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Erstes Blatt

Dienstag. 29. April 1919

169. Jahrgang

Zunahme »en Anzeige« f. die Laqesnummer bi« jumliartunittaa vorher ot)iiejcbe4>evbiiiblid)teit detkiiprcilt:

für örtliche Anzeigen 25 Ui.Jür au-siDurttge 30 für Reklamen Mt.1.-nebst 20° 0Iene- runas->>s ! (ag;Platzvor- Idirüt 20 % Au'scülag. Sauvtschri iieiter: Aug. Goeiz. Äerantwortiich tür Politik: Aug. Goetz, für den übriqenletl: Dr. Reinhold Zeuz; für den Auzeigeiuest: ö. Beck; fäintlid) in Sieben

Aus Stadt nnd Land.

Gießen, 29.April 1919.

Einstellung de» Personen ngverkehrs im Direktionsbezirk Mainz?

* Frankfurt O.M., 28. April. Infolge Kohlenmangels steht nun auch der Direktionsbezirk Mainz vor der Frage vollständiger Ern­ste! lung des Personenzugrercehrs, wenn n«ht ungesäumte Zufuhren erfolgen. Von der Ern- stellung würden alle Lianen des DirektionsbezrrkI zwischen Main und Neckar betroffen wer­den, in der Hauptsache die Bergstraße mit Seiten- Pinien und die Strecken des gairzen Odenwaldes. Am besetzten Teil des Bezirks Mamz liegen bi* Verhältnisse etwas günstiger, weil Saarkohle her- angezogen werden kann.

Lebensmittel au» Heereöbeständen.

assoziierten Mächte zur Kenntnis gebracht.

Paris, 28. April. (WTB.) S-vtas. Dem Echo de Pa ns" zufolge fordert der Ghctnntrf der Wirtschaftskommission im FriedenSver- trag, daß Deuts^and t<n Alliierten das Recht auf Meistbegünstigung, sogar in vielen Fällen die Gleick/xrechsigung mit seinen eigenen Laiche smigehörigen zugeslehe.

Vorbereitungen in Versailles.

Paris, 28. April. (WTB.) Savas. Der Park von Versailles wird während der Fric- densver hanbtmigni, die ziemlich lange dauern roer« den, süc t-aS Publikum niity völlig geschossen sein. Ten deutschen Delegierten send 60 Hektar reserviert. Die Delegierten werden sogar l>as Rech l>aben, in die Stadt auszugrden, aber in diskreter Begleitung, um jeden Zwis-iÄmfall zu vermeiocn. So wohnten die deutsckxn DelegEisten am Svim- lag dem Goctesdienst üt der Stadt bei.

ÄriegSgesangenc Deutsche in Frankreich.

Berlin, 28. April. (WTB.) Am 11. No­vember 1918 wurden kriegsgefangene Deutsche aus der Gegend von B e s o u l e nach Beaumont bei Verdun gebracht. Aus dem Transport nahm ihnen der Führer Fichon alle Wertge-zenstände ab, die tie nicht zurückerhielten. Die Gesangenen wohnen bt Zelten. Sie leiden sehr unter dem Aiangel ge­eigneter Kleidung; ihre Nahrung besteht nur aus Brot und Suppe. Alle sind daher stark abgemagert und geschwäch. Offiziere und Unteroffi­ziere sind mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt, die Mannschaften werden zum Aufsuchen von Blindgängern verwendet. Täglich werden einige der Leute bei dieser Arbeit schwer verletzt oder getötet. Ost werden d« Mannschaften mit der Peitsche g e- / ch l a g e u. Mr die Art ihrer Behandlung ist be» xerckmend, daß der Unteröffiz« Bäuerle vom In­san rcric'Regiment 169 dem französischen Unter­offizier Ferro 14 Tage lang bei jedem Appell die Hand küssen mußte; auch andere Kriegsgefan­gene wurden hierzu gezwungen. Die deutsche

Regierung hat bet der französischen Regierung jcknnisten Protest gegen diese Zustände in Beau­mont eingelegt und sofortige durchgreifende Ab­hilfe geforoert. Vor allen Dingen nruß Verwah- tfuiig dagegen eingelegt iverden, daß eS die fran­zösische Iiegierung entlegen den völkerrechtlichen .Bestimmungen wagt, selbst Ossiziere und höhere Unteroffiziere zu körperlickMi Arbeiten heranzu- ziclfen.

