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m. 232 Dritter Blaü Sietzener Anzeiger (Genttal-Anzeiger für Gberheflen) Samstag, 2. Ottober 1920

Att» StaM und Land.

(Sieben, den d. Oki. 1920.

Der Himmel im Oktober.

Trübe wird-, die Wolken jagen," ioyte der Tichter. Lbib gennn ist der SBeinnwnoi berjenige, t® men am deutlicheren merkt, bafe die fdxincn Tage vorüber sind de onders, tocrai der Oktober reg.nseuM ausfälltGftbhatt, wie man den Monat der urgilbende Blä er früher u : <emt bri :<rt uns fCfon rech', kurz« Loge, denn die -Lonne aeht am ersten kur- nach 6 Uhr i'6nbe Ok.vber ftrrz vor 7 Uhr) auf, um uns bereits 5Vt Uhr (Snbe LKober 4V, Ufor) -u verlassen. Die TVesläng« verringert s«h in diesem Monat um zwei Stunden! Am 23 abend- 6 Uhr tritt die Sonne in das Zeichen deS Skorpions. Am 5. Oktober haben nn: abnehmenden Mond, am 12. Neumond, am 20. zunetnnenden Mond und am 27. Vollmond Am 27. Cf tobet tritt eine Mondfinsternis, die -weite m diesem Jahve, ein Sie ist eine totale und kann m den ersten Nachnrittagsstunden in Deutschland allerdings nur teilweise- px den Orten beobachtet wecken, die westlich der £mie £>ufum. Braun­schweig, Reaensbuvy liegen. Vvn den Planeten ist «i sagen: Merkur ist unsichtbar. Der Venus Sicht - tarfett ist -unehmend bis säst 3A Stunden. Des Aars Sichtbarkeit ist zunehmend bis fast 2 Stun­den Dc- Jupiter Sichtbarfeit -unehinrnd bis über 1 Stunden. De- Saturn Sichtbarkeit wächst von Mi Stunde bi- 31/2 Stunden

* Ratschläge an unsere Mit - erbeiter unb Leser! Was bu auch tmer Zeitung mit teilen willst, tue es rasch und schicke e- sofort ein: denn was neu ist, wenn du

ck denkst oder erfährst, wird es vielleicht nach wenigen Stunden nicht mehr sein. Sei kurz; du Warst damit die Zeit der Redakteure, der Setzer, jromeftoren und deine eigene. Dein leftenbed Sfrunbsatz sei: Tatsachen, keine Redens­arten, keine langen Betrachtungen. Sei klar: fdpeibe leserlich, besonders Namen und Ziffern. Eigennamen, besonders Ortsnamen, schreibe auf tem Rande nochmals, und -war deutlich mit latei- rischLi Schriftzügen. Schreibe nichtgestern" oder scheute", sondern Monat und Tag. setze mefor Tunkte wie Komma, aber vergiß feine von beiden. Mache keine langen Sätze. Verbessere niemals in

.Nachdruck verboten.)

Fortsetzung 2.

^ac^t2 üh dabei natürlich nicht; die -irnxjent^n pflegt man ja immer auszunehmen." inrJTx-sein, ob sich nicht aud> antr dreier Entschuldigung mtr notdürsttg Der*

^ur Schicks ...__

^mvls -u begegnen.

die Kalkner aufLinöenhöhe

Roman von Reinhold Ort mann.

_ tefrate abschickst, lieb es noch einmal auf seine Richtigkeit hin) durch; die Adresse ist »den in der Ecke oder auf seine Rückseite zu Dec* »erken.

** Kurze Borträge. Beim Beginn der »rtragssaison ist darauf aufmerksam vu machen, tefc die Vorträge nicht zu lang ausgedehnt wer- ten. Gute Vorträge sind etwa- Schönes, und Ivar jn jeder Beziehung, -u lange Vorträge iter ermüden auf alle Fälle, und die beabsichtigte Srrfimg ist verloren. Kein Mensch ist imstande, einem Vortrage länger als eine Stunde zu folgen, vnl er die Nerven stet- nur einseitig beschäftigt, xk amatorische, gesangliche. musikalische, theatra­lische regen zugleich dre Sinne mit an und zer- denen. Es gibt bekannllich Redner, die am lieb­ten sich selbst sprechen Horen und kein Ende «den können. Bei dem Redner selbst kommt das «rsönliche Interesse dazu, das regt an, der Zu *er aber hat nur Ohr und rrüchternen Ver­band zu leihen, was beides bald ermüdet. Auch »fallen sich Vereine oft in möglichst langen Dar- netungen roäfpxnb das Publikum schon längst des LanzeS Harri, um sich selbst mit betätigen zu 2nnen, aber der Anstand unb die gesells^ftliche nückficht verlangen ein wiederholtes Beifall- latschen, womit man nicht selten die Dortrbgen- « betrügt, denn man ersehnt da- Ende. Kurz nd gut ist eine Hccuptwgel bei allen Vortragen.

