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baß die Stetntnrrig, die Tontme, fachlich und sachlich arbeit?, nicht nur in Rücksich auf ihre Partei­zugehörigkeit, sondern zum Wohle des ganseit Dolles. Wenn die Regrernng so sein werde, werde sie von allen Seiten Unterstützung finden. Opposi­tion dürfe nicht nur um der Opposition willen getrieben werden. Es dürfe aber auch nicht so kommen, wie Erzberger erklärt habe: Was gehen mich Eure Gründ? an, ich habe ja mein- Regie- rungsmchvheit. Alle Parteien müßten sich an die Perfassung halten,benem Kritik man darum doch nicht auszugeben brauche. Aenferungen müßten aber auf aesttzlichem Wege herbeigefuhrt werden. Dem Ver- sassungsbruch werde die Deutsche Volkspartei wie auch beim Kapp-Putsch zu jeder Zeit gegenüber' treten. Wir müssen unweigerlich an der Reichs­einheit festhalten. .Heute werde mit dem (Gebauten des Verfassungsbvuches gespielt von feiten der Mehrheitspatteien. (Der Sozd. Loebe, die Berliner Gewerksä-aften, der Rnhrgebietsaufstand.) Aber die Regierung selbst dürfe auch nicht versuchen, sich um die Verfassung heruinzndrücten und dm Län­dern die letzten Reche wegzunehmen. Freund des Einheitsstaates sei auch die Deutsch' Volkspartei. Zum Einheitsstaat würden wir in natürlicher Entwicklung der Dinge ganz von selbst kommen. Das Volk könne es einfach finanziell nicht ver­tagen, soundsoviel Regierungen mit zahllosen Ministern zu bezahlen. Wenn wir wirtschaft­lich gesunden wollten, müßten wir un- >iugt, wirtschaftlich besonders in der Kohlen­lieferung und den finanziellen Lasten, eine Revision des Versailler Vertrages anstreben und erreichn. Bis jetzt haben Verhandlungen in dieser Beziehung noch zu keinerlei Resultaten geführt. Der Untersuchungsausschuß, der bestrebt gewesen sei, die Kriegsschuld des deutschen Volkes festru- stellen, habe nicht zu einer Revision des Frie­densoertrages fe'i getragen. Ober g'aubt man etwa, das, was der USP.-Braß, dir Fran Zietz in der Nationalversammlung an Verrat geleistet hätten ober was der deutsch Reichskanzler selbst in Nürn­berg erklärte, die deutschn Soldaten hätten in Nordfrankreich mehr zerstört, als kriegsnotwendig war, fördere die Revision' des Friedensvettrages? Unfern Feinden werde es mehr imponieren, wenn wir mehr Nationalstolz zeigten. Das geringe Rest- chn von Macht, das der Regierung geblieben, brauchen wir dringend, um den Willen der Regie­rung auszuführen. Die Reichswehr sei in unglaub­licher Weise beschimpft worden. Hinzu Tarnen die schlechten Versvrgungsgesttze. Da sei es fast Tein Wunder, wenn die Reichswchr zu versagen beginnt. Ebenso würden die Zeitfreiwilligen verdammt. Die Machtlosigkftt und Parteilichkeit der Regie­rung habe sich besonders im Ruhrgebiet gezeigt. Damals habe die Regierung immer verhandelt, aber niemals gehandelt und zuletzt noch eine Amnestie erlassen. (Großer Lärm.) Dies sei ein Verbrechen an der Gesundung der Verhältnisse. Die Deutsche Volkspariei sei gegen jede Amnestie nach links und rechts, weil dadurch das Rechts- bewnßtsein untergraben werde. Die Regierung müsse auch dafür Sorge tragen, daß wir wieder eine zuverlässige Beamtenschaft bekommen, daß die untüchtigen Elemente daraus entfernt würden, vor allem schlechter Kriegsersatz. Cs sei nicht zu verstehen, daß fortgesetzt Bc- amien Vermehrungen ein treten, während anderer­seits sogar demokratisch: Minister von förmlichen Beamtenansammlungen foredjen. Wir müßten wieder den Gedanken in die Bevölkerung bringen, daß den Beamten die Pflicht höher steht als alles andere. Es müsse wie­der erreicht werden, daß nicht die Gesinnungs- tuchligkeit, sondern die Fachtüchtigkeit in den Vordergrund trete; der fachlich Tüchtigste müßte den Vorrang finden. Wir brauchten eine gesunde Wirtschaftspolitik, die nicht an der Zwangswirt­schaft klebe, und Ms der Wirtschaft der Kriegs- gesellschasten herauszukommen. Selbstredend könne von einer Freigabe zum Beispiel des Brotgetreides ->r Zeit noch feine Rode sein. Wir hätten dafür nicht T-mmal mehr geschlossene Grenzen. Auch die Sozialdemokratie habe auf dem Gebiete bet :.wangswirtschaft ein Einsehen. Wir kämen aber heute vielfach zu spät. Kriegsgesellschaften machten leute noch ungeheure Geschäfte in ihre eigenen Taschen und hätten unteren Mit­telstand ausgeschaltet. In der Produk­tion müsse die notwendige Ruhe gewahrt

