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Tie Schweiz und der Völkerbund.

entrnmsmännern, dem Grafen )r Sxim usw. dieErfindung. Erz-

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Annahme von Anzetge» f. hie ^üfleemimniec vis juin Nachmiuag vorder ohne jedcBerbin^ lichkeit. Dreis für \ mm höhe hu An teilen v.34mm prette örih ti 25 ßf, auSivärts 30 P'.: für Reklaine« Anzeigen von 70 mm Breite 90 Pf. Bei Platz- vorscbriki20'/.Aniswlag. Hauvtfchri'tleiker: Ang. Goeiz. Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz: für den nbriaen Teil: Dr. Remyolo Zenz; für den Anjetgenleil: v. Beck, fäintlich in Gießen.

Oer prozeg Lrzbergerchelfferich.

Berlin, 3. Febr. (Wolff.) In der heutigen Sitzung des Prozcffes E r z b e r g c r-H e l f f c r i ch wird ein Telegramm des zuständigen Gecichtsarztes verlesen, nach dem der Zeuge August Thyssen so leidend ist, daß er die Reise nach Berlin nicht unternehmen kann. ES fommen dann die Fälle Dombrowski und A n g e r l e zur Spach.' und der Fall der sächsisäzen Serumwerke luicb an­geschnitten. Helfserich bemerkt dazu: Erzberger hat in der Zeit der w-limmsten Zustchriwt txn Idcö,tiefen Serumwerken Zucker zu weisen lasten znr HeVck- lung eines Keuchhustenmittels, habe aber dabei ver­schwiegen, daß er finanziell an der Sach' beteickgt sei. Justizrat v. G o r d o n erklärte, daß Erzberger nicht mit einem Pfennig an den ©erummerten be­teiligt ist. 1909 l>abc der Vorsitzende der lokalen

weitere sei ihm erst spät'r zugctragen wvrd'n. Helfferich protestiert nachdrücklichst ' gegen diese Anzw iflung seiner Bekundungen. Er sas. bei Eröffnung seines Fe.dzug.-s g.'gen Erz­berger umfassendes Material gegen ihn. Ter Direktor der Sächsischen Serumwerke bestätigt als Zeuge, daß nie eine Rückvergütung an die Pin- podingesellschast bezahlt worden ser. Tie sächsi­schen Serumwerke erhielten auch mit und otjnt Mitwirkung Erzbergers niemals mehr Zucker als das Urnen zustehende Korrtingent. Ms die Tatsache zur Sprache Lammt, daß Erzberger seine beiden Anteilscheine über Pari verkaufte, erklärt der Zeuge Erfurt, daß Erzberger keine Borteile hatte, die nicht durch die Sache begründet waren. Es seien ihm auch feilte gewährt worden, um etwas zu erreichen ober, weil etwas erreicht worden nnrr; denn cs sci nichts erreicht warden, sondern die Gesellschaft batte noch Schwierigkeiten. Tie Sitzung wiro aus Tonnerstaa vertagt.

Berlin, 3. Febr. (Priv.-Tel.) Wie die

Die französische Rljtinpclitit.

Paris, 3. Febr. (Wolff) Maurice Bar- res erklärt im -.Echo de Paris", er werde am Donnerstag M i l l e r an d ü >er die französische Rh ein Politik interpellieren. Die Lebens­mittelkrise und die Kohlenkrise mürben in den besetzten Gebieten zu Gmtsten des übrigen Deutsch­land erschwert. So reduziere die deutsche Re­gierung in ungerechter und übertriebener Weise den Ko hl en an teil für die Fabriken des lin­ken Rheinufers und bediene die rechtsrhnnischm Fabriken besser. Auch was die Lieferungen an Frankreich betreffe, werde von den links- rheinisck>en Kohlengruben ein verhältnismäßig stär­kerer Anteil verlangt als von den rechtsrheinischen. Die Rheinländer dürsten nicht über die Absicht Frankreichs in Unwissenheit gekästen weiden Die französi'ch,' Regierung schwanke offenbar z'.ri'ch.'n verschiedenen Systemen, heute aber müs e ihr Pro­gramm sein, eine itrtelleltuelle und wirtschaftliche Tätigkeit in den Rheinlanden zu entfalten, damit die rheinische Bevölkerung in der germanischen Wnföderation durch eme genaue Kenndiis der wohltuenden franzö i'chen Zivili'at'on und durch den Wunsch, den Frieden in Europa Mt'rechtzu- erl-alten, zur Geltung komme. Das rh.imsche Volk sei in seiner Masse sehr pazifistisch und hänge mehr an den Werkelt des Friedens als am Krieg. Es sei auch für materielle Befriedigung. Wenn Frankreich ihm de verschaffe, dann gewinn.' es zwar nicht seine ganze Seele, aTvr man ebne ihm den Weg dazu. Die wirtschaftliche Zage der Rheinland«! sei schon wesentlich besser als im übri­gen Deutschland. Man müsse dem Rix in land' «em besonderes wirtschaftliches Statut g-bcn, daniit es eine Sonder st ellung in Deutschland habe. Aber eine derartige Tätigbeit könne durch das französische Volk ohne Einverständnis mit dem rheinisä)en Volk entfaltet meiden. Deshalb müsse ein französisch-rheinisches Wirt­schaftskomitee gebildet werden. Von fran- zöiifcher Seite muf/en uninteressierte Männer be­rufen werden, die in deutsck>m Dingen bewandert seien, und von rheinischer Seite muffe des Ko­mitee Vertreter aller Parteien einschließlich dr SvziaUremokraten enthalten. Dics-.s Komitee faßt Banes <^ls das erste Organ zur L>erd.'iführung eines französisch--deutschen Kontaktes auf.

