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Vereine und Veranstaltungen.

-m. Hungen, 1. Nov. Gestern ob mb veran­staltete her GesangvereinLieder kranz" im Saale desDanustädter Hofes" eine Aüenduuter- hal:ung, bL* von te/i Mit Liedern und ihrerr An­gehörigen zahlreich besucht war. Das aus zwei Th. a erstücken, Couplets und Gesangsvarträgen be- stebeiwe Programm wickllte sich f'.ott ab. Die Dar­steller führen i';r- Rollen mit Geschick durch, und die emz-.'lnen Ausführungen sanden reichen Beifall, namentlich bas kute vieraktige SchauspielMa­thilde, ein Putschs Frau?nl;erz". Zum erstenmal trat hierbei die n'Ugegründete Musikkapelle in Aktion, die sich große Anerkennung erwarb.

Vermischte».

* Der Un terschied zwischen Süd­deutsch und Norddeutsch. In dem vor kurzem erschienenen schöllen ErinnerungSbuchEine deutsche Engend" von Geert Seelig werden ein; Anzahl köstlickter Geschich'en Klaus Groths mite geteilt, von be ten hier eine wiedergeg'bcn sei, die sich mit dem Unterschied im süd- und norddeutschen Wesen beschäftigt. Groth, der typische Norddeutsche, traf in Bonn mit einer Reihe von süddeutschen Persönticken en zusammen, banmter auch mit Ber­thold Auerbach. Auerbach erzällte nun einmal, wie er in seinem Heimatsdorf einen Jungen weinend angetrosfcn liabe, der auf Befrmien klagte, der Meister habe ihn gesch'agen.Nun, was ist denn dein Meister?"Grobschmied!" Aber der Meister hat dich doch nicht mit dem Dammer oder der Zange geschlagen?"Nein, nur mit dem Schnupftüchel!"Ist das denn so arg?" Ja! Ter Meister schnäuzt sich mit der Hand!" Als das Gelächter sich gelegt hat, sagte Groth: So fein find die Deute bei uns in Holstein und Hamburg nicht. Ich gehe einmal bei einem greu- lidyn Rcgenwetter durch St. Pauli; an einer Sahltreppe steht heulend ein Bengel mit einem mächtigen Butterbrot in der Hand: Die Tränen, der Regen, de Butter, alles läuft ihm mit dem Dreck vermischt übers Gesicht. Ich frage ihn: Jung! Dat blökst du hier so?"Ick kann im in Botterbrot rtich upkrcegen!"Denn steek dat doch in de Tasch!"De hev ick ganz vull Lehm!"

* Wie hell i st die Sonne? Die Ameri­kaner hoben ein neues Bogenlicht cingesührt, dem sie den stolzen NamenSonnenlicht-Äogen (Sun- light Arc) gegeben bartn. Ties Licltck aber, das eine Stä k? von 100 030 Kerzen besitzt, ist doch nur eine sehr schwack-e Nachahmung des Sonnen­lichtes. Man hat die'Helligkerrder Sonne nach ihrer Kerzenstärke berechnet und ist dabei mit bk unbeg reifliche Zahl von 1 575 000 COO 000 OCO 000 000 000 000 Mrzen ge­kommen. Tarach würden über 15 Trillionen Son nenlick/t-Bol)en" notwendig sein, um mit dem Glanz der S'onne zu rivalisieren. Als das stärkste fuitftlicfe Licht, bas es gegenwärtig in der Welt gibt, wird das des Leuchtturms von Helavland ge­nannt, das eine Stärke von 40 030000 Kerzen haben soll. Solche Zahlen überlie'ern aber keine bestimmte Ansckxruuna Schon eher kann man sich eine Verstellung machen, wenn inan die Schätzun­gen der (Mehrten über die Wärmekvast der Sonne Höri. Ter Naturiorfckter Young l,nt gesagt, datz. wenn die (Snnr? in einer Eisschale von 64 Futz Tiefe ringeschl seu wäre, ihre Hitze diese Schale in einer Mr tute sckimelzen würde. Er hat auch berechnet, datz, wenn man eint Eisbrücke von der Erve zur Snrne Herstellen tonnte, die 4 Quadrat- Tüomcter im Turchmi-ser und 150 Kilometer in der Länge messe, die Gesamtheit der darauf kon-

zentrierleii Sonnenftrcchlen das Eis tn einer Sv- kuiide schmolzen mürbe; ht weiteren 7 Sekmiden würde bk Eismasse zu Dampf verflüchtigt fein.

tianOcL

Frankfurt a. <Dt, 1. Nov.

