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bent hefigen Bahnhofe an. Der Transport hrarbe, tone dieHessische Landes Zeitung" meldet, unter toegd von französischen Soldaten be­schossen. Hierüber wurde von dem den Trans­port begleitenden Ententeossi',ier folgendes Pro tofoll ausgenommen: Am 26. September, vor­mittags 2>xh Uhr, als der Zug deutscher KricgS- vesanocner mit amerikanischer Bewachung die Sta timt Pompan bei Toul durchfuhr, ereignete sich folgender Vorfall: Die Gefangenen, welche im Zuge sahen, warfen den dort be'inblichen, bei Franzosen arbeitenden deutschen Krirgsge angenen Lebensmittel zu. Hieraus beschoß die französische Wachkompagnie den Ge'"angenen',ug. Drei Schüsse hörte man aus den Geleisen einschiagen. Der vierte Schuß traf den Unteroffizier Lories aus Lauclncn in Ostpreußen, der neben mir saß, tödlich. Unter­offizier Plack, Gesangenennummer 10 779.

Berlin. 27. Sept. Tie Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivllge'angene teilt mit, das; dir auf der Heimfahrt durch Belgien befindlichen deut­schen Kriegsgefangenen durch die Bevölkerung mit Stein und Glaswürfen angegriffen wer­den. Bisher sind 26 Heimkehrer verletzt in Köln angekommen. Wegen dteses unglaublich rohen und unmenschlichen Verhaltens gegen die deutschen Kriegsgefangenen, denen endlich nach langen Jahren die Freiheit zurückgegeben wird, wird schärfster Einspruch bei der belgiscl-en Regie­rung erhoben werden.

Aus dem Reiche.

Die Verhandlungen mit den Demokraten.

Berlin, 29. Sept. Zn den Verhandlun­gen über den Eintritt der Demokraten in di: Re­gierung hört das ,,Berl. Tageblatt", daß bisher frtodt keine volle Einigung erzielt wurde. Brson ders dürften noch weitere Besprechungen über das Delricbsrätegesetz nohvenbig sein. Heute nach­mittag wird der Fraktionsverstand der demokratischen Porter mit tat Führern der Sozialdemokraten und des Zen­trums zu einer entscheidenden Sitzung tzusammentteten.

Ministcrwechscl im Auswärtigen Amt?

Berlin, 27. Sept. Nach derVoss. Ztg." hat sich der Haushaltungsausschuß der National- verfammlnng mit der Frage des Minister­wechsels im Auswärtigen Amte besaßt. Sie wird wegen ihrer besonderen Wichtigkeit allen übrigen Eiitzelh.iten der bevorstehenden Umbil- (bintg des Reick>skabinetts voran gestellt werden. Es ist noch keineswegs sicher, daß Dr. David die Nacktfolge des Ministers Müller übernehmen wird. In parlamentarisckien Kreisen neigt man jetzt mehr zu der Auffassung b-tn, daß eine ge­wisse ressortmäßige Sachkenntnis für die Leitung des Auswärtigen Amtes unerläßlich ist, und daß diese Rücksicht wichtiger sein muß als alle parict- politisck>en Erwägungen. Ob man wieder zu der alten Ucbuitg zurückkchren wird, einen berufenen ^Diplomaten zu wählen oder ob sich in parla­mentarischen Kreisen ein geeignet erscheinender An­wärter finden wird, steht noch dahin.

Ausbau des Reichsnotopfers.

Berlin, 26. Sept. Der demokratische Abgeordnete und hessische Finanzminister Henrich hat dem Ausschuß der National­versammlung einen Vorschlag unterbreitet, da- Reichsnotopser als Reichsver- mügenssteuer auszubauen.

Ein Finan.urorschlag.