Preußische Minister im Rheinland.

Köln, 2. Febr. (Wolff.) Amtlich. An der heutigen Sitzungdes parlamentarischen Beirates nähmen teil i Ministerpräsident,Hirsch, Handelsrninis.er Fischteck. Finanzmini'er Südc- kum, Minister für Virl?sernäbrung Stegerwald, die Unterstaatssekretäre Lewald und ton dem Rcichsamt des Innern Linz. Auf die Begrüßungs- rede des Reichs- und Staatsldmmi'sars und des als Gast anwesenden Oberpräsidenten erwiderte Ministerpräsident H i r s ch, sic seien in die Rhein-

MM W in neuer «d« ren in bet itridjen beginnt

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Die Fürsorge für die französischen Bergarbeiter.

Paris, 3. Febr. Im heutigen Minister­rat wurde einem Gesetzentwurf zuges.immt, der dm französischen Bergarbeitern ein-? Er­höhung der Pension bis 1500 Franken zu­billigt.

Durch den Abschluß der Tarifverhandlungen wird die dem heimischen Ruhrbergbau dringend notwenoige und ruhige Weiterentwicklung gewähr­leistet Bei Abschluß der Verhandlungen erklärte sich der Zechenverband bereit, freiwillig rund 12 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen, die nach näherer Vereinbarung mit den Ge­werkschaften eine besondere Verwendung zur Erhöhung der Kinderzulagen für einen bestimmten Zeitraum finden sollen.

Vrotpreiscrhöhnng in Frankreich.

Paris, 3. Febr. (WTB.) Der Minister- r a t wird in diesen Tagen die E r h ö h u n g d e s Brotpreises um etwa 100 Prozent beschließen. Die Einführung der Brotkarte ist nicht in Aussicht genommen.

Paris, 3. Febr. (WTB.) Tie Bvtfchafter- ldnferenz genehmigte heute den Text der Rote, die am Rackuniltag Herrn ton Lersner mit der Liste der Auszuliefernden übergeben werden soll. Tse Konferenz beschäftigte sich sodann mit dem Entwurf einer neuen stchle an Holland über die Auslieferung des deutschen Exkaisers. Zu einer Einigung ist es aber noch nicht ge­kommen. Rach demJourn.il des Tebats" ist aber vorerst noch nicht mit Zwangsmaßnahmen zu rechnen, die bis zum Wbruch der diplomatischen Beziehungen mit Holland und der Seeblockade gehen.

Paris, 3. Febr. (WTB.) Havas. Das Sekretariat der Friedenskonferenz ließ Freiherrn ton Lersner die Liste der Schuldigen zugehen.

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4. Film von

i Carl. Ltlllell

Berlin, 3. Febr. (Wolff.) In der brütigen Sitzung der eidgenössischen e gab Bundespräsi­dent Motta die Stellungnahme des Bundesrats in der B öl kerbu nds frage bebinnl. Wäh­rend in der Frage Der Berrittsfrist sckernbar gvgen- überstehmde und noch ausziigleichende Meinungen vorii?g.'n, land-lte es fick) bei der Neutralüätsfrage um Einzelffei.en, die in aller DenkllchVnt festgc-, ----.-------------------

swllt roert-en müßten. Eine Volksabstimmung be- Wie das Blatt weiter meldet, hat Reichspräsident dürfe langer, intensiver Vorbereitungen und klar?! l E b e r t heute mittag Erzberger besucht.

