Dienstag, 29. Mi 19{9
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Gietzener Anzeiger (Seneral-An;etger für Gberhejjen)
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loderst v. Plcssen in vereinzelten Bemer- ab'.neichende Ansichten. Die schweren Herbst-
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lassen. Ter Umstcmd, daß sich das Sxcr in Sxrbftfd^oditen nach gut gesckLagen hab«, sei bei dem Wachs«! der Tinge Sein vollgültiger
Die Abdankung der Halfers.
Eine authentische Darstellung.
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). Hindenburg schloß sich schweren Herzens auf sorgfältiger Prüfung der Verhältnisse wißenden Urteil des Generals Groener pflicht- inäs> an. Generaloberst v. Plcssen vertrat da- ytt beit Standpunkt, daß c5 für den Kaiser und iitt Arm« ausgeschlossen sei, sich einer Hand
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„Tas Heer wird intrcr seinen Führern und k^rrmandierenden Generälen in Ruhe und Ord- dnxg in die Heimat zurückmarschie- reu, aber nicht unter dem Befehl @nrrr Maje-
s mehr .kür dessen fetzige Zuverlässigkeit, «iner Tcilimternehmung über Aachen fei diese -c außerdem nicht abgetan. Sie wäre nur das Osten und Westen,
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"selben äußerten General Graf Schulenburg und trraloberft " ' ' ""
ige zu folgernde Avdanrungstorvcrun: Worten auf das Nachdrücklichste zu- ' ~ Ter
hätten bewiesen, daßdiebreiteMasse r Truppen in der Hand ihrer Füh - r lei. Auf Befragen erklärte Graf Schulenburg, bi in ad)! bis zehn Tagen eine genügende rappenmacht verwendungsbereit würde. Ter Feldmarschall und General •ccncr brachten den Gefühlen beider Generäle cs Verständnis entgegen, konnten sich, aber ^Ratschlchten nicht an'chlicßen. Ter Bür- k k r i e g würde durch dieselben keineswegs ver- Tie Forderung schnellen und energischen ns stände im Widerspruch mit der zugleich nten Notwendigkeit, den Truppen zunächst Ruhe g'wälnen. Wälirend solcher Frist würde die lution in der Heimat und die Zersetzung im
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1>, ixn Kaiser zu diesem Schritt zu veranlassen.
Der Kaiser äußerte am 8. November vor- iriöcfii beim Vorträge die Absicht, an der Spitze 05 Heeres die Ordnung in der Heina'. wiederher zu stellen. General Groe- ttrerhielt Befehl, diese Operation vorzu- t-reiten.
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ffrrfam Heeresleitung beim Kaiser und General jroi Schulenburg, Chef des Generalftabs der rveSgruppe Deutscher Kronprinz; SiaalssekretSr T . v. Hintze , Vertreter des Reichskanzlers der Obersten Heeresleitung, kam zeitweise hin- wenn er dem Kaiser Meldungen $u machen
Am 8 November abends fand hierüber zwi- |öcn dem Geueralseldmarschall v. Hindenburg, dem --neraloberst iD. Plcssen und dem Generalleut- ir.iti l^voener eine Besprechung statt. Angesichts ■fer Verhältnisse bezeichnete Otenerol Grvener 1 Plan eines Vormarsches gegen die limat als aussichtslos. Feldmarschall
Die entscheidende Wendung trat erst durch das weitere Verhalten der Regie- rung ein. Wahrend noch die oben erwähnte Erklärung niedergeschrieben wurde, telephonierte nämlich der Unterstaatssclretär W a h n s ch a f s e aufs neue, die AbdankungSerklärung müsse binnen wenigen Minuten da sein, sonst sei alles verloren. Staatssekretär v. Hintze erwiderte, daß der Entschluß des Kaisers zu erwarten sei imb daß daraus gewartet werden müsse. Als dann der Staats- fckretär die inzwischen von dem Kaiser genehmigte und vollzogene Erklärung zu telephonieren begann, nmrde er vom Unterstaatssekretar Wahnscl>asfe unterbrochen, „das nütze nichts, es müsse völlige Abdankung ausgesprochen werden, und Herr v. Hintze möge zuhöreu, was ihm jetzt telephoniert werde". Nadchem der Staatsselre- löt v. Hintze hiergegen Einspruch erhoben und verlangt hatte, daß zuvor der Entschluß des Zbaisers angehört werden müsse, geschah dies, aber in un mittelbaren Anschluß daran imrcbe mitgcteilt, daß bereits die bekannte Erklärung durch Wolffs Bureau veröffentlicht worden wäre, die alsbald auch durch Funkspruch bei einzelnen Truppen bekannt geworden ist.
