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Leipzig.

1e «xu! ihn ich hatte tum US

tete ich an

Ober hessischen Kunstveveins, 113 Uhr geöffnet. Lichtspieltheater ftrie SamSdag.

Gemä-ldeausstellung des

Ganger ist eine Gesvenltererscheinung, dre den Tod des Seefahrers anzeigt.

Seegespenstec.

Roman von Anfxy Wothe.

Amerikanische« Copyright 1918 by Anny Wothe-Mahn,

der jungen Frau, und ihre Augen flackerten zornig out.

..Warum suchst du dir zu diesen Eröffnungen gerade meinen Hochzeitstag auS? Ist daS schwester- lid)?"

,Lck Tarnt nicht anders. Estrid. Ich muh eS dir tagen, ehe du dieses HauS verläßt. Jngewart ist mir diese Nacht erschienen."

Einen Augenblick stockte der Atem der rungm Frau, dann sagte sie wie im leien «Spott:

Alto du träumst schon von ihm, der nicht nnederkedrte, der treulos wurde."

Das ist nicht wahr." beharrte die jüngere Schwester.Sicherlich hat ihn ein widriges Geschick zurückgehalten. Du hättest aus ihn warten mühen, bis er zurückkam."

Und darüber alt unb grau und häßlich wer­den? Nein, Sölve. daS konnte ich nicht. Jnge- itart versprach mir bei unterer Verlobung, nid) Jahrcs^rist heimzukehren. Wie eine Närrin war-

Er stand an meinem Bett." berichtete Sölv: erregt.TodeSbleich. in einem fahlen Schimmer, und seine riseskalte L>and legte sich über meine Stirn. Ick wollte schreien, aber ich konnte nicht."

Bist du auch treulos, wie deine schöne Schwe­sters' fragte seine Stimme dumpf und hohl, und der Blia seiner ganz erloschenen Lugen bohrte sich in die meinen.

Ta schrie ich aut und die Erscheinung zer­rann. Am Morgen entdeckte ich ine Spur von seinen feuchten Tritten in der Stube."

Tre junge Frau sah nickst auf.

..Seegespenster bat es immer aut bet Insel gegeben." sagte sie leichthin.Du bist eben ein mrchtsames ftmb, Lütte."

Entweder ist Jngewart in dieser Nacht ge­störten, Estrid, oder er wollte dich holen, um deinen Treu druck zu rächen."

UeLerzeugungSvoll und doch von Angst gefol­tert Tiana die junge Stimme.

EsrrioS rote Lippen lächelten, aber in ihren Lugen glomm eS dunkel wie ein lriteS Erschauern

DaS ist keine Hochzeitsstimmung, Kind. 30* ater muß ich eilen. Peter Banken wartet au! t*' Braut."

Klang es nicht wie Hohn?

Sölve erzitterte leiie und horchte an-stooll hmauS in die Nacht.

Ick glaube, er kommt wieder," hauchte jte und schlang fassungslos ihre Arme um den Nacken der Schwester.

Stumm standen die beiden und lauschten er- schau.-rnd.

,^)orch. eS klopft," flfilterte Sölve. Dreimal schlug eS an die Tür. Dumpf war der Klang.

(Fortsetzung folgt.)

** Einstellung des Stra ßenbahn- verkehrs an Sonntagen. Wie die Direk­tion bekannt gibt, wird wegen Kohlenmangels der Straßenbahnbetrieb an Sonn- und Feiertags bis auf weiteres ringest llt.

** Eine Wirkung der BerkehrS- sper re. Eine lelchafle Beunruhigung des Pub- likums ist eine der unbestreitbaren Wirkungen der Sperre deS Personemx-rkehrs. Die Gerüchte, daß eine neue Sperre wieder über Nacht verhängt würde, wollen nicht verstummen. Immer will einer selbst den Tag des Anfangs wie des Endes der Sperre ganz genau und b? Ihm ml wissen. Begreif­licherweise gchen B haup mrgen, die mit einer der­artigen Bestimmtheit auftreten, auch in die Presse über. ?ln den zuständigen Stellen wird immer wie­der versichert, daß irgendwelche Entschlüsse in die­ser Beziehung nicht gefaßt sind. Wie wir weiter hören sind auch irgendwelche 93orbcr.it unnen für weitere Derkehrsbeschränkungen zur Zeit nicht im Gange. Es wäre aber zu wünschen, daß die be­stimmte Versicherung abgegebm werden könnte, daß eine vollständige Sverre d s Perion-nv re'r< nickt mehr in Frage kommt, wenn auch Einschränkungen im einzelnen nicht zu umgehen |\ui tudien

