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zwIlNngrnmddnKk n. Verlag: vrähl'lche llnio.-vuch. u. SteiRÖruderti B. Sange. Schriftlelwng. Seschasttftelle il.vruderel- Schulstr. 7.

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deren Ausschuß für auswärtige Angelegen-

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Im ungiiustigsteu Fall iu 20 Jahren verdoppeltes Kapital!

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die Nationalversammlung

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Zu der äußeren Krise tritt noch eine innerpolilische. Das Gesetz über die Be- triebsräte soll die Ergebnisse der Revo- ution ficherstellen. Noch vor Weihnachten soll ich zeigen, ob der sozialpolitische Hochfprung gelingt. Wird der Regierungsbiock Zusammen­halten? Die Sozialdemokraten haben bei den Meinungsverschiedenheiten über die Vertre­tung in den Aufsichtsrälen und die Vorlage >er Bilanzen den Mitrcgierenden schlimme Konseyuenzen angedroht, falls die Bestim­mungen des Gesetzentwurfes in die en Punkten nicht im wesentlichen aufrecht erhalten wür- )en. Der Ausschuß der Nationalversammlung ist in der Beratung und ersten Lesung des B e- triebsrätegesetzes ziemlich weit voranycschrit- ten. In wichtigen Punlten ist eine ge­linde Aenoerung des radikalen Entwurfes erreicht worden. In allen Betrieben mit mehr als 20 Arbeitnehmern sind Betriebsräte zu errichten. Der Ausschuß hat die Trennung der Interessenvertretung für Arbeiter und Ange- tellte beschlossen, neben bem Betriebsrat srnd gesonderte Arbeiter- und Angestelltenräte vor­gesehen. Die zu Wählenden sollen wenigstens echs Monate im Betriebe beschäftigt und nicht mehr in der Ausbildung begriffen sein. Nach ber Regierungsvorlage konnte die Betrieb Versammlung die Tätigkeit des Betriebsrates gutbeifecn oder mißbilligen. Wurde die Miß­billigung mit Zweidrittelmehrheit ausgespro- ckLn, so hatte der Betriebsrat zurückzutreten. Diese Bestimmung hat der Ausschuß gegen die Stimmen der Linken gestrichen, und das war vernünftig, denn eine bestimmte Stetigkeit ist in einem betrieb unentbehrlich. Noch ein wei­terer Beschluß des Ausschusses war von Be­deutung: Die Heranziehu. g von Gewcrk- schnstsvertreiern, die an den Sitzungen des Betriebsrates teilnehmen können, wenn ein Viertel der Milglieder die es beantragt. Die Ermöglichung der Mi Wirkung gut vorgcbtl- deter und weitblickender Fachvertreter läßt

sich wohl rechtfertigen. Der den Betriebsräten zuzuweifende Aufgabcnkreis ist bekannt. Wie weit der Betriebsleiter in seinen Entschließun­gen über die Arbeitsmethoden frei und selb­ständig bleibt, also nicht gezwungen ist, die Ratschläge des Betriebsrates anzunehmen, darüber ist noch keine endgültige Einigung ge­troffen worden. In den letzten Tagen stritt man sich über die sehr einschneidende Frage der Arbeiter im Aufsichtsrat und über die Vor­legung der Bilanz. Der Entwurf hatte vor­gesehen, daß nach einem noch zu erlassenden Gesetz ein oder zwei Arbeiter in die Aufsichts­räte zu entsenden sind und daß in allen Be­trieben mit über 50 Arbeitern den Betriebs­räten alljährlich eine Bilanz vorzulcgen ist. Die bürgerlichen Mitglieder des Ausschusses, also insbesondere die Vertreter des Zentrums und der Demokraten, hatten Bedenken gegen diese Bestimmungen. Diese Bedenken sind auch garnicht von der Hand zu weisen, wie über­haupt die Wirkung der ganzen Betriebsräte­einrichtung noch abgewariet werden muß. Die Erfahrung wird uns lehren wohin wir damit kommen, lieber die Mitwirkung der BetrUbs-

