Währung berechtigter Interessen Anerkannt Zerrissene Wunden daraus schließen lassen , öatz -vurde Das Referat für Unterpersonal im ste von Querschlägern herruhren, ine vom Pflaster TÄ« « in dns «ch un» sch/i-tzt sein/Arbeiten demnLchst ab. SÄÄÄÄ
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890 Ivar Wundt Rektor der Universität Lerp-
geführt. Nach einer Versammlung der Erwerbslosen in Gr?ß-Frankfutt erschien eine von der Versammlung bestellte Kommission im Rathaus, um mit dem Magistrat über die Forderungen der Erwerbslosen zu verhandeln. Wahrend der Verhandlungen erschien ferner ein großer Teil der Versammlungsteilnehmer mit roter Fahne und Schildern mit Aufschriften vor d.un _ Rat- 'haus iiur dem Römerberg. Die Menge versuchte, in das Rathaus einzudringen, dessen Eingänge sämtlich gesperrt wurden. In der Betff- maintftruüc sammelt- sich eine größere Menge vor dem geschlossenen Rathaus-Eingang an. Ter Ol- fizier, der den Eingang mit der Sick^rheitspoüzel absperrte, suchte die erregte Mengc durch Zureden zu beruhigen. Plötzlich wurde die Eisentür eingedrückt und ein Teil, der Menge drang in das Portal ein, worauf sich die Sicherheits-
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blutige Zusammenstöße in Frankfurt.
fd. Frankfurt -a. M., 1. Sept. Im Anschluß an eine Versammlung der Erwerbslosen kam es heute mittag am Rathaus zu Mutigen Z u - s am men stö ßen. Die Erwerbslosen hatten unter ariderem gefordert, daß an Erwerbslose, die längere Zeit außer Arbeit sind, eine einmalige sofortige Beihilfe von 500 Mark gewährt würde. Mährend eine Abordnung hierüber noch mit iem Magistrat verhandelte, versuchten die Versammlungsteilnehmer, die in langem Zuge zum Rathause gekommen waren, die verschlossenen Tore aafz-ubrechen und in das Rathaus einzudringen. Da auch Ansprachen der Abvrdnungsmitglieder vom Balkon des Rathauses herab nur mit Geheule ausgenommen wurden, und ein Teil der Demionstran- ten dazu überging, eines der Dore aufzubrechen, gab die im Rathaus postiette Sicherheitswehr zu,rächst b l in d e Schüsse in die Luft ab. Dre Menge stürmte jedoch erneut vor und die Sicherheitspolizei geriet in ernsbe Gefahr. Sie gab deshalb Feuer auf die Menge, das eine furchtbare Wirkung hatte. Mehrere Dote und Schwer- verletzte blieben auf dem Platze, deren furchtbar
Verbände aus der Grundlage eines reinen ein» heitlichen Arbeitnehmerftandpunk>eo c erstelle Ihr Arbeit gelte mit 'gründ eines besonderen Programms der Durchsetzung gemeinsamer gewett- schaftlicher Ziele aus Wirtsck)astlick-em und sozialem Gebiete. Beim Zusammengehen mit den Arb-eiler- organisatimen sei nach Möglichkeit ein gem.'in- sames Arbeiten mit den behebenden g?wettich.ip- lichen Richtungen zu erstreben, ohne daß das Sellnft- bestimmungsrecht der Verbände dadurch berührt werde. Tie Versammlung betviute dann den bisherigen Vorstand der Arbeitsgemeir.schift mit der vorläufigen Weitersührung der Geschäfte, bis die angeschLssenen Verbände, die ihnen nach der neuen Satzung zusteheni^n Vertteter bcsttmmt haben, di dann den endgiltig.n Vorstand wählen werde-.. Herr Müller sprackZ sodann über die bevorstehenden Wahlen zum Kaufmannsgericht. Nach einem.längeren Rückblick auf die geschichtliche Entwicklung und die einzelnen gesetzlichen 23eihm mutigen forderte er als Vertreter des Zentralverbandes die Angestellten auf, nur solche Vertreter in das Kaufmannsgericht zu entsenden, die auf frei ge wett- schastlicber Grundlage ständen und den Gedanken des Kla ssen kam pfes rn sich aufgenommen hätten. In der Aussprache regle St.aotv. Mann an, die Arbeitsgemeinschaft möge gernetu- sarn mit dem Gewerkschafts l'artell danaus hin- arbeiten, daß die Zuständigkeit des Kaufmanns- Mrichts, bzw. Gewerbegerichts, auch auf 'den Landkreis Gießen ausgedehnt toerbe. Zum Schlüsse Aelt Herr Frischmann einen längeren Vortrag über die Aufgaben der Betriebsräte und deren Zusammenfassung in einer Betricbsrätezentrale.
