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Zweiter Blatt

Itt. 2ö0

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Donnerstag, 4. November 1920

rten. Bürte bod) sch°n in diesem Frahj-.hr Ä ZÄSK natpflClvtefen, daß in Deutschland crfcrmen, in der Predigt oon Sryick'alen. bi: ein

Vor­

ig txon Gebrcruchsgegenständen u. a.

Fortsetzung 27.

ibrucE verboten.)

"TL« 886

gerne von Ihnen beraten lassen. Dars ich heute abend kommen?"

Er hätte am liebsten nein gesagt: etwas in ihm lehnte sich gegen diese Beharclick»keit aus. Ab­neigung gegen die schöne, rothaarige Frau des jungen Falkner war es sicherlich nicht: viel 'eher ein unbestimmtes Gefühl der Furcht, der Furcht vor einer Gelahr, deren Deoanziehen er empfand, ohne sich's zu gestehen. Tas ivor es, was ihn feit seinem ersten Be uch aus Linto-höhe beimruhrgt hatte. Zum erstenmal gesä-ah es ihm, daß er seiner selbst nicht sicher war. Wenn er fte nicht vor sich hatte, konnte er ohne jede Erregung an feine junge Patientin denken; aber in ihrer Gesellsclast oder sie nur mit den Slugen das Arztos an$u;e.',ei, und so beim bloben K'.aug ihrer Stimme ging ihm diee Ruhe verloren. Er konnte sich nicht zwingen, ne gut er sich äußerlich beherrscht hielt, es regte sich doch etwas in seinem Blute, das dem Verkehr des Arztes mit einer H il Gesuchen den ferne b.ciben soll.

Verliebtheit? Nein. Bon den heißen oder sch-wärmeriscten Empfindungen, die ihn bei dieser oder jener kleinen Jugend.i.belrr burckg'üht, fühlt- er nichts. Wie eifrig sie auch u'.ioer.'ennbar be­müht war, ihm in And utungen und halben Ge­ständnissen ihr Jmreres zu erschließeii, es war doch in d?m Seelenleoen di'i'er F au, soweit es sich ihm bischer ofsenbart halt', keüi Ton angekumgm, ber auch in ihm eine Sai'.e ljätte mikscliwingeii lassen. Was aus ichji wirkte, konnte nichts |ein als einzig der Reiz ihrer köwerli.che.l Schönheit. Untzer een stetig wachenden Anpo berungen inner Zielen brumter Tätig'eit hatte er ton näheren Um» ge-:g mit dem nxtib.üxn Gescheht bis'er ni±t vermißt: der Beruf hatte ihn vollständig m illn- spruch genommen und ausgefüllt: diese junge Frau erst brachte ihm -um Bewußtsein, daß fetuzm

iwber genau zu betrachten und zu beobachten, K muß die Ueberzeugung gewinnen, daß die irfungen der feindlichen Hungerblockade an ryelben immer deutlicher sich bemerkbar

Welt, nicht einer Sippe Erlebnis sind. Dabei toil! ich nicht davor zurückschrecken, dort einmal die Schönheit über ine Wahrlmt zu stellen, wo sie ver­mögen wird, lebensgepcin gtc Menschen zu 'rheben, wie es dem 9(r^t ge^xtt et ist, ci.ien Kranken über

unStaad"^ aibcn 6^'

General

Att, Stadt ttnfc Land.

Gießen, den 4. Noo. 1920.

SinderhilsSmisfion.

Man schreibt uns:

Wer Gelegenheit hat oder nimmt, unsere

Leben etwas fehlte. Tas störte und belästigte ihn', und er wäre zufrieden gewesen, wenn sie ihm ihr allzu b veilwlltges Be traue 1 wied r e t-ogcn hätte. Uiid daß sie sich's an den Unterhaltungen im Fallnerhausc nicht genügen lasten, ibntem ihn ohne zwingende Notwendigkeit muh noch m feiner Wohnung sprechen w« l te, b'a^ste ihn in Ber- futtong sie selbst auf die Gefahr edier Kränkung hin von sich abzuwehren.