Devisenmarkt.

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6,80

6,80

568,50

1193, 0 1196,20 1216,25 1218,75

1043,96 1046,05 1001,40 1063,60

164,80

289,70

263,70

76,42

487,50

21,22

22,97

86,15

15,48

Zürich - - - Amsterdam. Kopenhagen

23.97

8 >,15

14,98

30.10.

8,25

4.30

9,75

2297,70 23 12,30 2347,68 2352,35

514,45 515,55 514,45 515,55

1021,45 1023/5 1043,95 1046,05

21,28 24,03

85,35 15,52

1.11.

8,22

4,20

9,75

21,03

86,35

15,02

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Datum:

Amsterdam, thonerö Brüssel-Antwerpen . Christiania......

Kopenhagen Stockholm Helkingfor« Italien London New-Bork Paris.........

Schweiz Spanien Wien (altes) Deutsch-Oesterr. . . . Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . .

20,75

1.29

Marknotierungen.

Datum:

1033,95 1036,05 1053,90 1056 10 1473,50 1476,50 1500,95 1504,05 166,20

Märkte.

Frankfurter Di.hmarkt.

fd. Frankfurt a. M., 1. Nov. Auf dem heutigen Bichmorkt herrschte ein ause^ovhnlich starker Antrieb, namentlich aus Bayern, das allein 800 Sllick sehr schönes Gvotzoieh geschickt hatte. Bei Beginn des Marlies waren an getrieben 326 Ochsen, 89 Bullen, 768 Kühe, 138 Kälber, 378 Schafe, 749 Schweine, 61 Ferkel und 14 Riegen. Im Lause des Marktes wurden noch 10 Wagen entladen mi tetwa ICO bis 150 Stück Gvotzvieh. Die Metzger, die über sehr schlechten Geschäftsgang' klagen, hielten auch heute sehr zurück. Das wenige Vieh, das im Anfang urngeictzt wurde, wurde zu billigeren Preisen gelMidelt. Es wur­den gezahlt für Grvtzvich 6,50 bis 10 Mk., für SckMeine 14 bis 18 Mk. Zu dem guten Aussehen des Viehes trug auch we'entlich der Umstand bei, daß es nicht über Sonntag in den Waggons M- blieben war, nachdem die Vi hl>rfanrx* dl len imb Diehärzte gestern g arbeitet hatten. Die von uns im letzten Marktbericht gebrach e Be'chw:rde fiter das zu späte Ausladen ist bekanntlich vom Bürger- ausschuß ausgogrisfen 'worden. Mn nächsten Mitt­woch findet in dieser Ang'l.'gmhit eine gemein» sckaftliche Sitzung des Bürgwausschusses mit bat Händlern, Metzgern sowie den Viehtvsbcamten intb dem Betriebsrat des Vichhoses statt.

)( Ortenberg, 1. Nov. Ter Kalte Markt machte diesmal seinem Namen wieder einmal alle Ehre. Als die Trommler beute mor­gen 5 Uhr nach alter Marktsitte die Schläfer weckten, zeigte das Thermometer4 Grad K. und als der Markt an fing, blies ent kalter Novte- ost, aber die Hauptsache war, es blieb trockenes,

