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Wildenbruch-Stiftung.

erhebliche Mengen g'fetuft zu

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nur -auf eine Mchlmenge tun insgesamt 6

monatlich. Sagt die Hamsterer von Eurer Liefert nur an den Kommunaiverband, und

alles, was Ihr nur irgend entbehren könnt.

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Ein Pazififtenkougreß.

Braunschweig, 30. Sept. (Wolff.) J-.r Anwosendrit vm Vertretern aus allen Teilen des Deutschen Reiches, der Schwei-, Deutsch-Oester^ v.'icl-s und der Türkei wurde hmte vormittag tm bitsigcn Packüotel der 9. deutsche SJ3 a »i * sistenkongreß mit einer Haupt' ersammlung der deutsrhcn Friedensgesellschast eröffnet. Deu Borsitz übernahm Prof. Dr. Leonhard. Prof. Q u i d d e - München gab einen Rückblick aus die Arb-'it der beutfaxn F'.ie.e sge ellfc'xrft während des vergangenen Jahres. Unter den Teilnehmern befinden sich Graf Keßler- Berlin, Helene Stöcker Vom Bunde für Mutterschutz, Lega- ti-onsvat v. Prittwitz -Berlin als Vertreter Ixt: dmtscheu Rei sregieiung, Legationsrat Herz- Wien als Vertreter der deutsch-österreichisä>en Staatskanz i sowie Abgeordnete von dec öster­reichischen Liga des Völkerbundes.

Die Kartoffefoerforgung.

Berlin, 30. Sept. (WTB.) Der Volks­wirtschaftliche Ausschuß des Reichs­tags hat , von einem Antrag der Unabhängigen den dritten Absatz angenommen, nach dem die Be­hörden bei lleberschreitung des Grzeugerhöchsb- preises für Kartoffeln sofort wegen Wuchers mit aller Schärfe einschreiten sollen, ebenso einen Antrag der bürgerlichen Parteien, nach welchem der Ausschuß den Standpunkt der Reichsregierung, insbesondere ihre Vereinbarung mit den Spitzen- Organisationen der Landwirtschaft, des Handels und der Verbraucher, über die Karwffelversorgung billigt und erwartet, daß die Reichsregierung die ungestörte Ernte und Beförderung der Kartoffeln nachdrücklichst sichere. Der Erzeugerhöchstpreis wurde auf 25 Mark festgesetzt.

Iiy.Stttit J*entr NS kn Zfceme *nfrurt? ZK-i«, W» k l'

^ohannesfaal lFo(<mnes! irche), cher Abend des Wortburgverems. Uhr. Beanr enveriammlung des

zumPreiseponZOMarkfürdenZent- ner zur bestimmteri Lieferung Bereit» gestel lt habe, und daß oiffe DLenge einer Umlage ton mehr als 30 Zentner pio Morgen, der gesamten Klartofselanbaufläche des Reformbum^s der Guts- Höfe entspräche. Diese Mengen «ribbelt bei einem Lieferungspreis von 20 Mk. gegenüber dem Ber- tvagspreis von 30 Mar? für den Zentner ein Opscr von 1500000 Mark betragen. Die sÜddeutsck-en Städte, an bereit Spitze Beig. Daub, sind gegen die Pr. iso Umng Sturm gelaufen und hai^n dal-ri die Unterstützung des Landescrnähvung-amts und der Regierung gefunden, während die Reichsregie- runa an den hohen Preisen feschi'lt. Bei den Frühkartoffeln war die Stadt gezwungen, 45 Mk. für den Zentner feslzusetzen. Trotz aller Mühen ist ein geringerer Preis nicht möglich gewesen. Tie vom Reuh aus dem .Kreise Friedberg zuge- wieserve Menge wurde nicht geliefert. Sicher ist, daß dir Ernte nicht sehr gut war sicher aber auch, daß eine Menge von 80120 Marc pno Zentner noch Frankfurt verschoben wurden. Es gelang bann, aus Württemberg Kürtofseln einzufirhren. Ent'lich hat auch die Reickisforvffelifol'e Tai­men gen in Aussickst gestellt. Durch persönlich? Be­mühungen wurden in Magdeburg und Mecklenburg

