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Zweites Blatt

Montag. März 1920

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbertzchen)

Hr. 51

veulsche llationalversammlung

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des Dampfers.

©rauen durchfchüttelte das

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fatzrmg zu.

Nachdem die Tagesordnung erledigt schloß der Vorsitzende die Sitzurrg.

P^liernroge 27.

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(143. Sitzung.)

Berlin, den 28.

Die zweite Beratung des Entwurfes ReichseinkommensleuergeiebeS wird fortgesetzt.

Abg. Keil (So;.): Wenn das alte

Berlin, 15. 2. 20.

Ziegelslraße 2» 11.

Heute Mittag war ich Unter den Vntten Zeug'.

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5.

errichtet, die an den Strand getrieben wurden. Sie Klaubte die Richtung zu Bennen und lief nun darauf zu.

Es war schon fast dunlle Nacht um fie, und in ihrem drohenden Schatten schienen all bet blassen Dünen unheimliches Leben zu gewinnen. Eisige Schauer jagten durch Estrids Glieder. Se> gcfpenfter, die grausigen, hier in diesen wildm Dunen wer en sie zu Dause.

Ml die Schreckgeschichten, die sie in firner Stint» heit von Dörnunm gehört, wurden wieder wach. Wie die unbarmherzigen Strandräubcr die Schich- brüchigen ermordeten, um ungehindert die Schätze bergen zu können, die das Wer an den Strand warf, wenn ein Schifi im Sturm zerschellt, und wie in dunklen Nächten die Geister der Erschlage­nen und die ihrer Mörder ruhelos über die Dünen irrten, fiagenb und weinend.

Vermischte».

Wie sich die (Entente in Berlin benimmt. Ein geborener Gießener schreibt uns ans Bn>

Gerichtssaat.

rm. Darmstadt, 29. Febr. Der bWr unstesriefte frühere ZwanKlügling tzrinrich S., 17 Jahre alt, anS Schotten, war in Schwan­heim bei Bensheim beschäftigt. Ernes Tag.'S ver- anlastd' er die beiden 7 und 8 Jahre alten Kindes seines Tienstherrn, aus einem Käflchm einen Geld­betrag von 2200 Mk. zu entwenden und ihm drS Geld zu geben, für das er flott lebte. Er macht' sich verdächtig, ging durch und verüble kurz darrnf mit einem Genoien einen Einbruch, bi d.'in er eine Partie LebenSmrttel stahl Er würd' in btt Strafe von iy3 Jahren Gefängnis genommen.

Peter."

Da ratterte auch wieder das Bähnchen vorbn, das sie wenigstens bis- Westerland hält: zurück- führen sollen, wäre sie rechtzeitig -ur Stelle ge­wesen. Uni> txmn mit einem Mal etnz große, grauenvolle Stile um sie herum.

Nirgends ein Mensch, nirgends ern Daus.

Fassungslos starrte Estrid um sich. X)ter und da zuckte ein scchler Blitz am schwarten Dimmri nieher und das Rollen des Donners mischt: sich mit dem Brausen des Meeres. .

Der Wird, der sich, jetzt erhob trreb rhr d:n weißen Dünensand wie scharse Nadeln ins Geircht.

Aenghlich hefte sie den dichten echterer ubn: ihr ruhig schlafendes Kind.

Wenn es Schaden nahm? Wenn fte schuld n>rr und dem Kinde envas geschah? Der Gedanke bohrte wie Wahnsinn in ihrem Dirrr

Immer dunkler, immer intWimOKr wurde es um sie her , _ r. . ,

Nur ein Obdach," betete sie in öjrer Derzens- angft,nur ein armseliges Obdach."

Ihr fiel ein, daß es früher auf Dörnnm em: dunlle Bretterbude gab, für i*e Dchiffbrüchigm

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Yangons, im

55

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6

Der Schlicht«U-sta«»schusi der Provinz Oberhefsen.

