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HNkKtaM SSL Sthiiiier.rmfcy11-

Nr. 79 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 3. April (920

Ari» 5taM und Land.

Gi eben, ben 3. April 1920.

Tabaksteuer.

Tas freff. E'outrtfteurmmt schreibt uns:

Durch das am 1. April 1920 in Straft tretende Tabakstcuerg Hetz Vvm 12 September 1919 habet! nad) S 20 dieses Gesetzes, Hersteller, Groh- und fllmbänbler Labafftruert>ilidKiger Erzeugnisse der Sleuerdc'Hörde ihres Bezirks alsbald eine ?InmcU bung ihrer Betriebe in zweifacher Ausfertigung einzureichen und aleich-zert ig eine Beschreibung ihrer Betriebs- l^ro. Verlaufs und Lagerräume eben­falls in zweifacher Ausfertigung beizusthließen

Nach ?j des Gesetzes und ß 1 der Nach- ßrucrjTiniiUig unterliegen die am 1 Tlpril 1920 im Besitz ober Genxrhriam von TabaüxTarbeüern, Gwß- und Klein'hänblcrn befrnfc>Iid>en tabaksteuer- vflict-tigcn (Srjeugnific lZigarren, Zigaretten, feitr- tz'sklmiocner Rauchtabat, Pfeifen-, Stau* und Sdnupftal-ak nnb Zigaretten hüllen), die sich außer­halb der Räume des Hersttllungsbetricbs unb der Zallniederl.rgc befinden, oer Tabaknach steuer. Tie Krannten Waren sind bis zum 8. ?lpril 1920, irert der glcidien Art, die sich am Tage der An­meldung untcnwgö befinden, alsbald nach ihrem Eingang, der Hcbestellc des BezirW nach Art und Menge (Zigarren, Zigaretten, Stautabak und Zi- erettenhullen nach Stückzahl, im übrigen nad) n Reingelvicht in Kilogramm), Anzahl der et- vaigen Packimgen und nach dem Kleinvedkaufs- prcis schriftlich -Werks Entrichtung der Tabaknach- feucr in zweifacher Ausfertigung anzumelden. Für Kigaretten, feingeschnittenen Rauchtabak und 3t- garettenhilllen ist außerdem anzuaeben, ob und tun nxrldrr Steuerklasse Zigarettensteuerzeccheu an ben Packungen angebracht sind. Die erfolgte 9iach- crfltiiernng wird durch Anbringung von Tahak- euerz^ichcn, die von der He bestelle dem Anmelder ei Einzahlung der TabaDnachsteuer verabfolgt wer- en, kenntlich gemacht. Auf die zu entrichtende tad-ftrucr gelangen die Beträge an Abgaben, die ür die Erzeugniste nach den bisher geltenden Vor- christen nackpweislich entrichtet worden find, in lnredmung Storni dieser Nachweis nicht gefffbrt werden, so ist bei Zigarren eine pflichtmähigc Erklärung darüber abzugeben, ob sie aus rein ausländischem Tabak her gestellt lfind, wie auch die lediglich aus inländischem Tabak hergestellten Waren als solche bezeichnet werden müssen. Als fllcinbänblcr gdten auch staatliche ober gemeind­liche Betriebe sowie Vereinigungen, Gesellschaften und Anstallen, die labaksbeuerpslichtige Erzeugnisse gegen Entgelt abg. bien, auch wenn die Abgabe ledig­lich an Angestellte oder Mitglieder erfolgt.