Berlin, 27. Sept. Tie Matter bringen Leitsätze, die der deutsckinationare Abgeordnete H u» gen berg der Nationaiversammlung zur ganzen «oder teilweisen Ersetzung der Reichsnot-opfer- vorlagc durch eine Zwangsanleihe (Steueran eihch unterbreitete. Hug.n er g empfiehlt, die Vermög rtsabgabe in Form der Ucbernahme einer Rcich-satckeil-e (Steuercutleihe) entrißen Lu Iahen, die zivar mit 5 Prozent verzinsliche ist, über unter Freistellung von allen trüberen Steu <m (Einkommen- und Vermögenssteuern des Rei­ches, der Lällder und der Gemeiittat) mit einer in tat erften zehn Jahren 5prozentigen, von dann cm 3prozentigen Steuer belegt wird, deren all­mähliche Tilgung aber für tat Fall der Besserung der wtrtschaftlichen Lage Deutschlands in Aus­sicht gestellt wird.

Eine .Lndendorff-SpendeV

Berlin, 27. Sept. DerVorwärts" erfährt von zuverlässiger ©rite: Ludendorff bcabsickftigt den Gcsamtcrlös aus seinem in der ganzen Welt erscheinentat Buche über tat Weltkrieg unter dem NamenL lldendo rs fspende" den im Kriege verstümmelten deutschen Soldaten frimifüljrcn. In erster Linie beabsichtige er, das hvckstvcrtige ausländische Geld zum Einkauf bil­liger L e b e n s m i t t e l für die Lazarette und Genesungsheime zu verwenden.

Eine Rcichcpres'eabteilung.

Berlin, 27. Sept. Im Haushalts- Ausschuß der Naticma Versammlung erklärte Reichskanzler Bauer, daß die Presscabtei- l n n g der Neicktskanzlci mit der des Auswärtigen Amtes vereinigt werde, daß der Direktor des Ganzen aber dem Reick-skanzler unterstellt wer­den soll, um die Einhcitlichkeit des G an - zen zu wahren rntb dem für die Gesamlvolitik vcrantwortlickten Reichskanzler den nötigen Einfluß zu iicrern. Die Vereinigung der beiden Presse- reieratc liege im Jnteresje einer eintatlicken Po­litik. Vor der Peiiorg<mt!ativn wurden die Bert re ier b.i- Presse g.1>ört. Ter Minister des AuÄvärti- qcn führte aus, die auf den Krieg sich beziehenden Dokumente sollen alle herangezogen werden und olyiie jene Tendenz veröfsentlicht werden. Mit dm Vcrösftntlichungen wrde wolst Mute Oktob:r be­gonnen werden können.

Aus der AlWestellteubewegung.

Berlin, 27. Sept. 5.Vt den Angestettten- gewerrfckwften wird uns geschriebm: Am 24. Sep­tember begannen in Weimar bte Reich starii- vertragsvcr Handlungen für bre kaufmciu- <li) if.cn und technischen Anigestellten der feinkera- Mifchen Industrie. Nach dreitägigen Verhmcklmt- gen erklärten die Arbeitgeber unter Ablehnung der Gc^tnnxorftflQiw der An 7cstelltenorgmisationen (auch eines Provisor in ms'' ttritnr BerhMMungen lüt »weck os. Tie Ange stell tetorgan i nti men muß­ten daher dem Vorschläge der Arbeitgeber, die Friedensgehälter vom 1. Juli 1914 als Grund­lage für die Gel'altsregcluug im Tarifvertrag ein- zuttihren, ihre Mufti ntnunt] vor ageu. Sie ire*t>:n ta suchen, das 9t* idv. aibeit : mini11-erium zur Per- nuttc(iing anzuruftm, um tat drohenden Ausbruch enlrs Streike- zu vermeiden, der mit Rüchickt auf leine Ausdehnung ernr schwere Schädigung für das deutsche Wirlsd-aftHetau bcbcuteii umß.

Deraudung einer RegirnentSkasse.

Berlin, 28. Sept. (WTB.) Drei Männerin Offiziersuniform ließen sich in der Wachstube des Eisenbahnregiments 9tr. 4 aufgrund eines angeblichen Befehls 9toskes die R e g i m e n t s k a s s e ausliefcrn. Von den vier Geldkasten sind heute früh drei erbrochen und leer, der vierte unversehrt in Britz bei Berlin aufgefunden worden. Die Täter sind verschwunden.