W e i m a r, 30. Sept. (WTB.) Hier fand heute die Hauptkonforen z der deutschen Sch i l l e r st ift tung statt, in der über die Verwendung der Ernst v. Wildenbruchschen Erbschaft verhan­delt wurde. Ter Dichter hat bekanntlich fein Ver­mögen einschließlich der Einkünfte aus seinen Wer­ken und seinem in Weimar gelegenen Haus der deutschen Schillerstiftung letztwillig vermacht. Tas Haus sollte als Heim tür Schriftstellerinnen ein­gerichtet werden. Dem stellten sich jedoch große Schwierigkeiten in den Weg, da der dazu nötige Umbau des Hauses sowie die Einrichtung und Unterhaltung große Aufwendungen erforderlich machen würden. Im vollen Einverständnis mit der kürzlich verstorbenen Frau v. Wildenbruch beschloß daher die Konferenz der Schillerstiftung, eine Stiftung ins Leben zu rufen, deren Jahres­zinsen in Höh? von 6000 Mark an bedürftige Schriftstellerinnen und deren Töchter bzw. an die Witwen und Töchter von Schriftstellern als Beihilfen zur Erholung und .Kurzwecken verteilt werden sollen. Tie Erträgnisse der übrigen von Wildenbruch der deutschen Schillerstistung hinter» lassewm Vermögen werden nach der letztwilligm Anordnung des Dichters satzungsgemäß tür deutsche Schriftstellerwelt verwendet.

gesamten Landwirtschaft untergraben und in Den Schmutz ziehen, verdienen feine Schonung.

An li: Bert: auensleute der Land­wirtschaftrgeljt insbesondere bie Auffor­derung, n it-uhel e.', die Berspre Hungen der Füh­rer der deutschen La.idwinscka,t und bieienigen der hessischen Bauern zu erfül.en. Diche 'haben sich mit ihv?n ganzen Kräften für die Aufheou'. g d.r Zwangswi'. tscha t sür Karfoftetzi, Hülfenfrüchtc, Oelfrück-fe, Vieh usw. eingcsctzt und haben die Fr ngäbe aller dieser Landwirtsck-aftclpooduste e.-* rricht, haben aber selbst ei i gesehen, datz Die Zwangsnirtsckia't im Bro'.g treibe m.bedingt au'- ceckft erhalten werden muß, um eine Kutaftrophe zu verhüten. Sie haben erklärt, die deutsche Landwirtschaft iverve allesdaran letzen, dre Br>01ge t reidev ersorgung frcher zu- Bersprechm im Vertrauen auf die Landwirte des Versprechen tm Betrauen aus die Landw.rce des öfteren wiederholt und es hängt nun in der .Hauptsache von den örtlichen Vertrauensleuten der Landwirt? ab, ob Die Führer ihre Zusagvr ecnlöfen können oder nickst. Die Landwirte müssen gefragt werden: MiOllt Ihr Eure Führer, die Euch soviel Vorteile versckasften, die ständig weiter für Euch stvritm, wortbrüchig machen? Wollt Ihr, daß oas fehlende Getreide zu ungeheuerlicksen Preisen aus dem Ausland bezogen werden muß, daß neue Steuern von Euch erhoben werden ßülen, um Die kolossale Belastung der. Reichskaffe auszugleichen? Wollt Ihr Euch sagen lassen, Ihr 'hättet durch lockende Wuck-erpveise Eure Ehre verlauft, hättet vielen kvanfen und hungernden Personen, vielen Kindern und Greisen das nvt- w.'ndigste Nahrungsmittel geraubt? Denkt daran, daß Ihr mit jedem Zentner, den Ihr weniger ab- liesert, die Bvoiversorgung mehr gefährdet! Aus einem Zentner Mehl können 34 Laib Brot gebacken w?rden. Einer vierkopsigen Familie kann damrt zwei Monate lang die karge Brotration zugefühn werden. Ihr selbst 'habt Anspruch auf 12 Kilo Buotgetreide, 5 Klg. Gersle und 5 Klg. Hafer pvo Kopf und VLor'at, di? Versorgungsberechtiglen