♦♦ Erweiterte Schülermonats­karten Schul er Monatskarten 2. und 3 .Klasse werden jetzt im gleichen Umfange wie die Monats­karten ausgegcben an Besucher und Besucherinnen von Hochschulen, von höheren und niederen Sckm- Icn, von Zortbildunas-, Gewerbe-, Handels- und Industrieschulen, auch von privaten Lehranstalten sowie zu regelmäßigen Lehrgängen zur Erlernung von häuslichen oder Landarbeiten, für Zöglinge von Lehrer- und Lehoerinnensemmären, Präpa- randeuanslalten und für Konfirmanden. Sie er* lalten aud) erwackstene oder selbständige Personen zu Fortbllduuas-, Gewerbe- unb Fachschulen, zum tonseluntcrcid-d, zu Fortbildungslehrgängen für Hehrer und £>ant>rocrtcr, sofern der Unterricht lediglich die Ausbildung für einen künftigen Beruf ober Erwerb bezweckt. Für Geschwister werden je befonbere Karten ausgestellt. Sie können für ver­schiedene Strecken und Wagenklassen lauten. Für Schulkinder unter 10 Jahren werden weitere Ver­günstigungen nicht gewährt.

Gewerbe schu le Gießen. Am 25. März idKoü b s Winter emesler Ter Abgangs- Trilfung in der Abteilmig Baugewerbe mtfr&ogen ich 19 SchAer, von denen 4 mit der Notesehr »ui", 11 mit der Notegut", 4 mit der Note ..genügend" besdcmden. Es dürste für die All- jCmeiirfKit von Juleress: sein, daß die Anidilt ieucttring3 die staatliche Genehmigung erhalten hat, ihre Maschrnenbauabdeilung zu einer 4-s mieftrtgen mizugestalten, so daß nun hier dieselbm Ziele erreicht roerben, wie an bm anberen staatlichen Nascknnenbauschulen. Es ist hierdurch für die Pro­sinz Oberhessen einem dringirden Bedürfnis ab- idwlfen. Das Sommersemeitn beginnt ernschließ- !ich der gewerblickien Fortbildungsschule am 36. April, zu welchem Termin and? der Betrieb ber-Tischler- und der Töpferfachschule, bw Loko- notivführerfachschule, der Eisenbahnwerkmstster- iachschule, sowie der r'lbendkurie für M-Kacl. verbe, dvlzgewerlx' unb Elektrotechnik -nöffnet wiro. Wir oeisen auf das Inserat in der heutig m Nummer hin.

^MutzetwasvonderSchaufenster- ruslage verkauft werden? Mit dieser Jrage beschäftigte sich das Frankfurter ^chöffen- ?richt in einer Verhandlung, die sich gegen einen chubhäudler richtete. Zu ihm war ein auswärts lohnender Mann gekommen und wollte für fein M'iiähriaes Kind ein Paar Stiefel haben, das im Schaufenster stand. Die Stiefel patzten für cm öiei- sLhrj.^ jttnb, was dem Käufer erklärt wurde, ber aber trotzdem die Schuhe haben wollte. Dir

Vergabe der Schuhe wurde mit der Motivierung verweigert, daß man, um der Ware habhaft zu werden, den ganzen Erker ausräum cn müsse. Die Folge war, daß der Schuhhändler wegen Berkaussverweigerung einen Strafbefehl über 100 Mark erhielt, gegen den er Einspruch erhob. Bor dem Schöffengericht wurde festgestellt, daß der Händler von dieser Schuhsorte nur das eine im Schaufenster stehende Paar besaß. Der Be­schuldigte gab den Grund der Bcrkaufsverweige- rung an und fügte ergänzend hinzu, er müsse dann ja sonst den ganzen Tag das Schausenster ausmachen, was der Vorsitzende als selbstverständ­lich bezcichncte, der beiläufig bemerkte, daß er selbst zwei Geschäftsleute wegen Verkaufsverwci- gerung zur Anzeige brachte. Das Gericht erkannte auf 50 Mark Geldstrafe. Der Ladeninhaber sei verpflichtet, die Ware aus dem Schau­fenster herauszugeben. Es sei eine alte Erfah­rung daß vielfach Waren nur als Lockmittel aus­gestellt würden unb daß nur ein Stück der Ware im Geschäft vorhanden fei. Auch hier habe es sich um einen Lockvogel gehandelt, von dem sich der Angeklagte nicht habe trennen wollen. Wann der Angeklagte behauptete, er habe die Schuhe, weil sie fo weit vorn in dem tiefliegenden Schaufenster standen, nicht herauSholen können, so hätte er sich eben einen Apparat zum Dercinschasfen beschaffen müssen.

