Einzelbild herunterladen

M S»-sM

1 *

ein teh Wutt>e "enzanÄ }eora<nti bet

0bleM»Stt,unb

l 7Neteelne

WlkenkE

MK 'llcbicn in n unmiiie

:ibeigeOrLubbllbutin

n 100 M ftBft Jj'SvneDaiZr

¥***-ti I^ereine I

ben 2. Nod. Vanderunq. °kdors,Dünsberg,Reb. Ae.hama.LinzenblÜL *8«W Abmarich - Ubr von bet Lab» u.ic. Für Nachzgglkk nahrl V- Ubr. fr!" litt Rehmiihle b. M i'bret: E. Rabemak«. HanS Koch. iM

xHl

Muh

iawstag, 1. Novuid. abendS 8 Ubr, tm Hoiel ftöbler Mitglieder- Lersammlutz Tagesordnung: Berichte MilgliedSbeinag BereinsvcraoiMM Kerschiedenes.

-onotag, 2. Mevibc WIIW ibmarlit »Uir M Wigtow

fäSSA

MKfe

Stete W

WU£SS<? Sid ». ß Ein Geschieh w wffij priö von unlu ?fltt6to6h?e7 Ubk- sSäf

Egmont -rau-rs-iel Munk vonji,. M

7kÄ-' Ätf i»E $&$# t>W*

(!Ä S?Ä

I

Ur. 254

Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheflen)

Donnerstag, 50. Oktober (919

Wetter

6

Vie ltartoffelversorgnng.

Lieber fliehen bis ans

Elidc der Welt!"

Fortsetzung 37.

ben mußte. Und über dreier immer g-roher empor- »pachtende Ertamwis war dir einst für echt gchrL-

Das Glück der andern

Original-Roman von Erich Eben stein.

Copyright 1916 by Ordner & Comp., Berlin W 30.

INachdruck verb au.)

Wie dem Berliner Lokalanzeigrr aus Wien benrf)tet wird, ist infolge des Kvhlenmangels eine Krisis in der Papierfabrikation eingetrc- ten Tre Regierung hat verfügt, daß von morgen! ab ine Tageszeitungen morgens nur 6 und abends'

unb die Verhältnisse des Telegraph'nverkehrs in Deutschland nicht hinderlich sein rtxrrtoi.

. , ,r "rage der Schi f sa hr t ist der Schiff-

tahrlSverle r aus der Weichsel und ihren N:ben- Nüssen er.-nurt und ger eit worden. Ter ,virt- sck.aMrche Vertrag ist bereits recheskrä'tig gewrr- cen. 2öDin 22. Oktober d. As. an Haden beio? ecttcn berriid mit der Ausführung begonnen. Tie deutschen verladen bervüs Kohlm für Polen und die Po.en Kardosteln für T^utickland. Es ist eine lur;listige.lftgung tm be.irnmten Zri.arichnitl rorgeiehen. So Iten ied)ch die allgemeinen polnisch- oeutschen Verhandlungen nicht zur Verständigung sühien, so Haden beide Seiten dis Richt der so- f irrigen Kündigung dieses Vertrags.

Au» Liessen.

