D. <25 Erster Blatt
(69. Jahrgang
Samstag, 5(. Mai (919
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
3®tnhg$rinMrect R. Verlag- vrShl'fche Ukio.-Vuch» a. Stein^ructcrei N. Lau-e. Zchristleilun-. SeschäftzsteUe u. Drudertl: Schufttt. 7.
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für Wiedergutmachung erhält diktatorische Gewalt über unser gesamtes Volksleben in Sirtdxirt und
aus, die der Kaiser, der deutsche Bundesrat und der Reichstag iitfanuneu iemaU ist ReichsgeÄLL
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auch aus England, Frankreich, Italien, Arne- rila und den neutralen Staaten eindringliche Protestrufe gegen den Zwangsfrieden laut werden, befremdet schon arg. Nicht mehr nur die alten Fragen nach schuld und Recht oder Unrecht werden gestellt; ein ganzes Rc- gister neuer Sünden liegt vor uns. Der Militarismus, nicht der deutsche und Preußin sche, steht jetzt in greifbarer Nähe. Auch die Menschlichkeitsidealc sind noch vorhanden und blicken fragend nach dem Hohcprtescer von Washington. Mit einem Eifer, der einer beffe- ren Sache würdig gewesen würe, hat Wilson die Partei der Slawen in der Adria vertreten, und als Kompromiss mit Italien soll ein Freistaat Fiume dabei herauSgekommen sein. Völker verrauschen, Namen verklingen. . . .
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gleichberechtigt fcben Es rmfi ihnen im Frieden S- vertrag das Recht sichern, über die Sozialtxüüik und Sozialversicherung selbst ent|dx üx-ub nnlui» stimmen
9. Tie beutfdr Delegation (Mit erneut ihre Forderung^ nach einer neutralen Untersuchung üoer ditVerantwortlichkeitfür den Krie g und die Schuld roälmnib des KiieiTe». Eine unparteiische Kommission soll das Richt haben, die Archive aller kriegführenden Länder ein» zusehen und alle bauptbrt. iiq;cn Pcrionen per» an:nx>illid) zu vernehmen Nur .t? Suver irfH, bah die Schuidfrage unbefangen geprüft wird, k,nm den verfeinveten Völkcrtt die Wcfimtung geben^ bte notwendig ist, um b< Völkerdu td zu bauen.
Tos sind nun die imdnigi'ten Barsch!Lge, die wir zu w'chen haben. Wegen tociterer gröberer Opfer fome wegen der Einzelhei en verweist die Telegation auf bciligende Denkschrift und ihre Anlage.
Tie für die Ausarbeit dieser Denkschrift unß gesetzte Frist mar 'o kurz, daß es unmög.ich war, alle Fragen zu erfrfdpfen. Eine fruchtbare und ausNäreude Brrhanbftmg könnte nur
eine mütihltdie UntcrrtOnun stattfinden. Tiefer Friede soll das größte Ver» trvgsmerk der Geschichte werden ES gibt lenk Beispiel, daß so umfassende Verhandlungen nur im schriftlichen Notenaustausch geführt i vorbei! sind. Tie Empstiidung der Böller, die so umfassend« Opfer gebracht haben verlangen, daß die Bo stimmung über ilyr Gesckiick in offenem ruckbalt» lostn G<dankenauStausch erso'gt nach dem Grundsatz: „Offene Friedensv.r cäg-, bi? osse i jufta- be gekommen sind, und bcmentipredKnb so!len teilte geheimen internationalen Vereinbarungen irgend welcher An mehr getroffen werben, sondern die Tiplomotie immer offen und vor aller Welt arbeiten."