** Die Dien st stunden der städti- schen Dienststellen zur Ersparung von Heizung und Beleuchtung werden vom 1. Dez. ab bis aut weiteres wie folgt festgesetzt: Montag bis Freitag von 81 und von 24 Uhr, Samstag von 8DA Uhr.

** Zur Einführung der Gelderhe­bung für Gasund Strom in unmittelbarer SSerbinbimg mit den Zählerablefungen wird bekannt gegeben, daß die bargeldlose Zahlung entweder durch Aushändigung eines entsprechenden Schecks an den Erheber, ober durch Anweisung wie bisher durch die Banken erfolgen Tann. Die Kosten der Bnckmng trägt in diesem Falle die Stadt nicht

Estrid lächelte noch immer. War es das holde Lächeln de§ Glückes? Nein, fast wie Grausam­keit zuckte es um die blaßroten Lippen, als si: nun, als wolle sie etwas Lästiges von sich scheu­chen, stolz den schönen Kopf in den Nacken warf.

Bergan <ieS sollte tot sein. Nur die Zukunft durste fie kümmern.

Ter Sturmwind heulte wild nm das Hans und in dumpfem Brausen schwoll das Meer höher und höher empor. Schon sprühte weißer Gischt über die Dünen unb netzte wie Schneeflocken Fenst.te und Türen.

Tos gab gewiß eine schaurige Hochzeitssahrt Über die Leide bei Wind und Wetter.

Ta öffnete sich leise die Kammertür und ein junges Mädchen huschte herein. Auch sie hott.' einen Kranz im Baar, auch sie trug ein weitzcS Kleid.

Beide Hände preßte sie gegen die Brust, und die großen, blauen Kinderäugen richteten sich angstvoll aut die ältere Schwester, die das licht.' Kleid mit einem dunklen vertauschte.

..Nun ist es dock geschehen," Hub die kaum Ackt-ehnjähmge zu Estrid an,was nie geschehen durste, und du bist so ruhig, als scheue sich dein Zus> yat nicht, über einen Abgrund hinweg Dem Glücke zuzustreben."

Närrchen du," lächelte die junge Frau,du wirst noch viel lernen müssen,.ve. So wie du es dir denkst, ist das Le^en nicht."

Tas jung- Mädchen warf den blonden Kvvi er war etwnS dunkler als der Estrids und hotte einen leichten, rötlichen Schimmer stolz zurück, genau w:e vorhin die ältere Schwester.

Nein, ick weiß nichts vom Leden, Estrid. Ick war nicht, wie du, aus dem Festland, um zu Lernen. Das aber weiß ick, daß man treu sein muß, treu im Leben unb im Sterben."

Dunkle Glut huschte über das zarte Gesicht

(Nachdruck verboten.)

Sckön-Estrib trug einen Kranz im Haar unb em weises JHrib.

Tas sah gut aus zu ihrem blonden Gelock und den tiefgründigen Augen, von denen man nicht wußte, ob sie blau, grau oder schwarz waren.

Sie hatte eine zarte, durchsichtige Haut, leicht getönt wie matter, gclblidxr Tiarmor, und fein» geschwungene^ blaßrote Lippen.

Schön-Estrid trug den Kranz stolz und selbst­bewußt, denn fie war Beter Bankens Braut, uns 3kter Konten mar einer der Reichsten aut der Insel Sylt. Estrid Wetterten aber war arm, wenig­stens in ihrem Sinne, unb bad verdroß Schön- Estrid.

Heute war sie in der Keitmuer Kirche Peter Banken angetraut.

Nun brauchte sie nicht mehr Tag unb Nacht an der Spindel zu sitzen, wo so ort müßig der Foden aus der Kunkel ruhte obwohl die Mutter, Witte Wedderken, sck-alt unb sie zur Arbeit mahnte.

Tas war vorbei!