zen sogar auf Diplome, Preisbestätigungen aller Art, Ebrenbürgerbriefe u. dgl. Sie sind dies beim Hersteller als Schmuck- und Ziergegenstände Der Inneneinrichtung, auch wenn Text oder Einzerch- nung .; aus ihnen noch nicht angebracht sind. Steuerfrei sind dagegen ßndene Tameimnterröcke aus Taft ober aus Messaline als Gegenstände Der Ob.'rbckleidung. Es gilt dies sogar tiir U.sterröcke aus Tast fayonnö, da Tast faconne nicht zu be­sonders bestimmten feinen Seeiden zählt. Tamen- strümvfe sind dagegen lurusnei^rps.ilstig, wem' sic aus oOpvoz. reiner Seide und 50proz. mit Seide hinterlegtein Boumwolleigarn hergestellt finb. Während Gebinde und sonstige Herrrckstun-

Lste etwas gemerkt?" Lichtspiele, Seltersweg, Homunkulus", 2. Teil.

** Amtliche Personal nachrichten. Ernannt wurde am 29. September der Direktor des Nealghmnasiums zu Gießen Tr. August Baur vom 1. Oktober 1920 ab zum Direktor des Land- graf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen; der Stu­dienrat am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium zu Gießen Otto U r st a d t vom 1. Oktober 1920 ab zum Direktor des Realgymnasiums zu Gießen. Kirchliche Tienstnachricksten. Am 23. September wurde der von sämtlichen Ri^desel Freiherren zu Eisenbach auf die evangelische Pfamtelle zu Nie- der-Movs, Dekanat Lauterbach, erfolgten Präsen­tation des Pfarrassistenten Heinrich N e n n o b e l zu Bad-Nauheim die Bestätigung erteilt.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Mr geben begannt, daß alle erfolgten Bestellungen auf das diesjährige Abonnement erledigt wewen formten. Bon einer besonderen persönlichen Be­nachrichtigung (durch Postkarte) tft Abstand ge­nommen worden, so daß ab heute jeder Be­steller sein Abonnement an der Tageskasse (101 des Stadtthraters einlösen kann.

** Der Lahn kanal-Berein veranstal­tet morgen nachmr.taseine au ßerorden tliche Hauptversammlung im Hotel Großbcrzog von Hessen. 2lüf der Tagesordnung stehen: Berühr über das seit der letzten ordentlichen Lwuptoer- fammlung vorn Vereinsvorsband Veranlaßte. Be- schlußfassrmg über eine Erweiterung des vom Der ein zu verfolgenden Programms (Schaffung eines Grvßschiffahrls Weges Koblen zKas­sel). Aenderuna der Vereins satzmrg (§§ 1 unb 2, dcame und Zweck, § 4, Bei rage § 7, Organisation Des Vereinsausschusses). Verschiedenes (Leine ge­schäftliche Mitteilungen, Anfragen und Anrvgun- gen). Tie Versammlung ist öffentlich: nicht nur VereinSmHglieder, sondern alle Jweressenten und Freunde der vom Verein ber folgten Ziele find nrillBonunen.

** Obst-Ausgabe. ZU der Turnhalle der Stadtnrädchenschule, Wesb-Anlage, gelangt in der Zeit von 812 Uhr vorm. und 15 Uhr nachm. gegen Abgabe der Obstmaicke A Tafelobst zur Ausgabe. Siehe Wnzcigentril.

