Ausgabe 
30.6.1919
 
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Montag, 50. Juni 1919

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessrn)

Zweites Blatt

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Vie neuen Reichsfteuern.

(icchnungsjahr 1919. Er schreibt die Erhebung 500 Ml. für 1000 Stück. Die Sätze für Ziga- iner Kriegsabgabc von bent vornehmlich im | retten bewegen sich in 11 Abstufungen zwi-

6.

5.

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I. Bitarn «füt ®ieJ ger J

«-Prograww. hervorgehobrn^ b-H !ouiö yiumcnlta » der Trefsm

Der Entwurf eines Kriegsabgabc- dcietzes vom Vermögenszuwachs er- ilreckt sich nur auf Einzelpersonen. Sie haben nne Abgabe von dem in der Zeit vom 31. De­rber 1913 bis zum 31. Dezember 1918 er- Sielten Vermögenszuwachö, soweit er den Bc- log von 5000 Mk. übersteigt, zu zahlen. Da- jjei wird die auf Grund des Kriegssteucr- Kelctzes vom 21. Juni 1916 und auf Grund L Gesetzes über die Erhebung eines Zu-- jchlags zur Kriegssteuer vom 9. April 191.7 bezahlte Steuer von dem auf Grund des neuen Gesetzes zu zahlenben Beträge in Abzug gc- -racht. lieber die Höhe der Abgabe bestehen »vischen der Regierung und dem Staatenaus- Msse Meinungsverschiedenheiten. Die Re- Iterung will, daß jeder Verrnögeuszuwachs, |er ben Betrag von 204 500 Mk. übersteigt gemfdji. bet abgabefreien 5000 Ml.), rest­los erfaßt wirb. Der Staatenausschus; will. Ach die vollständige Wegsteuerung erst beim »ermögenszuwachse von 440500 Mk. eintritt. Monden neu in den Entwurf gekommenen Be- Pmmungen ist besonders die bemerkenswert, M die seit 31. Dezember 1918 eingetretenen Kerluste berücksichtigt werden sollen.

Das Naponsteuergesetz will eine Einmalige Abgabe auf solches Grundeigentum gegen, das sich in der Umgebung von Festun- Etn befindet, bisher infolgedessen Beschrän­kungen unterworfen war, durch deren Weg­fall es einen unerwarteten Wertzuwachs er-

Die neuen Steuergesetzentwürfe im anzen 10 sind, wie schon gemeldet, jetzt er Nationalversammlung zugegangen. An er Spitze steht der über eine auher- rdentliche Kriegsabgabe süc das

Letzte Nachrichten.

Die Rückfahrt

der deutschen Fricdens-ettgation.

Berlin, 30. Juni. (WTB.) Die deutsche Fried-nsd elegatioii, die Samstag abend 9 Uhr Versailles im Sonderzug verlasse?: hat, üt heute nacht 4 Uhr im Potsdamer Bahrn-o, ctn> getroffen. Reichsminister Tr. B c l l verlies; den Sonderzug in Elberfeld, um üch nach Essen zu be­geben, wahrend Reichsminister Muller bte .ncise bis Berlin sortsetzte. Der Zug,wurde von te rincm französischeii. englischen und italienischen Oinzier bis Ohligs begleitet. Auf dem Bahnhof Noesw-le Roi verabschiedete sich der Präsekt des Mbarte- . ments Oise-sur Seine. Die Fahrt verlief ohne Zwiscltensall. Jedoch wurden bte Insassen des Speisewagens kurz vor Eompiegne durch einen klein en Knall aufgeschreckt. Es konnte nicht festgestellt werden, ob es sich um einen Stein oder einen Fe u erw er k s k 6 rper h a n de l t c, d e r v on d c r s e t e r nd en V 0 l ks- menge in das offene Fenster des Speisewagens geschleudert worden war.

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Diese drei Entwürfe sehen also einmalige

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kommen würde.