(rin seltsames Lächeln irrte um EstridS Lip­pen, als sic jetzt bedächtig den Kranz aus dem Blondhaar nahm unb ihn einen Augenblick rote wägend in der Hand hielt

Estrid stand in dem Giebelstübchen hoch unter dem Strohdach deS mütterlichen HeimS. Die Schar der Höchte ISgäste hatte das Haus verlassen. Drun» ten im Mohngemach harne der junge Gatte, um sie mit heimzunehmen aui den Gotteskoog, so hieß Peter Bonkens stattliches Anwesen, von dem man aut das weite Meer unb auch auf das schimmernde Wau sah.

auch einen Kranz im Haar, nur daß er, wie der deine heute, von weißen Rosen war, aber Jngewart Ferks kam nicht, unb nie bat man von ihm seit drei Jahren ein einziges Wort gehört Er ist lange tot, das weiß ick gewiß." Nein, Estrid, ich fühle, daß er lebt wenig­stens bis jetzt lebte. Vielleicht aber ist er in der Nacht zu deinem Hochzeitstage gestorben." Estrid wurde noch einen Schein bleicher.

MorauS folgerst du das. 3dtoe?"

AuS einem Traum, Estrid. Der (Songer*) war diele Nacht bei mir."

Die junge Frau tastete nach einer Stütze.

Die seltsam. Auch bei mir war er gewesen.

DaS neue Adreßbuch der Stadt Gießen.

Tas letzte Adreßbuch der Stadt Gießen erschien im Jahre 1917. Es bedarf nur dieses Hinweises, um «erkennen zu lassen, wie drin-md notwendig eine Neuausgobe geworden war. Tie beiden letzten Jal/re des KriespÄ und die Zeit nach der Revo­lution haben auch unter den Einwohnern unserer Stadt so starke Deränderunsen beroiitt, daß ein Adreßbuch vom VevölTerungss'.ande von 1917 bei­nahe wertlos yraorben ist. Groß ist die Zahl derer, die verzoyen, umgezogen, rugezogen, ober auch gestorben sind. Tas neue Adreßbuch muß daher von jedermann, vornehmlich von der Gc- schästs.vclt freudig begrüßt werden. Es ist bei Vorbestellung zum Preise von 8,89 Mark (einschließlich 10 Prozent Teuerungsruschlag' erhältlich. Ohne Vorausbeftellung wird das Adreßbuch zum Preise von 10 Mark in bet Geschäftsstelle bet Brül^schen Druckerei, Schul­straße 7, abgegeben. Tas Buch hat die gleiche übersichtliche Anlaae wie bisher unb ist ergänzt durch eine wertvolle Uebersicht über die Kriess- fürsorge der Stabt Gießen.

Kirchenrvahlen.

Bei den gestrigen Wahlen zur evangeli­schen Kirchengemeinde-Vertrerimg in der I o - hannesyemeinde sind auf die Liste des alten Kirchenvorstandes 516, aufoie Liste der volkskirchlichen Arbeits­gemeinschaft 98 Stimmen abgegeben worden, so daß von den vom alten Kirchen- vorsland vorgeschlagenen Personen 15, von der volt'skirchlichen Arbeitsgemeinschaft orei als gewählt gelten. In derMattbäus-, Markus- und Lukasgemeinoe war für die Pahl iur Kirchengemeindevertretung bekanntlich nur je ein Wahlvorschlag einge­reicht worden, so daß die ersten 18 bzw. 17 der darin aufgeführten Personen als gewühlt gelten.

Hinterlegung von Wertpapieren bei den Banken.

lieber die Hinterlegung von Wertpapieren bei den Banken l^rrscht vielfach noch Unflarbeit unter der Bevölkerung. Es soll deshalb nockpnals folgen» deS festgestellt werden:

1. Entweder müssen die Besitzer deutscher Wertpapiere dem Besitzsteueramt eine genaue, doppelt ausgefertigte Ausstellung ihrer Pa­piere überreickren. Eine Ausfertigung muß von dem Besitzsteueramt amtlich abgestempelt sein Und dieses abgestempelte Formular muß je­weils bei Einlösung der Zinssckieine an den Banksckaltern Dorgrjeigt werden.