** Einhorn. Paul Buchwalds Gastspiel ist bis zum 15. September Verlängert worden. Heute Donnerstag ist die letzte Aufführung von den Lustspielen: „Seine Albe" und „Fräulein Zange". Am Freitag und Samsta g ist für das Caf6 der Arttst Marcell Eugenio verpflichtet. Am Sonntag im Festsaal Operette. Die Vorstellungen beginnen um 8 Uhr 30 Minuten.
Kreis Friedberg.
ba. Hvs-0 ppelsHansen, 1. Sept. Zr der Bluttat, wobei der allgemein beliebte Landwirt O. Güngerich sein Leben verloren hat, erfährt der Büd- Allg. Anz. noch, daß eine Diebesbande von 4—5 Mitgliedern in Frage kommt, die mit Schußwaffen wohl ausgestattet war. Tenn als der junge Güngerich mit seinen Begleitern auf der Suche nach dem verdächtigen Geräusch in eine Entfernung von 300 Meter vom Hof gekommen waren, wurden sie mit lebhaftem JnfanteriegeweHr- feuer empfangen und mußten hinter Stvoh'hausen Schutz suchen, um sich bann wieder wegen ungenügender Bewaffnung zurück^,«ziehen. Dabei wur den sie nochmals lebhaft beschossen. — Die Verfolgung der Mörder wurde sobald als möglich mit allen verfügbaren Hilfsmitteln (Polizeihunden ufro. - ausgenommen. Die Spur zeigt nach Nieder-FIor- städt, itro Verhaftungen vorgenommen worden sind. Es ist. eine Belohnung von 6000 Mark auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt 'worden 11000 Mk. von der Staatsanwaltschaft, 5000 Mk. von den Angehörigen).
Starkenburg und Rheinhessen.
sw. Darmstadt, 1. Sept. Der Zentralverband deutscher Bäckerinnungen, Zweigverband Hessen, ist heute hier zu seinem 3. hessischen Berbandstag im „Perkeo" zusammengetreten.
Hessen-Nassau.
Der Generalstreik in Hanan.
X Hanau, 1. Sept. Auf dringliche Vorstellung einer Abordnung, die am Dienstag aus einer Temonstrattonsversaminlung auf dem Marktplätze an den Oberbürgermeister Hild geschickt worden war, fand Mittwoch vormittag eine Sitzung der Stadtverordireten statt, die sich mit den Forderungen bet städtis chen Arbeiter zu beschäftigen hatte. Einer der Führer der Mehrheitssozialisten gab die Erklärung ab, daß seine Fraktion gegen die U'e6ernannte des Steuerabzuges auf die Stadt, aber für eine zehnprozentige Lohnerhöhung für alle städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter mit einem Einkommen bis zu 15 000 Mark sei. Auch habe die Fraktion beschlossen, für eine Bezahlung der Stteikiage und für die sofortige Auszahlung der Besatzungs^ulage einzutteten. Sin Führer der kommunistischen Fraktion übte an dem Verhalten des Magisttats scharfe Kritik und beantragte, neben der Annahme der Forderungen der Arbeiter Oberbürgermeister Hild das allerschärfste Mißtrauen für seine reaktionäre Haltung im Kampfe gegen die städtischen Arbeiter auszusprechen und dieses Mißtrauen auch auf den Stüot- schulrat Tr. Bcren«mann auszudehnen, der bewußt oder unbewußt Schüler höherer Anstalten zur Verrichtung von Strcikbrecherdiensten (technische Nothilsei zulasse. Nach längerer, oft sehr erregter Aussprache wurde der von den Mehrheitssozialdemokraten gestellte Antrag, allen städtischen Beamten, Angestellten und Arbeitern mit einem Ein-
Hessifche Ausstellung in Nürnberg.
