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Eharleys Spante.

haben. Im kurzen Schlußwon ging Mmisteriol- bireftor Uebel auf die Ausführungen der Dis­kussionsredner ein, woraus der Vorsitzende die Versammlung schloß mit der Aufforderung, am 6. Juni den Zentrurnszettel in die Wahlurne zu werfen.

* Die Beamten und die Reichs­tag s w a h l e n. liebet dieses Thema sprach gestern abeub im (Safe Leib der Vor übende der Gewerk­

Mfenx9?nffaa.

ge. Esch Wege, 30. Mai. Schwere Ge­wi t ter mit wölkenbrnchartigcm Regen, Hrge.- schlag und starken elektrisaien Entladungen gmg n auf dem im streife Eschwege gelegenen Ringgiu- gebirge nüber und verursach en gewaltigen S chaden. Aecker und Wiesen ^wurden _uber- ch->vcmmt und mit Schlamm und Steingrröll 1k» bexfl. Tie Rogge nennte ist größten Wils vernichtet. Mehrere Tör'er wurden unter Wasser gesetzt', nur mit großer Mühe konnte i»s Vieh gerettet werben. Ter Blitz scklug an verschobenen Stellen ein. Ter Landivirt Ruhling aus dem benachbarten Dorfe Fretterode nnnbe beim Holzsahvcn von seinem eigenen Wagen überfahren und getötet.

mc. Frankfurt a. M., 21. Mai. An- angs Juni wird auf dem Maine zwischen Frankfurt und Hanau mit Stromver- messungsarbeiten zur Vorbereitung des Großschiffahrtsweges nach Bayern begonnen.

uni: Stadttheater, 7 Uhr, inhorn, 8 Uhr, öffentliche

** Der Juni bringt ben Anfang deS Som­mers. Ter hundertjährige Kalender sagt bis 15. Juni schönes warmes Wctter, bis Ende des Monats häufig Gewitter voraus.

** Amtliche Personalnachrichten. Überträgen wurde der Schulamtsanwärterin Sophie Germann aus Darmstadt eine Lehrerin- stelle an der Volksschule zu Klein-Linden und der Schulamtsanwärterin Luise Kratz aus Laubach eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Klein-Karben, Kreis Friedberg. Erledigt

Versammlung des Zentralvereinä deutscher Staats­bürger jüdischen Glaubens. dass Leib, 3V? Uhr, öffentliche Eisenbahnervcrsammlung, 8 Uhr öffent liehe Wöhlerversapimlung der USP. Gießen. Gasthof Hindenburg, 8 Uhr, Mitgliederversamm­lung der Deutschen Volkspartei und Juaend- gi-uppe. Licht bi.ekhcms, ,,Fud x, zweiter Teil" undFrmlcuruhm". Lichtspiele, Settersweg, Die Eowboys von Apachons'ort" undRingens Seelen".

gung der Kriegsgesellschaften. Damit aber das Zentrum diese Aufgaben erfüllen könne, sei not­wendig, daß es stark und kräftig aus dem Wahl­kampfe hcrvorgehe. Als zweiter Redner be- leuckstete Rechtsanwalt Lutsch- Frankfurt a. M., wie gerade das Zentrum auf Grund ferner Zu­sammensetzung, seines Programms, ganz besonders aber am Grund feiner Geschichte in der Lage und dazu berufen sei, den inneren Frieden und damit den Weg zur Arbeit und des Wiederaufbaues herbeirmühren und zu zeiaen. Im der Aus- Ipracbe wollte Frau Burk, die sich als parteilos bezeichnete, die anwesenden Frauen ausklären und sie für die USP. zu gewinnen suchen, erzielte aller­dings nur Heiterkeitsausbrüche und Wage. Ein Redner der Deutschnationalen hätte es lieber kjefeljen, wenn man den Trennungsstrich nach rechts nicht so scharf gezogen, da gerade die in der Deuischnationalen Partei ein geschlossenen Christ­lichsozialen vieles gemeinsam mit dem Zentrum