In der Sitzung vom 18. Februar 1920 tarnen folgende Fälle zur Verhandlung:

1. Tie Arbeitsgemeinschaft der An­gestellten hatte Antrag auf Abschluß eines Tarifvertrages für die Anwal tsgestllfen gestellt. Tie Verhandttmg führte, nachdem bereits vorher ein Tetl der beteiligten Borrauo sich verständigt hotte, zunächst nur zur (Scörteiamg einiger for­mellen Punkte, wie Vorsitz-- und Brifitzm-ftam', Anriagsligitirnation und dergl., und wurde als- tann vertagt, wobei der Erwartung Ausdruck ge­geben wurde, daß auch bei den anderen Beteiligten eine Veistänkignng zustande kommen werde.

2. In der Antragsache des Bergarbeiter­verbandes gegen die Grube Rosdach v. d. D. stellte sich der Schlichtungsausschuß auf den Stand­punkt, daß zunächst die besondere Schlichtung»stelle des .ivotlechchabchmmens, dem die Grube sich durch Beitritt unterstellt hatte, und das der antragstel­lende Verband abgeschlosten hatte, angerufen wer-

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Verlaus, teȀ ttb. aus fatp

Bausckretäre erford?rlich geroorbm kn Dieser Ge­genstand stehe nichi aut der Tagesordnung. köni e aber am ix ex* gosctz: iverdm, uvnn wenigstens- zwei Tritte! der Mugticder anroomb een und wenn alte aivvesenden Mitglied r sich dafür aus sprächen. Da ein Widerspruch nicht ersolgte, wurde ixe Kre.ssatzung vorgetragen. Die mach sollen er- hoben werden: 1. Für Beiickrcigrma eines Wohn« gebäudes, eines Neubaues od.r einer Dauptoeran­ker ung mit allen Feuerungsanlagen: 1 Mk. für jedes angefangene 1000 Mk Bau wert, icbod) mm- d.'stens 10 Mk. 2. Für Besichtigung eines Neu­baues oder Dauptverändemng ohne Feuerung». anlage, sowie anderer gcnebmtg ini g»o psl id)tig:i Bauten <eder Art: 1 Mk für icdes angefang u - 1000 Mk. Baumert, letuxi) mindestens 5 Mk 3. Für Untersuchu:rg oder Beichfi^tung einer er- richteten oder ive entlich verandrten Fcuemngc- anlage 5 Mk., für jede uritere in demselben Mebäube gleichartig besichttgte F.merungsanluge je 2 Mk. 4. Für Absteckung einer Baufluchtlinie, sowie für jebe weitere für notwmdig gehaltme Besichtigung eines Bauwriens vor und nach der Rostbauabnahme, insstriotrdere für jede Nachb'sich- tigung, die zur Feststellung der Beteiligung dn bei einer früheren Besichtigung -nnes (Ztebäudes Vorgefundenen Anstände- erforderlich wird, in all n Fällen ohne Unterschied des Bauwerks ö Mk.

Ter Kriistag stimmte dem Erlaß dieser Kv:iS-

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Ureistagrfitzung.

Gießen, den 27. Februar 1920.

Der Kreistag des Kreises Gießen versammelte sich heute unter dem Vorsitz des Ober-Regiemngs-

Welcker zu emer aaste rortzenti ich m Sitzung. Es waren 27 llfreistagsmitglieber erschienen.

Nach Eröffnung der Sitzung stellte der Bor- sitzende die Beichluwähigveit lest. Sodann rourom die KreiskOgsmitglieder Beckmann und Benner zu Urkundsperfonen bestellt und der Kreiss:krriär Schäfer als Protokollführer verpflichtet.

Zu Punkt 1 genehmigte der Kreistag die vom Kreisausschuß vor geschlagene Gewährung von Teuerungszulagen an die Kreis­st r » ßc n - und Kreisobstbaum warte.

