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AmtrvmimdiguMblatt

für die provinzialdireition Gberhessen und für dar Kreisamt Gießen

Erscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich.

Nr. 108 2. August 1920

Inhalts Ucdersicht: Kreisstrahensperre. Fleischbeschauerstelle für Oppenrod. - Erwerbslosenfürsorge: Kurzarbeiterunterstützungen, sowie Nach Weisung für Juli. - Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter. - Maßnahmen gegen unerlaubte Beschäftigung und Beherbergung russischer Kriegsgefangener. - Verordnung über den Saatgutverkehr mit (Betreibe - Oeffentliche Bewirtschaftung der Frühkartoffeln und deren Höchst preise. - Versorgung mit Herbstkartoffeln. - Viehseuchen. - Dienstnachrichten. - Verordnung zum Schutze der Pretzlustarbeiter. (Fortsetzung).

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Kreis straffeG i e ße n R e i S k i r chc n" vom Km. 2,130 bis Km. 3,130 für den FuhttverkS- und Autoverkehr pont 2. August bis 12. August 1920 gesperrt.

Ter Durchgangsverkehr ivird von Gießen nach Reiskirchen über Wieseck, Trolle, Rödgen, Gvoffen-Buseck und umgekehrt geleitet.

Gießen, den 30. Juli 1920.

_______________Kreisamt Gießen. I. V.: W e l ck e r._______________ Bekanntmachung.

Tie Stelle eines Fleischbeschauers für Vie Gemeinde Oppenrod wird hiermit dem Fleischbesä)auer zu Burkhardsfelden übertragen

Gieffen, den 27. Juli 1920.

____________Kreisamt Gießen. I. V.: Welcker.____________ Betr.: Erlverbsloseniürsorge; hier: Kurzarbeitestunterstüb.lngru

genüitz 8 9 Msatz 2 der Reichsverordnung vom 26. Ja­nuar 1920.

An die Bürgermeistereien des Kreises.

Nach Anordnung des Herrn Reichsarbeitsministers sind die gemäß 8 9 Absatz 2 der obengenannten Neichsoevordnung (Reichs Gesetzbl. S. 102) an Kurzarbeiter geleisteten Unterstiitzungen für die Zeit vom 1. April 1920 ab in den dLachiveisungen der Gemeinden getrennt von den übrigen Unterstützungen aus­zuführen. Sie wollen bei Aufstelluttg der kommenden Nachweisung diese Beistimmung genau beachten.

Gieffen, den 30. Juli 1920.

_____________Krcisamt Gießen. I. V.: Tr. Heß._____________ Betr.: Erwerbslosenfürsorge; hier: Naä)weisung für den Monat

Juli 1920.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Tie Narlstveisungen für den Ndonat Juli 1920 sind uns um­gehend vorzulegen. (Bergl. dlmtsvertüirdigungsblatt Nr. 3 und 4.)

Tas geänderte FormularNachweisung der Ausgabeit usw." (Muster I) ist für den Monat Juli 1920 zu verwenden. Sofern dasselbe Ihnen inz^vischen nicht zugegangen sein sollte, ist cs umgeiiend durch uns M beziehen.

Gieffen, den 26. Juli 1920.

Kreisamt Gieffen. I. B.: Dr. H eff.

Betr.: Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Zur Sicherung der Bolksernahrung hat der Staatslommissar für die n'irtsclwslliche Temobilmaämng in Hessen gemäß Ziffer VII der Anordnung über die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter vom 23. November 1918, ergänzt durch die Anordnung vom 17. Tezember 1918 im össentlickM Interesse, den Besitzern von Mühlen mit weniger als 5 Arbeitern die jeder­zeit widcrrusliche Genehmigung erteilt, die nach der allgemeinem Landorbeitevordnung übliche Arbeitszeit von 11 Stunden mit Zu­stimmung ihrer großjährigen Arbeiter bis spätestens 15. Oktober 1920 auch auf ihre Betriebe auszudehnen.