schäft deutscher Eisenbahnbeamter, Schuldt, im Auftrag der Deutschen demokratischen Partei. Der Redner bedauerte eingangs, daß die Beamten erst jetzt lana'dm anfingen, sich zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen und freiheitlichen Rechte gewerkschaftlich zusammenzuschließen. Sie seien so ins Hintertreffen gekommen gegenüber her schon langst gewerkschaftlich organisierten Arbeiter^ schäft, die es auch verstanden habe, sich aus der Revolution Rechte zu sichern und yu fettigen, die heute vielfach weit über die der 23eamtenfdxUt hm- ausgewachsen seien. Schuld hieran sei vor all cm die mangelnde Einheit der Beamten:.bei der Eisen­bahn gäbe es z. B. nicht weniaer als 67 Fachver- bänbe. Gewerkschaftlicher Zusammenschlutz allem sei aber nur halbe Arbeit. Notwendig sei, daß die Beamten eine politische Richtung hinter sich wüßten, die man mit Recht eine Vertreterin der Beamtenschaft nennen könne. Wenn die Beamten nun unter ben poL..täten Parteien Umschau hiel­ten, so möchten sie nicht nach Worten und Ver- prechungen, sondern einzig nach Taten urteilen. In diesem Zusammenhänge beschäftigte sich der Redner sehr ausführlich mit den beiden Rechts­parteien, denen er ein langes Sündenregister, na­mentlich aus der Vorkriegszeit, vorhielt. Jeder Beamte müsse sich bewußt sein: Lieber drei Schritte nach links als einen Schritt nach rechts. Der Beamte, der wahrer Volksdiener sein wolle, könne in einem demokratischen Staate nur demokratisch

Die Wahlbewegung.

Gießen, 1. Juni 1920.

* Zentrumsversammlung. Sonntag abend fand im Kath. Vereinshause eine recht gut besuchte Wählerversarnnnung der hiesigen Zen­trumspartei statt. Der erste Vorsitzende, Bahn­meister Brams, eröffnete die Versammlung mit dem Hinweis, daß alle Parteien zum Wahllämpft ausmarschiert und daß es daher auch Pflicht der Zentrumspartei fei, alles zu tun, um diesen Kampf ehrenvoll zu bestehen. Als erstem Redner gab er Ministerialdirektor Uebel- Darmstadt das Wort, der eingangs auf die große Bedeutung der dies­maligen Wahl hinwies, wobei es vor allem gelte, ein starkes, tragfähiges, auf dem Boden der Ber- affung stehendes Parlament und damit eine Re­gierung mi schaffen, die im Innern das nötige An- ehen und nach außen wirk.ichrs Vertrauen besitze. Seiner Meinung nach werde auch die künftige Regierung eine Koalitionsregierung auf breiter Grundlage fein müssen, schon aus fern Grunde, weil eine Links- oder Rechtsregierung ein natio­nales Unglück für unser Vaterland bedeute und unweigerlich zum Bürgerkrieg führe. Als wahre Volkspactei habe das Zentrum das Staatsinteresse über das Partei int eresse gestellt und so dem Staats­ganzen gedient, indem es eine Politik des Wieder­aufbaus, der Wiedergesundung treibe und so Helsen wolle, uns aus Elend und Jammer zu führen, in die ein furchtbarer Krieg und seine entsetzlichen Folgen uns gebracht haben. Durch die Mithilfe des Zentrums sei es gelungen, eine Verfassung zu schaffen, eine notwendige Rechtsgrundlage, auf der wir weiter aufbauen können. Durch Herbeiführung des Friedenszustandes, wenn auch eines sehr schlech­ten, sei uns die Möglichkeit gegeben, mit dem Auslande zu verhandeln und mit ihm in wirt­schaftliche Beziehung zu treten. Und schon zeige sich, wie wieder das Ausland zu uns Vertrauen gewinne, was unsere Valuta günstig beeinflusse. Allerdings ständen wir erst am Anfang einer Aufwärtsbewegung, und es gelte noch viele Schwie­rigkeiten zu überwinden; aber ein gesunder Opti­mismus müsse alle durchdringen, ein fester Ent­schluß, alles Trennende beiseite zu setzen, auf daß die Gegensätze überbrückt würden und ein hehres Gemeinschaftsgefühl alle burtfrbringe, eine wahre Volkssolidarität alle beherrsche, orientiert nach festen, christlichen Grundsätzen. Dazu sei ganz be­sonders das Zentrum als christliche Volkspartei berufen, das eintrete für die Glrichberechtigung aller, das keinen entrechte, aber auch keinen bevor­rechte, sondern von allen gleiche Rechte und Pflich­ten fordere, sowohl im Staats-, als auch im Wirtschaftsleben. Aus diesem Geiste der Volks­solidarität habe das Zentrum hervorragenden An­teil an dec sozialen Gesetzgebung, insbesondere auch an dem Betriebsrätegesetz, das bezwecke, daß der Arbeiter wieder Lust und Liebe zur Arbeit, zum Betriebe habe, dem Leiter aber die nötige <5clbftänbigfeit und Initiative lasse. Als christ­liche Volkspartei trete das Zentrum ein für Freiheit dec Kirche, für christliche Schule und Er­ziehung, für Gleichberechtigung der Konfessionen; in wirtschaftlicher Beziehung fordere das Zentrum Abbau dec Zwangswirtschaft, vor allem Beseiti-