Kreis Schotten.

e. StornfelS, 1. Oft. Unser Dorf hatte Äeikb andern Orten des Bogelsberges während der Uriegszcit außerordentlich an Lichtmangel zu lei- >m unt) gar oft faßen seine Bewohner im Durr­en Jetzt ist die Fernleitung fürdieelektrische Lichtanlage soweit beenbtt und daß Transfor- Mtovenhäuschen am Errrgan« des Dorfes bereits «tig gestellt, so daß -u honen ist, daß der licht-

Papiers geschrieben, lassen sich rasch zerschnelden unb an venchiedene Setzer bette ilat; auf beide Seiten geschrieben, beanspruchen sie die Arbeit eins Setzers auf lange Zeit. Dadurch kommt es oft, daß ein Beitrag nicht gleich Aufnahme mehr finden kann, für den folgmben Dag zurückgeleit Verden muß oder überhaupt als verspätet nicht berücksichtigt werben kann. Und noch eins: Bevor Du daS Gefchrt' auf seine Rick

einem Namen ober einer Zahl; streiche das fehler­hafte Wort durch unb schreibe das richtige dar­über ober daneben auf den Rand. Lasse stets einen mindestens zwei Finger breiten Rcmd des Papiers f*i, damit Platz zu Aenderunaen und Zusätzen bleibt. Beschreibe nie beide Seiten des Blattes. Sunbert Zeilen, nur auf die vordere Seite des

As fie weit genug von dem Sanität? rat etifcrnt waren, sagte Frau Signe spöttisch:Eine »mische Figur, dieser fEbttor. Man kann ihn als Saridjen so wenig ernst nehmen wie als Arzt."

Sie sprach fließend unb fehlerlos Deutsch; nur eigentümliche, aber sehr reizvolle fflargfärbimg Origer Vokale beutete ans ihre fremdländische £>er* «oft. Acknm Falkner erwLette mit leiser Miß- Migung im Ton:Doktor Barenthin steht tm önfe großer Tüchtigkeit. Daß er seine ärztliche

glicht ebenso musterhaft wie gewistenstveng erfüllt, ich mehr als einmal an mir selbst erfahren." Mag fein. Für mich ist er nun einmal die i Nchttnung des lächerlichen kleinen AllerweltS- I Oktars, wie man ihn vielleicht nur noch aus

«m Lande findet. Ich würde mich ebenso gern ni irgendeinem klugen Schäfer behandeln bassen Don ihm. "

Tein schnelles Urteil über den alten Herrn «vwascht mich nicht. Wo wäre denn auch Der der dir auch ran Achtung abM zwingen ver- um nicht mehr zu sagen."

^.T^'iunge Frau seufzte:3a, es scheint mir Schicksal bestimmt, diesem idienen Manne

losen Zeit in unserem Orte red# bald ein Ende bereitet jein wird.

e. Ge dem, 1. Oft. Auf b?r hier im Berg- wirlshause abgehaltenen Hauptversamm­lung der oberhef fischen Obstbauver- e ine wurde anstelle des bisherigen Borsitzend.n, des Regierungsrats Schäfer von Schotten, dessen ^ersetzum; aus dem Koeise bevorsteht, der neuer» nannte ^chottener Kreisbirektor, Geh. Regierungs­rat y oed mann, einftünmig -um 1. Vorsitzen­den gewählt. Oekoiwmierat Spieß (Friedberg) hielt einen Borttag über die neuen Hanbelsdünge- mittel unb deren Verwendung beim Obstbau

Starkeulmrg und Rheinhessen.