Ten Arbeitern ist ivährend der Arbeitszeit eine einstündige Mittagspause und je eine halbstündige Frühstücks- und Vesper­pause zu gewähren, sofern im Einvernehmen mit den Arbeitern nichts anderes bestimmt ist. Tiefe Genehmigung erstreckt sich nicht auf jugeitdliche Arbeiter (unter 16 Jähren).

Sonntags l>aben die betreffenden Betriebe zu ruhen. Tie Aus- nahmcmöglichkeit des § 105 e der Gewerbeordnung wird hierdurch nicht berührt.

Eine Abschrift der Erlaubnis ist in den Betrieben auszühängen. Ich ersuche, die in Betracht kommenden Mühlenbesitzer Ihres Be­zirkes von dieser Ausnahme baldigst, in Kenntnis zu setzen.

Gieffen, den 28. Juli 1920.

Temobilmachungsausschuff Gießen-Land. I. V.: Ur. Heß.

B et r.: Maßnahmen gegen unerlaubte BesckMigung und Beher­bergung russischer Kriegsgefangener.

An das Polizeiamt Gieffen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Es ist die Beobachtung gemacht worden, idaff sich aus .Kriegs- gefangcuenlagern entwichene oder eigenmächtig dorr ihrer Arbeits-i stelle sich e'ntsernende Russen im Lande üiühertreiben und unerlaub­ter Weise die Arbeitsstelle wechseln. Tie Beschäftigung von Russen

Bekanntmachung.

V e t r : Verordnung über den Saatgutverkehr mit Getreide vom 10. Juli 1920.

Tie Verordnung über den Saatgutverkehr für die Ernte 1920 ist in der Fassung wie für die Ernte 1919 geblieben siehe Amts- verkündigungsblatt Nr. 76 vom 21. August 1919) undistHaf e r wieder in die Zwangsbewirtschaftung mit ein­begriffen. Somit müssen auch bei Bezug von Saatljafcr An­träge auf Ausstellung von Saatkarten hier eingereicht werben.

Ortsbehörde ist die Bürgermeisterei (Oberbürgermeister, Bür­germeister).

Untere Verwaltungsbehörde ist der auf Grund der Reichs­getreideordnung für die Ernte 1920 bestimmte Kommunal verband.

Zuständige Behörde ist das Kreisamt.

Höhere Verwaltungsbehörde ist die Prvvinzialdirektion. Gießen, den 30. Juli 1920.

Kreisamt Gieffen. I. V.: Dr. Siegert.

Betr.: Wie oben. ----

An den Oberbürgermeister zu Gieffen und die Bürger­meistereien der Landgemeinden des Kreises.

Vorstehende Verordnung ist sofort in ortsüblicher Weise be­kanntzumachen. _

Wir ersuchen bei Ausstellung von Anträgen für L»aatkarten um genaue Beachtung und Befolgung.

Gießen, den 30. Juli 1920.

Kreisamt Gieffen. I. V.: Dr. Siegert.

im Bereiche des Landesamts für Arbeitsnachweis in Hessen, Hessen- Nassau und Waldeck dars nach einem mit dem Kriegsgefangenen lager in Niederzwclxren getroffenen Abkommen nur mit Geneh­migung dieses Landesamts erfolgen. Tie Anträge der Arbeit­geber sind aus besonderem vorgeschriebeiren Vordruck bei dem Lairdesamt sür Arbeitsnachweis einzureichcn und werden nur ge­nehmigt, falls geeignete deutsche Arbeiter im Zusammenwirken mit beu an geschlossenen Arbeitsnachweisen nicht besännt werden tonnen Wenn nun auch die dem Landesaml für Arbeitsnachwns angc schlosseuen Arbeitsnachweise bereits angewiesen sind, die Vermin lung von frei herunnvandernden Russen unter allen Umständen zu unterlassen und deren ffiückführnng in das Lager durch bi1 zuständigen Polizeiorgane zu veranlassen, wird aus diese Weise dock) nur ein Teil der unkontrollierten russisck»en Kviegsgefon.ienen erfaßt.