- Hn Mittwoch, den 25. August, wurde in der Knnschalle am Marientvr in Nürnberg die neue Ausstellung des Albrecht Dürer-Vereins eröffnet, dre der hessischen Kunst gewidmet ist. Die „Freie Vereinigung Darmstädter Künstler" hat es verstanden, trotz der Küi^e der Zeit und sonstiger außerordentlicher Schwierigkeiten, eine ganz hervorragende, Jxl5 stattliche Gebäude füllende führung 'hessischer Kunst zu veranstalten. Die meisten unserer Künstler sind mit einer großen Anzahl ihrer Arbeiten, darunter ausgesuchte Haupt' Werke, meist auch mit Handzeichnungen und Gra ph-ik, ausgezeichner vertreten, so daß i'h-re Kunst in eindrucksvoller Weise zur Geltung kommt. Nack" stehende Künsller sind in Nürnberg vertreten. Georg Altheim, Pwf. Adolf Beyer, Anna Beyer Alexander Bertrand, Geheimerat Pros. Eugen Bracku, Ernst Eimer, Ludwig Enders, Prof. Otto Heinrich Eiigel, Theodor Gengnagel, Prof. Peter Halm, Pwf. Richard Hoelscher, Hanns Albert Hofmann, Pwf. Ludwig von Hofmann, Franz Huth, Prof. Walter Jllner, Hermann Kätelhön, Leo Kayser. Pwf. Kurt Kempin, Karl Kästner, Prof. Johannes Lippmonn, Heinrich Otto, Prof. Dr. Emil Pree- torius, Willy Preetvrius, Marcel W. Richter, Prof. Phil. Otto Schäfer, Prof. Karl Schmoll von Eisenwerth, Fritz Schmoll von Eisenwetth, Rolf Schott, Berta Strauß, Pwf. Wilhelnr Dhielniaim, Pros. Tr. Otto Ubbelohde, Walter Wainttg, Jakob Weinheimer. *
Darmstadt, 2. Sept. Tas Hessische Landest Heater in Tarmstadt eröffnet am 5. September die neue Spielzeit mit Schillers /Jungfrau vo n Orleans" in der Jnsze- nrerung Gustav Hartungs. Die Bühnenbilder rturben von T. C. Pilartz enrworfen. Die erste Uraufführung tn dieser Spielzeit ist Unruhs „Prin; Louis Fewinand von Preußen".
und Auslaiid abgegeben. 1889
Art» Statt nut Land.
Gießen, den 2. Sept. 1920.
Veranstaltungen.
Donnerstag: Postöeller, 8 Uhr, Genenb- versamrnlung der Oberschlesier. — Hotel Einhorn, 8V2 Uhr, Gastspiel Buchwald. — Lichtspielhaus, wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, „Das Derby" und „Professor Nissens seltsamer Tod".
zrg. Zu seinem 70. Geburtstag (1902) erhielt er die Ehrenbürgerrechte der Stadt Leipzig, 1907 an ieinem 75. Geburtstag, die der Stadt Mannheim, Am 1. Oktober 1917 trat er in den Russland.
Personen verletzt mürben. Ein Polizeibeamter erhielt einen Streifschuß .
Frankfurt a .M., 1. Sept. (Privattel.) Zu den Zwischenfällen im Anschluß an die Erwerbslosendemonstration ist noch zu berichten, daß gegen Abend eine größere Menschenmenge das Polizeirevier am Geistpförtchen zu stürmen versuchte. Sie wurde jedoch durch die Mannschaft des Reviers abgewiesen. Eine Versammlung der kommunistischen und unabhängigen Betriebsobleute und Vertrauensleute beschloß, für morgen die General st reiksparo le auäju* geben. Da das Gewettschaftskattell diesem Beschlüsse ftrnsteht, dürfte jedoch der Streik keine größere Ausdehnung annehmen.
fd. Frankfurt a. M., 2. Sept. Die gestrigen Vorgänge haben fünf Todesopfer gefordert. Im Heiliggeisthospital sind drei und tm städtischen Krankenhaus eine Person ihren Verletzungen erlegen, während die fünfte Tote, eine ältere Frau, auf dem Wege zum Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen ist. Die Zahl der im Krankenhaus ein gelieferten Verwundeten beträgt zwölf, darunter ein Sicherheitspolizist. Als Rädels f ührer wurden dreiLeute verhaftet, darunter ein Plünderer. In einer großen Anzahl von Betrieben herrscht heute vormittag passive Resistenz. — Im Heiliggeisthospital ist gestern übrigens auch das letzte Opfer aus den Kapp-Tagen, eine Frau, die damals bei den Zusammenstößen auf der Straße schwere Schußverletzungen erlitten hatte, gestorben.
