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heute

szenischen Feinheiten erkannte.

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Hus vem besetzten Gebiet.

Doppelte Zeitrechnung.

Mus fi<netu

Die Wahlen in Starkenburg.

DuS Darm stadt wird uns telephonisch mit-

A« Die Elter« der Ottern zur Entlassung kommende» Aitnben und Mädchen.

Durch die in diesem Frühjahr bevorstehende Schutentlassung tritt an die Ettern, die an die Zukunst ihrer Kinder denken, die Frage Hera»: W assoltderJungeoderdaS Mädchen werde n ?" Diese Frage ist ungel-euer wichtig und hat in der langen Kriegszeit eine noch gröbere Be­deutung erlangt.

Die gewaltige Abkehr von der Derusslehrr und der große Zustrom in ungelernte Berufe labt die Zukunft vieler junger Leute in trübem Lichte er­scheinen. Für die große Anzahl ungelernter und rinfeitig ausgebildeter Ausläufer und Hil'sarbeiter wird aller Voraussicht nach keine genügende. Ver­wendung vorhanden sein, itub sie rocrten nur schtrer ein Unterkommen finden.

Arbeitslosigkeit im jugendlichen Alter kann aber für das ganze fernere Leben gefährlich werden.

Der Ungelernte k.-idel auch in je>tr Wirtsd-afts- krisi am häufigsten und längsten an Arbeitslosig­keit. Der gegenwärtige Mehrverdienst der ju.gen.d-- lidjen Hilfsarbeiter darf bei der Berufswahl nicht ausschlaggebend sein, um so weniger/uls der ge­lernte Berufsarbeiter ten U««teernten sehr bald im Verdienst toeit zurückläßt. Auch sollten sich tic Eltern nicht darauf verlassen, daß dec Junge eine Stelle bei der Po st, bei der Bahn oder als M i- l i t ä r a n w är te r findet, fbititilt beten len, daß diese Stellen auf längere Zeit ben Kriegs­beschädigten und Kriegsteilnehmer« Vorbehalten bleiben, wie auch tein Verlaß darauf ist, daß die Mädchen durch eine Heirat versorgt werden und sich desl)alb für sie eine längere Be-

Teleckys, die man auch an stimmungsvollen Bühnenbildern 1. und 3. Akt und mancherlei

Heimat ausmüntete.

Unter Vorantritt der Kapelle und von der Bevölkerung begleitet, zvIen dann die Leute unter Glockengeläut nach dem Durchgangslager.

Vom hiesigen Durchgangs lager wird uns mit­geteilt :

Herr Bürgermeister Dr. Luppe von Frank­furt, Mitglied der Nationalversammlung, wird im Namen her Reicl)Sregierung heute Montag mor­gen um 11 Uhr die Gefangenen begrüßen.

Frankfurt a. M., 1. Febr. Der R ück- transport unserer Kriegsgefange­nen aus Frankreich l>at nunmetyr voll ring sitzt. Am Samstag trafen im Hauptxlhrchvf sieben Sonderzüge aus den Durchgangslagern Mann­heim, Rastatt, Worms und Mesrliede mit mehr.