rin. Darmstadt, 1 Okt. .Dir Süddeutsch: Eisendahn-Gescllfchaft hielt Jyeute zu Darmstadt unter dem Vorsitz vvn H. -L t i n n e s-Mühlheim ihre 27. Generalversammlung ab. Zum Andenken an das verstorbene Aufsichtsratsmitg ieb Tecboven- Arillendorf erfolgte die üblich: Ehrung. Ter Var- siyenoe erstattete den Geschäftsbericht. Tie Ge­winn- unb Berlustrechnung, bis mit einem Verlust von 7.432 557 Mk. abschlleßt, wurde gmehinigt und dem Vorstand und Ausfichtsrat Entlastung erteilt. An Stelle des verstorbenen Mitgliedes Terbooen wurde Wllh. Beckmann-Frillendorf neu in den AuiUchtsrat, die ausscheideirden Mitglieder wurden wiedergewählt.

Xkcbc unö Schule.

e. Ulfa, 1 Ött. Tie zinnenen lPvosrettpfeisen unserer Orgel waren ein Opfer des Krieges gewor­den. Jetzt konnten sie wieder erneuert werden unb mit ihrer Erneuerung Ivar eine kleine kirchliche Feier in unserem mehr denn 700 Jahre alten Got­teshanse verbunden. Die Glocken mutzten seinerzeit nach Prüfung durch einen MusifsaclWerställdigen unserer Kirche belassen werden.

GerichtssaaL.

Skaodalszenen beim Schwurgericht.

rmt. Darmstadt, 30. Sept. In der geftrt* gen Sl^vuraerichtsverhandlung gegen den 19 Stabtt alten Johann Hook aus Viernheim wegen Mordversuch ereigneten sich Skandalszenen, wie sie in den Darmstädter Gerichtsannalen bisher nickt zu veiseichnen mären. In der Beweisauf­nahme versuchte die Stiigiit Ehefrau B aureis, die der Angellagte Hook nach längerem Liebes­verhältnis durch zivei Schüsse verletzt hat, während er sich vier Schüsse beibrachte, durch die er ein Auge verlor und das Augenlicht des anderen zum Teil einbüßte, ihn sehr zu belasten. Sic schnitt schlecht ab, so daß die zahlreichen Zuhörer, die zum großen Teil aus der Heimat des Angeklagten stammten, wiederholl durch laute Bemerkungen für Den "Angeklagten Sympathie nahmen. Nach dem Schuldspruch der Geschworenen kam es zu lebhaftem Geschreie und Schimpfwotten gegenüber den Ge­schworenen unb ber Zeugin BaureiS, die sich zu Trohungen vett>ichteten, sv daß die B. auf Um* wegen das Gerichtsgebäude verlassen mußte. Wäh­rend der Urteilsberatung entstand im Gerichts­saal ein derartiges TobenuudSchreien, daß das Gericht feine Beratungen unterbrach, um wieder Ruhe au schaffen. Ter Staatsanwalt ber bat, die Würde deS Ottes zu wahren, wurde einfach niedergeschrien. Tie Unruhe stei­gerte sich -u direkten Drohungen gegenüber den Geschworenen nach der auf drei Jahre Zuchthaus (der gesetzlichen Mindeststrafe) lautenden Utteils- verkündung. Ta nur drei Gendarmen vorhanden waren und weiterer Schutz in der Nacht nicht mehr zu beschaffen war, gelang es nicht, die Gemüter w beruhigen. Auf der Straße setzten sich die wüsten Zusammenrottungen fort. Die öaltung der Leute war deratt, daß über die Hälfte der Geschwore­nen nicht wagte, das Gerichtsgebäude zu verlassen, sondern auf den Sasas einzelner Amtszimmer den Tagesanbruch er­mattete. Tas Verhallen der Zuhörer mag un­zweifelhaft auf den sonderbaren Spruch der Ge­schworenen am Montag zurückzuführen sein, bei dem die beiden Vatermörder Grämlich in Weiher trotz ihres Geständnisses nur wegen Mord ver­dacht Denirteilt wurden. Ein solches Verhalten faitn aber nidfe dazu beitragen, daS Interesse für den Ausbau der Laiengerichte zu heben. Wie wir noch erfahren, versuchten einzelne nächtliche Ruhestörer, den Angeklagten auf dem Wege nach dem Gerichtsgefängnis -u befreien.

