Einzelbild herunterladen

nr.j05 Zweites Via« Gietzener Anzeiger (Eeneral-Anz-iger für Gberhesten) Montag. 3. Mai {920

An» Liessen.

Der Aufmarsch der nationalen Parteien zum wahttamps.

Bad-Nauheim, 28. April. Der Lanbes- aus schuß der Deutschen Volk'Partei Hessens be­sagte sich in seiner gestrigen sehr stark besuchten Tagung mir dem Vorschlag der Hessischen Vo.ks- vartei iHefsischer Landesverband der Deutchnatio- nalen Boik.'partei), für die bevorstehenden Wahlen ,nnen gemeinsamen Wahlvorichlag der bid-m na- rwnalen Parteien auizus'.elien. Im der^lurgedetN' len Aussprache kamen Vertreter aller Stände und Bezirke des Landes zu Worbe. Das Ergebnis der Beratungen ist in 'folgendem Schreiben am die Hessische VolkSpartei medergelegt:

An den Vorsitzenden der Hessischen Voiksvartei ^Landesverband der Deutschnationalen Volkspartei) Herrn Dr. Karl Zklingspor

Offenbach a. M.

Der Landesausschuh des Hessischen Landes­verbandes bet Deutlichen Dolkspartci hat den von Ihnen angeregten (Gedanken einer gemeinschaft­lichen Vorschlagsliste für die ReichsiagSwahl ein­gehender und gewissenhafter Erwägung unter - .vgen. Mit Ihnen erblickt er in einem entschlosse­nen Kampf gegen die-Politik der jetzigen Mehr- heitsparteien und -vegierungen eine nationale Not­wendigkeit.

Wir sind aber nach sorgfältiger Abwägung aller Faklvr-n zu der lleberzeugung gelangt, daß der von JWen vorgeschlagene W<g nicht geeignet ist, den Mchrheitsparteien denjenigen Abbruch y. tun, den wir gemeinsam erstreben. Ein selbständiges Vorgehen der Deutschem Volkspartei, die glttch Ihnen bei den kommenden Wahlen die Kampffront gegen links richtet, bietet unserer Meinung nach weit bessere Aussicht, alle erreichbaren Wähler­stimmen für die Verteidigung der gemeinsamen bürgerlichen und bäuerlichen Interessen zu ge­winnen, als eine einheitliche Vorschlagsliste unserer beiden Parteien.

Wollen wir aus dieser Erwägung heraus an dem selbständigen Vorgehen der beiden nationalen Parteien sesthalten, so sehen wir es im Hinblick aus das gemeinsame Ziel für selbstverständlich an, daß die beiden Parteien jegliche gegenseitige Be­kämpfung durch Sieben, Flugblätter oder Presse­notizen unterlassen.

Wir regen cm, daß die beiderseitigen Partei­leitungen sich über dir zur Wahrung dieser Grund­sätze erforderlichen Maßnahmen von Fall zu Fall verständigen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Geschäftsführender Ausschuß: gez. Dingeldey."

Das neue Wappen des Volksstaa- t e S H e s s e n itnrb soeben im neuesten Regierungs­blatt veröfsentlicht. Der Löwe ist bekanntlich bei­behalten, nur hat man ihm die Krone genommen und ihm eine etwas veränderte Gestalt gegeben. Auf Anordnung des Gesamtministeriums sind die Siegelstempel der Behörden in rundliche Form alsbald herzustellen.

Mainz, 30. April. iWolfs.) Vertreter des Reichsministeriums und des hessischen Ministeriums werden vom 3. bis 5. Mai zu einer Konferenz mit den Staats- und Stadtbehörden nach Mainz kommen. Reichöministrr Dr. David, Staats­präsident Ulrich und Finanzminister Henrich werden an der Besprechung teilnehmen. Es handelt sich um die Erörterung dringender wirtschaftlicher Fragen.

Der Schlrchtnngsausschrrß der Provinz Oberhessen.

Sitamg vvm 28. April 1920.