Ter Staatsvommissar für die wirtschaftliche i Demobilmachung in Hassen macht bekannt, daß Nutzholz und Brennholz auf dar Bahn oder zu Wasser nur mit staatlicher Genehmigung befördert werden dürfen. Bei Versand des Holzes nach tz-ssischen Orten wird die Genehmigung von der staatlichen Oberförsterei, aus deren Bezirk das Holz befördert wird, auf dem Fracht brb-fe ober dem Konnossement erteilt. Nach außerhft.i'chcn Orten dürfen Rutzlvlz und Brennfo'lz ohne Ruch ich t auf bifc Beförderungsart nur mit staatlicher Genehmi­gung befördert totbcn. Wird das Holz auf der Bahn oder zu Wasser befördert, so wird die Ge­nehmigung von dem Mnnsterium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kame-.akverwaltung, auf dem Frachtbrief oder dem Kvnnosement erteilt. Wird das Helz m ärgerer Weise befördert, sv stellt die staatliche Dberför'erd, aus deren Bezirk das Holz befördert wird, einen Beförderungsschain aus. Tie Gem'ktmigungsscheine können von der Vorlage eines Nachwei,es darüber abhängig ge­macht iverten, wie das Holz verwendet roetteTt soll. Für die Erteilung der Genehmigung auf einem Ftachtbriri oder einem Kvnnofement wird eine Gebüln von einer Mark erleben. Bei Beförderung von Holzmengen von weniger als zehn Festmetern kann von Erhebung der Gebühr abgefclxn werden. SSer den Anordnungen vorsätzlich zuwiderhandelt, wird mit Gefängnisstrafe bis zu fünf Jvih?en und mit Geldstrafe bis zu einhundert tausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Tie Bekannt- , machung ist am 26. Januar in Kraft getreten.

Mainz, 1. Febr. (WB.) Die für im besetzten Gebiet vorgesehen: Rückkehr zur mittel» nrrotKiiidxn Zeit ist nicht einmal im bürgerlidjin Leben Einheitlich durck>gcführt morden. D« Rück­kehr zur mitteleuropäischen Zeit auch im Eisen­bahnbetrieb soll mit Einführung der rwileun* päisckVi Sommerzeit (jetzige mitt siuropänche Znt) in Kraft treten. Auf Anordnung der britischen Behörden bleibt es im Bereich der teitif.hen B.- satzrmgsarmee bei der westeuropäischen Zeil.

rufssichre erübrige. t

Die schulentlassenen Knaben und Mädchen einen Beruf erlernen zu lasen, kann den Eltern nicht dringend genug ans Herz gelegt werden, da es sich um Zukunft und Leven:>gläck ihrer Kinder hand-.lt. Das Lebensalter von 14 bis 18 Jahren ist entscheidend für die spätere wirtschaftliche Lei- ftungsfäl/iaSeit, für die Widerstandskraft und Charakterbildung. Deshalb ist eine geregelte Lehr- zrit am besten geeignet, alle guten Vorbedingungen für das fernere Leben zu schaffen und zu entwickeln.

Dte Beru f swahl ist der wichtigste und entscheidenste Entschluß im ganzen Lelen des Men- sck>en: denn sehr oft bedeutet rerfehlter Beinf ver­fehltes und verpfuschtes Leben. Nicht Augenblicks- nrigungen, nicht irgend welche bekannten ober ver­wandtschaftlichen Beziehungen, sondern wirsiiche Neigung und Veranlagung, sowie kör­perliche und geistige Eignung müsse« bei der Wahl des Berufes allein maßgebend sein.. Bei der Wahl darf kein Beruf ergriffen werten, ter dem Rbfterben entgegen geht und kein Be­rns, weder für .Knaben noch für Mädchen, darf bei ter Berufswahl als zu gering geachtet werten.

Jeder gelernte Berus bildet für den jungen Mensckxm den Untergrund, auf den er sich fein fer­neres Leben aufbauen kann und auf den er fick zu stützen stets in ter Lage ist. Gut ausgebildete Facharbeiter werden nach wie vor mehr denn je für die Wiederaufrichtung unseres Wirtschafts­lebens gebraucht werten und dementsprechend jeder- zrit gute Entlohnung finden. Auch ein gut gewähl­ter Beruf, der spätere Selbständigkeit mit geringem Anfangskapital ermöglicht, ist sehr zu empfehlen. Dies alte Sprichwort macht sich wieder gettenb, in welchem es heißt:Das Handwerk hat noch goldenen Boden." Jeder selbständige Handwerker ist besser daran an Verdienst und per­sönlicher Freiheit als ter Lohnarbeiter. Jeder gv- lernte Arbeiter hundertmal besser gestellt, als ein nicht igtferntet. Jeter gelernte Arbeiter ist selb­ständiger und hat weit bessere Arbeitszeit und Ein- tont men als ter ungelernte.