Der Lohniaris der Gasthaurangestellten.

Gießen, den 29. Sept. 1919.

Für das gesamte Hotel-, Gast-, Schank- und Casehausgewerbe in Gießen und Um­gegend ist am 22. September ein neuer Lohn­tarif abgeschlossen worden, aus dem wir nach­stehend die wichtigsten und für die Allgemein­heit interessanten Bestimmungen wiedergeben:

Tie täqlicke Arbeitszeit beträgt 8 Stunocn innerhalb einer Höchstausdehnungszeit von 10 Stunden, so daß die Pausen bis zu 2 Stunden bemessen sind. Jeder Angestellte hat wöchentlich Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von zwei Nächten mit dem dazrvischen liegenden Ruhe­tag. Ueberstundcnleistung ist möglichst zu vermei­den: Uv folztte nicht m umgehtn ist, wird pro Stunde ein Zuschlag nen 2,50 Mk. gewährt. Die Beriragspartrien befdriiefeen, daß mit dem In­krafttreten dieses Tarifs die Annahme von Trinkgeldern für das gesamte unter diesen Vertrag fastende Personal verboten ist. Für Zechpreller haften die Angestellten nur dann nicht, lvean ihnen grundsätzlich untersagt ist, so­fort zu kassieren. Alle Aiigeskrilten hasten in solchen Fällen, iverrn sie ein Bcrschukrm. trifft bzw. sie gegen die Instruktionen des Hauses (xinodn. Ab­gaben für Bruchgetder dürfen, foioeit nicht ein nachweisliches Verschulden des Arbeitnehmers vor­liegt, nicht erhaben ioertat; ebenso sind Abgaben, gleichviel welcher Art, unstatthaft. Angestellte, die länger als ein Jahr im.Betriebe beschäftigt sind, erhallen unter Weitervergütung des frftgefefctrn Lohns bzw. der Kostentschädigung alljäl-rlich Ur­laub, und zwar nach einem Dienstfahr 7 Tage, steigernd nach jedem iDciteren Dienstjahc um je zwri Tage bis zu 14 Tagen. Der für den Urlaub zufallcnde Äehaltsbetvag wird bei Beginn des Ur­laubes ausbezahlt.

Bis zur Einführung von Betriebsräten auf Grund des Gesetzes wird folgendes vereinbart: In allen Betrieben, die mehr als drei Augestellte beschäftigen, ist eine Var trauens Person, in solchen mit mehr als 20 Angestellten ein An- gestclltenausschuß, bestehend aus mindestens drei Personen, zu wühlen. Ter Bertranensperson bzw. dem Angestelltenausfchuß obliegt es, die Innehal­tung dec Bestimmungen deS.Tarifs und der Ar­beitsordnung zu beachten und etwaige Verstöße hiergegen tau Arbeitgeber bzw. der Geschäfts­leitung zu unterbreiten. Keinesfalls wird eine Benachteiligung aus der Tätigkeit als Mitglied des Angestelltenausschufses oder als Vertrauens- Person hergeleitet iDcrtat können.

Sämtliche Streitigkeiten, welche sich aus der Auslegung bzw. Durchführung dieses Tarifvertrages ergeben, sind durch eine durch Die Tarifparteien zu errichtende paritätische Schlich- tungsitommissioit von je zwei Arbeitgrircrn und Arbeitnehmern unter Vorsitz eines unparteiischen Obmanns zu schlichten. Für tat FaK, daß in der SchlichtungsMimnission eine Emigung nicht erzielt irnrb, ist innerhalb einer Woche der all­gemeine Schlichtungsausschuß der Stadt Gießen zur endgültigen Entscheidung anMrufen.