Erhöhung der Geld strafen bei Gericht.

fb. Frankfurt a. M., 1. Oft. D e Justiz­verwaltung trägt sich mit ber Absicht mit Rück« sicht auf die Wertminderung des Geldes für alle Reichsgefetze die Strafrahmen für Geldstrafen zu erhöhen. Man will biefe Erhöhung nicht aus fina> ziellen, sondern allein aus kriminellen Gründen vornehmen, da niedrige Summen nicht mef)r ge» nügcnd abschreckend wirßen.

hehtter Spott Derbarg. Ihr Mann aber legt? ihm offenbar Berne Bedeutung bei. Sie waren auf ihrem langsam bergan führenden Wege zu einer Stelle gelangt, die etnen weiten AuÄ.'ick über die Um­gebung des Ortes gewährte. Achim blieb stehen und blickte lange m die anmutige Landschaft. Noch halb im Schauen verloren, sagte er: ,Hst e3 nicht schön hier, Signe? BerstE du mm, datz ich mich immer danach sehnte, dies liebliche Etdenfleckhen wiederzu sehend

Jo, es ist recht hübsch. Aber ich dente, die Gegenden, in denen wir uns aushielten, wären doch unbestreitbar schöner gewesen."

Mag sein. Aber ihrer Schönheit fehlte der Reiz der Jugenderiramrungen, die mir hter auch das Unscheinbarste teuer machen."

Ta das für mich nicht zutrifft, darfst du also auch nicht böse sein, wenn ich dem überschweng­liche- GeMl dafür nicht zu teilen tKrmag. Ich finde die bescheidene Landschaft ja ganz hübsch: aber am Ende ist es doch nur ein langweiliges Landstädtchen rote tausend andere. Ich denke es mir schvecklüh, hier leben zu müssen."

3* bin in Tresenbmnn immer sehr glücklich gewesen, Signe."

..Das gkrube ich dir. Nur verstehe ich nicht, weshalb du bann von hier fortgingfL"

Manchmal verstehe ich es fefber Brann. Wvlten wir uns nicht ein wenig setzend

Unter einer breitwipfligen Linde, die tm ersten Grün des Frühlings prangte, stand eine alte, halb­vermorschte Bank. Die junge Fvau betrachtete sie mißtrauisch, ehe sie sich zögernd entschloß, sich zu setzen.

Glaubst bu nicht, baß tetn Vater uns Der- Missen könnte, roenn wir zu Lange auÄleibeu?"

rm. Darm ftabt, 1. Oft. Das Schwurgericht verhandelte gestern geaen den 34 Jahre alten Sattler unb Schuhmacher Karl Fleckenste in aus Weibersbrunn, zutttzt in Mühlheim a_ Ruhr wegen räuberischer Erpressung. Er ist beschuldigt, am 13. Juli 1919 mit dem inzwischen abgeuäeuten I Lehr, einem jungen Menschen aus Langen, etwa 30 Pfund Schmalz auf der Lraidstlatze bei Offenthal-Langen an der sogen. Sandkaute abgenommen und das Weit: gesuch; zu Haden. Nach ber Beweisaufnahme konnte nicht fest gestellt roerben, baß F. sich an dem Vorgehen (teteüigt hat, imb wirb er nur roegen Hehlerei für schuldig erkannt, da er das vvn seinem Parttier an sich gerissen? Schmalz mit diesem geteilt hat. Er wird zu 10 Monaten Gefängnis, abzüglich zwei Monaten llnterfuchungshajt, v.nmttcilt.

fb. Frankfurt a. M., 1. Oft. Ein 72jähri- ner Viehhändler hatte von einer Kuh. die ihm zum Verkaufe übergeben war, etwas Milch für feine er» krankten Enlclkinder abgegeben und war deshalb zu 500 "Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Sein Sohn hatte die Tal auf sich genommen, um ihn die Aufregung zu ersparen. Ta der Alte inzwisck>en verstorben ist, mußte der, fälschlich des Vergehens angeklagte Sohn freigesprvchen werden.