Deutschland soll den ihm trorg'legten B, r t^g mit seiner Unterschrift vergehen und ion erfüllen. Auch in seiner Not ist ihm das Recht zu heilig, als daß es sich dazu hergeben könnte, Bedingungen anzunehmen, für deren Erfüllung es nicht ebw stehen Tann. Wohl haben immer wieder in btt Geschichte die letzten Jahrzehnte die Friedensvevn träge der Großmächte das Recht des &tarfcn oen kündet. Aber jeder von diesen Fredensschlüsse» gehört zu den Urhebern ober Verlängerern befl Weltkrieges. Wo tn diesem Krieg der Sieger »um Besiegten gesprochen, in Brest-LftoitTlk und Bukarest, roaren feine Machtwvrte nur eine Aussaat künftigen Unfriedens. Tie hohen Ziele, die zuerst unsere Gegner für ihre Kriegführung gestellt ha» den, das neue Zeitalter gesicherten RrchtsfriedenT erfordert einen Vertrag von anderer Gesinnung^ Nur ein Zusammenarberten aller ©öfter. ein Zusammenarbeiten der Hände und der Geister kann einen Tauerfrieden schassen. WM tauschen uns nicht darüber, wie stark der .*Öa& und die Er illerung sind, die dieser Krieg erzeugte, und doch find die Kräfte, die für eine Einigung der Menschheit am Werk sind, jetzt stärker als je zuvor. Es ist die schwienge Aufgal>e der Friedenskonferenz von VenaiUes, diese Einigung her- bci-ufübren.
zGenehmigen Sie, Herr fßrälbent, den AuS^ druck meiner ausgezeichneten Hoelfachtting.
gez. Brockdorss-Rantzau.
Mitteln bereit.
5. Schließlich bietet Deutschland an, seinen gesamten Handelsschiffsraum in einen Weltvol einzubringm, einen T-.il der Frachten den Gegnern aus den Schadenersatz zur Verfügung zu stellen und ihnen für eine RcibL non 3aforn auf deutschen Werften Tonnage in einer ihre Forderungen Übersteigenden tzöbe zu bauen.
6. 3um Ersatz der in Bllgien mid^Nordwank- reich vernichictcn Ftußschi'ie bietet ^eutrchtand Fluß fahrzeuge aus eigenem Bestände an.
7. Teutichland g'aubt zur beschleunig en Er- füliutg feier Entfchä. igunge-pf ich in irr Ueper* las ung von nibufr.i Cen Beteiligungen, msbeson- dere an Kohlengruben zur Sicherung der Kohlenbezüge einen geeigneten Weg zu sehen.
8 .Deutschland nn't in Ueberein Ihmmnng mit dem Willen der organisierten Arbeiter der ganzen Welt di« Arbeiter m allen Ländern frei uiü>
Die mo-rtelnote zvm Vevtichen $rieöensDorfd)lag.
Berlin. 28. Mai. Deutsche Friedensdelegation, Versailles, 29. Mai.
Öerr Präsident?
Ich habe die Ehre, Ihnen in der Anlage die Bemerkungen der deutschen 'Dclegation zu oem Entwurf des Friedensvectrags zu überreichen. Wir waren nach BeriaiUes in der Erwarlung gekommen, einen auf der vereinten Grundlage auf- gebauten Friedensvorschlag zu erhalten. Wir kitten den festen Willen, alles zu tun, was in unserer Kraft stand, um den schweren von unj übernommenen Verpflichtungen nachzukommen. Wir hofften auf den Frieden des Rechts, den man uns verheißen Wir waren entsetzt, als wir in jenem Dokument lasen, welche Forderungen die siegreiche Gewalt des Gegners an uns i*llt. Je tiefer wir in den Geist dieses Vertrags eindrangen, um fto mehr überzeugten wir uns von feiner Un» durchführbarkeit. Die Zumutungen dieses Beitrages gehen Über die Kraft des deutschen Volkes
Wir sollen znc äBieotioecflelkmg des polnischen Reiches auf unbestritten deutsche Gebiete verzichten, fast auf die game Überwiegend deutsche Provinz Wcstpreußen, auf deutsche Teile Posens, auf das kerndeutsche Danzig, sollen die alte Handelsstadt in einen Freistaat polnischer Souveränität umwandeln lassen. Wir sollen darein willigen, daß Oftprcußcn vom Staatskvrper amputiert, zum Absterben verurteilt und seines nördlichen Teiles mit dem reindeutschen Memel beraubt wird Wir sollen zuguniten Polens und Tschecho-Slowakiens auf Oberschlesicn verzichten, obgleich es seit mehr als 750 Jahren in enger politischer Verbindung mit Deutschland steht, von deutschem Leben erfüllt ist und die Grundlage für die Industrie im ganzen östlichen Deutschland bildet. Ucbenotegenb deutsche Kreise sollen an Belgien abgetreten iverdcn. ohne genügende Ga- ramie für tue Unabhängigkeit einer erst nachträglichen Abstimmung Das rein deutsche Saargebiet soll vom Reich gelöst und seine spätere Angliederung an Frankreich vorbereitet werden, obgleich wir Frankreich keine Menschen, sondern nur Noblen fdmlbcn. 