mtb ich gfaiibe, rt>ir madjden damals sogar Bruderschaft. Später verlor ich ihn vollstLtdig aus den Augen."
„Man scheint auf Lindenhöhe eine sehr hohe Meirrung von ihm zu haben."
„(Ls ist sehr woÄ möglich, daß er fte verdient: er tvar ein schneidiger Bursche und ein ehrlicher aufrechter Stert. Ich erinnerte mich seiner immer mit einem Gefühl der Zuneigung."
Er ging an ben Tisch, um sich eine neue Zigarre zu nehmen. Als eine geraume Zeit vergangen mar, ohne daß er ettoas meite.es gesprochen hatte, frete Gerda: „Ist denn der Name dieses Doktor föcrnxrrng das einzige, was dir an Erikas Brief fxmwrf entwert scheint?^
„Natürlich ft-7ue ich mich von Herzen über oie günftige Wendung im Beftnden des Bakers, aber darüber ist doch nicht viel zu reden."
„Und das and re?"
„Was? Tast du auf Lintenhöhe rtneter in G'-chxm cu‘g:njmmen iver.er sollst? Meinen Glückwunsch dazu, wenn dir daran gelegen ist."
„Das heißt, du bist un Grunde sehr ungehalten darüber."
„Ganz und gar nicht. Ich lernte in den Tagen unseres Bci'ammenleins ellisehen, Käst es das richtigste für dich ist. Du bist mir hier ja beinahe krank geworren vor Sehu'uckst."
,^Ia, Erich Ich schäme mich nicht, es em» zug-Tstehen. Ich prüfte mich unablässig und kam zu dem Schluß, daß ich nicht zur Bühnenkünstlerin tauge."
„Ganz meine Meinung. Tann wird alles schön und gut nxrben. Ein alteS und ein wahres Wort: Es ist mehr Freude über einen reuigen Sünder als über tausend Gerechte. Tu und Achun
und ferne schöne, liebenswürdige, klug? Frau — so hieß es fa wohl in dem Brie'e? — ihr nertvt ein glücklickrs, harmionrsd>es Famittenlebe:, fü'.ren. lind dem Bater ist die Genugtuung zu gönnen, dost ihm wenigstens zwei ‘ seiner mistrate.nen «Tmter zurückgegeben worden sind."
„Das alles ist natürlich ftwttifd) gern ernt. — Es tut mir weh, Erich, dast du nichts als Spott darüber hast."
„Wer sagt dir, dast ich spotte? Ich beneide euch: dast ich fernen Sinn habe für die'e braueme Art, innere Gegensätze Miszuglrick)en, das ist sicher ein Mangel, über den ich mich bei dec Statur beklagen sollte."
„Es gibt Tine tmüberbrückoarcn Gegensätze, wenn man ^ich [geb hat."
„Di? Weish.it eines Fraurnherz-ns! — Ich versage ihr meine Achtung nidjt. Aber du mußt entschuldigen, wenn ich sie nicht zur meinigen machen kann."
„Wir beide wenigstens bleiben die a*ten, mn ich mm an einem der nidxften Tage nach 2inten» höhe zurücktahren werde?"
„Gewiß. — Mr werden uns vermutlich nicht sehr oft schreiben. Aber das haben wir ja auch bisher nicht getan. Im übrigen: wenn du mich brauchst, kannst du immer aus mich zähben."
Gerda seufzt!'. Nach einem kleinen Schweigen erst sagte sie beklommen: „Bon Len, was Erika über dich schrieb, sprichst du gar nicht. F-rudest du nicht, dast sie wirklich ein Recht hat, sich über dein Verhalten zu beklagen?"
(Fortsetzung folgt.)
Zweiter Blatt
N. 258
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Fortsetzung 25.
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Vorhänge us» :ber & Co, Hansa 2984.