Die Steuer für Zündhölzer und Zündkerzchen soll verdoppelt werden. Außerdem iverden zmn Schutze der Zünd- Holzindustrie und des Ertrages der Zünd­warensteuer die Feuerzeuge zur Besteue­rung yerangezogen. Auch eine Erhöhung des Eingangszolles für Zündhölzer und Zünd­plättchen ist vorgesehen-

Nach dem Entwurf eines Vergnü­gungssteuergesetzes werden alle von Bundesstaaten, Gemeinden und Gemeindever­bünden erlassenen Vorschriften, nach denen eine Vergnügungssteuer erhoben wird, un­wirksam. An ihre Stelle tritt die Reichs- vergnügungssteuer.von deren Ergeb­nis die Hälfte dem Reich zufließen soll.

Die Reichsstempelabgabe für Spielkarten wird von 30 bzw. 50 Pf. auf 2. Ml. für Spiele von mehr als 24 bis einschließlich 48 Blättern erhöht. Sie steigt oder ermäßigt sich für Spiele mit mehr oder weniger Blätterm. Auch die vom Auslände eingesührien Spielkarten sind der Steuer unterworfen; sie werden überdies einen er­höhten Eingangszoll tragen.

Als Ertrag der Tabaksteuer werden errechnet im ganzen 750 Millionen (ein Mehr von 400 Millionen), Erbschaftssteuer im ganzen 590 Millionen (4- 470), Zucker- steuer 350 Millionen (4-180), Zündwa- r en 50 Millionen (4-28), Gr undwechsel- abgabe 114 (4-74). Bon der Vergnü­gung s st eu er werden 30, von der Spiel­karten st euer 10 Millionen erwartet. Die Abgaben des Vermögenszuwachses sind bis Ende des Jahres 1918 aus 10 Mil­liarden geschätzt worden.

IC WJvH «vvivy iv* rr t,

nicht unterzeichnet, wert Schantung an Eyma nicht zurückgegeben wirb.

70 Vs

Ratgeber für Kriegsbeschädigte Erich Äoßmamr, Referent im Reichsartats- tiftprinm Vreis 1,50 Mk. Verlag Gesellschaft

Sport.

* n. Turn- und Sportfest der Uni­versität Jena am 21. Juni 1919. Unter zahlreicher Beteiligung der Studentenschaft und bei gutem Besuch Nuckelten sich bte Wettkampfe glatt ab. In dec Gesamtpunktzahl erhielt der Verein für Bewegungsspiele Jena den 1. Preis mit 33 Punkten. Tie wichtigsten Resultate waren: Jaustball: Turnerschaft Normannia; Schlagball: VfB.; 4x100 Meter Stasfellauf: V. s. B.; 3x200 Meter Berbands-Staffellauf: V. f. B.; Treikampf: Maack, V. f. B.; Speerwerfen: Lerch, V f B 35,71 Meter: Kugelstoßen: Erfurt, erster Sportverein, 9,30 Meter: Hochsprung: Treoench, Turnersckmst Borussia, 1,65 Meter: Tiskuswerien: Maack VfB.; 200-Meter-Laufen: Knork, Tur- nersäwst Salia, 25,1 Sek.; Weitsprung: Haie, Landsmannsch. hercynia, 5,21 Meter; 100-Meter- Lauf: Lerch, V. s. B.

Brom berg, 29. Juni. (WTB.) Amtlich wird mitgcteilt: Im Laufe des Vormittags rour ben auf dem Friedrichsplatz halbwüchsige Jungen, die in herausfordernder Weise pol - nische Abzeichen (weiße Adler) trugm, ge­gen Militärpersonen tätlich. Verschie denen Soldaten wurden die Waffen abgenommen, wobei die Zivilisten auch in die Stratzyrbahu wagen eindrangen. Ein O ffizier der Sicher heitswehr wurde von der Elektrischen gerissen, der Achselstücke beraubt und geschlagen. Einem anderen Offizier erging es ähnlich. Auch ein V 0 l i zeib eamt er wurde arg mißhandelt. Ta die Ansammlungen immer großer wurden, die Polizei aber machtlos war, wurde Militär zur Säuberung des Fricdrichsplatzes und zur sofortigen Herstellung von Ruhe und Orb- nuitfl l>erangeholt. Durch das schnelle Zugrerfcn gelang es, den Putsch im Keime zu ersticken und die Ordnung wickerherzustcllen.

Der Eisenbahnerstreik.