wählen. In der Aussprache crtlärte zu­nächst Bahnmeister Rahlmeier (DeutscheVolks- Partei), der von den Versammelten des öftere* nicbergefdyrieen wurde, daß seine Partei unter keinen Umständen einverstanden sein werde mit der Politisierung der Gewerkschaften, die nur einen neuen Keil in die Bearntensclteft hineintreiben würde. Dann suchte er nad^uweifen, daß die Koalitionsregierung, vor allem die Demokraten alles andere als beamtenfreundlich gesinnt seien. Professor Ur st ad t (Dem.) trat dem Vor­redner entgegen. Er pfeife auf eine Partei, die beamtenfreundliche Anträge stelle und nackcher nicht die nötigen Mittel bewillige. Verkchrskontrol- leur Bouteiller (Soz.) sieht das Heil der Beamtensck>aft nur in der restlosen Durchführung des Sozialismus, der das ganze Volk zu Beamten des Staates mache. Bahnassistent Detröe (Dem.) ging sehr scharf mit den Rechtspartelen ins Gericht und meinte, daß die Beamten, die nicht für eine der Kvalitionsparteien stimmen wollten, wenigstens so viel Ehre besitzen sollten, von dieser Koalitionsregierung kein Gehalt zu fordern. Stadtverordneter Weiß (USP.) wandte sich gegen die Rechtsparteien, denen er wie üblich die Schuld am Kriege in die Schuhe schiebt und gegen bte Koalitionsregierung, bet er vorwirft, zu wenig für die Kriegsopfer getan zu haben. In seinem Schlußwort setzte sich Gewerkschaftsvorsitzender Schuldt mit dem Red­ner der Deutschen Volkspartei und den beiden sozialistischen Sprechern auseinander.

** Von deut sch Nation aler SeiteWftet man uns um Aufnahme folgender Zuschrift: Mit den Wahlaussickften der Sozialdemokratie muß es ziemlich schlecht bestellt sein. Tenn sonst kann man sich die Vorgänge nicht erklären, die sich in den letzten Tagen in Bensheim a. d. B. und in Alzey abgespielt haben. In Bensheim sprach am vorigen Donnerstag der deutschnationale foinbibat Prof. Dr. Wernerin einer ö.f.ntlichen B r anm- hmg in ruhiger und sachlicher Weise. Durch fort­währendes Schreien und Lärmen suchte man die Ausführungen des Redners zu verhindern. Rach Sclünß der Versammlung stürzten mehrere An- 'Ijänger £>et Sozialdemokratie auf den Versamm­lungsleiter, der auch die Judenftage angeschnitten hatte, zu und bedrohten ihn mit © t üblen und Dvlchmessern. Nur mit Mühe konnten Tätlichkeiten verhindert werden. Als am Sonntage 'Dr. Werner in Alzey sprechen wollte, machten die sehr zahlreich anwesenden Sozialdemokvatrn einen solchen Lärm, daß die Versammlung nicht abgebdl- ten werden konnte. Bon jüdischer Seite wurde hin­terrücks mit Stöcken nach Dr. SBerncr geschlagen. Die offenbar gegen ihn besonders auf gehetzte Menge tobte wie besessen, und es zeigte sich dabei, daß die politische Sittenverwilderung einen Tieistand er­reicht hat, wie er schlimmer nicht gedacht werden kann.