Derlin, 28. Nov. sWTB.) Der Betriebs- räteausschuß der Nationalversammlung hat heute tfanb nach langer scharfer Aussprache einen A n - trog de- Zentrums gegen die Stim­men der Sozialdemokraten angenom­men, welcher lautet: lieber die Einstellung cxs einzelnen Arbeitnehmers Hal der Arbntg.ber allein ohne Mitwirkung oder Kontrolle des Be­triebs-, Arbiter- oder Ange'lelltenrates zu ent­scheiden Bezüglich der Entlal-ung wurde ein ge- meinsarncr Antrag der Regie unasi.'arteien als Artikel 42 und 43 olme Widerspruch angenom­men, die dem Arbeitnehmer gegen Kündimrng oder Entlassung wegen Po i ti cher, müitarucher, lonßssione.ler oder aewerk cha tl,ch-r Betatisrnng, 3ugelwrigfeit ober Nichtzugehörigk.rt zu einem politischen, lonies ionellen ober beru.lichen Verein oder einem militärisclien Verbände unb iolche oane An aal'« von Gründen ober roe icn Verw.rgerung nicht vereinbarter s2lr5eit, die Anrufung des Ar­beiter- oder Angesteiltenratos und des Schlich- tungsausschusles zubiiligen, ivelch lehterer dem Arbeitgeber eine EntschLdigungspflicht für Nicht­wiede rein stell ung des Ent a senen auserlegen kann Die Interessen des Arbeitnelnners iverden sowohl für den Fall der Wiederernftetlung, a s für den s^all, daß er inzwischen einen neuen Dienstvertrag abgeschlossen hat, gewahrt.

Nr. 280

Der Lietzener Anzeige, erscheint täglich, außer Eonn- und Feiertags.

vezugspreir:

monatt.DILI .60, viertel- sährlich Tit. 4.80. durch Abhole- «..Zweigstellen monall. Alk. 1.50, durch dieBost Mk.b.- viertel- jährt. ausschl. B^.'tellg. Ferniprech»Anschlüsse: fürdieLchr>ftleituug112 Vertag,Geschä'tsstellebl Anschrift für T rabtnach- rtchten: L»zel-er Sletze«.

postschecktonf:

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Herausstellen.

Reue Beschlüsse des Betriebsräte- audschustes.

Berlin, 28. Rov. (SBotfO In dem Be­trieb s r ü te a u s s chu ß der Nationalver- lammt um g wurde ferner mit allen Stinnnrn gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Unatbängigen folgender Antrag des Zentrums und der Demokraten angenommen: Zur Erfüllung ferner Ausgaben hat der Betriebsrat in den Betrieben mit wirtschaftlichen Zwccten das Recht, vom Arbeitgeber zu verlangen, daß er dem Betnebsaussämb ober, wo ein solcher nrrirt besteht, dem Bcttebsrat, über alle den Tienst- vertrag und die Tätigkeit bet Arbeitnehmer be- rfi;Gliben Betriebsvorgänge A uis chl u ß gibt und die Lohnbücher vorlegt. .Ferner hat der Arbeitgeber mindestens Viereck: ährlich Be­richt über die X!age, den Gang des Unternehmens und Gewerbes im allgemeinen und über die Lei­stungen des Betriebes und den zu erwartende Arkeitsbedarf im besonderen zu erftottai. In Untcrnchmungen, die zur Führung von Handels- büd"<m tx-rpfl:chtet sind, können btc Betriebsräte verlangen, daß ihnen alljährlich vom 1. 1-1920 ab eine Bilanz und eine Ge winn- u nd De r - tust rech nung für bas verilvifene Ge chaltsiahr zur Einsichwal'me vorgelegt und erläutert wiw. Die Bilanz- und .ie Gewi m- und VerluMeckstiung baten den Bvrichriste.i des Lxmdelsgefetzl'uchs zu entsprechen. Tie Bestimmungen vieles Ablass finden keine Anwendung au, Untrotebnrnmren, bte nicht mindestens 100 Angestellte oter 500 Ar­te i^r im Betriebe beschäftigen. Tie Mitglieds: des Betriebsausschusses ober des Betriebsrats lind ver- pslichtet, über die ihnen vom Arbeitgeber gemach­ten vertraulichen Angaben Stillschweisen zu bo

Ver Dan! der österreichischen NaLlonal- Versammlung.

Wien, 28. Nov. (Wolff.) In der Natio­nalversammlung machte zu Beginn der Sit­zung der Präsident unter lebhaftem Beifall Mrt- teüimg von dem Beschluß des de u ti ch en Reichstages zur «Linderung der Not Teutich- Oesterreichs. Der Präsident knüpfte daran fol­gende Erklärung, die das Haus fit Oe nb an-

