Freitag, 50. Mai 1919
169. Jahrgang
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‘ai örtlldje ^tnzeiyei 25 Vf.Jür an»wörtiq« 30 ^L, bar ?H ef tarnen M.I.-liebst 20\2<uf riuigSzist r,lag;Ptai»voi- torifi 20 % ’auMdilan. Ä)aiipt|cbriitleiter: Aug. i9ocr. 5ciaittivortli"y hir ‘Uolitit: ihiq. <Moe:,. für ben übrigen'leil: Dr. Re.uhold Jenj; fite den iliiieigenteil: b. Beck, sämtlich in «iebeu
wvferenz in Amsterdam vertreten.
Tie neuen Steuern in Frankreich.
Versailles, 28. Mai. (WTB.) Ter Fi- mmzmmistrr Klotz legte gestern der Sammer
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nr. 124
Ter Gietzener Lnzefßer erscheint täglich, außer Honn- und Feiertage.
Sezngipretr: wwnatl. mm5,ui«rte(- Mbrfict) TM. 4.06 , durch Abhole- iu Zweiqstelleii monatl Tlf. 1.25 bued) bievost TM. 4.0-5 viertel» phrl. miAidjl Bestell^ aernlprech - Anschlüsse: für bie8d)nUlritunflll2 Bertaa,«eschäst«steUeS1 Lnfchrist fü r Trabtnacfc- nchlea. Anreiger »ietze«.
peUdffflente: $rcnffnrt «. M. 11696
Bern, 28. Mai. 'WTB./ Soweir 1
Schweizer Blätter die deutschen Qa
urstäu blich begegnet feine .ikritik der deut' Len Vergangenheit vielen, zum Teil berech« jltcn tiüuuenbungen. Am schärfsten tierur» kilm die Blätter der äußersten Rechten die- m „Selbstmordversuchs. Daß unsere Äe- xenvorschlage 6iS zur Grenze des Möglichen
Ste uer vorla gen über 1280 Millron ett Steuern vor: uüm'ich neue Steuern auf Lveln. Kaffee, Inder, Miueralmas er, Gas und vltitrt* ulet mit 503 Mittienni, Erl^huug des Tabak- prcifc-5 von 40 Pr0z. gegenüber dem Prns Mit 1914 mit 150 Millionen, des BerkauföpretseS tue Zündhölzer mit 15 Millionen, eine Regiftrur- lU'uci mit 170 Millionen. Jolle mit 200 5Rillw* neu, Strafen gegen Sttuerhinterucoer mit -43 Millionen, inSgeiamt 1280 Millionen Franken. Ferner kündigte der Finanzminister an, daß er in einigen »Tagen eine Vorlage cui bringen jtxnsv rjeldn- die Grl.sti»aftsstcuer erhöht und einen-Lieuer- aunchlan auf alle Einkommen über 10OO0 Fran-- len. lvelchc seit 1915 angenommen haben, sesnetzt' und ein Monopol out Benzin, Benzol und "Petroleum einsührt.
Tie Kämmer begann sofort mtt der Erörterung der neuen Stcuerprojekw und nahm eine Ei Adling des TabakpreiseS mit 362 gegen 130 Stimmen mt. Tie Erltöhuug des ZundholzpreueS ivar von der Sammer bereits gestern angenommen.
Yen Vorschläge kommentieren, wiesen sie auf I die Kluft bin, die die deutschen Vorschläge von dem Dersaillcr Benragsentuntri rnnnt. Tic „Iür - f cher P o st" meint, daß für die Annahme, man werde durch die beiden Bo.scheute nach Verh,rnd lurtivn en« Mittellinie 51 eben, die Tatsache ipredx, daß beide Teile am Zustandekommen des Friedens nahezu mit ihrer Existenz verknüpft s nd — Das Journal de Ofenuve" untersucht die Frage der Berechtigung der Deutsclwn, die Alliierten aui die 14 Punkte Wilsons fefhulejen, und schreibt: Gesteht man den Deuts den dieses Recht zu, so must inan anerkennen, das; die betresfcnden Ausführungen viel treffende Bemerkungen enthalten. An verers.äts .gibt es in den alliierten Landern nie- ntand, der nicht die Mängel des Vnsüller Ent- tuurfcv einfiolft. Da aber der ganze Entiours ein zerbrech!ulier Kvmprornih ist, wagt man nicht, barmt zu rühren. Die Deutschen begehen daher einen s-.lLoeren Fehler, tvenn sie etwa glauben, in rocieiü» lichen Punkten eine Revision erlangen zu können. — Auch der Leitartikel der „Basler Ratio- n a l z c i t u n g" sagt, es könne leider kein Zweifel darLlvr bestechen, das; bei d?n Alliierten nicht die geringste Neigung vorhanden sei, irgendwie sachlich sich mit Deutschlands Vor'Älkigcn aufeinander- 'znsetzen. Man müsse aber der Wahrheit gern äst antworten, dast die deutschen Vorschläge die bdferen seien, da sie weniger Unrcdjt und ivemg Keime zu neuen .Kriegen enthalten. Allerdings hält er auch die deutsi>en Vorschläge nicht für tadellos und rügt dabei bcsonoerS die deutsche Auffassung des Scllist- besttmmungsrechts, in der eine E.sck'eichuug von Vorteilen besonders zu ungunslen Polens liege.