Tumulte in Augsburg.
Augsburg, 2. Sept. (WTB.) Während der für gestern nachmittag anberaumten Sitzung von Vertretern der Stadt, der Regierung, Arbeitnehmer und Arbeitgeber bildeten sich in den Außenvierteln der Stadt Demonstrationszüge, die sich nach dem Rat Hause bewegten. Ein starkes Polizei- und Sicherheitswehraufgebot hielt dieStratzen vor dem Rathaus besetzt. Die Menge verlangte u. a. stürmisch die Entfernung der Maschinengewehre. Schließlich sah sich di- Polizei genötigt, der Menge den Vorbeimarsch vor dem Rathaus zu gestatten. Dabei wurde die Sicherheitswehr von der Menge hart bedrängt und mußte von der Waffe Gebrauch machen. Aus Maschinengewehrschüsse, die als eine Schrecksalve gedacht waren, stob die Menge auseinander. Leider wurden dabei 2 Personen getötet und zwei andere verletzt. Zur Zeit herrscht Ruhe. Ein starkes Polizeiaufgebot hüll fetzt dasRathaus besetzt.
waren der experimentellen Psychologie in rein theoretischem Interesse gewidmet. Durch seine phy-. siologischen Arbeiten über die dem Wollen, Erkennen und Empfinden dienenden körperlichen Werk- ckuge, iuic Muskeln, Nerven, schuf er sich die Basis für seine Spekulation auf psychologischen und er- kenntnistheorettschen Gebieten. Wie Johannes Müller und Helmholtz will er die philosophische Forderung Kants nach Kritik unserer Erkenntnis- mittel, auf ber Grunblage exakt naturwissenschaftlicher Beobachtungen unb Experimente, erfüllen. Durch feine Einführung der induktiven Methode pt die Logik und Ethik, als bisher rein ^Philo- fvphifche Wissenschaften, hat er sich um die Philosophie und durch seine exakten Messungsversuche um die Psychologie besonders verdient gemacht. In der Ethik vertritt Wundt den Eoolutio- msmus unter Anerkennung eines Gesamtwilftns' let^re < hat mit der Schopenhauerschen
bas Endziel aus Voluntarismus gemeinsam, kommt ledoch au, andere Weise wie die Metaphysik Scho- penhauers zu diesem Schluß. Tie Lehrtätigkeit Wundts hat ihm einen großen, schon über alle zivilisierten Länder aus geb reiteten Schülerkreis er- Die. „Festschrift zum 70. Geburtstage ^"lidts (Leipzig 1902), die eine große Zahl von Arbeittn im kirnte der Wundrschen Anschanungm h?«,t>ÄUlcrn- Lehrten enthält, gibt einen Ueberblick, wie itarf Wundts Lehre sich durch- gesetzt hat. Wundt ist Ehrendottor der juristischen Fakultät der Universität Göttingen und Inhaber h(,-x Ordens ponr le msrite. An seinem 70 Geburtstag wurde ihm d r Titel eines Wirklichen Ge.,emirats mit dem Prädikat Exzellenz verliehen Las xsniiitut für experimentelle Psychologie, das ^uitbt m Leivzig gründete und leitete, bar vas Muster Tür viele Anstalten, die dem gleichen Z>v?ck
Eine Reichskonferenz Oer Unabhängigen.
Berlin, 1. Sept. (WTB.) Den Abend- blüttemr zufolge begann heute im Reichstagsgebäude die Reichskonferenz der Unabhängigen, die sich mit den infolge der Beschlüsse des zweiten Kongresses der dritten Internationale entstemdenen tiefgehenden Differenzen in der Par - t e i befassen wird. Das Referat über den Moskauer Kongreß hat Crispien übernommen. Als Korreferent ist D ä u m i g vorgesehen.
SoDatensiedler.