Aber er konnte sich zuletzt doch nicht dazu ent» schli'ßrn; er war überzeugt, baß ihr s'einbareS Entgegenkommen nichts mideres war als der Aus­fluß einer sehr impulsiven Nadir, vielleülst sonor mir eine Frucht ter durch die veränderten Lebens- Verhältnisse hervorgeru'eien Va giv i e. S^c würde wahrscheinlich ebensosehr erstaunt ivic ver'etzt sein, nenn sie aus seinem Verhalten den Eindruck ge­wänne, daß er dahinter etwas älteres. Sträfliches vermutet hatte: im günstig en F [' würbe sie ihn für einen cingebilbe en kla ren toten. Und b:e Besorgnis, ihr lächcr ich ;u erscheinen, gab dann den Ausschlag für setzte Antwort.

Ganz wie es Ihnen belle;t, gnädige Frau.' Ich werde Sie um sieben Uhr erwarten."

Ja. Ober etwas später. Mein Mann will einen Jugendfreund in der stkntoarscha't besuchen Und ich möchte das Haus erst verlasjen, wenn er fort ist."

Wieder rührte sich in Oswald Germerng das Unbehagen über einen Verkehr, dem sie selbst nut einem gewissen, ihm umjer^mWc: Nacljdruck den Schein eines geheimen Etzrverständnisies aut» brückte. Tast sich tozwisäien auch ei te [ei e Re­gung freubirer Erwartung erheben wollte, gestand er sich nicht ein.

lFortsetzung folgt.)

sgensta

t in bohtnfor öerthilmruiiti ne Qtitatieu ig ihn,feil?, Blflbtnitra^di

IjtenjlüinK nuken fldintiL I# t'boie unter Hift (Siebener tlnied

i^ieZalkner aufLinöenhöhe

Romern von Reinhold Ortmann.

stisch nachgcwicsen, oaß in Deutsch nja 6 Millionen unterernährter Kinder

Eigne hielt es für Zufall, baß der Apotl^er CR^ben Vorplatz des unteren Stockwerks Ijeraus- gerate als sie von oben herabkam. Daß er f* d-n sctztem ?lrbeitsplatz aus hatte kommen sehen, 1 JWjtan er seitdem hinter der an gelehnten Tür auf .MWIk flauer gestanden, konnte sie nicht wissen. Sie Lh ? 2°** "lit einem freundlichen Wort an ihm vor-

Gietzener Strafkammer.

G i e ße n, 2. Nov. 1920.

AiS der Strafanstalt Rheinbach, wo er eine lange Freiheitsstrafe verbüßt, vorgesührt, erscheint der Schlosser Heinrich Sch. aus Wesel, ein kräf­tiger, gesunder Mensch, der trotz seiner verhältnis­mäßigen Jugend bereits zaKreiche, zum Teil schwere Bestrafungen wegen Betrugs hat. Bei einem vorübergehenden Aufenthalt hier hatte er sich an eine hiesige Modistin herangemacht und ihr vorgeschwindelt, er könne und wolle ihr Stiefel besorgen. Durch ein geriebenes Manöver brachte er es fertig, ihren Argwöhn zu zerstreuen und ihr 110 Mark abzulocken, mit denen er verschwand. Die Stiefel kamen natürlich nie. Auf die Frage, wer der Mann sei, der ihm selbst angeblich die Stiefel angeboten habe, spielte er sich als Ehrenmann auf und versicherte, er dürfe ihn nicht nennen, weil dieser im Ofsiziersrang stehe und er ihm unbe­dingtes Schweigen gelobt habe. Wegen Betrugs im wiederholten Rückfall erhielt er IV2 Jahr Zuchthaus, 400 Mark Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust.

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1 ersten Begegnung Fanget ihre Antworten, und er mußte es merken, daß sie der Wunsch erfüllte, von ihm loszukommen.

Da kam ein Huterfiang Don Ironie tn den Don seiner Rede und ein höhnischer Zug in sein Läclxln: Uebrigens darf Germering sich ed.vas darauf en- bilden, daß gnädige ^rau sich selbst zu ihm Er=> mühen, obwohl er täglich auf die Lr'denhöhe kommt. Aber ich würde Ihnen emp'e'le', sich dazu nicht gerade feine Söre4)tunbe audsuiudym. Es treibt sich da zu viel armes Volk im Sxuije her­um und zu viel neugieriges Gesindel."