** Für Briefmarkensammler. Um Wünschen aus Sammlerkreisen entge-genzukommen, sollen fortan alle Sorten der jeweilig gültigen Post, lvertzerchen bei der dem Briefpostamt in Berlin C 2 bestehenden Markenverkaufsstelle vorrätig ge­halten und verkauft werden.

* * Sein 40jähriges Dienstjubi­läum bei der Stadt Gießen begeht heute der Oktroi-Aufseher R o l o f f.

* * Freibank. Samstag, 2. Ott., werden von 13 Uhr die Nrn. 24512500 beliefert.

**DasalteRothenburg. Fm Auftrag der Vortragsvere'nigung des Kaufmännischen Ver­eins unb des Ortsgewerbevereins hielt gestern abend Dr. W a l d s ch m i d t (Wiesbaden) einen Lichtbil­dervortrag über das alte Rothenburg. Der sehr gut besuchte Saal der Neuen Aula bewivs, wie recht der Vortragende hatte, wenn er am Schlüsse meinte, daß sich der Deutsche nach dem Kriege wieder auf die herrlichen Schätze des eige­nen Landes in Natur und Kunst zu besinnen be­ginne unb nicht mehr alles Schöne nur im Aus- fantejudie. In seinem einleitenden Vortrag führte Dr. Waldschmidt [eine Hörer zunächst in das Heu- tige Rothenburg, das wohl der schönsten und best- en)alterte Zeuge einer mittelalterlichen Stadt ist. Dann machte er mit den an schönen aber auck düsteren Bildern so reichen Geschchte der alten ehe­maligen freien Reichsstadt bekannt, die an der Ge­schichte der Hohenstaufen und vor allem der Re­formation einen regen Anteil hatte Leider ivaren die Worte des Vortragenden recht dürr. Um so beredter war aber die Sprache der Lichtbilder, dik dem ftaunenben Beschauer die Schönheiten des Tauberstädtchens mit seinen reichen Kunstschätzen eindringlich nahezubringen.

**EineBeamtenversammlung wird vom Deutschen Beamtenbund, Ortskartell Gießen, ^Mt^t a^>tm^> $ V" Felsenkeller Gießen veran-

* * Der Evvn g. Arbeiterv e rein ver­anstaltet am Sonntag einen Familienaus­slug nach der Karlsruhe. (Sie'he Anzrigs.-

** Die Lichtspiele Seltersweg bit­ten uns mrtzuteilen, daßHomunkulus H. Teil: T i e Vernichtung der Mensch­heit" nur heute, morgen und Montag zur Vor­führung gelangt. Am Sonntag steht Joe Deebs spanisches AbenteuerT ambourin und Ca- ft ag ne t ten" sowie das luftige Beiprogramm auf dem Spiel plan. Ab Dienstag läuftHomunkulus HI- und letzter Teil: Ein Titairenkampf".

_ ** Oefen und Herde instandsetzen! Dieser MaHnruf ist jetzt besonders angebracht. In zahlreichen Wohnungen befinden sich ine Oesen intb Herde in einem Zustande, der eine wirtschaftliche und sparsame Verwendung der Kohlen ausschließt. Diesem Mangel abzuhelfen, liegt bei der .Kvhlen- knappheft unb den hohen Brennstoffpreisen tm eigensten Interesse jedes Verbrauchers. Die Kosten für notwendige Instandsetzungen an Oefen und Herden sind in der Regel wesentlich geringer, als der Mehraufwand, der dem Haushalt bet schad­haften Feuerungsanlagen durch unwirtschaftliche Verbrennung der Koble entste'ht. Zu große Rost­flächen, zu tief unter der Kochplatte liegende Roste, Mlsgedrehte Verschlußschrauben an Feuer-' und Asckietüren, die keinen oichfen Abschluß bei Feue­rung gestatten, durchlöck>erte Kochiöh. en, schadest Züge, ungangbare Schieber und Umslellklapve« können den Kohlenbedarf ve^di- lfäl igen, chne ixitt der gewünschte Heiz-effekt erzielt wird Außerdem besteht die Gefahr von Gesundheitsschädigungen durch ausströmende Rauchgase.