Staatssekretär v. H ru tze erhob auf der Stelle gegen dieses Verfahren entschiedenen Protest und sprach sein lebhaftes Erstaunen darüber aus, daß man die Abdankung des Kaisers ohne Ermätt/tiguns hierzu belamttgegebcn habe. Er betonte ausdrücklich, daß er lnsher nur gesagt habe, die Ent- sd)ließung des Kaisers stelle bevor, es dagegen abgelehnt habe, über deren Jnl>alt vor ihrer eirdgültigen Festlegung irgendwelche Mitteilung zu machen. Ihm wurde von Unterstaatssekretär Wahnschaffe erwidert, nach den Vorgängen in Bcr- lin wäre eine andere Entschließung des Kaisers als die durrl, Wolfs beürnntgegebene nicht zu erwarten gewesen. Später äußerte sich «>>el)ermrat Simons in gleichem Sinne und fügte hinzu, daß mit der vom Staatssekretär v. Hintze mit geteilten Entschließung des Kaisers „nichts mehr anzufangen [ei". Herr v. Hintze stellte nochmals fest, daß aus seinen Mitteilungen keinerlei Schlüsse auf den Charakter der EntsdKicßung des Kaisers hätten gezogen werden können 'inrb wiederholte sein Verlangen, den Reichskai^cr persönlich zu sprechen. Ter Prinz kam nunmehr und erklärte auf Hintzes Frage, daß die Wolff-Depesche tatsächlich aufgegeben worden wäre und daß er für sie einträte, Prinz Max von Baden hatte die Abdankung Seiner Maiestät des Kaisers und Königs und diejenige des Kronprinzen veröffentlichen lassen, ohne vorher die Allerhöchste Ermächtigung hierzu abzuwarten. Von einem Verzicht des Kronprinzen war außerdem bisher noch nicht die Rede gewesen. Ter Kronprinz war weder orientiert, noch gefragt, noch gehört wvrden.
Tem Kaiser wurde die Tatsache der vom Reid-skanzler erlassenen Bekftmttmachung über die Abdankung durch den Generaloberst v. Plessen und den Staatssekretär v. Hintze um 2,10 Uhr gemeldet. Er erklärte: ,-Jch bin und bleibe König von Preußen und als solcher bei Meinen Truppen" und beauftragte den Staatssekretär, den Ge- neralfeldmarschall und General Grvener, welche kurz vorher die Kaiservilla verlassen hatten, von der neuen Wendung in Kenntnis zu setzen. Geyen 3,30 Uhr nachmittags fand in der Wvhrung des Gencrälscldmorsdzills eine Besprechung statt, an welcher die Generäle Grvener. Graf Sd^lenburg und Frhr. Marschall, Staatssekretär p. Hintze und Legotronsnat v. Grümru teilnahmen. Es wurde von zuständiger Seite verneint, daß militärische Mittel zur Verfügung ständen, um die in Berlin ausgesprochene Abdankung rückgängig zu machen.