Breslau, 29. Juni. (WTB.) Zur Ver­legung des Breslauer EisenbahnerstreiV fanden, am Sonntag vormittag erneut Verhandlungen seitens bet Streikleitung mit dem Reichs kommt, >, ar statt, deren Ergebnis bte Zusage war, den Betrieb sofort wieder auszunehmen, falls der Rcichskvm- missor bereit märe, persönlich mit allem Nachdruck für die Forderungen der Arbeiter einzutveten. Ter Reichskommissar erklärt« sich nach nochmaliger Prüfung der Sachlage bereit, mit seiner ganzen- Person für die wirtschaftlichen Forderungen der Eisenbahner sich einzusetzen. Alle über das Wirtschaftliche hinausgehenden Forderungen lehnte der Reichskommissar grundsätzlich ab. Daraus fan­den noch einmal Verhandlungen der »treiHettimg statt, als deren Ergebnis im Laufe des Nachmittags an alle Stellen in der Provinz die telegraphische Ausforderung zur sofortigen Wiederaufnahme des Außenbetriebes und zur Aufnahme in allen Haupt - und Ncbenwerkstätten für Montag früh 6 Uhr aus- gegeben wurde. Ter Rcichskommissar sah daraufhin davon ab, sich, wie ursprünglich geplant war, am Montag mit:ag von den Eisenbahndirektim^t (die diejenigen Arbeiter nennen zu lassen, welche bn Wiederaufnahme der Arbeit verweigerten.

Zch denke nur, was du denkst, Großmama,"' schmollte der BackfischOder meinst du, ich habe nicht bemerkt, daß cs dem sehnlichster ^Wunsch wäre wenn eine von uns den Grafen heiratet? Ta wäre die ganze faule Geschichte Mit, unseren spärlichen Finanzen erledigt ich brauchte nickst diese schändlickstn Kamelottkleider, bte mir ein Frösteln verursachen, zu tragen, sondern ich könnte das Leben genießen, wie es mir patzt.

Nach oem Grundwechsel st euer­es etz soll in Zukunft beim Eigentumsüber- iang die Grundwechselsteuer des Reiches in ^öhe von 4 v. h. des gemeinen Wertes des Mundstückes erhoben werden. Die gegenwär- igen Steuergläubiger (Bundesstaat, Kom- Mnen) sollen verhältnismäßig barati be­teiligt werben. Dazn kommt eine einheitliche Ukriobische Besteuerung gebundener oder sol- her Grundstücke, die sich im Eigentum von hersonenVereinigungen nsw. (Besteuerung her .toten Hand") befinden, wenn 20 Jahre seit hem letzten steuerpflichtigen Besitzwechsel öder­em letztmaligen Eintreten der Steuerpslicht derslosfen sind. Die Steuer sott 2 v. H. be-

Der Pariser ,,Rat der Zehn".

Paris, 30. Juni. (WTB.i havas. Der Temps" meldet, daß der Rat der Zehn, der sich neu bilden wird, wie folgt zusammen­gesetzt sein wird: Pickwn, Clemenceau (Frank­reich), Lansing, Oberst House (Amerika), Balfour, Lord Milner oder Bonar Law (England), Tittsw und wahrscheinlich Marconi (Italien), Chinda und Marino (Japan).

Die Bewachung des früheren Kaisers.

Berlin, 30. Juni. TieVossische Zeitung' meldet aus Rotterdam, daß der Vierer tat an Holland das Ersuchen gerichtet hat, den ehemaligen deutschen Kaiser schärfer bc wachen zu lassen.

Die Ostfrage.

D i r s ch a u , 29. Juni. (WTB.) Deutsche und polnische Bürger beschlossen in gemeinsamer Ver­sammlung folgenden Ausruf an die deutsche Und polnische Bevölkerung zu erlassen: Nachdem die Negierung und die Nationalvcriamm lang den Friedensvertrag der Entente angenommen haben, vereinigten sich die Vertreter der deutschen imh polnischen Bevölkerung, um gemeinsam im Rahmen der Gesetze für Ruhe, Ordnung, Sicherheit (unb Wohlergehen der gesamten Bevölkerung zu wirken. Zu diesem Ztveck ist eine Kommission von Vertretern der beiden Nationalitäten gebildet, die die weiteren Schritte unternehmen wird.