1. Aus die im Tarifvertrag festgesetzten Löhne der Landarbeiter wird in der Lohn-klas'e 1 mit Djrkung bom 1. April ein Zuschlag von 50, Orts­klasse 2 von 45 und OrtsAasse 3 von 40 Prozent bewilligt und vom 15. Juli erhöht sich dieser Zu­schlag um die Hälfte. Die Vergütung für Kost wird auf 3,50 ML , 3.25 Mk. und 3 Ml. fest­gesetzt : die Vergütung für Wohnung mit 50 Pf. bleibt unberührt.

2. Der Antrag des Peter Seibel in Gießen auf Weiterbeschäsiigung un Gailschen Tonwerk wird abgelehnl, weil die im BetriebSräl^gesey »or- geseyenen Fristen nicht gewahrt waren.

Drei wei ere le fanden durch Vergleich ihre Erledigung; eine Sache wurde ausgesetzt.

Die Gräkin.

Roman von G. W. Ap p le ton.

^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 33.

Können Sie mit mir Lnnmen, Herr Doktor? fragte er. Es ist ein dringender Fall.

Wo fehlt's?

Herz Iran kheit.

Mann oder Frau?

Frau.

Weit von da?

Nicht sehr weit. Der Wagen bringt Sie rasch bin und zurück.

Gut, sagte ich, einen Augenblick. Ich setzt-? den Hut auf, zog den lieberrock cm, steckt? die Arznei ein, die ich für den Fall für nöttg hielt, kehrte dann zurück, schloß die Tür hinter mir ab und bestieg bte Droschk, die im Eiltempo üavon- nrhr.

Es war eine sehr neblige Nacht, und ich formte kaum die Umrisse der Häuser auf bndcn Straßenseiten unterscheidm, als wir nasch daran vorbei fuhren.

Ich wechselte eimge Mtagsphrasen mit mei- nem,Gefährten. Darrn folgte ein langes Schweigen. Tie Fahrt wollte kein Ende nehmen.

Es ist ein vertruftlt langer Weg, sagte ich Eich. Wo sind nnp denn?

Wir kommen cvep nach Balham, antwortete er.

. Ich fuhr bei dieser Eröffnung dot lleber- laschung zu ammen, über sagte bann ein.ach:

So: Sind wir bald an Ort imb Stelle?

Gewiß, Herr Doktor; die dritte Kreuzung ist es.

Nach weiteren fünf Minuten hielt dr? Droschke vor einer Keinen Villa Eine Gaslat'rne stand vor dem Gitter. Wählend, nxr ein traten, sah ich nach der Nummer, lssls war 37.'

Büchcrtisch.

Einführungindic Haupt fr a g e ff der Philosophie. Bon Oklximrat Professor Dr. Rudolf (Süden. 197 Seilen. Zweite umgcar- beitete Auflage Preis achrsiet 6Mk. (^ebu.-.oeff 8Mk. Verlag von Quelle u. Meper in L<-ipji^ - D i e Weltliteratur. Verlag D«r Weltliteratur, München Preis des Hrsres 80 Pf. Dao neueste Heft enthalt einig? L>elträg<- des bessi- schen Dorjpoe:en Will)elm H o l z a m e r.

D i e alpine Literatur war in trtt letzten Jaiwen se.ien und durstig geworden, zu>nal d.e Lcröif.nftiam gen des vll.e. Vereins infolge Teuerung ui<b Papi-ermaugel su am mengt dxnok zen. Nun ersch iu.t allseiis begmüt die bereits im 16. Jahrgi ge stehende, ldc dem Kriege tnd. gepiiesen -Deutsche Alpenzeitun g" wio bei. Das vviliess-nte erste Heft des neue?' ganges, der von Wst!er Schmidkmn txrauSgeleben wird, ist eine i i iouetle und grapsasche lNuster> leislimg, die angesichts des niederen isec < Fahr» gang 1920 Mk. 24) nicht zu ül>ett> essen ist. Her-' mann Hesse, Ernst Li.saner, Enist Haeckel f, Emil Gretschmann, Henry H»k, Ernst ;3ai>m u. a. bnv- men darin in gehst genen Beiträgen zum Wort. Dazwischen finde! tmr ueb-n rcWidjer Sdnoarz- meif^r p it vorzüglich wicherg g bene Vicrsarb n» imb Kni> e.iie Xiickviilagen. P-obel esie ind durch die Buchhandlungen und von Wergiertag, Mün­chen 43, ju beziehen.

