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Freitag, 28. November 1919

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften)

ZWettes Blatt

Ar. 219

Wetter

-0.7°

viel Beif^es

28.11. = 2.5'

28.11.

tags bedeckt nachts Reif

Hals.

3d? gelte bad? nach fltettenegg mit, Mama!" net iie ju^lnd, und Dl-agims, der n-xh den Reis - mantel um batte, mährend sein öut irgenbito tn dec Ecke lag, fügte strahlend hinzu:Und für immer, liebste Mama! Sk-rm ich lass: sie nt? nie

Verstimmung dcr Entente über die deutsche Unterstützung Oesterreichs.

22 i e it, 28. Nov. (WTB.) TasNeue Wiener Tageblatt" gibt die Unterredung mit einem Mtt- gliä) der Ententemission wieder, in der es u. a. heißt: Die hiesigen Vertretungen der auswärtigen Missionen nahmen mit einigem Erstamien wahr, welche Bedeutung die gesamte Öffentlichkeit tn Wien, vor allem die amtlichen Stellen sowie die Presse, der Le ben s m i t te l a us hi l fe Deutsch­lands beimißt. Deutschland war bisher Oesterrcich gegenüber ziemlich zurückhaltend. Neun Monate hat

lammen auch schaden. Uebrigens fo gern!"

Tie Mutter lächelte.

Wenn ich aber etwas viel, wüßte?"

Erne Stunde später kam Mama WJ heim. Sie hatte ihren eigenen SchlüsM und sch-to» ahnungslos aur.

Im Vorzimmer war es fast ganz finiter, aber als He die Tür öffnete, fiel vm, der Sttegen- beleuch-tung ein breiter Lichtstvom tn kn klnnen ^dUT."a sah sie zu ihrem Schrecken zwei Men schm Arm in Arm aus der Kohlenkiste sitzen, die fei ihrem Anblick sich mit leisem glückseligen Sachen rTf°5?e lackten, weil sie eben erst bemerkt hatten, daß sie noch im Vorzimmer waren und ganz vergessen hatten, ins Zimmer einzutveten tot lauter Glück! ri,

M'odesta fiel ihrer Matter stürmisch um dm

Dgs Glück der sndern Original-Roman von Erich Eben stein. Copyright 1916 by Ordner tt Cotnp-, Berlin W 30.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Was könnte daS sein?"

Daß wir nach Rettenegg fahren! Die Gräfin schrieb heute wieder so dringend und drahte, ,venn wir nächste Weche nicht kämen, würde sie uns einfach mit Gewalt abhalen! Und denke dir Magnus kommt nun auch bald zurück, wie sie mir schreibt. Ich denke wirklich, daß 'mir die Cin- fotuitg diesmal nicht wieder abschligen dürfm!"

Ein Schatten hatte Modestas Stirn ver-

Na freilich, das viele Stehen und, die Spicke mit den Kindern müssen dichi ja auch müde machen. Alcr es wird wohl nicht mehr lange dauern. Es ist ein Glück, daß du als Aushilfslehrerrn betne Steile jeden Tag aufgeben kannst"

Tas fällt mir aber gar nicht ein, heb; Mama! Ich würde mir dadurch in meinem Fatt- ~ tti ich es ja

ihr tief in die Augen. . i

Geht Ihnen das nahe, kleine Mvdesta?

Mir? Im Gegenteil! Ich freue muh ja | mepr von mir l

Oesterreich fast ausschließlich von den Lebensmitteln gezehrt, die ihr die Entente als ihr bisheriger Feind zur Verfügung stellte. Es läßt sich nicht leugnen, daß sich der Entente unter solchen Um­ständen eine gewisse Verstimmung bemächtigt, die durch andere Momente noch verstärkt wird. Wir waren nämlich der festen Ueberzeugung, daß Oester­reich wenigstens während drei Monate nach Ein­bringung der Ernte imstande sein würde, sich selbst zu verpflegen. Hierzu bemerkt dasNeue Wiener Tageblatt": Der Beistand, den uns Deutschland gewährt, wird hier dankbare Gesüble ermeden. Dieter Tank kann um so weniger üver raschen, als die Hilfe zu einer Zeit erfolgte, da wir von der äußersten Not beimgesucht sind. Es ist dies übrigens ein Beistand des Besiegten, der selbst unter den Folgen der Niederlage schwer leidet. Diese dankbare Empfindung beemträchtigt nicht die Würdigung dessen, was die Enteilte zur Linderung der Naljrungsmittelkrise unseres Landes getan hat.