Zentrumsorganisation versucht, ihn für sein neues Keuchhustenmittel zu interessieren. Erzberger stellte dessen Güte bei seinen eigenen Kindern fest und finanzierte in Gemeinschaft mit füh­renden Z> Praschina,

ftreibt der Berichterstatter weiter, ob die Zu- lammenietzung der Liste politisch geschickt sei und ob cs für den Verband nicht b-iser gewesen wäre, lchiglich Per.-vnen, die sich gemeiner Verbrechen Ichulmggemacht hatten, zu fordern, statt das de n t tche Natron alge fühl aufs äußerste j treffen. Man frage sich, mit welchen Mitteln der Verband die Auslieferung gewisser Persönlich taten zu erzwingen gedächte.

Bern, 3. Febr. (WTB.) Wie der Pariser Korrespondent derBaseler Rationalzeitung" drah­tet, steht Frankreich in seiner Forderung, dem deutschen Exkaiser den Prozeß zu ma­chen, nahezu ganz allein. Niemand in den übrigen Ententeländern will das etwas brenzliche Odium dieses Prozesses auf sich nehmen. Auf der Bvtschafterkonfcrenz in Paris hat der Italic nische Botsckrafter nunmehr erklärt, er habe die Antwort der holländischen ^Regierung sorgfältig ge­prüft, und es sei ihm nicht möglich, irgendwelche juristischen Einwände gegen die l)olländisck>en Aus­führungen zu machen. Der japanische Bot­schafter schloß sich dem an und erklärte, die erste Note sei ohne sein Wissen erfolgt und er verzichte ans eine Mitwirkung bei der b vorstei-enden zweiten Rote. Der englische Botschafter schütze das Aus­bleiben von Instruktionen aus England vor und der amerikanische Botschafter versteckt sich hinter der Nichtratifikation.

Die Liste der auszullefcrndt« Persönlichkeiten.

Rotterdam, 3. Febr. (WTB.) Der ,Äieuwe Rotterdamsche Courant" sckbreiüt: Die Auslieferungsforderung sei ein Ieitschenschlag für das deutsche xationolgefühl. Sie werde als ein sicher empfunden, und zwar nicht nur von weiten, die sich national nennen, sondern von ulen Deutschen, die sich noch erinnern kön- daß sie Deutsche sind. Nicht der Friede, ordern der Haß der Völker werde dadurch ge­löchert. 7 ä

.. D Q s e l, 4. Febr. (Pritottelegramm der,,Köl- ?L7^n Zeitung^^.) Tie am Montag veröffent- Me Lnk der auszuliefernden Person- uhkeiten hat fo schreibt der Pariser Kvrre- VIwent ^rBaseler Natronalzeitung", die fran- öRcntlrdye Meinung überrascht, da man hcm erwartet hatte, Persönlichkeiten wie Hinden- ^irg, Ludendarsf und den deutschen Kranpriuzcn ^mf zu finden. Man könne sich fragen, p

B. Z." erfährt, beabsichtigt Erzberger be­reits übermorgen an der Sitzung des Steueraus­schusses der Nationalversammlung teilzunehmen.

Provinz geklommen, um von der Bevölkerung ihre Wünsche irnb BeLmifnisse zu Ijören und diese nach Möglichkeit zu erfüllen. Es solle zum Ausdriut ibmmcn, daß man int unbesetzten Gebiet und vor allem in Preußen, die Rhvinlande nicht vergessen labe. Ohne die preußischen 91 he i n - anbt gäbe cs kein starkes Preußen, und ohne solches kein starkes Reich Er stellte die Uebereinstimmung der Anivesenden fest, daß die Loslösung der Rheinlande vonPreusren gegen das Gesetz gleichbedeutend sei mit der Loslösung vom Reich. Ter Rcicksskommissar gab nunmehr eine Tarlegung über die Arbeit seiner Behörde und seiner Verl-andlungen mit der inter­alliierten ZLom Mission.