Nun zweifelte Signe nichl mehr, daß der Näann betrunken sei, und das Gefühl dec Er'em. lllichk.tr für den kleinen Dienst, den er ihr geleistet, war nicht so stark, daß sie sich durch die Erinnerung baran noch länger beeinflußt suhlte:Die Armut von Tvkkor Germerings Patt'en:en ist mir e'.enso gb-ick^gültig tote ihre Neuerer oder die Neu gier seiner Hausgenossen," sagte sie hochmütig.Sie entschuldigen, £>cvr Brandt, daß ich mich nicht länger aufhalte. Guten Tag!"

Mit einem kaum merklichen Neigen des Kopfes ging sic an ihm vorüber. Ter Achotre'er rr.lkugtc sich und b toegte die üiMren, wie wenn er noch etwas sagen wolle, aber es tourte kein Laut ver­nehmlich. Erst aks sich die Haustür lMter ihr ge­schlossen hatte, stieß er ein kurzes Lachen aus, das sicherlich niemand für den Ausdruck einer heiteren Gemütsstimmung genommen hätte.

Als Germering am f.igntden Tage im Fal'- nerhause vorsprach, blieb Frau Signe yim ers.en- mal für ihn unfid>tbar; nachmittags aber, kurz vor dem Beginn seiner Sprechstunde, rief fte ihn durch den Jeanspterler an:Ich w l te Sie gestern au-- suchcn, aber Sie waren zu sehr üt Anspruch.ge­nommen, und ich wagte nicht. Sie Dillsbedün-- tigeren zu entziehen. Aber ich möchte mich sehr

k über er ließ es nicht gestehen; artig erkun- er sich nach ihrem Befinden, so daß sie ihm «der übel Rede steher mußtv. Ob die ver- ! Beleuchtung daran Schuld trug, oder ob sie "hvcab ihres neulichen Aufenthaltes tn brr . nicht aufmerksam genug angese en hatte, plls schien er ihr heute vt l häßlickier als !S Sie fand sein hageres Gesicht und lerne chl-ötterige Gestalt geradezu abstoßend. Aber '.hr am meisten mißfiel, nxiren die Fahrigkeit Armb-wegungen und der eigentümliche, irr­te Glanz in seinen Au^en. Ge au das- unrulngt Glitzern batte sie oftmals tn den _ h ihres Vaters gefe en jvähvend jener letzten wo er zu immer größere*! Mvrphium- y*grifen hatte, um sein zerrüttetes Nerven- künstlich hör dem Zu'amme b.uch zu bc- ^T*tl Auch, die hastige, überstürzte Redeweise dic sich ausfallend von feiner damaligen seine aufdringliche, wortreiäjc fi in dem Verdacht, baB er t-J*,' *rn Einfluß 'irgend eines geivaltsam wtr- kL?;'1 Anregungsmittels stände. Und sie hatte, sie anzustarren, eine lei|e *Taiblunti l»on .Furcht. Kühler als bet der

Dieviel Kinder bei uns in Gießen mit Speisung bedacht werden sollen, wird, dem die fertiggestellten Listen, die von betr. Aerzten bescheinigt werden müssen, s des hiesigen Wohlfahrtsamtes an die tceter der Gesellschaft der amerikanischen ude zu Frankfurt a. M. eingereicht sind, 3ot diesen festgesetzt.

Vie die Reichseinkommensteuer den Ä Landern und Gemeinden zuftießt.

Die Anteile der Länder an der Reichs- imkommensteuer soll diesen so schnell wie miglich zugeführt werden. Die eingehenden SBrträge führt das Reichsfinanzministerium Vtflbalb an die Länder und Gemeinden weiter. 86i eine Abrechnung wird zunächst ver- *t. Die Hälfte der eingehenden Beträge twb der Gemeinde, die andere der Landes- B* zugeleitet. Dazu gehören auch die Lohn- Ege, soweit sie durch Ueberwcisung ge- Mt werden, aber nicht die Lohnabzüge «M Kleben von Steuermarken, da die Mar-, häufig nicht in dem steuerberechtigten gekauft werden. ®in Zwölftel des Llsskommcns der einzelnen Gemeinden im Störe 1919 aus der Einkommensteuer soll vl-qlich 25 Proz. den Gemeinden aus der :^lte der Markenbeträge möglichst bald aöetlviesen werden. Nach dem 1. November DD festgestellt, ob die den Gemeinden über» Oikeneti Beträge diesen Betrag erreichen.

die Landkreise sollen die brütgenb- *gei Mittel aus ben Markembeträgen er-

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Vermischte».