bleiben, alle E)perimente müßten vermieden wer­den. Tie Sozialisierung müsse man daher abl,ehnen. Einsichtige Sozialdemokraten hätten heute bereits eingesehen, daß zur Sozialisierung nur Betriebe ^eignet feien, deren Rmtabilität sichergestellt sei. Die Monopolbetriebe Eisenbahn und Post hätten 14 Milliarden Defizit. An derartig sozialisierten Betrieben mürben auch die Arbeiter keine Freude mehr haben. Auch Experimente wie der 1. Mai, Generalstreiks usw. müßten öermieben werden. Auf gleiche Weise wirke das Betriebsrätegesetz, das in die Betriebe die größte Beunruhigung bringe, meil die Betriebe politisiert werden sollten. Damit würde der Mittelstand mehr geschädigt, als die Groß­industrie. Den Generalstreik müsse man nicht der Sozialdemokratie, sondern den Demokraten iifel- uehmen. Der Kapp-Putsch sei nicht durch den Generalstreik, sondern durch Verhandlungen er­ledigt worden und durch d« Kohfeuspcrce für Berlin vom Ruhrgebiet aus. Der Gsieralstreik für ganz Deutschland fei ein Verbrechen gewesen, zumal, da man den Streik nicht wieder hatte beendigen können. Wir brauchten ebenfalls eine gesunde Finanzpol HE. Es sei in der jüngsten Vergangen­heit maßlose BersckAvendniig getriebirn worden. (Hveresgut, Spar-Prämien anleihe, Wahlpropa-

iganoa der Reichszentrale für Heimatdienst usw.) Bei der Finanzpolitik fette man übersehen, daß man den Besitz nicht unterdrücken könne, wenn man später noch Steuer von ihm erleben wolle. Tie 'hohen Beträge lägen in der Wirtschaft fest. Auch die Kriegsgewinnsteuer entziehe die Betriebs-, mittet ebenso, wie das Notopfergesetz. Wir müssen zu einer vernünftigen Steuerpolitik famnten, die nicht das ganze Wirtschaftsleben erwürge. Es sei nicht sozial, daß dem Millionär ebenso nur 10 Pvor-i zent Kavi! alertvcvgst euer ab genommen würden, wie den kleinen Kapitalrentnern, den Witwen, den Arbeitern und dem kleinen. Gewerbetreibendem Aus diesen Gründen hätte die Deutsche Volkspartei nicht allen Steuergxsetzeic zu slim men fönnen. Tic Partei 'habe jÄwch in den Kommissionen inteirsiv mit gewirkt, ioic kaum eine andere. (fegen den Lohnabzug ton 10 Prozent, der^dem Arbeitgeber zumute, Steuererheber Tür den Staat zu werden, und den Arbeiter zwinge, sich feiner feite mit dem Steueramt aliscinanderzufttzen, h.ibe sie gestimmt, zumal auch die Arbeiter jedeupalls versuchen wür­den, diese Steuer auf den Unternehmer abzuwälzen. Wir müssen weilet an der Erzfehung der Jugend in sittlicher und moralischer Beziehung arbeiten. Tas würde im wesentlichen in Zukunft Ausgabe der Familie, besonders der Frau, sein. Die schlechte Entlohnung der geistigen Arbeit müsse un­bedingt gebessert werden, wenn wir nicht kulturell