Die für den Dienst notwendige Garderobe haben die Angestellten selbst zu beschaffen. Sitar- ausschläge werden von tat Arbeitgebern gestellt. Die Kleidung der Kellner muß nach Vorschrift der Arbeitgeber, vorläufig aus Frack oder Jackett oder sauberer weißer Wäsckie (Jacken und Schürzen) bestehen. Es ist gemeinschaftlich eine Vereinfachung der Garderobe für Kellner anzustreben.

Freies Koatitionsredst wirb zugcsichert.

Dieser Vertrag tritt am 1. Oktober 1919 in Kraft und umfaßt vorläufig alle Betriebe, deren In­haber bzw. Beschäftigte an die vertrogsttL»eßenden Verbände amjefd,tonen sind. Die nachstehrtttar Spe­zialtarife sind in ihrem ganzen Umfange ein integrierender Teil dieses Vertrages. Der Vertrag kann nach vorausgegangener zweimonatiger Kün­digung jeweils zum Ablauf eines Kalendermonats außer Kraft gesetzt werden. Tie beiderseitig«: Kva-j ttahenten stellen gemeinsam an zuständiger Stelle den Antrag, diesen Vertrag für das gesamte Ge­biet der Stadt Gießen unb Umgegend als rechts­verbindlich zu ertkären.

Allgemeine Regeln.

Die Entlohnung aller Angestellten crwlgt aaf der Basis eines festen Lohnes zuzüglich lOProzent vom Gesamtumsatz. In allen Lokalen ist grundsätzlich Revierwechsel ein» zusühreu. Die als Bedienungsaufschlag vereinnahmten Beträge werden an die Kellner bleichmäßig oerteüt. Wo bisher männliches Per- )onal beschäftigt wurde, ist solches beizubehalten. Im beiderseitigen Einvernehmen können bei alten Angestellten sowie bei Neueinzustellenden, ins­besondere bei Berhriratct.m Sontavcreinbarun- geit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dahiu getroffen werden, daß letztere außerhalb des Be­triebes essen bzw. wohnen können. Lch diesem Falle hat der Arbeitgeber zn Lasten seines Uii* tosten kon tos eine Kostenentschädigung von 106 Mk. 3.50 Mk. pro Tag) und eine WolmungsentschSdi- ming von 25 Mk. pro Monat zu vergüten. Der öav für die Zuschläge auf Speisen und Getränke muß in allen gastwirtschastlichen Betrieben von Gießen und Umgegend stets einheitlich sein. Den Angestellten ist es verboten, in ihrer freien Zeit in anderen Betrieben irgendwelche Beschäftigung an» zunehmen.

Lehrlingswesen.

Die Lehrzeit mied Kellners gleich welchen Tpezialsaches des gastw. Berufes beträgt drei Jahre, lieber daS Lehrverhättnis sind mit tau Lehrling Kost unb WochmiMg zu ta«Shrcu. Wird iKrträge abzuschlichen. Der Arbeitgeber hat dem Lel/rlina Kost und Wohnung z ugcwähren. Wird freie Wobmmg infolge besvuderer Vereinbarung nicht gewährt, bzw. wohnt der Lehrling bei seinen Eltern, so wird eine WohmmgSentschädigung nicht bczalstt. Der Lehrling erhält im ersten Lehrjahr feine Barcntschädigun i, im zweiten Lehrj.iln 3() Mk., im dritten Lehrjahr 40 Mk. als Ent­schädigung für Kleider und Wäsche. Auf je fünf Gebitten darf nickst mehr als ein Lehrling be- fd^äitigt irvrtai

Lohn-Tarif.

Tic Löhne sind pro Monat festgesetzt und ver- I stehen sich alle mit Kost und Wohnung. Restaue

rantTeHner erhalten 75 Mk., Ea'ökellner 60 Mk., Oberkellner nach Uebereinkunft, jedoch nicht unter den obigen angeführten Sätzen. Die hier ange­setzten Löhne verstehen sich für alle Kellner zu­züglich 10 Prozent des Umsatzes, welche dem Gaste> berechnet werden.