Wie der Staat spart.

fd. Aus Kassel, 3 Nov Ein Bauer auS Kurhcssen hatte seinen selbstgepflanz'en Tabak zur Steuer angemdtet. Dazu wurde er mit 15 Pfennigen S'euer veranlagt. Tie Riesensumme von 15 Pfennigen v.-rursach e ter Stabt nun fol­gende Kosten:: erste Zahlungsau'firlxmng an den Baueim venrrsach e ohne die Schttiborbeitm 40 Pfennige Por o. Der Lantwirt i"t ehrlich und findet ben Betrag zu niedrig und erhebt bogenen Einspruch mit der Bemerlüna. t> es ivvhl 15 Mk. heißen solle. Es folgt die Antwort der Dehücte, daß ein Irrtum ausgeschlossen sei und es bei den 15 Pfennigen bleibe Kostenpunkt i'ie es Sck>rei- benS, ein Briefbogen und wci er? 40 Pfennig. Ins­gesamt b-tragen die Ausgaben für die Emstehung der 15 Pfennig, to.mn man die Schreibarbeit mit ein rechnet, sechs Mark. Es lebe die Neu- preußi'che Sparsam?ett!

lassen, von ben bevorstehenden Arbeiten der nächsten Postanstalt rechtzeitig Mitteilung zu machen. Da auch fahrlässige Beschädigungen der Tclegraphenanlagen im § 318 des Re^hs- Strafgesctzbuches mit Strafe bedroht sino, wird -den Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postanstalt von der bevorstehenden Baum- sällung so zeitig zu benachrichtigen, baß die Entseirdung eines Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werben kann. Da- burch erspart sich dec Baumbesitzer Unan­nehmlichkeiten: alle Kosten für bie Sicherung der Telegraphenleitungen trägt außerbem in bief'cm Falle bie Telegraphenverwaltung.

** Be i ber heutigen Zwangs­versteigerung oes Anwesens Süb-An- läge 18 betrug das Höchstgebot, einschließlich Hypotheken, 200 000 Mk.

** Das Fest ber silbernen Hochzeit begehen am Samstag, 6. November, Gg. Strack, Mitinhaber des 23a dp und Schließ-Instituts uno seine Ehefrau Katharine geb. Manvetd, Gr. Steinwcg 16.

KrciS Büdingen.

Q. Bad-Nauheim. 2 Nvv. In der heu­tigen Stadtverordnetenversammlung wurde folgendes r<rlc delt: Für Eintilsturg - grgonstände hi ber Boll's chule werden 4600 Btt. bewilligt. Tie Unterhaltung ter UsaschLeulen bei Friedberg wird mit zeitlicher Be-chränkung vm Bad-Nauheim übernommen. Die Geschäfts­räume der OrtskrMckenkas e füllen um einen Raum vergrößert toerten. Die Äbltei der baulidym Ver­änderungen in Höhe von 13 500 Mk. übernimmt die Kaffe. 30 Beamte und Angestel'tr toben die Stadt beim Provin^ialausschuß in Gießen verklagt. Sic sind mit der im September er­folgten Gehaltsregulierung nicht zufrieden und verlangen Be serstellung Die S.a't torrb Abwei­sung der Klage beantragen. Die Anschaffung von 30 GemarTungsplänen zum Preise von 300Ö Mark von Kreisgeomoter Hofmann wird ge­nehmigt.

Kreis Lauterbach.

= Schlitz, 2. Nov. Ein schöner Erfolg und hohe Sinertenmmg n>ar dem hiesigen Männer- gesangveveinHarmonisches Kränzchen" am Sonn­tag beschieden. Aus Einladung der Schützer Ber­einigung m Frankfurt a. M., hatte der Ver­ein mit 80 Sängern eine Sängerfahrt nach der Mainftadt unternommen, wo ihm Gelegenheit ge­boten war, in bm Blumensälen das SttftungSfest der Schlitzerländer in Frankfurt durch mehrere Chöre zu verschönern. Besonders die zum Vortrag gebrachten Volksl eder sanden stürmiichen Beifall. Der Dirigent des Vereins, Herr Adam Mohr, wurde in Anerkennung der Leistungen titnt Ebren- mitg'ieb ber Frankfurter ernannt. Die Sängerfahrt hat von neuem dazu beigetragen, die Beziehung'n zwischen den Frankfurter Landsleuten und der alten veimat noch fester und inniger zu gestalten.