sauberes Wetter. Die Zahl der Pferde war fb gvotz, wie schon lange nicht mehr, etwa 500 Tiece aller Schlage, darunter sehr vie.e Folget, waren auf» getrieben, durckMriiitsich schöne Tiere, die von dm z>.rblteich, brionders aus Bayern eridjdaienen Händh-rn, aber auch von den ebetfo zahlreich er­schienenen Laudtv.r e k, lebchst ge anbclt wu den. Die Preise waren für gutes fUärte iil Kfrr hoch, ein Paar lciäste 4jährige Pferde kosteten 38OOU bis 40 000 Mk., schwwe Schläge, darunter viel osipteußische, danisclze und belgilche Tiere, 20000 bis 25 000 Mk., einjährige Fohlen 6500 bis 8000 Mark pro Stück. Im Hofe des Metzgers Beckers wurden verschiede:e etekttisck-e landwrrlfck-astlick)e Maschinen vor geführt, von denen elektrisch betrie- bnte G.'treidenrüilcn mit einer Ma!i,llristtmg von 1 Zentner pro Stunde -um Preise von 23000 Mark ohne Motor gnvlies Interesse und viele Bestellungen faitfcen. Auch im Saale von Metzger Wiesner wurde eine Haitdsäemaschine m-rgeführt. Mr das llib.ichc Wohl der Marktoesuckter war tn loder Wrise in den Wirtfck>aiten und Häusern gesorgt. Steifen aller Art ftxmben in rcidyr Aus­wahl zur Verfügung. Am Tnristag und Mitt­woch ist K r a m m a r k t, an beiden Taaen tzommt vor allem das Vergnügen zu seinem Recht, zafrl- reiefre Buden sind auf geschlagen. Für hie nachstett Jahve wäre zu wünsck)eu, tag auch einmal rin m> derr.es schönes Küruslel und ein fdjöner, größerer Zirkus den Markt besuchen würden.

Büchcrtisch.

Kunst und Leben, 13. Jg. 1921. Ein Kalender mit Originalzeichnungen tntb Original­holzschnitten deutscher Künstler und mit Versen und Sprüchen deutscher Dichter und Denker. (Verlag Fritz Heyder, Berlin-Zehlendorst)

Walter Harich, D ie Pest in Tule- m o n t. Verlag Erich Reist, Berlin. Die schöpferische Phantasie des jungen Autoren ist vielfach mit Bil­dern des Grauens noch so überladen, dast sie die Bilder künstleri,ch bannen must um sich von ihnen zu befreien. Eilten solchen Versuch stellt wohl das vorliegende Buch dar, das Kriegs- und Nachkriegs­erlebnisse in dem Symbol der Peststadt umdeutet. 'In fast chroniken Hafter Sachlichkrit, die farbige Plastik der Bilder nicht ausschliestt, wird das ©cfrii* sai einer der Pest verfallenen modernen Seehandels­stadt bis zum schaurigen Untergang nachgneichnet. Auch hier must man bri aller künstlerischen Siofs- behandltmg die Notwendigkeit, derartige Themen überhaupt abzuwmtdeln tn Frage stellen. Daran än­dert auch nichts der Leitgedanke des Autors:Nur glaube ich, dast die Menschen, wenn sie Äne solche Katastrophe von Zeit $u Zeit wieder deutlich und nackt, an sich voruberztehen lassen, wie auf einem Film, dock jnteber vielleicht um ein weniges stiller, schlichter und ergebener werden, sich des Sonnen­scheins, ihrer Nahrung und ihrer Kleidung wieder mehr freuen und weniger geneigt sind, die Raub­vögel ihrer Vernunft um ihre irdischen Wohnungen kreisen zu lassen.

Lu owig Richter-Abreistkalen- der 1921. Er ist von den existierenden Kunst­kalendern vielleicht der schönste und erfreulichste, ganz gewiß aber ist er der volkstümlichste von allen. Denn welcher vaterländischer Künstler war im Stande, deutsche Art und deutsches Wesen so im Bilde zu verklären und anSzudeuten, wie es Meister Ludwig Richter vermochte. Preis 10 Mk. (Verlag von Georg Wigand in Leipzig 38.)

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

EnglarS und 8 18 des Friedensvertrages.

Paris, 1. Nov. (WTB.) DerMatin" schnribt: Was die Verhandlungen über den Ver­zicht der englischen Regierung aus den

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tri^end

Nr. 159

deraufnahme herzlicher Beziehungen zwischen bnt Kindern der katholischen Kirche geaeben hätten. <£t wünsche dem deutschen Volke und den beittfthtn Katholiken Frieden und alle Güter, die Früchte bd Friedens seien.