Das Bedürfnis nach geistiger Kost be* friedigt mit geringen Mitteln ,,Die Welt- Li t e r a t u r. die in Berlin SW. 18 ersdxinende literarische Wochenschrift, die nnxftentlich die besten. Werke des Schrifttums aller Zeiten und Völker zu einem Presse bringt, der es auch dem mit materiellen Gütern weniger Gesegneten ermögliclst, sich diesen Gfciuiü zu verschaffen. Jede Woclic er scheint ein in sich abgesch! offenes Heft zum Preise von früher 50 Psg., letzt 80 Pfg. Der viertel,ähr liche Bezugspreis beträgt 10 Mk. Jedem Heft ist eine kurze, das sachlich .Wichtige l?ervor!.ebende biograpl/ische Einleitung mis der Feder Richard Elclftngers vorangestellt. Ein grubet Teil der Hefte ist mit künstlerischen Zeichnungen geschmückt. Be­stellungen durch alle Postanstalten, Buchhandlim- gen oder den Verlag.

Höhen darf, der Retter Berlin- und andereEnthüllungen" von Oberst­leutnant Emil iseeliger, ehemaliger Presscresereut in der Marmesektion des Kriegsministeriums. Bee lag für Technik und Industrie, Leipzig und Wien. 1.10. Tausend.

Gcrichtsjaaz.

Berlin, 1. Mai. In dem Prozeß gejeit veff Oberleutnant Hiller hat, wir die ,.Vo,s. Ztg." nieldel, daz Krtegsgeiicht wegen Miß- handlmig nnt --.vdeserfolg auf ein Jahr sechs Mo- nate Gefängnrs und Di-mstriulasiung erkannt, ^^en des Fußtrttts auf vier Monate und wegen der Lyrfeigc ans zwei Monate (Gefängnis. Der Angeklagte wurde zu einer Gesamtstrase von zwei Jahren Gesängnis und T-ienftentlai , u tt g Demi teilt. In brr Vtteilsbegrünoung t>eißt es: Dle Sttafe des Anichidens bei erl-edlicher Malte lei eine barbarijclZe und erinnere an oas Äuicl- alter. Meter die Strafe hinaus hätte nicht das Min defte geschehen dürfen. Die schmählicl)e Beschimp. fung imd Mißhandlung Helmhokes hätten von großer Roheu gefugt.

rm. Darmstadt, 2. Mai. Wegen Blut­schande, begangen an der eigenen, setzt 18 Jalnv alten Tockster, wurde der 43 3a'.,tc alt- madjer S dinierte auö Ofe: ibach am Frcitzrg in nichtöffentlicher Sitzung zu ernem Ja!r d ei Monaien Zuchthaus Derart.ilt. Wegen idnixren D:eb!al,ls zum Nachteuc des Geiv.nbe:nu."ernnl in Offen bad) wurde der bisher unbestr.ifte 31 Jahre alte Poriestuiller Fr. Koch von di, der Platin, Silber. Golderz und $ cr.cn im Wette von ctma oO 000 Mk. stahl, was iv^eder h rb.ngebracht nx't- den konnte, zu 6 Monaten Gefängnis Derart.

X Hanau, 1. Mai. Ter LanH.mtt Richird Breitung aus Gvotzentaft bei Hünfeld ist vor eini­gen Wocben am Ostbalnchas von Beamten der Wucherstelle mit dem Fleisch eines Kaihes, da-5 im Schleichhandel nach Jrauksurt gcbrad,n nx-rjcn sollte, abgesaßt worden. Tas Flei'ch w^r für den menschlichien Genuf; unbrauchbar. Dm der Polizei weder angestel.te Ermitt l mgen haben nut e ge­ben, baß das Fleisch von einem verendeten' .«daibe stammte. T-er Hünfelder Sdstebrr wollte das Fleisch für 14 bis 18 Mk. das Pfund verkaufen

Verinischte»,

Ein Automobilunsall.