Noske über Sklarz und Parvus.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm Darmftadt, 25. Nov. Im Residenz- schloh am Marktplatz werden zur Zeit umfang­reiche Vorbereitungen zunächst für die Vergröße­rung des Staatsarchivs getroffen, ferner sollen Räume für ein sogenanntes Landgrasen, museum hergcrichtet werden, für das der frühere

Aus dem Arnlsverkün-ignugsblatt.

♦♦ Das Amtsverkündigungsblatt Nr 126 vom 27. November enthält: Bekannt­machung, .die Verordnung über Oelfrüchte und daraus gewonnene Erzeugnisse betresfend. Vom 15 November 1919. Bekanntmachung über Richtpreise für Rohtabak inländischer Ernte aus dem Erntejahr 1919. Vom 1. November 1919. Erwerbslosenfürsorge; hier: Nachweisungen für den Monat November 1919. Zuckerverbrauchs­regelung. Vertreibung der Räude.

Zuckcrverbrauchsreaelung. Tie für ben Monat November zu stellende Zuckermenge in Höhe von 750 Gramm gelangt in den Landgemein­den zur Ausgabe. Es können auf die Zucker­marken 126, 127 und 128 je 250 Gramm --- 750 Gramm Zucker für ben Monat November bezogen werden Mit Ablauf des 10. Dezember d. I. ver­lieren die Marken 126, 127 und 128 ihre Gültig­keit

'Vertreibung der Räude. An der.Me­dizinischen Veterinärklinik der Universität Gießen ist eine Gaszelle zur GasbehandlunH bet »taube der Pferde und Rinder anfgeftellt worden. Die Behandlung wird unter tierärztlicher Aussicht aus- acführt. Im der Regel genügt eine zweimalige im Abstande von 510 Tagen vorzunehmende Belwndlung ber mit Räude behafteten Tiere zu

»tt» Stadt ttnö Land.

Gießen, den 28. Nov. 1919.

Spar-Prämienanleihe und Lotterie.

Es ist nicht uninteressant, die Meinungen ber Fachleute über die neue Spar-Ptamienanl.'ihe in ber Presse zu verfolgen. Allgemein wird anerlannt, daß sich, nachdem das deutsche Volk .mit umicheii Staatsanleihen überreichlich bedacht ck, die Regie­rung bei der Beschaffung von neuen Geldmitteln vor eine sehr schwere Frage gestellt sah, ebeiifo allgemein ist auch das Urteil, daß die Losung dieser Frage in ungemein glücklicher Weise gelungen ist. Die neue Spar-Prämienanleihe, die durch nicht sofortige Auszahlung, sondern Aufsammlung der 5<>/o Zinsen einen gewissen Spar zwang aus not nimmt aber auch in kluger Weise Rücksicht auf unsere Volkspsyche, die nun einmal gern etwas van ber .Glücksgöttin erwartet. Bei der Spar- Prämienanleihe kann man aber bei weiteminicht von einer Lotterie reden fd)on aus dem Grunde nicht, weil ja die nicht mit einem Gewinn er­zogenen Stücke ihren vollen Wert bellten; sie werden nickt zurNiete", wie bei der Lotterie. Auch ist die ganze Art ber Einrichtung ber Ge­winnziehungen sehr unterschieden von etwa dem Lotto der Italiener und selbst von unserer .stlassen- lotterie, imb dennoch ist die Möglichkeit, von der Glücksgöttin wohlwollend bedacht zu werben, bei der Spar-Prämienanleihe so ansehnlich, baß sie immerhin einen nicht geringen Reiz ausuben dürste. Dieses Moment ist auch mit ausschlaggebend gewesen bet ber Einrichtung, baß nicht nur die Hochbegüterten sich an der neuen Spar-Pramien- anleihe und ihren Gewinnmöglichfeiten beteiligen können, sondern baß auch ber Minberbemitte te des holden Anreizes, einen der vielen großen Ge­winne einzuftreichen, teilha.tig werden kann. Es ist zu diesem Zwecke die Besttmmung getroffen, daß für den sehr wahrscheinlichen Fall einer Ueoerzeichnung der neuen Anleihe zunächst die ßeitfmer von 15 Stücken berücksichtigt werben, nn.b daß bie übrigbleibenben Stücke unter die Großzeichner prozentual verteilt werben. Durch dieses Verfahren ist ber neuen Spar-Prämien­anleihe ber Charakter einer wahren Bolksanleihe