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Tast Du Erich in Deinem Briese mit keinem ' 3ort erwähntest, betrübte mich: hat er denn meinen irrt mit ter yiachricht von der fdxme et Erkran- mj des Onkels nicht erhalten? Ta Du in Ber- i bist, stehst Du doch gewiß m Verbindung mit E Ich bitte Dich, ihm zu sagen, daß ich über In» Schweigen sehr traurig bin. Habe ich mich r txi seit Jahren vergeblich gefragt, was ihn mir u ?anz entfremdete. Es gab eine Zeit — unb 4 denke mit wehmütiger Freude an fic zurück —, ji wir recht gute Kameraden waren. Warum p L-ridjs Freundschaft verscherzte, weist ich nicht: es muß wohl ein arges Bergeoen genxien ;-te. da er sie mir so ganz entzogen. Wie gerne |wbe ich Dir heute, daß sein Baler auch unn ^riehen hat und ihn tmederzirfehen wmischt, aber *it Einfluß aus 'den Onkel ist in diesem Fall Tät stark genug, fernen Gvoll zu überwinden.
ist eine Ausgabe, die Dir Vorbehalten blcibcn '?35, licbite Ger"a! Demi die schönen Tage von j rit werden erst dann wiederkehren, wenn lii 1^1» Familienkreis keines sei.rer Kinder mehr iehten braucht. Wenn Erich feinem Stolz cm
Op'ec ob ringen muß, um den Bater zu Löhnen, s) erscheint ihm das Zugeständnis hoi- ^nch gering gegen den Gewinn, den er ihm ^ankvi wird. Sage ihm, sein Stüdierstübchen der schönsten Aussicht des Hames sei unan- rWt geblieben, seitdem er es verlassen. Ich ^and harte Kämpfe mit Rudi,oft, mn zu erreichen, sein Lieblmgsplatz im Garten bei der letzten
die Falkner aufLmöenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
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Aus Stadt und Land.
Gießen, den 2. Noo. 1920.
Sin Medtziuerheim au der Nniversität Gießen.
Don Pros. Dr. So m mer. Geh. Med.-Rat.
DLHroid meines R 'ktarates an der Universität (ftfjtn im ersten Kriegsjahr 1914/15 habe ich eine «rnjabt von An gelegen hri .en zu fördern gesucht, die q unter dem allgemeinen Begriff des Sozial- 'atemiscchm zusammensa sm lasten. Ein Plan, der ch schon vor dem Kriege beschäftigt hatte, nämlich Schaffung eines M ed i z i ne r hei m s tarnte [,miete bri der sehr geringen Zahl der in Gießen zu- ’ lf gebliebenen Mediziner verschoben werden, wurde H) in ten darauf folgenden Jahren weiter ver^ l>lgt. ES handelte sich dabei um die dringende - ufgflbe, für dic Mriiiz in-Studierenden einige
> Lumlichkriten zu schassen, in denen die Stuoieren- H in ben Zwischenpausen des Unterrichts sich cjiboüen und besonders in einem medizinischen <rie- und Studierzimmer sich zweckmäßig bescbäs- rnrn konnten. In der Erwartung, daß nach Be- i bigung des Krieges bei der Rückkehr der Studie- i r.brn dieses schon vor dem Kriege vorhmidene Bedürfnis von neuem und verstärkt sich geltend - cchen würde, befürwortete die meririnifdic Fakul- • i bei dem Senat der Universität, daß von der ■ vfrncr Hochschulgescllschaft ein Brimg für Gin* icktung und Betrieb eines Medizinerhrims bewilligt würde. Dies ist tatsächlich schon damals f 1kben, ohne daß vorläufig zur Ausführung ge- ‘ hätten werden konnte. Bei diesem Plan fommt v.T wesentlich die eigenartige Lage der Universi- ts-Jnstitute in Gießen in Bettacht. Ich hotte Hxin damals vor allem an ein kleines .Haus in der .'- antnirtcr Strafe? in der Nähe der .Kliniken ge» kdit, welches durch den Durchbruch einer Mauer |'rd)t mit dem klinischen Gelände hätte in Berst,idung gesetzt werden können. Die Ausführung ^öies sich jedoch mit Rücksicht auf die vorhandenen Mieter als unmöglich.