Berlin, 2. Mai. (WTB.) Ein Auto­nt o b i l, in dem sich Admiral Orsini, der Vorsitzende der Marinekontrollkommtssion, mit seiner Gemahlin, seiner Tochter und dem Adjutanten, Oberleutnant Kraus, befanden, erlitt einen Achsenbruch und überschlug sich. Die Insassen wurden herausgeschlcuderl. Der Admiral Orsini wurde ziemlich schwer, sein Adjutant etwas leichter verletzt. Die Gemah­lin ldes Admirals blieb unverletzt. Seine Toch­ter (ift nur leicht verletzt.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Dienstag, 4. Mai: Alessandro Stradella. Mittwoch, 5.: Figaros Hochzeit. Don­nerstag, 6.: Hoffmanns Erzäl)lungcn. Freitag, 7.: Der Bettelstuüent. Samstag, 8.: Schahrazade. Sonntag, 9.: Fidelio. Montag, 10.: Der Rosen­kavalier. Dienstag, 11.: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch, 12.: Euryanthe Schau­spielhaus. Dienstag, 4. Mai: Maß ftlr Maß. Mittwoch, 5.: Nathan der Weise. Donnerstag, 6.: König Nicolo. Freitag, 7.: Der lebende Leichiam. Samstag, 8. Mai: Der Leibgardist. Sonntag, 9.: Nachmittags 3 Uhr: Die drei Zwillinge. Abends 7 Uhr: Judith. Montag, 10.: Rosmersholm. Dienstag, 11.: Judith. Mittwoch, 12.: Maß für Maß.

Handel.

Bert in, 30. April. Börsen stimmungs- bild. Die Börse veries vorwiegend schwach, am Schluß aber gefestigt. Der zweitägige Börs- naussa.l veranlaßte Rückkäufe. Farbwerte machten ron vorn­herein eine Ausnahme: sie waren säst durch­weg, mit Ausnahme von Treptow, fest und 1)51,er auf Dioidendenhofsnung'.m. Grösere Berwal ttmgs- käufe seien zu bemerken. Montanvapi r: vorwe^end niedriger. Mann.-smann nur ungefähr beixrurtet, da keine Ausschüttung erfolgt. Bei E e.tttzitäts- werten scheint mitzusprechen, daß bas AEG. Kon­sortium b.-rnts Verkäufe vornahm. Die Au sichten der vorgcschlagenen Transaktionen fei.n unklar ge­worden. Oester «ich i schc Werte fester, trotz der vorausgegangenen Ermattung der Va uta, die eine Folge gcwcsen sei auch der Notcnsäl chungen, die in Wien letzt Aussehen erregen. Bankalt.cn behauptet. Am Kelonialmarkt h rrscht? wieder sehr feste Ha'- tung für Pomona und Kolonialanteile.Ka iwrwte ruhiger, zum Teil leicht abgeschwächt, nur Teu­tonia fester. Von Oelwerten Petro!ram zmiäck-st schwach 697, int Verlause aber g eichfaffs erix'lt bis 715, Erdöl 8JO ä 770 ä 785. Mansselder

Kuxe 300. Im Freir-er^rhr giirgcn Sch,ideanstLt I ,nllt £10, Stah.werk Becker mit 2/3 um. Am Scd'. i itc Vörie Kc/lonialmcrtt und Petwleum anzühliid. | Uejcn'ee im Vertäu,e seist 1100 nach schachern Anfang Am Emhsitsmartt waren Nelacwer.e erholt 630. In Köitigsboru 850) und Hasper c ihn 000, fanden weitere Maiont.it.käufe statt. Täg­liches Geld sehr leicht 41/. 'Broj.