-rn. Bellersheim, 1. Juni. Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft sprachen hier am Sonn­tag nachmittag Lehrer Fischer- Gießen und bei Reichstagskandidat Eisenbahnarbeiter Äilberg- Daubringen für die demokratische Partei. Die Ver­sammlung, die durch W. Scheld eröffnet wurde, folgte den Ausführungen der Redner mit Inter­esse. Sie gipfelten in bet Forderung aus Ge­schlossenheft der Parteien in der Außenpolitik, Revision des Friedens Vertrags im Wege der Ver-

Aus Stafrt unb £anö.

Gießen, 1. Juni 1920.

Die Gießener Hochschulgesclischast veranstaltet am Montag den 7. Juni d. I., abends Sy, Uhr, in der Neuen Aul« der Unieerfitat entert Bortrag des LverspieNeiters am Mainzer Stadt­theater Herrn Dr. Kurt Elwenspoek über Universität und Bühne". Es soll bdmii eine Vortragsreihe eröffnet werben, bie sich die Auf- gäbe stellt, bie Beziehungen zwischen Wissenschaft «und .Kunst zu erörtern und damit den Boden zu verbreitern, auf dem sich die bisher von der Gie­ßener Hochschulgesellschäft. veranstalteten Vorträge bewegt haben. Daß dabei gerade das Verhältnis zwischen Universität und Bühne an den Anfang gestellt wird, ist in unserer Stadt sehr naheliegend, die Sitz der Landes-Universität ist und sich eines auS dem Gemeinsinn und künstlerischen Interesse ihrer Bürger hervorgegamgenen und erhaltenen Theaters erfreut, fcerr Dr. Elwenspoek ist in be­sonderem Maße berufen, über das ThemaUni­versität unb Bühne" zu sprechen; selbst ein treff­licher Bühnenkünstler unb Dramaturg, hat er seit dem Beginn seiner Tätigkeit in Mainz die Ein- Landes-Universität Gelegenheit gehabt, einen die- im Stobttheater bei freiem Eintritt Vorträge über literarifdx, künstlerische unb bühncngeschichtlicl-e Stoffe hält, die stets vor dicht gefülltem Dause ftottfinben und im Mittelpunkt des Interesses der kunstliebenden Mainzer Bevölkerung stehen. Aus Anlaß der Eröffnungsfeier der Mainzer Hochschul- Woche im Aprft d. Js. haben einige Dozenten der .Landes-nUiversität Gelegenheit gchabt, einen die­ser Vorträge zu hören, der überUniversität und Mhne" -handelte, und unter dem lebhaften Eindruck des Dargebotenen haben sie Herrn Dr. Ellvenspoek ersucht, diesen Vortrag in Gießen iu wiederholen. Er hat sich in entgegenkommender Weise dazu bereit erklärt und wir hoffen, daß die kunstsinnige Be­völkerung unserer Stadt diesem Vortrag das ge­bührende Interesse entgegenbringen und daß er da­zu beitragen Wird, eine rege Wechselwirkung zwischen ben beiden vornehmsten Kulturstätten Gießens, der Universität und dem Theater, anzu- bahnen.

Verkürzung der Zuckerr«tisn ab 1. Juli.

Die Verringerung der letztiährigen Zuckerproduktion ist tautDarmft. Ztg." in­folge Rückganges der Anbaufläche und un­günstiger Produktionsverhältnisse während der letzten Kampagne machen die Aufrecht­erhaltung der Mund-Zuckerration bis zum Schlüsse des Wirtschaftsjahres trotz weit­gehender Beschneidung der Zucker verarbei­tenden Betriebe unmöglich. Die am 1. Juli dieses Jahres auszugebende Zuckermenge, die bei der bisherigen Ration auf d r ei Monate reichen würde, ist daher für vier Monate bestimmt. Die Verteilung der Zuckerausgabe durch die Kommunalverbände wird dement­sprechend eingerichtet werden.

Verschwinden der kleinen Münzsorten.

Dec Rrichsminister des Finanzamtes tat eine Verordnung ec lassen, nach der Ein - und Zwei- psennigstücke nicht mehr geprägt wer­den sollen. Tie Verteuerung aller Rohstoffe und bte (Steigerung der Arbeitslöhne macht die Herstel­lung dieser Münzm so teuer, daß sie ihren Nenn­wert weit üb.riteigt, selbst wenn man das gering* wenigste Metall 'ober einen Stoff verwenden würd Tazu kommt bte Sucht eines Teils der Moöl- ferung, Neichsmünz<m selbst mit geringem Metall- wert zu rückzuhalten. In'vlge bet Preisstei­gerung haben diese kleinen Münz orten auch nicht mehr die Bedeutung wie früher. Für die staatlichen Käsen tat der pr u iche Fina Minister a :g - ordnet, d if> die von ben Staatskassen zu zahlen­den Beträge auf Volte fünf oder zehn Pfennig nach oben r.bgerimtrt werden. Ebenso soll auch bei der Rrichs^cWaltung Verfahren werden.