Wir weisen Sic daher gemäff Auftrag des Hessisckien Mini steriums des Innern auf diesen Mißstand bin und empfehlen Ihnen, 1. die Richtigkeit der in Händen der betroffenen russischen Kriegs gefangenen besindlicheu Ausweise sorgfältig zu prüfen und Arbeitgeber, die Gesungene ohne Ausweise des Landesamts für Arbeitsnachweis beschäftigen, auf die vorstehend erwähn teil Vorschriften und den Erlaß des Staatskommissars für die wirtsck-astliche Temobilmachung in Hessen vom 12. sJLpril 1920 zu Nr. T. K. 10 230 hinzuweisen,

2. Ihr Augenmerk darauftzlst licksten, ob sich nickst russische Mriegs- gesungene in Privatwohnungen einmieten und von der Be völterung auch nur vorübergehend beherbergt werden,

3. Kriegsgefangene, die ohne gültige Ausweise betroffen werden oder die gegen die sonstigen Vorschriften verstoßen, vorläufig festzunehmen und solange in Gewahrsam zu behalten, bis das zu benachrichtigende Gefangenenlager in Mederzwehren den Gefangenen abholt. Tie Kosten sür den Polizeigetvahrsum trägt das zuständige Gefangenenlager.

Gieffen, den 28. Juli 1920.

Kreisamt Gieffen. I. V.: Tr. Heß.

Bekanntmachung

betreffend die öffentliche Bewirtschaftung der Frühkartoffeln aus der Ernte 1920 und deren Höchstpreise. Boni 28. Juli 1920.

Auf Grund der §§ 1 und 2 der Verordnung des Reichs- ministers für Ernährung und Landwirtschaft über die Preise für Frühkartoffeln vom 14. Juni 1920 (Reichs-Gesetzbl. S. 1204) wird hiermit im Einvernehmen mit der Reichskartoffelstelle bestimmt:

Ter Höchstpreis für Frühkartoffeln aus der Ernte 1920 be­trägt vom 1. August b i s 15. August ds. I s. 32 Mark für den Zentner. Tiefer Preis ist Höchstpreis im Sinne des Gesetzes, betreffend Höchstpreise.

Ter Höchstpreis gilt sür die in Hessen erzeugten Kartoffeln und für den Verkauf durch den Kartoffelerzeuger. Er gilt für die

weiterhin die heNifch» Landesregierung, mir run- lichster Beschleunigung eine Aussprache imter Zu­ziehung der Vertreter aller land wirft cha ftlichen Organisationen herbeizuführen, um einheitliche Richtlinien zu gewinnen für die Anbahnung des allgemeinen Preisabbaues und für die erforper» lidjen Anträge an die Zentralstellen des Reicks.

Der internationale 5ozialistentongretz.

Genf, 2 Aug. Ter internationale ^zia- listenkongreß veilMwelte in seiner 'heutigen Vvr- mittagssitzung die Frage der Zulassung der ein- ielnen Delegationen. In der Abstimmung sprechen :id) fünf Delegationen für den Kommissio-nsbe- chluß aus, das heißt für Nichtanerkennung der französischen Delegierten als vollberechtigte Delegierte, Werl sw nur eine Gruppe der französischen Sozialisten vertreten. Sieben Delegationen sprechen fichfur den Antrag duhsmans aus, das heifft für BesckwVikung des Stimmrechts, und zwei Delegationen, die deiusche und Die sckweizcrische, enthielten sich, der Absttm- nung. Präsideni Shaw interpretiert die ?llv fiinunung in dem! Sinne, Lag. Li: srmizö ^lck«i Tel gierten iee en falls das Recht t)aben, unbeschrankt an den Beratungen aktiv sich beteiligen zu können.