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Er sah so anders aus, als sie ihn je zwar gesehen! Braungebrannt von der Sonne, woh: Glückseligkeit in den blauen Dagen und übermüttg-s Lackeln um bie Lippen

1Nun Modesta Sie stehen ja fast so erstarrt

Iba wie damals, als ich, glaubte, -ie hielten mrch für ein Gespenst? 'öekomme ich denn wirllrch

Ws bie Kommunisten sich im Januar immer größerer Teile Berlins bemächttgt hatten, befand ich mich in Dahlem, um Berlin wieder -u erobern. Wcilirend ich draußen an ber Peripherie dec Stadt Truppen sammelte, wurde ebne direkte Verbindung mit mir rn Berlin selbst das RegimentReichstag" gebildet. Damals hatte ohne mein Zutun r-llarz für bie Verpflegung des Regiments Reichstag" gesorgt. Kurze Zeit darauf trat das Korps Lüttwitzan mich Heran und nagte über bie schlechten Verpflogungsverbältnisse. Ich wies auf das mir gemachte Angebot hin, habe mich dann aber um ben weiteren Gan' der Dinge nicht mehr gekümmert. Erft als ich V* - j .von gewissen Unregelmäßigkeiten hörte, hab. i u Mort, ebc noch die eigcntlidje Untersuchung eingdiitet wurde, an- gcorbnet, daß jealicker Geschäftsverkehr mit Herrn Sklarz abzubrecken sei. Das sind meine ganzen Beziehung>en zu Herrn Sklarz.

' Gleichzeitig veröffentlicht bie B. S. Korrespon­denz eine Reil« von Schr<nben Scheidemanns, die dem Verlag sehr gennchtige Vergünstigungen boten. Ob diese Schreiben echt sind oder nicht, bleibk abzuwarten.

Einzelheitrn bei der Ermordung Tiszas.

B u da pest, 27. Nov. (WB.) Einer der Mör­der des Grasen Tisza, namens S tanh kov a z ky, gestand bei der Konfrontterung mit Hitttner, datz beim Eindringen in die Billa der beim Gittertor poftterte Gendarm durch den Gartner und einem Marinefähnrich namens Müller ent- wasinct wurde. Sodmm ttat Ioltt Pogany, der später zum Regierungslbmmissar oct Soldaten­räte und dann toährend ber Proletarierdiktatutt zum Voltskommissar ernannt wurde, als erster tu die Halle, ihm folgten Tobo, Horvathe, Szanvwie^ und zuletzt Stanykovazky. Born Speisezimmer trat zuerst die Gattin Tisz-as in die Borhalle und fragte, was sie wünschten. Ms Poganh antwortete,- daß sw Exzellenz suchten, erschien Tisza ^eits in der Tür in Begleitung ber Gräfin Elise Almassp. Poganh lierrschte Tisza an: Sie find der Wber des Weltkrieges, in dem so viele Menschen vn- blutcten Gleich darauf erhob er seine Waffe und feuerte aur Tisza, woraus Dobo, Horvathe, Sza- nowics uiid Stanykovazky schos en.

sz sehr . .! Ich bin so glücklich darüber!" stemmelte sie, unfähig, ihre Freude zu verbergen.

Magnus fuhr fort:Ja er holt fick nun die Braut, unser guter Sterngucker! Und ich...

Modesta blickte erschreckt auf.

Sind Sie traurig darüber?" fragte sie be­nommen. Ta geschah etwas, dis sie nicht er.virtet hatte: Magnus Arme umschlangen sie plötzlich und drückten sie fest.an seine Brust so fest, daß ft» dos stürmische Klopfen seines Herzens hört?.

Nein," raunte er mit vor Erregung ton­loser Stimme,denn ich bin mir ja auch die Braut zu holen gekommen wenn du mich nicht fort- schickst, liebe kleine süß: Moesta!!?

vermischte».