Das Städtische Arbeitsamt, SMt- Anlage 31, gewährt gerne Rat und Hilfe in allen Fragen der Bernsswalft. Durch genaue Kenntnis der wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie bet Bedürf­nisse und Eigenheiten der einzelnen Berufe, dürfte dieser Rat für die Besucher an Bedeutung ge­winnen. Das Arbeitsamt will aber nicht nur be­raten. sondern ist auch bestrebt, seine Be'ucher in gute Lehrstellen unteren bringen. Diese Tätigkeit er­folgt für alle Besucher vollständig kostenlos.

Beranstaltunaen.

Montag: Stadttheater, 7 Uhr,Kümmel blättchen". Lichtspielhäuser wie Sonntag.

Aus dem deutsche« Osten.

Königsberg, 2. Febr. Wie nachträglich ßefcrnnt wird, sperrten die Polen den ge­samten Personen- und Güterverkehr über Dirschau. Es bestand noch eine geringe Aussicht, unter Umständen die Zuge über Danzig zu leiten, was auch mit dem heutigen Frühzug geschah. Dagegen mußten die l^utigen Abendzüge Missal len, da die Umleitung über Danzig für heute abgesagt wurde. Tie Ursache der Sperre scheint in Amritz zu liegen, jedoch waren stichhaltige Gründe für diese Annahme nicht zu eridyren. Wie das Aahwersonal berichtet, wurden in den Zügen durch tollrisches Militär Paßrevisionen und sonstige Lvntrollmoßnahmen eingeiülrrt.

Berlin, 2. Febr. Angesichts der gegen die Artikel 89 und 98 verstoßenden vollständigen Ab­schnürung der Provinz O st Preußen Dom Reich, wie der Uebcrgriffe der Polen in dem Eisenbahn- und Postverkehr legte ter General­landtag ter ostpreußischen Landsckyaften scharfen P r o t e st bei ter Rrichsregierung ein. Die Provinz Ostpveußim fordere die Sperrung tes gesamten pol­nischen Bcrtelws nachten westeuropäischen Staaten, bis Polen seinen Berttagspflichten in loyal« Weise nach komme.

Aerduudstag der Post- unb Ttlegra-Heu- beamten.

Berlin, 1. Febr. (WTB.) Ter Zentral­verband ter deutscten P o st - und Tele- gravhenbeamten hatte Leute einen außer­ordentlich stark besuchten Verbandstag einbernfen, in dem zu den schleppenden neuen Lohnverhand- ümgen Strllimg genommen werten sollte. In einer einstimmig angenommenen Entschließung fordern die Versammelten, daß die vom Zentral- ' verband ursprünglich gestellten Bedingungen un­verzüglich ausgebessert und der Teuerung ent­sprechend neu geregelt werten. Tie Versammelten erwarten von der Regierung soviel Verständnis für ihre Angestellten, daß der eingeschlagene Ber- hemdlungsweg zum Ziele führen wird.

Darmstadt sind vorläufig freftgeftellt: DeiMrye Volks Partei 8387, Hcsische Vol.s a txn inib Bau­ern bund 1155, Zentrum 1703, Demokratische Par­tei 2949, Sozialdemokratisch? Partei 5278, Hand- werter- und Gewerbeixninigimg 844, Unabhängige fori-ltenu)Etatild)e Partei 1154. Tie Sozialdemo-- fraten verloren 30 Proz., die Demokraten 50 Proz. und die Unavhän-gigen 60 Proz. ihrer ftüteren Stimmen. Den Steg trägt die Deutsch: Volks- parbft davon,

M a i ii z. 2. Febr. Bei den Afteis- intb Pro- viiztella.Livavlen wurden in Mainz und Vororten geäHlf. Vereinigte Parteien Rchiul-esiens 18 732, U. S. P. 2996.