Lohn-Tarif für Aushilfen,

Für Aushilfskellner gelten die bisherigen Sätze zuzüglich 10 Proz. vom Umsatz, u..: an Werk­tagen pro Stunde 2 Mk., cm Sonn- und Feier­tagen pro Stunde 3 Mk., bei Gesellen ebne Inkas o: an Werktagen 3 Mk., an Sonntagen und Feier­tagen 4 Mk. Tie cher angeführten AuÄstlfSlöhne verstehen ich bei einem garantierten Mindestlohn von 20 Mk. für werktags, 30 Mk. für Sonn- und Feiertag. Bei Hochzeiren beträgt der Aushilfs­lohn pro Stunde 5 Mk., bei einem garantierten Mindestlohn von 30 Mk. Für Bor- und 92ad>- putzen sind die Tarife voll zu bezahlen, b. o. yne oben angeführt und pro Stunde. Bei Ausfall des Geschäftes jl't die Hälfte des Garcmtielohnes zu bezahlen. Bei Aushilfen, welche mit Bahn­fahrt verbunden sind, tritt jii tat obengemmnten Sätzen ein Zuickstag vori 3 Mc. hinzu. Bei Bahn- falwten ist tas Fahrgeld 3. .Klasse zu eine tat. Tollt: infolge späten Geschchtsfckilu-'ses er.te Fahrgtlegen- heit nicket mehr möglich sein, so ist für ein Nacht­lager Sorge zu tragen, bzw. ivenn dies nicht mög- lick-, eine Eurßchädigung von 5 Mk. zu gewähren.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 29. Sept. 1919.

Betriebslage und Winterfahrplan.

Tie BetriebÄage der Eisenbahnen hat sich in der letzten Zeit wenig geändert. Es ist deshalb z.t ermatten, daß der Winterfahrplan am 5. Ok- tiber in seinem ganzen vorgesehenen Umfang zur Erniührung kommt. Bis dahin sind weitere E i n - ick^ränkungen n«l>t vvtgesehen. Wohl aber ist cs nicht ausgeschlossen, daß solche im Lause des Monats Oktober, etiva um die Mitte, rin- ticten. Wenn Einschränkungen notwendig sind, f) toll zuerst der Sc> n n t a g s v e r k e b r beschränkt nn'rdcn. Die Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens läßt weitere Beschränkmigen des iverktäg- licheu VerHehrs nicht zu. Werden doch jetzt et.-va nur 40 Prozent des FrietaiSsahrpianes gefahren. Taher kann an eine Beschränkung der sonntäg­lichen Ausflüge gedacht werden. Tie besonderen Bedürfnisse von Groß-Berlm sollen aber dabei be- rücki'ichtigt werden, so daß hier kaum weientluhe Verminderungen des Betriebes.eintreten werden. Tie Erfahrung hat gezeigt, baß eine Verminderung der Züge, die für Erfparnisse an Kohlen in Be­trackst kommt, zu ganz unhaltbaren Zuständen führt. Sollten noch weitere Einschränkungen not­wendig sein, so sind alle Vorbereitungen dafür getroffen. Es genügt eine kurze Anweisung an die Direktionen, uin die Aendermigen ohne Verzö­gerung durchzuführen. In Frage kommt in zweiter Linie eine Einschränkung des Schnellzugverkehcs. Für diesen Zweck sind im Winterfahrptan eine Reihe von diesen Zügen mit dem Vermerk gekenn­zeichnet, baß sie bc5 auf weiteres verkehren.