15 Jahre lang soll rheinisches Gebiet besetzt sein und die Alliierten es nach 15 Jahren in der L>and haben, die Rückgabe des Landes zu verweigern: in der Zwischenzeit können sie alles tun, um die wirtschaftlichen und moralischen Verbindungen mit dem Mutterland zu lösen und schließlich den WillenXder einheimischen Bevölkerung zu fälfdjrn
Ein so zerstückeltes und geschwächtes Detttsch- ianb soll sich, obgleich auf Erstattung der Kriegsrosten ausdrücklich verzichtet wurde, grun^'ätzlich (bereit erklären, alle Kriegslasten der Gegner zu tragen, Summen, die das gesamte deutsche Staats- tunb Privatvermögen um ein Mehrfaches übersteigen würden. Einstweilen fordern die Gegner über die vereinbarte Grundlage hinaus Ersatz der Schäden der Zivilbevölkerung, »oobei Deutschland aud> für seine Bundesgeuos en haften feil. Tic zu zahlende Summe soll von den Gegnern einseitig ftst- gclegt werden und späterer Abänderung und Erhöhung unterliegen. Die Grenze soll die Leistungs- fähigkeft des beutüfan Volkes bilden, ab gestuft nicht nach seiner Lebenshaltung, sondern lediglich nach seiner Fähigkeit, die Forderungen der Feinde durch feine Arbeit zu erfüllen. Das deutsche Volk wäre also zu dauernder Sklavenarbeit verurteilt.
Trotz solcher ungelieuerlicher Forderungen wird uns gleicmeftig der Wiederaufbauuns eres Wirtschaftslebens unmöglich gemacht. Wir sollen unsere Dandelsftotte ausliefern. Wft -ollen auf alle Auslands wer de verzichten. W.r sollen das (Eigentum an allen deutschen Auslands- untentehmungen, selbst in den verbündeten Ländern, auf die Gegner über:ragen. Auch nach Friedensschluß sollen die feindlichen Staaten das Recht haben, alles deutsche Vermögen zur Einziehung zu bringen. Kein deutscher Kaufmann wird in ihren Ländern vor solchen Kriegsmaßnahmen geschützt sein. Auf unsere Kolonien sollen wir vollständig verzichten. Nicht einmal dort Wen deut chen Missionare daS Recht haben, ihren Beruf au-5?uüben. Wir sollen also auf jede politische, wirtschaftliche und ioeette Betätigung verzichten. Sogar im Innern sollen wir un er Selbstbestimmungsrecht aufgeben. Die internationale Kömmmüm
den. Deutschland nnrb weitere Klch eirlieserungen für Frankreich, Belgien, Italien und Luxemburg ermögkich-n. Ferner ist Deutschland zu bedeutenden ngen von Benzol, St<rakoh^en:eer, schwesel- Ammoniak sowie Farbstojfen und Arznei-
roodjenrüdblit
ffw keinem Entscheidungstag während m Krieges batte das blockierte Deutschland i, erschauernd den kalten Luftzug der Wrlt- ^-'ch'chte gespürt, als wir ihn heute fühlen. fyojfKungen, Leidenschaften, Kampfeswille, die die großen Erschütterer und Menschen inst berauschenden Triebe sind von uns ge- nchen — und da liegt vor uns der eisige klbgrund eines vollendeten, unvermeidlichen Schicksals Der Fried.msvertrag?e,'twurf der Entente hatte und entsetzt, das unwillige „Un- rnnebrnbat" Iftit seinen erregten Rundgang >urch iinfer Volk gemacht. Nun kommt vor ><m bl md Has senden ®eg:i diese Tat der telbflentäuücrunfl, die falte Ueberlegung und Lftetlp.egelung unseres Elendes: der deutsche Gegenvorschlag. Jetzt fühlen wir wirklich, l-iß wir besiegt sind. Nicht durch die Helden- liafi der Feinde, nicht durch ihr Schwert —