Ausweisungen aus dem Saargebiet.

Berlin, 25. April. Tie französischen Be- satzungsbehörden im .Saargebiet setzen die Aus­weisungen Deutscher ohne vorheriges Prozeßoer-» fahren fort. So sind in letzter Zeit in Saar­louis Stadlbaunreister Heimann, Polizei-In­spektor Schneider und Stadtsekretär Io chu mi, und in Völklingen der Krnobesitzer Theiß ohne Angabe von Gründen verhaftet und abge­schoben worden. Ter frühere Reichs- und Lcuid- tasSabgeordnete von Saarbrücken, Professor Tr. Herwig, langjähriger'Führer der national­liberalen Partei dort, wurde bald nach seinerf Rückkehr aus Süd-Rußland eines Abends im Zivil kafino in Saarbrücken Der haftet, mußte die Rocht in der Kaserne zubringen und wurde am nächsten Morgen abgeschoben. Die Vorstandsmit­glieder der Deutsch-nationalen Volkspartei nti Saarbrücken, Realgymnasialdirektor Kneuper, Siadt-Geonleter Herzberg, Oberlelwer Dr. Lauer und der Leiter der Fürsorgestelle Saar­brücken, Herr Schri nne r, wurden sämtlich kur­zerhand verhaftet und neunzehn Tage lang in engen Zellen der Dragonerkaserne in Einzelhaft gelwlten, el)c ihnen ihre Abschiebung angekündigt wurde. Alle Ausgewresenen, darunter viele strei­kende Bergarbeiter, miußten zu Vieren antreten, vor ihnen ritten Lanzenreiter, zu beiden Seiten marschierten Kolorriaktruppen, die links und reckfts von kranzösischen Soldaten geführt wurden. In wohltuendmv VLgensatz zu dem Verhalten der. Fran- -,osen bei diesem Transport stand die Spaltung der Saarbrücker Bev öl kerun g, die stumm mit entblößten Häuptern die Gefangenen bei ihrer Abführung aus der Heimat begrüßte. 9üif der Lahrf^k^t von Saarbrücken nach Worms beauf- sichligke in jedem Abtril ein Nigger ober Marok­kaner die Ausgewicsenen, ebenso in dem alten russischen Kricgsgefangcnen-Lager Worms, bem Sammelpunkt für die aus dem besetzten Gebiet ausgewiesenen deutschen. Sier massen allebev matlosen einige Tage zubringen, und an diesen Auientbalt wird jeder, trotz der unwürdigen Be- bart/nng durch Weiße und farbige Franzosen, gern rurückdcnken, da hier das gemeinsame Unglück alle Unterschiede des Standes und der politischen Partei verwi'cht und allen gegenseitige Treue und Hilfsbereitschaft einhaucht. Erst nach all dreien Martern betritt man jenseits der Brücke von Worms wieder deutschen Boden, befreit von oat französischen Bedrückern. ' (F- o.)

