Hilfe der Gießener Ho chschnlgesellschast, des Privat- und Gemeindeforst- besitzes. des Holzhandels und der Holzindustrie, und im Hinblick auf die Or­ganisation der Schädlingsbekämpfung auch auf eine Unterstützung durch die intevessierten Kreise

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5amttag, 4. Dezember 1920

der Landwirtschaft, des Garten-, Obst- und Weinbaues, endlich auf eine Beteili­gung Thüringens.

Für die Berufung erster Kräfte zur Besitzung der forstlichen wie der naturwissenschaft­lichen Lehrstühle stehen die Aufsichten durchaus günstig.

Auf den erledigten Lehrstuhl für forstliche Produktionslehre ist zuin 1 Oktober d. F. bereits Pwfesfor Dr. Wimmer au< Freiburg i. B. berufen ivorden Die Besetzimg des britlcn forstlichen Lehrstuhls für Korstvolitik und Forst Verwaltung ist zum Frülstahr 1921 zu erwarten.

Die Verhandlungen mrt der Berwattimg der Stadt Gießen wegen llebetlaffung der städti­schen Kaserne such riniieltitft SothUb iie zum Ab schluß gelangt und die nötigen baulichen Instand- sitzungsarbeiten mrsgeführt sind, soll die lieber- siedelung des Forstmstituts in das neue Heim erfolgen, und anschließend die Besetzung der dre. neuen nattirnnssenschasttichen Lehn'tühle nebst Ein­richtung der zugehörigen Institute erfolgen.

Das große Unternehmen erheischt große Mittel. Der Hessische Staat bat die ersten Schritte zu seiner Berwirllichung getan und wird auch selbst, als der größte Wald- besitzer Hessens, mit emrr größcivit Zu- wendimq voran gehen, der auch die Hessische V o l ks k a m m e r, wie wir zuversichtlich haften, im Hinblick auf die in hohem Maße produk­tive Anlage der aufznwendenden Mittel ihre Zustimmung nicht versagen wirt».

Der H c s s - ' ch e Staat kann aber die ge* samten Kosten a . lein nicht tragen. Darum er­bittet er, und mit ihm die Laildesuniversität Gießen, eine tatkräftige Unter» ftübung seitens aller an dem Unter­nehmen interessierter Kreise, wie auch aller Freunde der grünen Farbe durch Zun'endung privater Mittel, um den Ausbau des Gießener Forstmstituts alsbald seiner Vollendimg entgegen- führen zu können.

Für denAusbau des Forftinsti- tuts" bestimmte Beiträge werben von der OHe- ßener Hochschulgesellschaft durch Vev» mittümg der Mitteldeutschen Credit- bank in Gießen entgegengenommen.

So hoffen wir, daß das bis jetzt glücklich ein- geleitete Unternehmen rüstig voi anschreite und einst in der Geschichte unserer deutschen Forstwissen­schaft einen ehrenvollen Platz einnehmen wird, als ein Markstein auf dem Wege zur wirtschaftlichen Wiedergeburt des deutschen Volkes m schwerer Zeit?

BX»--

Landwirtschaft.

ed. Aus dem Vogelsberg, 1. DH Die vor dem Kriege blühende V ieh-ucht des Vogels bevges war im Begriff, sich trnebtr allmählich auf die alte Höhe -u heben Drei,böse Kran khe i t e n drohen nun alle Ansätze zu einer Besserimg zu vernichten. Noch int Vorherbst war der Kreis Schotten -iemlich frei von Maul" und Klaue n- feftche. Mancher durch biete Seuche schwer ge­schädigter Wetterauer Bauer konnte sich zu Wagen tm Vogelsberg Ersatz für gefallenes Vieh nolen. Aber langsam kam die Maul^ und Klmienseuche von allen Seiten auf den Kern des Gebirges zu. und heute ist fast kein Dors deS Kreises nnver-- feucht. In ben höheren Teilen des Vogelsbergs m denen der Weidebetrieb noch vorherrscht, verlaust die Krmrkheit leichter als an den Rändern des KreiseS, wo man infolge Stallfüttewmg besser gc nährtes, aber widerstandsloseres Vieh bat. Unter den Schweinebeständen richtet seit Monaten die Rotlaufseuche großen Schaden an. In manchen Dörfern mußten fast täglich jüngere Tiere vorzeitig abgeschlachtet werden Besonders hart wurden Arbeiter mitgenommen, bte sich tm Som­mer ein Schroeinchen zulegten, es bald töten muß ten und kein Geld für ein zweites hatten Die sich in gan& Süddeutschland ausbreiterrdc Schaf- r ä u b e bat auch im Vogelsbera gan-e Herden er­saßt. Und wo dre Räude nicht ihinkommt, wirt die Klauenseuche das ihrige tun, die in der Landwirt schäft neu aufgetommene Freude an der Schafzucht stark zu dämpfen.

Weihnachts^Ängebote|

In allen Abtefhmgren.

Samt-, PiOach- and Pete-MHntel, pelzbeee^te bfltatcl und Koofthne, seidene Kleider und Dineen, Kosrthn Röcke, woll. Blusen, warme Morgenrödce, Unteiröcke, woIl. Spori-Jadcen, -Kleider n. -Sweaters.

Wagener & Schlötel

Frankfurt a. M-, Goethestra&e 9 u. 11.