Einzelbild herunterladen

Lot bringen nicht ganz äui Benas,ung Elsa.» Lothringens zurückgelchrt fei: bie gegenwärtige Verwaltung Elsass Lothringens fei fest rerankert und es sei unmöglich, sic ohne weiteres auszuichal teil Milleranü rmnto3 auf die Hliiberniff? m der Verwaltung Nfaft-Lothringens, die sich dem Mun- sterium entg^.udcken. Srit einigen Monaten feien indessen lfib(b.ire Fortschritte aus d.m «ege brr Annäherung gemacht worden. Man burje nicht oh e roeiteres in Erwägung ziehear, als ob die fran­zösische Gefetzgrimng die gleiche sei tote Die clsaK- Loll/emgisck/e, sondern müsse sich gegeiyertig v-er- ftehc-n lernen. Dazu bedürfe es aber der Zeit und Iräicr fickten Organisation, aber euter Zentral- organisalion. Es wäre ein Grundfehler, wenn man ohne werteres die Erfrili-rungen nach dem Äassen- still' anre außer acht lasse, trenn die Teparteincnts Elsaß-Lothiinciens wie irgend ein anderes Depar­tement Frmikreichs bchmrdelt würden. Zum all­mählich^" Urbergang der gegenwärtig n Verwal­tung Elsaß Lothringens in die rein französisch sei Zeit nötig. Er hoffe, daß die Verwaltmig Frank­reich > in diesem Punkte in Elsatz-Lothringen wert­volle Ersahrungen madye und erwarte mit Un­geduld den Augenblick, wo die Kammer den Gesetz- enttvurf prüfen Ererbe, der im Landesrat von Elfaß- Lothringen gefaßt wurde und der den oberen Rat (onfeilC ficparicin) ersetzen solle, als Vorbe-dingung, bmnit die jetzige Organisation sich zu einer anderen entirifMn und Frankreich den Weg der Dczentrali- fatum beschreiten könne.

Technische Nothilfe in Dänemark.

Kopenhagen, 4. Juni. (Wolff.) Ritzaus Aurean: Gleich der deutschen Technischen Nothilfe wurde in Kopenhagen unter der Lei­tung Des) >Lbcrlcrndes<xrichtsanwalts Fengers ein neuer Verein griuildet. Der Verein soll in Tätig- Seit treten, nmn die Ausständigen und Aussper- nmge.t die Versorgung der Bevölkerung bedroht Wiw oder die Gefahr der Vernichtung wichtiger Werke besteht. Er tritt mir auf Grund der Auf- fotbenrng öffentlicher Behörden in Wirksmnkeit. In feinen Programm hebt der Verein f inen unpo li­tis che n Cl-arakter hervor. Er sei nicht als Gegen­gewicht gegen die organisierten Arbiter gegründet imd kwle seine Mitglieder in Gruppen, die zu be­stimmten Zn ecken kurzfristig mobilisiert werden könne,'. Er bitte während des ungesetzliche Trans- portarb:iterslreikS d.r letzten Veit Geriienhrit, her j '-Allgemeinl-eit wertvolle Dienste zu leisten. Der j Verein bsorgte die Lösch- und Verladearbeit eil und bemannte letzthin auch eine Reihe von Schiffen, für kürzere oder längere Fahrt. Augenblicklich ist die Organisation, die aus allen Klassen, auch aus organisierten Arbeitern, -bedeutenden Zn lauf cr- frrdt, täglich mit 1500 Mann im Kopenhagener -Lasen in Arbeit.

Äus Oetn rreiche.

Die Auüliefenmg der Zepprliu-Lustschiffe.

Berlin, 4. Juni. Aus Stuttgart wird dem Verl. Lokalauzeigcr berichtet, daß die Abgabe der nach dem Friedensvertrag an die Entente auszuliefernden Zeppelin-Luft­schiffe, die in den nächsten Wochen über­fuhrt werden sollen, nach Friedrichshafener Meldungen auf Schwierigkeiten stößt. Die Ar­beiter des Luftschiffbaues Zeppelin und die Besatzung der Delag, die das Fertigmackfen bzw. die Ueberführung der Luftschiffe über­nehmen sollen, weigerten sich, dies zu tun, weil sie durch die Maßnahmen der En­tente den deutschen Luftschiffbau und Luft- schiffbetrieb bedroht sehen. Sie machen ihre Mitwirkung bei der Ablieferung der Luft­schiffe insbesondere davon abhängig, daß die beiden Verkehrsluftschiffe Bodensee und Nord­stern Deutschland belassen und keine Zerstö­rung der Werftanlagen verlangt werden, welche den Bau von Luftschiffen auf lange Zeit hinaus lahm legen würde.