zu zahlen, weirn die Werkstätten als po l i t i s che Tribunale betrach et werden. Voraussetzung für der Achtstmtdeniag ist intensive Arbeit, sonst fönen fvir einpacken mit unserer ganzen Soziali­sierung, und sind erschlagen bei dem Versuch, aus dem Weltmarkt zu konkurrieren. Tic Staatsbetriebe zum Tummelplatz für Umtriebe gegen die Regie­rung zu machen, ist ein Unfug, beit ich mir unter keinen Um ständen gefallen lasse. So­lange ich etioas zu sagen habe, räume ich damit auf! Deshalb habe ich die Span dauer Be­triebe restlos schließen lassen und werde dafür sorgen, daß sie in einer Form nrieber eröffnet werden, bei der die Arbeiterinteressen ihre er- forderltche Berücksichtigung fhtben iverden. Das­selbe werde ich in allen Staatsbetrieben durch­setzen. Wir wollen nicht infolge von zu viel Ge­duld uns zum Prügelknaben einer politischen Min­derheit machen lassen. *

Der Rücktritt ÄöthS.

Berlin, 28. April. Gleichzeitig mit dem zum 30. April bevorstehenden Rücktritt des Reichsministers und Chefs des Reichsmini­steriums für wirtschaftliche Demobilmachung, Oberstleutnant Köth, wird dieses Mini­sterium aufgelöst. Die Auflösung hat aber nicht die Bedeutung eines Aushörens der ge­samten, von diesem Ministerium aufgcnont- meneu Arbeit. Vielmehr wird ein Teil der Gruppen des Auttes geschlossen in andere Reichsämter eingegliedert werden, so in das Reichswirtschasts- und das Reichsarbeitsamt, ferner in das Reichsfinanzministerium. Reichsminister Köth war bis vor kurzem Staatssekretär des Reichsamts für wirtschaft­liche Demobilmachung gewesen und hatte dann als Reichsminister im Reichsministerium für wirtschaftliche Demobilmachung Sitz im Ka­binett, zedoch ohne Stimme erhalten.

Eine Erklärung der Unabhängigen in Leipzig.

Leipzig, 28. April. (WTB. Der Landes- Vorstand und die Leidiger Parteileitung der U n - abhängigen foztaldemokr. Partei er- tltren: Die Parteileitung der Unabhängigen sozial­demokratischen Partei in Leipzig erkennt, getreu den Beschlüssen der Landeskonferenz der U. S. P. vom 18. April den Belagerungszustand sowohl der sächsischen als auch der Reichsregierung als rechtsgültig und rechtswirksam nicht an. Sie fordert die Parteimitglieder auf, den Kampf gegen den Belagerungszustand nach den Beschlüssen der Lan­deskonferenz mit aller Energie zu führen. Solern die Leipziger Regierung die Arbeiterschast nicht weiter provoziert, wird die Leipziger M csse durch die politisch organisierte Arbeiter chast der U. S. P. in Leipzig nicht gestört. (Anmer^ des Wolss- Bureaiis: Danach besteht allo die Walmcheinlich- keit, daß die Leipziger doppelt ge tchdrt durch den Belagerungszustand und die Erklärung der U. S. P., einen ruhigen Verlaus nehmen nnrb.)

Der Rcichsvcrdaud der deutschen Presse

Berlin, 28. April. (WTB.) Der Reichsverband der Deutschen Presse hielt am Sonntag in Berlin eine Delegiertenversammlung ab, die aus Berlin wie aus dem Reiche zahlreich besucht war. Nach eingehender, den ganzen Tag ausfüllenoer Verhandlung wurde der grundlegende Para­graph der neuen Satzung angenommen, nach dem der Reichsverband seine Umbildung tn eine gewerkschaftliche Organisa­tion vollzieht. Die Beratungen werden Mon­tag fortgesetzt.

Eisenbahnverkehr und 1. Mai.

zufammenfasseuden Arbeiten vorlegen. Tie übrigen Fragen sind sämtlich gelöst und iverden in ihre endgültige Fassung gebracht. Tie Bestimmun­gen über die deuts chen Grenzen mit Einschluß der Bestimmungen über das Sck)icksal des linken Rhinusers sind fertig g.-stellt. In Kon­ferenz kreisen ist man der Ansici)t, daß der Text am Freitag, spätestens am Samstag, der deutschen Del^-.tiou übergeben werden kann. Am vorher- gel-enben Tage wird der Text in einer geheimen Vollsitzung den Vertretern der 21 alliierten und

Aus China hcimkehrende Deutsche. | ber Oefsenttichkeit tritt in nentrec Zeit

Rotte rdam, 28. April. (WTB.) Gestern «immer wieder die Ansickst aus, di.' mich in zahl- beaarm die AusschÜfmrg der mit dem Dampfer1 reichen Zuschriften an Oie nur Emahinngsn»'

p$fe über den inneren Wirrwarr.