2. Oder die Hinsscheinbogen rinsck>ließlick TalonS siick bei einer Bank zu hinterlegen, die dann die Einlösung der Zinsfchiue an den Verfall­tagen oljne weiteres vornimmt. Ter letztere Weg ist für das Publikum der einfachste.

3. Ober aber es kannbis auf tvriteves" bie Ein­lösung der Zins- und Dividendenscheine sowie die verlosten Stücke von inländischen Werten bei den Banken erfolgen, wenn der Eigentümer ein Verzeichnis seines gesamten Besitzes an Wertpapieren in dreifacher Ausfertigung ihnen einrcichl, wovon ein Exemplar an das mistchende Finanzamt weitergesandt wird.

Es besteht nun die irrige Auffassung, als ob spätestens bis 1. Dezember 1919 die Hinterlegung der deutschen Wertpapiere bewirkt sein müsse. Das ist nicht der Fall. Die Hinterlegung kann auch später erfolgen. Die Banken dürfen die Zinsscheine

Olkenbach. AngerekkSe Stücke aus ba perette:Der fidele Bauer". L. Fall. 5. Ter Regiments-Kamerad! Marsch. Frz. v. Blon.

* Oberhessischer Kun st verein. Tie erst seit einigm Tagen erneute Ausstellung Der- bl.ibt nur noch morp.n Sonntag und am Monta- Von Dienstag ist die Ausstellung wegen Wechsels der Gem-Ude einige Tage geschlossen. Tie Aus­stellung ist morgen Sonntag von 11 bis 3 llhe und am Montag von 11 bis 1 llhr gedifnet

* 2ie AuSzahlungderFamilien. Unterstützungen rindet für die Zeit vom 1. bis 15. Dezember Montag den 1. Dezember, vor­mittags von 9 bis 12 llln statt.

** Sckuldgelo. Das am 15. dS. Mts fällig gewesene 3. Ziel Schulgeld für das Rj. IBIS bei Realgymnasmms, der Cjetrealidju.e, der Hö­heren und Erweiterten Mädchenschule unb der Gymnafiolvorsckuile kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Kosten an die Stadtkaffe bezahlt werden.

"Viehzählung Am 1. Dezember findet wiederum eine VieltzälLung statt. Gezählt werde» Pferde. Rindvieh, Schafe, Schweine, Siegen, Je- deroiey unb Kaninchen. Tie ?lusnahme bwier Dieh- gatlungcn findet auch bei Nichilandwirten statt Siehe Bekanntmachimg

"DerOberhessischeDiehhandelS- verbanb gibt im Anzeigenteil die Namen von sieben Personen bekannt, denen die AuSwi-is karten wegen B ehumtauich ohne Erlaubnissckirin, Gchvm- scklachtung unb Schleichhandel entzogen Worte» stick.

** Ein VvlTsbildnngSverein ist un­ter dem Namen Soziale Bereinigung für Volks» bildung und Unter'rl ung ins Leden geruieu wor» den. Zweck und Ziele des Vereins find ia be Anzeige in heutiger Nummer cr.ichlluh.

Landkreis Gießen.

H. Allen darf a. d. Lda., 27. Nov. Seit 1913 wurde gestern hier roieXT zum erftrn Male der sogena.mteN i k e l S m a r k t" aXtehaltcn. Obwohl nur wenig Berkaussstande vor banben lvaren unb die guten Würste, die früher bei diesem Markt eine Spezialität waren, gänzlich festen, herrschte doch ein r.'aer Fremdenoer lehr Be-'onderS aus dem Ebsdorfer Grunde roacen zahlreiche Markt­gäste ersch encn.

** Wieseck, 29. Nov. Wir machen nochmals auf daS morgen im Dorfeld.chen Saale staitfin- benbe Konzert aufmerksam. E? nerben unter an­derem einige Chöre mit Orchesterbegl^itung vor­getragen werden.