Sodann kam die Frage der Zulassung des Russen AlexinsÜ) als Vertreter der. Blenowgruvpc zur Verhandlung. Tie Kommission empfiehlt, Alexiuski) nickst zuzulassen, ba er keine genügende Kruppe der russischen Sozialisten vertrete. Ru- banowilsch Russta^td- protestiert gegen eine evcn titelte Zulassung Mexinskhs, da dieser als Agent Kottschaks und Denikins eine Militärdiktatur ver­trete und aus einem Sozialistcnt'ongreff für einen ioldjen Mann kein Platz sei. Aus Vorschlag von Generalsekretär Huvsman wird Al xinsky das Wort erteilt zur Währung seines Standpunktes. E- rinskt) besteht daraus, als Vertreter der russftchen Sozialisten zu gelten, ba er 22 Jahre lang für den russischen Sozialismus arbeitete und sechsmal vom zaristischen und viermal vom bolick-äiistsiifchen Re­gime ins Gesrngnis geworfen wordeii sei. Ale- xinsky stellt fest, laß er als Sozialist von einer halben Million nqfifäer .Arbeüer in die zweite

Bergarbeiter bereits eine Arbeitszeit von sieben Stunden, und das Ziel muff die Sechsstunden- schicht sein. Eine Arbeitszeit von acht Stunden für die deutschen Bergarbeiter gehört in Deutsch­land endgültig der Vergangenheit an.

Die sozialdemokratische Partei Deutsch­lands über die Verantwortlichkeit

am Weltkrieg.

Gens, 2. Aug. (WTB.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei Deutsch­lands überreichte dem internationale wziali- stischen Kongreß zur Frage der Berant- Wörtlichkeit am Weltkriege folgende

mell-iÄt ein Fehler, ba6 ine tatjefie Sozialdemokratie das Bündnis mit OeUn gam nicht ebenso als eine Kriegsgefahr erfonnte, wie das russisch-fr-uizösische Dürmm.-- Nach der Auffassung der deutichm Sozialdemokratie.war der Friede Europas allerdings erst übsichert, wenn der Zarismus gestürzt tvar, und wenn es gelang- die Kluft zwischen ^ntschland llnd dew West­mächten zu beseitigen. Diesem ZieL war dr. Dati^ feit der deutschen Sozialdemokratie eifrig met. Die Denkschrift gibt sodann zu, dav es^die deutsche Sozialdemokratie nicht

daß die Führung der auswärtigen Politik in Deutschland, ohne Kontrolle des Reichstag.e-, cme Gesabr bilden müsse. Die deutsche Revolution kam zum Ungglück der ganzen Welt, und besonders artet) ^>es deutschen Volkes selbst, sünf Fa^^ Der Revolution nicht schon früher. f^eit aebabnt zu haben, sei cme Schuld, deren sich die deutsche Sozialdemokratze anklagen müsse. Tie Denkschrist stellt stodann Mt, datz> nach der russischen Gesamtmobilifatzon iede Hoffnung aus eine Lokalisierung des Krieges.zerrißen war. Tas Ziel der deutschen Sozialdeinokratie wahrend des Krieges war dessen Beendigung auf Grund einer militärischen Lage, die es keinem der beiden Teile ermöglicht hätte, diktatorisck>e Forderungen ;u stellen Ter Friede der Entente^ von

I^Versailles zeige, daß es dm Staatsmännern der Entente mit ihrem angeblichen Willen der l Freiheit und des Friedens der Volker nicht

befoldungsvrrmung zu vereinvaren ffi.

Ein französischer Transportzug von Eisenbahnangeftellteu angchalten. Berlin, 2. Aug. Den Abendblättern zu­folge wurde am Samstag in Er fu r t ein aus Köln kommender Transportzug Mit einer Kompagnie französischer Soldaten und plombierten Wagen mit zwei englischen Mui- tärpersonen als Bedeckung vom Ueber- wa chungs au sschu ff der Erfurter Eisen­bahner angehalten und den Franzosen mit- geteilt, daß keine Militärtransporte nach Polen befördert würden. Der franzölstche -Kompagnie- führer versuchte darauf, die WciterfahA gewalt­sam zu erzwingen. Er ließ den Zugführer und den Heizer fesinelm«n und ine Kompagnie unter