Berlin, 30. Juni. Nach einer Lak-Anz Meldung wird im Osten deutscherseits die Er r ich tung eines deutsch-polnischen Bun d e s sta a t es aus den von Preußen abzutretenden! Oktiieten erstrebt, die angegliedert an Kongreßpolen und Galizien eigene Verwaltung haben sollen.

lieber die Befassung der Freistadt Danzig be­ruhtet dieBoss. Ztg.", sie sei ans breitester bemo- kratischer Grundlage geplant. Der Magistrat von Danzig verstärkt durch drei Arbeitervertreter unb einem Ausschuß aus allen Parteien soll sic ausarbciten. Die Vertreter der. Landkreise sowie Zoppots verlangen hinzugezogen zu werden.

,Und du schämst dich nicht, SigrL, so etwas zu sagen. Mit hartem Druck hatte Ragna die Hand der jungen Schwester ergriffen, der vor Schmerz Tränen in die großen NixenLuge-r traten. Tu schämst dich nicht, daran zu den^r, dich und deine Seele für Brot zu verkaufen? fuhr fie mit erhobener Stimme fort,und du wagst es, mir diese erbärmliche, feige Gmnnung einzuge­stehen, als wäre sie dein gutes Rechte

Beschämt und errötend stnkten sich die Kinver- augen einen Moment zu Boden, bann irrten wie Hilfe suchend, zu der Schwester auf.Aber das heiraten ist doch unser Beruf, schluchzte sie, Großmama predigt es doch alle Tage.

Und da glauben wir, den ersten besten nehmen zu müssen, der sich uns naht," Jagte Ragna, un­erbittlich die sie schmeichelnd umichlmgende GestM der Schwester zuruckschiebend,anstatt zu ringen und zu kämpfen, um uns unabhängig ju ittacp von tat Männern, die uns wie ein S^ck Ware er­handeln, weil wir nicht imstande sind, für unser eigenes Fortkommen zu sorgen? ^ch ^kaufe^nnch nicht, sondern ich werde euch und der Welt zeigen, baß ich auck ohne heirat fmd,ohne die mild­tätige hilse des großmütigen Grasen Sven Svmd- burg aus eigenen Füßen stehen kamt.

1 Ein leichtes hohnlachrn klang vom Kamin herüber. ,,Der Stolz steht dir gut Ragna, sagte | bie alte Äräfin, nur ist r» mit der Ausführung eme

Wilson über den Friedensschlntz.

P a r i s , 30. Juni. (WTB.) havas. Wilson hat eine Botschaft veröffentlicht, in der er erklärt daß der Friedensvertrag unterzeichnet sei, und daß er tvenn feine Bedingungen vollständig und auf­richtig eingchalten würden, eine Urkunde der neuen Weltorduunq darstellt. De r B er t r a g s e 1 hart bezüglich der Pslichten unb Strafen, hieDeu ts cb - lanb auferlegt würben. Aber er sei hart, weil das von Deutschland begangene Unrecht groß ist imd wieder gut gemacht werden muß. Der Vertrag legt Deutschland nichts auf, was nicht erfüllt weroen kann und cs tarnt oen Platz, der ihm mit Recht in der Welt zusteht, wieder gewinnen durch feine prompte und ehrliche Einhaltung der Bedingungen.

Wilson.

Berlin, 30. Juni. Nach dem .-Berliner Lokalanzciger" verschob Wilson seine Abreise auf Sonntag abenv. Auf sein Geheiß sollen 500 amerikanische Matrosen nach Schleswig gehen zur Verstärkung der Bcsatzungsarmee, die die Ordnung während der Volksabstimmung ausrechtcrhalten sali.

Clemenceau über die Blockade.

Berlin, 29. Juni. TerVoss 3tg." zu­folge Hat die Entente gestern abend folgende Note der deutschen Delegation überreicht:

Ich beehre mich. Sie in Kenntnis zu setzen, daß der Wasfenstillstandsoertrag die Aufrechterhal­tung der B l 0 ck a d e bis zum Austausch der Rati­fikationen Vorsicht. Tie alliierten und assoziier­ten Regierungen erklären sich trotzdem bereit, die Blockade schon dann auszuhcben, sobald die Alli­ierten von der regulären unb vollständigen Rati­fikation des Vertrages durch Deutschland verstän­digt worden sind. , .