Zu Punkt 2 beschloß der K^eistzag, den aus­wärts wostnerchen Kreistagsmitgliedern bei einem Zeitaufwand von Über 6 Stunden 16 Mk., bei einem Zeitaufwand von 3 Stunden 10 Mk., den ih Gießen wohnenden Ä*i*rg*nit- gtiedern 12 Mk. Tagegelder zu gewähr"n. Außerdem sollen die Auslagen für die Bahnfahrt 3. Üttasse und für etwaige Wegvergütung 50 Pf. für jeden Kilometer üanbnxg vergütet werben.

Zu Punkt 3 trug der Vorsitzende den Nach- tragsvoranfchlag, durch den de Erhö­hung der Kreisumlagen für 1919 begrün­det wir-, vor. Ter Nachtvagsvvranschlaa wurde nach kurzer Aussprackie angenommen und die Um­lageerhöhung auf 420 016 Mk. festgesetzt.

Zu Punkt 4 genehmigte der Kreistag den Er­laß einer Satzung, wonach für Ausstellung der Großhandelsbezugsscheine rin: Gebühr von 4 Pf. für den Zentner erhoben wer­den soll. Bon den eingehenden Ghülwen sollen die Stoffen der Kreiskvhlenstell: gedeckt werden.

folgenden Vorfalles:

EinEntente"auto, welches die Frredrrchlrias! herunterkam, bog in langsamer Gangart nach den Linden ein, als eben rin Spaziergängw sie in schneller Gangart vor mir guerte. Ter Mann sah das Auto auf sich zukommen, winkte daher. Dessen ungeachtet fuhr ihn der Wagenführer, der r'ichlich Zeit zum Stoppen gehabt hätte, unterdess'n Obre den Dausen. Geistesgegenwärtig' sp^angm iedoch sofort hinzu und versperrten bem Wagen den W"g. Während der Verletzte nun hervorg zogm wurde, suchte der Uebeltäder davonzusahren. Nur d.-r ent­schlossenen Daltung zweft-r Pofizerwachtmeistn: und des empörten Publikums war es zu danken, datz der Rohling sich schließlich dazu beauemte, den Verletzten den Königl. Kliniken rinzuliriem. Ter Entente"-Wagen trägt die Nummer 53498, der Wagensübrir den deutschen Namen Emst Fölmer.

Versinnbildlicht nicht auch dieser Borsall, wie herrlich weit wir schon gekommen sind?

Seegespenster.

Roman von « n n y W o t h e.

AartkutfedKS Copyright 1918 by Amy Wothe-Milm, Lerpng lNachdruck verboten.) Fortsetzung 51.

Im golbenen Licht lag der Gotteskoog. Wie ein Feenschtotz dünkte Estrid das Daus, tkm fi- ben Rücken kehrt«, um es nie wieder zu btreten Aber sie wollte nicht rückwärts schauen. Allen Jammer, der die Seele zerriß, mußte fi> zurück­drän,gen, denn jetzt ltieß es, aus eigenen Füßm zu stehen, zu ringen und zu kämpfen für ihr Kind. .

Still und friedlich war es auf der Deide, todescmsam Und die Gewißheit, daß sie auch die Deimat verlassen mußte, übermannte Estrid mit schmerzlicher Gewalt. Mit Aufbietung öfter Willenskraft drängte sie ihre Bewegung und die aufste genden Tränen zurück.

'Niemand sollte sie meinen 'eben. Nicht mal die einsamen Föhren, die ab und zu aas dem Deidesand aufwiegen, dursten wissen, datz s« nichts war, als ein schwaches, unglückseliges Weib.