Die Lage im Reiche ist, während unsere ßyriedensabordnung nach Paris reist, noch Durchaus unerfreulich. Mit dem Ruhrge- Ibic t ist man verhältnismäßig zufrieden, ob- Lieid) dort immer noch etwa 20 Prozent der Arbeiter im Aus stände sich befinden. In Itberschlesien ist auf den Elektrizitätswerken kiii neuer Streik ausgebrochen, und am Sonn- Itofl war jeglicher Verkehr in Oberschlesien Ilciymgelegt. In Stettin, Bremen, Braun- llö'weig, Leipzig gärt überall noch die politische Wittschsucht. Ziemlich lange dauert es, bis der hon den Regierungstruppcn gegen die Mün- Ichener Räterepublik geführte Feldzug zur [Durck-führung kommt. Es werden noch immer Gruppen zusammengezogen. Vielleicht hofft [man im stillen, daß sonderbare Münchener [Staatswesen werde sich durch seine innere Un- [sicheiheit und Kränklichkeit von selbst wieder lauflösen. Gerade hört man wieder, der neben [bem Vvllzugsrat stehendeAktionsausschuß" Ifei infolge eines Zwiespalts der Führer zurück- Ltltetcn. Bekanntlich steht Toller, der Führer Iber Unabhängigen, auf etwas gemäßigterem [Standpunkt als die Regierung der Kommuni- Islkn, und der Glaube an die Lebensfähigkeit des iRätcstaates ist bei vielen seiner Anhänger [schon stark gesunken.

N o s k e hat den Oberbefehl über die [gegen München vorgehenden Truppen, un= her denen Die Württemberger eine große iRc'lle spielen, übernommen, und die An- prad)c, die er jüngst in Danzig über die parlakistischen und unabhängigen Umtriebe ^halten hat, und deren Inhalt wir nach- tehend wiedergeben, zeigt, daß er weniy- lens noch die alte Energie und Einsicht in tue icgierungsnotweTidigkeiten besitzt. Er schil­dert besonders auch die Lauheit und Nach­giebigkeit der mehrheitssozialistischen Ar­biter tn den Betrieben, die sich kleinen Min­derheiten ost so widerstandslos fügten, und er ff, sich bewußt, daß er manchen Bolkskreisen nicht zum Liebling geworden ist. Aber: Siner muß den Dreck ausfressen", so sagt tr drastisch, und er verspricht, auf fernem soften auszuharren. Daran, daß das russische gjperiment in München als gescheitert zu be- ttachten ist, ist wohl kein Zweifel; es fragt sich nur, ob trotz dieser Gewißheit noch Ströme bon Blut vergossen werden müssen.

Berlin, 28. April. Militärminister Roste jsl von seiner Ostreise, die ihn bis nach Libau rfülrrt bat, nach Berlin zurückgekelwt. In ^a ti­lg bat er in einer bemerkenswerten sck>orien Rebe rjni die Umtriebe der Unabhängigen unb ^>par- Hifleu Sxllung genommen. In der Rede, über e in derTeutsckzen Allg. Zeitung" emgehend richtet wird, rechtfertigt Noske seine Gattung neu über deni Teil seiner Parteigenossen, dcv her Tküigkeit mit einem gewissen Unbehagen