Die Ausnahme in Flatten.
Bern, 29. Mai. (WTB.) Die Italic/ Nischen Blätter veröffentlichen bereits du- deutschen Getzenvorfätläge, allerdings ohne bft-hr auf sie einzugel)en. Rur der „S e c 0 l 0" bemerkt redaktionell mit dem Hinweis, dost unter den [■ t.ig.-n deutschen Vectcetcrn e<i«s l iechtsf'ieven.- a: di cheinal.ge Anhänger des deutsäien Geivvlt friAenv'feien, es wäre nicht ehrenhaft, wenn man tot besie-ten Deutschland das Recht verweigern würde sich auf Grundsätze zu berufen, die von den Siegern selbst während des Krieges als für fine auhüfaige DSNerversöhnung unerläßlich erörtert worden waren. Ter deutsche Eimnurs, dast. der Versailler Friede teilweise ein GewaltwE ie, wäre berechtigt. Eine Revision lüge im Znterrsse aller.
Der Protest der sozialistischen Kammer- fraktion in Italien
Bern, 29. Mai. (WTB.) Wie der „Avanti" meldet, hat die sozialistische Kammergruppe in einer einstimmig angenommenen Tagesordnung, die allen 'sozialistischen Fraktionen der Welt mitgeteilt werden soll, beschlossen, sich der Ratifizierung des Friedensvertrages durch das Parlament mit allen Mitteln zu widersetten und mit Rackdruck darauf hinzuwirken, daß der Friedensvertrag in seiner Gesamtheit bei den nächsten Wahlen dem Urteil des Volkes unterbreitet werde.
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Au; dem verfasiuiig;au;Ichoh der Nationalversammlung.
Berlin, 28. Mai. Ter Berfassungs- a n s s ch n st der Nationalversammlung nahm ant Dienstag die m Weimar am 30. Avril obye- bidchenrn Beratungen im Sitzungsfall des Reichs» Ministeriums des Jnnem in Berlin wieder auf
Ter Vorsitzende Haußmann teilte mit, oast dec Untcrausschust seine Arbeit über die Grundrechte aüg.'slhloifen ^abc, so dast der arfamta Ausschuß darüber beraten lömtc, nachdem die Ab- chniltc über Kras.sahrwagen und Rechtspflego heute vollends erledigt seien. Damit sei damit di • erste Lesung zu Ende, und es empfehle lich, ofort in «weite Lesung einzutreten. Art. 107, noi'.cch uad die Gesetzgebung über ben kehr mit l,lrastiahrzeitg.n zu Lande, zu Waswr^ und in der Lust, sowie über den Bau von Landstraßen im Interesse der Laudesoertewigung und des allgemeinen Verkehrs hat, wurde unverändert anont9ntmen, nachdem der Abg. Tr. B^phel (Dem.) feinen Antrag auf, Errichtung eines ReE-, Verkehrsministeriums zurückgezogen hatte.