Wanderungen.

c. Gedern, 1. Oft. Der von dem Vogels­berger Döhenclub für den 2. und 3. Oktober hier vorgesehene I ugend wander tag, ber erste dieser Art im VHC., wird am Samstag, 4-,V Uhr nachm., im Betgroirtshause eröffnet. Abends um 8 Uhr findet ein Begtüßungsabend mit Vorfüh­rungen der mannigfachten Art statt. In der Frühe des Sonntags findet ein Gang in die nächste Um­gebung statt, während um 10 Uhr di: VerhMid- lungen fortoe^t werden. Es ist die Behandlung folgenber Stoffe beabsichtigt: 1. Warum bilden wir VDC.-Jugendgruppen? 2. Die Arbeit in der BDE.-Jugendgruppe. 3. Was Hal der Gesamt­verein zur Forderung des Jugendwanderns zu tun? 4. Tas Jugendwandern vom Standpunkte des Arztes. 5. Tas Jugendwandern vom Stand- pmitte des Forstmannes. 6. Zurechtfinden im Gelände mit und ohne Karte. 7. Deutscher Sang, Musik, Volkstänze. 8. Mehttägig: Fahtten (Aus­rüstung, Jugendherberge). 9. Was soll der Wan­derer von d.n Sternen wissen? Bei ber Kürze ber zur Verfügung stehmden Zeit können wohl nicht alle Themen zur Behandlung kommen, doch wird die Tagung für alle Jungwanderer auf jeden Fall sehr interessant, so daß eine zahlreich? Beteili­gung aus allen Zweigvereinen äußerst wünschms- wert roäre. Sonntag nachmittag wird ein Volks­fest abgehaltm, an dem sämllich: hiesigen Zweig- cereine sich beteiligen.

e. Lauterbach, 1. Okt. Der hiesige Zweig- verein des Vogelsberger Löhencluos er­nannte sein langjähriges und verdienstvolles Mit­glied, Bürgermeister Alexander Stöpler zum Ehrenmitglied. Von ber im Jull 1881 erfolgten Gründung des Vereins bis zum Jahre 1919 hatte der also Geehrte das Amt eines -weiten Vorsitzen­den inne und erroarb sich besondere Verdienste um die Errichttmg des Dalnigturms. Erne tun dem hcr- mischen Künstler A. Siemsen entworfene Ehren­urkunde wurde dem Gefeierten zur bleibenden Er­innerung durch den 1. Vorsitzenden des D. H. C., Stadtrat Finger, überreicht.

turnen, Spiel und Sport.

Fußball. Auf da- morgen nachmittag 2 Uhr auf dem Sportplatz Rennba hn a. d. H. stall f ndende Wettspiel ber 1. Mannschaft ber Fuß- ball-Abteilunq der Freien Turnerschaft Frank­furt a. M.-Nordend gegen die 1. Mannschaft der Fußball-Abteilung der freien Turnerschaft Gießen sei hier nochmals büre.viel en.

X Holzheim, 1. Okt. Seit einigen Mo­naten bildeten sich auch in unserem Ti,-^verein auf An egung et ichcr D i g e er F a stball m an n- schatten. Sie wuröeu in einer r ammlung des Vereins Ausammengestellt, wobei Karl Müller als 1. und Georg SameS als 2 Spielwatt ge­wählt wurden. Am Sonntag. 26. d. Mts. spielte nun sie 2. Mannschaft unseres Vereins gegen die 1. Mannschaft des Turnvereins Münzenvecg, wo­bei fie mit einem glänzenden Sieg zurückkehtten. Bei schlechter Witterung standen sie nach erner kür­zen Spielzeit 2. Mannschaft Holzheim 47 Bälle, 1. Mannschaft Münzenberg 17 Bälle.

Wieseck, 2. Okt Sonntag, 3 Ottober, embfängt die hiefi« Fustball-Abteilang der Freien Tu'.-nerichaft 1. Marrnschaft die gleiche 1. Mann­schaft von Alsfeld zum fälligen Serienspiel. Es ist ein inteiessantes Spiel zu erwarten, da das Re­sultat in Alsfeld 2:1 für WiZeck war unb Ms- feld alles daran setzen wird, um wieder cruszu- gleichcn.

* Wieseck, 1 Ott. Ter Radfahrer- Verein 19 00, Wiefeck, hidt am 26 September

Erika ist ja bei ihm. Unb er lebte ja fb viele Jahre hindurch ohne uns."

Tas klingt nicht fahr liebevoll. Du hetnebtt unsere Reise jo eilig, daß ich meinte, bu wür­dest dich mm feinen Augenblick von deinem Vater trennen wollen."

Tas wäre kaum nach fernen eigenen Wün­schen. Es ist in unserem Hause nie Brauch gewesen, Liebe und Zärtlichkeit allzu aufdringlich zur Schau zu tragen.'