Äeranftaltungen.

O Steinbach (Kreis Gießen), 30. Mai. Unter Beteiligung Der ganzen Gemeinde wurde heute nach dem Gottesdienst der zu Ehren unserer Gefallenen auf dem Friedhof errichtete Gedenk­stein enthüllt. Pfarrer Köhler hielt die Ge­dächtnisrede. Die beiden Gesangvereine trugen stim­mungsvoll angcpaßte Chöre vor. Der Stein ist aus oberhessischem Lungstein hergestellt und trägt eine Tafel mit der Aufschrift:Den gefallenen Söhnen, die dankbare Heimat." Die Mittel sind durch freiwillige Gaben aufgebracht worden.

Kreis Lauterbach.

sb. Lauterbach, 31. Mai. Der Bezrrks- tag LauterbachSchlitz der 5t'rikgerfaineati>?cfa;t Hasste" sand am Diensrag in Lauterbach statt Es würbe festgestellt, daß ber Bezirk an Zahl der Mitgli'Äxr febeateno zugenommen habe. Di; neuen Satzungen Wurden angeroommeji. Ebenfalls wurde die Anstellung meines neuen Beamten, der in erster Linie Ire gesamten Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenen-»Organisatwnen Der Hasste" zu beorgcn hat, gutgAjeipen. Der an- zustellende Kamerad muß Kriegsberdjäbigier sein. Ter Antrag des Präsidiums, dieHassia" an die Wirtschaftsstelle des deutschen Kriegerbundcs Kysfhäuser anzu schließen, tr-urb: einstimmig -tb- gelehnt .

Kreis Friedberg.

Eine Gedenktafel für Graf Knlnein.

oa. Friedberg, 1. Juni. Mittwoch, nach- tnittags 3 Uhr, wird an dem Bahnüfergang bei Nicder-Wöllstadt, wo der bei dem UcbcrfaU auf die Reichswehrpatrouille Leutnant Gvas Sla In ein die tödliche Verletzung erhielt, eine Gedenktafel für diesen enthüllt werden. Voraussichtlich wirb die Teilnahme an diesem Akte sehr stark werben, da zahlreiche Kreise unserer Bevölkerung die Gelegen­heit ergreifen wollen, hierbei noch einmal nachdrück­lich gegen die heimtückische Mori>tat zu protestieren.

ba. Büdesheim, 31. Mm. Rund 200 Zie­gen sind innerhalb weniger Wochen in hvesiger Gemeinde ter Maul- und Klauen scuche zum Opfer gefallen. Da gute Ziegen heute mit 500 bis 800 Mk. bezahlt werden, so stellt sich der Gc- sarntverlust an geHallcmen Ziegen <ruf nahezu 100 000 Ml.

Starkenburg und Nhenthessen.

sw. Darmstadt, 31. Mai. Heute vor­mittag 6 Uhr drang die Wjährige Greta Röder aus der Altstadt in die Wohrrurtg ihres frühe­ren Liebhabers Fabrikarbeiter Sck)röder in der Pankratiusstraße ein und versetzte dem im Bette liegenden Mairne zwei Dolch- st i ch e in ben Rücken. Hierauf stürzte sie sich aus der im 4. Stock gelegenen Wohnung au die Straße. Der schtververletzte Schröder sowie das lebensgefährlich verletzte Mädchen würben durch das Krankenauto in das städti­sche Krankenhaus eingeliefert.

ist die Stelle bes Pfanbrneisters für ben Bertrei- bungsbezirk Schotten.

**DecVerkaufvonKartoffeln wirb mit Rücksicht auf bie berjeitige ausreichenbe An­lieferung polnischer Kartoffeln bis auf weiteres ferigegeben. Da Frühkartoffeln nur in geringem Matze angebaut sind, bürste mit einer Belieferung mit neuen Kartoffeln vor Anfang August nicht zu rechnen sein. Es empfiehlt sich baher, dm erforder­lichen Bedarf bis zur neuen Ernte mögllchst zu decken. Der Verkam erfolgt nur gegen Vorzeigen der Lebensmittelausweiskarte.