Kreis Büdingen.

X Büdingen (Oberh.). 31. März. Bei einem Zusammenstoß zwischen Wilderern und Fvrstschutzbeamteu wurde einer der Wilderer, der Laglölpier Jakob Guillaumon aus Waldensberg (Kreis Gelnhausen), durch einen Schiß so schwer verletzt, daß er an den Folgen der Verwundung im sanken Hause zu Gelnhausen verschied.

Kreis Lauterbach.

r. E n ae l r o d , 1. 2lpril. Der ehemalige Feld­webel und Regimentsschreiber im Jlrf.-Rcy. Kaiser Wilhelm Nr. 116, Heinrich Günther aus Engel- rod, wurde am lk 3 d. Js als Kreisausschuß- assiftent beim Kreisausscimß Siegen cm gestellt.

la. Pfordt, 31. März. Vor etwa 12 Jahren wurde in unserer Gegend auch in der Nähe unseres Dorfes nach Kali gebohrt. In einer Tiefe von Thva 600 Meter stieß man denn auch aus Kali (und zwar, wie man hier genau weiß, in recht er­heblicher Menge. Aus mancherlei Gründen ist es nun damals zur Ausbeutung der Kalisalze nicht ge­kommen. Jetzt ich man von hieraus an zuständiger Stelle wieder vorstellig geworden, um eine Wieder­aufnahme der Bohrungen zu erwirken. Nach dem Verlust der bedeutenden Kalibergwerke im Elsaß, ist jedes neu erstehende Kalib-rgwerk im alten Deutschland von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Kreis Wetzlar.

* Hochelheim, 31. März. Heute wurde die Jagd der Gemeinde Hochelheim, Größe 699 Hektar, auf die Dauer von 9 Jahren verpachtet. Pächter wurde Georg Wolf aus Offenbach a. M. mit dem Höchstgebot von 6030 Mk. Der bisherige Pachtpveis betrug 1020 Mk.

Hessen-Nassau.

mc. Frankfurt a. M., 1. April. Der Magiswat hat beschlossen, dieVerstadtlichung der Apotheken bei der Regierung zu bean­tragen.

Turnen, Spiel und Sport.

Gießen, 1. April. Als Ortsgruppe des Deutschen Neichvausschu fcs für Meib ^Übungen hat sich die GteßenerTurn-, Spiel- und Sportvereinigung^' angemeldet. Trotz brr kurzen Zeit ihres Bei'ieh'ns ist cs gelungen, die Vereine der in Frage Dommenben Verbände rest­los zu erraffen. Ern engerer Zusammenschluß be­steht schon in den vor der Gründung Der Stadt- gruppe gebild len Unterixreinigungen der Turn­vereine ciners-iits und ber RasensPortvereine an­dererseits. Wo solche nod) mcht bestchen, axe bei den zu verschiedenen Verbänden gehörenden Rnder- Dercinen-ift in ber Person -nncs gmemfamen technischen Leiters ent* gegen'eittge Annäherung gegeben Mit den Arbeitm-Turn- und Sport­vereinen ist ein Boden für ein Zusammen wirken in technischen Fragen gefunden. Diese hatten zur ersten Sitzung des geschä,tsfÜl)rend-n Ausuhusß-s einen Vertreter gstchickt, mit dem ein gedj.\>,- fenes Vorgehen zur Sck>assung von Turn- unb Spielplätz-.m, Bap anstallen, Lust- und Sonnen­bädern usw. in Aussicht genommen wurde. Erne weitere wechselsntige Fühlungnahme- soll erfolgen durch Entler.dung von Bert re dem zu Sitzungen unb sportlichen Veranstaltungen. Auch ber Vertr-ttr ber Stabt versprach, zu einem einhntlichcm Vor­gehen in den besprochenen Fragen beantragen. Tie hessische Landcs-llniversitat (5k die durch den akademischen Aus chuß für Leibesübun­gen der Vereinigimg angeschlossm ist, hat ihre großzügigen (£imid:t:mgen zugunsten aller Volks- Ichich^en zur Verfügung gestellt. Tie schon un Wintersemester erfolgen Lorie ungcn von b Do­zenten aus den oerschiedmen Gebieten der Lerbrs- irtnnigen sollen ferner bin unentgsttlich nach Art einer BoikstochsdMrle stattstiBen und bis zu vier- semestrigen Sturen erweitert weibm. Zur be on-