Etwa um 4 Uhr begaben sich die Teilnehmer der Besprechung mit Ausnahme des Grafen Schulenburg, der in fein Standquartier zurückkehrte, wieder zum Kaiser. Generaloberst v. Ples- sen und Admiral Scheer waren anwesend. Ter Kaiser äußerte sich erneut gegen den Gewaltakt des Reichskanzlers und blieb dabei, daß er sich nur bereit erklärt habe, auf die Kaiserkrone zu verzichten. Ter General- feldmarschall berichtete hierauf über das Ergebnis der stattgehablen Besprechung und trug vor, daß militärische Kräfte mit Niederwerfung der Revolution nicht zur Berfügrmg ständen. Sodann berichtete er über den vom Staatssekretär gemachten Vorschlag eines nicht zu veröffentlichende Protestes. Seine Majestät war hiermit einverstanden. Der Kaiser äußerte, daß nunmehr dw Generalfeldmarschall . den Oberbefehl übernehmen und das Heer in die .Heimat zurücksühven müsse. Es wurde endlich die Frage des Aufenthaltsortes des Kaisers erörtert. Zu einem bestimmten Entschluß kam es jedoch noch nicht. Ter Kaiser entschied nut; daß er sich für die Nacht in den auf dem Bahnhof in Spa stehenden Hofzug begeben wolle, in welchem ein Teil seiner Umgebung bereits wohnte. Staatssekretär v. Hintze wies auf die Notwendigkeit Yin, für den Fall, daß die Reise nach Holland beschlossen werden würde, sdwn jetzt die vorbereitenden Maßnahmen zu treffen. Er wurde vom Kaiser beauftragt, die erforderlichen Schritte zu tun und trat demgemäß mit den deutschen Vertretern in Belgien und Holland in Verbindung.
seinem Posten bleiben ioerde. — -. — November Ivar der General ©weiter in Berlin rttwnb und gewann hierbei den Eindruck, daß t Abdankung des Maisers und s ronprinzen angesichts der Ent ck- ^ginderHeimatkaumlängerwe^de ilj ae halte n werden formen, lehnte es jedoch «r Offizier mebriarfjen Anforderungen gegenüber
beste stnedenöwm chiiesacken mit Eint Ichnürung, für @nr mäbmntolnen u >t fatnber, euivsiebll »i 12.- das kg, bruiti netto, ab Lager tz Gerau
Zu dresen Feststellungen erläßt der Nationalverband deutscher Offiziere einen Aufnuf, in dem es ü. a. heißt:
Generalleutnant Scheüch hat die sofortige Vereidigung des Heeres auf den Thronerben unterlassen, nachdem der Thronverzicht des Kaisers bekannt geworden war. Wenn General Scheuch an die Erklärung des Prinzen Mm: von Baden über die Abdankung glaubte, bann 4nutzte er unverzüglich die Eidesleistung auf den Thronerben veranlassen. Die Unterlassung hat Offiziere und Mannschaften in die allerschwersten Gewissens- und PflichtkoMikte gestürzt.
Generalleutnant Scheüch hat selbst in der „Täglichen Rundschau" zugegeben, daß er es war, der den deutschen Kronprinzen zur Reise nach Holland veranlaßte, indem er bei der Volks- regierung dessen Entlassurrg durchsetzte. Denr Kronprinzen, der an der Spitze seines Heeres bleiben wollte, wurde dann nacherzählt, er sei fahnenflüchtig geworden. Nichts bat den gutgesinnten, aber schlecht unterrichteten Teil der Bevölkerung mehr erregt, und dem monarchischen Gefühl einen schweren Stoß gegeben, als diese scheinbare Feigheit des Erbes der drirtschen Kaiserkrorre. Generalleutnant Scheüch hatesunterlas sen,de n Kronprinzen von diesem Verdacht zu reinigen.