** Fleisch aus Hausschlachtun- g e n, die ohne die erforderliche Genehmigung vorgrrrommen oder nicht vorschriftsmäßig an» gezeigt sind, ist nach einer Anweisung des Landesernährungsamtes an die Kreisämter zugunsten des Kommu.nalverbandes ohne Zahlung einer Entschädigung für verfallen zu erllären und einznziehen.

-"Freibank. Mittwoch, 2 Ium 1920, werben von 13 Uhr die Nummern 3151 bis 3250 beliefert.

* * Einstellung der Viehzählung in Hessen. Die für den 1. Juni festgesetzte Viel>- zählung wird wegen ber Verbreitung ber Maul- unb Klauenseuche eingestellt.

* * Oberbess. Kunstverein. Morgen letzter Tag ber Ausstellung bes Aussteller-Verban- bes Münchener Künstler. Geöffnet von 111 unb nachmittags von 35 Uhr.

* * Silberne Hochzeit begehen am 2. Juni Geschäftsführer Heinrich Fourier unb Frau Wilhelmine, geb. Schomber.

* * Finanzmini st er a. D. Dr. Becker, Mitglied ber Nationalverfammlung, spricht für die Deutsche Volkspartei am Donnerstag, 3. Juni, abends 8 Uhr, im Cafä Leib überDas deutsche Volk unb bie Reichstagswahlen.

* * Deutschnationale Volkspartei. Die Mitgtieder der Oris-^ Frauen- und Jugend­gruppe werden gebeten, sich am Donnerstag den 3. Juni, 8 Uhr abends, imPostkeller" zu einer Beiprechung über bie zu leistende Wahlhilfe ein* zufinben.

Landkreis Gießen.

Die Gräkin.

Roman von G. N. Appleton.

kNachdriick verboten.) Fortsetzung 47

Hm! sagte ich und biß inich ärgerlich aut bte Lippen. Wieviel hat Ihr M«m für die Arbeit erhalten?

Fünftig Pfund das Risiko war es Weil.

Gewiss imb wer hat ihn angestellt?

Ein Fremder, der sich Salviati nannte.

Ein kleiner Mann, glattrasiert?

O nein! Ein großer Mann mit schwarzem Bart.

Haben Sic je Ihren Mann von einem Grafen reden hören in dieser Geschichte?

Einem Grafen? O, nein, niemals. Warum?

Ich bäte nur gefragt. Und mm, wer hat bie Guinee bezahlt, die Sie mir neulich -i^chtS ge­geben haben?

Salviatl^

Wissen Sie, zu tvelchem Zwecke Sie beauf­tragt Würben, mir den Srvrich zu spielen imb mich wegen AmcrHe-,körung«i" kommen zu lassen?

Keine Ahnung'

Sie wußten nicht, daß, wälweich ick hier bei Ihnen War, in meinem Hause ein EinbrucliAneb- stichl verübt nnirbr?

Heftiger,Gvtt! Nein, das habe ick nicht gt- mußt! rief sie ehrlich bekümmert aus I b.i5 mir nicht davon träumtr lassen, itxmiq als mein Mami. Er ist nicht so schleckt.

Gut: »md mm und biet- ist für mich nw

Sie eine sehr l richtige Frage, da chre bei riebt-T gerrbc Beamw-ortwig gleichbedeutend mit einer Bc- lobmmg van über fünfzig Pfund für Ihren Mann | ist: weiß Ihr Mann, wo die alte Tarne sich nun- mehr befinbet ?

Ich glaube, daß er cs weift, begann sie.

In diesem Augenblick ging die Haustüre rus und zu, unb cs ließen sich auf dem Vorpkrtz Schritte hören.

Hören Sie nur! riet sie aus, bi kommt mein Mann gerade nach Hause.

Einundzwanzig st es Kapitel.

Wenn es Ihneii recht ist, meine Herren, fügte Frau SimpkinS, will ich rasch hmauSgehen und es ihm sanft beibringen. Dmten Sie rncht, bift eS so bester ist?