Leistung Deutschlands in diesem Weltkrieg steht noch immer zu stolz und sieghaft h>r uns; — nein, besiegt durch Haß und 7 ficke, eiittäuscht und niedergezwungen in un# serem Vertrauen aus den Rechtsfinn unserer liezftier In der zusammcnfassenden Note, tut der Gras Rantzau unsere Ösegenvorschläge in Versailles überreichte — wir geben dieses Denkmal deutsck)cr Demütigung nachstehend In ©ortlaut tuiCDer — liegt zusamniengehäuft ter llebermut und Siegeswahnsinn unserer stcinde, und daneben die Ruine unseres Na- stonülstolzeS. Es sind nicht so sehr die mate» teilen Zuaestäudnisse, die AttSlieserung von jtz efewzeldsummen, von Schiffen und Kohlen, tn.- Angebot einer Abstimmung in strittigen (kbietm, die und erschauern lassen, sondern S ist mehr noch die einaeschüchterte, geknickte ^ilhing, die in der Denkschrift Schükings tcro ort ritt, waS Mts daS Herz zusammen- trefet Wir hatten die Entschädigungen zuge# Mtzt, und irnfere Fachleute mochten sie be- irtbittn und beziffern. Wir konnten die Bolks- <für Elsaß#Lotbringeu gewähren, nußteu uns freiliü) dagegen verwahren, daß i'ch hier um „Wiedergutmachung von Unrecht' handele. Da eine Auseinandersetzung In moralischen Fragen vorläufig so ausfichts- fos ist und unsere Gegner immer wieder den brutschen Namen in den Schmutz ziehen, koitn- tcu wir unser Friedensangebot jenseits von vut und Böle madterL lknrz und sachlich durf- tat wir auch tue Forderung nach einem unparteiischen Oferichtshof wiederholen. Bei filier Waffenabgabe sollten wir aber das kvmbol des geharnischten Ritters mit tub und Toi,fei behalten, nichts tun, was b«? Heldenvolles der Jahre 1914—1918 und unserer Gefallenen nicht würdig ist. Denken nr auch daran, daß es auch im günstigsten valle lein „Rechtssciede" ist, den wir ab- Chilenen, sondern eben doch ein Machtfrieoe, uns auf genötigt wird. Hegt etwa Giemen» cetni lautcrcre Gesinnung als Ludwig XIV., «r Europa tyrannisierte? Müssen wir uns nicht unseres Ranke erinnern, her über diese 5-rmmei im 17. Jahrhundert schrieb: ,Mclch ein Zustand der allgemeinen Politik, oaß ran es duldete, als Ludwig auf den Antrag Wes seiner Parlamentsräte zu Metz jene 'litu wo ns kammern einrichtete, vor die er räckftige Fürsten zitierte, um über ihre Rechte ,®t L'anb und Leuten, durch Staatsvertrage lapäfirleiftet, wie über Privatrechte von fei»
Sie kann das ganze deutsche Boll in geistiger Knechtschaft halten. Sie kann, um d« Fronzahlung $u erhöhen, die soziale Fürsorge für die deutschen Arbeiter unterbinden.
Auch aus anocren Gebieten wird Deutschlands Souveränität auigelwben. Seine Haupiströme wer- Den. internationaler Berwallung unterstellt. Es muß auf seinem Gebiete die von den Gegnent gckvinischtcn K.niälc und Eisenbahnen bauen, es muß bm Verträgen unbekannten Inhalts zustim- lltt, die vrm it-inen Gegnern mit den neuen Staaten des Ostens geschwiseir werden sollen, selbst über feniL eigenen Grenzen. Tas deutiche Volk ist aus bcm Bunde der Völker au'geschlossen, dem alle geiiKinidMiitidie Arbeft der Welt an oer- traut ist
So soll ein garryd Volk hier feine eigene Aechkung und sein Todesurteil unterschreiben. Deutsch and weiß, daß es Opfer bringen muß, um zum Frzeden ju tommet, Teutschand nri& daß es solch Qvier verfraasmäßig zugesichert hat und will baetn an die äußerste Grenze desien gehen, was ihm möglich ist:
1. Teuischland bietet an, mit der eigenen Entwafsuung allen anberen Völkern voran- zugehen, um $u zeigen, daß es helfen will, das neue Zeitalter des Rechtsfriedens herleizuführen. Es git4 die allgemeine Welnch ictft auf und verringert, von Ucbcrgang? befrimmungen abgesehen, sein £>eer auf WO 003 Mann. Es verzichtet sogar auf die Schachtschi se, die ilzm seine Feinde noch las en Nollen, aber es setzt voraus, datz es sofort als gleichbcrechftgter Staat in den Völkerbund ausgenommen wird. Es setzt voraus, daß ein echter Völkerbund entsteht, der alle Nationen cin= schließ, die guten Wlllens smd, ainfy die Feinde von beute. Der Buna muß van Berantwortungs- gefühl gegenüber der Menichheu getragen werden und über eine Zwangsgewalt verfügen, die stark unb guoetläfiig genug ist, um die Grenzen ferner Mitglieder zu schützen.