Frankfurt a M., 30. April. Börsen- st im m u ngsbild. Bei rtthigm Gesd^'t -crg e sich auf den meisten Märkten eine gut beoaupteh Tendenz. Gesucht louren ck-emi che Ak.i m, ^eccn Kurse vereinzelt mätzig autogen. Sch ibxmitalt gewannen 2 Proz. auf 564.. Bad. Anilin 3Po-z. auf 533.. Farbwert? Höchst l Pro;, aul 3:>2. . Wesenilich sti ler wir ber Verehr in Mmuan- uainer n. Deutsch Luxemburg e.was fe ci, 3171/2, liefe': 't gehen auch Lberbedari mit 215, Gel eu- fird.H:.: mit 306 I/erro . Mturnesn-aim y:rannen 5 Pr?> auf 416.. Es ftiegen ferner je 5 Pr,z. Verein. Oelfabrikn 255, Lüdenscheid Metall 407. Giimmmxirenf. Pe'^r 3.55.. Friedttd^hüitc wur­den 15 Proz. hüher, 1515.. Accumul-itoien Ber­lin z^gen 10 Pr?z. ar-, 160.. Elektron (stries- heim find um weiber? 5 Proz. gestrigen, 320.. Es verloren Metall Bingioerke 5 Proz. (285.). Im fre-en Vceirtir stellten sich Deutscke Petroleum auf 71.3, Julius Sichel 1580, Süd'e? Pl,o:- plmt 27.50, Deutsche Zdolouialantrile 9825 bis 10 030 lebhaft um geletzt. Pomona 13 400, Ctt- nada 950..

Frankfurt a. M., 3. Mai.

Devisenmarkt.

1021,75 1023,25 1021,25 1023,75

Berlin

1

5.

183,

280,

315,

297,20

259,70

222,25

57,15

344,60

u n j Mai

317,50 306,- 215,-

271,50

8,25

392,-

265,-

87,25

350,-

299,30

255,25

222,25

57,60

345,40

30. 4. 79,75 75,90 74,50 75,75

158, 306,- 217,50 184,25 151,-

976,-

21,02

27,78

89,60

25,53

320, 308, 295, 215, 272, 450, 540,

409, 331, 200, 462, 278,

299,70

254,75

221,75

57,40

344,60

297,80

260,30

222,75

57,85

345,40

Zürich . . . .

Amsterdam .

Kopenhagen.

Stockholm. .

Wien

976,- 21,02 27,53 89,10 25,78

533,-

392,-

332,-

vörsenknrse. Frankfurt

Geld Bries

29. Apnl

974,- 20,98 27,47 89,60 25,72

193,50 185,50 325,25 316,50

305,50 292,- 210,- 271,-

450,-

540,- 394,-

334,50

199,50 475,- 284,75 336,- 277,-

30.4.

79,75

** Tas Aufgeld für die oer Zölle in Gold beträgt im 900 v. H

974,-

20,98

27,72

89,40

25,47

1.5. 79,75 75,90 68,- 74,50

158, 304,25 216,- 185,- 150,25 156,-

191,50 188,50

2102,75 2107,25 2082,75 2087,25

367,10 397,90 369,60 370,40

1108,75 1111,25 1098,75 1101,25

974,- 976,- 974,- 976,-

1218,75 1221,25 1226,25 1228,75

Markuotlerunge«.

Datum:

Abend- Schluß- Schluß- Schluß Kurs Kurs Kurs Kurs

1.5.

9,80

4,80

10,50

8,25

Geld Brief 30. April

Datum: Amsterdam - Botterd. *. Brüssel Antwerpen . Christiania

Kopenhagen Stockholm......:

Helsingfors Italien London

Aew-Pork Paris Schweiz........]

Spanien Wien (alles) ....

Deutsch-Oesterr. abg.

Prag

Budapest Bulgarien Konstantinopel. . ..

Datum: 5°/»Deut.ffrl«gsank. 4°^Deut.Reichsanl. 3"^Deut.Be'chsanl. 4e/0 Prcuh. Konfols Darmstädter Dank Deutsche Dank. . . Diseon!o- Kesellsch. Dresdener D mk.. Nationalbank f. D. Mitteld.Creditbank H.-Am-rik.-Pakctf. NorddeutscherLloyl» Doch. Gußstahlwrk. D.-Luremb.Bergw. Eelsenkirch.Dergw. Harpenrr Bergbau Oberschl. Eisend.-B. Oberschles.Eisentnd. Phönix-Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.Soda Höchster Farbwerk« (tkhir. A. E. (8.. Schuckert-Werk«. . FeltenLGuiUeaulltt Daimler Dud.-Eisenw.-Akt. Adlerwerk« .... 4/, Hess. SaatsanL (Electron (Bru»b«tm

30.4.

9,80

4,85

(In einem Teil ber Auflage wied.'rhalt.) Vorberamngen zur Konferenz von Spao.