Auö dem AmisverkündittungHblatt

t6oerfünbigung6bl3tt

Bei

gHof e i c~ ärillich

irrovan ille bevorzugt.

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Kopfschmerz

** Tas A Nr 44 v.'m 1. Radwbrr<rlehr b

Dtil en Hal:: Verorbnung, den r. Bekanntmachung über die Abgabe starkwirkimder Arzneimittel usw E« Hebung der SCuruut und der Badegelber z.i Nauhrint. Brennh>lzvrrsorgu>cg BaustvN^ bennrtfdjaftung. T ienstnachrich en

hier uni emo m men. Tas Beztr^vorrurnen des 5. Bezirks wird in Nioder-Mörlcn abgvhalten.

4- Bad-Nauheim, 30. Mar^ Im Tum- Dcrcit 1860 sprach vor ixdttgeiülltem extale Iwucs LcpSk: überSe.bsterleb.es in franzö.i d)?r Ge- angenschaf^. Mil der Forderung,Ute Gegm- liste muß heraus!" schloß ber Redner inne Aus­führungen. Dec Reiw-rtrag des Abmds ist für eine Qk'badjtmätafel zu Ehren d.n gefallenen Turner bestimmt.

O Holzheim, 30 März. Tic geübteren I Turner des 5. Bezirks des Tumgaues Hessen »er* anfhilteten hier am Sonn vag unter Leitung des Bezirkstumivarts Hartmann iBad-sliauheim ein Schau- unb Werbe turnen, dem eine große Zu- d>auerntenge bcinwyiite. Es wurden Stiruibungen am Reck, Barren und Pferd gezeigt. Die Gesangs­abteilung des hicstgen Turnvereins trug emige* Ehöce vor. Ter Butzbacher Turnverein hatte bet starker Beteiligung aud> einen Turngang nackt

Stenographie.

** Stenographie. Die Stenographen- GefellfchastGabelsberger" unb Damenabteilung e. B. eröffnet am 13. April in ihrem Unter­richtslokale, Alte Aliceschulc, Kirchstr. 20, wieder einen Ansänaerlehrgang in der beroäbrü-n Gabel»- bergerschen Zknrzschrift, worauf an dieser Stelle hingewtefen fei. (©. Anzeige in heutiger Nummer.)

Gießener Strafkammer.

Gießen, 30. März.

Wie gewöhnlich standen auch heute nur Dieb­stähle tut Aburteilung. Zu recht begehrten Objekten sind die Stallhasen geworden. In 3 Fällen waren solck>e mittels Entsteigen unb Erbrechens der Ställe gestohlen worden. Andreas Sch. von Flörsheim hatte im August 1919 solche von Unbekannten", die sie, wie er ivußbe, hier gestohlen hatten, er­worben und weiter verkauft. Er erhielt dafür sechs Monate Gefängnis.-

Marie K. unb Luise B. von Butzbach stiegen in Butzbach in eine frembe Ho freite ein und stahlen 2 Hasen. Strafe: je 4 Monate Gefängnis.