Im Anschluß hieran wurde ton den Versam- utfltert eine Anzahl einzelner Gerichtsverfahre-u zur Sprache gebracht, insbesondere ein Fall, in ivelchem ein Eingriff i n die I u st i zho h e i 1 erfolgt sei. Es wurde um Auskunft über die Rechts- und Sachlage ersucht. Anläßlich eines .icuerlichen Vorfalles wurde die Zurückzieh­ung der Kolonialtruppen gefiorbcrt. Es wurde ferner die Aufhebung des Verbotes einiger Zeitungen verlangt. Zu längeren Erörterungen, an oenett sich auch die anwesenben Minister be teiligten, gab die von Vertretern der Stadttor tvaltungen voraebrachten Wünsche mit Bezug aus die Vollsernäylung und die auf diesem Gebiet den Städten zu gewähvenden Freiliei'en Anlaß. Auch der Erlatz für -Sd>äben, die den Städten durch die Ueberuahme ton Heeresgut und die Nicht­anerkennung dieser Vorgänge durch die Miiertem entstairden sind, wurden erörtert und unterstützt. Schließlich wurde noch der Wunsch geäußert, fest­zustellen, in welcher Weile die Sachkenntnis der Stadtverwaltungen für den parlamentarischen Bei­rat sich nutzbar machen ließe.

Eine Kundgebung der rheinischen Zeittrttmspartei.

i. K ö 1 n, 4. Febr. Nach derKöln. Volks- zeittina" hat der Provinzialausschuß der Rheini­schen Zentrrtmspartei in seiner Sitzung zu Köln am 3. Februar 1920 unter dem Vorsitz des Vor­sitzenden der Partei Geb. Fustizvat Trimbo^n einstimmig folgende Entfchlreßung angenont men: Nachdem der Rl-einische Parteitag in Köln und der Reichspartritag in Berlin zur Rhein 1 a ib frage Stellung genommen hoben, ist selbst­verständlich jedes Mitglied der Zentlumspartci an diese Entschlüsse gebunden. Durch den Beschluß des Rheinischen Parteitages vom 16. September 1919 ist als dessen Bestreben festgelegt, daß die Verwirklichung der rheinischen Selbständigkeit nur im Zusammenhang mit der territo­rialen Umgestaltung des gesamten Reiches stattzuiinden hat. Wenn der Reichs- Parteitag sich nur zu der Frage des allgemeinen Ausbaues des Reiches ausgesprochen bat, so ist dies lediglich aus dem Grunde geschel>en, weil für die besondere rheinische Frage er den Beschluß des rheinischen Parleitages als maßgebend anerkannte. Mit dieser Maßgabe ist das SSorgcben derjenigen Parteimitglieder nicht vereinbart, die an der Ta­gung der rheinischen Volksvereinigung in Bop­pard am 22. Januar 1920 teilgenommen haben und deren Beschlüssen''beigetreten sind. Seit dem rheinisch 'n Parteitag hat sich auch nichts so wesent­liches ereignet, was die sofortige Beseitigung der S p e r r f r ist mit Rücksicht auf die nationale Notwendigkeit oder rheinische Lebensinteressen not- tvendig erscheinen lassen könnte. Ein Zu'ammen- gehen mit Herrn Tr. Dorten ist nach dessen bisheriger Verheißung für Mitglieder der Zen- trumspartei durchaus unzulässig und vom Standpuntt der Zentrumspartei aus unerträglich. Diejenigen Mitglieder der Zentrumspartei, die an ihrer Mitgliedschaft bei der rheinischen Volks­vereinigung und an irgendwelcher gemeinsamen politischen Arbeit mit Herrn Tr. Dorten fest- halten, sind aus der Zentrumspartei ausgeschlossen.

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Fragestellung. Tie Schweiz könne militärisch an tanetn Krieg teil nehmen, auch nicht an entern durch Artit.l 16 des Völkerbundstorlrags vorge­sehenen. Die Schweiz sei nntorletzlich unb tonne beii Durchzug von Truppen und Vorbereitungen' mUttäri)d)er Untern Innungen auf ii.-rem Yubnt nidjt dulden. Bei den Vorbereitmtgen rn Son- bon werde über das künsttge Schicksal mtb die Stellung der Sckpv.iz in der Welt und über du internationale Laye entschieden iverden, bei i>.-nm( sich die Schweiz aus iljre gered>:e Sach- stützen werde. Es tönne niemand glcidigültig i- in, ob das Tor zum Vollerbund riir die Schw iz offen sei obei nicht, wenigslens nick>t für di.ienigen, d.e an böc internationale Rechtsordnung große .Hofjuungen knüpften. Tie Erklärmig fordert dr? Stände auf, sich vorläufig jeder Tiskussiivtt di.scr Frage zu enthalten. Solange die Vereinigten Staaten ihren Beitritt rum VÖl.'erbuird noch nid), vollzogen l)ät- ten, würde der Bundesrat den Beittitt der Schlveiz zum Völkerbund nicht ohne die Zustimmung der Stände vollziehen.