Es handelt sich hier nicht um ein finanzielles Opfer schlechthin, nicht nur um ein Oper, das der Staat als solcher bringt, sondern um eine Liebesgabe jedes einzelnen Bürgers des Teutfck-en Reiches ohne Unterfcbicb. Jeder Bürger idnuäLert täglich seine olmehin karg bemcifene Ration, um dadurch beizutragen zur Linde­rung der schrecklichen Not, die in Teutsch- Oesterreich herrscht. Dieser Akt der G oßimn und brüderlichen Solidarität des Deutschen N-nches löste nicht nur Freude und Genugtuung, sonder« vor allem innigste Dankbarkeit aus. Ter Besch uh ist abermals ein Beweis, daß Gewalt uns zivar räumlich trennen kann, daß aber nichts imstande ist, die Bande gemeinsamer Geschichte und armem« sanier Kultur zu lösen, die uns nut den Brudern im Reiche verbinden. Ick fprecfc im Namen des ganzen Hauses und aller seiner Mitglieder, aber ich bin versichert, auch im Sinne aller Bürger der Republik zu handeln, wenn ich sage: Unseren Brüdern im Reiche innignrn Dank für diese Hilfe in schioerer Zeit, für diesen Akt außerordent­licher Großmut, den wir nie vergessen wrden! Lebhafter lauganhaltender Beisall und Lände- klatschen.)

Aus dcrn Nclche..

Gentralsttkik im Bittcrfcld.

Berlin, 28. Nov. (WTB.) In Bitter­feld ist dem Vernehmen nach der General­streik mit 6000 gegen 4000 Stimmen beschlossen worden, der heute nachmittag be­ginnen soll. Die Arbeiter wollen jeloch die so­genannten Notstandsarbeilen verrichten. Es ist dafür gesorgt, daß unter kciycn Umstanden die Lichtoersorgung von Berlin gesäl-rdet wird.

Die Kontrolle der Ausfuhr.

Berlin, 29. Nov. Dadurch, daß eine Ausfuhrkontrolle bereits stattsindet, um dem zügellosen Erport Einhalt zu tun, ist bereits eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Zuständen erreicht worden In der Frage der Exportzölle wurde eine Entschet- dung noch nicht getroffen, dagegen steht der Erlaß einer Verordnung bevor, die die Aus­fuhr lebenswichtiger Gegenstände mit Ge- 1 ängnis bestraft. Die erste vorläufige Liste 1 soll in kurzer Zeit veröffentlicht werben. Es 1 wird angenommen, daß die Verschärfung der Strafe die zügellose Ausfuhr in Zukunft lahmlegt.

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rate bei der Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften hat sich der Ausschuß noch nicht entschieden. Also auch Darüber kann es noch zu ernsten Konflikten kommen. Es scheint aber, als seien das Zentrum und die Demo­kraten, trotz anfänglicher Marmnuchrichten, zu einem weitgehenden Entgeaenkommen be­reit. Wie wir in einem Teil der gestrigen Auflage bereits mitteilten, einigte man sich in der Frage der Aufsichtsräte dahin, daß ein oder zwei Arbeitnehmer in allen Sitzungen des Aufsichtsrates Sitz und Stimme erhalten, jedoch keine Vertretungs- vollmocht und keinen Anspruch auf eine anoere Vergütung als aus eine Auswandsenlschäot-

wochenröckbllL

Daß die Ratifikation des Frie­dens für Deutschlano keinen wahren, end­gültigen Frieden bedeuten wird, der uns das Recht der ielbständigen Ordnuna unserer na­tionalen Angelegenheiten verleihen würde, wird uns mit jedem Tage klarer. Die Höhe der an uns zu stellenden finanziellen For­derungen soll uns ja erst später bekannt ge­geben werden, und daß dies kein glattes Ge­schäft ist, bei dem wir gleichberechtigter Part­ner waren, das wissen wir und das bedrückt uns aufs tiefste. Nun kommen noch oie neuen Zumutungen, die wir uns be­eilen sollen, vor der Ratifikation zu unter- zeichnen. Es handelt sich um die Auslieferung der Bagger, Docks und Krahne, gegen die sich die Vertreter von Handel und Industrie, von Werften und Arbeitern so einhellig erhoben hoben, weil sie das deutsche Wirtsck>aftsleben völlig lahm legen würde. Der skrupelloseste Geist von Wucherern und Halsabschneidern scheint in dem PariserObersten Rat" um­zugehen, der uns mit der einen HandFrie­den" anbietet uno mit der andern uns brand-

fefber das Unrecht, oder scheuet euch doch vor andern benachbarten Völkern, welche rings uns umwohncn, und bebt vor der Rache der Götter!" Der Scklutz der deutschen Elegie unserer Regierung lautet: .