Zu längeren Debatten gab der Abschnitt übeC bk Rechtspflege (Artikel 108 bis 114) 2ln- lvh. Hier wird n. a. bestimmt, dast btt orbent» liebe Geiicktsbarkeit durch unabhängige, nur G-setz unterworfene Gerichte ausgeübt rmrb. Tie Richter narben auf Lebenszeit ernannt und können nrOnt ihren Willen nur traft richterlicher Ent- idxibunq unb vv gesetzlichen Formen ihres Aml^ en:fronen, vett'etzt oder pensioniert werdni. Auch n iib di Errichtung eines Staatsgericht^oseS 'ür da; Deutsche Reich durch Re'ck/sgesetz vorgefchlagen. Der Referent Dr. Svalru (Z.) beantragt, bte Bestimmungen über die Richter zu streichen und da'ür ein allgem.ines Beamtenrecht in.biejZkr- stssung «linzusetzen Abg. Tr. Ablast (^em.) els Benchterstatler beantragte, du- Bestimmung aufzunehmeu, daß Ausnahmegerichte iinftattbaiti seien anb niemand seinem ordentlichen Riä^ter entzogen we-rden dürfe. Ferner beantragte T< Adlast. dast die Rechtspflege nicht mehr lxm Law» bern als Ausfluß der Landes befreit, oblieg«, un- bem au das Reich übergehen soll. Natürlich miNse ein.' Verstäni-iaung mit den Einzelstaateil über ihre En^chädigüng statt finden. Gegen den Antrag Adlest wandten fick Vertreter der preustitchen und ter bayerischen Regierung (auch der Abgeordneta Tr. Heinz e, D. Bpt.)
Aus der weiteren Debatte ist hervor;uheben, dast ter Sozialdemokrat Katzen st ein sub zw Gunsten de-s Antrages Ablast aussprach. Ter demokratische Abgeordnet. Koch (Kassels htelt, w fehl er überzeugter Freund des Einheitsstaates auch sei, dennoch die Dezentralisatton gur Cent ('■■«-biete der Iusnzpflege für das richtige Dagegen stimmte Abgeordnete Dr. Z ö phe l/Dem ) dem Antrag Ablast zu, der u. a. einen Austausch der Richter ermög id/. _ In der Vermnung clbst würde man lagen, dast die Richter „berufen^ und nicht „ernannt" würden, .wobei ihm v-orichwev«, !>ib. der Richterstand selbst nwen Nachwuchs schaste, in em ein oberstes R'.chterkolleg bre Rick^ be- rufe unb sie avancieren laste. In der Abftrm- mi.ng eichält unter Ablehirung von Okgentuc* schlägen der Artikel 108 folgende Fassung: Tv Gerichtsbarkeit wiro durck unob. ä igtge, nur dem Gesetz unter,vorsme Gerichte au-geübt^ Art -09 erl alt die Fassung: Tie oroentlirix' i Richter iwr- ben auf Lebenszeit ernannt. Ar ikel 110 (Amts- e"ch^'mmg ivird auf Antrag Koch mit dem Zusatz ongrnommen: Tic Gesetzgebung kann crna Aldrsgrcm.e fesstetzen, bei deren Erreichung die Richter fr ben Rubesvcrnd treten Aus Antrag Abla st-wird ein Ar.ikel 112a ein gefügt: Äus- nahnn'g'ri'b' 'ind unstatthaft Niemand soll fei» rum ordeittEcken Richter entzogen werden. Gesetzliche B, stimmun gen * über Kriegsgerichte und Standgerichte werden hiervon nicht berührt. Zu Ar.lst l 113 lVer.mrlttmgsrechtvflege) wird der Zusatz defchbissen: Fm Reich und in den Ländern jenen nach Mastgabe der Gesetze die Der mal tun gs- richte zum Sckutzc gegen Anordnungen uni> Scr- fügintern, der Verwaltungsbehörden. Im übrigen werden die Artikel 111 bis 114 nach unerheblickcm Tebatten im wesentlichen in der Fassung des Ent- rrmfe angenommen. Auf Antrag Gr ö der (3 ) wird ein Artikel 114a hirnuqefügt, wonach bei einer Verweigerung der Rechtshil e eine Beschwer« an bat Staatsgerichtshof ermöglicht wird.
Vom früheren deutschen Kronprinzen.
Amsterdam, 29. Mai 'WTBO Wie verlautet, soll der frühere deutiche Kron- v M n z in Begleitung feiner beiden Adiutante« und des Bürgermeisters von Wtermgen gestern
Die deutschen Gegenvorschläge.