Unterdessen bestätigte sich nach Schluß des iMeged bei dem starken AnschweUen der Zahl der |Sfbtritt*Stubrerenben die gemachte Bovaussetzung rUftändig. Es kam dazu die große Schwierigkeit, I stim Teil Unmöglichkeit, einer Beheizung in den 5-vdentenwohnungen, so daß geradezu eine aka- ymifrf)C Wärmehalle besonders für die zwischen | y i Kliniken und Jnstttnten hin und her gehenden kiediziner unbedingt notwendig wurde. Auf Bitte k studierenden Mediziner stellte eine Reihe von : urektoven der medizinischen Jnstttute in den Zwi- । d>?npausen ihre Hörsäle für die vorübergehende l ?< Verbergung der Medizin-Studierenden zur Ber- rjqung. Tabei machte sich auch das Bedürfnis nad> kbsclräftigung mit geeigneter Literatur, besonders Irit für das Gramen zweckmäßigen Büchern immer k< bc bemerklich. Infolgedessen wurden die ersten pnfnngc einer Handbücherei für die Medizin- studierenden durch freinrillige Gaben einer Reihe fort medizinischen Professoren geschaffen. Bei aller iBescheidenheit liegt dabei jedenfalls ein entwick- IbngsfäHiger Krim vor. Bei dieser Sachlage war es Imbrbingt notwendig, der Schaffung eines Medi- Ifnerhrims in etwas größerem Umfange als es Ikher geoacht war, nahemutteten. Ich stellte da- Ikr, zusammen mit Dem Vorstand der Mediziner- l^art, bei den zuständigen Instanzen im Mai 11919 den Antrag, die Aufgabe eines Mediziner- | >im5 durch Errichtung eines Pavillons oder einer htirarfe nn geeigneter Stelle auf dem Gelände bei Ikn Kliniken »u lösen. In einfacher Baracken form lütte dieser Plan damals oa. 50 000 Mark gekostet. I.küt würde er wahrscheinlich das vierfache belegen. Bei dieser Sachlage ist es außerordentlich I säuerlich, daß dieser Antrag von dem Landesamt lür das Bildungswesen abgelehnt wurde. Die Ab- I anung des Antrages wird nur verständlich, wenn
•ji annimmt, daß der sozial-akademische Zweck Itestr Einrichtung bei den zuständigen Stellen nicht ? ’ritig ins Bewußtsein getreten ist.
Nach Scheitern dieses Planes wurde weiter 'riucht, eine an Der Frankfurter Straße in der 2be der Kliniken gelegene Gastwirtschaft, durch artjiehung einer Wand in einen größeren Raum, | ir diese Zwecke herzurichten. Jedoch scheiterte i txr auch dieser Plan.
Trotz dieser Mißerwlg« wurde der Plan weiter rrfolgt, und cs bot sich tum neuerdings in der Hdten Klinik an der Liebigstvaße bei der be- | Moffeiten Vermietung dieser Räume eine Gelegen- ' t, einige Zimmer mietweise für diese Zwecke zu kommen. Dabei dachte ich von bombe rein an die Im der Westseite im Untergeschoß nahe dem Hör- ml des Liebigmuseums gelegenen Räume, die zwar önhl unmittelbar an den jetzigen Kliniken liegen, leer doch noch in erreichbarer Nähe. Dementspre- öi>nb erhalten wir für diese Zwecke zwei Mume Imca. je 46 Cnahratmtr. Gröne. Zur Herrichtung |irb yum Betrieb stehen vorläufig zur Verfügung: 1' die Beittäge der Lwchschulgefellschaft in Höhe ■frn 2000 Mark für Einrichtung und 500 Mark für ■h jährlichen Betrieb, 2. nach den früheren und
Wolsshu«!!