zurücßgehen trollten. Auch die Feindschaft gegen die Uniderfi.iltcn und der Studentensckxift, die vom Rogierungs.'ische ge'iu^rt werde, müsse aufhörcm. An dem Wiederaufbau könne nur mitarbeiten, wer über den engen Partei standpun kl hinausfehe. Biele hätten das ein gefeiten, daher strömten der Deutschen Bollspartei von beiden Seiten Anhänger zu. Die Demokraten hätten sich als bürgerliche Parteiparlament müßte in miterer Ent­

wickelung der Arbeitsgemeinschaften ein Wictschaftsparlament gebildet werden. Aus

der Zusammenarbeit beider Parlamente werde sich ein guter ZusammenhMg er­geben. Ter Redner sand sehr starken Beifall. In der Diskussion ging Herr Stang auf die Ursachen des Krieges und Verbiechn deutscher Offiziere l-in, die uns im Auslande geschädigt hätten. Auch in den Vvlkst'reisen säßen tüchtige Leute, denen die Baljn geöffnet werden müsse. Im Beamtentum miil'ie man die GünsllingÄvirt- d.'afi bekämpfen. An der Teuerung sei Ludendorfi chuld. Stud. Maier wendete sich gegen die icritiL die am Parlamentarismus geübt worden ei. Tie alte Regierung habe auch nicht über den Parteien gestand-en. Ferner ging et als Demokrat auf den Kapp Mutsch ein. Tie Zwangsbewirt- schaftung sei bis vor ivenigen Wochen von der Deutschen Volkspartei mir bedingungsweife auf­gegeben worden. Tie Opposition der Rechtsparteien ei nicht sachlich gewesen. Tie Koalition müsse wieder gestärkt iverden. Rechtsanwalt Tr. A a r o n bel-auptete, die Sozialdemokratie fei gegen die Klassenherrschaft, die sie au fe-eben wollte. So­dann ging auch ec auf den Kapp-Putsch ein. Ter Friedensverrrag könne nicht durch das Schwert revidiert merken. Aufbauen könne mau nur, wenn man erst seine eigenen Fehler eingestehe. Tas Gemeinwohl werde vom sozialistischen Gedanken gefördert, nicht vom Wrrtschaftsparlainent. Im 'Schlußwort beschränkte sich Dr. Becker auf sach­liche Feststellungen den Tisl'ussronsrednern gegen­über. Tem Aufbau werde nicht durch das Auf- wühlen alter Fehler gedient. Die Deutsche Volks­partei unterscheide sich von der Teutschiationalen mehr, als es nach mißen hin in Erscheinung trete. Ter Parlamentarismus werde in Deutschland falsch verbanden. Tie fachlich lüchtigsten Leute rnüßten an die Regierung, wenn fr auch nicht zur Mehrheit gehörten. Ter Kapp-Putsch fei der Deutschen Volks Partei nicht anzuhängen, sie Ijabe in Darmstadt sofort eine ablehnende Erttärung abgegeben, sie verwerfe jebe Revolution, ob sie Erfolg habe, wie die Novemberrevolution, oder nicht. Für das Unbetciligtfein seiner Partei am KapfePutsch führte Tr. Becker eine Reihe von Beweisen an. Eine Stärkung der Rechtsparteien bedeute keineswegs ein Hervorkehreu der Gewaltpolitik dem Ausland gegenüber, es sei aber kläglich, wenn das Ausland als maßgebend für unsere Wahlbetätigung augefeben werde. Tas Ausland habe nicht mehr Vertrauen zu einer rein fezialistifchen Regierung. Wenn die Rechte eine Mehrheit erlange, so müsse sich auch die Linke dieser Entscheidung des Volkes fügen. Nicht aus Furcht vor dem Ausland oder dem Bürgerkrieg dürfe man links wMen Man müsse allein nach seinem Gewissen urteilen. Tie Versammlung, die anfangs sehr erregt zu tuenden dwhte, beruhigte sich den sachlichen Ans- sühnmgen Tr. Beckers gegenüber mehr imb mehr und verlief zum Schluß volllionrmen rühig.