Ehr isliania, 3. Febr. (WTB.) Havas. Tie Ministerpräsidenten und Minister des Aeuireen von Schweden und Tänemar t sind am 30. Ja­nuar in Ehrisliania eingetrofien. Tie Verlxnid- lungen haben bereits am Tage der Ankunft be­sonnen. Sie beziehen.sich aus den Völkerv».nd.

bergers Beteiligung betrug ganze 1000 Mark. Nachdem die damalige Pinpodin-Gcscklsck>aft in den Serumwerken aufgegangen war, sollten auf ihre früheren Teilhaber ganze zehn Pfennig für jede Flasche, die über 40 OCX) Stück verkauft würde, ent­fallen. Tatsächlich wurden niemals über 40 000 Flaschen verkauft.

Ein Vertreter der sächsischen Serumwerke be­kundet als Zeuge, daß die Werke auf Vorstellung bei der Reichszuckerstelle ganze d r e i ö i e r t e I Zentner Zucker pro Monat erhielten. Pro­fessor Jude na ck erflärt als Gutachter des Pin- podin-Präparates, er habe gleichzeitig mit diesem Auftrag ein Schreiben Erzbergers erhol ten, welches das Pinpodin als ausgezeichne­tes Mittel bezeichnete, mit dem Hinweis aus die Anlage. Diese Anlage bestand aus einem Schreiben der Serumwerke an Erzberger, in dem es sich dessen Einwirkung bei der Bitte um Zucker zuweisung erbat. Bon beiden Parteien werden an den Gutachter eine ganze Reihe detaillierter Fragen gerichtet, die der Vor­sitzende schließlich mit dem Hinweis abschneidet, daß nur Tatsachen seftgestellt werden sollten, deren Beurteilung allein Sache des lOtaiehts sei.

GJcDeimrat v. Gordon fragt den Zeugen Iudenack, wie das an sich unbedeutende Ma­terial des Pinpodinfalles zur Kenntnis Helfs?- richs gekommen sei. Judenack erklärt, er habe bei der Behörde seine Entrü- stung über die Angelegenheit aus ge­drückt. Helsserich habe von der Sache von m.ch- reren Seiten erfahrm. Allerdings setzt? er tetmt aut Befragen auseinander, was rickLig uatd was falsch daran ist. Ter Rechtsoeistand Helsferichs, Alsberg, meint, durch solche Fragen an den Zeugen würden Leute, tt: sich veranlaßt fühlen könnten, ihm zur Ausllärung des Sachtoichalts Material zuzutvagen, eingeschüchtert. Rech sauwalt Friedländer rechtfertigt die Frag? nach der Herkimst des Materials damit, daß, bewiesen wer­den solle, daß Helfserich bei der Beröfsenttichung seiner Broschüre gegen Erzberger nur Material in Sachen Thyssen und Berger besaß. All's

Vie Auslieferungsliste überreicht!

Wie vorauszusehen war, hat also die Entente allen Gegenvorstellungeir und Gegenvorschlägen ein taubes Ohr ge­zeigt. Trotzdem werden wir fortfahren, ge­gen die Schmach, die uns zugemutet werden soll, die schärfste Verwahrung einzulegcn und immer wieder zu erklären, daß der Schand- artikel des Friedensvertrages nicht erfüllt werden wird. Stößt die Entente in dieser Frage aus den unbeugsamen Widerstand eines ganzen Volkes und seiner Regierung, so wird ihrer Rachsucht eine unüberwindliche Schranke gezogen sein. Denn die ewige Schmach kann sich nur dann als Flecken auf unseren Namen und unsere Ehre heften, wenn wir für die En­tente Bütteldienste tun. Wendet die Entente Gewalt an, setzt sie sich durch eigene Hand in den Besitz der ausgesuchien Opfer, so rächt sich an uns unsere Wehrlosigkeit. Aber schänden kann uns eine solche Vergewaltigung nicht. N«c wenn sich deutsche Hände zum Schergen- Lienste bieten und ivenn es eine deutsche Re­gierung gibt, die Helfersdienste bei der Aus­lieferung leistet, nur dann trifft uns mit der Demütigung auch die Schande. Sie abzuweh­ren ist auch das wehrloseste Volk in der Lage, »venn es in seinem moralischen Widerstande sestbleibt.