*^SeideneUnterröcketuxussteuei.'°> frei, Ehrenbürgerbriese ftcuerpfotd> tig usw. Tie Luxussteuerpfticht erstreckt sich nach einer Entscheidung des Reichsministers ber Finan

Die Brotversorgung in Gefahr:

vz. Offenbach, den 30. Sept. Ter Kom­munalverband Friedberg-Offenbach erläßt folgendes Rundschreiben.- Bedauerlicherweise muß pefigeifent werden, daß die Getreideab­lieferungen in unserem Kommunal verband ms letzt äußerst gering sind. W i r ver­fügen zur zeit nur übereine Getreide- menge f ür 4 Wochen. Es ist eine unbestrittene Tatiache, daß die Ernte an Brotgetreide in diesem 3abc nicht schlechter als im Vorjahr ausgefatfen t)t und trotzdem bleiben die MUforungen gegen­über 1919 weit zurück. Welche Gefahren hierdurch heraufbeschlvoren werden, bedarf ivohl feiner wei­teren Darlegung. Während im Erntejahr 1919 btc eigene Ernte dos KommunalverbandeS zur Ver­sorgung bis 15. dlprll 1920 ausreichte, könnte tn diesem Jahre bei derartig geringen Ablieferun­gen die Versorgung nut etwa bis Ende Dezember gewährleistet werden, und es besteht nach diesem ZbüPunkt die Gefahr, daß der Kvmmunalocrband inchts hat, um die versorgungsbercchtigtc Bevölfe- rung mit der ohnehin geringen Brotration zu beliefern.

ft ^ic1'c Gefahr mn ßunt er allen Um­standen abgewendet werden, denn die Folgen eures derartigen Zustande; sind nicht ab- zuwvcn. Der Emst der Lage muß jedem Emzelnrn botlfomn^n klar gemach: und alles grian iverben, Dw ablreforrmgSvNrchtigen Landwirte zur alsbal­digen und restlosen Ablieferung des Brotgetreides anzuhalten, rncht nur im Interesse der versor^mms- beit ebn gl en Bevölkermur, ber Arbeiter, Angestell- ten nnd Beamten, der Erwerbs wen, ber Kranken der Krnd.-r mtb alten Personen sondern auch im ri'.mmnlten bereife bet ßanbnnrte se bst. Tie- icnigeu Landwirte io:Len namhaf: gemicht werden. Die fortgesetzt ihrer Verpflichtung nicht nachkom-

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durch foimte ein Druck ausgeübt und der Preis ge- senli werden. Ein neuer Beweis, daß nicht Verord­nungen, sondern Angebot unb Nachfrage die Preise regeln. Dem Reformbund der Gutshofe gebührt wärmsten Dank für sein Entgegenfommen. Weitere Verbmdungen sind tm besetzten Geliei angeönpüst worden, die auch zum Erfolg führen dürften. Die ©labt hat also alles Mögliche getan, um die Be­völkerung mit preiswerten Kartoffeln zu versehen. Zum Schluß teilt Redner mit, daß die Gewe rk- schaften Hessens mit der Landwirt­schaft ein Abkommen getooffen haben, nach Dem 1/o Mill ivnen Zentner Kartof­feln für Minderbem ittel te zu 20 M k. prvZentnerzu liefern sind. (Lebb. Bra'vo.) Auf Darmstadt entfallen davon 209000 Zent ner. Damit besteht Aussicht, daß jeder seine Kartoffeln zum Preise von .etwa 20 Mark erhalten kann.