Der mehrfach bestrafte, schlecht beleumundete Max V. von Breslau stahl zusammen mit anderen, die bereits abgeurteilt sind, in der Frankfurter Straße hier einen Hasen und überredete feine Ge­nossen zu einem großen Hühnerdiebstahl bei einem Waffenmeister, auf den er schlecht zu sprechen war. Er erhielt dafür 1 Jahr Gefängnis.

Josef St. von Eschweiler, der in einem hie­sigen Lazarett lag und wußte, daß im Keller er­hebliche Vorräte an Lebensrnitteln vorhanden waren, verabredete mit Martin Sch. von Weisen­stein und 'Friedrich K. von Seulburg nach seiner Entlassung dort einzubrechen. Die Sache gelang, etwa 200 Eier, 4 Speckseiten, Butter und andere schöne Sachen fielen ihnen in die Hände. Ihren Raub brachten sie zu dem Gastwirt Friedrich Sch., wo etwa 150 Eier gebacken und sofort mit Mit­gliedern einer dort wohnenden Damenkapelle ver­zehrt würben. Den nötigen Wein hatten sie eben­falls gestohlen. Am nächsten Tage wurden sie, als fic einen Teil des Specks verkaufen wollten, fest- igenommen, unb geflanben alles ein. Da sie alle bereits bestraft waren, erhielt jeder von ihnen zwei Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust: Sch., der eine recht zweifelhafte Rolle gespielt hatte, er­hielt wegen Hehlerei 1 Jahr Gefängnis.

August B. von Dor beim stattete in einer Nacht der Wurstkammer der Witwe St. in Dorheim einen Besuch ab. Beim Abschneiben der Würste entstand Lärm, er entfloh, wurde aber von dem Sohn der Frau St. ertannt unb sofort mit seinem Namen angerufen. Trotzdem leugnete er, und suchte sogar den jungen St. selbst als Täter zu verdächtigen. An seiner Schuld bestand aber lein Zweifel unb er wurde iu 5 Monaten Gefängnis verurteilt.

Im August unb September 1919 wurde ein Siges War/nhaus in raffinierter Weise.be­ten. Ein "ingestcllter des Hauses, ber unge­ratene Sohn einer sehr achtbaren Familie, ber so­gar bei dem Ches bes Hauses selbst wohnte, ließ falsche Schlüssel an fertigen unb stattete nun nächt­licherweile mit dem Arbeitslosen Peter R. von (Eitorf dem Warenhaus verschiedene Besuche ab. Dabei nahmen sie alle möglichen Waren von sehr erheblichem Wert mit, bie R. verkaufte. Bei einer Haussuchung bei der Braut des R. unb bei ihm selbst fand sich bann ein ganzes Warenlager vor. R. ist geständig unb will von M., dem Ange­stellten des Warenhauses, verführt worden fein, ob­wohl es viel wahrscheinlicher ist, daß M., ber ein willens schwacher unb nach Ansicht zweier Psychiater unzuredmungssähcaer Mensch ist, von ihm ange» stiftet worden ist 9t wurde zu 2 Jahren Gefäng­nis verurteilt, seine Braut, die die Sachen z. T. in ihrem Geschäft als Schneiderin verbraucht, z. T. für bessere Zeiten aufgehoben hatte, erhielt wegen Hehleret 3 Monate Gefängnis. M. war auf Grund der ärztlichen Gutachten bereits außer Verfolgung gesetzt worden.