** Eine Beamtenversammlung der sozialdemokr. Partei fand gestern abend im Einhorn statt. Sie wurde eröffnet durch Herrn Strohwig, der barauf Hinweis, wie wichtig es fei, daß gegenüber der früheren Bevormundung die Beamtenschaft nun völlige politische Me.- nungsfreiheit genösse. Professor Weißgerber führte bann aus, daß die zwei Millionen Be­amten des Deutschen Reiches ein tvichtiger poli­tischer Faktor seien, um dessen Gewinnung sich alle Parteien mühten. Früher seien die Beamten Diener des Fürsten und ihm durch Privatvertrag verpflichtet gewesen. Später habe man sie Diener des Staates genannt, zuletzt Staatsbeamte. Der Staat aber fesselte die Beamten über das Maß seiner Rechte hinMs. Der Beamte sei politisch unfrei, in Preußen z. V. mit Strafe bedroht ge­wesen, wenn er an einen Abgeordneten eine Peti­tion einreicht". BerusSoevrnrgrmgen feien verboten oder ihre Bildung wenigstens fehr erschwert ge­wesen. Die Beförderung sei abhängig gemacht wor­den von der politischen Gesinnung. Der Staat habe einestandesgemäße Lebensführung" ver­langt. Das sei eine Einschränkung der persön­lichen Freiheit gewesen. Die Kluft zwischen Be­amten und Volk habe sich stetig erweitert. Bei der BcsoldungSresorm von 1909 Alten die Sozial­demokraten höhere Gehälter für die Beamten ver­langt als vorgesehen war. Die bürgerlichen Par­teien hätten aber abgelehnt. Daraufhin hätten sich die Beamten zu dem Bund der Festbesoldeten y.rf-ammctigv'chlo'sen. dlber der Erfolg wäve gleich Null gewesen. Die Erfüllung der Folgerungen t> rbe erst die Revolution gebracht. T-ie errungenen Rechte der Beamten zu wahren und auszubauen bedürfe es einer Parlamentsmehrheit gegenüber den bür­gerlichen Parteien. Nur ein denwkr arischer Staat biete den Beamten sichere Bürgsck>aft. Der So­zialismus bedeute für sie em Ausstieg in mensch­licher und sozialer Beziehung. Die Befähigung allein solle für Anstellung und Beförderung aus­schlaggebend fein. Das aber gewährleiste eine svzia- listisckje Gesellschaftsordnung. Der zweite Red­ner des Abends, Uutevisiiflent Schmulbach, trat ein für engeren Zusammenschluß der Beamten­schaft. Sie müsse eine gerechte Eingliederung in das Staatsganze finden. Von sozialistischem Geist getragene Gesetze könnten nur von sozialistisch den­kenden Beamten ganz erfüllt werden. Die gegen­seitige Kritik unb Befeindung der Parteien müsse Mfhören und eine Einigung gefunden werden. Die Sozialdemokratie sei nicht mehr international gesinnt wie national. Auch kein Kommunist ivolle seine Heimat anfgeben. Daß der Kapftalismus international sei, werde nie genügend betont. Pa­triotismus sei das Gefühl für die Volksgesamtheit. Die Rechte könne nur durch den Bolschewismus Ms.Ruder kommen, aber nicht in einer regulär entwickelten Demokratie. In der Aussprache machte Herr Otter (USP.) der Mehrheitssozial­demokratie ihre Schlaffheit zum Borwurf, tvas sich besonders bei Der Beamtenbesoldungsreform der hiesigen Kommune gezeigt habe. Herr Frick (USP.) sprach über Invaliden- und Wit- wenfürsvrge, die ebenso ungenügend sei, wie das Einkommen von Beamten und Arbeitern. Daß Arreststr äsen noch gültig, seit der Revolution aber nicht mehr verhängt worden seien, betonte Herr Petri. Die Beamten müßten sich mehr um die Politik kümmern. Die wirtschaftliche Notlage Abe sic dem Proletariat genähert. In seinem Schluß­wort yrng Professor Weißgerber kurz teuf die Einwürfe der unabhängigen Diskussions- rebner ein.