Zu Beginn des BvriMges bat der Geer a l fe l dma r s ch a l l de n Kaiser um seine n t l a s s u n g, ’roril ihm der Gedanke namenlos r fiel, seinem Kriegsherrn von einem Ent- ufc abraten zu müssen, den er dem Herzen nach 11 big begrüßte, dessen Ausführung er aber nach slicher Uebcrlegung als unmöglich bezeichnen :fotc. Der Kaiser behielt sich tue Errtscheidung General Groener erörterte bann die oben gestörte Sachlage und erflärte den Gedanken einer Intcrncbmung des Fcldherrn gegen le Heimat aus den gleichfalls bereits dar- legten Gründen für unausführbar. Ter meralfeldmarsd>all ftimmte dieser Anschauung
Sp. Kl. 1895), 1,60 Meter: 2 W. Reul (Sp. V. Kurhessen, Kassel): 3. W. Cramer (V. f. R. 1900 Gießen), 1,50 Meter. 1500-Meter-Laus Sen.: 1. W. Fritze (Sp. Kl. Ffm. 1880), 4,34 Min.; 2. G. Vogel (F. F. B. Ffm.); 3. R. Kern (Darmst. Sp. Kl. 05). 100-Meter-Lauf f Sen : 1. A. Weidner (F. F. V. Ffm), 10*/5 Sek 2. Meißner Oßeri. Turn- u. Sp. V. 1850); 3 Hoffmann (Berl. T.- u. Sp. V. 1850). Kugel- fto 67 Va K gr.: 1. E. Junghenn (Sp. V. Kürassen, Kassel), 11,30 Meter: 2. W. Jochwns (V f Bew. Sp. Ruhrott): 3. H. Oesterling^V. s B Friedberg). 7 5 - M e t e r - Ta m e n l au f: 1. Cl. Ftcdig lTurnlehrerinnen-V. 1911 (Franks, a. M IVs^Sek.: 2. H. Kaiser (Darmst. Sp. Kl. 1905 3. L. Cron (Turnv. 1860 Ffm.). Stabhod)- fmng: 1. W. Hehl (Fußb. V. Eschershei- 2,90 Meter: 2. F. Möller (Turnersdxrft Hedl heim): 3. H. Hauser lV. f. R. 1900 Gie' 4 0 0-Meter-Staffellauf: 1. Fro ;
Fnßb. Verein, 451/.s Sek.: 2. Berlüier Sportv. 1850; 3. Sportklub 1880 Fra . ' a 800-Meter-Lau f f. Sen.: 1 A. 9--
(Sp. Kl. 1880 Frks a M.), 2,117s Min 2. H. Rcuß (Frankfitrier F. V.): 3. H. Hstdedrand (Sp.
Die Kommunaltöablen.
4r Bergheim, 27. Fwli. Kaum gewahtt. starb nach schwerer Operation der Bürgermeister Johannes Hensel X.
LJ Lang-Göns, 28. Juli. Gestern fand hier die Beigeordneten wähl süatt. Es nxrren drei Kairdidaten aufgestellt Wilhelm Uxid. Rompf, Heinrich Henrich II. und Jltonrab Wilhelm Als Sieger ging hervor der Sanbnnrt Wilhelm Karl Rompf. Nach Beümntwerden des Wahlresultates wurde ihin nach alter Sitte eine Tamw gesetzt und durch Den Gesangverein ein StändchLn gebracht. — Turch die Wahl des Gemrindevatsmit- gliedcs Ludwig Velten zum Bürgermeister ist an irine Stelle der Landwirt Karl Schmidt von der bürgerlichen Wahlliste getreten.
# Michelau, 27. Juli. Ter bisherige B e ir geordn e tc Heinrich Kirchner III. wurde mit >6 Stimmen wiedergewählt. —Düdelsheim. Zum Beigeordneten wurde Wilhelm T r a u - Müller mit 340 Stimmen geurählt, der Gegner erhielt 269 Stimmen. Tie Wahl verlief sehr lebhaft. — In Calbach wurde Wcißbindermeisk» K. Reichert mit 73 Stimmen genxiW.
§ Ober-Seemen, 28. Juli. Die Wahlbeteiligung bei der Beigeordnetenwahl war, da nur die bürgerliche Partei einen Kandidaten aufgestellt hatte, gering. Gastwirt Kneipp wurde mit 265 Stimmen gewählt.
T. Queckbvrn, 28. Juli. Bei der Beigeordneten Wahl erhielten Ludwig Aff III. 137 Stimmen, Frau Lehrer Marie Knöpper 22, Elisabethe Görnert 6, Eliiabcthe Bück 4 und Karo» line Mriot 3 Stimmen, die übrigen 14 Stimmen waren zerftckittett. Aff ist sonnt gewählt.
e. Kreis Schotten, 28. Juli. Zu Beigeordneten wurden gewählt inBurkhards Landwirt Heinrich Horr II., in Feldkrücken Heinrich Keil VH. (Wieder), in Ober-Sei- berten rod Louis Nees II. (wieder), in Rain- rod Landwirt Jaüob Kröll VI. mit 148 Stimmen (Gegenkandidat August Konrad erhielt 137 Stimmen), in Glashütten Karl Maurer EL mit 112 Stimmen (Qfegcnfanbibat Maser Otto Tinges bekam 92 Stimmen), in Einartshau- sen Ludwig Jochim (einstimmig wieder), in S t 0 r n f e l s Gemrinderatsmitgliied Friedrich Lauster II. (einstimmig).