Kurz vor dem Bahnhoi in Westerland ließ sie den Wagen halten, um dem Kutscher ihr Ziel nicht zu verraten. Sie nahm ihr Kind aus den Arm und gab einem Jungen die Tasche, sie ihr bis zum Bahnhof zu tragen. Dort erfuhr sie zu ihrem Entsetzen, daß der Zug erst zwei Stun­den später ging. Einen Augenblick stand sie wi: vernichtet. Auf dem Bahnchot ;u warten erschrm ihr ausgeschlossen. Wie leicht fomiten sie dort Be­kannte anfprechen. Es dünkte sie überhaupt gewagt, die kurze Sttecke mit der Bahn zu fahren, die von so vielen Menschen benutzt wurde, imt 5um Schiff zu gelangen. Utti> Estrid entschied sich, lieber die Strecke bis zur Damtcherstarioii zu Fnp zurück­zulegen. Das war weniger Qual, als hier zw:i Stunden zu harren. Sie gab dem Kleinen, der sie vergnügt anlachte, erst zu trinken, dann wan­derte sie, das Sttnb tm Atome, rüstig $*mum zu.

den müsse.

3. Wogen Unjuftänixgfeit wurde die Zurück­nahme des Antrag» gegen Baustil chäft Jiosef H er­bet reffend Wirtschastsbritzikst' erlirt.

4. Tie Firma Travv und Munch in Friedberg wurde verpflichtet, dir Löhne der Lobnllasse 3 des Bezirkshchnabkommens für die chemische Industrie vorn 1. Februar ab zu zaUen Ter Schiedsspruch wurde vorn Antragsteller (Verband der Fabrik­arbeiter) und der Firma anetflannt.

5. In der Sache gegen die Oberh. Kal k- undSteinindustrie G. m. b. D. in Butzbach wegen Lohnforderung muß die Entscheidung des Staatskommisiars für die wirtschaftlickte Demo­bilmachung eingeholt werden, weil die Absttmmung des Ausschusses bei Stimmenthaltung des Borsitzew- den zu keiner. 1 Schiedsspruch führte.

6. Die Gemeinde Stangenrod wurde v:rpflich- tet, einem Arbeiter vom 1. 12. 1919 ab den d:m Lohn gebiet III des Tarifs für die Dol-jhauerri mt* sprechenden Lphn zu zahlen.

7. Dem Personal der Gießener Unt- versitätsklrniken ist für das Rechnungs­jahr 1919/1920 folgende WirtschaftsbeihiIse zu ge­währen: 1000 Mk. den Verheirateten, 600 Mk. dm Ledigen mck» 200 Mk. jedem ft'rnb entsprechmd dm rtcortid^n Bedtngalngen. soweit Verpflegung g.'- währt wird, sind diese Sätze in D^he von 80 Proz zu zahlen Tie Mrischaftsbrihilfe berechnt sich für jeden Monat der Beschäftigung mit einem Zwölftel der Summe.

Ein schriller Psisi gellte über bie Dünen zu ihr herüber, das Abfahrtssignal

Estrid brach vor Verzweiflung fast zusammen. Ver­stört sah sie um sich. Gab es denn keine Rettung für sie und ihr ftinb?

Und eine Stimme in ihr raunte:

Im Gotteskoog würdest du geborgen fein!" Nein, nein," wehrte sie sich, Aieber geh:

ich mit dem Kinde ins Meer, niemals zurück zu

Ein Paar neue >

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junge Weib. Dazu die veuevoNe Ervennmis, daß sie durch ihren Unverstand, durch zu wenig Ueb:r- legung und Vorsicht ihr armes, kleines Kind opferte, daß sie schuld war an des kleinen Inge- narts Tode, wie sie an dem großen Ingewart schilfig war.

Ihre Lippen fichten zum Döchsten, als fi: vorwärts keuchte. Im Erinnern an ihre Kinder- zrit fiel chr rin, daß man in den Dünen als Schutzwehr gegen böse Geister das alte Senäuber- litd singen müsse, und unwillkürlich murmelte sie fingen konnte sie nicht den altm Be- schwö''ungsspruch:

Frei ist der Fischfang,

Frei ist die Jagd,

Mrei ist der Strandgang,

Frei ist die Nacht,

Frei ist die See, frei von Lande zu Land, Frei ist die See und der Dornumer Sand!" Nein, sie konnte nicht mehr. Ihre Kraft war erschöpft. Äe hatte keinen anderen Gedankw, als mit ihrem Kind in dem Weichen Sand für immer zu schlafen. (Fortsetzung folgt.)