2Ber bietet die Garantie dafür, daß mich nach' Friedensfchlnß, gerade so wie heute, unter di-elen Zwangsmaßnahmen nicht auch die Emstel- limg der Krieasgefangenentransporte zu berftelym fein nritb? Damit hätte die deutsche Regierung den testen wertvollen Teil des deurschm Volks- dermögenS verfÄleudert und durch ihre Zu­stimmung bei Krie>. szustand in den Frieden hinein­verlängert und dennoch das Los der Kriegsgefan­genen nicht gemildert. Die deutsche gfcgtming wird nach oll beit Erfahrungen in der KriegSaefan- genen trage, und nach zweimal nicht einge hu denen bindenden Versprechungen, das dritte Mal sich nicht am einen solch unsicheren Rechtsboden be­geben, umsoweniger, als gerade heute die Nach­richt auS Paris kommt, Clsmenceau bibe in einer Ansprachr erklärt, daß die deutschen Kriegsgefan­genen erst Herausgvgeden werden sollm, wenn 900 000 deutsche Arbeiter unter genau den gleichm Debingungen im Wicdevaufdaugebiet eingettosfm feien."

Was wird unsere Regierung tun und mit welchen Folgen rechnet sie? Was kann

Lloq) George ßber die Verzögerung der Ratifltation des siedens und über die allgemeine Wirtjchaiislage.

A m st e r b a m, 28. Nov (Wolff) Laut ..Tele- Saaf" erwiderte Lloyd George im englifdjen nterhaus aus die Frage, welche Folgen die Ver­zögerung der Ratifikation des Frirdensvertrages durch den amerikanischen Senat aus die Bolksab- ftimnunigen und die in dem Friedensvertrag vor­gesehenen Ausschüsse hab-m roerbe: der Oberste Rat habe beschlossen, der deutsche Delegation mitzu- teilen, daß alle Kommissionen, bie von ben alliier­ten und assoz.ierten Mächten -uammengcstellt wer- den müssen, unverzüglichernannt und ihre Arbeiten sofort beginnen werden. Auf die Frage, welche Folge der Beschluß b?r Bereinig! en Staaten von Amerika, ben Frieb-rnsvertrag nicht zu ratisizieren, auf den Dreibund zur V e r t e»d i g u n a Frankreichs haben werde, antwortete Lloyd George, die Ratifikation des Friebensvertrages durch die engliiche Regierung bange von der Rati- fikation durch die Bereinigten Staaten ab. Die Weigerung der amerikanischen Regierung, den Friedensvertrag zu ratifizieren, brauche jetzt nicht notwendigerweise Einfluß aus den Fii.-densvettrag als solchen zu hab.m, vorausgesetzt, daß das Par» lammt dm Dreibundsvertrag ratifiziere.

London, 28. Nov. (Wolfs ) Rmter. Unter­haus. In Enviderung einer Anfrage erklärte Lloyd George, die mglische Regierung sei sich der außer- ordmtlick schwierigm Wirtschaftslage in Mitteleuropa wohl bewußt. Sie wende im Verein mit dem Durften Rat in PaHs alte Mittel

gung". Sie sollen verpflichtet fein, über die ihnen vertraulich gemachten Angaben ©tüt» schweigen zu bewahren. Wie weit sich bei der Weiterberatung noch Stimmungeii entladen können, wie sie sich bei der Verstärkung des Einflusses der extremen Parteirichtungen aus der Linken uno Rechten bemerkbar gemacht hoben, wird sich schon in den nächsten Tagen

hciten eine offene Aussprache über diese Dinge ankündigt? Der englische Minister Churchill Hot dieser Tage davor gewarnt, das deutsche Volk zur Verzweiflung zu trei­ben. Im englischen Unterhaus wurden Ge­rüchte widerlegt, als sei im Schwarzwald ein deutsches Heer in der Bildung begriffen. Eine Dummheit, die aber tief blicken läßt. Der Völkerbund besteht noch nicht, Amerika will ihm nicht ohne weitgehende Vorbehalte bei- treten aber wäre es nicht schon an der Zeit, daß die deutsche Regierung ober Die National­versammlung ihre Klageschrift den Völkern vorlegt? Welches Mittel ist das durchschla­gendste, um Die Völker zmn Sprechen nnd zum Handeln zu bringen?

an, die möglich find, um die Lage zu erleichtern. Man sei zu bem Schluß gekomm n datz n u r e i n r umfassende Maßnahme für c i n e n i n- ternationalen großen Kredit der Lage hinreichend gerecht werden könne. Zum Erfolg solcher Vorschläge s i es un­erläßlich, daß die bereinigten (Staaten einen M ber Summe beistcuern, b r in Dollars übernommen wer dm muß. Jnfolgebesjm feien neue bruigenoe Vorstellungen in diesem Sinne b.n der Regierung der Vereinigtm Staaten erhoben worben.