Berlin, 1. Sept. (Wolff.) Ministerpräsident Braun berchttgte am Dienstag das Lockstedter Lager, dessen Erschließung für die Besiedelung vom LandNTirtichaftsmölistenum mit größtem Nackchruck gefördert nwrden ist. Abends .fanb eine Versammlung sämtlicher Svldatensi'Ller statt. Ter Minißerpräsident führte in längerer Ansprache aus, der ©ebanfe, die Kultivierung oon Heide und Moor mit einer Soldatsrsiedelung zu verbinden, sei ihm besonders lieb. Die noch oor-- chundenen großen Schwierigkeiteir würden durch die Tatkraft der Siedler und von Mkftern, wie Hauptnrann Schmude eurer sei, zweifellos über- nmnden werden. Die Vertiefung des kameradschaftlichen Gefrrhls unter Verzicht auf politische Sonder- lesrrebungen sei aber dazu notwendig. Niemand brauche deshalb seine volittsckre UebeZeugung zu opfern: aber alle Kraft müsse dem Siegelungs- werk gehören. Er werde alles daran setzen, so rasch wie möglich völlige sinanzielle und wirtschaftliche Kiavheit für den Siedlungsplan zu schrffen, so daß die Siedler, wenn jeder einzelne seine Pflicht tue, bald als freie, selbständige Männer auf 'ihrer Scholle sitzen würden. Die Siedler sollten bald einen Skbhmgsvertrag bekommen, damit fte bald eine eirdgültrg feste Existenz hätten. Auf eine Reihe von Bitten und Vorschlägen aus der Mitte der Versammlung 'fjtn gab ber Ministerpräsident tonsführliche Erklärungen über die bisher tnt Wege stckl>eirden technischen Schwierigkeiten ab unb erläuterte ben Gang der vermögensrechtlichen AuS- einartdersetzrrng zwischen dem Reich und Preußen, lieber das Südlungsland teilte er mit, daß ente Kommission unter dem Staatssekretär Ramm, bestehend aus Reichs- Unb Staatskommissaren, in wenigen Dagm zur Besichttgung erscheinen werde, um das letzte Material für Unterhandlungen zu gewinnen und Verträge zu schließen: bann würden Siedelungsgenossenshaften als selbständrge Körperschaften die Festsetzung der einzelnen BebinPmaen in ber Hand haben. Der Minister schloß *ut einer Aufforderung an die Siedler, sich die Zä- chigkeit des arbeitssarnen holsteinischen Menschenschlages ringsum znin Borbilde zu nahmen, in dem iBEwußtsein, dem Boden wirkliche Werte für das Volk, drs Vaterland unb sich selbst äbringen zu lönren. Hauptmann Schmutze unb einige Kommissare tzes Lantzwirtschastsntinisterrums gingen noch eingehend auf die von ben Rednern der Soldatensiedler aufgeworfenen technischen Fragen ein und formten fte zur vollen Zufri^eftheit der Leute beantworten. Insbesondere formte mitgeteilt werden, daß am 10. Oft. an Stelle der vor- [äufilmen neue Arbeitsverträge mit den Siedlern geschloffen werden, die eine ffnanztelle Besferstellimg und eine untorschiedliche Behandlung der verher- rateten Siedler bringen sollen.
Polizei hinter den Windfang im Hausflur zurück-- zog. Nach Zeugenaussagen versuchten Eingetzrun- gene einem Sicherheitspolizisten die Waffe weg- zutiehmen: merbei scheint sich das Gewehr entladen zu haben. Es fielen bann noch einige Schüsse, durch die drei Personen erheblich, zwei leichter verletzt wurden. Htenrach gelang es der Stcherheitspolizet, die Menge vor weiterem Eindringen in das Rathaus abzuhalten. Die Umgebung des Rathauses mußte noch längere Zeit von ber Sicherheitspolizei abgesperrt werden.
Von ben Verletzten ist ber 21jährige Tapezierer Leonhard Kräh gestorben.
Nach dem Zusammenstoß am Rathaus plünderten lichtscheue Elemente einen Waffenladen in ber Kaiserstvaße vollstänbig aus unb raubten die Ladenkasse. Ein Offizier ber Sicherheitswehr würbe auf der Kaiser st raße überfallen und mißhandelt, so daß er in ein Haus flüchten mußte. Trupps von jungen Leuten hielten die Straßenbahnwagen an und holten darin befindliche Sicherheitspolizisten heraus, die sie entwaffneten und mißhandelten. Eine 100- Mannschaft, die davaufbm eine Streife durch die Stadt unternahm, wurde aus einem Hause am Römerberg heraus beschossen und mit Steinen tcroorfen; sie gab darauf Feuer, das drei Leichtverletzte und eine schwerverletzte Frau zur Folge hatte. Eine Bande, die ein Polizeirevier in der Altstadt stürmen wollte, angeblich um dort nach Waffen ^u suchen, wurde von der Mannschaft des Reviers zurückgetrieben. Die Geschäfte, die Ausschreitungen befürchteten, hatten geschlossen, doch wurden im Lause des Nachmittags die Eingänge wieder geöffnet, während die Schaufenster geschlossen blieben. Auch die Arbeiter vieler Betriebe stellten die Arbeit ein und versammelten sich zu einer Protestkundgebung tm Schurn annthe ater, wo der Generalstreik propagiert wurde: hieran schloß sich eine Beratung der kommunistischen und unabhängigen Betriebsobleute und Vertrauensleute, der das Gewerkschaftskartell jedoch nicht beiwohnte; es ist damit zu rechnen, daß man in verschiedenen Betrieben versuchen wird, die Avbeft einzustellen.