Es hat vielleicht in unserer Leidenszeit feine Frage gegeben, die von kleinlicher Pav- teisucht so frei und rein gehalten werdett sollte, tote diese. Ist der Widerstand gegen die Aus- tieferungsschmach Parole des ganzen Volkes, so wird die Entente doch schließlich noch soviel Besinnung ausbringen, um vor der Unge­heuerlichkeit ihres Ansinnens zurückzuschrecken. Unter diesen Umständen kann es gar nicht darauf ankommen, ob die Regierung, die ge­genwärtig unsere Geschäfte führt, am Ruder bleibt oder nicht, wenn mit Der Auslieserungs- f rage einmal Ernst gemocht wird. Wo so Hohes cruf dem Spiele steht, ist es ganz gleichgültig, »b die Herren Bauer oder Müller ihr amb- liche?' Dasein duvch den Schis,bruch ihrer Poli- l ik retten. Wohl aber scheint das Die Hanpt- svrge desVorwärts" yu sein. In seiner Aus- sabc vom Montag früh runzelt er unwillig die Stirn, weil Die Hamburger Demokraten nach nnem Vortrag Des demokratischen Reichsvoc- ii&enben Dr. Petersendie Auslieferung ir- ^endwe cher Reichsange öriger an die Entente Uim Zwecke der Bestrafung" abe.e.ehnt haben. Oierzu bgmerft derVorwärts" folgendes:

Die Regierung, in der Demokraten sitzen, hat Hnen Fried.nsvertrag ratifiziert, der sich den Ans- lickenmgsansprüchm i>?r Entente unterwirft. Zu- pleich ist der Wille der gleichen Regierung bttvnt iDorbcn, den Vertrag nach MenschenmöglichkUt zu müllen. Inzwischen ist nichts versäumt worden, >ie Entente in der Auslieferungsfrage umzustim- inen. Desto verwunderlicher ist es aber, nx-rat to. Reiä>svorsitzende der Partei einNiemals" ilbricht, das ohne moralischen Schaden nicht zu- ritfgei ommen werden kann.

Aus diesen Zeilen spricht die Sorg:, daß tote Regterung,in der Demokraten sitzen", ^wa über die Schwierigkeit der Auslieferung W* konnte. Ein solches kleinliches, ängst- iiches Auftreten fällt Der Volksbewegung, die 2eht, natürlich in den jifiden uno schädigt thre Wirkung im Aus- l.moe, wo zahlreiche Stimmen sich bereits ^on^sgm^^c^rletzung des deutschen ILattona gefuhls sich ausge prochen haben.

bie?r r5^ge hängt Längens mehr ab, als nur bte Entscheidung m der Auslteferungsfrage. Die Politik der Lltgenblickltchen Machthaber in England und Frankreich, bte nur Haß und Rache säet, hat iit deren eignen Volkern immer mehr Wiocr- Itruch hervorgerufen, uno wer weiß, ob Der Rücktritt Des Kabinetts Bauer, der sich als tnrte ernste Wirkung jener Haßpolitik hecaus- mllen würde, nicht auch dem System Lloyd tzeorge Das Rückgrat brechen würde, tvomit eine freiere Bahn zur Revision Des Gewalt 'medens geschaffen wäre!

lro. Jahrgang Mittwoch. 4. Zedruar 1920

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

3wIMngrru«d»ruck u. Verlag: vrühl'sche Univ..8uch> u. Stciwörutftrei «.Lange. Schristleiiung, Seschasttjtelle u. vrackerel: Schulftr. z.

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Varis, 3. Febr. (Wolff.) Havas. . gestrige Botschafterkonferenz be'prach die Frage der durch Deutschland za liefern­den Kohlen. Darauf wurde der Text der Note an Herrn v. Lersner über die Auslieferung der Schuldigen besprochen. Außerdem be­auftragte die Konferenz den Finanz- und Lebens- mittelversorgungsminister der österreichischen Re- wcblik, sich nach Paris zu begeben, um noch einmal bie wirtschaftlichen Schwierigtaten ihres Landes Vvrzu tragen.

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