Im wei eren Verlauf der Aussprache wird der Stadfotnvaltung Tank für ihre Maßnahmen aus­gesprochen. Ebenso den Gewerffchaften für ihre Vormittelung. Auf dos besetzte Gebiet sollte man keine so große Hoffnung setzen.

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Mainz, 30. Sept. (WTB) Etwa 10- bis 12 0 00 Arbeiter der großen Industrien von Mainz und Vowrten zogen gestern aufs Land, um in einzelnen Abteilungen verschiedene Dörfer der Nachbarschaft, aufzusnckien unb d?n Land­wirten die Not der städtischen Verbraucherkrrise vor Augen zu führen. In den Ortschaften wurde mit den Landwirten über Lieferung und Preis von Kartoffeln verhandelt. Wie die Blätter her­vorheben, verltefen diese Demonstrationen ruhig.

st>. Frankfurt a. M., 30. Sept. Auf dem Lande nimmt das Kartoffelhamstern durch die städtische Bevölkerung seit einigen Tagen wie­der einen Umfang an, der für die Kartoffelver- forgung und die Preisgestaltung auf dem Kvrfoffel- irtarft bedenklich ist. Die Landwirte werden unter Preisen, die in vielen Fällen weit über 60 Pf. das Pfund gehen, förmlich zur Herausgabe von Kartoffeln gedrängt. Auf diese Weise wird durch die Mitschuld der Hamsternden minderbemittelten Verbraucherkreisen der Kartoffelpreis in unver­antwortlicher Weise in die Höhe getrieben. Das Vorgehen der Behörden, eine Herrrbfttzung der Kartoffelpreise unter die in den LieferungsÄer- träaen der Stadt festgesetzte Höhe herbeizuführen, wird geradezu sabotiert.

mc. W i e s b o d e n, 30. Sept. Fn ganz Nassau ist die Kartoffelernte in vollem Gange. Durch die Regenfälle der letzten Tage ist die Ernte erschwert, da das Erdreich zu sehr an den Knollen haftet. Ten Ertrag der Ernte schätzt man all­gemein ans mittel, einzelne Gemeinden melden auch gut. Im großen Ganzen ist man mit der Ernte mit Rücksicht auf die im Frühjahr herr­schende Trockenheit zufrieden.

Güstrow, 1. Ott. (WTB.) Wie dieMeck­lenburgische Tageszeitung" meldet, erklärten sich die Don der Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Land mich Güstvvw eingeladmen und in großer Zahl er­schienenen Mecklenburgischen Landwirte emftnnmig bereit, um Der wirtschaftlichen Not­lage der Volksgenossen in den mecklenburgischen Gemeinden nach Kräften zu steuern, diesen 1 M xt - lion Zentner Kartoffeln zum Preise von je 19 Mk. zur Verfügung zu stellen

Friedberg, den 1. Oktober 1920.

Ter Reformbund der Gutshöfe ersucht uns bekannt zugeben, daß infolge ber außergewöhn­lichen diesjährigen Verhältnisse die gesamte Pro­duktion, welche dem R. d. G. zur Verfügung steht, längst vergeben ist. Leider müisen daher bereits seit längerer Zeit die zahlreichen Nach- fragen nach Kartoffeln abschlägig beschieden wer­den, welche beim N. d. G. täglich mündlich und schriftlich vvrgebracht werden. Auch erscheint es ausgeschlossen, daß späterhin noch die eine ober andere Bestellung jüngeren Datums befriedigt wer­den könnte, wnl zahlreiche Gutshöfe, entgegen der ursprünglichen Annahme, gezwmrgen toerben, auch erhebliche Kartoffelmengen an die eigene Gemeinde ober an Nachbargemeinden abzugeben. Es hat sich leider unter den diesjährigen Ver­hältnissen der vom R. b. G. stets vertreteneGrunb- gebanfe nicht ausnahmslos verwirklichen lassen, daß die Produktion der größeren Betriebe den Verbraucherzentren Vorbehalten werden müsse, wäh­rend die Landgemeinden durch die Erzeugung der kleineren und mittleren Betriebe zu versorgest mären. Unter diesen Umständen sind weitere münd­liche oder schriftlich? Nachfragen bei ber Geschäfts­stelle des R. b. G. leider völlig aussichtslos.