Der Vilnköeambenstreik vermieden.

Berlin, 3. Juni, cWolfs.) Das Reichs- arbeitsminislxrium teilt mit: Tie unter Leitung des Ministerialrats Sitzler vorn Neichsarbeits-, Ministerium erfolgten Schlicht ungsver- Üandlungen zwisd)en dem Rcicktsverband deut- fd/cr Bcmkleiluiigen einerseits und den Allgemei­nen Verband deutscher Bankbeamten andererseits führten zu einer vollen Einigung. Tie Vank- aiugestellten erl-allen ab 1. April 1920 befvndere TeuevungsxuschNge, die für Verheivalete, Ledig« und Lehrlinge veftchieden bcme'fon und örtlich ad ^gestuft sind. Spätestens am 15. Juni sollen die neuen Verbind nirgen über 'den Abfckstuß der Reichstarifvertrags beginnen. Oertlick-c Streiks sind unverzüg ich a b z u b r eche n. Tie Regelung ggilt bis zum Zustandekommen des neuen Reichs- wrftvertrages, längstens aber bis zum 30. August

Berl in, 3. Juni l Wolff.» Bei den Ver> Handlungen im Reidisarbeiismönsberium zwischen dem Reickrsverlxrnd der Bankleitnngen und den beiden Angestelltenorganisationen wurde eine (Einigung auf folgender Grundlage erzielt: Tie beiden Organisationen svellcm sofort die örtlichen Streiks in Bayern und Schlesien ein. Tie ©treiCtage irerbrix nickst bezahlt. Tie Banllritungen qenxrbivn in.Berlin den Derheivateten 200 Mark, den Ledigen 133 Diork Teuerungszulage monatlich ab 1. April 1920, die sich für auswärts örtlich abftuft.

Au» Hessen.

Rücktrittsabsichten Dr. Streckers?

DerDarmst. Tägl. Anz." schreibt: Wie aus Thcaterkreifen mit aller Bestimmtheit Arlautet, bewirbt sich der Präsident des Londesaml^s für das Bildungswesen, Herr Dr. Strecker, um den Posteu eines Intendanten am Hessischen Lan­de s t h e a t e r in Darmstadt Das Blatt be­merkt dazu: Daß Herr Dr. Strecker den Bo­den unter seinen Füßen wanken ftchlt, ist bo- grcislich. Er soll sich schon einige Zeit mit Rüatritlsgedaulen tragen. Ob er aber gerade als Theater Intendant geeignet ist, dürfte füglich bezweifelt merbcu.

Eine Anfrage zur Plant uno Klauenseuche.

rrnk. Darmstadt, 2. Juni. Zur Be kämpfuug der M a u l- und K l a u c n s e u ch c h-at der Abg. Knoblauch au die Regierung folgende dring l ickre Anfrage ge richte

Ist der Regierung beiannt, daß n .llen drei Provinzen Des Landes gegenrnänn die Maul und Klauenseuche in einer We.jc

herrscht, die müht nur den Viehstaud in er­schreckender Weise dezimiert, sondern auch die Milchversorgung aus das ernsteste ge­fährdet? Ist der Regierung bekannt, daß in einzelnen Orten fast der gesamte Ziegen­bestand der Arbeiter- und Beamtenschaft an der Seuche (eingegangen ist, und was gedenkt die Regierung zu tun, um die dadurch geschaf­fene Notlage «zu mildern? Was gedenkt sie be­sonders zu itun, um den schwer geschädigten Landwirten und Arbeitern materiell zu Hilfe zu kommen?

Die Verjüngung des Beamtenftandes.

Darmstadt, 3. Juni. Tas Landesamt für des Viloimgsnerii hat bte Verfügung ü'.cr die Verjüngung des Lehrer- mti> Be nn teuf uandes wieder aufgehoben.

Aus dem besetzten Gebiet

Der unbelehrbare Dr. Dorten.