Hauien. AbzM
Vereine j
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Dienstag, 2. November 1920
neueren Erklärungen der Mediziner schäft freinriHige Beiträge von feiten dieser, 3. eventuelle Spenden öon anderer Seite. Trotz der bisherigen ablehnenden Haltung des hessischen Landesamtes für das Bildungswesen hoffen wir sicher, daß dieses nach besserer Einsicht in den sozialakadcmischen Zweck der Einrichtung feinen Widerstand auigeben und bei ter heslüchm Volkskammer einen Bei rag ju • Einrichtung und Betrieb des Gießener Mek.-iziner- I l?eims beantragen wird. Die Kosten ter Einrich. I hing mit Möbeln usw. sollen durch Icilp nxriie Ueberlas ung von Einrich ungsgegenstmüxn vorläufig vermieden nxTten. Wir haben aui diesem Wege einen bescheideneii aber braud? baren Anfang bei der Lösung der AufMbe gemacht. Die derrichtungsarbeiten geschehen unter Leitung des Sxrrn Architekten Burg, der sich bei ben sämtlichen Arbeiten für das Ltebigmuseum außerordentlich bewährt hat. Ich bitte gleichzeitig hierdurch alle, die sich für die Entwickelung tes Planes interessieren und bereit sind, in irgend einer Weise iu der Ausführung beijuriaaen, mir freundlichst Mitteilung zu machen. Tie Eröffnung des Medizinerheimes wird in kurzer Zeit erfolgen.
Rach Abschluß dieses Aussa-es erfahre ich, daß das hessische Ministerium nunmehr einen Voranschlag für die Lterrichtung des ML^izincrh.imes und des Institutes für Körperkultur eingefordert hat.
*
** Amtliche Personalnachrichten. Am 25. Oktober d. I. wurden die Ministerialsekre- täre Peter Köhler und Wilhelm Söbler bei ter Ministerialbuchhaltung auf Nackisuchen vom 1. November 1920 an aus dem hessischen Staatsdienst entlassen. — Erledigtist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetze,ide Schu. stelle zu M e r - l a u (Kreis Alsfeld).
** Ernst Zahn-Abend. Für den nächsteei Dichter abend irnrb die eifrig täriie Literarische Gesellschaft den Dichter und Sckniftsteller Ernst Zahn aus Göscheuen in ter Schoeiz als Gast in ihrer Mitte begrüßen. Mit lebhaftem Interesse ernxirten wir den weit über die Grenzen seines sdwneu Schweizerlandes hinaus bekannten Dichter. Ja, er selbst schrieb seinem Gastgeber, der Literarischen Gesellschaft, daß cs ihm eine besondere Freute sri, nach Gießen zu kommen, das bei ihm noch von feinem früheren, erfolgreich verlaufenen Dichterabend in guter Erinnerung steht. Für die vielen, die schon das eine oder andere Werk von ihm gelesen haben oder seinen in wenigen Tagen statt- sintenten Abend besuchen wollen, wird es fidyer wissenswert sein, etwas aus dem Leben des Dichters au hören. E Zahn ist als Sohn eines Schweizer £>otelterd am 24. Januar 1867 in Zürich geboren Nachdem der Sch'enenweg über den St. Gotthard vollendet war, hatte sein Vater das am (ringang des Gotthardstunnels liegende BahnhofsgasthauS übernommen. Da dieses Unternehmen immer mehr aufblühte, wurde es notwendig, daß ter Sohn seine kaum begonnenen Studien auf gab und ten väterlichen Beruf erlernte. Nach einer gründlichen Ausbildung dieses Gewerbes in Gens. England, Italien usw. trift er dann wohl vorbtteitet in das Geschäft seines Vaters ein, das er bis zum heutigen Tag noch leitet Seine peimatgemeinte Göschenen wat It? ihn bald in den Gcmeintevat und dann zum Hollen Kriminalrichter. 1908 wird er zum Landratspräsi- tenten und ein Jahr später zum Ehrendoktor ter Genfer Universität ernannt. Trotz allen diesen Ehrungen ist er in seinem L>erzen der schlichte Erzähler seines Volkes und seiner Alpenwelt geblieben. — Mögen alle Besucher des Abends, und dies sollen als rin Willtammenssruß für ten freundlichen Schweitzer Dichter recht viele sein, für die genußreichen Stunden ernftimmen in die Worte einer einfachen Frau aus dem Schweizer Volke, die ans Dankbartait und als Soulbigimg tem Dichter schlicht, terzlich und kurz fdjricb: „Lieber Ernst Zahn, Du hast mir Freute gemacht?" (S. Anzeige.)