X Wieseck, 28. Nov. Unsere Volksbock- schule bietet in ihrem ersten Semesb e sechs Stirne, von denen drei in der nächsten unb die übrigen voraussichtlich alle in der übernächsten Woche be­ginnen. Sie werden mit einer Unterbrechung bartb die Weihnach sjerien bis in den März sich erfrreden unb jede Vorlesung nach 14 Tagen ihre Forts tzung finden. Montag den 1. Dezeml<r dginnt Architekt Senßfelder von vier:Praktische unb künst­lerische Baufragen", Mittwoch den 3 Dezember Schwester Lisa TrümmlerMutter- und Säuglingsfürsorge", Freitag den 6 Dez Dr Han- WernerHeimatkunde^'. In der fetgenten Woche lTag wirb iwrf) befannt gegeben) Lehrer Müller Aufsatz", Pfarrer SattlerFragen der Ethik" (Sittenlehre) und Gewerkscha'tsbeamter Becker Sozialgesetzgebung". Beginn abends 8 Uhr im Saal der obersten Sckullla se. Das Mitbringen von Heft, Feder oder Blrist.ft wirb bringvnb aopfohlen. Zur ersten Stunde eines jeden KursnS wird a l V gemein eingelaben; schon äug' meldete und fr<5 noch meldende Hörer unb Hörerinnen bekommm Ausweis karten Listen zur Anmcldung liege» bei jeder ersten Vorlesung auf.

KrciS Büdingen. -

* LieSberg. 28. dtov. einigen Tonen brachten rotr nach Tarrnshidter Blättern die Seit« trilung, daß sich Pfarrer Lic. Hirpel der foziab demokratischen Partei angeschlossen habe. Du uni jetzt von beteiligter Seite geschrieben wirt», ent­spricht dies nicht den Tatsachen.

Kreis Friedberg.

= Friedberg, 28. Nov. AuS dem Postamt wurden heute früh 2 2 000 Mart aestohlen. Die Spur des DicbeS führ! nach Frankfurt a. M.

Starkenburg und Rdeinftessen.

** Lampertheim, 28 Nov Wir un> von einem Mitglied der ©icüener Sozialdemo­kratischen Partei mitgeteilt wird, soll der aui Lampertheim geflohene Bürgermeister mcht der Sozialdemokratischen Partei angcIndien.

Hrsfen-Nasfau

Frankfurt a. M., 28. Nov. (WTD.) Die Eisenbahndirektion teilt amtlich mit: In der Woche vom 1. bis 6. Dezember werben als Frachtstückgut nur folgende Gitter angenom­men: Arzneimittel unb Apothekenbebars, 8c« kleidungSgea nslände, BeleuchtunuSsioffe, Be­triebsstoffe für Motore, Brennstoffe, Dünge-

mehr, sie fallen dem Zahlenden zur Last. Die Erhcter haben Weisung, Schecks ohne weiteres von bnijenigen Zahlungspflichtigen entgegen-uneh- men, bie bisher durch Banküberweisungen bezahlt haben.

* Kofernenbiebstahl Lor einigen Togen würben aus bem Exerzierhause Der hiesigen Neuen Kttserne burch Srinbruch eine große Anzahl neuer PftTrdegeschirre unb Zaumzeuge aus gelbem Leder entwenoet.

** Fa hr raddiebsta hl. Am 27. Nov. nachmittags gegen 5 Uhr wurde hier in der ffaiier* All« ein vor einer Wirtschaft auigestellte- Fahr­rad im Wert von öuO Mt. entioenbet Es hat gelle Felgen unb noch neue Bereifung.