Hessen-Nassau.

mc. Wiesbaden, 3. Nov. In der letzten Zeit reifen ausfällig oft norddeutsche Mak- l e r auf den Nassauisä-en Gutshösen herum und suchen die Besitzer zum Verkaufen ihrer Wirtschaft zu brwegen. Sie geben meist vor, tm Aust age vm Fabrikantm usw. zu handeln. In Wirksich- keit scheinen aber Schieber die Käufer zu fern, die ihr erwuchcrles Geld in Lcb^dercien anzulegen boabfichtigcn. Eine gewisse Vorsicht ist also diesen Käufern gegenüber am Platze.

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Warze ScrhanU Inhalt null; icvob - iniafl nbfnbrq jifl. gegen bt« N nilabt

den sind, wovon xk so ernstlich gefährdet daß für sie in den nächsten Jahren bas ^limmste zu befürchten steht, wenn nicht ch für bessere Ernährung unb Kleibung ge- rgt wirb.

In vielen Städten unseres deutschen Va- ltandes ^bildeten sich deshalb Hilfsvereine tollen Sckfichten der Bevölkerung, um nach V»stick)keit in verschiedener Richtung hin uu- »rstützcnb einzugreifen. Doch die Knappheit n» übermäßige Teuerung der alleruotwcn- sflßen Lebensmittel ließen die gewünschte jiiiderhilse nur nach unb nach in ganz beschei- H rm Maße in Aktion treten. Da auf einmal, es sei es biefen mitleibigen, barmherzigen kmschen von oben in ben Sinn gegeben wor- kn,Fam bie erfreuliche Nachricht übers Weld- e-vt. daß in Amerika von der religiösen ellschast ber F-eunde (Quäker) eine Kin- sstlfsmission gebilbet worben sei, bie burch ndung von Lebensmitteln in den verschie- sten Stabten Deutfchlanbs in allen Schu- shöheren unb Volksschulen) eine Kinder- ifung einzurichten gebenke.

Erfreulicherweise hat sich nun bie ge- mte Gesellschaft ber Freunde von Amerika Ansuchen unserer Stadtverwaltung vor igen Wochen bereit erklärt, auch in eßen eine Kin de r speisung in n Schulen für bebürftige Kinber ein- Uten. Seit etwa bm Wochen fiub darum enverwaltung, Lehrer, Lehrerinnen und tvtnehmlich die betr. Aerzte eifrig bemüht M> beschäftigt, bie Vorarbeiten für biefc 8id(f)tung »u erlebigen. Zu diesen gehören: sstellung der Verzeichnisse der betr. Kin-

die Schwere seines Leld.nS hinwerzu äu chan, weil Mut und Hoffnung diesem K a Ceu Was e.i gegen das Leiden sind, lind wäre Irrtum, was ich er» strebt und itrad ich für gut hifft. mir scheint, c3 sei besser, irrend ein mutiger Wanderer zu sein, aI-5 daheim hockend und über den richttgen Weg grübelnd doch nie zum Ziele zu kommen." Durch das ItdrnStoürbtge Entgegenkommen der Knitschm Verlagsanstalt in Stuttgart, die das erste Buch Zahns in ihren Verlag nahm und bei der nunmehr fast alle Düchor von ihm erschienen sind, ist es ims möglich, jedem Be'ucher des Abends di- oben­erwähnte kleine Schrift von E. ZahnWie ich Schriflsteller wurde" zu überreichen. (Näh. s. Anz.l

** Anerkannte Feiertage. Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feier­tage werden durch Artikel 139 der Reichs- Verfassung als Tage der Arbeitsruhe unb der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt. Der Reichsarbeitsminister hat jetzt die Haupt- versorgungsämter beauftragt, im Benehmen mit ber örtlichen obersten Regierungsbehörde festzustellen, welche Feiertage innerhalb ihres Bezirks als Tage der Arbeitsruhe gelten. Maßgebend ist hier sowohl eine staatliche Anordnung als die örtliche Gepflogenheit.