** Leipziger Solo-Quartett für Kl rchen ge san g. Auf das übermorgen in der Johamieskird.e statt findende Konzert des Solo- Quartetts (Poo'essor Bruiw Röthig) fei nochmals hin gewiesen. Ta der Andvang zu den früt.ec hier gegebenen Konzerten sehr groß war, so empftehlt es sich, frühzeitig sich einen Platz zu sichern. (Näheres siehe Anzeige.)
Landkreis Gießen.
Q Grünberg, 31. Okt. Um ter auch hier herrschenden Wohnungsnot zu üe?iern, hat der Gemeintevat beschiosfen, ein altes, städtisches Gebäude, das sogenannte „B r a u h a u s" für Wol)- mmgen Herrichten zu lassen. Das Gebaute, an ter Burg gelegen, ist ein noch gut erhaltener Holzbau. Zur Zeit beherbergt es die Feuerlösd'^eräte, außerdem hat ein Teil ter Anwolmer fner §>olz und Kohlen, sowie in ten oberen Räumen $xu und Strub unter gebracht. Nach einem Entwurf des Bausekvetärs Srim ist nun geplant, das Haus zunächst unterkellern zu lassen, sowie die drei Statte werte zu Wohnungen ansbanen zu la'fe.i. Tem Plane nach würde es sich ermöglichen lasten, zrtxn Vierzimmer-, zwri Treizimme.- und ern? Zwn
zimmcrwohnung herzustellen. Tie Arbeiten sollen noch in diesem Winter in Angrift genommen werden.
x Wieseck, 30. Okt. Die gestrig: Ge- meinderatssitzung — zum crfammal in Anwesenheit eines „Pub.i'.'umS" v- n zwei Wpfen — nahm rine vom stterisamt Vorgelege Beiordnung
Lotterie. Das Ministerium ted Innern hat dem Geflügel-, Vogel- und Kan.nckxmznd) oerrin Echzell mib Umcrvimb d c Erlaubnis erteilt, anläßlich der ob rhef ischen Verbante-Gef ügriansstel- lung eine Ve.lojuni von Geflügel sowie G flügel- zuch.'gerätcn zu veransta.tcn. ZtelMn-sterminr 6. Dezember 1920.----
an betreffend Maßnahme ngegende nW o h- nungsmangel: lie bedroht mit Gelol.rafe bis 1000 Mark jeoen. Der Den von der Gememde- hebörte erlaufenen Anordnungen zuwider ohne vorherige Zui.immung L'ohnräume vcrmie.ct, überlässt ober nicht redüyririg Lbvzeige er ixt. H ober ni seuttich unridjrigr o.er unt>.llivändis' Angaben mache: ebenso ten, der zwanMicrmict.te Räume idd.it innerhalb ter von ter Gemeindebehörde oder tem ietehrcun^amt tefämmten Frist räumt und tem ihm bez?ick?nrien Mieter überläßt. — Tie letz, hin besck-l- s enc Ertebung von Sprun^eld machte eine Kommission für die Dichau f n a h m e nö ig; lie soll aus tem Gemeinte- latsmitglied ViAckhöfer und zwei Erwerbslosen bestehen. Der ajt tourte ter Punkt: Erhebung der Gemcindcumlagen unb ein Enlwurl des .Dreicanr.s über Benutzung der Gemein dewage gen. hmigt. Darnach werien als Wiegog?bühven erb»ten von Gnoßv.eh 50 Pf., von Kleinvieh 2J Pf. für das Srick, von Frucht, Kartoffeln u. a. bis 10 Zentner 50 Pf., jeter (icciicre Zentner 5 Pf. mehr. Für ite drei m der Phil>- lophenstvaste aufgefübr en Dovvellrohnhäuser erhält die GemeinlE einen Baukostenzuschuß in Form cincs Rcick-s arlehens von 111 660 Mk., iie hat teigcgm zu übernehmen das Pflidstanteil und ten geicmtan unveMablen Ko' enaufwand. Ten Wa ld kn l t u rar bei tem wird für