uficht

Ich konnte so erklärte er nicht anders °ndeln. Ich bin der Heberzeugung, daß wem L'iept das rich ige gewesen ist. Wir dürfen uns icht auf der Nase herumtamen tauen. Wir wollen inferc demokratischen Grundsätze nicht et leugnen. Wir traben stets gesagt, daß die Wirbelt des Volkes entsch-iden soll Wenn es Üdi borrnn handelt, daß auf einem Buckel geprügelt ih'rb.n soll, so sehe ich nicht ein, baß ba» gerade nriner sein soll, dann suche ich mir einen anderen ifftr aus. Tas allein ist bie Taktik, mit ber man krnftuftig vorwärts kommen kann. Mir fmb bte kmnben nicht leicht geworben, in denen uh entschlic­hen mußte, Delaacrungsziiftanb und Standgericht zu derh -ug >n. I ch h a 11 e m i r m e i n c T a t i b k e i t inbers vorgestellt, als auf bie eigenen ivllsgcnossen mit Maschinengewehren zu schießen. Ilan muß ben Mut haben, in ben Betrieben bem reiben einer Minderheit entgegen.,utreten. Was t das für ein Zustand, baß in einer ganzen Rcche ort Betrieben, in benen meine Parteigenossen

Mehrheit bildeten, daß wir es barm er« ben, daß diese Massen von Arbeitern uch ano öni Betrieben herausbrängen lassen zu ^t-'cits unter b-er ParoleNieber mit ber Regie- uig!" Wirb ber Versuch gemacht» Terror auszu- b-it, bann zu einem Knüppel gegriffen imb h* nr Wehr geletzt. Das ist eimachcr, als weim it Menschen schicken muß. Unsere Leute müssen 1 rrr die Courage haben, sich gegen den Terror zur ÄtW zu setzen. Es ist politisch rückgratlos, wenn Wich aus lauter Anstand aus ben Betrieben heraus- w «he weil bort eine Anzahl von großen Schreiern Gtas Wort führen. Ich werbe für mein Teil in den htaat^betriebcn dafür sorgen, daß solrcheic terro­ristischen Umtrieben etn Ende bereitet I vird Tas sind Dinge, die mül, natürlich mdit zunr «iebling einer Anzahl Leute machen. Ich WF imr ekr immer wieder: Einer mutz den ganzen Taeck u^Teifen, und da fick, vorlanng -kern Edcrev I niflret, sehe ich nicht ein, vatz ich mch. den Vcr- Liui> inarfKii sollte, au^umuten, soweit das mog° Wr ist. T as werde ich besorgien, ftolange [idi auf meinem Platz stehe. Konflikte N^r- |kit bm"(r)Orpod)ten, weil sie durchgc focht en norden kvüfscn. Ich, gehe nicht so weit, datz ich vor ledcm Mrbciterrat in die Knie sinke. Aus Vend)id>en£mj |9(tTieben, wo Terrorismus g-eübt ivorben rst, wie taan ihn sich niedriger ind) schinilofer nicht denken Ihiit1., habe ich-dieBetriebsräte entfernen jliiwn unb sehe der Drvlmng mit Sweik mit llioller Gelassenheit entgegen. Wenn uh

Nr. 99

ftr Afetzene? Anzefger -Scheint täglich, außer -onn- und Feiertags.

SezugrpreiL:

M k. 1L5, oiertel- |iihdtrt> Mt. 4.05 , durch Iblwle- u. Zweigstellen ntonall Dlf. 1.25 durch die Bost Mk. 4.05 otertel- jähd. ausschi. Bestell^. ;#nüpttcb Anscbtüff«: | tir die SchnltI eitung 112 [ fortan, triekbäKsfteUeöl I i nldinh für Trahtnad;- | ruhten: Hnjeig« Lietze».