Butzbach, 28. Oft. Gestern abend fand tm Laale des$x( ischen Hof^S" eine ehr stark k^'uchte öffentliche Volksversammlung der deut­schen d-mokr. ^Partei statt, zu der auch von ben um.Agenden Törfeni zahlreiche Hörer erschienen troren. Pfe.rrer K'irell aus N^Ä>er-Ingelh.nm 'p'.ach> über d.:s TiZema .Vaieriand unD Demo­kratie". Er schi.tote bi Kämpfe um die s>og> n,<utn /.Rheirchche Repub ik" und bekannte sich a^s Anhä.:ger des durch die Rrichsgefetzgch.ing orgonisck w.ch'enden Einheitsstaates N..ch einer kurzen Tars:e.lung der b drängten wirlscb..ftlichen und nwra.tsä^n Lage Tcutschlands untersuchte der Redner die Gründe für den Zusammenbruch. Es feff nickt zu bestreifen, daß die Revolution unter Unglück vergrößert habe, aber die Revolution selbst sei die Folge der falschen Re- aierungspolitik vor dem Kriege und der über­menschlichen Anstrengimg gnxsen, di- dem Volke und Heere im Kriege zugemudtt worden sei, olzne daß to;r eine »ielbewußte politische Leitung hatten. Gerade die Gegner der heutigen Regierung, die mit allen Mitteln der Agitation deren Unfähigkeit zu cnovien suckjen, hätten einen iveent.ichen An­teil der Schuld an dem verlorenen Krieg. Natio- naie Vftickft sei es, unter Zurückstellung von %ur» teirüchtchten den Llufbau des deutschen Volkes psuchtmäß-.g zu fördern. Hierzu solle die Temo- kratie alle Kräfte regen. Ter 1V2stündigen Rede folgte siürmtlcher Beifall. In der, von einer kleinen antisemitischen Entglei ung abgesft)e!i, sack- nch verlaufenen Diskussion sprachen Prof. Wer- n e r , AbgQordneter Wittig- Butzlach und Land­wirt Häuser, Niederw isel. Bum Staunen z.ihl- retcher Anwescmden bekannte sich Prof. Werner zu einem demokratischen Bolkskaiser- t u m und zur parlamentariichen Selbstregierung, N.orauf ihm Pfarrer Korell erwiderte, ixtfür fet cf .PaTt beider zu spät Früher habe man die chetdenste Aenderung des preußischen Drei- kiasstirNahlrech-tes und die Einschränkung der kai- erlicken Mack>t als antinational be&eidynet, und jetzt gebe es unter Bekämpfung aller Reaktions­versuche nur den einen Weg, auf den geschichtlich gewordenen Tatsachen weiterzubauen und für die >crr:srlafi iche und sittlich' Wiedergeburt des Va­terlandes einzutreten. Das aber sei die Politik der Temokratie. Um 12 Ubr schloß die Versamm­lung, deren Vorsitz Setgeorbneter L>nl geführt hatte.

Er fragte sich nicht: tzfliehen vor was? Er empfand nur: ich kann es nicht mit ansehen und o^rum kann ich nicht auf Rettenegg bleiben, wenn fvüodesta Herrin auf Schönau wird.

Aber wohin sonst? Was beginnen? Man forat doch nicht ewig reifen!

Unb da fiel ihm plötzlich ein Ausweg ein. ftbnnk man nicht für ein paar Winternvontte m bet Stadt Quartier aufschiagen und Sommer und Derbst ui Glavershnm Der bringen ?

. Aus einem Spazierritt, den er mit Evelyn r n«!la^,ten Tagen unternahm, machte er ihr diesen Vorschlag. '

Sie hörte still zu und schien nicht besonders! begeistert. Im stillen verglich sie bittn die Stel-j lung des Grasen Sanderfeld als Pridttmonn mit' c' r F- Mitglied eines diplomatisch^! Korps gehabt hätte. Nichts würde sie je entschädiget lüc DK Stellung, die er aufgegebm hatte.

Aber sie war zu klug, um ihre Bitterkeit baut werden zu lassen. Es war in ben letzten Ligen etwas in seinem kühlen, förmlichen Wes-m, dass sie warnte, sich gehen zu lassen.

Ihr Anblick machte seinen Blick nicht mehr ausleuchten, ihr Händedruck, selbst ihr Kuß ließ ihn nicht mehr erbeben, sie fühlte es deutlich.

Dafür las sie in seinen Augen, daß er nichts veraeiken httte und ihr im stillm nicht verzieh^ wie 'wegwerfend sie über fdne Heimat gesprochen.