2. In territorialen Fragen stellt sich Deutschland rückhalckos auf den Boden des W i l - s o n sthen Programm«. Es verzichtet auf seine Staatshoheit in Elfaß-Lothringen, wünscht aber dort k V» freie Volksabstimmung. Es tritt den größten Te.l der Pn-vin- Pofen, die unbestreitbar polnisch besiedelten Gebiete nebst der Hauptstadt Posen an Polen ab. Es ist bereit, den Polen durch Einräumung von Freihäfen in Danzig, Königsberg unb Memel, durch eine Weichstckschiffahrts- akte und durch befonöere Eisenbahnvcrträge freien und sicheren Zugang zum Meere unter internationaler Garantie zu gewähren. Deutschland ist bereit, die wirtschaftliche Versorgung Frankreichs mit Kohlen besonders aus dem Saargebiet bis zur Wiederherstellung der französischen Bergwerke zu sichern. Die vorwiegend dänisären Gebiete Schleswigs werden auf Grund einer Volksabstimmung Dänemark überlassen. Deutschland verlangt, daß das Selbstbestimmungsrecht auch zugunsten der Deutschen in Oesterreich und Böhmen geachtet wird. Es ist bereit, seine sämtlichen Kolonien der Gemeinschaftsverwaltung des Völkerbundes zu unterstellen, wenn es als dessen Mandatar anerkannt wird.
3. Deutschland ist bereit, die ihm nach dem vereinbarten Friedensprogramm Obliegenheit Zahlungen bis zur Höchstsumme von 1 0 0 M i l l i a r - den Mark zu leisten, und zwar 20 Milliarden Gold bis zum 1. Mai 1926, alsdann die restlichen 80 Milliarden Mark Gold in unverzinslichen Jahresraten. Diese Raten sollen grundsätzlich einen bestimmten Prozentsatz der deutschen Reichs- und Staatseinnahmen ausmachen. Die Rate wird dem früheren Friedensbudget nahekommen.. In den ersten zehei Jahren foll die Rate eine Mllliarde Gold niclü übersteigen. Ter deutsche Steuerzahler soll nicht weniger belastet sein als der des höchst- belastcten in der Wi'dergutmachungskommission vertretenen Staates. Deutschland setzt hierbei vor-, aus, daß es keine rodt-Ten territorialen Opfer als die voreernährten zu bringen hat und wieder wirt scha'ttiche Bewegungsfreiheit nach innen und außen erhält.
4. Deutschland ist bereit, seine gesamte wirtschaftliche Kraft dem Dienst der Wiederherstellung zu widmen. Es wünscht bei der Wiederhnstellung der zerstörten Gebiete in Belgien und Nord Frankreich rocrftä.ig mir zu arbeiten. Für den Produktionsaussall der zerstörten Gruben 3?ordfrankreickB sollen während der ersten fünf Jrch.'e bis zu 20 Millionen Tonnen Kohlen jährlich, während der nächsten fünf Jahre bis zu tz Millionen Tonnen Kohlen jährlich gelt lert wer
de« Predigers gespielt: jetzt aber soll er sich I besessen haben. Diese Kommission verfügt unbe- als handelnder Politiker unb Staatsmann zei- schränkt über die Wirtschaft des Staates, der Kom- ~ ~ ' | muren unb der Einzelnen Auch das aciamtc Bil
dung«- und Gesundheitswesen ist von chr abhängig.
Line deutsche Hole über die Kriegsgefangenen.