ten Tag bri adstsiün' iger Arbeitszeit ein Lrhn von 25 Mll gewährt. Genehmig' wer en nerid-tixme Reparatur e n an Gemeinde gedäuden. Der Dürgermrister beridii cte von ter Untersuchung von Wasserguellen durch Bergrat Dr. Srf.o!tler aus Darnrstpdt, lit ein enbgü'tgS Ergebnis für die Ausg?sallung un'erer Wasferver- wcjuuft mod) nicht gezeitigt hat. Wenig erfreulich war seine Auskunft über die Kartoffelver- sorgung der Minderbemittelten, von tenen unsere Gemeinte 1900, die meiden im g-.n- ;en Kreise, zählt. Ter einzige Erzeuger, ter sich bereit erklär e, Lkvrtvsfeln zu 20 MV. u. z. 4 Zentner zu liefern, war unfer Beigeordneter Karl Schäfer III.
Kreis Schotten.
O Gedern, 30. Okt. Ge egentlich der letzten Versammlung ter Ortsgruppe des Sxff. Bauernbundes nmrte hier eine landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz gen offen schäft mit Ibeschränkter Haftpflicht gegründet. Zum Direktor wurde gewählt Karl Franz II., zu feinem Stellvertreter Karl Franz III., zum Schriftführer und Reckmer Bernhard Bauer, zu Brisitzeim Wilhelm Diehlll. und Christimi Birx III. Den Aufsichtsrat bilden vorläufig Friedr. Müller, Deinr. Diehl XI. und Reinhardt: zu die'en sollen noch drei andere Mitglieder aus Orten der Umgegend später hinzu- gewählt werten. Die Geuossenscl>aft soll den Bezirk Gedern im Um Frei e von drei Stunden umfaßen, so daß noch eine Reihe andrer Gemeinden angcglie* tert werden kann.--
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 158 vom 1. November enthält: Ausführung des Tabakstcuergesetzes. — Nekanntmadnmg ter Defsischan Staatsfdmltenvernxiltung. — Unfallverhütung und Arbriterschutz bei Doch- und Tiefbau'en. — Maßnahman zur S cherumg ter Nrisch- Dentarguirg. — Erwerbs losenfürsorge: Erhöhung ter Lwchstsätze. — Dienstnachrichten. — Viehseuchen. — Feldberriniaamg Oberstrinbcrg. — Maßnahmen grrjen den Wobnungsmangell
Hess. Staatsschuldenverwaltung. Die am 15. November 1920 fälligen Zinsen ter in das Hessische Staatsschuldbuch eingetragenen Forderungen starten bri allen in Bettacht kommen ten hessischen Kassen und bei ten Reichstem k- anstatten rom 1. November ab gezahlt. Vom g rieten Tage ab wird die Hauptstaatskasse die durck) die Post oder durch Gutschrift auf Reid^sbank- Gii-okonto zu berichtenden Schuldbuchsinsen überweisen.
Dien stn a chrickten des Kreisamts. In Schadenbach (Kreis Alsfeld) ist die Maul- uiid Klauenseud>e amtlich festaestellt worden, ferner unler dem Viehbestände inTreisbach (Kreis Marburg) und in ten Gemeviden Klein- Al t e n st ä d t en und Hofgut Altenberg (Kleis Wetzlar). — Die Maul- und Marienseuche ist in Gießen in ten Gehöften Schiffen berge« Wog Nr. 52 und 54 sotvie Frankfurter Straße 36 erloschen. Die für diese Gehöfte angeorbneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben. — Wilhelm Geißler von Staufenberg mute als Jagdaufseher des Pächters der Staufenberger Gemeinde iagb, Herrn Ernst v. Hammachcr zu Hardthof- Gießen, verpfftchtet.