Paris, 3. Juni. (WTB.) Der Excellwr veröffentlicht einen Artikel seines Wiesbadcmcr Korrespondenten über eine Unterredung mit Dr. Dorten. Dieser habe gesagt, er komme soeben von einer tumullarischen Versammlung in Bayern zu­rück, habe aber die Gewißheit, daß die s e p a r a - tist ischen Anhänger in Bayern, wach­sen und den Rhein laden sich zu einer ge­meinsamen Aktion vereinen würden. Wir sind dem Ziele nahe! Selbst die Minister teilen unseren Standpuickt. Auch Reichswehrmnmister Dr. Geßler bleibt unseren Plänen gegenüber mäst unempfindlich. Ueber die Möglichkeit der Ver­wirklichung seiner Anstrengungen befragt, ant­wortete Dr. Torten, es wäre fd>on vollendete Tatsache, wenn die Engländer in Köln mtfere An­strengungen erleichterten. Auf die Frage des Korre­spondenten: Wünschen Sic immer die Präsident- sckast des neuen Rhcinlandes zu behalten?" ant- wvrtete Dr. Dorten:Rein. Aber ich wünschte mir, Gesandter in Paris zu sein?"

Neue Verbrechen farbiger Fran^sen.

Berlin, 2. Juni. Der Oberpräsideut der Rheinprovinz hat vom Regierungspräsi­denten in Köln einen eingehenden Bericht über neuerlickje Schandtaten der Schwar­zen erhalten. Der Regierungspräsident be- richiet über drei Fälle schwerer Sittlich­keit s v e r b r e ch e n in dem Landkreis Eus- kirästm au zwei elf- iuib Awölsjährigeu Km ab en und einem dreizehnjährigen Mädchen. Der Oberpräsident erklärt in einem Bericht an den Bezirksdelegierten der Interalliierten Kommission in Bonn, daß er bei einem ele­mentaren Ausbruch Der Empörung die Ver­antwortung auf die militärischen Kom m and o- stelleu abwälzen müsse, die entweder nicht in der Lage oder nicht gewillt seien, die ruhige deutsche Bevölkerung vor solchen Gewalttätig­keiten zu schützen.

M a n u h e i m, 2. 3uni Im ^afengebiet, bas eine französische Besetzung hat, haben, imd der Poli^eibericht mitteilt, am Sonntag abend zwei Marokkaner ein Lie­bespaar übersatten und nachdem sie den Lieb­haber verjagt hatten, das Mädchen verge­waltigt.

26m» Stadt rrnd Land.

Gießen, den 4. Jmri 1920.

Beranftattnnsen.

Freitag, 4. Juni: Cafe Leib, 8 Uhr, öffent­liche Wählerversammlung der fozicldemokratischen Partei. Lichtspielhaus wie gqtcm. Licht­spiele, Seltersweg,Der Weltuntergang 2. Teil".

** GeNtüseeinfuhr aus Holland. Durch Entschließung der Reichsftelle für Ge­müse und Obst in Berlin vom 29. Mai l. I. sind nunmehr auch Glaskohlrabi und Sellerie mit Wirkung vom 1. Juni bis zum 15. Juli 1. Js. vorbehaltlich des Widerrufs zur Ein­fuhr aus Holland zugelassen worden. Gesuche um Einfuhrerlaubnis sind an die Hessische Landesgemüscstelle in Mainz, Emmerans- straße 23II, zu richten.

** Bei der ftäbt. Obst-- und Gem üie- stelle >Markckaubni) kommen morgen Spargel, Salatgirrticn, Grüngemüse, (Erben, Bohnen inii> anderes zum Verkauf.

** Automobilverkehr am Wahltag. Nach Verfügung des Staatskommissars für die wirtsckuistliche Demobilmachung in Hessen ist dessen Verordnung über Einschränkung des Autvmobil- verkehrs an Sonn- und Feiertagen für Sonn­tags I u n t d. Js. (W a h l t a g), b i s 1 0 U h r abends aufgehoben.

**DieKellereinbrüche nehmen in letzter Zeit in erheblichem Maße wieder zu, weshalb bas Publikum hierdurch gewarnt und ersucht wird, für ordnungsmäßigen Verschluß zu sorgen.und insbesondere die Kellerfenster zur Nachtzeit (verschlossen zu halten. In den beiden letzten Nächten wurden Wein, Eier, Butter und Schmalz gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.