Frankfurt a .M., 1. Sept. (Wolff.) Zu den bereits gemeldeten Zusammenstößen wird von amtlicher Seite gemeldet, daß es nach den bisherigen Feststellungen beim Eindringen der Menge in das Rathaus fünf Schwer- und zwei Leichtverletzte gegeben hat. Eine Hundertschaft der Sicherheitswehr säuberte nach dem Zusammenstoß den Römerberg und die Beth- mannstraße und sperrte den Römerberg ab. Gegen 1 Uhr mittags wurde am Schillerplatz eine Zu- fammenrottmig zerstreut. Auf der Kaiserstraße wurde zu der gleichen Zeit ein Waffenlagev geplündert, wobei Revolver und Munition entwendet wurden. Polizeibeamte wurden mehrfach statt belästigt, ein höherer Polizeibeamter mit Messern bedroht. Augenblicklich durchziehen starke Polizeistreifen, die Stadt. Um 3 Uhr ist von den Arbeitslosen eine Prote st Versammlung nach dem Schumanntheater einberufen worden, an dec sich angeblich auch die Arbeiter ber Kleyerwerke beteiligen wollen, die den Erwerbslosen ihre Soli- barität erklärt haben sollen.
Frankfurt a. M„ 1. Sept. (WTB.) Nach ber von vielen Tausenden besuchten Protestversammlung bet' Arbeitslosen im Schumanntheater zogen bic Teilnehmer burch bie Kaiserstraße unb die Zeil, woraus sich die Menge zerstreute. Zu Zwiichenfällen kam es nicht, abgesehen davon, baß ein Sicherheitspolizist aus einem vorüberfahrenden Wagen ber elektrischen Straßenbahn herausgeholt unb verprügelt wurde. Dagegen kam es in ben Abendstunden zu einem neuen Zwischenfall in der Nähe des Römerberges, wo aus einem Hause auf eine Polizeistreife gescho ssen wurde. Die Polizei etwidette das Feuer, wodurch drei Zivil-
Hesftschc LartSeswanÄerbühne.
Begriffe wandeln sich Nicht lange her, unö man hielt den Thespiskarren für überwunden, bie stehende Bühne für bie allein berechtigte. Heute, wo viele stohenbe Theater infolge ber Not ber Zett ein geben müssen, erinnert man sich ber Wanderbühne aus ben Zeiten Lessings und bes inngen Goethe, und wird sich bewußt, baß durch sie ckui festerer Zmammeähang zwischen Volk und Theaterlunst geschaffen wurde, als durch die stehenden Theater, die mir gewissen städtischen Kreisen mute kommen. Die Buhne kann als '„moralische Erziehungsanstalt" ivitten, iixnn sie zu jedermann redet, chn Menschenschicksale tm Wandel erbeben läßt. Sie darf vom Niveau des Guten nicht 'herab» steigen, muß aber dennoch voltsverständlich bleiben
jede gutt Künst. Tie Pslegc der Muttersprache ber Bühne vor allem ausgegeben, unb btefe Pflege muß in iedes Torf, jede Kleinstadt getragen werden. Es liegen gar viel feeHfox W-rte tm Grunde der Sprache. Aber auch bie Phantast wird angeregt durch Die Wanderbühne; denn schlicht rere Knüsten erfordern bie nachscbaffnide Mitarbeit bes Zuschauers Lis biefer Erkenntnis hat bte Zentralstelle zur Forderung ber Volksbildung unb Jugenbpslege tn Hessen nach langen Bemü- 'hungen mtt Unterstützung bes Lanbesthgaters eine Desstsche La nbeswanbe r bühne ins Loben gerufen Als künstlerischer Leiter steht tm der Spitze des Unternehmens der frühere Oberregiifeur der Schwab. Wanderbühne, Ernst Stockinger, und viele ber schämpielerischen .Kräfte waren schon an der Wanoerbühne tätig Mitte Oktober soll dre Fahrt ins Hesfonland beguiNLN,
** Städt. Seefisch markt. Voraussichtlich treffen morgen früh wieder Seefische, tote Kabeljau und Schellfische, ein unb kommen von 8 Uhr ab in ben Marktlauben rum Verkauf.