Heinrich H. aus Dietzenbach war in Griedel eingebrachen unb hatte eine Schreibmaschine

R a d f a hrve rke hr Ti? Bestimmung übefl die Anbringung von 9iunrmerp(aiicn an die Fahr­räder ist auf gehoben Die Besitzer von Falirr-lder« babat die bisher ausgogeneuen 'Jtummnp alten al44 bald bet der Bürger nut sierei ihres Wol^u'rts ober auf Bimmer 9 im üreisanu abjuh'fern. I» die Radfachrkarte ist künftig die Mnsvnallx-schrei^ düng des Inhabers einzuttagen. Die ^lniräge auf Benutzung eines Fahrrad.ü sutd daher vom besitzet persönlich bei bem Pürgermoistn des Wohn­orts vorzubringen, der die Personalbeschreibung aufnehmen wird In Gießen sind bie Anträge bet dem Bolizeiamt ober beim ftrei amt vorzw- bringen. Ter Radfahrer muß bet Mctbung von Strafen die Radfalwkarte sh-ts bei ftd) führen unb auf Verlangen den zuständigen Beamten vorzetgen^ Ter Stempelbetrag kann noch bis Ende Aprit ohne Kosten entridttet werden.

Tie Kurverwaltung Bad-Nau-< beim bat die Wahrnehmung gemadrt, daß in den benachbarten Städten unb Orten Fremde Wolmung nehmen, von ba auS die Kurmittel in Bad-9^au- hcim gebrauchen, die Konzerte unb das .Wurbtwfl besuchen und die Zckhttntg der Kurtage auf dicfo Weife zu umgeben suchen. Daher ist angvurbndl worden, daß b»? Abgabe von Baoern in den Babe- tzäufern zu Bad-Nanheirn an die Ortsanf'ft'iigerr von Bad Nauh.im unb der benachbarten Stäbttr und Orte künftig nur dann noch erfolgen soll, wenn von ihnen Ausweiskarten dem Aus-« ttchtspersonal in ben Bad^Häusern vor gezeigt lver- txni. Diese Audcoeiskarten sollen durch bie ' 3ürgrr«i mci)"fereten auf Ansuchen ber Orieaniäifigen aus-, geftcIU werden Tie Abaabe ber Vlusivecskortent darf also nicht an solche Personen erfolgen, ivelche zufällig nur au Besuch, anwesend sind. Nur süv die Ortsansässigen, die minbestens drei Nüonate in dem betreffenden Orte wohnen unb auch Steuer lezahlt Haden, dürfen betartige Karten ausgestellt tvetben, diese Ausstellclng hat jedoch zu unterbleib ben, insofern diese Ortsansässigen in Bad-Nau- 'beim Wohnung genommen haben unb nicht i.ach genommenem Bade an demselben Tage in ihren Wohnort iurütffcbreit.

Brenn ho lzversvrgung. Um Schwiv^ rigteiten bei Verteilung des ben Gemeinten zu- gewiei'cnen Nichlberbbremcholzes zu begegnen, ist das (folgcnbe befiimmt wvr'.en: In Fällen, in mrldien eine unmittelbare Verteilung des Nick>t^ derbbrennHolzes tKnüppelveisig, Reisig und Stöcke) an bie Verbraucher besonders schwierig fein mürbe, wird bcu Genuinden auSna"hmsweise gestattet, daS ihnen durch die Oberförsterei aus fremdem oder eigenem Walde zugewiesene NichtderbbvenNholz un­ten bestimmten Bedingungen zu versteigern.

DienstnachrichtenbesKreisamteSi Tas Mrnistierium des Innern hat dem landwirt- schaftlic^m Bezircksvemn Mannheim unb benr Babrschcn Remtterein die Erlaubnis erteilt, 10 000 Lose einer am 5. Mai ds. Js gelegentlich des Mennheimer Mai morales zu viranstul tendcn Geld- lvttcric innerhalb bes FreistaateS Hessen M ver­treiben.