** Diebstähle. In letzter Zeit wurden hier mehrere Militärferugläser, Marke Leitz- Wetzlar, Oigec-Berttn, Zciß Jena entwendet. Jedes Glas trägt die GravierungDiensd- glas". Bei einem Transport von Militär- betteiduugsftückeu kamen 61 Mäntel abhaw- ben. Vor Ankauf wird gewarnt.

** D i e b s g u t. Ein Unbekannter ergriff des Nachts die Flucht, als er einer Polizeit- patrouille ansichtig wiirdc, und warf dabei einen Sack mit ges. Schweinefleisch, 1 Paar lange Stiefel, 1 Mansckfefterhose, fort. Der Eigentümer der Sackfeu wird ersucht, der Kriminal-Abteilung des Polizeiamls Mittev- lung zu machen.

** Ein Schwindler tritt in den letz­ten Tagen in Gießen auf, der Familien auf-- sucht, die Penvanbte in Amerika haben, wo­zu er in den Häusern Nack)frage hält. Hat er nun eine wiche gefunden, so bringet er vor, daß für sie in Mainz bei der Deutschen Bank etn Paket mit Letensmitteln und Stoffen und 11 ^elb lagere, das sie gegen Entrichtung von (Gei ubien, hi? er aus einem plump gefälschten 5a tctbcn berechnet hat, in Empfang nehmen

könnte. Auf diese Weife hat er eine Familie um 76 Mk. geschädigt, bei einer anderen ist es nur beim Versuch geblieben. Das Publikum wird hierdurch nack)drücklichst gewarnt uiu) ersucht, sobald der Betrüger erscheint, die Polizei zu verständigen, so baß ihm sein un­sauberes Handwerk gelegt werden kann. Weii- tcr Geschädigte werüen ersucht, sich bei der Kriminalpolizei zu melden.

** Zum britischen BizekoRsul in Mainz wurde zeitweilig Herr Harrh Boyd- Wallis bestellt.

** D ie Geschä fte des Unteraus­schusses der National st istung falb mit Wirkung vom 18. Mai auf die ftädtifche Füriorg.-- steile übrtgegangen.

** D i e F l ü ch t l i n g s f ü r s o r g e, die bis­her dem Roten Kreuz angegliedert war, ist vvm 1. Juni d. I. ab von der Stadtverwaltmig übernommen worden. Die Diensträume befinden sich im Hause Asterweg 25, Erdgeschoß. Die Spwdistunden sind feftgcsetzt auf Montags, Mitt­wochs und Freitags von 111 Uhr.

** Vo r tragsabwnd des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Der Refe reut Dr. Vetler aus Nidda spvad) über die Er­fahrungen wahrend seiner Dienftiätigfeii in Bukarest und in Siebenbürgm. naclst>.m Geh. Rai Prof. Dr. Haupt einiges Einleitende über die Auslcmdsdeutsd)rn gesagt hotte. Im Vordergrund dieser Probleme stelle die Frage: Wie das bcutffbe Volkstum im Ausland zu erhalten sei? Tic Siedcnluirgen seien NikDer fachen, die schon im 12. Jahrhundert aus gewandert und 1263 in Un­garn selbständige Kulturkolonie geworden seien. Trotz vieler Herren l-aben sie dort ihn? deutsche Kul­tur, besonders die Kirche (Calvins Lehre, ^.ibehal- ten. 9JZuftergültige öffentlich?, besonders Schulvcr- Mtnisse seien ein ausgczeichn.ckes Mittel zur Er­haltung ocr deutschen Sprache und Kultur. An Hand von Bildern zeigte Dr. Vetter Sieb-nbürgen dann von feiner schönsten Seite. Die große Gefahr, die in dem jetzigen Untertanen Verhältnis zu den Rumänen und den Magyaren droht, müsse zu energischr Unterstützung ihrer Abivehr mifcufeir. Die wehrhaften und betriebsamen sächstsch-n Bauern, die sich Jahrhunderte hindurck) frei und rein im Blut unter den Ungläubigen erhalten heck­ten, dürften nidK auf gegeben werden. Sie feien, das Muster deutscher Zäyigleit im Auslande. Die Siebenbürgen hätten ihren Zusammenhang mit der Heimat immer wieder ausgenommen und sid) so erhalten. Dazu helfe der Verein für das Deutsä*- tum im AuslMid, der bis jetzt noch private Natur 'bäte und sich leider noch nicht der Regienmgs- lstlfe erireue. Die größte Hilfe aber dürften doch bic Privatpersonen leisten. In Darmstadt z. B. bestehe eine etwa 400 Mitglieder zäAende^akade- mifdx Ortsgruppe. Das Bauernleben der Sieben­bürgen sei genossenschastlid) und alle träten für einen rin in Arbeit uno Hilfsbereitschaft. Ter Dorf­älteste sei wie ein Herzog gead^t, der Pfarrer als Herr Später geehrt. ody-ueUer und Bmdnbund sammel teil bic konfirmiert en Mädchen und Knaben in selbständigen verantwortlichen Bereinigungen. Bilder, Die Sitten und Trachten veranschaulichten, machten den Deschlusz. Der dlbend war so schleckst besucht, daß ein zweiter mit demselben Thema in Aussicht gestellt wurde.