Ihre hochmüttge Eitelkeit litt unbeschreiblich darunter, und manchmal war sie nahe daran ihm hohnvoll ins Gesicht zu schleudern: Glaubst du, nh mache mir nur aus deiner Heimat nicÄs^ Nein, auch aas dir! Auch aus dir! Ans deiner Mutter^deinen Freunden, dieser ganzen Sippe, di, deine Welt ift, mache ich mir nichts! Und dem- ganze Liebe ist em Kinderspiel g^gen die eines anderen, der meinen Neigungen nie Gewalt an- tun iwri*, -er kür ern Lächeln von mir kalt- Wütig bue ganze Welt opfern würde!

(Fortsetzung folgt.)

c, 3 - cc-e

Schweige! Ich weiß, was ich von dir zu halten habe. Du bist lange nicht mehr so ein harmloser Backfisch, wie ich bisher dachte. Denkst wohl, es wäre gut, zwei Eisen im Feuer zu haben, falls der Schönauer sich besinnen sollte, ernst zu machen? Aber hüte dich!"

Ein böser, stechender Blick glitt über Modesta hin, die wie eine arme Sünderin dastwid und di: Schwester verständnislos anstarrte.

3<f, weiß nicht, was du meinst, Evelyn," murmelte sie endlich mit blassen Lippen.Zwei Eisen? ... der Schönauer? .. "

Verstelle dich doch nicht so albern." Evelyn stampfte ärgerlich mit dem Fuß auf.Mir wirst du doch nichts weiß machen wollen! Daß du Magnus heimlich anschmacÄrst, weiß ich ja längst und lache nur darüber! Aber daß du, wie heute, den Versuch machst, mit ihm zu kokettieren, das verbitte ich mir, verstanden! Still, sage kein Wort dagegen! Glaubst du, ich bin taub und blind? Du hast ja mit großer Schlauheit herausgefunden, wie man ihm kommen mußr diese alberne Natur-- schwärmerei sollte ihn doch rühren?"

Evelyn, ich schwöre dir..

Bah, ich gebe nichts auf Schwüre! Ich ver­lange, daß du ihm aus dem Wege gehst und deine Kimst, zu kokettteren, anderweitig betättgst, sonst wehe dir!"

Die Tür fiel unsanft hinter Evelyn zu und Mvdesta war allein. Allein mit ihrer schreckns- vollen Verzweiflung darüber, daß sie den Riß, den sie hatte heilen wollen, nun vielleicht unab­sichtlich erweitert hatte.

Magnus lag die ganze Nacht schlaflos. Er aab sich keiner Täuschung mehr hin über seine Ge­fühle für Evelyn.

Was er lange dunkel über sich gefühlt hatte wie eine drohende Wolke, das hatten ihre unbe­herrschten Worte ihm klar gemacht: Er hatte, ge­blendet durch äußere Vorzüge, sich an em Wesen

Turnen.