Eingesandt.
(Für Form und Intest öfter unter dieser Rubrik stelendni Artilel i ben imut ti- Reda.tion cem
Publikum gegenüber Kiner, i Xkiau.iuor.ung.)
Von dec ftüdkilchen Törranlüge.
Nackstxm in ter Sladtverordu. tensitzui'.g vom 30. Cfioter das Dürren von Oost bi ter staotischni Dörranlage angejchni.ten wurde. möd>tr ich auf einen Uctelstand aufmerkiam machen, we.cher sich mit ten an gefragten hohen Döcr tasten nichc gut vereinbaren läßt. — Wmn z. B. Obst zum Dörren angriierert wird, muß man dass lte oft in Ermangelung geeignet er Ilnterstrilungsräume (ter kleine Borraum reicht b?i weitem zur Ausnahme der aitnelicfvrteu Früchte nicht aus) eben aus tem Hof abstellen. Abgesthni davon, tetz das Obst hier jeder Witterung ausgesetzt ist, ist es auch tem Zugriff eines jeden Näschers ausgesetzt, und von den Ikterbringern sowie Abholern von Früchen rnitgebrackste Hunte haben an ten ohne Aussicht dastehenden Körten die gesuch e Stütze zur Verrichtung ihrer Not. Eine solch- Beha^idlung teS vielfach für teures Geld erwortenen Obstes sollte doch bei einer städtisch.n Anlage nickst anzutresfen: sein, denn bei solchm Prellen, wie sie für das Dorren gefordert werden, muß richtige Betend- lung ber an gelieferten Gegen stände Voraussetzung fein. A. L.
•
In allen Zeitungen wird über Kshlennot und infolge dessen über Betriebscffisck)rankw gen bzw. Stillegungen von P.-obriTen ge tagt, lau eüv von Arb.itarn n^ rten hierourch brotlos und fe cn hungernd und frierend tem Winter eitygen. Ter Rui: spart Kohlen und Licht, kann teÄ;ach nickst genug ertönen.
In Würdigung unserer t-miri^en Lage haben viele Städte, darunter auch Gieren, sck^m seit einigen Jahren Gas- und Lickst Deere ri g-führt. Bei ter Straßenbeleuchtung we dm mir die Laternen an den Hauptk:-o tuvunfte i angejüntet, wenn sie nicht, wie zur Zeit ten Bollmono, auch hier ganz ausfallen. Was nübt nun ater die sparsamsta K-»hlei.bewi tsck)a'tm^g der Städte, wenn auf tem Lande die Nat unserer Zeit immer noch nicht erkannt wird. Greifen wir ans tem strauz unserer Nachbar gemeinden die näch' li ge bv Kl ein- Linteu mal heraus. H ec str r! le.i, gleick-vie. ob Tunkelheit ober 1>e fiter Mondschrin terr ckst, sämtliche Straßenlampen pünktlich von 6 bis 11 Uhr in hellstem Licht. Tabei ist der Ort i t ter glücklichen Lage, auch an wenigen seien Atenden von ten ganz in ter Nähe teil tte'td-en großen Bogcn- lamtem ter Eismbalm unentgeltlich Lickst geftautet zu tekommen, so daß schon aus bietem Grunde jeterjrit eine ganze Anzahl Lamv- n auSsallen könnte. Aehnlich liegen die Verhältnisje auch bei Den anderen Nachbargemeiiideri. Tic je?nl:-a,tc Bc- leuckstung roiro damit tegrinitet, daß 'diefen Orten vertragspslichtig während ber angegebenen Zrit der Strom zustehe. Wie tem auch sri, jedenfal s gibts auch in ben Okmrinteoertretungcn dieser Orte einsichtige Mämver, die das Verfahren als Verschrven- Dung am Gemeingut des Voltas betrackste-.i müssen, anternfalls müßte die zuständige Behörde ein- gociftn. P. M.