** Von dem Verein der Deutschen demokratischen Partei iintb irns geschrie­ben: N-adstvm sich vor einigen Tagen der an erster Stelle der demakoatischen Liste für Hessm f.riymbc Kcndidai, Pparrer Zvorell, Len Gretzener Wählern twrgest-ellt bat, srwechen am 5. Juni abends 8l/2 Uhr im HotelEinhorn" die an zweiter und dritter Stelle stellenden K-rndidtteir: die Herrr it Pwf. Dr.-Jng. öeibt broef, Darrn- ftetbt, und Ei'eitbvckMarbeiter Hilberg, Danbrin- gen, sowie der feitberige i'lbgeordnete d r Natwml- versommlung Herr Zusti-vat Grünewalb. Mit Prof. He debrrek, lern ber Ruf ines glän­zenden Redners voransgelst, hat die Partei einen Kandidaten aufgei'Kllt, der als Mmm der Teckmik gerade in der Zeit des Wiederaufbaus unserer Wirtschaft zur Arbeit.im Parlament ganz b'wn- ters [eiufen erscheint. Ei enb.thnarbriter Hilbrg steht seit Fahren in der Arbeilerbewegamg und ist in weiten ftivien als ein irer.tit^eryvger Vertret»r deS demokratischen Gedaarl'ens b Eännt. Justrzral Grünewald, der in den schweren Mowinn tvn Weimar mfb dann in Berlin unsere hessische Hei­mat in der Natioralver.ammluetg b-rt.eten lat, ist wohl ganz le'onders berufen, am Bovabend ter Wahl auszusprechen, was die stdot der Stunde zu tun gebietet.

** Die Deutschnat ionale (Hessische) Volkspartei veranstaltet am Samstag, 5. Juni, abends 8 Uhr in der Turnhalle am Oswalosgarten eine öffentliche .Wählerv-crfamm- lung. Dr. Bovenschen (Berlür) spricht über die Rrichstagswahl am 6. Juni.

** Tie Deutsche Bolkspartei veran­staltet am Sonntag abend 7 Uhr im Saale des Gasthofs Hindenburg ein Zusammensein der Partei­freunde.

** Für die Unabhängige sozial­demokratische Partei sprechen dm Sams­tag, 5.3uni, abends Uhr, im Cas6 Leib Volkskammerabgeordneter Alfted Kiel-Gießen und Stadtvewrdncter Karl Fischer- Ossenbach am Main über die bevorstehenden Reichstags­wahlen und die USP.

Kreis Büdingen.

y. Bad-Salzhansen, 2. Juni. Der Gr- lstlfe bet der hvefigen Badotnrek-üm, .Karl Gritz aus Nidda, Hai das Finanzexamen 1. Kätegorte in Tarrn sürdt bestanden.

2X Nidda, 3. Juni. Lehrer Karl Wolf von Tner, der seit fünf Jahren in rufsischer 65c» fangen fchast nur bat heut? feinen Angehöri­gen hier die freudige Nachridst zugehen lassen, baß er sich im Turchgangslager Hammer'rin befind t und in aller Kürze hierher zurück-?hven werte. Nun fristt noch Hermann Merz von hier aus rusiischer Gesangonschaft.

Kreis Friedberg.