** Freibank. Freitag, 3. Sept., werden von 1—3 Uhr die Nummern 1901—2000 beliefert.
** Vaterländischer Abend. Es sei davauf 'hingewiesen, daß ber Reinertrag des am Samstag den 4. b. M. im Hotel Einharn von der Teutschnationalen Bolkspattei veranstalteten „Vaterländischen Abends" ber Bezirksgruppe Gießen Heimattreuer Oberschlesier zugute kommt. Die deutschgesinnte Bevölkerung in Oberschlesien ist durchs den bei den letzten Ereignissen betätigten polnischen Dcrvn derart eingeschüchtett, daß das öffentliche Bekenntnis ihres Teutschtums gefährdet ist. Die gesamte Arbeit der Verbände heimattreuer Oberschlesier ist mtt einem Schlage vernichtet. Es muß von neuem auf gebaut werden. Der Verlust Obecschlesiens bedeutet für unser verarmtes Vaterland den Verlust von ungckheuDen wirtschaftlichen Werten. Keiner darf da'her tatenlos beiseite stehen; jeder helft, faß die Mittel zuvi Absttmmungsiverk aufgebracht werden und Oberschlesien deutsch bleibe. Mer deshalb verhindert ist, die obengenannte Veranstaltung M besuchen, bet unterstütze bie Oberschlesftr durch Geldspenden.
** Die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände, Orts'dartellGießen. veranstaltete gestern abend im Gewettschastsh.ius ihre erste Hauptversammlung. Tie Versammlung genehmigte zunächst einsttmmig und fast debattelos die ihr vorgelegten Statuten. Diese besagen u. a., daß die Arbeitsgemeinschaft eine gemeinsame Vertretung der in ihr zusammengefaßten
will), wundt f.
m Leipzig,!. Sept. (Wolff.) Der Philofoph Profeflor Wilhelm Wundt ist in Groß-Bothen Lei Grimma gestern im 89. Lebensjahre gestörten. Die Einäscherung findet am Samstag in Leidig statt. .
Wilhelm Wandt ist am 16. August 1832 in ^cfarau (S&aben) als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte an den Universitäten Heidelberg, Dübmgen und Berlin Medizin, promovierte 1856 tzum Dr. meb. et. Phil, uitb habllitfttte sich gm folgenden Jahr als Privatdozent für Physiologie an der Universität Heidelberg. Hier erhielt er 1865 eine außerordentliche Professur. 1866 trat er auch für kurze Zeit politisch hervor und ging als Vertreter Itzelbergs in die 2. badische Kammer. Er legte jedoch sein Mandat bereits 1868 nieder. 1874 wurde er als Ordinarius an die Universität Zürich berufen, vertauschte aber diesen Lehrstuhl schon im folgenden Jahr mit dem -Ordinariat für Philosophie in Leipzig. Die Hauptschristen des Gelehrten sind: „Beiträge zur Tl)eorie der Sinneswahrneh- mtmg": „Lehrbuch der Physiologie des Menschen": „Vorlesungen über die Menschen- und Tierseele"; „Handbuch 'ter medizinischen Physik"; „Grundzüge der physwlogischen Psychologft": „Logik": „Essays": „Ethik": „System der Philosophie"; „Grundriß der Psychologie"; „Völkerpsychologie", $anb 1: „Die Sprache"; Band"2: „Mychos und Religion"; „Einleitung in die Philosophie": „Meine Schriften"; .Einführung in die Psychologie"; „Elemente der Völkerpsycholo lgve": „Reden und Aufsätze": sinnliche und übersinnliche Welt". Von 1883—1902 gab Wundt die „Phiwosophischen Studien" heraus, in welchen er viele Arbeiten zur experimentellen Psycholo ste und Erkennmislehre veröffentlichte. Die „Psycho- Logischen Studien" bie er seit 1905 herausgab,
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31. Ang. Aderig schrist: S! LnLeid!
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