Paris, 30. April. (WTB) Wie der ..Petit Parisien" meldet, ist es sehr wachrschemlich, daß vor der Konferenz von Spaa eine ober zioei B e ratungen zwischen Lloyd George und Millerand stattfinden roerbra. Das Bwtt glaubt zu wissen, Millerand werde sich demnächst auf 48 Stunden nach London begeben.

Der ungarische FriedenSnrirag.

Paris, 30. April. (WTB.) Der unmrrischen Friedensdelegation wird morgen, am 1. Mai, die Antwort auf die ungarischen ® e 8 e n > Vorschläge überreicht werden.

Eisenbahnerftreik in Frankreich.

Paris, 30. April. (WTB.i Ter Streil ber Eisenbahner ist bei duffen, beute, Freitag, um Mitternacht, soll die Arbeit berkifirn werden, so das; nrjr^n, SamStag, um 6 Ul/r ter Streik in die Ersch?rmotg treten werd Ter Ber- waltungsvat des 90"!gemeinen Drl>eiterverbuu>es (EGT) l)ttt wach zweitägiger Beratung ben Beschluß gefaxt, dem Eisenbcil.'nerslreik seine effektive Unho* skützung zuteil werden zu lassen.

Die französischen ZeiMngtn am 1. Mai.

Paris, 30. April. (WTB.) Morgen, am 1. Mai, erscheinen in P r is feine Zei­tungen. Tie Arb iter der 3 itungsibetriebe feu­ern von heute abend 7 Uhr bis morgen abend 7 Uhr.

Der 1. Mai in Belgien.

Brüssel, 30. April. (WTBstPeuple" mel­det, daß die Arbeiter der öffentlichen Verwalungszweige beschlossen haben, am 1. Mai zu streiken.

Kam Parteisekretär zum Minister.

Dresden, 30. April. (MTB.) Wie die Dresdener Volkszeitung" meldet, hat die sozia­listische Volkskammerfraktion mit großer Mehr­heit beschlossen, zum Mini st er des Inner« den Parteisekretär Otto Kühn zu be­rufen. Kühn erklärte sich zur Annahme des Amtes bereit.

Schon verflixt merkwü txg, sagte ich. Macht mich sehr gespannt, was das bedeutet.

Ter junge Mann führte mich nach einem Hinterzunmer im ersten Stock, wo ich em? red« hübsche Frau, in den Dreißagem, in ihrem B'tt vorfand. Während ich mid) ihr näherte, fiel mem Blick (und da erwachte wieder ber Berufsinstin-kt in mir) aus einen Sovereign und enwn SchLllrng/) die auf dem Nachtttsck) lagen.

Schwach lächelnd blickte fie mich jetzt an und sagte:

Es tut mir leid, Herr Doktor, daß ich soweit herbemüht habe, aber vor en:er Stunde stand es sehr schlimm mit mir, und ich glaubte, ich müsse sterben; aber jetzt ist der Anfall vorüber, und ich fühle mich weit besser.

Ich griff nach ihrem Puls. Er war normal. Tann horchte ich ihr mit meinem Hörrohr die Herzgegend ab. Ich tbirrar fein Anznchm irgend­welcher Störung entdecken. Adn: das sagte ich ihr nicht.

Ja, hm, sagte ich. Tie Krisis ist vorüber. Aber es wird an gezeigt lein, daß ich Jhnm etwas zum Einnehmen dalasse, für dm Fall, daß ine An­fälle sich wi dcrhvlen sollten.

So erledigte ich das kleine Geschäft, während ich mir gleichz.ittg die Umgebung mit Einschluß der Frau eirtprägte und die ganze Z.ftt über dar­auf gespannt war, was nunmehr sich emgnen würde. Aber cs ereign?te sich nichts. Als ich mtch zum Gehen ansdücktc, beutet? sie aus die Guinee, mein Honorar, das ich schleunigst einstrtch. Dann wünschte ich ihr Gute Nacht. Der junge Mann geleitete mich die Tv.'ppe hinab und gmg nnt mir bis zum Einspänner. Er sagte, ber Kutscher sei bezahlt, und bevor ich die erstaunlich? Zatiadx recht erfaßt hatte, fuhr ich heil und gesund mit einer ©uirwe in der Tasch? wieder Varn bett) zu.