Spielplau der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 4. April, n. 3'/,r Das Treimäberlhaus. Abdö. 7 Uhr: Mona Lisa. Montag, 5.: Parsifal. Dienstag, 6.: Don Juan. Mittwoch, 7.: Die Rose von Stambul. Donners­tag, 8.: Cavalleria rufticana. Hierauf: Der Ba­jazzo. Freitag, 9.: Geschlossen. Samstag, 10.: Älteste. Sonntag, 11.: Porsisal. Montag, 12.x Tanzabenb Gertrud Leistikow unb Ilse Sievert. Dienstag, 13.: Die verkaufte Braut. Mittwoch, 14.: Aida. Schauspielhaus. Srnntag, 4. April, nachrn. 3 Uhr: Alt-Heidelberg. Abeiids 7 Uhr: Maß für Maß. Montag, 5 : Nachm« 3 Uhr : Liliom. Abends 7 Uhr: König Nicolo. Dienstag, 6.: Herr Vielgeschrey Vorher: Ti- Versuchung des Diogeites. Mittwoch, 7.: Der Tob des Empebokles. Donnerstag, 8.: Die Sen­dung Semaels. Freitag, 9.: Pvgmalion. Sams­tag. 10.: Herr Vielgeschcey. Vorher: Die Ver­suchung des Diogenes. Sonntag, 11.: No.chm. 3 Uhr, Volksvorst.: Robert Guiscard. Hieraufr Der zerocuchenc Krug. Abends 7 Uhr: Pygmalion^ Montag, 12.: Der Tod des Empedok.es. Dienstag, 13 : König Nicolo. Mittwoch, 14.: Nathan btr Weise.

deren Aufgabe macht sie sich die Ausbildung von I auch ein sehr beliebtes Objekt gestohlen. Mtk Sportlehrern und ^dnilärtten. Ein Jnsntta für! Rüasickt aus teilte erheblichen Borstrafen erhielt Körperkultur ist im Entsl-.)en begriffen. | er 1 Jahr Gcfäirgnis.

Die Gräkin.

Roman von G. W. A p p l e t o n.

(Nackst»ruck verboten.) Fortsetzung 14.

Hat der Herr lange an) mich gewartet? trug der Arzt.

Etwa eine halbe ©tuntk?. Ich sagte ihm, es nutze md)t3, auf Sre zu nxrrten, hx?il eie Sprech­stunde tzätcen. Aber er meinte:Ich mödjt' doch warten, ob er nicht hommt. Ich 'tobe ßerroe be- lonbcre Eile. Wemi ^ie mir gestattm, irgend«» Platz zu nehmen . . ."

So? Und dann?

Tonn wies ich tim natürlich ms Studier­zimmer.

Und du hast chn dort eine halbe Stunde allein gelassen?

Jawohl, Herr Doktor. Als er kam, war ich gerade in ber Küche beim Messerputzen; daher ging ich wieder an meine Arbeit.

Wo war Frau Jones während dieier Zett? In der Küche draußen mit mir, Herr Doktor. Somit war dceser Herr eine ganze halb: Stimoe allein in der Wohnung?

Jawohl, Herr Doktor. Dann kommt er 'raus auf den Vorplatz unb läutet und sagt:Teilen Sic Herrn Dotwr Perigord mit, daß ich nidrt länger ivanen tomitc unb später wieder vor,pv!chen loetife.'*

In meinem in ersten Derzeit vttwünschte td) ben Burschen cn>n Stobt bis zu Fuß. Aber, ä quot bon? Der Fehler war nicht wvdcr gutzumachen. Tieier Mann tonnte, meine Geirwhnh tten und hatte sich dcese KentSnts zunutze gemadx, um meine Zimmer in aller Bkhag.ich5ect zu durchs stöbern Gott fei dank war niästs darin für ihn zu finixm, unb ick) wir felsenfest überzeugt davon, daß er nicht zurückkehren würde. Trotzdem war dcc Geschickue sehr beunmbigeub.

Daher entließ ich ben Diener barsch, betrat bas Eßzimmer und klingelte nach m<vnem Essen.

Auch die zweite Ntohlzeit an d«;em Dag; war rasch erledigt. Ich war iu aufgeregt, um viel essen zu können, mtb binnen ftrrzem war tdijvieb;r aus dem Weg zum Pontcsex Square. Am ixn brä Hauses Nummer 19 begegnete ich Mim ms.