** Bvn Deutschnationaler Seite bittet man uns um Aufnahme nachstehender Zu­schrift: Tie gestern veröffentlichte Zuschrift der U.S.P. Efteßen erfetbert fvbgenbe Erwiderung:Es ist zu mißbilligen, wenn Aaihänger der Deutsch- nationalen Bolkspattei sich gegenüber den sach­lichen Aussüiü'ungen" des Sladtv. Maier rnQ-ueck wie wild gebärdeten. Recht bezeichnend ist es aber, wenn der Verfasser jener Zufenift glaubt, Herrn Pros. Tr. Werner die Schuld 'hierfür zuschieben zu müssen. Tiefe persönliche Verunglimpfung Dr. Werners wird mit aller Entschiedenheit zurück- gewiesen, zumal ausdrücklich festste'hl, daß Prof. Dr. Werner weder während des Wahl- kanrpfes noch vorher jemals in Qneck gewirkt" und besprochen hat. Tagc-gen ist es erwiesen, daß fettens der Soztaldemorvatte syste- maHsch und zum Teil mit Erfolg versucht wurde, Versammlungen, in denen Dr. Wwver sprach, zu sprengen. Man denke Mch cm das Bebh.il ten der Sozialdemvkralen in der Helfferich-Verjammlung in Frankfurt a. M., und man wird dann verstehen, daß Truck auch Gegendruck' erzeugt.

* Heuchelheim, 2. Juni. Haute abend 9 Uhr fand int Saale der WirtschaftZmn Trepp­chen" eine gut besuchte Bersannnlung der Deut- j chen demokratischen Partei statt, in der Lehrer Fischer in sachlicher Weife über die Ziete feiner Partei sprach. Sie sei national, sozial und demokratisch. Er ging aus von der Forderung bet Revision des Versailler Fn'edens. Tie ^lus'führun- gen mürben in der Aussprache wirt am ergänzt durch Prof. Tr. Fritzsche und ScMitätsvat Dr. H o n i g m a n n. Daneben kamen die Vertreter der MelfeheitssoMlisten, der U.S.P., der Tcutsch- liationicucii sowie ein Anhänger ter Antiafkohol-' bewegung zum Wort. Tie Aussprache bauerte las 1 Uhr unb bewegte sich auf vorbildlicher Höhe.

Darm stad t, 3. Juni. Die Borstcrude der Hes's. Bvl kspar t ei und des Hess. Bauer n- bundes erlassen eine Absage für die am 4. in Bensheim tn^> am 5. in Thierbach vorgesckhcne-i Becsannnkungen, da ihnen Düttellungen über Pläne zu Gewalttaten zugegaugeli seien.

= Frankfurt a. M., 3. Jmii. ImPfälzer Hof" in Bockenheim wurde Mittwoch abend eine von der Deutschnationalen Bolks- partei einberufene Versammlung unmittelbir nach Eröffnung durch gegnerische Ebemente ge­waltsam gesprengt.