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to|) -chr. »an iger. la drist- 11671 iger. terer zu tauf. Lunt. Anz. ¥
stöt, denn es steht nicht mehr hinter Eurer Majestät."
Graf Schulenburg glaubte un Namen alter Generale der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz, das ('«egcnteil versichern zu können Erft gegen Ende dieses Vortrages traf die erste Aufforderung zur Abdankung ans der Reichskanzlei in Berlin ein. Tie Aus- ftnbenmgeit wiederholten sich alsdann mit immer größerer Tringlick^eft, so daß der müitärische Vvr- trag abgebtod^n werden mußte. Ter Kaiser begab sich mit den Anwesenden rn Pen Park. Tort wurden die Weiteren Beratungen in Farm vvn einzelnen Besprechungen Seiner Majestät mit wechselnden Gruppen der Awvcsenden und zwischen solchen Gruppen unterernanber fortgesetzt.
Im (vardm erfdxcn auch der Kronprinz, welcher den Kaiser bat, die Armee nicht zu verlassen, sondern zu feiner Heeresgruppe zu kommen, mit der er den Marsch in die Heimat in Sicherheit ausführen könne Ferner erschien im Park gegen 1 Uhr Oberst Heye von der Obersten Heereslertung, um dem Kaiser Meldung von dem Ergebnis einer Besprechung mit 39 Generälen und Regimentskommanoeuren der Heeresgruppen Kronprinz Ruppreclft, DeutsdZer Kronprim und Gollwitz zu erstatten. Diese höheren Offiziere waren von der Obersten Heeresleitung nach Spa berufen worden, um über die Stimmung im Heere zu berichten. Der Feldmorschäll hatte nur einen Teil der damals mcht vollzähllg versammelten Herren des Morgens unmittelbar vor dem Bor- trage beim Kaiser flüchtig begrüßen können und mutzte die wetteren Verhandlungen dem Oberst Heye überlassen. Dieser hatte den Ofstzieren folgende Fragen vorgelegt:
1. Wie steht die Truppe zum Kaiser? Wird es möglich sein, daß der Kaiser an der Spitze der Truppen die Heimat im Kampf wicdererobett?
2. Wie steht die Truppe zum Bolschewismus? Wird sie den Kampf mit der Waffe gegen die Bolschewisten in der eigenen Heimat aufnehmen?
Die Frage 1 baanttiwrtete ein Offizier mit ja, 15 ließen die Antwort mehr oder weniger zweifelhaft, 23 vernetttten die Frage. Im Gegensatz zu den Armahmeir des Generals Grafen Schu- lenbura hatten hierbei von der Heeresgruppe Deutscher Krimprinz 4 Offiziere die Beantwortung zweifelhaft gelassen, 12 sie verneint und keiner fte bejaht. Zur Frage 2 verneinten die Offiziere die Möglichkett, ihre Truppen gegen den Bolschewismus einzusetzen, 12 hiriten erst eine längere Zeit der Ruhe für nötig, um durch entsprechende Aufklärung und Hebung die Truppe für solchen Kampf in die Hand zu bekommen, und 19 ließen es zweifelhaft, ob ihre Truppen ganz oder wenigstens tettwrise gegen den Bolschewismus kämpfen würden. Oberst Heye meldete dem Kaiser demgemäß: „Die Truppe ist Eurer Majestät nod) treu ergeben, aber sie ist müde und gleichgülttg, will nur Ruhe und Frieden haben. Gegen die Heimat marschiert sie jetzt nicht, auch «nicht mtt Eurer Majestät an der Spitze. Sie marfdnert auch nickt gegen den Bolschewismus: sie will einzig und allein den Waffenstillstand haben jede Stunde früher ist daher wichtig." Der Kaiser fragte mm, ob die Armeen auch ohne ihn geordnet nach Hause marschieren würden. General Graf Schulenburg verneinte, General Grvener bejahte: Oberst Heye antwortete mtt den Worten: „Das Heer marftbiert unter feinen Generälen allein geordnet nach Haus: es ist in dieser Beziehung noch fest in der Harrd 'feiner Führer. Und wenn Eure Majestät mtt rlM marschieren, so ist das der Truppe recht und ihr eine Freude. Nur kämpfen will das Heer nicht mehr, weder nach außen noch nach innen."