Bayrischer Protest gegen die Note Clemenccans.

München, 28. Nov. (WTB.) Tie Parteien schied erbeben in einer Kundg» buna für bie öet* ausAibe unserer Kriegsgefangenen lauteiten P r o- t e st gegen die unerhörte Gefangenen- dcs bayerischen Lanbtages olme Unter- note des französischen Ministerpräsiden'.m Ele­rn encea u.

Französische Anmaßungen in der Ostsee.

Kopenhagen, 29. Npv. (WTB.) Nach Verkündigung ber Ostseesperre brachtm die englischen und französischen Arie^Slchisfe in der Ostsee eine Anzal)l deutscher Segelschiffe auf, die olme Kenntnis der Sperre au3g taufen maten. Tie Englänter ließen im adgemiinen bt$ Schiffe auf ihre altm Fahrtausweise hin ihre Reise sortsetzm. Tie Franzosen hielrm aber in allen Zällm die Kaperung aufrecht und ver­sah m die deutschm gekapertm Sck;iffc mit franzö­sischen Wachen. Einige deutsche Segler mit rran- i chm Wachtposten sind in ber Köge buch! vor Anker gelegt. Tie Franzosen wollten die .Kaperung auch bei Mdjen Schissen aufrecht erhalten, die bin bem schiverm Sturme im Oktober von i Ircr Veranlerung losgerissen unb in dänische Gemässer getrieben würben. Von dem deutschen Ma.ine- atach« wurde wiederholt, auch bei ber bänlieben Regierung, gegen dieses Borge'.en Protest ein­gelegt. Tiefe Mlle bilden den Gegenstand diplo­matischer Verhandlungen. Infolge des deutschen Protestes find von ber Entente alle von den Franzosen gekaperten Schiffe fixngelasien worvm. Tie Schiffe erhielten die Erlaubnis, sotzort nach ihrem deutschen Hasen abzugehen.

schätzt. Sie stehen da, wie Shylock, mit ihrem Schein, mit den famosen PrvtokollLn des Waffenstillstandes und des Friedensver- träges, die wir, soviel wir auch leisteten und uns redlich bemühten, nicht aufs I-Tüpfelchen erfüllen konnten, so daß DieSieger" nun glauben, das Messer wetzen zu Dürfen, um Stücke au5 unserem lebenden Körper heraus­zuschneiden. Es fehlt der Richter, der diese Schamlosigkeit zu Boden schleudert. Herr C l 6 m e n c e a u ift ein noch grausamerer Has­ser als der Jude von Venedig; er hat in der Araae unserer Gefangenen, um mit Shakespeare zu reden, den Tyrannen noch übertyrannt. Beim Lesen des Notenwechsels zwischen ihm und unserer dentsc^n Regierung ist es uns, als seien wir um Jahrhunderte, Jahrtausende zurückversetzt in die sagenhafte Zeit, wo unmenschliche Rache von dem Rat­schluß der Götter überwacht wurde. Selbst die Sage nennt so nacktes Barbarentum nicht, ohne es in den Bereich versöhnender Be­trachtung und gerechter Vergeltung zu setzen. Aber wir sehen des Frevels kein Enoe. Cl^menceau verweist uns auf das Leid der Bevölkerung Nordsranireichs, aber ift es nicht auch nur ein Spiel mit diesem Leid, wenn er ffid) bereit erklärt, binnen acht Tagen die .Gefangenen heimzusenden, sofern die deutsche Regierung jenen Schein unterschreibt, in dem neben der bekannten Foroerung auch die Be- stimmung anerkannt werden soll, daß die ißiitcntc das Recht hat, auch fernerhin alle militärischen und anoere Maßnahmen zu er­greifen, die sic für an geteilt erachtet? Ist das die Suche nach Trost lli^^iedergutmachiung? Nein, es ist grenzenlose Ransucht, ein Taumel von ungemessener Feindseligkeit, oie sich uns mit jenen Protokollen nahen! Das Wolff-Bureau verbreitete zu dem Schreiben Clemenceaus einen Kommentar, der in seinen elegischen Tönen fast einen homerischen Klang hat und an Telemachos' Rede erinnert:Ach, auf immer werden wir hilflos sein, unb nie­mals Tapferkeit üben! Ganz unerträglich be­gegnet man mir, ganz wider die Ordnung wird mir mein Haus zerrüttet! Erkennt Doch

Erster Blatt M. Jahrgang Samstag, 29. November M9

Gietzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

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