Gewiß, sagte ich, -ruf alte Fälle. Es handelt sich um ein cl-rlick-cs Geschäft; Weint wir etwas criKiItm. 1 rollen wir es auch bezahlen Mem J-reund, Herr ScrubbS, wirb ein Ange zudrücten nick gewisse Tatachen, die Herrn SimpkinS be­treffen, aitf sich beruhen lassen, wenn er uns bt» dilflick) sein will, diese alte Tarne ausfindig zu machen. Nicht wahr, Herr Srri-bbs?

Geivitz, pslickpete mir Tick bet Simpkins ist natürlich, wie wir wissen, nicht sein wirklicher Rawc, Mckame.

Ihr. en bleibt ja nichts verborgen, Herr

9hd)t da geringste, meinte Dick, aber das tut

Durch schockte Gesellschaft, Herr Scrubbs.

(?tewitz, durch schlechte Ee e.ftschaft. Tte alle Geschichte, Frau Simpkins! Wenn Sie rhn also bieber bringen, unb er mir gegenüber offen bte Wahrheit aussagt, wirb er nicht in Unannehmlich­keiten geraten, verstehen Sic?

Jawohl.

Aber weint er es versuchen sollte, mich zu hinter gehen

Tas wirb er nicht, Herr Scrubbs. Ueberlassen Sie bas mir! Ich werde ihn in ein ober zwei Minuten hier Ixreinbringen. Dannt verschwand sic aus dem Zimmer.

Bei ihrer Rückkehr folgte ihr ein hübscher, junger Mensch, der etwa dreißig Jahre alt sein mochte. Er war nicht im geringsten verlegen, als er das Zimmer betrat.

n Tag, meine Herren, fügte er beiter. Mein; Frau sagt mir eben, datz Si? alle näheren Um­stände be vesss des kleinen Geschäfts vom Pantijer Square Feimen, unb baß nichts Wein heraus- tommt und ich 'Wad verdienen kann, wenn ich Sie auf die Spur der alten Tarne bringe.

Ganz richtig. Herr Simpkins, erwiderte ich. Klären Sie uns darüber auf, und Ihre Teilnahme an der Gcfckicktte soll nicht nur vergessen »ein, son­dern cs wirb auch eine Fünniapttuidnote fei dem Handel für Sie beraudfdkukm.

Gut, dos sind sehr vernünftige Bedingungen in jeher Hinsicht, sagte er, aber irnglücklicherweise für mich weiß ich selber nicht sehr md davon. Ich war sozusagen an der Geschichte gar nicht be­teiligt. Ick hatte nichts babei zu hm, als bee

Mauer zu durchbrechen mck die Möbel beijeite w schiefen, und selbst jetzt noch bin ich mir nicht gan> im klaren darüber, worum cs sich im Grunde ge­handelt hot.

Aber Sie müssen doch die Unterredung dec zwei anderen Herren angehört haben, sagte ick

Natür.'ick, teilweise sie spvacken Jtaiunisch oder sonst eine fremde Sprache. Das war zr hoch für mich. Verstehen Sie mich?

Gewiß. Nur weiter!

Um offen zu sein, glaubte ich, es fjanble sick um einen Diebstahl. Damals tvcmgstens. Wpbl Juwelen ober sonst etwas, das im Nebenhau« versteckt fei; ich schob die Möbel in jener Nackt beiseite, um bte zwei einzulassen, und als sie nur mit einer alten Frau in einem rotfetbmen Schlaf­rock zurücktehrten, war ich höchlich erstaunt. S« schlug mit ben Füß«t wie ein junges Pferd um sich, bis sie sie ihr zusanimenbanden. Reden konnte sie nickt, da sie geknebelt war. Sie hüllten sic ii ber Himmel weiß wieviel Kleider und Teppiche ein und begaben sich dann wieder tn5 anfhoftenie Haus. Ich folgte ihnen, aber das schien sie nicht zu kümmern. Tort sah ich, wie sie alle Schachteln unb Schubladen auf den Boden leerten unb such­ten und suchten, ohne daß sie offenbar, fanden, wc3 sie wollten. Und aus der Art, wie sie die Arme bewegten unb Achseln zuckten und mit den Zähnen knirschten, ersah ich, daß sie innerllch sckjauderhajtz fluchen mutzten.

Smachen Sie denn gar nächt-? fragte ick.

(Fortsetzung folgt.)