Hessen und der Einheitsstaat.

und Bayern roeiterrollten. Heute kamen zwei w:i- teie Züge aus Mannheim an. Die Heini gekehrten, unter denen sich viele aus den ersten Kriegs- monaten 1914 besauten, waren des Dantes und deS Lobes voll über die ihnen aus d. utschm Bote: von allen Pevölterungsschichten in Hl g wortenen Auftnerksamteiicn. Mit verschwindenden Aus. a - mat sprachen sie sich bitter über ihre Behänd luim in den srauzö,iick-e.i Kr.egsge, angemu^gern aus.

Wnchergericht.

Unter dem Vorsitz des Lanbgerichtsdirektvrs Wiener tagte heute zum erstenmal das aus drei Beruks- und zwei Laienrichtern zufammen- gesetzte Wuchergericht ter Provinz Oberteilen, be­kanntlich geschaffen durch die Verordnung gegen Schleichhandel und Preistreiterei vom 27. No­vember 1919. Tas Verfahren vor den Wucher­gerichten, die der schleunigen Aburteilung von Schleichhandels- und Wuch.riällan txenen sollen, ist vereinfacht: eine förmliche Eröfsnung des Hauptverfahrens durch daS Gericht findet niaü statt, der Verhandlungstermin wird auf die An­klage der Staatsamvaltschast anbernunit; tert Um­fang ter Beweisaufnahme bestimmt das Wucher­gericht nach freiem Ermessen: die Möglichkeit, ten Verdächtigen zu verhalten, ist beträchtlich erweitert. , . .

An gesagt Ytttr ter'Aländl« Cl-rißinn L. von Ober-Rosbach, ter we«ren kriegswirtfchaft- lichen Vergehens empfindlich oorbeilratt ist und chon lange im Beriacht der Geheimlchlackftung stand, ohne daß ihm etwas Bestimmtes nach- zewirien werten konnte. Auf den bringenten Ber- oacht, bei zwei Landwirten bic ihrer Be­strafung im ordentlichen Verfahren entgegeniemm je eine Kuh gekauft, die ^rere heinutd) geschlackitet und das Fleisch zu Wucherpreisen nach Frankfurt verkauft zu baten, war er verhaltet worden. 5>'ute versuchte er zu leugnen und die Hauptschuld von sich abzuwälzen: er hate die Tiere nicht gekauft, fontern sie gegen mäßiges Entgelt im Auitrag ter Landwirte gelchlackstel und das Fleisch für diese verkauft. Datei ver­wickelte er sich in unlösbare Widersprüche, und durch die Beweisaufnahme wirrte er einwandfrei überführt. Tas Gericht berücksichtigte zu seinen Gunsten, daß die beiden Landwi.-te, di? ihr mmder- weriiges Vieh selbst zu Wucherpreisen l-oswerdcn wollten, ihn zur Geheimschlachttmg gedrängt hatten.

Tas Urteil lautete auf sechs Wochen Ge­fängnis, zehntausend Mari Geldstrafe unb Ein- ziclmng tes über ten Höchstpreis erzielten Er­löses, bcf'en ziffernmäßige Feststellung einem be­sonderen Verfahren Vorbehalten bleibt.

WirtschastSverband der hessische« Städte.

Tem neugogründeten Wirtschaftsv^riand der Yes) .-mass, und waltechchm Städte und Kommunal­verbände sind bis jetzt brifie treten die St A>t' Hanru, Marburg, Naul)rim, Krrchliain, Ziegenhain, Esch- roege, Friedberg, Homburg, Homberg, Hainer, Weilburg, Hachenburg, Limburg, TMonburg, Wetz­lar, Herborn, Wolftrrgen, ter Provüizüilverband Gvß^ii und ter Laudrieis Marburg. Vorsitzender des Ausschusses ist VLcsernrerster Muellcr-Mar- burg.