Die bas Dolfs'stle Bureau ergänzend erfährt, ist die Mättermcldung, daß Ende Oktober der Eisenbahnverkehr auf ein Minimum her­abgesetzt werden soll, nicht zutreffend. Togegen wird geplant, an den Sonntagen nur noch etwa notwendige Arbeiterzüse, die Milck:»züge, so­wie je einen Schnellzug auf jeder Strecke ver- kri-ren zu lassen. Eine weitere Einschränkwtg des Personenverkehrs HÄt das -Eisenbahnminisderium für unmögliche _ _

Frankfurt a. M., 27. Sept. (Wolff.) Tie Ersenbalstibirektion in Frankfurt a. M. teilt amt­lich mit, daß am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nächister W»che die Annahme von ge l; n liche m und be schl e u n i gt e m Eilstückgut bei den Eilgüterabfertigungen in Fianksuit a. M.-Hauptbahnhof, Frankfurt a. M.- Ost, -Süd und -West sowie bei der Gepäckabferti­gung Fiaiikftirt a. M.-Houptbahnl-vf auf ver­be r b l i ck. e Lebensmittel und Arznermittel beschiränkt wirb.

Gültige Lebensmittelmarken

für die Zeit von: 29. Sept, bis 5. Ok.o'oer 1919.

Brot: 2300 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl. Brot Kg. 52 Pf., Wrizenbwtmehl Sl» 58 Pf., Weißbrot Kg. 80 Pf. Weißbwtbäcker: A. Deibel, Ncuenwe«i, Verkaufsstellen vom Kon­sumverein. Ab 1. Oktober 1919: Hölters, Frank­furter Straße, Schilling, Bismarckstraße, Lauge, Neustadt.

Butter: Marke 40: 40 Gramm AuÄands- butter zu 85 Pf., 40 Gramm Margarine zu 20 Pf.

Fheisch: Wochcnabschnitt 40. Metzger für Fremde nnb Urlauber: Mendorf, Blrichstraße.

Nährmittel für Oktober noch nicht ein* getroffen.

Zucker für Oktober noch mchs. eingetnoffeu.

Nährmittel und Zucker für Zugezogeuc unb Kranke ab 1. Oktober 1919: Ja tob Häuser, Lndnstsstraße 36, August Noll, Bahiiho/straße, I. A. SckLckl-vs, Marktswaßc 4, L. Kairos Nchs, West-Anlage 5, A. Blum Witwe, Stestistraße 78.

KrankeuzUcker ab 1. Oktober 1919: L. Kslkboi Nchi., Aest-Mloge 5.

Nährmittel und Zucker für Urlauber: S. Stegctixin, Lanbgraf-Vhilip!>Pkatz 8.

Krankenmehl ab 1. Oktober 1919: Kvn- rab Beider II., Walltorstnaße 14.

Nährmittel 91r Kranke ab 1. Oktober 1919: Gcbr. Berbnr, Bahnlwfstrciße 27.

Seife: Mark: für Oktober 1919: Anteil 125 Gramm K-A-S»ri-enpukver zu 15 Pf.

** Volksbochschnle Gießen. Das 29mtcrknicftcr 1919 beginnt am Montag den 6. Oktober. Sonntag den 5. Oktober, nach­mittags 5 Mfr. findet c ne Eröfstluv-Sscier in ta Neuen Aula der Universität statt, bei welcher Pfarrer Dr. o ch - Lan-d, einer der Führer in ber Bol's-ockpckmltavegu»«. sprechen mird. Die Feier ist öf-mklich, so daß jedermann Gelegenheit geboten ist, ans trmjewm Munde MGeres Wer die Gnindsätz,' und Arbeiisveise der Volkshochschule zu erfahren. Da HrvOramm der Feier wird >wch in tat Ze stunden bekanntgcmacht werden. An­meldungen von Hörern werbe« Dienstag, Donnerstag und Freitag abends von 79 Uhr im Lesezimmer der Ober-Realschule ober von DienStag bis Freitag in ben Sprechstunden der Geschäftsstelle (Löberstrahe 26 H) entgegcngenom- men. Alles Nähere sagt das Verzeichnis der Vortrags eiben unb Arbeitsgemeinscha,ten. (Siehe Anzeige.)

** Ihre silberne Hochzeit feiern am 30. Sepgember der seit 15 Jahren bei der Firma Kari Stückrath besckästiate -tapezier und Detoro- tcur Ernst Motz nebst Ehefrau geb. Dietrich.