Währenddem liefen fortgesetzt Ferngespräche aus Berlin ein. in denen auf Abdankung gedrängt wurde. Sie wurden vom Chef der Reichskanzlei, Unterstmttssekretär W a h n s ch a f f e, und dem Geheimrat Simons in Berlin aufgegeben, vom Staatssekretär v. Hintze und Legations- rat v. G r ü n a u in der Kaiservilla ausgenommen imb, soweit erforderlich, nach vorherigem Vor- trag bei dem Kaiser, beantwortet.
Zur Begründung der Aufforderung zu sofortt- ger Abdankung wurde Vvn der Reichskanzlei geltend gemacht, daß in Berlin heftige Straßenkämpfe stattfänden. „Berlin flösse in Blutt", die Truppen seien übergegangen, nur so könne man den Bruderkrieg vermeiden. Nach anfänglich vergeblichen Versuchen, über den Umfang und die Bedeutung der gemeldeten Straßenkämpfe unmittelbar Auskunft von den militärischen Behörden oder dem Kriegsminifter zu erlangen, be* Hotigte der Chef des Generalstabes beim Gouvernement Berlin, Major v. Berge und Herrendorf, zwar, daß die Truppen in der Mehrzahl über- gegangen seien: er stellte aber die Straßenkampfe als wesentlich geringfügiger dar. Davon, daß die Straßen ht Blut flössen, sei keine Rede: es seien 20 bis 30 Verwundete gemeldet. Staatssekretär v. ÄMtze unterließ nicht, den Unterstaatssekretär Wahnschaffe auf den Widersprach zwischen den Auskünften der Reichskanzlei und der militärischen Stellen aufmerksam zu machen.
Als Grand für die sofortige Abdankung, die jetzt auch von den bürgerlichen Regierungsmitgliedern für unvermeidlich gehalten wurde, wurde weiter angegeben, daß dieser Schritt die einzige Möglichkeit sei, die Dynastie zu retten. Der Entschluß müsse sofort gefaßt werden, es handle sich nicht um Stunden, sondern um Minuten. Staatssekretär v. Hintze erhob Einspruch gegen diese Art des Drängens auf Abdankung und gegen die Form, in der es erfolgte und sprach wiederholt die Forderung aus, den Prinzen Mar von Baden persönlich zu sprechen. Die Erfüllung dieses Wunsch's wurde in Aus icht ge teilt, erfolgte aber erst, nachdem die Wolff-Depesche über die Abdankung, über die unten berichtet wird, bereits herausgegrben nxrr.
Auf Befehl des Kaisers setzte der Staatssekretär eine Erklärung des Kaisers an den Reichskanzler des Inhalts auf, daß Seine Majestät, um Blutvergießen zu vermeiden, bereit sei, als Deutscher Kaiser abzudanken, aber nicht als König von Preußen:
Seine Majestät wolle auch aus dem Grande König von Preußen bleiben, um zu vermeiden, daß durch den bei seiner Abdankung erfolgenden gleichzeitigen Abgang der Mehrzahl der Offiziere die Armee führerlos werde und sich'auflöse. Seine Majestät wolle keinen Bürgerkrieg. Seine Majestät würde für den Fall der Abdankung als Deutscher Kaiser dem Feldmarschall v. Hinderiburg befehlen, den Oberbefehl über das deutsche Heer zu übernehmen und selbst bei den preußischrir Truppen bleiben.
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Sport.
Olympische Kampfspicle in Bad-Nauheim.