»e Waffen schubs aemacht wurden. Einige unerichrockene Eisenbahner erklärten dem ftanMischen Offtzier emrgisch, er möge die Waffen schleunigst m den Wagen zu­rückbringen lassen, sonst werde kern Mann des T- ansportes Deutschland lebend verlassen. Darauf stellten die Franzosen ine Waffen zusammen. Ter französische Lssizier zeigte die für seinen Trans­port ausgestellten Eisenbahnfahr>cheine, ,w)bei es ftch um eine Abteilung von 160 franzöftichen Ur­laubern handelte, die sich angchlich auf der Rück­fahrt zu chren Truppenteilen in Oberschlepen be­fanden. sSchliefflich wurde dem Trcmsportzugl die Weiterfahrt gestattet. Dre von den englischen und französischen Behörden unterzeichneten Trans­portausweise trugen weder den stempel d^ ient- idieii Grenzstation noch der Zollstatton Des^ilb nwllen die Eifenbahnergewerftchaften letzt beim Reichsverkehrsminister vorstellig werden, um die Regelung der Ueberwachung von Transporten Her­beizuführen.

Simons über die deutsche Neutralitätspolitik.

Berlin, 2. Aug. (WTB.) Unter, der UeberschristKreuzzüge und KpalitionSkriege schreibt Reichsminister des Auswärtigen Dr. Simons an dieDeutsche Allgemeine Zei­tung" u. a.: Jeder Versuch, uns mit Feuer

Dienstag,

§chulstraffe 7.

5. August 192Ü Annahme von An'eiaen sür die lagesnummer bie zum Nachmittag vorher ohne jede Verbintl.chkeN preis für \ ir.m lsöhe, Anzeigen u. 34mm Breite örtlich 35 *Pf., aufwärts 45 Pf.: für Ncklame Anzeigen von 70 min Breite 150 Pf Bei Platz- Vorschrift 2v Aufschlag. Hauptschristleiter f Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Neinhold Jen,: für den Anzeigenteil: H. B«k, sämtlich in Gießen.

Schwert von der Richtigkeit bolschewisli- Ideen zu überzeugen, würde eine ge feite Gegnerschaft finden. Wir haben tue üc den heiligen Krieg Westeuropas gegen Bolschewismus, noch für den heiligen ; des Bolschewismus gegen Westeuropa s übrig. Die deutsche Politik wird weder inen, noch der anderen Seite Fehler mit en und wird ehrlich neutral bleiben. Wer daran hindert, wird das deutsche Volk zu lossener Gegnerschaft bereitfinben. Wenn die Machtmittel Deutschlands durch den Den von Versailles zerschlagen sind, ist Hl selbst für die heutigen Gewalthaber ge- ich, den einheitlichen Willen eines großen es zu mißachten.

Aus Syrien.

2' o.n, 2. Aug. (WTB.) Emir s c . in Haifa angekommen sein und Ge,.<-al Gourand, Marschall Allenbp Sir Herbert Samuel eine Unterredung bt haben. Nach einer weiteren Meldung der Emir Fessal in Kairo angekom- sein.

Aur Sem Reiche

Neubildung der Regierung in Vaden.

Karlsruhe, 2. Aug. (WTB.) Mit der ildung der Landesregierimg, wie sie wieder- in den letzten Wochen in bet Presse bcsproch.it e, beschäftigte sich heute der Verfassmrgs' huß der LandeSversammlung. Nach dem zwi- ben beteiligten Parteien vereinbarten Ab- tngen scheidet der Staatspräsident Geiß 3er Landesregierung aus. Die Zahl der Mi- tvird aus fünf beschränkt, und zwar Minister Fmiem, Justiz-, Kultus-, Finanz- und Ar- ininister. Das Ministerium des Ausivärtigen aufgdöft. Die auswärtigen und Reick-sango- heiten bekommt das Nrinisterrum, welches den tspräsidenten stellen wird, die Post- undDcle- leuangelegenheiten übernimmt der Finanz- ster.