Ferner ersucht ber R. d. G., bie Oeffentlich- Jeit daraus hinzuwrisen, daß er naturgemäß nicht in der Lage ist, auf bie Verteilung ber von ihm den verschiedenen Verbraucherorganisationen, Kom­munen usw. angebi-mten Kartoffeln einen bin» benben Einfluß auszuüben, unb er gibt ber Erwartung Ausdruck, daß nicht er für tatsäch- liche ober vermeintliche Härten verantwortlich ge­macht wird, welche völlig außerhalb seines Ein- ftnßbereich's liegen und unter den diesjährigen Verhältnissen wohl kaum gänzlich vermeidbar sind.

Schon nach den vmLrirfigen Feststellungen läßt sich übersehen, daß bie im R. d. G. vereinig­ten Hosgüter vom Morgen Anbaufläche mehr als 40 Zentner Kartoffeln zum Erzeugerpreise von 20 Mk. den Verbrauchern zukommen lasten. In geradezu empörendem Gegensätze zu dieser Preis- bemefsung steht die Tatsache, daß zur Zeit Auf­käufer ungestört die hestisc^n Gemeinden ab- klovfen und sich erbieten, jedes Quantum Kar­toffeln mit bis zu 3 5 Mk. je Zentner zu bezahlen.

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Die Versorgung Darmstadts.

dz. Darmstadt, 29. Sept. Im Rathaus fand gestern auf Einladung des Emährungsbei- vates eine Aussprache über Ernährungsfragen statt. Den Vorsitz füljrle ^ürgermeiXer Mueller, ber zunächst Mitteilungen Übet die Aufhebung der Rationierung machte. Der Brot preis muß leider wieder ab 1. Oktober um 20 Pf. für den guofan Laib erhöht werden, im April bis Mai muß eine weifere Erhöhung erfolgen Zur Sckmf- fung einer Reserve muß die AusEblung des Getreides auf 85 Prozent zurückgeschraubr werven.

Zur Karrosfelverforgung führt zu- ilächst Herr Aures ans, es sei unbedingt zu raten, in ber Zeit, da Gemüse noch zu haben ist, Bvot.zu sparen. Er rekapiüliert bann nochmals die Ent Wickelung der Kartoffelpreise, die zu einem Preis ton 50 Mark frei Keller führten. Die Stabrow roaltung hat Verträge zu diesem Preis abgelehnt, da ber Reform bund der Gu tshö sc in Hessen die für die Sadt Darmstadt in Aussicht genommenen 40 000 Zcnlner Karivffrin, zum Pre > von 20 Marc für den Zen'.ner zur Li-ft - o . > zugefogt hat. Der Reformbund der Gutslfose wbe ferner mstgeteilt, daß er für die Mifdjen Stcst insgesantt 150000 Zentner Karte»ffe' n

steuerpflichtig finb, g . oies nicht für bie fünft* . ___,____ licken Blumen, wem rcht etwa wegen ihres L-fos-

Glücksfalle" undHaben ses die Luxussteuerpflicht eintritt.

Att- Stadt und Land.

Gießen, den 1. Ott. 1920.