Genehmigen Sie usw. (gez.) Clemenceau.

23 erf in, 30. Juni. TieMorgenpost" mel­det aus Versailles, daß der Viererrat beschlossen hat, daß die B l 0 ck a d e gegen Deutsch­land aufgehoben wird, sobald Deutschland das Ergebnis der Absttmmung über die Ranffkation des Friedensvertrages in der Nationalversamm­lung bekanntgegeben hat.

China unterzeichnet nicht!

Paris, 29. Juni. (WTB.) Reuter. Die chinesischik Telegation hat den Friedensvertrag nicht unterzeichnet. ...

Lettow-Vorbeck in Hamburg.

Hamburg, 30. Juni. (WTB.) Im Aus­trag des Militäwberbesehlsliabers und General- maiors von Lettow-Vorbeck gibt der Kom­mandant von Groß-Hamburg bekannt, um Ucttb Verständnisse beim Einrücken der Reichswehr zu verhindern, daß Tür die Dauer ta Amvescnheit

stufte Berbrauchsabgabe unter Verwendung von Steuerzeichen erhoben wird. Die Be­steuerung des inländischen Rohtabaks wird fortfallen, und vorn ausländischen Rohtabak lediglich ein Gewichtszoll zur Erhebung ge­langen. Die Steuersätze für Zigarren be­wegen sich in 22 Abstufungen §toifdjert 8 und

bis 31. Juli weiter. __________

,-Zch 1 werbe Schloß Svenbburg erst, wenn ich sterbe, verlassen." Sie stürzte lautlos zu ta um* gen Schwester bin und barg das goldige Köpfchen der Kleinen fest an ihrer Brust.

Liebling, Süßes," flüstere sie zärtlich,sei gut, sei brav. Sich, als unsere Mutter ßarb war ich selbst noch tlem, aber ich ahnte und jühlte doch schon den uncrjetzlichen Verlust dumps und schwer Sie gab dick mir in meine kleinen arm­eigen Kinderhände, und ick geböte m ihre er- kal^nde Hand, dich zu behüten, dich zu beschützen. Über dich zu wachen datz du bravund»gut murtaL Dabe ich das Verlprechen gehalten? Bis heute glaubte ich cs, weil ich nur für dich, mein Herzens­kind gelebt hatte, heute sehe ich, daß ich Mick aetäuscht Eines konnte alle meine Liebe, meinr Treue in deinem Herzen nicht ersticken, das ist der Egoismus, der in jedem Menschenherze» schlummert, wie eine giftige Schlange, die Glück uno Leben vernichtet. Ich bin betäubt, eiitfefct über diese Erkenntnis, denn ich fürchte, du opferst diesem Egoismus dein ganzes Sein, dein bis jetzt so gutes, reines, frommes Kinderherz. Ich kann dich nicht mit mir hinaus nehmen in den Kampf des Lebens, jetzt noch nicht, aber eines vergiß nie Sigrid, Sehnsucht, große flammende Sehnsucht wird in dir auflohen nach Liebe, wenn du, ohne solche zu empfinden, eine Ehe schließt, und das Ende wird grenzenloses Elend sein."

Erschreckt und verwirrt hörte die Kleine au' die leidenschaftlichen Worte dec älteren Schims.er Alles konnte der übermütige Ainds^vT nicht fass«, aber das fühlte fie, daß Ragna litt daß f« ihretwegen sorgte und kämpfte, und die Liebe »1 Ragna besiegte ihren Trotz.

(Fortsetzung folgt.)

Ragna Gvendburg.

Roman von Anny Wothe.