Ter ehrenwerte Maurer wir, um -4 scixmend zu sagen, ein wenig angeheitert. Aus fnner m- neren Rockh schc schaute ber Hais ein'r Ftoiche verräterisch heraus.

Wie steht s, Herr Doktor? fragte er. Summen Sie mit fjinein. Ich muß Ihnen tyas erzahtzm.

Ich murmelte nur einSo?" unb folgte tönt ins Haus. Als it de Haustür zugem rcht \ iA<, fügte ick) 'tnnju: So jetzt, -vos gibt's, Herr Wimms?

Ein Zwispämier is es geweei in dm <ne Gräfin fortgeführt wurde, Herr Tottor, sagte

Stimmt, Herr Mimms e.wchert»' im. <xch weiß das alles schon. Aber wie groß ilt dis

Schlüsselloch m Ihrer Tür da? Erklären Sie mir, wie sie in diesen Zwc-ispä>rner g'langt ist. Sie ha­ben mir doch gesagt, daß Sie die Tür bi Ixute morgen oben unb unten verriegelt Vorlandm?

Gewiß, Herr Doktor. Ganz richttg, Herr Dok- tor. Was Sie sagen wollen, is: wie tonn eine Tarne durch ein Lchtüsselloch hinaus? Ich verliehe schon, .Herr Doktor Ja, wie hat sie das hertig» gebracht? Hexerei sage ich, unb das sagen auch Sie natüttich. Aber ich habe rRM5 von einmn Zweispänner gehört.

Und ich aud), sagte ich. Erinnern Sie sich an den Wachtposten, mit dem ich letzte Nacht ge­sprochen habe'?

Natürlid). Sie haben ihm ein Srlberstück in die Hano gdnrütft. Potz Dutuck! Ich denk' schon dran, Herr Tokvor?

Gut also. Er hat heut bet mir Vorgesprächen und mir mitgeteilt, daß ein Wagen et aus nach drei Uhr hier norgefahren urü> wieder Cxrtxm pn. Weiß; der Himmel, ane es za ging, aber sichtlich saß die Gräfin in diesem Wogen.

Ganz richttg, Herr Doktor. Es war die Gräfin, aber doch ine ligstens ein Frauenzimmer. Ein Freimd von mir, ber bet der Ei endohn angest'llt 15 und um 1;^ Her zur Arbeit muß UNS ganz eben am Sgare im letzen Haus wohnt nun, der kommt l}iite morgen heraus und sieht, nx* zwei Männer ein Frauenzimmer in den Wagm

tragen und plötzlich auf und davon fahren, wie sie ihn erblicken. Er glaubt, es sei vor 19 gewes-m. Aber, wie Sie sagen, Herr To hur, Sie könnt m noch nid) 'mal Ihren Keinen Finger durch drS Schlüfsellock zwängen toimel weniger *ine Gräfin, und drum sag^ ich's noch einmal: Hexer«, sag' ich.

In dielem Augenblick wurde von oben em* Stimme laut, tne ich sofort als der Frau Mimms gehörend erkannte.

Sind Sie5, Herr Tottor Perigard?

Jawohl, erwiderte ich.

Und du, Wilhelm?

Natürlich bin ich's, Mathilde.

Gut, dann vommen Sie herauf. Ich bm schon fürchterlich aufgeregt, ich kann's beinahe nid) mehr aushalten. Hast du einen Tropfen mttgebracht. Wilhelm?

Keine Angst, versetzte er lichcvoll.

Zusammen stiegen wir die Treppe hinan und betraten bc» kleine Wohnzimmer ber Gräftn. Dort fanden wir Frau Mimms unb Anna vor, die augenscheinlich sehr inge'irengt damit be diäftigt oeweien waren, das Eigentum ber verschwundenen Gräfin in Hinsicht auf die von mit angeregte In­ventaraufnahme zu ordnen.

(Fortietzung folgt)