Es schrätt mir nicht leicht, sich an bie Bräuche eures Hauses zu gewöhnen. Uebrigens für Fräulein Neuhofs güt das, was bu eben sagtest, doch wohl nicht. Sie trägt ihre Liebe, ober was es nun sonst fein mag, jedenfalls recht offensichtlich zur Schau."

Soll das ein Tadel fein?"

O nein. Wie Dürfte ich mich unterstehen, am zweiten Tage meines HierUeinS über etwas absprechend zu urteilen. Ich, die unerwünschte uTnnbc, die darauf gefaßt jein mußte, non ber Schwelle gcroiefen zu werden."

Tu weißt, daß du unter meinem Schutz nicksts zu furchten brauchst. SB« auch mein Vatec über unsere Heirat gemacht hoben mag, die Ach­tung, die er der Fvau fernes S-hnes schuldig ist, würbe er gewiß nie verletzt hoben."

9hm, nach allem, was vorher geschehen war, durfte ick> iwf wohl argwöhnisch fern. BiS M unserer Hi er Herkunft mar von feiner Achtung für mich wenig genug zu merken."

Aber du hast» sicherlich feinen Anlaß, dich über die Art deines Empfanges M beklagen,"

Ich beklage mich ja auch nicht. Und 'ich roetfe öfe gütige Duldsamkeit des Fräulein Nenhoff sehr wohl zu schätzen."

auf der Wellersburg sein diesjähriges Äbjahrcu ab. Es wurden gefahren: 1. Meisterschaft 1 Klm. Sieger: August Tavper, Abfabtt Ä.16 nachm.. Auf. 3.18. 2. Wandecfchaftsfahten, 23 Klm. 1. Pr Aua Topper mit 52 Min, 2. Hch. Tech 53 Min., 3. Ludro. Tech 54 Min, 4. Otto Weller 55 Min.

2 Sek., 5. Gg. Wißner 55 Min. 5 Sek., 6. Wilb Tech 55 Min. 30 Sek., 7. Ludro. Hofmann 57 Minuten. 8. Hch. Will 1 Std. 4 Min, 9. Otto Lotz 1 Std. 5 Min., 10. Ernst Müller 1 Std. 15 Dirn. Trotz der ungünstigen Witterung konnten von den Fahrern die vorstehenden Erfolge er­zielt werden.

vermischtes-

* Die Unendl ichkeit ber Sternen- u m e. Bis vor wenigen Jahren war hie Mcl,i - zahl^ber Astronomen geneigt, anzuneljmen, bub die Sternenwelt auf einen begrenzten Raum Ix- schränft fei, welcher einigermaßen dem von ber Milchstraße eingenommenen Gebiet entspricht. Wie Arrhenius im neuesten Heft berUmschau" Wochenschrift über bie Fortschritte in Wissenschaft und Technik (Frankfurt a. M3 berichtet, ist die Milchstraße nach neueren amerikanischen Messun­gen aus dem Jahre 1917 eine riesige Spirale mit einem Durchmesser von 50 000 bis 100 000 Lichtjahren. Bekanntlich ist ein Lichtjahr die Strecke, die das Licht wahrend eines Jahres äu- rücklegt, d. b. also, wenn ein Stern in der Milch­straße erlischt, wird es auf der Erde unter Um­standen erst nach 100 000 Jahren wahrgenommen (Unsere ganze Menschheitsgeschichte ist nicht älter als 7000 JahreN Nun durchläuft das Licht in der Sekunde 300000 Km., eine Strecke also, die 7Vs mal so groß ist als der Umfang der Erde. Eine Lichtminute ist für den menschlichen Geist kaum vorstellbar, nun gar 100000 Lichtjahre! Aber auch diese Raume haben sich für die Sternenwelt als zu eng erwiesen. Shapley hat die Entfernungen Der großen kugelförmigen Sternhaufen berechnet und fand Entfernungen einzelner Sterne bis zu 220 000 Lichtjahren. Noch weiter geht der schwedische Forscher T. Lundmark, der bei den Stern nebeln Entfernungen bis zu 20 Millionen Lichtja'jven an* nimntt. Die Millionen von Lichtjahren, mit denen unser Gesichtskreis plötzlich erweitert worden ist, deuten daraus hin, daß Berne Grenzen dem forschen­den Geist gesetzt sind als diejenigen, welche in der Unvollkommenheit unserer Werkzeuge liegen, kurz, daß bie Welt der Sterne nicht begrenzt ist, Ivie man bisher annahm. In bem gleichen $>dt der Umschau" finden wir noch einige sehr interessante Auffätze: so unter anderen eine Arbeit von Dr Lenk überDas siderische Pe^idel". In weitesten auch naturwissenschaftlich aufgellärten Kveisen spukt von neuem bie Geschichte von dem an einem Faden hängenden Ringe, mit dessen Hilfe man bas Ge­schlecht von Eiern, Kaninchen usro. bestimmen kann Dr. Lenk zeigt, daß die Schwinramgen tatsächlich bestehen, aber autosuggestiv beeinflußt sind und zu keinerlei ernsthaften Erfolgen geführt haben. Ein anschauliches Beispiel dafür, welch hohe Technik sich auj dem Gebiete der Kinematographie entwickelt har, -eigr ein Aufsatz von Dr. Heinitz über die Kinematographie der Stimme". Ist es doch ge­lungen, die Stimmbänder, die vvn dem bloßen Auge Überhaupt nicht gefebzn werden können, in ihrer Tätigkeit beim Gesang und der Rede fmemato» graphisch auf-unehrnen.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 3. Oft.:Tief­land". Montag, 3.:Mignon". Diens­tag, 4.:Die ersten Menschen". Mittwoch, 6.: Madame Butterfly". Donnerstag 7.:Tann­häuser". Freitag, 8.: Meß-Festipiel:Hoff- mal ms Er-ählungen". Samstag, 9.:Don Giovanni (Ton Juan". Sonntag, 10.:Der SchatzgrÄer". Montag, 11.: , Loheng rin". Dienstag, 12.:Madame Butterfly". Mitt­woch, 13.:Tie Jüdin".