Der Oktober,

t er zehnte Monat des Jckhves, war nach dem Ka­lender der allen Römer, die ihr Jahr mit dem März begannen, der achte Monat; er hieß daher Oklvobis und führt noch- bis auf den heutigen Tay diesen Namen, d. i.der Ale". Im deutschen Ka­lender bei 61 er Gilbhart (bie Zeit des Gelb werdens der Blätter) ober auchWrinmronat". Die Wit- ter-ungsverhältnisse im Oktober sind int allgemeinen nicht io gut wie die des September. Nach feiner Mittelwärme gleicht er dem April, die Temperatur­schwankungen sind aber in der Regel weniger groß wie bei diesem, twbbem die Temperatur nickt leiten bis auf den Nullpunkt unb darunter sintt. Mit deut Oktober ist ber frohe Sang unb Klang aus tausend Vogelkehlen verhallt und viele ber lieblichen Sänger sind schon zum Süden gezogen heimwärts geigen", sagen viele fälschlich, der Bogel T?at dort seine Heimat, wo er aufgewach­sen ist, dort, wo fein Nest gestanden hat. Schon im September haben uns bereits der Kuckuck, Piwl, Garfonfpötter, die Rohrsänger, Würger u. a. verlassen und jetzt folgen ihnen die meisten Zug­vögel. IM Walde aber beginnt ber Dohnen stieg seine Opfer zu fordern. Wie viele Bogelfehleu, denen im Sommer die flötenden, trillernden unb zwi.sckernden Jubeltone entquollen, ersticken in den heimtückischen Daarschlmven; viele ©ingroögd, be­sonders die Drosselarten, müssen auf dem Zuge zum Süden in der Heimat noch ihr Leben lassen. Auch bie bunte Blumenpracht ist meist dahin. Dafür wechselt der Wald sein grünes Kleid, und täglich brechen neue Farbentöne hervor: rot, gelb, braun mischt sich herbstlich mit Sommergrün. Und wie wir vom Frühling ab unser Zimmer mit den lustig- bunten Waldblumm schmücken, so brauchen auch un­sere Vasen unb Schalen jetzt nicht des Schmuckes zu entbehren. Zarte Rvsenranken mit den schar­lachroten Früchten mischen sich mit den braunen Ranken der Brombeere; rotes, gelbes unb grünes Laub kommt dazwischen, unb blaue Schlehen, pffr- sichblütenfarbene Pfaffenhütchen unb leuchtenbrote Ebereschen geben eine abwechslungsreiche Zusam­menstellung. Schilfblätter unb Grasblüten finden wir auch noch, und hin und wieder eine verspätete Blume den letzten Gruß cvus schönen sonnigen Tagen, die hinter uns liegen ....

Warum fahren die Schnellzüge fo langsam?

lieber die langsame Fahrt der Schnell­züge wird vielfach geklagt. In der Tat fuhr man vor dem Kriege z. B. von Berlin nach Frankfurt a.M. in sieben, nach Köln in acht Stunden. Heute braucht ber schnellste Zug von Berlin nach dem Main nahezu zwölf, nach Köln elf Stunden. Die geringeren Leist­ungen sind aber durch die heutigen Verhält­nisse bedingt. Vor allem beansprucht eine Steigerung der Geschwindigkeit einen über­mäßig großen Verbrauch von Kohlen. Für die allerschnellsten Züge stand einst auch eine ausgesucht gute Kohle zur Verfügung, wäh­rend jetzt bte Beschaffenheit der Kohlen be- kmmtlich oft sehr zu wünschen übrig läßt. Dmrn beansprucht die schnellere Fahrt auch die Lokomotive weit stärker. Auch der Zustand des Oberbaues mit den Schienen ist nicht mehr so gut wie einst. Es ist nicht immer möglich, ihn im ehemaligen Stand zu er­halten. Wenn nun trotz alledem eine kürzere Fahrzeit vorgesehen würde, so könnte sie häufig nicht eingehalten werden. Es entstehen Verspätungen, die sich auf andere Züge über­tragen. Es entspricht sicher mehr dem In­teresse der Reisenden, wenn ein Fahrplan mit längerer Fahrt pünktlich eingehalten werden kann, als wenn ein gespannter Fahr­plan, wie ihn der Fachmann nennt, nicht durchgeführt werden kann.

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Hotel Einhorn, 8h Uhr. (Ha" spiel Buckwalb!

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