** Gießener Ko n z e r t ve r ein. Nach­dem der Konz-rtoerem, durch bie Derbehrssperre gezwungen, sein Orchitrrivnzert verschieben mußte, ist es ihm nun gelungen, das 8i ebner* Quartett ui einemB e e t ho ven a be n b" für nächsten Sonntag zu gewinnen. Für dieses Konzert, das in der Uiiiversitätsaula stattfindet, gelten die Karten Nr. 5: die Karten Nr. 4 bittet man für bas nur verschobene, nicht aufgehobene Orck^ster?onzert aufzubewabven. Eine Gattung von Werstm gibt es, der Beethoven sich in jedem Lebensalter zuwendet. Es sind die Slvrichauartette, die in jeder Phase das Endergebnis seiner Ge­danken, seiner Ziele unb seines Schaffens zur höchsten Vollendung bringen. Das Redner ^Quar­tett bringt uns op. 18 Omoll aus der Schaffens­periode bis 1800, op. 95 F-moll aus den Jahren bis 1810 und op. 127 Ea-Dur aus der Zeit der großen Klaviersonaten, der Miesse und der IX.Sym- plyonie. Das C-moll-Cuartett, das letzte der sechs ersten Quartette ist sein erstes in Moll. Die fünf früheren Werke waren alle in Dur geschrieben unb ui vorwiegend heiteren, sonnigen Gebanldn. Das C-moll-Cuartctt fdjeint in innerem Zusammen­hang mit anderen C-moll-SBerfen zu stehen, den Sonaten 10 unb 13, bem Klaviertrio op. 1, dem Klavierkonzert unb der Symp^inie. Die fast un­mittelbare Auseii'.anderfolge all dieser C-moll» Werke läßt vermuten, daß ihnen eine gemeinsame Idee zu Grunde liegt. Der erste Satz zeigt den nach großen Aufgaben verlangenden Beethoven, lieber zwölf Takte, durch fast drei Oktaven strebt das Am'angsthema empor, wuchtige A Korbe treten ihm entgegen; in der Durchführung ist leiben- sckxistlick^s Drängen, auch die nach Des-Dur sich wendende Coda wird von den fast zur Wildheit gesteigerten Anfangsmotiven beherrsckst. Ein Idyll Scherzo genanntes Andante scherzo/o folgt. Tann kommt ein reich mit Chromatik durch­setztes Menuett und -um Schluß das F i n a l e, das, in fiebernder Erregung, vorwärts treibt bis ins Prestissimo, und bann in den lichten Höhen eines berretenbem C-Dur ausatmet. Nach der Egmont-Ouvertfire, vor der 7. und 8 Symphonie, entsteht das F-moll-Cuortcü op. 95. Der erste Satz ist voll Energie unb 2d» denschast, steigert sich in der Turch'ü^rung zu wahrem Zoniausbruch. Das Megretto ist melan­cholisch; eine frei aufgebaute Fuge steigert die Melancholro zum Schmerz, bis dann reine D-Dur- Klänge Trost verheißen. Der III. Satz bringt in Mollharmonten Scherzo-Rhythmen; fie wechseln ab mit choralartigem Gesang, aber das Sch rzo behält das letzte Wort und beschließt m Träftixr Energie den Satz. Das Finale beginnt mit Klängen tief­sten Pessimismus, aber bald bringt Waldhorn- gcschmetter ein Aufatmen; ein »artet k'-Dur-Akkord teilt die Wolken des Trübsinns, die Sonne scheint wieder. Im Januar 1825 wurde das große Quartett op. 127 Es-Dur vollendet. Es ist das erste der re.fiten, unsterblichen Werke des Meistert. Ter erste Satz, mit einem Maestoso beginnend, ist außerordentlich einheitlich Bier Stimmen schlin­gen sich meinanber. Aus schweren Schrittbewe­gungen des Anfangs steigt rin spielendes Allegro- thema, das von einem jubelnden Es-Dur-Thema abgelöst wird. Nach leidenschaftlicher Durchführung m MoIL schließt der Satz mit einem schwärme­risch n Diminuendo al pianis.imo. Ein Gelang von ergreifender Schönheit ist die As-Dur-TOdobic des Adagios, eines Liedsatzes, den Beethoven in einer Reihe von Variationen immer herrlicher verklärt. Das Scherzando vivace zei^t fröhlich Stimmung. Ein neckisches Thema und ein lustiges Tri.lermotio beenben den Vordersatz; bann wird der Humor zu derbem Uebermut und mit einem Fortissimo- abschluß endet der Satz. Be-eichnend für Be.toooen sind die UnisoTwrinfätze und die Orgelpunkte im Anfang des letzten Satzes. Auch in ihm ist fröhlich Stimmung In verklärenden Modulattoncn erhebt sich das Allegro in lichte 0-Dur-Harmonien. W.

* Anlagemusi k. Die Anlagemusik der Regimentskapclle dos ReichSn«hr-Jnfanterie-Regr- ments Nr. 36 (Leitung: Obermusikmrister Löber) findet morgen vormittag um 11 llhr in der Süv- Anlage statt. 1. Tankgebet aus den Niederlönoischen Volksliedern. A. Valerius. 2. Melodien aus der Oper:Die Perlenfischeri". G. Bizet. 3 Ouver­türe zur Over:Orpheus in der Unterroth".