4- Bad-Nauheim, 27. Juli. Die Ergeb» nisse des ersten und zwetten Karnpftagrs sind:
1. 1600-Meter-Stafsel: 1. Sieger: Eisenbahn-Regt. 2; 2. Sieger: 5. Komp. Reichsw.«, F.-R. 22; 3. Sieger: Fußart.-Rgt. 3. 2. Hochsprung: 1. 2t. Frommer, Ari.-Tep. Darmstadt: 2. 2t. Luley, J.-R. 116; 3. Gejr. Fischer, 5. Komp. Rw.-Sch.-Rgt. 35. 3. 15 0 0 - M e t e r- 2au f: 1. Unter off. Mack, M.-G.-K. Sch-R. 22; 2. Füs. Paulus, Uffz.-Schule Wetzlar; 3. Uffe. Scholl, 4. Komp. J.-R. 36. 4. 400-Meter- Staffel: L 1. Bat. Rw.-J.-R. 22; 2. Unteroff- Schule Wetzlar; 3. 2. Bock J.-R. 35. 5. Kugelstoßen: 1. O.-St. Sen ff, 4. Komp. Sch^-Rgt. 35; 2. Geft. Richter, Gen.-Kiw. 18; 3. D.^L Christr, Stab Art.-Rgt. 18. 6. Stabho Hsprung: 1. Geft. Fischen. 6. Komp. Rw.-Sch.-Rgt. 3o; 2 .Geft. Richter, Gen.-Kdo. 18. A.-K. 7. 100. Meter-Laus: 1. Füs. Kreer, Unteroff.-Schuk Wetzlar: 2. Fähnrich Rettckold, 2. Komp. Rw.-' Sch.-Rgt. 22; 3. Fähnrich Münch, 7. Komp. Rw.-J.-R. 22. 8. Diskuswerfen:!. Fähnrich Münch, 7. Komp. Rw.-J.-R. 22-2. Oberlt. Hof- mamt, J.-R. 117; 3. O.-St. Senff, 4 .Komp. Sch.-Rgt. 35. 9. 400-Meter-Lauf: 1. Füs. Kreer, Unteroff.-Schule Wetzlar; 2. O.^vt. Köh- ring, Fußart.-Rgt. 3, 3. Vizefeldw. Thoms, Grn.- Kp. Füs.-Rgt. 80. 10. Speerwerfen: 1. Vizs- wachtmstr. Geisenhof, Kav.-Rgt. 18; 2. O.^t. Senff, 4. Komp. Rw.-Sch-Rgt. 35; 3. Lt. Medler. Nachr.-Komp. Sch.-Rgt. 22. 11. 3 0 0 0 - M e t e r- 2auf: 1. Wehrm. Hohmann, 7 .Komp. J.-R. 22; 2. Drag. Dreher, Rw.-Sch-ESk. 23; 3. Sergt. Gutbwt 8. Komp. Rw.-Sch.-Rgt. 35. 12. 1000- Meter-Staffel: 1. 1. Bat. Rw.-J.-R. 22; 2. 5. Komp. Nw.-J.-N. 22; 3. Eisenbahn'Ngt. 2. 13. 60-Meter-Hindcrnislaufen mit leichtem Masch. - Gew.: 1. Frw. Ohl, Rw.- Sch.-Esk. 235 ; 2. Unteroff. Hemmig, L Komp. Sch.-Rgt. 22; 3. Drag. Krappert, Rw.-Kav. 18. 14. Weitsprung: 1. Füs. Kreer, Unteroff.- Schule Wetzlar; 2. Uffe. Mayer, Unleross.-Schuke Wetzlar; 3. O.-St. Christe, Art.-Rgt. 18. 15. Hürdenlauf, 110 Meter: 1. Füs. Kreer, Unteroff.-Schule Wetzlar; 2. Drag. Schmidt, Rw.- Kav. 18; 3. Lt. Luley, J.-Regt. 116. 16. 5 0 0- Meter-Chargenstaffellauf: 1. 2. Bat. Rw.-J.-R 35; 2. Eisenbahn-Rgt. 2; 3. 3. Dctt Rw.-J.-R. 36. 17. Handgranatenweit, wurf: 1. Geft. Herzog, 4. Ko. Rw.-J.-R. 36; 2. O.-St. Senfs, 4. Komp. Rw.-Sch.-Rgt. 35; 3. Schütze Diehl, 1. M.-G.-K. Rw.-Sch.-Rgt. 22, 18. Tauziehen: 1. Fußart.-Rgt. 3.