* A u s dem Krei sc Lauterbach, 3. Juni. Tie Führung des Hessischen Bauernbundes hat sich bekanntlich für die Reichsdagswähl für efn Zusammengehen mit der Deutschvationalen Volks- partes eutschi.ten und feine Mitglieder aufgesvr- bert, für die gemeinsame Liste zu stimmen. Tie befelstenc Marschrichttrng uftrd nun aber ^offen­sichtlich durchaus nicht überall befolgt. So ist für den Bezirk Lauterbach, wie im beförderen für den AiNtsgecichtsb."zLrk Schlitz ein Aufrut erschc- nen, der für ben ganzen Kreis von einem h.ilb."n Hundert Mitgliedern des Hess. Bauernbundes, darunter sogar von Obmännern einzelner Orts vereine, unterschrieben ist, und der die Parole ausgibt für die Deutsche BolkSpartn. Begründe wird dies Vorgehen damit, daß der Hess. Bauern­bund eine wirtschaftlich Bereinigung fei, und die wirtschaftlichen Jntercsen der Landwirtschaft b:i beiden t^chtsstel-enden Parteien gewährt seien; man lehne aber aus politischen Gründen ein Eintreten für die Teutschnationale Bolkspartet ab, weil in ii*r unter Graf Westarps Fiälhrung irr alte kon­servative Geist sich wieder mächtig rege, dernichts gelernt hab? und nichts lernen wolle".

* * Rainrod, 4. Juni. Die deutsch- in a t i o n a I e Volks Part et in Lauterbach teilt uns mit, daß Herr Spitze- Gießen gestern abend in Rainrod in öffentlicher Wählerverfamm- lintg über die zukünftige Entwicklung der deutschen Landwirtschaft gesprochn hat, wobei er im be­sonderen das Programm seiner Partei entwickelte. Herr Spitze sei gestern seit Ostern zum fünfzigsten Male in öfsentlichn Wahlverfammlungen als Hauptredner aufgetreten.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 2. Juni 1920.

Komnd M. von BiMerschwend war zweier Sittlichkeitsverbrechen an Kindern unter 14 Jahren angeklagt, mußte at?r frei gesprochen werden, da er nach den ärztlichen Gutachten für seine Handlungen nicht veranttvortlich Kurnachen ist.

Der Bafeischlosser Johann Sch. in Gießen eniwendete mit einem noch nicht ermittelten gewissen E. aus einem Eisenbafeiwaggion dem hie­sigen Konsumverein 12 Flaschen Kümmelschnaps im Werte von 240 Mk.; 1 Flasche davon erhielt der Handlungsgehilfe Hans H. von Gießen. Straft gegen Sch. 3 Monate Gefängnis, gegen H. wegen Hehlerei 2 Wochen.

Tie Berufung des Landwirts Wikhelm K. von (Sriebel, der wegen ungenügender W i l ch l i e f e r u n g vom Schöffengericht M 50 Mark verurteilt tuorben war, wurde mit der Maß­gabe vemwrsen, daß die Straft auf 25 Mark herabgesetzt wurde.

Erfe-lgreich war die Berufung der Staats­anwaltschaft gegen ein Urteil des Schöffengerichts Giünberg. Seinrich SckM. von Gödeliwod hatte den Heinrich W. von dort körperlich miß­handelt und war deÄ-alb zu 50 Mart Geld­strafe verurteilt worden. Die Straffammer er­höhte auf Grund der Beweisaufnahme die Straft auf 100 Mart unb erSsnnte gegen die Wilhelm Schm. III. Elzeftau und den Start Gl. von dort, die das Sck;öffengericht freigespnochen hcttte, wegen Beteiliguutz an der Mißlmndlung auf je 50 Mk. Tie Beruwng des Heinrich Sck>m. gegen feine Verurteilung und gegen die Freifpwyung des Heinrich W. wurde verworfen.