: Nachdruck verboten.) Fortsetzung 1-

,Tn verkennst die Motive, Sigrid", sagte kgna. .zu der jungen Schwester tretend und Dick­lich mit der .Hand über das rotgoldene Köpfchen jieichclnd. Sven Svendburg kam bisher mdK, teil er meint, es nicht nötig zu haben, uns eine Höflichkeit zu erweisen, er hielt es auch nicht mal k Mühe to:Tt, bei dem Begräbnisse unseres Ba­las zu erscheinen. Aus Nichtachtung für uiw. fe wir ganz von ihm unb seiner Gnade abhangip Und. .ließ er bisher sein Erbteil unbesichtigt und das nennst du feinsühlig?" . ,

Sigiid stampfte zornig das kleine Fußcke^

Tu sollst sticht so böse Über GrafSo«

Mieden. Er ist jetzt mein Vormund bu mit Demen Miiiimdzwanzig Jahren haft ja so was nicht mehr r rötig und ich ick flnde ihn gut und >^,SchSn", fragte Gräfin Svendburg erstaunt k»oni Kamin her.hast du ihn denn je gesehen ?

Sigrid errötete.Nein", stammelte sie,ick : tb aber oben in der Bodenkammer etn Bild d.tcr altem Gerümpel und darunter stand:420« ibtnbburg. Er ist der einzige Träger dieses Na- Mcns, nicht wahr?"

Die Gräfin nickte.Wo hast du das Bild? bIn meinem Zimmer, wollt Ihr es^ sehen? I '.Später, später," wehrte die alte Frau ab.

Sigrid atmete auf.Er ist sehr schön," sagte Kauf dem Bilde höchstens 1b Jahre alt und H gefällt mir. Ich werde ihn gewiß heiraten, -! die Kleine zuverfülftlich und kreuzte beide h onbe gemächlich über den Rücken.

.Heiraten, bist du wahnsinnig? Wie kommst ! na auf solche Ideen?"

nur geduldet fein."

Unb wohin willst du, wenn ick fragen darf?" Die Stimme der Greisin zitterte merklich die anscheinende Ruhe der alten Frau war nur eine erkünstelte, das sah man auch an dem nervösen Beben ihrer sonst so starren 5)ändc.

Ich werde hinausziehen in die Welt, mir mein Brot selbst zu verdieneii."

Tas sollte einer Gräfin Svendburg wohl schwer werden."

Tu hast recht, Großniama, es wird mir sehr, sehr schwer werden, denn leider fehlt mir vieles, was für das praktische Leben mierlasstick ist. aber ich habe tat ernsten Willen uno Die brennend Sehnsucht, mir draußen in der Welt eine Stellung zu erringen, und wenn es mir gelingt, euch dann mit mir zu nehmen zu einem neuen und glücklichen Leben, das ich uns bereite durch eigene Kraft.

Bitte, meinetwegen brauchst du dich mcht zu bemühen," wehrte Sigrid schniptnsch ad,ich finde schon meinen Weg allein aber der suhrtnuht zu Wasser und Brot, wie der taue, sondern zum Wohlleben und Genuß. Gen.ießm will ick das Leben, das so schön, so goldig ist, noch nicht kenne, aber von dem dre Tickt er fingen und sagen, daß cs wonnig ist zu leben.

Tie Äugen des Kindes flammtet tal auf in unheimlich flackernder Glut, R«Ma er»

sclrvcckt auf ihres Herzens Liebling blickte. Sie überhörte «ck ganz den Einwurf der Großmutter:

Bücherlisch.

Armenien. Beitrage zur armemschcn Landes- uns Vollskunde. Von Paul Rohrbach. Mit 128 Illustrationen unb einer Karte. Groß 8". 9 Bogen Text unb 5 Bogen Tafeln.

Lungenkrankheiten und ihre Verhütung von Univ.-Pros. Tr. M. Michae­lis. Nasen-, Hals- und Luftröhrenerkrankungen von Tr. Echtermever. 15 z. D. farbige Ab­bildungen, Preis gebunden 3 Mk. Max Hesse s Verlag, Berlin W. 15. .