** Die Einreise nach Elsaß-Loth- ringen. Deutsche Reichsangehörige, einschließ­lich der mit Deutschen verheirateten Elsaß-Loth- ringerimten, die nach Elsaß-Lothringen einzureisen wünschen, haben ein Gesuch an das Verkehrskom- miffariat Karlsruhe (Badens Schloßbezirk 10, zu richten, welche Dienststelle daS Erforderliche b'i bm zuständigen fron ö ffchrn S elen veranlaßt. Dem Gesuch ist beiziufügeiz: 1. Ter deutsche Reisepaß, 2. zwei lose Photograp'ffen von gleicher Aufnahme, wie diejenige, die im Rei.epaß atrfcrp?t>t ist, 3 zwei eigenhändige Unberschristen auf besonderem Zettel. Kaufleute und Handlungsveifende haben eine Be- ftätiaung ihrer Eigenschaft von ber heimatlichen Handelskammer dem Gesuch beizufügen. Die Rei­fen, begründet mit Familie?iangelegmheiten, wer­den nur ausnahm-Zweise erlaubt (Sterbefälle, schwere Krankheiten bei Nahverwandten^.

** Die Einnahmen aus dem ver­doppelten Porto usw. Die Wirkung der Erhöhung der Postgebühren im Mai liegen jetzt in der Uebersicht über die Einnahmen oes Reiches vor. Die Sätze wurden bekanntlich am 6. Mai im allgemeinen verdoppelt, so daß die Erhöhung im größeren Teil des Monats in bie Erscheinung treten mußte. Gegen die tm April stiegen nun die Einnahmen an Post- gebühren um etwas über 72V? Millionen auf 177»/, Millionen. Die Telegraphengebühren gingen um 21/, auf 23 Millionen zurück, eben­so die Fernsprechgebühren um fast 40 Mil­lionen auf nicht ganz 30, da diese in der Hauptsache im ersten Monat des Vierteljahrs cingezogen werden. Der Scheckverkehr brachte fast 21/» Millionen. Die Einnahmen der Reichseisenbahnen stiegen um 180 Millionen 1281. Steuern und Zölle brachten 342/2 Mil­lionen mehr, insgesamt etwas über 1080 Millionen. Trotz einer Zunahme der Reichs­einnahmen von April zu Mai mit über 562 Millionen stieg die schwebende Schuld um fast 63/< Milliarden auf 1483/4 Milliarden.

** I n ber Zeit bes Baum­fällens werben an ben Straßen unb in ben Ortschaften bie Reichs- unb Fernspreck-

** Ernst Zahn-Abend der Litera­rischen Gefellschajt. Es irirb nochmals daraus aufmerksam gemacht, daß ber Vortragsabend Ernst Zafn um 8 Uhr beginnt. Was der Tich er seinen Mitmenschen durch seine Bücher schenk'n wollte, das sagt er uns in seiner Schrift:Wie ich Schriftsteller wurde" mit folgen dm Worten:Und dennoch sehe ich meine Hauptaufgabe nicht in der ber naturgetreuen Schilderung dieser Heimat, b.-r (Gebirgler ober Städter, ihrer Sitten und Bräuche, in der wortech'en Wiedergabe ihrer Geipräch', son­dern in ber Erzählimz von Menschen in denen sich

be in 7 Schulhäusern, Messen, Wiegen und genaue Untersuchung ber Kinder, Beschaffung einec Zentrale für die Zubereitung der Spei- »rerhiArta-.,fr Transportierung dieser in die einzelnen Mllhänser, Austeilung dortselbst, Beschaf- tintt Citn "toa von Gebrauchsgegenständen u. a.

gestohlen. Auf ein Zeitungsinserat mdfr'te sich bet Zeuge G., der mtmitte bar nach dem Diebstahl bie Wäsche von dem 21ngx'flag:ei F. B. gelaust totte. Dieser wollte die Wäsche nicht geswÄen, sie viel­mehr von einem Wärter gekauft toben. Irgend- toel(f>e näheren Angaben über bi sm Wärter machte er bei seiner alsbald durch bie Polizei bnvirftert Vernehmilng nicht: es sei aber kein Wärter vou ber Elnrurgischen Klinik Der Mann h.ibe manche mal Mundtonnonila geblasen: mehr könne er nicht sagen. Nach dem Gutachten des Oberarztes Dr. ^criba ist ber Angeklagte, ber eine schwere Kriegs­verletzung erlitten hat, schwer neurastl^enisch, aber willkommen zurechnungsiähig. Trotz des hohen Verdachtes vermochte sich das C'k'drfi ni cxiuon }u überzeugen, daß der Angeklagte die Wäsche lelbN gestohlen habe: nach feinen eignen Angalxm muftc er aber wissen oder den Umständen nach an- nctoiat, daß ber Wärter die Wäsche auf uner­laubtem Wege erlangt hatte. Wegen Hehlerei er­hielt er 6 Monate Gesängnis.