Mühlheim a. M., kam auf seiner Wanderung nach Laiuerbach und stieg liier in ein Gvldwarcngefckmlt ein, ans dem er Uhren, Schmuck und andere Gegen­stände nn Werte r-on 4000 Ntk. entwendete. Bis auf einen Rest nmrbc ihm das Diebsgul bei seiner Festnahme wieder abgeinommen. strafe: 3 Monate Gefängnis unter Anreckmung eines Mo­nats Untersuchungshaft.

Frübzeiii'i auf abschüssige Bahn geraten ist der erst 13 Fabre alte Schüler Cteotg Fr aus Offenbach, der sich letzt in einer BessernngSanstalt befindet^ Er batte, nachdein er seinen Eltern 3;>0 Mark Silbergeld entwendet Hute, int Mai 1919, kaum 12 Fahre alt, an drei versckne- denen Orten OberhesienS, 6 Dülmer, 1 Ferkel und- mehrere Eier gestohlen und wurde ixifih zn einer Gesamtstrafe von 6 Wochen G sängnis verurteilt.

Tie Berufung der Staaisanw-.l idxifi gegen ein sckwsfengviidxl 1 ck>es Urteil, da: 15 M ctzger a u c Lauterbach wegen nirty genügender Fettz» aMieierung zu Oleldstrafen von 10 uni) 15 Mk ver­urteilt hatte, nmrde mit der Begriindung vev- worfvn, das' die besonderen Umstände in Lauterbach eine gelinde Bestrafung reckstseriigen

Am 1. Mai d-s Is i-eraiflaß:e der Arbei­te rrat von Nieder Wöllstadt, daß ohne fite* nehmigung des Krcisamls und Oderhesi Vieh» ixmlels-rerbands eine Kuh ans dem Viehbestand der Dttive B. daselbst geschlachtei und da-> Fleisch an die versorgungsbereckxigte BeVölkern>M verteilt wurde. Er war deshalb angettagt, aber vom Schöffengericht freigespvockien worden Aus die Be­rufung der otaatsanwal। scha-1 hab die Strafkam­mer das frrisprcchende Urteil aus und erkannte unter entsprechender Kvstenbclashmg auf Geld­strafen von je 10 Mk.

Bier jugendliche Arbeiter aus Frankfurt unter­nahmen einen Streifzug nach Vilbel und ent­wendeten aus einem Dausgarten, in den sie ringestiegen waren, zum Trocknen aufgehängte Wäsche im Werte von mehreren 1000 Mr.; sie tonnte ihnen wieder abgenommen werden Es wurden Strafen von 9, 6, 4 und 3 M-nrnten er­kannt, der größte Teil der setther crlttteiten £*aft tarn in Mrechmmg.

Erfolgreich war ine Berufung des Lehrers B. von Bad-Dvmbirrg gegen ein schäsiengericknliches Urteil, das seinen mmdettährigen Sohu wegen Forstfrevels verurteilt hatte Ta nxi be­eidigte Zeugenaussagen in scharfem Widerspruch standen, so kam das Gericht zu einem non liquet und sprach frei.

Der Junge hatte sich gegen ein gutes Trink­geld bereit erllärt, ihr die Tasch:, die ihr zu schwer War, zu tragen.

Zuerst schritt Estrid leicht und sicher mit dem Kinde dahin. Sie meinte, den W:g zu kennen. Früher war sie ihn oft gegangen. Rantum, das einzige, aus wenigen Däusern bestellend' Dorf der Daltonsel, lag schon bmter ihr und vor ihr dehnten sich die weiten Dünentäler,^ durch tod*1 sie hin- durchmußle, um die Anlegestelle des Dampfers zu erreichen.