Seit einiger Zeit hat die Gemeinte W i e s e ck( die lobenswerte Absicht der Fel dbc r e i n t g un g. Inzwischen haben sich die Zeiten lerid/Iectacrt. Arstits^ unb Fuhrlöhnc, Ba^nnateria reu, Wo>» imter- und Sack,versttt.id.'genH'e i sind erteblid) yfiregen unb steigen ioxi> fortwäh e.ib. Trainröhren sind kaum oder nur zu sehr baten Prei'en erhältlich. Durch die Berernigii"g wird in de er Zrit allgemeiner Knap'-Heit an Leo ns- unb Fm.ter- mitteln die Lebensmitte erz, ugung u.d tenrit die Volkswohls-ährt aur die Tauer vcn etnoa 2 Jahren doeinträdstigt, überdieZ hal.e.i die Lando-irte mit ter Düngung zurück, da sie im Ungcunilen sind,- nxtdje Parzellen f.e d kommen. — Ti? Kosten sollen zum größten Teil durch die aus der Ver- klrinerung ber jetzigen Parzellen neu gebildeten Grundstücke, die dem Deckaus ausnxrben sollen, bestritten werden. Angriiclsts ter hoten jLosten werden die Absckxiitte «und ba.nit die Verkleinerung der jetzigen Pa zellen sinnlich bedeutend i^ecben. Im Hinblick auf diele Nacksteile. fragt es sich, ob diesen entspi'e tente Vorteile gv- g.mübcrstrhen, ferner, ob es sich nicht empfehlen dürfte, dic Bereinigung bis zum '-Bieberr in tritt günstiaever und billige;ec Zeiten au z sckn ben unb dem Gv-imeter die vorläufig ettta dme.i. Kosten ju bezahlen. Ti-se Konen find ni st rerloren, da die bcrris gemachten B-rarbriten später wieder Verwendung finden können. W.
grofem Umgestaltung verschont blieb; tec Onkel, bei tem sich Nudloft besagte, tvar damals se r ungchälden übrr mich. Lider af4 ick, wenn auch mit Zittern und Zagen, meinen Trotzkvpf auf- sctztc, gab er doch nach Nun findet Erich wenigstens die Stätten, die ihm die liebsten sein müflcn, ganz so wieder, wie er sie gewiß in ter Erinnerung bewahrte. Und wenn ihn erst einmal ter süße Heimatzauber umspinnt, wird fein harter Sinn sich bald dr: Nachfiebigkrit verzrilen, mit ber er die Rückkehr in die Heimat vi llrickst erkaufen mußte. Ich trage Tir keinen Gruß an tim aur, berat ich fürdjte, daß er ihm unwillkommen fern würde: aber ich hoffe. Du dast mir, wenn Tu erst einmal hier bist, recht viel Gutes von ihm zu erzählen. Komme bald, unb sei in froljer Wteter- sehensstimmung innig umarmt von
Deiner getreuen Erika."
Gerda, die zur Abenteeit im Arbeitszimmer des Bruders saß, reichte ihm den Briest Ater er zögerte, ihn zu lesen." r r
„Bon Erika? Willst du mir nickst Ireter mtt einigen Worten mitteilen, was darin steht?"
„Nein, er ist zu lang. Tu mußt ihn selber
Nach fernem gewohnten Stirnrunzeln gib Erich einige Zeit darauf nach. Als er seiner Schwester das Blatt zurückgab, sagte er gleichmütig: „Oo- ivald Germering. Ein fe tarne: Zual: es gtöt sicherlich nicht zwei des g.eidvn Nauens. Ich hatte taine Ahnung, daß der Germering, ten_id> frime, sich in Itefenbrunn als Arzt nieder getanen habe."
„Tu bist mit ihm befreundet?"
" „Was man so in gewifiert Jahren Freundschaft nennt. Wir begegneten uns als Stubeatcn öfters.