Wegen Tiebstahls von 8 Pferden standen der bereits vorbestrafte Mftxd Sch. ans Hattcnst-ein und Ludwig M. aus Darmstadt sowie Der Möbelträger Heinrich M. in Gießen vor Ge­richt. Sie waren von dem inzwischen slLcht-ig ge­gangenen Händler B. aus Gießen, der nach Aus­bruch der Revolution einen schwimghaftsn Pftrde- trnibcl betrieb, veranlaßt wvrdcn, einem Land­wirt 8 Pferde zu stehlen unb in anderen Land­orten abkufehen. Sch allein versuchte später noch­mals 2 Pferde «u stehlen, wurde aber habet über- msck-l. Ebenfalls auf Bervnlaffung des Händlers B. begaben sich die heute Ms der Sriafhast vor- «reführteji Willi W. unb Eduard Pf. von Gießen zu einem Landwirt in Eberstadt, der eines der gestohlenen acht Pferde angeflauft hatte, gaben sich als Mil Wieder des Arbeiter- und Soldatenvats Ms und erfd)toiuMten von dem eingeschüchterten Landwirt das vorher an ihn verkruste und ge-- steiAen gewesene Pferd. Sch. erhielt^2 Jahre 6 Monate Zuchthaus, M. 2 Jahre Zuchtlxrns, Möbelträger M. 10 Monate Gefängnis, W. und Pf. je 5 Monate GeMgnis.

Ter Schreiber Konrad S. von Karlshasen wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteill, weil er einem Mitarbeiter ein Pacrr Schu'he en ttven* b e t hatte; er war rückfällig.

Tas Schöffengericht Grünberg 'hatte ben Kon> nrifftonär Heinrich H. von Hagen, der am Baihnl)»!' Nieder-Gemünden mit lOPfundButterunt 145 Eiern obigesaßt worden war, lediglich wesen imberechtigten Ankaufs von Butter zu 300 Mi'. Geldstrafe verurteilt. Auf Berufung der Staats- anwaltsck-aft 'hob die Stvastammer dieses Urteil auf und erkannte wegen Schleichhandels auf 3 Tage Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe, da H. nachgewiesenermaßen 8lOrnal imrerhalb kur­zer Zeit in Nieder-Gemünden gewesen und dort Lebensmittel aufgetauft hatte.

Ter Arbefter Hans H- von Gießen, der ainem 'hiesigen Witt Bauholz im Werte von 15(I Mk gestohlen hatte, wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurtellt.

Wegen An- und Verkaufs von Vieh ohne Erlaubnis erhielt der Handelsmann Seti^- mann H. Ms Düdelsheim 1000 Mk. (Mbftimfr.

Aus dem AmLsverkündisungshlatt.

** Das Amtsverkündigungsb'katt Nr. 74 vom 3. Juni enthält: Reichstagsw«A: Einsendung des Wahlergebnisses, Wahlscheine. Vereidigung der öffentlichen Beamten. Be­nutzung von .Leichen zu wissenschaftlichen 3toeeßen. Petroleumversorgung. Nachveisung über daö Volksschulwesen. Kinderarbeit in ben gewerb­lichen Betrieben. Bezug der bestellten Nähr­mittel. Gebührnisse der Feuervisitatoren. . - Errverbslosenfürsorge. FleischbeschM. Vieh­seuchen. Fetdvereinignng Muschenheim. -- Dienstnachrichten.

Zur Vereidi gnn g auf die Reichs- und Landes versa ssung sind die 'Gemeind«- rechner Mf Montag ,ben 7. Juni 1920, tormittafljt IOV2 Uhr, in den Sitzungssaal des Regierungs­gebäudes zu Gießen bestellt.

Bezug der bestellten Nährmittel für die Landgemeinden des Kreises. Es entfallen: 1. auf die Nährmittellatte B (rote Farbe) Marke 65 100 Gramm Gries Mk 0,92, 200 Granun Teigwaren, Mk. 2, 200 Gramm Haferslocken, Mk. 1,4(F; 2. auf die Nährmittcliarte E (blouc Farbei Marke 75 500 Gramm Hafer flocken, Mark 1,40. Mit dem 18. Juni 1920 verlieren die Mar­ken ihre Gültigkeit.