Verkehr mit «ntz- «»d Brennholz.

Berlin. 1. Febr. (WTB.) Im PleTmr- tzvmgssoale des Preußischen AbgcvrdnetenHauses anb heute eine vom deutschen Ausschuß ü r dos Herzogin m Schleswig veran- kittete Versammlung statt. Hans und Tribunen 1 . -

waren überfüllt. Es spvackien Redner aller Par­teien. Zum Schluß wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Tie am Vorabend der ersten Abstimmung versammel en schleswig- tvlsteinischen Männer und Frauen aller Parteien kgtn nochmals f.terlid) Lenoahnmg gegen den Gewaltfrieden ein, der weite Scksichten des deutschen Volkes vergewaltigt und ihnen die fr'iligt Heimat zu zerr.isxn droht. Harrt aus, Jlw Bru­der und Sck)westecn in der Nvrbmark! Wir ver- lassen Euch nicht»! Wir kommen zu Euch! Bei her Abstimmung wird kein Sftmmbevech:igter feh­len. Tas Unrecht, das man Euch antun will, werden wir ui- vergessen. Wir warnen iii dieser Stunde Täneinark und die Eutentclänter, in ihrer Gewali Herrschaft ten Bogen zu üben bannen! Ju unerschütterlichem Vertrauen sind unsere Augen auf die Zukunft gerichtet! Mögen heute fremde Mächte deutsches Reckp mit Füßen treten; was deutsch ist, wird deutsch blribcn!

sw. Mainz, 31. Jan. Aus einer Versamm­lung ter Zentrumspartei, der auch Juitiz- miuister von Brentano annx>forte, sprach Rechtsanwalt Dr. B o ck i u s über bi.1 Orientierung in Hessin, die mit der größten Vorsicht und Zurück- Ixtltung behandelt werten müsse. Räumlich seren die drei'hessischen Provinzen durch ihre Lage von­einander getrennt. Tie zu erwägende Frage sei, Hessen als selches zu haften entweder durch AZr- schluß an einen süddeutschen Staat ober, selbstver­ständlich aus versirssungsmäßrgem Wegr durch Ver­größerung. Hessen bürsi weder unter dem Schnn- gruTtb Umtarismus zu einer pr?ußisck)eil Provinz noch dürsi unter Uebeftaeiterng des Wortes Föderalismus jeder Versuch abg.kfort wer­tem, zu einem Gebilde zu kommen, bas inHgt erheblich größerer Bevölkenmgszahl auch erhedlick existenzfähiger ist. Me Parteien sollen bestrebt sein, eine Lösung im Sinne der Stammes- Verwandtschaft uns«cs hessischen SMfeS zu sinren. Jusizmii-i'er pv n Bren tano te ir.t, daß eine Zentrali atrvn mit tem Kops Berlin ein Glück für Teutschland sei. Man wft'e denen dan­ken, die sick) dafür einsetzten, daß endlich be Vor­herrschaft Preußens gebrochen wirb.

** Amtliche Personalnachrichte» Am 21. Januar 1920 würbe der Zollsekretäi bdr Hauptsteueramt Gießen Hermann Adolph u Gießen auf sein Nachsuchen wegen geschwäcküerTe» sundhrit vom 1. April 1920 ab in ten Ruhest^ versetzt.

LU. B»n der Landesnniversitäl Tr. btrl. I. Compernaß, ter sieh für das Fi­ber Plilosophie des späteren Grü'chi ch an unftrer Unirerfität zu habilitieren wünscht, hält am Mitb

geteilt: Bi ten Äftris- und Provinzialtagswalil:n

M Starkenburg haben Demokraten und Sozial- . .

banofixrten eine schwer: Nüterlage erlitten. Das als 3000 Gefangenen ein, die nach kurzer Ver- Griamtergebuis steift noch aus. In ter Stadt I pflegungspause nach Weüfalen, Norbteutschiaud

A«s Stabt und Cattb» Gießen, den 2. Febr. 1920.