Versailles, 30. Mai. Gestern wmck>e Cle- menceau eine Not? über die Kriegsgestrngenep überreicht, in der es heißt:
Tie erste Weigerung der alliierten und alsoii^ ierten MaAfte, durch die Änderung der einscM- gigcn Bestimmungen das Los der Kriegs- und Zivilgefcmgenen sofort zu verbessern, ist auf da« Tiefste zu bedauern. Wenn die deutsche Note txom 10. »Mai davon abgesehen hat, bestimmte Anregungen in dieser Richtung zu geben, so geschah dies mft Rücksicht auf den darin enthaltenen Vor» •fcfiag. mrverzüglich eine Kommission zuc Prüfungder den Kriegs- und Zivilgesang.meft zu gewährenden Erleichterungen zu cm.nmen. Tiefe Kommission, deren Einsetzung leider an der Wer» (yrung der allfterten und assoziwerten Mächte ge# scheitert ist. Hütte u. a. den Pott verkehr bet Krie^- und Zivftgefangenen mit ihren Familien^ der den einzigen secl schen Trott in ihrem Unglück bißxrt. erleichtern sollen. Tatsächlich erhalten die deutsäicn Kc-iegs- unb Zivilgeiangenen in Europa ihre Post mit Bersrätuiig von mindestens vier bis fünf Docken. Abgesehen ton zahreulien Fällen, hi roddxrn die Pott beraubt eintrifft ober überhaupt verloren geht, sind unzählige Fälle nachzuweisen, in denen deutsche Kriegsgekaugene, die sich in der Hand der alliierten unb assoziierten Mächte befinden feit Abschluß des Waffenstilb« standesohnejedeVerbindungmitder Heimat sind. Weiterhin wäre es ganz aflx gemein die Aufgabe der oorgefi)lagenm Kommiss sion gewesen, Mittel und Wege zu finben, uur durch höhere Entlohnung, bessere Unterbringung unb Kost, erftriterte Beioegmigsfteihei! und Gewährleistung der Sonntagsruhe usw die Loge btt Kriegs- unb Zivilgefangenen in jeder L»rnsicht zth bessern und diese so vor dem völligen 3uiarmnen* bnicb zu retten.
2. Tie alliierten unb assoziierten Mächte lehnen in ihrer Note vorn 20 Mai die Freil.issungi derjenigen Kriegs- und Zivil gegangenen ab, biß sich ein Verbrechen oder Vergehen haben zu Schulden kommen lassen. Deutschland seiner» feit« bat dagegen eine unterschiedslose FreilIi'sung aller Kriegs- und Zivügefmigenen der rlliierte» und assoziierten Mächte zugeflunden. Es muß nun auch auf fernen Anspruch bestehen, daß fernen %tx* d-Nötigen gegenüber von Seiten der c irrt«* unb afioetknai Regierungen m der qjtvijru
’vn Gerichten entscheiden zu lassen! Welch ein Zustand des Deutschen Reiches, oaß es i^h Straßburg so gewaltsam, so wider dce Natur der Dinge entreißen ließ! Unb ttic solche Beleidigung nahm Deutschland hin '-»cd schloß darüber einen Stillstand." —
Zu der vorn Grafen Rantzau angefertig- •ft Liste unserer Demütigungen gibt es noch ktne laute Begleitmusik, die aus den deutschen Ländern schallt, die uns in West und Oft ab- Äfiiommm werden sollen. Schon jetzt will vts der Franzose — und seine Genossen »tnmen ihm offenbar zu — befehlen, daß Truppen gegen die Russen im Felde Hen lassen sollen. Auf. dem linksrheinischen «ltschen Gebiete aber beginnt der Feiickr die Me Annexionspolitik. Armselige Verräter, der Arm der deutschen Obrigkeit erfaßt genießen seinen Schutz. In der Pfalz so- Ml als auch in den Rheinlanden. Selbst knudbebungen gegen den Lairdesverrat wer- nicht erlaubt, und, vann spricht man, wenn gekaufte Subjekte Proklamationen I^ftassen,. vom „Selbstbeftirnmungsrecht"! ' en.ssifche militärische Behörde in Köln hat w Androhung der Reichsregierung, den Verger nach § 81 des Retchöstrafgesetzbuches mit ^^nslänglichem Zuchthaus zu bestrafen, ^cr Kraft gesetzt und gedenkt also, die Um- ??kbe zu fördern. Proteste unseres Wasfen- ”M|tanb&r oder Friedensausschusses werden . erlich eine Wirkung haben. „Denn zu tief mxr unrrr griamres ^o^Koen in %Dimawi unv 2 n hat der Latz gefressen", und Wilson | Kultur, ihre Sefugnifie gelten weit über die hin- bereits hie Gelegenheiten Derpar ^oerr. Er hat bisher vorwiegend die