Die Abstimmung der belgischen Sozialisten.

Brüssel, 1. Nvv. (WTB.) Ter Parteitv? der belgischen Sozialr'sten stimmte atü 493173 aegen 76 325 gegen den Anschluß an dte 3. Internationale.

Vandcrvelde gegen den Bolschewismus.

Brüssel, 1. Nov. (WB.) Vanderveldt hielt gestern frier eine Rede gegen den Bvl« schewlsmus, in der er dre Jnk^n eiuenz (5» chins und Fvossarts, der beiden fra-:-ösisä)en So« zvolisten, d« zur Jnsormatton in Ndoskau geweilt haben, verspottete, die demütig ct-en Test des Fluches fick geholt hätten, den die Diktatoren vrr Mvsklau über die Sozialisten aller Länder, tt sonders über die 22 Mll.tonen organi'jerter Ar­beiter der Internationale von Amseriam au-«

! 18 des Friedens vertrag-es von Nv> ailles angeht, so war die englische Regierung t- tonnt über die Erregung, die m Frankreich und einem Dell der engliscl-en Presse durch diese amt- Helte Akiion der englischen Regierung hervoroerusn! nntrbe. Die englifcbe Regierung versick;ert, dast e:- nur eine Initiative des Board of Trad.', also eine reine Hmide sangelsgenheit luar, die nicht im Rci> behanitelt wurde rmd nicht derart war, die Eüchchj der Alliierten in der Ausführung des Friedens^ verttages zu schwächen. Aber, sagt derMatin^ man gebe die Hoffnung nicht auf, hier zu baoeist», dast diese These nicht haltbar ist.

Die Deifetzung des Bürgermeisters von Cork

Parts, 1. Nov. (WTB.) Nach ei er Mel­dung aus Dort fand die Beisetzun g des Bür­germeisters von Cork unter g^vster Betn« ligung der Bevölkerung, jedoch ohne :dxji Zwischm- fall statt. Griffith, der Führer ter Jrer, erfiarte am Grabe, der Tod Swineos würde dazu beitvagen, die irtfdte Republik zu Konsolidieren Jeanne d'Arc würde im tzimntel cmen nnef- lichen Gefährten finden.

Die Arbeitslosen in England.

Paris, 1. Nov. (WTB.) Nach einer- dung aus London beträgt die Zahl der Arbeits­losen nach einer amtlichen Statistik, die am ScmL- tag veröffentlicht worden ist, am 28. Oktober 402 694 g?gen 244 721 am 8. Oktober. Auherteni mutzten 328068 Arbeiter mit verrrugerter ©tu» den za hl arbeiten.

Ein Empfang deutscher Pilger vom Papst.

Rom, 31. Oft. Der Papst empfng heute wie dieAgenzia Stefani" meldet, einen ßng deutscher Pilger, die unter Führung ta deutschen Botschafters und des Erzbischofs von Siln vor ihm erschienen waren. Der Papst sagte u. e. sriner Friedensliebe werde nicht eher (Skmüge y. tan fern, als bis auf den Frieden der Waffen e« ri'ri -o Friede der Gesinnung unter den Menschen folgt. IKlIL a Der Papst ^glückwünschle barat die deutschen Pil. k herM ger, weil sie nach Rom gekommen seien als die erfhsi |l< die v1 nach einem Kriege, in dem seine Stellung ssMMnges r schwierig gewesen s ', denn seine Kinder hätten in Mistens ein

gesprochen hätten. Bandervelde hielt zum Schluß die These der nationalen Verteidigung ausrecht o!> sagte, daß die Arbeiter, roerut Belgten wie 1914 wieder angegriffen würde, sich wie ein Mann er­heben würden, um ihre Existenz zu verteidig. Er betonte sein Vertrauen in der Wredergebutt dn Internationale, die alle Kraft der rnternatiomln Arbeitersck>ast unter dem ruhmrri^chen Banner de sozialistischen Temokratte fce.eiiugc.t wrde.

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