^Bad-Nauheim, 28. Okt. Der Turn­verein 18 60 hielt in seinem Dereinshause eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, die der Vorsitzende, Lehrer O ßwald, leitete. Turner Lwwald erstattete zunächst Bericht über das Ver- einsleben seit Beeidigung des Krieges; aus den verfchiedensten Gebieten sei der Verein tätig ge­wesen, nicht zuletzt auch auf dem der Wohl­tätigkeit. Turnerisch habe der Verein auf dem Bezirtswettumen in Langgöns, auf dem Rhön- turnsest, beim Feldbergturnen, beim Gauturnen in Gießen^ und bei einem Vereinswetturnen, bei ton sich über 100 Vereinsmitglieder beteiligten, icbone Erfolge erzielt. Es gelte mm, auch für bic Winterarbeit alle Kräfte zulammenzufafsen und immer noch mehr in den Dienst der deutschen Turnsache zu stellen. Einstimmig beschloß die Ver­sammlung, zur Ehrung der 26 fürs Vaterland gefallenen TurnbriLer eine Gedenktafel in Marmor in der Turnhalle anzubringen und die Phowgrapknen der Gesallenen ru sammeln. Aus to Geiangenschaft zurückgekehrt sind erst vier Tur­ner, währeno sieben Vereinsmitgliü:er noch zurück- erroartet werden und drei als vermißt gelten. Zedern kriegsgefangenen Turner soll bei seiner Heimlehr eine Ehrengabe von 50 Mk. über- reicht werden. Eingehend wurde das Schüler- tnrnen besprock)en, das vom Verein seit letztem Sommer in einer bc'-nberen Riege gepflegt wird Bejchlotsen wurde, die Turnstunden dieser Schüler­abteilung, die bisher abends abgehalten wurden, aus erzieherischen Gründen auf die schulfreien Nachmittage zu verlegen. Der Turnverein 1860, dessen Mitgliederzahl seit Kriegsende wieder auf über 500 angewachsen ist, wird im nächsten Jahre [cm 60jähriges Bestehen feiern. Der ebenfalls der Deutfchen Turnerschaft angehörende Män­nerturnverein, der bisher feine Turnstunden m einem Gasthaussaal ab halten mußte, hat fich an die Stadtverwaltung mit einer Eingabe um Ueberlaffung einer dec beiden Schulturnhallen ge­wandt. Gestern unternahm der Männerturnverein bei guter Beteiligung einen Turngang in den Taunus.

_ O Schlitz, 27. Okt. Als Mschluß seiner Sommertätiakeit veranstaltete der hiesige Turn- verein gcftem ein Höglingswetturnen. Die ^Beteiligung war fehr rege, und die schönen Ergebnisse zeigten, daß unsere Turnwarte cs ver­stehen, wieder einen tüchttgen Tumernachwuchs heranzuziehen.

Meteorologische Beobachtungen _________der Station b-ictzen.

Tie Vertreter der Post haben fitfi verpflichtet, den unmittelbaren P>st- und Del-egraphenverkehr auf der Grundlage der intzmattDnalen Posttlm- Ventian, die vir dem Kriege maßgebend gewesen ist, naederherzustellen. Für den tttegraphisch>n Verkehr werden vor allen Dingen folg-mbe Li- nten freigegeben: WarschauThornBerlin,Dar- VhaaiTau ig, KrakruBerlin, WarschauKa- 1ii<tBreslau. In der allemächsben Zeit wird auch die Linie WarschauParis freigegeben, so-

Der -eutsch-polnlsche vertrag.

Der ^.Dziennik Bvdgoski" vom 26. Oktober veröffentlicht eine Berliner Zuschrift, in brr ülxn die deutsch-polm!chen Verhandlungen folgendes mit, geteilt wird:

Tie Verhandlungen sind in vollem Gange. Zwei fitommii'itonen haben ihre Arbeiten bereits wendet. Die Bedingungen in der Internierten frage sind bereits veröffaulicht roortot. Tie gegen­wärtig erledigten nur schaftlichen Angel gcn.^i^en beziehen sich auf folge-ide Gwiede: 1. Wa^ians- taufen; 2. Ei enbalneng le^enl^ü n; 3. R ac u. g des Post- und Telegrup'.enverb-Hro; 4. Schi s fahrtsangelegenheikn. Turck den gegenwärtigen Vertrag verpil.chtet sich Po.en, seinen Uebcndrifo an Kartoffeln, die wegen Trans Port,'cl-i.-i.-.ig- veiten im Lande selbst nicht verbraucht w.rtoi kei­nen, an Deutschland zu liefern; ferner: eine un- bedeuteiche Meng, mit Melas.e gciwsch:e Futter­mittel, eine Mi.lion Li.er Spiritus, 100 000 Gänse und 72iX) Waggons Petroleum. An Eßkartoffeln wird Polen 51/? Millionen Zentner schicken von toten l/s Millionen für Oberschilesien bestimmt sind, und zwar tot Zentum iu 16 Mk. Außerdem eine Mi im Zentner Saat- kartoffeln, deren Preis später b .cirnntt werden soll. Deutschland hat sich dagegen verpflich.et, für Polen Kohlen zu liefern, und zwar entspreck^-nd to Produktion in OberschKien 75000 Tonnen (l1/? Millionen Zentner! monatlich als grundsätzliche Menge; sollte die Kohbnaussuhr aus Oberschlesien aitt tot Haupteisenbahnlinieu 4500 Waggons täg­lich überschreiten, dann erhält Polen von dem Uebersclwß 20 v. H Tiefe M-maen wird Deulsch- !and mit eignem Wagenpark einführen. Außerdem steht Polen das Recht zu, mit sein-ast rigiten Wagen­park 50 000 Tatmen Kvl;le auszu;ühren, die auf tot Halden bereitliegen. Nach dem Anschluß der in Friedens vertrag z u top roch, neu Geriete wird l&olcn auch die für diese Gabitte notwendige Koh- lenmm^ in tonfelbm Verhältnis erhalten. Außer 'fkn ^blen haben sich die Teutschrn verpflichtet, 4000 Tonnen künstliche Düngemittel und an- 'ttkanntes Saatgetreide zu liefern. Beide Seiten hoben sich verpflichtet, in deutscher Währung Zahlung zu leisten. Da Polen Waren von höherm Verte sendet, sichert uns biefer Vertrag einen Ueberschuh in den deutschen Vankn als Guthaben des polnischen Staates. Tas Preisverhältnis der lwichtigsten Waren, namentlich der Kartoffeln und »ohlen, ist für uns giinftiger als vor dem Kriege.

mir 2 weiten Text veröffentlichen dürfen. Die Ber- > Fügung gilt bis zum 8. November.

Reichsminister Koch über Deutschlands

s> Reichsminffber

"och sprach gestern abend vor etwa 6000 Per- " ^°ncn über Tentschlands Zukunft. Er wandte sich dag'gen, daß man die augatblicflidxm trüben Zu-. ^ ^^ ^i^der Revolution als Urfodye zusäftebe. ; Act Krieg l>abe bereits auf diese Entwicklung yftvt g'stirtt In der auswärtigen Polittk habe es an cvrn<l[tfenj<n Staatsmännern g.fehit, die es ver- anr-en Hütten, für uns eine erträgliche Loge mit vziLff.anb und Rußland herzusbellen. Im Innern bibe man es nicht vermocht, die Arbeiter aus ihrer Enlsremdung dem Staate gegen üto heraus zu Holm. Jta5 Betriebsrätegesttz glatt abzulehnen, sei unmöglich, man müsse aber auf Handel und Gtrerbe alle erforbctlidxn Rücksichten nehmen. Ti Rückkehr der Monarchie werde dauernden Un- f'ie en Hervorrufen. Wenn nicht von rechts oder lmks unberanttoarLiiche Staatsexperimente ver­nicht würtoi, burfe man doch bestimmt hoffen, Tcuffchland allmählich aus feinen augenblicklichen Schwierigsten hcrauszufichrQi.

Neue Ratisiiationen.

Amsterdam, 30. Ott. Wie das Preff» bureau Radio aus Lyon meldet, haben Uruguay »ich Polen den Friedensvertrag unterzeichnet.

Err-euei^lug

des englisch-japauischeu Vertrages?

Amsterdam, 30. Ott. Nach einer Mel­dung aus Paris gibt die japanische Regie­rung bekannt, daß mit England Verhandlungen wegen Erneuerung des englisch-japanischcn Vertrages angeknüpft worden sind.

Die Orgaulfation der Bauern in Bayern.