Tie AuSzahlungder Famillea» Unterstützungen findet für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober 1919 statt: Mittwoch ben 1. W tota 1919, in der Zeit von 812 Uhr vormittags! im Stadthaus, Zimmer Nr. 7.

*» Auflösung des 18. Armeekorps. Mit dem 1. Oktober wird die Formation deS 18. Armeekorps aufgelöst und die noch verbleiben­den Verbände treten unter den Befehl der Wehr-' stelle Kommando V in Stuttgart. Tamit Hal die GcsckiäLe des vor etwa 20 Jnchren ausgestellte» 18. Armeekorps, dem auch die hessische Division tut gehörte, ihr Ende erreicht.

* Das Musikalisch-literarische Unterhaltungskränzcken 1914 versam­melte gestern abenb einen Kreis Zuhörer, diesmal ohne wohltätigen Zweck. Tie Vortragsfolbe roar neckq'elvoll und bot doch einen reckst einheitlichen:^ Stil, der viel versprack. Tie Art aber, irie sie zur Darbietung kam, vermockee sich kaum über Zriänz- ck en höhe zu erheben. Tie Klaviervorträge vvnj Herrn Hahn blieben in herkömmlich weicher Run­dung und boten Beethoven urw Schumann in der glcick^en gefühlvollen Verhüllung wie E ho^ bin und Liszt. Ebenso versuchte Frau Men-- oclssohn-Bartholdy vergeblich Gebilde von Frieda Schanz und Gottfried Kel­ler in rezitativer Sck.ivchlheit zu vermitteln. Mit großem Auftvand sprachlicher Leistung verband sie doch nur schwach, die Geclr.rregiitiT zu zieheit. Frau Müller-Bangert allein verband mit hierorts schon öfters belobter Stimme Ansprachslosigkeit und Warme des Vortrages und ging nick.t über die Grenzen ihres Könnens hinaus. Allen brcicit jcbod.i versagte bas Publikum nickst seine Anertowi mmg und Dank für den Kränzchen abend. R. S.

** Die Deutsche Vol kspar tei veran­staltet Dienstag den 30. September, abenb# 8/4 Uhr, im Saale deS Hotel Schütz einen ösfent- lidxn Vortragsabend, an dem Revisor Mahr (Zen­tralstelle für das Gewerbe^, Darmstadt, überMit­telstand und Rcichsnotöpfer" sprechen wird.

T* Hindenburg-Geburtstagsfeier. Es fei darauf hingewicscn, daß zu Vieser am Donnerstagabend imEinhorn" statt findende» Feier alle national gesinnten Män­ner und Frauen sowie dienationaleJu- gend herzlichst willkommen sind.

** Eine öffentliche Angeftellten- verfammlung findet am Mittwoch, dem 1. Oktober 1919, abends 8 Uhr, imGcwerkschasts- Ijaufe" statt mit der Tagesordnung: Beschleunige ter Abschluß eines gemeinsamen Tarisveriiags bt» züglich aller kausmäTmischen und tedmiidjen An­gestellten. Näheres siehe Anzeigenteil. Die Vor­standsmitglieder unb Vertrauensmänner sämtlicher hier bestehenden Angrstellten-Organisationen find ausgefordert, sich am Dienstag, abends 8 Uhr, int' Postkeller zur Wahl der Vertreter zur Wirtschafte lieben Bereinigung der Angcst-ellten Gießens (Ar­beitsgemeinschaft der Angesttllteuverbände) zu txn>; sammeln.

* Experimenlalabend Pasqueel- Barys. Wie aus tau Anzeigenteil ersickstlich, crJbt. der Erverimcnlal-Psydwloge Pas.moel-Bartz einige Vorstellungen, die reckst intere:f(ntt zu nxrbcn ver­sprechen. Tie Leistungen des ELPerimentators wer- tat Überall von Presse und Publikum glänzen- beurteilt. Vorverkauf der Karten hat das Musik- lstrus Busch.