Der zweite Heimtehrertran-p-rt.

Gestern nachmittag um 4,20 Uhr kam ein Transport hrimkehrercher KriegSge^rngcnen in Stärk? von 1033 Mann aus zwei Gefangener- Kumpagnien tes Lagers St. Remi auf dem Bähn- tbf in Gießen an. Tie Leute waren lehr erntet über den h.-rzlichen Empfang, ter ihnen nament­lich auch von der Bevölkerung bereitet wurde. Ter Empsangsausschuß war vollzäUig am Bahnhof er» sckftenen; ebenso die Kapelle ter Reichswehr. Tie Reichswehr selbst hatte eine Ehreirkmpagriie ge­stellt. Nachdem bi? Leute aufgestellt waren, wur­den sie ans den Balmhossplatz geführt, wo Herr Tr. Schneider vom Roten Kveuz eine Ansprache tfcclt. Er führte etwa folgendes aus: Frei und dahftm, bas fein die beiten Worte, die nun für sie heute Wirklichörit wären, sv baß sie nun als freie Männer wieder auf deutschem Boden ständen und es nun ihre Aufgabe wäre, mi:zuhrllen, daß das Vaterland, das ihnen ganz besonders ter- traine, in seiner Not nicht im Stich gelaften toeroc, sondern nm-der groß und mächftg werde. Ter Redner schloß mit einem Appell an Die Heimkehrer, der als Gelöbnis in einem Hoch auf die deutsche

(Siegener Stadttheater.

Gießen, 31. Januar 1920. 9ioie Bernd.

Schallspiel von Gerhard Hau Pt man«.

Nach mancherlei dramatisckien Versuck)en, die zur Hiswrie lFlorian Geyer», zum Märchen (Der- tuntenc Glocke), zu Slwtespearesckier Lustspiel­romantik (Schluck und Jan» und zuletzt zur deut­schen Sage (Armer Heinrich) hingesührt hatten, wandte sich Gerlard Hauptmann 1903 mit Rose Bernd einem Stoffgebiete wieder zu, dem er feine unbeftrittcnbrtai Eriolge zu verdanken hatte bei Volksgeualdeu sriner fch eft chen Hemiat. Er setzte damit die Linie fort, die von seinem Ersv- lingswerleVor Sonnenaufgang"" überDie Weber"" zumFuhrmann Henichel" führte, und man könnte sagen, daß die Rose das weibliche Gegenstück tes passiven Helten Henschel ist, der von sich sagt:ane Schlinge ward mit gelegt, smb in die Schlinge da trat ich halt 'nein." Und anderseits setzt Nase Bernd eine litcratur- geschickftlicke Lüne fort. Die von tem Stürmer «nd Dränger Wagner über Goethes Faust führt und das Problem der Knidesmörderin meifchlich verständlich machen will.

Und gerade die Vrwrnenschlickmng dieses Pro- blemeS ist von Gerhard Hauptmann 'n seiner naturalistisäien Behandlung des Stos'es i^rvor- ragenb gelöst worden. Man kann Rose Bernd als das menschlich ergteiieitbfte aller von ihm gestaltenden Schicksale ansprech.m, und die Art, wie er das ArenichliÄ.' au» den» Stofflichen heraus« läutert, ist ber Prüfstein für denTichter" Ger­hard Hauptmann, der auch in seinen ungleich- wertigsten Wetten immer irgendwie erkennbar bleibt

Rose Bernd ist trotz ber scheinbaren Milien gedundenheit lein rinmaliies Sonderschi.iso! son- bern rin typiiches Schicksal des vollblütigen

furchtbaren Geständnis tes Kindsmord«-. das am Ente das Dramas steht. Groß dutchgesührt war auch die Szene des zweiten Aktes, in ber Frau Flamm ihr nmntervo l verstehend das Geständnis ter Mutterschaft entlockt, und Auguste Marcks, die sich in ter Rolle ber gütig abgeklärten Frau Flamm stark beivährte, hatte großes Verdienst um dieses Austeuchten von Seele zu Seele.