Berlin, 30. Okt. InBavern haben Land­leute sich solidarisch erklärt, keinerlei Lebens-, mittel in Städte zu liefern, in denen r a d i - k a l e Puts ch e inszeniert werden. Sie itolen lug mit ben Enrwohnerwehren zusammenschiießen uno nöttgenfallS gegen die mirulflgen Städte mar­schieren.

Eine stürmische Stadlverordnetensitzung in Charlotteniburg.

Berlin, 30. Ott. In der Charlotten­burger Stadtvervr dne tenversa mm- l u n g kam es gestern zu Lärmszenen, w il die Unabhängigen eine Demonstration von Kriegs­beschädigten ins Werk gesetzt bitten, die ins Rathaus eingedriingen waren und verlangten, daß ihre Forderungen sofort zur Beratung gestellt wer- toi. Ter entiprechende Antrag wurde schließlich abgelehnt.

Streikbewegung amerikanischer Eisenbahner.

Berlin, 30. Ott. Nach einer Meldung des Berliner Lvkclauze.'gers aus tem Haag wird aus Chicago gebrahtet: 14 Abteilungen des ameri­kanischen Eisenbahner-Verbandes, mit insgesamt 12 000 Arbeitern des Chicagoer Distrikts, werben am Donnerstag den Streik erklären, ivenn ihre Lohnforderungen nicht vorher ben'illigt werden. Weitere Abteilungen mit 100 000 Arbeitern sind ebenfalls in einer Abstimmung über toi Streik begriffen.

Die Rechte der Frau in England.

Amsterdam, 28. Okt. (WTB.) Dem Telegraas wird aus London gemeldet, daß düs' Unterhaus zwei Anträge annahm, wo­durch die Rechte der englischen Frauen er­weitert werden Danach sollen künftig ver­heiratete Frauen für Richterämter er­nannt werden können und die Inhaberinnen der Peerswürde im Oberhaus dieselben Rechte genießen wie die männlichen Peers.

Schneestürme im Schwarzwald.

$er Ei senbahn v er kehr, und zwar so­wohl der Personen- als auch to Warenverkehr, ist auf allen wichtigsten Strecken sichergestellt, also: DanzigMlowa, Hohenfa^aThornAlexan­

drows Über Kempen nach Llreuzourg, nach Westen Über Kreich, Bentsck)en und Lissa, und von Süden to Über Herby, Sosnowice, Myslowitz, Oswiecim und Tziettzice. Der Verkehr von Polen üto Ober­schlesien nach Galizien und dem Fürstentum Te- pto und in umgekehrter Richtung ist geregelt wor­den. Man gewinnt sehr viel Zeit b i ton Trans- Jort bon Kohlen, Koks und Ertozeugnisfen, was to dem bekannten Mangel an Lokomotiven und Röagen eine besondere Bedeutung hat. Tic Polen haben dem Kohlcntranspvrt durch die pol- mschen Eisenbahnen von Oberschlesien nach West- preußen zugestimmt. Wir haben von den Deutschen 100 Lokomotiven, 30000 Lastwagen und 130 Per- sEinvagen gewonnen. Tie Bezahlung der Miete m sehr günstig und hört mit dem Augenblick der Rechtsttaft des Frictoisvertrags auf, weil dann dieser ganze Wagenpark mit ton ganzen zum pol­nischen Eisenbahnnetz gehörigen Wagenpark in pol- «nsches Eigentum übergeht. Mit diesem Augenblick werden uns die Dcutschm den Rest to Eisenbahn- preußischen Teilgebiet, das heißt Uber 4100 Kilometer, übergeben. Die Eisenbahnen rm volksabstinmiungsgebiet sind nicht mit ein­begriffen. Endlich hat sich Deutschland verpflichtet, das in Frankreich angesammelte Material mit feinen Bahnen nach Polen zu fdxtffen, wodurch wir viel Zeit und Transportkosten sparen.