WegenderMaul-undKlanensenche üc Holzheim und Eberstadt wird die A b h a l t u n f. von Biehm är kten, öffentlichen Viehschouen und Prämienverlosungen im Kreise Gießen bis auf weiteres verboten.

Ansteckender Scheiden ka t a r r h ist unter dem Rindviehbestand der Gemeinde StrngS- borf festgestellt worden. Die erforderlichen Sperr- maßnah-inen sind ungeordnet worden.

Dienstnachrichten des Kreisamtes, ffhiboly Gehringer aus Grünberg wurde heute ynn Rechner ber Gemeinde Grünb-rg eidlich verpftichtet. A Das Ministerium dcs Innern hat dem Br discken Kriegerbiind in Karlsruhe die ©rfaufrutö erteilt, 5000 Lose der 2. Reihe der VII. Benschen StTtegergelblotteric zugimsien fe-dürftiger Kriegs teilnehmer und deren HinteMi ebenen ftrnerchckb des Freistaates Hessen zu vertreiben. Ziehrmgstermm 5. inä> 6. August 1920.

Vermachtes.

Reifes Volk.

Papier für Zeitmigsattitel und Wahl- Flugblätter ist ja sehr wirksam, iiüdes Tic Knüppel im Bcrfammlrmgsloßal Ersparen den ganz-ui Holzc'chÜ'fproZeß. Manch einer, ber ehrgeizige Träume näh«. Steigt redend Ms Götteriohlen ins Licht, Sein roter Zuhörer aber fährt Ihm in die Parade höchst aufgeklärt Unb hMt ihn, datz er Plattfüße kricht.

Manch anderer, der im Bücherpfichl Ten Himmel des SvzLalismus '^rlscht, Ten haben Bier glas unb Gartensttchl Rasch diesem Himmel nahe gebracht. Und ob er auch, da sich die Sonne berfrod), Ten Himmel voll (feigen nicht sehen Lmn, Sv sieht ^r, mit fern riesigen Loch Im Kops und venvunbetem Schienbein, dach Ten Himmel für crnie Baßgeige an.

'ne Wahlschlachl, die bloß seelisch verletzt. Mit jeistifen Waffen machen wa nichs Tas Schlagwort wird durch den Schlag«»- ersetzt, Tie Stichelei durch den Messerstich.

Und wenn der siebte Ium. genaht Und das Huhn ans dem Ei gekrochen Cft, Sagt jeder befriedigt:Der reine Stack! Bei Gott, dies ist Lin WMvesultat, Das weder gehaun noch gestochen ist^ Cali bau imLag".

* * *

* 'Am sterdarn, 3. JWvi. (WTP.) Me bw Times uns ToMtto m-eLet, sind infolge andsner«. der Trockenheit iu Südost-Künada schwere Wa ktz^ brande ausgebrochen, die in Reu-Braunsckj»«- kllud Neu-Schottlaub bereits einen Schaden ow über zwei MrLioncn Dollar an gerichtet haben.

* Wien, 3. Juni. Nach 931ättermelbtingw« aus Monsalconeistin der Nacht zum 2. Jnm infolge falscher Weichnistellung der Triester P«-. sonenzug mit einem auf dem Geleise liefernd«, Personeilzug Ms Pola zusa rn men en, wodurch vier Personen getötet und achtzehn fäenxe verletzt wurden.

Airchliche N«chviehten.

Israel. Religionsgemeinde. GottvS- tftenst in ber Synagoge (Süd-Anlage).

den 5. Juni 1920. Aorabd. 7.45, mors 8.30, abds. 8.50 u. 9.30 Uhr.

Israel Religions-Gesellschaft. Sabbatfeier b. 5. Juni 1920. Freitag abb. 7.45. Samstag vorm. 8.00, nad)m. 4.30. SabbatouAgemy 9 30. Wochengottesdieulst: morg. 6L0, abo» 8.00 Uhr.

völlige e Untergang?

ALsLöDZ Hur eine Ketningt