Der Schlosser K. S. von Frankfurt wurde wegen schweren Diebstahls zu neun Monaten GesLngnis ve urteilt. Er ist unter Anwendung eines Dietrichs in bett Lagerraum eines Drogisten hier eingedrung n unb bat photo­graphische Apparate im Wrt von mehreren tau­send Mark gestohlen. Die Strafe fiel rn>rhältnis- ntäßig mild aus, da er noch jung und unbestraft ist imb offenbar ein Werkzeug eines anderen nicht zu ermittelnden Berbrechrs war.

Die Berufung eines Metzgers aus Ober-Erlen­bach, ber vom Schöffengericht Vilbel toegen

(6 ha n bei 5 2 Tage Gefängnis und 400 Mark Geldstrafe erhalten hatte, wurde kosten- pstichiig verworfen.

Die weiteren Fälle sind ohne besondeveZ 3nte rdffc.--

X Hanau, 3. Nov. Vor der Strafkammer Hanau hatten sich der Maurer Heinrich E. auS Oberau, Kreis Büdingen, unb ber Maschinen^, schlosser Karl G. aus Stammftnm, Kreis Fried­berg, weaen Diebstahls, ber Maurergeselle Wilhelm K. aus Oberau wegen Beihilfe zu ver­antworten. G. und E. füllen in der Zeit von Dezember 1918 bis Mitte März 1919 aus ben Feldgerät-Ersatzparks Nr. 2 u..d 3 in Hanau Tich- ler- und Schlosserwerkzeuge, sowie 3 Fäffer Oel entwendet, ft, s.ll Ve h l e gcV i\ct toben. Das Urteil lautete gegen E. auf 6 Monate, gegen G. auf 10 Monate icnb gegen K. auf 3 Wochen Gefängnis.--

lütfcbc und Schule.

Köln, 3. Nov. (Wolss.) DieKöln. Ztg." meldet aus Gelsenkirchen: Vor Bcgimi ber ©tabtocrorbnetcnocrfamm'una, beten Hauotpunll ber Tagesordnung bie Einführung bt weltlichen Schule war, veranstaltet.m bie Anhänger ber weltlichen Schule Kundgebungen vor dem Rathanse. In dem Sitzungsiaale kam es zu aufvegenden Zusammenstößen zwischen ber Linken und ber Deutschen Volkspard-i. Nach einer viertel­stündigen Erörterung der freien Schule mit 33 gegen 22 Stimmen abgelehnt. Taranshin er­klärten bie Mehrhtttssozialiton unb bie beiden Flügel der U. S. P.D., solange den Verhand­lungen fernbleiben zu toollen, bis die weltliche Schule eingeführt fei.

mc. Frankfurt a. M., 3. Nov. Die bet- einigten Frankfurter Eltern rate toben an das Ministerium eine Eingabe in energischen Worten gerichtet gegen die Verteuerung derSchul- bücher Abhilfe zu schaffen, da die Lasten von den Eltern, namentlich wenn sie mehrere zur Schule gehende Kinber Hütten, nicht mehr getragen werden könnten. Die Eltern erllären, daß sie ge­schlossen keinerlei Bücher mehr anschasfin «wrben, wenn nicht das Kultusministerium für die dringend notwendige Abhllse sorgt.

leitungen durch umstürzenbe Bättme ober durch herabsallenbe Aeste häufig beschäbigt, weil die Personen, benen bas Baumfällen ob­liegt, in der Regel bie zur Sicherung ber Tele- J graphenanlagen gegen Beschädigungen erfor- ' In ber Nacht vom 21. bis 22. Mai d I berttchen Vorkehrungen überhaupt nicht, ober wurden aus dem Garten ber Chirurg. .Klinik mü­ht ungenügendem Maße treffen und es unter-1 tels Einsteigens Wäsckjc von erheblichem Wett

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