Das darf nicht sein! Nur das nicht!" rief pe toAweffrit in Gedanken. Und dann begann sie pt ihrer Herzensangst laut seine Ansicht zu be- rÄipfen. Gewiß war Evelyn nicht wirklich außer pch über seinen Entschluß. Sie war ja so gut, Eie liebte ihn ja doch. Sie würde noch bie Aücklichste Frau auf Rettenegg werden. Das war ja gewiß nur die erste Enttäuschung gewesen, v« iyr unüberlegte Worte auf die Lippm gelegt er sollte nur GeduÜ> haben. Wahr- Iwemlich fei es ja nur um feinetiüillen gewesen, weu lie elngeizig sei für ihn ufro.

r JE01 Adodesta so leitoischaftlich beredt aewesen Aber Magims hörte ihr stumm zu. Und je tobo trauriger wurde fern Blick, tot» mehr vertiefte sich ein neuer weher Zug um cltSPto1- Welch goldenes Herz hatte sie! Denn ° 1°. Lenau, warum sie so sprach....

lieber ihnen im zweiten Stock nnttbe plötzlich ntroenb em Fenster geschlossen. Beide fuhren zu- fekmmrni, wie auf schwerer Schuld ertappt. Beiden kmn es erst letzt zum Bewußtsein, daß Evelyns Zimmer über der Terrasse lag.

Hastig und verlegen trennten sie sich. Wie Modesta ihr Zimmer zu erreidtot Evelwi imitzte sie doch gehört haben, denn fte stand Plötzlich mit finftetem Blick vor der kleinen Schwester.

,Lch wollte dir nur sagen, daß ich deiner hellchlerischen Bemuhun.7en, bei Magnus mich rein- Mvaschen, nicht bedarf," sagte sie kalt.Er yit mich ganz richtig verstanden, wenn er annimmt, ba& ich nicht auf Rettenegg leben mag. Nun mag er nur auf einen Ausweg sinnen, da er seinen Beruf so kopflos aufgab. Dir steht es jedenfalls picht zu, dich zwischen uns zu drängen."

Evelyn 0 Gott, das liegt mir doch Ih fern! Wie kannst du nur fe benEek./'

Cie war verlotoft.

Und über der Asche stand nun nur fein

Gab es feinen Ausweg? Mußte er zavlm mit seines Lebens ganzem Glück für em: Sttmde kvpfbofer Uebereilung?

Ja! Unbedingt ja! schrie seine Mmnesehv;.

Vielleicht hätte es rin Zurück gegeben, wenn Evelyn em Mädchen aus feinen Steifen und reich getreten wäre. Sie unter den gegebenen Ver­hältnissen zu verlaffoi aber wäre eine Schur­kerei gewesen.

Was konnte sie dafür, daß er sich tauschte? In ihrer Art liebte sie ihn doch. Ihr £toi wäre zerstört gewesen, wenn er fein Wort brach

Nein, die Treue mußte gehalten werden unto alfen Umständen, das stand unverrückbar fest in ihm- Alles andere wogte wie ein Chaos in feiner Seele aus und nieder.

War ein Leben auf Rettenegg, wie er es sich getobt bitte, mit ihr denkbar bei der miver- tjüllten Abneigung, die sie davor hatte?

Und selbst, wenn sie schließlich ein willigte mürbe es zu ertragen sein? Zwei Menschen m bie Einsamkeit eines Schlosses eingesponnen jum Beispiel im Winter, wo man fe sekw auf ftck selbst angewiesen war zwei Menschen, die iKy nicht liebten und nichts miteinander anzu­fangen wußten?

Und in Schönau drüben die beiden, die sich liebten und meinander aufgehen würden, in denen er jmmer und immer wieder die Verkörperung seiner eigenen Träume sehen würde! Harald war sein bester pfoeund und Modesta Evelyns Schv'to feine Möglichkeit da, den Verkehr etwa abzu- bnxt-cn oder auch nur rinzuschränken.