Da. Friedberg, 3. Juni. Dem Präzep­tor Lucius, Knaben in ftitut Forstbaus bei Ech- zeN, wurden vorgestern Nacht Wäsche aller Art, Schuhe, Fleisch- imb Wurstwaren, Brot- und Mehl m großen Mengen im Gesamtwerte von mehr als 2000 Mk. gesbrhlen. Kriminalwadstmcister Zu­laus entdeckte gestern ftüh in Friedberg die Tiebe mit ihrem Diebesgut und veranlaßte ihre Fest­nahme Dem Bestohlenen konnten die Gegenstände wieder sämtlich zurückgegeben werden. Der Dieuscknecht Ernst Brenner hat am 31. Mai fernem Dienstherren Ludwig Ronthaler in L a n g d bei Hunzen aus einem Kasstnschrvnk, zu dem er sich die Schlussel verschafft hatte, einen Crelbbetrag von ca. 30000 Mk. entwendet und ist von dort ilüdjtig gegangen. Vorgestern wurde er tu Fried­

berg, wo er fick durch große Geldausgaben be­merkbar gemacht hatte, orihaftet. In feinem Be­sitze befanden sich noch etwa 25 030 Mk. rott dem geswhlenen Gelde, das dem Eigentümer wieder zu- rückgegeben werden konnte, vor.

Starkenburg und Rhciuhefsen.

oz. Osfenbach, 4. Juni. In Chntbad) ge­langen in dieser Woche auf den Kops der Bevöl­kerung drei Eier zur Ausgabe.

Hesstn-Nackau.

mc. Frankfurt a. M., 2. Juni. In der gestrigen Stadtverordnetenversamm­lung fand die Einführung des Bürgermeisters Gräf durch den Ob.roücgermeifter und Sladtoer- ordnetenvorsteher Hopf statt. Eine lange Debatte entspann sich dann über die Erhöhung der Straßen.bahnfahrpreise, welche von her Bürgerschaft mit großem W h rroillcn auf genom­men wurden. Redner aller Parteien wiesen darauf hin, daß der Hauptausschutz mit der Preisfestsetzung doch erheblich über das Ziel hiuausgegangen sei. Die ganze Sache wird dm Ausschuß noch einmal beschäftigen. An die Errichtung dsr städtischen Teoutationen für Leibes Übungen, für Kunst und Wissenschaft und Gesundheitswesen hat die Ver­sammlung nichts weseutliches ^u erinnern. IVe Millionen Mark werden bewilligt zur Zu­sammen iassimg der Frankfurter Braunkolstenbcrg- werke unter eine Verwaltung. Die Vorgänge aus der Franzosenzeit sollen auf Antrag Fleiichec von der städtischen historischen Kommiision gjfammelt uno zu einer Schrift vereinigt werden. Bor sichtiger Schätzung nad) hat die Stadt Frankfurt im abgelaufeneii Geschäftsjahr mit einer Unter­bilanz von 100 Millionen gegenüber dem Vor­anschlag zu rechnen. Schuld an diesem riesigen Defizit sind die wesentlich erhöhten Löhne und die Verteuerung aller Materialien.

me. Frankfurt a. M., 2. Juni. Zurück­haltung der Käufer war das houptiächlichste Merk­mal des heutigen Arbeitspferdemarktes. Ter Auftrieb war stark. Etwa 1100 Tiere. Erft - klaffige Tiere wurden bis zu 35 000 Mk. bezahlt. Für Mittelschlag und gute Landrassen wurden bis 25 000 Mk. angelegt, jedoch machte sich all gemein ein schleppendes Geschäft bemerkbar. Es fehlte die rechte Luft. Nur einige Schlachtpferde fanden reißendn Absatz. Fahlen werden ebenfalls noch immer gern gekauft, doch find di.' Preife hier gefallen. Ter Markt konnte nicht völlig geräumt irert>en. Es blieb ein kleiner UeberftanD. Angesichts der schlechten Marktlage unterblieben meist auch Bor- und Nachkäufe.

Hersseld, 3 Juni. Der 60jährige Ai beiter .Kvnrad Brendan wurde wähw d einer Besuchsreife in Schmiedcbcrg von einem GcwiUer ül.enxrscht. Er wurde mit s.iner int ter einem Schirm gehenden Schwester von einem Bl i 'i- strahl getroffen. Tie Geschwister mixen auf der Stelle tio t.

Die kvahibeweguny.