Generalstreik in Zittau.

Dresden, 2. Aug. (Wolss.) lieber die gänge in Zitta u verösfentiicht die Nach- m stelle der StaatsVanzlei eine Mitteilung, wo- es heißt: , _ ,ur

llnveiantwortliche Kveise veranlaßten milaff- der Vorkommnisse nach einer Versammlung lISP. einen Teil der Bevölkermig zu Gesetz- feiten und Gewalttaten, lieber den Kops der 'rkschasten ries sich eigenmächtig ein Aktions- Huff als Inhaber der höcksiten Gewalt aus nahm den offenen Kamps aus gegen die ver- ugSmäßigen Organe. Landfremde versuchten l spartakistischm Putsch. Ter Führer ist bet lieslich versolgte Müller Jorban aus dem creoier, der dort wie auch im Lugau-Oels- ; Revier namenloses Unglück über die Ar- r brachte. Eine terroristische Minderheit ging sfewalttätigkeiten über, wobei acht Amköper- i abgesetzt und das Licht- und Kraftwerk ftilb- t wurde. Man drohte ferner an, das .Kraft-

Hirschfeld stillzulegen. Aus diesem Grunde die Regierung nicht in der Lage, in Ver­langen über die gestellten Forderung«i ein­ten. Tas Gesamtministerium beschloß am ntag alles zu tun, um die staatlichen SBerfc chützen und im Gange zu halten. Zu diesem cke wurden die Leiter der Landessick^erheck, die Polizei- und Militärbefehlshaber erfucht, das Nötige zu veranlassen. Wenn bis zur Erreichung dieser Aufgabe vorübergehend der Belageiungszu- stand über die unmittelbar bedrohten Gebiete vmi Zittau und Löbau verhängt werden mußte, so hofft die Regierung, daß bei tatkräftiger Mit­hilfe der ^Bevölkerung bei Herstellung der Ruhe imb Sicherheit der Belagerungszustand in kurzer Zeit überflüssig gemacht nnrb

Zittau, 2. Aug. lWolss.) Der General­streik verschärfte sich wesentlich. Aus der heute vormittag auf der Schießwiese abgehaltenen von etwa 10 000 Personen besuchten Massenversamni- lung wurde l)enZittauer Nachrichten' zufolge bekanntg^geben, daß auch das Gewerkschafts­kartell, das bisher eine ab wartende Haltung eingenommen hatte, sich für die "Durchsührmig des Massenstreiks imb die Annahme (amtlicher Forderungen der Arbeiter erklärt hältt

Qittau, 2. Aug. (WB.) Die Nachricht, daß sich das G e w e r k s ch a f t s k a r t e l l in fentn Gesamtheit an dem Generalstteik beteilige und die Forderungen der Ausständigen ur-terltutze, be­stätigt sich nicht. Der Fünfzehner-Ausschuff .setzt sich lediglich aus Kommimisten und Unabhängige zusammen. Die Stadt ist auch heute ohne Licht und Kraft. .

Dte Erwerbslosen.

B er li n , 2. Aug. lWolff.) Das Reichs­arbeitsministerium teilt mit: Die Zahl der zu unterstützenden Erwerbslosen ist im Reiche, wie infolge der anhaltenden ungünsti­gen wirtschaftlichen Lage zu erwarten gewesen ist, gewachsen. Nach amtlichen Feststellungen betrug die Zahl der männlichen E.rwerbsloseii am 15. Juli 262989, die der werbllchen Er­werbslosen 94 154, msgeiamt 357 143 gegen 321 126 am 1. Juli und 29 ' 185 am 15-^un 1920. Zu den eigentlichen Erwerbslosen rom, men 328997 Familienangehörige, die a s Zuscklaqsempsänger unterstützt werden. Die Gesmntzahl^der zu unterstützenden Erwer e- losen entspricht dem Stande vom V>. Ma.z 11920.