Wie weit es sich hinzog! Das Kind wurde ihr immer ictwewr imb jetzt weinte es leis-:

Der Dvnniel hatte sich umwölkt und plötzlich erfiarte der kleine Träger, ,>es tarne rin Gewitter und er könne nicht mehr mitgehen. Es^sri so w« so nicht geheuer in den Dörsumer Dünm. xa hausten noch die Seelen der armen Schiffbrüchi­gen, die die Strandräuber in alter Zeit um gebracht. Nicht einen Schritt ginge er ttrit:r."

Er stellte die Tasche hin, und ttotz aller B:r- beißarngen EstriÄ auf eine reich: Belohnung lief der Junge schnurstr«^ d«wn.

Estrid war ganz zerschmettert. Um das Un­glück voll zu machen, hörte sie in einiger Entf:r- nung ein Prusten und Schnauben. Es war gar kein Zweifel, die fieine Dampfipurbastn fauche in den Dünen bereits an ihr vorüber. War es zu spät? Kam sie zur Abfahrt des Dampfers nicht zurecht? Eine furchtbare B-ntzweiflung packte die junge 5rau, die allein mit dem weinenden Kinde in der eich los en Sandwüste stand. Wenn sie den Dampfer nichr mehr erreicht, mußte sie bis morgen bleiben, wo aber sollte sie übernachten?

Ein Gastbaus gab es nicht fn dieser Einöde. Sie war verloren, wenn das Wetter losbrach, ehe sie unter einem schützenden Dach Zuflucht fand.

Sie mußte versuchen, um reden Preis biß zur Dampferanlegestelle zu gelangen Vielleicht kam sie doch iwch zurecht Sonst mußte sie den Zug, ber nach Westerland zurückftchr, benutzen, um dort irgendwo heimlich die Nacht zuzubringen, tenn

von Beginn des Striegel an eine vernünftige Steuer Politik getrieben und das Kapital angemep fen belastet Hatto, wenn Derr Delsferich keine Ban" kewtt-Politck getrieben hätte, so brauchten »vir heute seine Snch>e nicht auszuessen. Die Sozial demokraten sind an dem unereuufiiehen Schauspiel in Moabit nicht beteiligt. Sie barten schon seit Krieasbeginn eine Kriegsgewinnfteuer gefordert, ebenso den Ausbau der Erbsck>aftssteucr. Das Prin­zip der progressiven Einkommensteuer ist sozial­demokratisch Im einzelnen haben wir Sozialdemo traten uns die Gestaltung des Gesetzes anders ge­dacht. Die Steuer muß aber nun, den Verhält­nissen folgend, in der vorliegenden Form verabichie bet ioerben. Es sei zu hoffen, baß die Schonung kinderreicher Familien noch weiter ausgedehnt wer­den könne. Der Bedarf des Reiches für die näch­sten Jahve sei noch lange nicht acbccft, zumal die Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag noch gar nickst zu übersehen seien. Bei aller Borschcktzung der hosten Aufgaben, die Länder und Gemeinden zu erfüllen hätten, bleibe doch die Dauptsache, bas Reich lebenchchchg zu erhalten und seine Schmiden abzustürden Gs gelte schnell M handeln. Die Ve sitzenden Mächten sich ihrer Pflicht gegen die All­gemeinheit bewußt werden.