Ter Gedanke, dies, gerade dies tom ertragen zu müifen, Tag für Tag Zeuge des Glückes der beiden zu fein, regte ihn furchtbar auf.

Wenn ich alles ertrage dies nicht!" rxl

Berlin 30. Okt. Aus Stuttgart wird den« Berl. Lokalanzeiger berichtet, daß schwere Schnee-» stürme seit 48 Stunden tm ganzen Schwarz-, wald toben. Seft gestern fällt bis in die Täler hinab Neuschnee. Im höheren Berglagen erreichte die dreuschncedecke 1/4 Meier. Die Temperatur ist bis auf 7 Grad unter Null gesunken.

Beulenpest in Südamerika.

Buenos Aires, 30. Okt. Reuter meldetJ

- - » .vier sind mehrere Fälle von Beulenpest fest-

morgens nur 6 und abends > ^stellt worden.

Friedberg, 28. Ott. Zu enter leb­haften Kartoffeldebatte tarn es in der letzten Sitzung der Stadtverordneten. Bürgermeisler Dr. Seyd berichtete über eine Rücksprache mit Bürgermeister Porth-Ofienbach, der ferne Zusttm- prung gegeben, daß von der Firma Stahl und to Zentralgenossenschaft Kartoffeln nach hier geliefert werden könnten. Bis jetzt fei es aber bei dem Ver­sprechen gebtiejcn. Stadtv. Langsdorf weiß mftzu- feilen, daß Offeiibach-Stadt mehr Kartoffeln zur Verfügung habe wie Friedberg. Es scheint ihm notwendig, daß Minister Neumann einmal einige Wetterauer Orte gründlich säubern (affe. Besonders schlecht hätten bis jetzt Rendel, Ockstadt. Nieto- mid Ober-Mörlen auf gesetzlichem Wege abgeliefert. Anerkannt müsse werden, daß toem^ltc Landwirte ihrer Ablieferungspflicht voll nachgekommen seien. Stadtv. Reftibold äußert sich in ähnlichem Sinne, während Stadtv. Leuchtgens die Säumigkeit ein­zelner Landwirte zwar auch verurteilt, sonst aber die Bauern in Schutz nimmt. Zum Schluß sagt dann noch Stadtv. Fran Schackey, daß man durch j- bad ganze Gequassel im Plenum zu tent em tatiachttches Bedurftns vorliegen wird'keinen Kartoffeln käme.

tene Liebe susammengeschrumpst zu dwi, was sie es ungestüm in ihm wohl unprüngluh war zu einer Aufwallung "" 4 1 .....

to Sinne, die ftüher ober später tofobem mußte

wie Strohfeuer.

10 tags bedeckt 7

10 nachts Nebel

4.7°, 30. 10. --- 0.8° 0.8°, 30. 10. = 1.3°

Wettervoraussage

für Freitag:

Unbeständig, Zeitweife Regen, in'hwkn Lagen Schlneeschauer, krine wefent!ick.-e Temperaf^rverän- derung, vouwiegend südwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Die Kohleniwt.

Berlin 30 Ott. Laut Berliner Lokal­anzeiger wird das Gaswerk in Augsburg in diesen Tagen seinen Bttriri» infolge Kohlen- mangels vollständig einstellen müssen. In die­sen Tagen wird auch eine Kvimnission beim baye­rischen Handels Minister vorstellig werden, um für Augsburg eine Hilfsaktion in Kohlen und Koks zu erreichen. Tie Kommission will weiterhin er­reichen, daß eine gleichmäßige Kohlenbelieserung er­folgt und die Bevorzugung einzelner Städte auf» hört.

Datum

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Nelatioe Feuchtigkeit

29.10.

29. 10.

30. 10.

Höchste

Niedrig

nm. abds.

öm.

Tempe ste

4.3

0.4

0.3

ratut

5.4

4.5

4.7

am 26

, 29

87

100

100

.10. .10.