Tie den Mieterschutz und W 0 h- nunasmangel sowie die Grundstucksverpach- hm6 tetoffmben Sortoriftm, Son Mtuar « Weimar. Selbstverlag Gernsheim (Hessen). Preis

______ J, Diele drei Entwürfe sehen also einmalige amen -5 Abgaben vor, bic folgenben hingegen

-J bauernbe. Da ist zunächst bie E r b s ch a f t s -

W in W ftPUC r , aus bas Gatten- unb Kinbeserbe

lenen ^sgebehnt werben soll unter verschärfter hrranätchung der entfernten Verwanbtschafts- , juabe. Die Erbanfallst euer soll nach oem i, mjönlichen Verhältnis bes Erben zum Erb- laffer in 6 Klassen erhoben tperben, unb es Moll dabei auch bas sonstige Vermögen bes Wtbcn berücksichtigt werden. Außerdem wird 7?ftdierfolil ton dem gesamten Vermögen des Verstor- fflndrtuubbuiE) heilen, das bei seinem Tode vorhanden ist, CK2*] Ä Nachlabsteu-r erhoben. Me Erb- schastssteuer kann bis zu 75 v.H. und unter Linzurechnung der Nachlaßsteuer bis zu 80 v.H. ansteigen. Ebenso wie Erbschaften wer- hm S ch e n k u n g e n besteuert.

tagen. .... ....... ......

Der Tabaksteueraesetzentwurs ÜDn Erich Roßmann, Referent im Reichsarbcus- sieht vor, daß von allen Tabakerzeuguis,en Ministerium. Preis 1^0 Mk Deckag Griellschast hne nad) ihrem Kleinverkausspreise abge- und Erziehung, Berlin 8^48^Wilhelmftr^9^

ddegartc;

nlage!

i-Freibkit-psch itler-Personai ideö Piogravm

abklldö 8 U6r:

Einzelpersonen und von dem im 5. Kriegs-1' ' < tt'chäftsjahre erzielten Mehrgewinn der i-bithüTtcn vor. Das Mehreiukommen ber tzinzelpersonen gegenüber bem Frie- Mseinkommen soll, soweit es 3000 Mark jbcrsteigt, mit einer Steuer belegt werben, bte für die ersten 10000 Mk. 5 v. Sy beträgt, uno Uu Grund eines Staffeltarifs bis zu 50 v. H. Msteigt. Die Steuer vom Mehrgewinn der Gesellschaften steigt bis zu 80 v.H. an.

idhre 1918 erzielten Mehreinkommen bcfh^en io unb 140 Ml. für 1000 Stück.

' Die Zuckersteuer soll statt 14 in Zu- ;t 30 Mk. sür 100 Kilogramm Reingewicht betragen, was einer Erhöhung bes Klein- hanbelspreises um 8 Pf. sür bas Pfnnb gleich-

Und hätte ich alle Reichtümer. Eine Fata Morgana von Kurl Schocne. Löwen- Beckag, BevUin - Halensec, Joachim! - Friedrich - StraK 12. v ,

Tie Gegen vo r, chlage der deiit- schen Regierung zu den Friedensbe­ding n n g e n. Vollständiger amtlicher Text. Ver­lag Reimar Hobbing, Berlin SW 61.

Das Maiheft vonK u n st u n o K u n st - l e r" (Verlag Bruno, Cassirer, Berlin) bringt einen ausführlichen Mfsatz aus der>er Karl Schefflers. Eine große Anzahl von Reproduk­tionen nach Bildern aus dem Besitz der Ham­burger Kunsthalle sind der Arbeit. beigegeben. Gleichfalls von Karl Scheffler ist eme größere Arbeit über dieZukunft ber tachchen Kunst . Interessant wirb das Hest weiterhin durch einen Nachruf, den Bethge dem verstorbenen Wilhelm Lehmbruck gewidmet hat.

Frauen liebe. Roman von vorst Bo- demer. Kürschners Büchersckatz Rr 1230/31. Her­mann Hillgers Verlag, Berlin W 9. Preis 1 M k

I andere Sache. Wenn du die Hilfe des Grasen ver­schmähst, bist du eine Bettlerin."

So werde ich als Bettlerin swlz von dannen ziehen, von dem Schloß meiner Väter? Im übrigem Großmama, ist die Sache bereits entschieden, ich habe für mick jede Hilse des Grälen abgelehnt bevor er kommt, bin ick gegimgen, denn ich will : nicht von ihm. hier, wo ich einst bie Herrin war,

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