poftfd? «Monte:

i ranffuti a. M. U686

Die internationale sozialiftischeUonserenz

Amsterdam, 28. April. (WTB) In bet gestrigen Sitzung bet internationale^ ozialistischen Konferenz unterbreitet« Henderson ben Entwurf einer Resolution zur Frage des Völkerbundes. Darin wird der Enttäuschung Ausdruck gegeben, die der Entwurf der Fricbenskonserenz hervorgerufen hat. Auch m» Forderung ber Abrüstung wird wreberholt Trölstra erklärte, er finde bie Resolution zul schwach; die sozialistischeir Parteien müßten vsw bet Fricbenskonserenz forbern, daß sie nicht auso schließlich einen Bund einiger Völker ins Lede» ruft. Auch Renaudel fand den Sntivurs beti von Heubcrfon unterbreiteten Resolution zu vage) Er forderte eine entschlossenere Darlegung bet sozialistisckzen Ziele und sagte, man müsse sich konkreter mit der gesamten Abrüstung zu Wasser und zu Laube befassen, sowie sorbern, baß eine lozialrstisclzc Delegation Vom Rat ber Vier emp­fangen werde. ... M ,

Wibaut trat dafür ein, daß in tr r Reiv-- lutivn auch das Arbciterrecht aufgenommen werde. Der cmstralinlie Minister Ryan sage, für die El>. richlung des Völkerbundcs sei es luohuenixig, datz alle Völker ihre Ansicht darüber äußerten; damit bie Regierungen auch namens ihrer Volker spcechett könnteri, müßte bas allg?meine Wahlrecht überall etngeiührt werden. Er sei Der Ansich:, daß maw übciaU die Dienstpflicht abschaffcn und Be­rufsheere aufstellen müsse. Ryan gab bie Er- Cärung ab, daß der m Bern aufgesLllte mrd tu bas ^Tbciterrctf/ aufgenommene Grundsatz der Eniwanderirngsfreihrit wegen der funckxbaren Kvw-, kurrenz, die die farbigcn Rassen den toeiöert ArbriteM machten, für ihn unaimehinbar fei.

Ter argentinische Delegierte Justo unter* breitete ein Amendement zum Anttag Henderson; bartn wirb gefordert, daß eine internationale rorität Richtlinien für die allmähliche Abschaffung der gesetzlichen Maßnahmen, die für ben Frefo handel ein Hindernis bilden, ausarbeite. Just» trat für den Grundsatz des Freil>andels ein intb rief 9x1)011 zu:Mit Ihrer Politik des Schutzes ber weißen Arbeiter bereiten Sie einen künftiges Krieg mit China und Japan vor. Ter argen­tinische Telegierie Thoma so erklärte sich ati| Gegner der Berufsheere und sagte, die Retv Ryans habe bewiesen, daß die Völker sich mit bem militärischen Problem befassen müs'en. Er schiogc eine Soirberkommission vor, bie alle Vor­schläge unb Verbesserungsanträge untersuchen soll, Tiefe Kommission mürbe ernannt. Sie setzt sich Msammen aus Wibnut, Stuart Brmning, Rcnan­bei unb Longuet Henderson erstattete bteraul über das in Paris ausgestellte fMrbeitenxdjt Bericht.

Stuttgart, 28. Avril. (WTB.) Tie (Seite» raldrrektion ber Staatseisenbahrren leit mit: Wegen Kohlenmangels ruht am Donnerstag, 1 Mai, unb am Sonntag, 4. Mar, der Per­sonenverkehr auf sämtlichen würt- tem bergis chen Staatsbahnen. Am Freitag, 2. Mai, am Samsrag, 3. S-Ubat, mtb am Montag. 5. Mai, verkchren bie Personenzügc W sonst.

Flugverfehr zwischen Berlin nndLeipzig.

Augsburg, 28. >April. (WTB.) Wie die Rumpler-Werke mitteilen, errichten sie anläßlich der Leipziger Messe einen F l u g, v c r k e h r z m v- frfvn Berlin und Leipzig Tic strcckc wird in 50 Minuten durchflogen EsßnLxt vvr- läirfig noch Echt regdmäbtger BerkelTr statt, sondern es wird nur auf Bestellmrg geflogen.