Abg. Pohl mann (Dem.): lieber bas Er- aebnis der Einnahmen von 1919 und ben Bebars für 1920 liegen noch keine genauen Angaben vor. Die drei Löcher im Westen, Rarsten unb Osten sinb noch immer offen. Die Warenproduktion deckt noch nicht ben Bedarf; es müssen noch Waren importiert werden. So fehlen also alle Voraus­setzungen für die Aufstellung eines Etats, well sich die gesamte Volkswirtschaft nicht in einem feste» unb übersehbaren Zustand befindet Denn es tommi weniger auf die Art ber Besteuerung an, als daraus, festtustellen, welche Steuerhötze von der Bolkswirtsckwft ertragen werden kann. Sparsamkeit unb Mehrarbeit sind notwendiger denn je. Die bestehende Arbeitszeit muß voll aus- «nutzt werden. Die Arbeitslosenunterstützung muß so geregelt werden, daß niemand denken kann, er brauche nicht zu arbeiten. Immerhin muß jetzt unsere Sorge sein, die Kasse des Reiches zu füllen Das Reich braucht das Geld und so müssen wir die Ssener^setze bewilligen. Bei einer Art organisierter Wirtschaft um das Wort Parla­mentswirtschaft zu vermeiden werden wir ver­bleiben müssen. Die der«itige Steueigesetzgebung, so notwendig sie für Den Augenblick ist, wird toi ne» allzulangen Bestand haben. Die Baluch- kommission brückt daraus, baß hohe Steuern ein- kommen Das ist auch zurzeit eines ber wenigen Mittel, den Notenumlaus abzubauen. Nur eine gute aktive auswärtige Politik kann uns aus den wirtschastlichen unb finanziellen Nöten retten.

Äbg. Dr. Düringer (D.-natl.): Vom tak­tischen Stanbpunkt aus sind wir Gegner der jetzigen jRegicrung, zu der wir fein Vertrauen haben. Wir lehnen daher ab, den Männern, die am Ruder sinb, eine solche Fülle von Macht zu übertragen, wie sie diese Steuergesetze mit sich bringen. Sachlich haben wir an ihnen rnitgear- britet, aber die Verantwortlichkeit für diese Steuer tragen die Mehrheitsparteien. Die Steuer- gefebe liegen jetzt erst in ihrer Gesamtheit vor unb ermöglichen jetzt erst den so notwendigen Ueber- blick Sie lassen jede volkswirtschaftliche Rück­sichtnahme DcrjKjien unb sinb rein nach finanz­technischen Gesichtspunkten gearbeitet. Das für unftTc Volkswirtschaft Erträgliche ist mit biefen Steuern langst überschritten, lieber all sehen wir eine korrumpierende Wirkung der neuen Steuern noch ehe sie in Kraft gerieten sind, überall Ber- schtvenbuiigssucht und Arbettsunlust, weil der Staat ja doch alles nimmt. Das Attentat au Erzber ger haben nrir Derurteilt, aber em­pörend war es, wie meiner Partei das Attentat angebängt wurde. Wenn einem Zenriumsmitglieb Schiebereien ober falsche Steuerhefiarationen nach- geimefen würben, so dürfte doch niemand sagen, . bas Zentrum bestehe aus Schiebern und Defrau­danten. Wir werden auch im Plenum eine Reihe von Abanderungsantragen stellen. Die Steuer» griebe im ganzen sind für uns unannehmbar.

Abg. Dr. Becke r-Dristn (D. Vpt.): Tie Finanzpolitik Delfserichs war diktiert von dem Gc

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Wetzfttingtsstfi!

Gießener Strafkammer.

Gießen, 27. Febr. 1920.

Hinter verschles'enen Türen wurde gegen den Dausburschen W. R von Grünberg wegen S i 11 - lichkcitsverbrechens verchandell. Trotz srines Leugnens erWlt er 6 Monate Gefängins, 1 Monat Untersuchungshaft wurde angerechnet.

Ter Fürforgez-gling Friedrich Jrih-nn I. ent­wich im Januar l. I. aus der Erziehungsanstalt ni dieser furchtbaren Sand wüste konnte sie nicht Mriben.

Alle ihre Kräfte zusammen raffend, tturzte he vorwärts, doch bie Tasche unb die Last des Kinins lähmten ihre Eile.