Tas ungeheuer weitgehende Entgegen^ kommen, das unsere Regierung durch ihre Gc ^envorschlage der Entente bctuicfeti hat.wici m Reiche mtt geteilten Meinnngcn ausgc 'ivmmen. Besonders das Hundcrtmilliaroeu Maebot begegnet starken Bedensen. Nie hat m der Weltgeschickte ein Volk in einem Frie ',-nsvertrag eine ähnliche Opferbereitschaft ijt den Tag gelegt. Deutschland ist bereit, biv .um Jahre 192(5 20 Milliarden Goldmart ui ^ifrien und vom 1. Januar 1927 an jährliche Zahlungen in zinsfreien Raten zu leisten ir.il der Maßgabe, daß die Gesamtleisttrng nicht :oo Milliarden Goldmark übersteigt. — Vierin sind einbegriffen der Ersatz siir die Vorschüsse, die Belgien erhalten hat, und die 20 Milliarden Goldmark, die Deutsch- >nd bis zum Jahre 1926 zu zahlen sich be- Ht erklärt hat. Nach seiner Leistungsfähig- Ht will Deutschland einen bestimmten Pro- rentsatz seiner gesamten Reichscinnahmen zur tlaleiizahlung an die Feinde verwenden. Dabei ist, so lesen wir in der Demokratischen 15artei-Korresp., an einen Jahresbetrag gekocht, der an das gesamte Friedensbudget ko Deutschen Reiches — das waren zwei Milliarden Mart — heranreicht.
Auf der Linken drückt sich die Uebercin- f immitng mit den Gegenvorschlägen am rück- taltSIosesten au.. Ter Verfasser dec von uns trcdergegcbenen allgemeinen tfreorelifdycn Ausführungen in den Vorschlägen ist Prof. Schütting, der bekannte Pazifist. Selbst-
Die Kritik des Friedensvertrages in Frankreich.
Versailles, 28. Mai. (Wolfs.) Tas No- ttonaltomitcc der Gonf6b6ration generale b u t r a ö a 11 erörterte g.sttern nachmittag nochmals das Friedensproblem und nahm säLiestlich mit allen Stimmen bei zwei Sti.mmenthalttt.iqen einen Antrag m. in dem die £nÄtung der Con- sctxration g.merale du travail gegenüber dem Versailler Friedensoertrag sestgelegt wird. Ter Antrag erfr.bt zunächst Einspruch gegen die Versailler Erörterungen und gegen die Unzulänglichkeit des durch die Presse verbreiteten Auszuges des Der-- trag-s. Tic augenblicklich beürmiten wesentlichen Abmachung?!! des Vettvog-s enti'vW.m LeineHwegs den Wüncksteu der Arbeüer. Svdwrn g?ht der Antrag auf Einzelheiten ein und formuliert wfrn Punkte gegen die Gesamtheit der Artikel des Vertrages. In diesen 10 Punkten wird erklärt, dast der Vertrag erstens eine Verneinung des Selbst- bestimmungsreckstcs der Völker sei. zw.itens Gebiete in verkappter Weise mtnrfätrc, dritte'.'s die Verpflichtung bezüglich der Gesellscktzift der Nationen verleug.'.e, viertens zu den alten Bündnis- systemen zurückkehre, fünftens, die allg.-m- inc Ab- rüstm'g unmöglich macke, sechstens den sdolonialis- mu:- 'ortsetze, siebentes, dast ihm jegliches inker- ra ionales Finanzsys.em fe^e, achtens, dast ihm jeder international? unb wirtschaftlich Organismus fe^e, neimtenä. dast er den wirtschaftlickcn Krieg unb die Blockade wrtseye und zefrrucns, dost j?de wahre internationale Arbeitscharter im Ver- rrag.' fehle. Ter Vertrag rufe neuen Hast und unritoriale Reoanchrwünsche hettvr und laf-e Die Konftillskeime bestehen, welche nrnbeften? ebenso gcost und gefährlich feien, wie die Ko-nflikt§kmme i>or dem Kriege 1914. Das Nationalivmitee verlangt stbiieklick die Revidierung des Vertrages und erklärt, dast getreu den Grundlätzen eines Friedens tc Freiheit unb Gerechtigkeit die Ar 0 ei ter- klaffe Frankreichs entschlossen sich Dcrpfhd^ tet, sonohl durch eine nationale Aktton als durch gemeinschaftliche Anstrengung mir den Arbeitern her anderen Nationen auf bie Berwirllichung eines jyafrrtn Völker friedens und eme ! labile ^ltorgam- "ation, welche b:e Wiederaufnohmc des lebens sicherstellen wird, hinzuwirken. Die ■»twi der französ.scheu GewerÖckattm wird, diesen Standpunkt auf der internationalen Gewerrschans-
äuhert.