Schauspielhaus: Sonntag, 3. Ottober: Nachm.:Im weißrn Rößl", abends:König Vticoto". Montag, 4.:PLag". Dienstag, ö.: Me^-Feftspid:Maria Stuart". Mittwoch, 6.: Tie Journalisten". Donnerstag, 7.:Noun- zehn-chundert-neunzehn!". Freitag, 8.:Sinti* gone". Samstag, 9.: Meß^Festsptel. Zum 1. Mal:Candida" Sonntag, 10.: nachm ^Nathan der Weise"; abendS:Candida". Montag, 11.: .Ludith". Timstag, 12.:Anti­gone". Mittwoch, 13.:Candida".

Bei

ärtilich bevorzug?.

Ich begreife nicht, weshalb bu immer rote-er in diesem hall iranischen Ton über Erika I vrächst. Wir faib ihr für bie Aufepferung, mit der sie ihre ganze Jugend meinem Baler widmete, zu tieffter <tan tbart.it verpflichtet. Unb nie versuchte fte in ihrer feinfü7,< gen Bescheidenheit, sich zwischen ihn und uns zu drängen."

Das kann ich nicht beurteilen. Es überrascht mich durchaus nicht, daß du mit feviel Wärme ojn dem jungen MLchen sprichst. Ich wundere mich mir, daß du mir früher wenig .oder gar nichts van ihr erzähltest. Ich hätte dach wohl einen gewissen Anspruch daraus gehabt."

Einen Anspruch? Inwiefern?"

Es scheint mir nicht ganz billig, daß du vor unserer Berheivattmg van mir alle möglichen Ge» ständntsfe verlangt hast, während ich dich gleichsam für ein unbeschriebene- Statt nehmen fällte. In Lfebessochen, meine ich. Ich hätte dir dach teufen Barwun aus deinen vovangegangenen Herzens- ertebraffet gemocht."

Ssll sich das auf Erika Neuhoft beziHen?" Eine fühlbare Unsicherheit Lang tm Ton befer Frage.

Mein Gott, stell dich doch nicht sv ahnungs­los; eL ist ja gar nichts dabei. Nur das Verstecken und Kamödtenspielen mag ich nicht leiben; beson­ders, wenn es fa talentlos betrieben wird wie ui beetem Fall. D« halb beglückte und halb verlegene Art, in der du das Fräulein gestern begrüßt hast, sprach wahrhaftig deutlich genug. Tie zarten - zvehungen, die früher einmal zwischen euch - den, 6agm für mich sofort offen zutage T- Lein Neuhaff sich bester bebem'<" $emt\ .

nichts an bem Eindruck än>- '

(Härtst'