Ergebnis der Zivilkämpfe: Dreikampf: 1. Sieger F. Reis (F. F. V. Frankfurt a. M.), 14 Punkte; 2. Sieger L. Jubitz (Olympia Darmstadt); 3. Sieger M. Noll (V. s. R Gießen) 6 Punkte. 50-Meter-Lauf für Än- sänaer: 1. Th. Paul (Sportklub Fft. 1880), 62/s öetI 2. F. Kreuzer (V. f. v. B. Ruhrort); 3. W. Leonhardt (F. V. 03 Neu-Isenburg). Hochsprung m. Anl.: 1. O. Röhr (Dortmunder
flutet gebercp n kurzen Worten auf das Nachdrücklichste zu- rung, für Herren,' Id. Ein gleidies tat General Groener. Ter und Kinder, liefert c Mer wies das Ansinnen, abzudanken, en t- -oerukichein fofort hie de n zurück und beauftragte den Minister,
Richard Sfir W Rriil>skanzler zu melden, daß er pflichtgemäß Wen.V , stimm Posten bleiben ioerde. Am 5. und
ntriel größerer Kämpfe gegen Osten u deren Turchführang die Kräfte fehlt«
Ter Kaiser neigte sich anfünglrch der Plesssr- fulcnbirrafden Auffassung zu, entsichfied aber ließlich dahin, d-aß der Gedarrte, die Heimat ch eine Operation des Feldheeres wiri>erzu- 6erm, aufeugeben sei. Ter Kaiser wollte dem ieutanbe den Bürgerkrieg und dem Heere Ü allen von ihm w heldenmütig ertragenen; il4®011 und Verlusten neue Kam p fe er spa- Tagegen sprach der Kaiser die Wsickt aus, gesdilossenem WaffenstillUand in fricdlvchir z,^r,u an der Spitze des Heeres in die Heimat virKzutehren. Auch diesen Gedanken hielt der ft-cnal Groener nicht für ausführbar, treil sich < lanze Revolution unmittelbar Itqanbie Person des Kaisers gewandt me.. Er erklärte daher:
Tie „Teutsche Tagesztg." ist in der Lage, jfrrbic Vorgänge des 9. November im Großen Hauptquartier z u Spa eine , hcnlischc Tarstellung der Oeffentlidcknt zu über» Vten, für deren Richtigkeit Generalfeldmarfchall Hindenburg, Generaloberst v. Plessen, •mat9fefrciär a. D. v. Hintze, General F-rhr. Marschall und Geireral Graf Schulen- il r g, soweit sie an den einzelnen Ereignissen vteiligt sind, die volle Bürgsd>aft übernehm »n. -*,1 Vieser Darstellung heißt es im weftntlichen: Ter preußische Minister des Innern Drm^ -M am 1. November 1918 nach Spa, um Sr. Ujefiät im Auftrage des Reichskanzlers Prünz ojer Vvn Baden über die innere Lage und die in er Presse weitverbreitete Forderung der A b d a n - -rag des Kaisers Vorirag zu halten. Tem ^trage wohnten der Generalseldmarsd>all von i9inh„«»der •lirfenburg, der Generaladiutmtt Generaloberst lobnim?nu ®enen' i «essen imd Generalleutnant Grven-r bei. Ten lS*ibiU0Pbfn totrag, die Forderung der Abdankung an den zu stellen, hat der Minister Drews, wie ’ t lagte, nidtt gehabt, er sollte nur orientieren, „'uf Befehl des Kaisers, sich zu äußern, wies yt Feldmarschall die ferner Meinung nach aus rm Vorträge zu folgernde Abdankungsftrderung
Jetzt wieder zu bi Central-Droge Schulstrafe
Einko
Am 9. November, vormittags 10 Uhr, fxnib 'm Kaiser der militärische Vortrag über die je durch den General feldmarschall und (Seiner d r»e n c r statt. Teckei waren anwesend: G> Apparate droladjutant Generaloberst v. Plessen, Genevrl- grient Generalmajor Frhr. Marschall, Chef des rilLiärfabincttS Major Niemann, Vertreter der
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