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Die Loslöfungsbestrcbungen im Rheinlande lösen in diesen schweren Stunden der Friedensentsckeidung allgemeinste Entrüstung in Deutschland aus Man sieht jetzt, wie gefährlich die ganze Bewegung war, der sich inele anoeschlossen haben mochten, die nicht gerade an V-tterlandsverrat dachten und von einu and reien Beweggründen geleitet waren. Aber die Rianner, die sich nicht scheuten, in Mainz mit dem französischen General zu verhandeln, sind zweifellos als Lochoerräter zu behandeln, wenn auch die „Köln Volksztg.^ jetzt schreibt, das Motiv sei gewesen, günstigere Friedensbedingungen für Deutschland herauszuholen. Für Deutschland? Wer glaubt daran? Tie übelsten Sonderinteressen waren maßgebend. Die Hauptleitung der Zentrumspartei ist von den Machern der Bewegung abgerückt, und in der preußischen Landesversammlung wurde es von allen Seiten auf das Entschiedenste abgelehnt, eine ivestdeutsche Republik aus den fänden der Entente entgegenzunehmen. Der Köln. Regierungsvräsideitt erlaßt eine 2k» kanntmachung, in der es heißt:
„Wie wir aus oen Kreisen der rbetnift^n ycrroaltun^befcörbe erfahren, ist man dort tx-r Meinung, daß eine Ausrufung der rheinischen Repiiolik nicht bevvrsteht. Jedenfalls stehen die 5x>uptM'rtreter derjenigen Kni e, welche die '21 gv tat iDTi für t*ie rheinische Republik betrieben fra^n, auf dem Standpuntt, dast zur Zeit alle B." flrebnnqcn zur Losreistuna der Rbcmlaitde von Prensten auf das schärfste zu verurteilen leien. Es würden dal^r etwaige mm einzelnen politifchen Wirrköpfen ausgehende Bersucke zur Ausrufung einer rhänischen Revublik in der rheinischen Devölskerung nur ganz unbedeutenden Rückhalt finden. Tie rheinisch? Ver-
zuleugnen, daß die deutschen Gegenvorschläge nein Uebergrisf der Entente auf das Gebiet unterer Staatshoheit Schranken ziehen. Sie forbent eine verhältnismäßig rasche Rän- tnung der besetzten Gebiete, sie verweigern die Erfüllung der Sttafbestimmnngen, die die latente uns auferlegen will, und sie wahren des Reckt an deutschem Privateigentum und ba-5 Recht an unserer Bewegungsfreiheit in» ncrhalb unserer künftigen Reick>sgrcnze. Wir erkennen in den deutschen Gegenvorschlägen, wie himmelweit der Frieden der Gerechtigkeit von der AuSg'burt haßen'üllter Bergewalti- t-wg entfernt ist, die uns unter der Maske ^es Friedens besckrert werden soll. Wir werden nur umsomehr entschlossen sein, diesem ^'rgewalttgungsversuch ein unerschütterliches Nein entgegenzüsetzen.
Ter „Vorwärts", das Blatt derMchr- iüitssozialisten, meint, wir seien hart bis an )ic Grenze des Möglichen und Erfüllbaren Mangen. Darüber hinaus würde sofort die leffnungslosc Situation geschaffen werden, n dem Falle, dast uns die Entente durch Drohungen zur Unterzeichnung ihres Diktat- pebcn§ zu zwingen versuche. Tie
^ieichsregierung scheine aber die P s y - ^ologie der Franzosen zu
10 e r f e n n e n. Diese würden unsere Gcgen- v'orschläge nicht als äußerstes Zugeständnis, 'onberu bestenfalls als eine V erhandluugs- «sis auffassen und würden versuchen, eine I diagonale zwischen chreu Forderungen und I unferen Vorschlägen zu ziehen und damit I "Dürbc Deutschland zu Leistungen verpflich- |öt werden, die ganz entschieden über das l'Aast des Erfüllbaren hinausgehen. In
wal!ung-Sbcfrärbc, wclcke ihrerstits alles daran- setzen wird, die Pe'irtbim<Km zur Abtretung der Rl?einvrovinz m Teutsckien Reick oder von ^Preu- st'ii zunichte zu ma4>en, vertraut b-rrauf. dast auch die rbnuiscke Bevölteruns ihren Stolz darein setzen n-irb, das Vaterland in b-?r Zeit ferner schwersten Not nicht im Stiche zu lassen."
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Vir Uebmeidtnnq der deutschen Gegenvorschläge.