** Lichtspielhaus. Heute letzter Ta­bes FilmsDie Sünderin". Ab morgen bis ein' sckstießlich Freitag tritt Lotte Neumann in ,4?er- zensopfer", Drama in 4 Akten, aus. HOTrrtan wirdDie Spur seiner Sünden", Filmschauspicl in 5 Akten gegeben.

Landkreis Gießen.

* Großen-Linden, 28. Sept. Gestern abenb veranstaltete der Turnverein Grotai-Liiiden unter Leitung seines Ehren-Turmvaris Herrn Georg Klingelhöfer eine überaus stark be­suchte Theatervorstellung. Es gelangte zur AufführungHeitere Dorf bilder aus dem ober- hessischen Volksleben" in vier Bildern von Wilh. Vonalt. Tie mitwirkeuden Personen verstanden ausg-^eickmet ihre Rollen and;ufüllen, fj daß das Stück rektal Beifall erntete und vollen Erfolg für die künstlerischen Kräfte d.irslelltc. Da infolge der starken Uebersüllung der Turnhalle eine große Menge der Aufführung nicht beiwohnen konnte, wurde vielfach der Wunsch zu einer nochmaligen Aufführung geäußert.

Staufenberg, 28. Sept. Gestern kam. ber dritte Kriegsgefangene, Ludwig Karbcr, zur größten Freude seiner Eltern hier an. Er befand sich in englischer Gefangenschaft in Frankreich, skurzc Zeit Dorber traten der Dachdecker Kari Zecher L, der im Osten interniert war, und .ivafpar Fuchs aus amerikanifcher Gefangenschaft hier ein. Fuchs rühmt die gute Behcmdlungsweise. die ben Deutschen von den Amerikanern zuteil ivurde.

Kreis Büdingen.

Volkshochschule.

A Nidda, 25. Sept Hier.ist in den letz­ten Tagen nach dem Beispiele anderer Städtr Hesfms ein Verein olksho ch schu l e Nibda" gegrfttoet worden, der bereits 35 Mitglieder zählt. Borsidlünder ist der Rektor der hiesigen bötacn Bürgrickckmle Tt. Setter. Tem aus 9 Mit­gliedern bestehentat Vorstand gehören Hrrren und Tomen der verschiedenen Berufszweige an. Ter Verein beabsichtigt, für die Weiterbildung d r nrännlichen und werblichen Personen ü(vr 18 Jahr: durch Vorträge, Lehrkurse und Arbeits-zemeinsd^af- ten ju wirken, die die Lehrträftc ih-r hienge» Sckulen, Aerzte, Kaufleute s'uvie Kreis-obstbw- in'pcktor Metternich in Bübingen und ei« Scßncster für Säugttngsfür o c berritiviliigfl übernommen haben. Tie Eröffnung des ersiw Kursus, berat im kommenden Winter zwei statt- finden sollen, wird am 20. Oktober erfolgen.

A Kohden, 26. Sept. In der dergangcnen N«l,t wurden dem Gastwirt und Bäckermeisttt Louis Koch seine beiden ivertvollen Pferde, ein D«r Füchse, aus dem Stalle gestohlen. Gegen 3 Uhr hörte Frau Kvck, ein Geräusch « Ho« und geivahrte gerade noch, daß ihre Ps.rd« zum Hose hinausgcsührt werden. Obgleich iln Sohn und Nacblxrrslcute sofort die Verlolgunß der Diebe aufnaljmcn, gelana es diesen, mit tal Pferden zu entkommen. Zivischen hier und Nidt-o sck>einen sich die Diebe getramt und ein Pserd au einem Feldweg, das andere auf der Hauptstoß n eiter geführt zu haben. Man sand auf einem ndfl am Ätde des Feldwegs frische Pferdetritte und eine Halfter, die eines der gestohlenen Piave anoehabt Ijatte.

Kreis Schotten.

e. Eichelsdor f, 26. Sept. Tie EckLießun- der diesigen Orirnühte von Otto Schudt wurde vor­erst bis zu» Abscklluß weiterer Ermittelungen aus­gesetzt.