= Wörtba. M., 27. Nov. Ter Landwirt Karl Nees fand im Magen seiner notgeschlachteten Kuh fünf Zwanzigmark stücke.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen^________

ihrer Heilung. Die Kosten für eine einmalige Be­gasung betragen 30 Mk. Die Behandlung kann nur nach vorheriger Anmeldung oorgenommen n-erden. Anmeldungen sind zu richten an die Tirettion der Medizinischen Beterinärklinik der Universität Gießen. Tie Tirettion der Klinit wird dem einzelnen Tierbesitzer nach vorheriger An­meldung Mitteilung machen, wann und unter welchen Bedingungen die Behandlung vorgenoni- men wird. .

Tie Räude unter den Schafen des Heiimch Udjele, Dad-diauheim, zur Zett Grvhen-Buseck, ist erloschen. t .

Ter Aushilfsfeldschütz Karl Ludwig Weber zu Klein-Linden scheidet am 1. Dezember 1919 ans seinem Dienst aus.

Zur KartoficlDcrforgung.

= Limburg, 27. Nov. Dem Kreise Lim­burg wurde zur Erfassung der noch nicht abgelieser- ten Kartoffeln bei den säumigen Bauern ein star­kes Kommando Reichswehrtruppen zur Verfügung gestellt.

belegt fein. M . .

rm. Darmstadt, 26. Nvv. Um die Vormundschaft des Grafen Eras­mus zu Erbach-Erbach, die durch das Oberlanoesgericht Darmstadt dem Grafen Leopold zu Isenburg zugesprochen, besteht seit ebenfolanger Zeit ein scharfer Kampf der drei Brüder Erasmus, Alexander und Konrad zu Erbach-Erbach, insbesondere gegen die beabsichtigte Besickfiigung und Taxation ber Erbacher weltberithmten Sammlungen, die durch den Prinzen Isenburg angeorbnet, ober mit Gewalt verhindert wurde. Im Er­bacher Kreisblatt erscheinen nun Anzeigen, wonach die Taxation durch die Händler I. und S. Goldschmidt in Frankfurt mit Ab ficht und Unterstützung des Kreisdirektors Dr. Kranzbühler-Erbach und den Gemeinderat zu Erbach verhindert worden sei, während eine andere Anzeige einen an den Grafen Eras­mus gerichteten Brief des Oberlanbesgerichts veröffentlicht, wonach die Anordnung des Prinzen Isenburg zu Recht bestehe. Diese Bestimmung weist nun Graf Erasmus ent­rüstet zurück, da er in Wahrung berechtigter Interessen auch um fein gutes Recht kämpfe.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M, 26. Nov. Vom 1. Dezember ab beträgt der Mindcstsa hrpr e ts auf de r (Straßenbahn 25 P f. In der g-strigen Stadtverordnetenversammlmig stimmten allein die Unabhängigen aus Prinzip gegen jede Erhöhung der Strafienbahittarise. Mehrere hun­dert Hilfspolizisten, die der U.S.P..ang»> hörten, sind infolge der Vorgänge im PolizeiprSw, dinm aus dieser Partei ans^'.tteten, da sie sich nicht mein als willenloses Werkzeug im Dien ste ber Parteilettern gegen ben neuen Polizeipräsi­denten benutzen lassen wollen.

Ick. gebe keinesfalls nach R:tden:gg, Mama! Ganz bestimmt nicht!" _ _

Na, darüber reden wir noch kleinrr Tvatz- kipf, denn nun miß ich» fart. Laß dir die Zeit nicht lange werden und denke inzwiichen darüb:r nach, wie schön es in Rettenegg ist!"

Schön! Ja, es war schön 'wunderschön butt

Modesta saß. am offenen Fenster und dachte darou, während sie verträumt in bie erlöschend: Glut des westlickien Himmels starrte, wo die Sonn: vor kurzem ges infen war.

Und nun kehrte er also bald in bie Heimat zurück. Ob schon als Bräutigam Beatens? ...

Troußen klingelte ed. Modesta erhob sich m'- ckanich, um za öffnen. Wahrschettilich war cs Fräulein Hartstein, ihre Mieterin, die aus d:m Bureau heimkam.