Versailles, 28. Mai. (WTB.) Reicks- Minister Giaf Brvckdorff-Rantzau bat heute namens ber deutschen Frisdensdelegation dem Mi nisterpröfidcnten Clemmceau den ersten Teil ter ausführlichen deutschm Denkschrift zu dem von den Gegnern überreichten Friwensverttasisentwurf mit einer kurzen Begleitnote übermittelt ~cr Rest der Tenkschrift wird am Donnerstag vormittag übergeben, zusammen mit einer die Grundgedanken und Vorschläge der Denffchrift erläutern» b<n Mamelnote.
Eine deutsche Gegenforderung?
V a r i S , 28. Mai. (WTB.) Reuter. Es verlautet, dast Vxe Deu scheu gegenüber den Forderungen der Alliierten eine Ge gensor derung von 12 850 000 000 Mark für den durck deBl 0 ckade angeridpeten Schaden vor legen werden.
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Schweizer Blätter über die deutschen
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oderhessen
f3»iHrng$nmbbrM<f h* Verlag: vrübl'sche Univ.-Such- 11. Stdnbriuferei H. Lange. Zchristteitung, Geschäftsstelle u. Vrutfcrel: schulftr. 7.
dem Gefühl für rücksichtslose Gerechtigkeit, das heute mit uns Deutschen durchgehe, hätten wir alle unsere Karten zu off en auf den Tisch gelegt. Das sei politisch .gefährlich. Alan dürfe der Regierung den Borwnrf nicht ersparen, daß sie die diplomatisch hinterhältigen, auf die Zertrümmerung Deutschlands gerichteten Strömungen im Lager der Entente nicht voll eingeschätzt und nicht die richlige Diagnose getroffen habe liniere Vorschläge seien nur unter einer Voraussetzung möglich und haltbar, nämlich daß unsere Delegation die bestimmte Weisung erhalte, die deutschen Gegenvorschläge als das im allgemeinen äußerste Entgegenkommen Deutschlands zu betrachten und sich auf keinen Fall auf eine Regelung einzulassen, die einen Schrägschnitt zwischen den beiderseitigen Bedingungen und Angeboten darstellt.
' Diese Auffassung hat sehr viel für sich, und Gras Rantzau sck)eint auch nicht gerade davon überzeugt zu sein, daß die Entente die Vorschläge annjmmt, denn er spielte m einer einem Journalisten gegenüber aWegebenen Erttärung mit kein Gebauten einer „Revolution ber weltwirtschaftlichen Anschauungen", falls bie Entente an ihren wirtschaftlichen Bedingungen festhiclte. Würden nur, 0 sagte er, auf bie Bahn eines „nationalisti- eben Sozialismus" gedrängt, so ürüsfe ein olcher den Kapitalisten in England und Amerika doch sehr zu denken geben. Bisher hat sich übrigens die ausländische Presse 116er bie deutschen Gegenvorschläge nur wenig ge-
on M kommen halten, unb bie „Wiedergutmach- ---- ung" legt uns fürchterliche Opfer auf. Sie , | b Zahlen umzurechnen, ist die Aufgabe ber
^uchverftänbigen, betten Vas erforberliche | Waten al unterbreitet wird. Wir kennen 1 baS Maß ber Zerstörungen in den ttriegsgebieten nicht unb wissen also auch nickt, wie hoch die Milliardensumme der Ent- sck>ädigungen gegriffen werden mnh. Wir sind aber entsetzt und erschüttert von ber Riesensumme, die untere Regierung angeboten hat, >md wir stimmen der Korrespondenz der beut» fdrti Vollspartei zu, wenn sie darüber schreibt:
,.Es ist im böcksten Grade zweifclbast, ob Tvutfdilanb jc imstande fein wird, diese ungeheure ?-chuldzablung zu leisten, und es lag unseres Erachtens kein Grund vor, eine Summe zu ver- wrecken, vou der keineswegs scststeht, dast sie zur I Deckung unserer vertragsmäßig zu lcisteudeu Zah- 'uugrn überhaupt erforderlich ist. Tie Entente aber nnrb sicher aus diesem Angebot den Schlust ziehen, ___ boü die beut [die Leistungstäliigkcit auch nod) einen / L.J Triftigen Milliarbenaustchlag vetträgt. Sie wird auch hier aus dem Zugeständnis, das über untere M nrtttcigsmäßige Verpflichtung frinmiSgeht^ unserer Deigeruug einen Strick zu drehen roin'cn."
Trotz dieser Krittr an einzelnen Punkten ist, so fährt daS genormte Organ fort, nicht