Mit leuchtendem Atem, wie gehetzt, stürmte si', um den Weg abzu kürzen, durch bie Dünen. Oft verstärk sie ins zu den Knien in dem lockeren Sand und über ihrem Daupte murrte schon der Donner.

fühl, daß wir damals alle teilten, nämlich, daß wir hegen würden. Zentrum unb Demokraten ha ben der bomoligcn Finanzpolitik zugestinimt. Alle unsere Bemüh»lnqen werden nutzlos fein, solange nicht bas Vertrauen zu unserer wirtschaftlichen Ge- unbung zurückkehrt, im Znlande und iwr allem tm Ausland, und das wir nun einmal brauchen. Länder unb G. nieind.n müssen gegenüber dem Reich zurstckstehen: bamü müssen wir uns abiinben. Ter Ausbau der cinidnen Steuern dars nicht so koni' pliziert gestaltet werden, daß ihre Aussührbarkeft daran scheuert.

Abg. Der old (Zenri.): Unsere Anträge zu den StenerOefetzen bei der Ausschußberatung sind aus unserer Mute hervorgeGangen, otme Fühtung- Matonc mit dem Fimanzminister In dieser' schweren Zeit ssllte keine Partei die Verantwortung für bie geschaffenen Gesetze ablehnen. Den Etat haben wir auch wäbvend des Kulturkampfes nichi abgelehnt. N-rr hotten, daß das Einkorn men steilergrietz so ge­staltet wirb, daß es trotz ber schweren Belastung der Bevölkernrrg annehmbar fein wird.

Abg. Düwel 1 (Unabh.): Tas steuerfrei ge­lassene Existenzminimum unb bie Staffelung nely* iwen keinerlei Rücksicht auf bie tatsächtichen Ver­hältnisse. Die Teuerung wird immer weiter steigen Der preußische Ministerpräsident Dirsch verlangt in feiten Dandtzüchern, ebenso wie ftüher bie ganze vechtssvzialistifche Partei, die absolute Steuerfrei heft des zum Leben notwendigen Eiickommens. Die kapftalistischen Grundlagen des Staates sind die alten, und so entfernt man sich immer weiter von dem sozialistischen Standpunkt.

§1 wird angenommen.

Fortsetzung Montag 1 Uhr.

Schluß nach ¥26 Uhr.

Zu verknusen 1 Sinkt klLvvMlcheu, lP-r alte Bücher, 1 Siebe Schrisll. ängeboie v ! 03792 an den Gien.:

SehaSrscbahe, jifl. z. ü. IrotderLSlr W«.

abzuyeb. H. öottman

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schlag des Kvrisansschuises enrtvrechend, als Mtt- glieder der Flurschadenabschätzungs- kommifsion auf die Dauer von 6 Jiahren Landwirt Gvtttnanm, Gießen, Rentner Klein, Gießen, Oekonom Simon, Gießen, Beig'ordn:ter Dnblitz, TraiS-Lorloft, Gutspächter Weiß, Dos- Graß, Pächter Kammer, Brilerstzeim, Sieger* meister Dotter, Ober-Därgern: als Mitgliedn: bzw Ersatzmitglieder der Körkommrssion für 1920, 1921 unb 1922 und zwar für Bogels° b er ge r Zuchtrichtung: Mr gliedcr Alt- hurgermeister Dir-, Watzenbvm-Stemtzerg, D'r* mann Belten, Göbelnrod, Eriatzmitg^ß-ter Der- mann Bon-Ei ff, Grünberg, Georg Bolk UI., Gr.- Linben; für Sim m en tha l er Zuchtrich- tung: Mitglieder Bürgermeister Doller, Db*r» Dogern, Karl Dahn, Bestersstrim, Eriatzmitglre- ber Beitzeordneter Tamer, Röthg's, Wilhelm Weil, Lang-Göns.

Ter Vorsitzende wies alsdann darauf hin, daß der Erlaß einer neuen Kreisjatzung b:tr Gebühren für die Bauaufsrch t durch bv

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