Vie Verhandlungen in Paris.

Paris, 28. April. (WTB.) Savas. Diplo­matische Sage. Die drei Regrerungsck^ss und die Minister des Auswüriigen dcr vier (S* möchte hielten gestern keine Sttzmig ab. Der Re­daktionsausschuß arbeitete indes den ganzen Sonn­tag über. Der Wortlaut des Bo Frieden s- nur noch das Ki a u t s ch a u - Problem elfen. Vor­aussichtlich werben die drei Staatsmamrer am Tienstag bie endgültige Entscheidung, treilen, in­dem sie die Forderungm Japans, berriedigen. >ie militärischen und maritimen!Desttmmun^n smb bis auf wenige von untergeordneter Vebeutung fcftgelegt. -lieber ben Kaiser-Wilhelm ß>anai ist noch feine Einigung crzic.t ^cr XrHerrat bai fer.tcr noch di- Luicm- burger Zollfrage, die '^raae der Zukunft

Atreus" aus China angekommenen 720 Teilt* - chen. Dieses erste Kontingent hcimgekelzrter Elnna^ deutscher besteht l-auptiächlich aus den Chefs unb beu An gestellten der größ.en ixutfdyen Handels* bauIer in Schanghai. Es fairtcn weder Fiau« noch Kinder mit. Ter Dampfer ist am 17. März, von Schanghai abgefahren. Er hat'e in Singapor« fedx3 Tage Aufenthalt, da sechs Deportierte star­ben. Zum Empfang hatten sich il a. cingefunben einige Mitglieder ber deutschen Gesandtschaft Haag. In beit itäd)ftcn Tagen iverben bie Dampfer Norc"- unb ,,Novara" erwartet,. bie auch bie Frauen unb Kruder mitbringen. Tie gestern nt5^ ge'.chissten Teutschcn frnb ant Nachmittag nsxfl Deutschlanb weiter gefahren.

Der itallenisch-ameriranlsche Gegensatz.

Genf, 28. April. Zu bem Konflikt Wil­son-Orlando kündigen bie, französischen Bet­tungen an, baß ber amerikanische Botsck)after iro Rom Nelson Page, in Paris erwartet wirb. 25 000 amerikanische Polizeisolda-i ten, bie sich in ben italienischen Häfen unb tre Sizilien zur Uebenvachung ber amerikanischen De^ ferteure befinben, haben Befehl erhalten, zurück« zukehren.

Kundgebungen in Fiume.

Agram, 28. April (WTB.) Wiener Storr* Bureau. Aus Fiume emgetvorfene Nacke-ichteu zufolge scmben dort auf bie Meldung hin, daß dir ilalienifrfTn Delegierten Paris verlassen habens große Kunbgebungen statt. Die Italiener veraustal eten unter Schmälnufen auf Wil on etnert Untzug burch die Stadt. Ter italienische National* rat hielt eine Sitzung ab, in ber beschlossen wurde. Fiume bem italieniö)pn Gciteral Grazioli auSzu^ liefern, um bie FriedensL-uferenz vor eine voll- enbete Tatsack;e ju stellen.

SichenerAnzeiger

Eeneral-Anzeiger für Oberhesfen

SwiMttgsnlnddnick u. Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- u. Steinörutferei H. Lange. 5christleit»ng, Sefchästsftelle u. Druckerei: Schulpr. 7.

bie Staotsbetriebe sozialisieren soll, so ist cs I ber beutfchen Kabel, die Frage ber deutschen Kriegs barer Unsiirn, wenn mich diese Stantsbetricbe | (rfangenen mtb beutschcn Arbeiter zu regeln. Eine alle drei Tage begreifen. Es ist barer Uiu | Sonberkommission wirb huste über bieLetztere ihre sinn, in ben Staatsbetrieben nach einem Acht-' ftunbeirtag 2,40 Mk. für bie Stunbe Arbeitslohn