*) Zusammen 1 Guin«.

Aber als ich zu Hause antongte, erfuhr ich bald die Bedeutung ttr k.einen Lvmädie. aber alles befand sich in der größten Unordnung.

Tas Gas brannte immer noch in meiner Bude, Alle berfdjloferen Schubladen warm erbrochen worden. Der Fußboden war mit BrieffchaNeu und Papier förmlich übersät. Do tarn mir plötzlich eine Erleuchtung. Ich eilte zu meinem Schrank und schaute nach dem geheimen Schubfach dann. Es stand offen und war leer. Die Quittung des Bankiers für das Paket nut den sieben Si.'gclu war verschwunden.

Jetzt war mir alles Var.

Fünfzehntes Kapitel.

Ter Tag graute bereits, als ich am bier?m Morgen endlich Schlaf fmrd. Und als ich wieder erwachte, sah ich zu meiner BestLrrung, daß >?s beinahe schon halb zrtm Uhr war. Ich Qeibet? mich so rasch wie möglich an und betrat zwanzig Minuten später meine Bank.

Ist jemand dagewr^en? fragte ich gowz atem­los, worauf ber Lassierer antwortete:

Jawohl, Herr Doktor, Ihr Diener. Er wartete bereits, als wir um neun Uhr den Schalter auf­machten. Er wies eine Quittung über g-wisse Dokumente vor, die Sie bei uns ni dergclegt haben, imb sagte. Sie möchten sie sofort haben.

Und haben Sie sie ihm m:Sgdid?rt? fragte ich, irwbei mir der kalte Schweiß aus ber Stan? brach.

Bewahre, ich war nahe daran, es zu tun, da fiel mir etwas in bem Benehm.m des Jungen aus, bas mir verdäch'ttg vor kam. Daher sagte ich ihm. er müsse warten, bis der Tirekwr stlber ins Ge­schäft komme, da ich ohne feine Einwilligung nicht über verwah t? eadei verfügen dürfe.

Und Mim? fragte üb, immer noch schwitzend vor Aufregung und Spannung.

Tann kam ber Direktor grade hevnn er ist eben für einen Augenblick ausgegangen. Ich trug ihm ben Fall vor. Sofort ließ <x ben Jungen in sein Privatlvntor kämmen, ::ahm bie Quittung in Empfang und sagte, er wolle einen Boten zu Ihnen schicken mit ber Bitte, sich s^lbe, herzubemühe-n und den Fall zu bestätig?n. Darauf, hn, aber schoß ber Junge wie em ^Pfeil hmauS und ließ die Quittung im Stich. Da ist "was nicht?

Gewiß, sagte ich, mächttg erleichtert rusattnrnd. Gestein abend wurde bei mir ttugebrochen, wäh­rend man mich weggrlockt hatte.

Ter Kassierer war ganz erstaunt.

Weg gelockt? erirrte er.

Jawolst, ich wurde um zwn Uhr mi entern Patienten nach Ball-om gerufen, ber mbtrnv gefunb war.!?m.d meiner Mm.'e'raheit ließ zweifellos mein unb zahlbarer Jung- dr- Diebr herein, und sie arbeitetm wM eine Stunde lang in meiner Wrchnung.

Mein Deibrtd, Herr To Lor. Ist viel tot» gekommen?

Soviel ich bis jetzt wriß, mir die Quittung, die Sie glücklicherweise zurückb.'halten haben.

To hat man also danach gerächt?

Nein, nach bem PaLt, das Ihre Stahlkamme» beherbergt uns das Papiere von gvoß'm W<rtt enthält. Sie sind mir enwertraut n»r£en. Wenn sie verloren wären, wäre ich ruüri rrt.

Sv, wirklich? Das will ich doch bem Dweftpr Mitteilen. .Wenn Sie wollen, wirb ?r fte ixid Paket sicherlich in un er Hauptgeschäft schicken, größerer ^.idxrVit h' Iber.

Tas wäre mir recht, sagte ich.

Gewiß, Herr Tok»r: brr 2ineltar ist mem Bruder. Sie können sich darauf verlassen, daß eS noch heute geschehen wird.

(Fartsetz^ing folgt.)