Ten in ferner Art guten Menschen Flamm, ter durch den Egoismus einer gesunden und ehr­lichen Leidenschaft, durch Rühtverstelnm und allzu schnelle Enttäuschung die Katastrophe mit herbei- tülTrt, ste.l e Osdar Feige l in Hörer DurckM> amg bat. Hans Eisolt hielt sich beraubt davon entfernt aus tem seelischen Erpteisir Strcckmann einen Tl»eaterbösiwicht zu machen. Er gab ihn in richtiger Anfsassuug als etwas kraftprotzi.ten Vollblütler. ter allesFvauvolk"" als seine recht- mäßige Beute anfieht und bie Schlingen, die er ihm stellt, als waidmannschriich erachtet. Ghit bewährte sich in neuer Verwendung Franz Braun, als pietistischer Buchbinder und Trak- tätchentolvorteur, bei tem die Gottcrgebenlftit nicht wie beim alten Bernd (Harn, Noe bett) in Selbftgetechtigteit ausartet. Er fand einen weichen, gütigen, fafbungdfreien Ton, während' Harry Nor­bert den Charakter des Alten nicht hart genug umriß.

Tie zahlreichen Nebenfiguren im dritten Akte in guter Regie um den Fesdbrunnen vereint waren durchnreg gut charakterisiert. Hervorgelwben sei Roses jüngere Schwester Marthel (Hedwig Rupprecht).

Ter Schwierigteit des schlesischen Dialektes wurden leider die wenigsten Tariteller gerecht, so daß m der Sorachsärbung die mannigfaltigsten Schwankungen störten.

Der Gesamteindruck konnte jedoch dadurch nicht beeinträchtigt werten, und dafür sorgte neben Emzelleftwnge« c*t feste, umsichtige Regie Adolf

sw. Darmstadt, 30. Jan. Hubert Eu1 lenbergsRitter Blaubart" ging geftnt abend in Anioesenhcit des Komponisten, E. $ v stteznicieck als Erstaufführung ü.er die Bühne. Tas Märckxnspiel vom Ritter Blaubart, der seine Frauen köpste, ist ein seltsames Gemisch von Efsettjucherei, gutem WUlen. ten Stofs psycho­logisch zu verticsen und leichenbitterer Bühnen- tragit. Ter Erjolg ber Over war größer als ber übliche Erstausfülwungserpla. Er galt ber Musik, vor allem ter des 2. Aktes, bie in lyrischen Stellen von berückender Schönheit und sinnlichem Reize ist und starte Eindrücke hinterläßt. Ter 2. Akt ist ter Hötepunkt und bedeutet eine muhte lische Großtat. Hier ist ber Komponist srei vom Einfluß. In brit beiden anderen Akten mach: sich teUs ter Wagner-Epigone zu breit, teitv stört die Sucht, all zu modern sein zu wollen Bor allem sei darauf hingewiesen. daß das Orche­ster dazu erniedrigt wirb, Geräusche nachSnahmen. Tas Sinfonische Zwischenspiel wird bevor;uft. bas Duett nicht verlchmäht. Den 1. Akt beschließ ein Quintett Ter 1. Akt wirkt in seinen bret lose aneinander gereihten Szenen kinematogra- vhisch. der letzte fällt gegenüber den anderen ftarr ab. Ob tem Komponisten innerer Drang aber das Bewußtsein, es hier mit einem dem Ge­schmack ter Zeit Reckmung tvagenten «Sujet w tun zu Haden, zur Wahl des Stoffes getrieben haben mag, bleibe bafongestellt. Der B i al! lvar berechtigter Weife sehr stark. Die Ausführung dank ter vorzüglichen Leitung von Generaimusik- bireftor Bo ling gut Komponist und Mitnnr- tenbe wurden jum Schlüsse mit Beiiaftsstürmeu überhäuft.