Aus Stadt und Land.

Ließen, den 29. Nov. 1919.

Den Lesern des SietzenerAnz Nigers zur Beachtung!

Die Verteuerung aller Erfordernisse zur Iei- tungsherftellung sowie Lohnerhöhungen und die besonders einschneidende erneute Preis­steigerung des IeituncjSpopieres bei gleich­zeitigem Fortfall der Staatszuschüsse machen Bezugspreiserhöhuugen aller hessischen und hessisch-nassauischen Zcilnngen notwendig. Für den Giestener Anzeiger ist die monat­liche Dezugsgebühr vom 1. Dezember ab auf 2 Marl einschließlich Trägerlohn festgesetzt Durch die mätzige Erhöhung des Bezugspreises wird nur ein Teil der Mehr­kosten von den Beziehern getragen.

Verlag Ser GietzenerAnzeiger».

nach diesem Termin aber erst einlösen, wenn die gesetzlichen Vorschrijten erfüllt sind.

Gin neuer Roman

beginnt in unserer heutigen Nummer. Es ist uns mit großer Mül;e gelungen, uns noch einen Roman der kürzlich oerftoebenen Schritt,Leiterin

Anny Wothe zu sichern, derenRagna S v e n d b o r g" bei unfern Lesern unb Le erinnen außerordentlichen Beifall gefunden hat Wir sind überzeugt, daß auch unser neuer Roman von Anny Wothe

Seegespenster über dessen Inhalt wir diesmal nichts im voraus verraten wollen, von Tag zu Tag mit großer Spannung erwartet werden wird.

Lebensmittel.

**Kartosfelausgabe47 Woche. Die Wochenkartostel a len Q, R S, T, U, B W, 3E, V und Z werden be. nächste enXn Hän-ttem b li fert: Konsumverein, Schanzenstraße, Krack, I. Rieg'l- pfad, TrechLler, H, Steinstraße Rumpf, Friy. Zozelsgasse. Die Mark.n können bis rirnchl eßlich Montag den 1. Dezember 1919 ring löst werden

* T re Abgabe von Weitzmehl unb Nährmitteln ist für den Monat Dezember 1919 übertragen worden: Weißmehl: Borger, Karl, Wetzstemgasfe; Nährmittel: Tebus, Diarie, Frre- drichstvaße.

** M i l chvers or gun g. Infolge ungenü­gender Zufuhr von Milch können die Vr-Liter- Marken Sonntag, den 30. Nov., Dienstag, Den 2. Dez., Donnerstag, den 4. Dez., Samstag, Den 6. Dez., ferner die '/«-Liter-Marken Montag, Den 1. Tez., M ttwoch. Den 3. Dez., Freitag, Den 2. Dez. nicht b I ef.tt werden. Infolge der ge­ringen Milchzufuhr können für Sonntag den 30. d Mts. auch die 3A Liter nicht beliefert werden.

Veranstaltungen

Sa mStog: Stadtthoater, 7 llhr, Willis Frau. Rehaurant Sauer, OSwnldSgrrten, 8 Uhr, Mitglicderverfammlung der Rrichsvevrini- gung ehe mal ger Kriegsgejangener, Ortsgruppe E-ießen. Lierigshöhe, Provinzial-Geflüzel- unb Brieftaubenausstellung. Lichtspielhaus,Der notbene See". Licktspiele, (^.terdmeg,Kurz ist bet Frühling",Tönnchen als PLassenvateri' unbSckmurps".

Sonntag: Studtthoater, 3 Uhr, Wilhelm Toll; 7 Uhr, Der ftbe.e Bauer. Neue Aula, 5 Uhr, Konzert des Konzertoeverns. Gewerk- schaftshaus, 3 U'hr, Ordentliche Generalversamm­lung deS Eisenbahn-Konsumverrins Gießen in üv- anSaturn.> D rrinslxms der Ste.r»tmission,Löber- stvaßo 14, 3 Uhr, Vottrag Dr. Walger; 8 Uhr, Vortrag des Inden M issionars Levy. Bahn­hofstraße 57 H Vortrag: Israels Rückk hr!? Lieligshöhe, Provinzicn-lÄrlügel- und Bries-