Die hessische Regierung gegen Wohlstvrungeu

Das hessisdie Ministerium erließ gestern sol genbe Bekanntmachung, die von den Ministern Ulrich, Henrich, Dr. Fulda und Brentano unter zeichnet ist:

In den letzten Tagen sind mieberbolt emfte Störungen öffentlicher Wahlver­sammlungen durch politische Gegner vorge-- kommen. In einem Falle ist eine Versammlung ge sprengt worden.

Ta die Verfassung unseres demokratischen Staates jeder Partei Versammlungs- und Redefreiheit zusichert, müssen solche Stö­rungen als verfassungswidrig und un­gesetzlich sd>arf verurteilt werden.

Im Interesse eipes ordnungsmäßigen Ver­laufs der Wahlhandlung am Sonntag, 6. $uni 1920, wird die Regierung durch polizeiliche Sicherung der Wahllokale dafür Sorge tragen, daß Störungen unterbleiben.

Die Polizeibehörden sind mit strenger Weisung versehen, alle zur Sicherung der Wahllrandlnng erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Zuwider Handlungen werden unnachfidülich geahndet.

An die Bevölkerung richtet die Regierung di? ernste Mahnung, die für bic Zukunft unseres Volkes so wichtige Wahllfandlung inckst zu stören, vielmehr mit Besonnenheit und Rühe den Äahl- spruch abzuwarten.

** D ie Re ichstagSwahlen und das deutsche Volk. Die D.'utsche Volkspariri hatte gestern zu einer Verjammltui.z im Casö Leib ein» geladen, die sehr stark besucht ivar. Die Ver'ainm- Lung wurde geleit t von Dr. Vigener, der den Redner des Abends, Finanzminister a. D. Tr. Becker begrüßte, der die beste Widerlegung bri» Märchens von der Unfruchtbackeit der Deutschen Bolkspartei sei. Dr. Becker führte folgendeZ aus: Die Koalittonsregierung habe aus den Ereignissen des 13. März geglaubt, auf einen Stimmmigs- umfchwung im deu'scheu Botte r.chnen zu dürfen. Heule fei die Nationaloer ammlung der. .einzige und ausfchfaggebcnde G.fetze.faktor. Gelingt es in den nächsten vier Jahren nicht, Ruhe und Orb- imng in Deutschland zu schaffen, dann fei unser Wirtschaftsleben, dann ist das beutfdr Volk per loven In diesem Smne müsse der Reichstag eine Körperschaft des Wiederaufbaus werden, anders als die Natioualvecsammlun^. Trotzdem der Frie­densvertrag aefchlassen sei, feien die Beziehungen zu miseveu Feinden noch nicht wieder neu ge­festigt. Noch nicht einmal die Gcenzni unseres rlieiches feien sestgeleft, und unser Wirtjckfasts- lebeu sei m keiner Weise geregelt. Innerpolitifch seien wir ebenso wenig klar und sieieftigt. Tas Verfassungswerk fei zwar abgeschiofsen, aber es brodele unter der Asche fort und niemand könne wissen, wann die Unruhen wieder auSbrechen. Das l?abt' man bei den letzten Versammlungen in Darmstadt gesehen (Lebhafte Unruhe. Zuruse: Einhorn.) Wirtschaft.ich fei es uns verhältnis­mäßig gut gegangen Die schlechte Valuta habe vorerst unserer Industrie Adsatzmöglick-lriten im In- und Ausland gebracht und auch eine Zunahme der Arbeitslust war zu verzeichnen. Heute setze die Bersd'lechterung ein, es gebe alles gewaltig zurück. Wir haben den Weltmarktpreis nickck nur erreicht, for­dern vielfach überschritten. Das habe eine erheb liche Stockung zur Folge sowohl in der Ausfuhr wie auch in den Absatzmöglichkeiten im Innern. Der neue Reichstag müßN? zu einem Parfoment des Wiederaufbaues ivewen und eine Regierung des Wieberaufba es f(baffen. Man dürfe hoffen, auch in diesem Reichstag zu einer bürgerlichen Mehrheit und einer Koalitionsregierung zu kommen. Die Deutsche Bolkspartei habe bei der bisherigen Mehr beit bekämpft, daß sie nicht den nötigem Widerstand gegen bic sozial demokratischen Erperimente (rieften habe. Wie bic Regierung aussehen werde, k-nne man noch nutzt sagen. Deriangcu müsse man aber