Weibes, das ohne ihr Zutun Mänuerinstinkte entfacht.Alle Männer toarn hinter mir her? »ch l>ab mich versteckt. Ich hab' mich gefircht'! Ich hab' solche Angst vor a Männern gehabt! s' half nischt, 's ward immer schlimmer dahier! Hernach bin ich von Schlinge zu Sck>ftuge getreten »Fuhrmann Henschel), daß ich gar ni bin mehr zur Besinnung gcEomm!" In diesen Worten er­schöpft sich daS Schicksal ter Rose, basmit einem Liebe beginnt und mit einem Schrei entet". Wie sie zur Verbrecherin gerootten ist, weiß sie silbst Baum, und es ist rxrs Tvrgischk,ie, daß mo­rn anb bieten Weg überblickt: baß bie rin*,ig Ver­stehende sich innerlich von ihr abwendet, als sie ihren eigensten Bereich mitschuldig sieht, daß die gütigste Gestalt des Keil ihren Leidensweg mit barml-erzigem Christentum als Schulbsühne emp- Frirtet, ohne aber sein menschliches Bers'.el-m trostlosen ErkenntnisMa' is zu sehr aUeene hier uff d'r Erde!"" entgegenzusetzen.

Ein Mensch erleidet fern Schicksal, in Schuld hineingehetzt, sich zuletzt immer weiter ver­strickend, nicht, weil er schlecht ist, sondern weil er sich schämt, seines Schicksals nicht Herr geworden zu sein. Uno damit zeigt Hauptmann aus eine ter menschlichsten Trieosebern auf abschüssiger Bahn.

Rose Bernd erlebte unseres Wissens ihre erste Aufführung in Gießen. Tie Möglichkeit der Aus­führung hängt von einer geeigneten Darstellerin der Rose ab und die war in Rose Rubner gefunden, die damit zum erstenmal in bedeuten­derer Rolle her ausgestellt wurde. Schon ber Auf- tatt tes ersten Aktes gab bie Gewißheit, daß sie der großen Aufgabe gewachsen war. Sie wuchs von Szene zu Sz?n? und blieb nur selten hinter Erwartungen zurück, wie im vierten Auszüge, bevor sie ihren Meineid eingestelft. Ihre Ver­wirrtheit, w ber sie sich aufs Leugnen verlegt, war sie Usch nicht ganz ersaßt Hemach steigerte

»atz zwischen großen fl'irfhritrtlfrm warte ffefST, alle Hoffnungen auf Äftetermitnüpsung ber von, Kriege zerstörten menschlichen, rairt dw t td,vn und polilisch^n Be-temngen ivärten.. tx-n rliwt w?.bm. Ku Namen ter de^tsä-en Vurgerrate Litte td» bie ReiäSregierung, 'wd; in letzter Stunde teui Mittel mroerindX zu lassen, um untere Geg-r.er von diftem Plane abzabringen, um he davon im Ober.^ugen, daß sie Unwürdiges unb d s- b«üb sittlich Unmögliches von und Ver» folgen, baß eine Verwirktichung ihrer Absicht nidft nur für unser Volk, foitbem für alle Nationen der D<-lt verleugnisvoll sein muß, weil die un- arichriebencn, ewigen, für die ganze Welt gültigen Gesetzt', von teuni gtrnbe umeae Feinte so viel griirrocbe.i baten, damit zerbrod>en würden. Noch g? i e m a ti b b a t u n g e st ra f t ei n e m großen Lol ke Unerträgliches zugemutet! Richt um Gnade haben ivic zu bitten, sondenr mahnen wollen wir, ernst und rtiibringlid), stolz auf eine grob« Vergangenheit und sicher einet unzerstör­baren Zukunft."

Eine Versammlung schleswig-holsteinischer Mäauer und Frauen in Berlin.