Aber als sie die Eingangstur öffnete, prallte sie erschrocken zurück. Tas war nicht Fräaleni Hartstein, sondern er Magnus an ben sie soeben gedacht!

Lächelnd trat er ein und machte die Tür hinter sich zu ' Ta sbinden sie wieder in bem engm fictnni Voraus, wie schon einmal, nur daß heute kas Oellämpchen noch> nicht brannte und der ich.'l- deiide Tag einen letzten roligen Schimmer in den

Aber wie damals, stand Modesta stumm di and brachte vor Bestürzung kein Wort des Gr.:s

Berlin, 27. Nov. Der Reichswehrmmister Noske sprach in einer Unterredung mit einem Vertreter desBerliner Tageblattes" über seine Beziehungen zu den Herren Parvus und Sklarz: Ich kenne die beiden Herren nur ganz flüchtig und weiß daher nur sehr wenig ton ihren Geschäften. Den Herrn Sklarz habe ich erst in ber Zett nach der Revolution kennen gelernt, als ich Mitte Dezember ton Kiel nach Berlin tarn. In ben Januartagen, als die Wilhelmsttaße unaus­gesetzt von bemonftrierenixn Massen bdagert wurde, so daß im Reichskanzlerpalais f.in Mensch Ruhe hatte und seines Lebens sicher war, hatten Ebert und Scheidemann allerdings wieder­holt einer Aufforderung des Herrn Sklarz, in sei­ner Wohnung zu speisen, Folge geleistet. Auch ich, ber ich im Hause des alten Marinekabmetts ohne Familie wohnte, und die Nacht in einer eisernen Bettstelle, dem sogenannten Kais er bett, zubrachte, das außer der Matt atze nur eine Decke enthielt, bin ein paarmal, im ganzen sechsmal, im Haufe ber Regentenstraße in Berlin gewesen, um zu spei­sen. In dieser aufgeregten Zeit hätte ich mich in keiner öffentlichen G a ft wi r t s cha f t Berlins sehen lassen dürfen, wenn ich nicht Gefahr laufen wollle, erschlagen zu toerben. Lediglich auf'diese Weise erllärt sich mtm Besuch bei Sklarz. Einmal hat auch Herr v. G1 l s a, mein persönlicher Adjutant, in bas Haus der Regenten­straße geschickt mit ber Bitte, für fyi und für mich zwei Couverts bereit zu halten.

gegeben. *

** Baumfällen. In der Zeit des Baum­fällens werben an den Straßen und in ben Ort­schaften bie N eichs -Telegraphen.- und Fern sprech Leitungen durch um stürzende Bäume ober durch bcratfaüenbc Aeste häufig beschädigt, weil bie Per­sonen, benen das Baumfällen obliegt, in ber Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen gegen Deschäbigungen erforderlichen Vorkehrungen über- Haupt nicht oder tn ungenügendem Maße treten und es unterlassen, ton den bevorstehenden Ar­beiten ber nächsten Postanstalt rechtzeitig Mit­teilung zu ntadjen. Da auch fahrlässige Deschädi- igungen ber Tclegraphenanlagen im §318 des Reichs-Strafgese tzbuckpes mit Strafe bedroht sich), sind, wird ben Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postanstall von ber bevorstehenden Baumfällung so zeitig zu benachrichtigen, daß die Entsendung eines Beamten zur Stch.-rung der Leitungen ver­anlaßt werden kann. Dadurch erspart sich der Baumbesitzer UnannchmlichSeitcn: alle Kosten für die Sicherung der Telearapl-enleitungrn trägt außerdem in diesem Falle die Telegraphenver­waltung. _

** T ie J n gendgruppe ber Deutsch- uationalen Volkspartei wird am nächsten Tienstag im großen Saale des Hotels Einhorn die Tatterich- Ausführung toieberl)olcn, um viel­seitig geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen.

Landkreis Gießen.

--- Lich, 25. Nov. Vom hiesigen Krieger­verein sind im Weltkriege 8 treue Mitglieder ben Ehrentob fürs Vaterland gestorben: Land- wirtschafislehrer Tamm, Karl Vogt, K. Schmidt, I. Otto, K. Jung, K. Alles, I. Sommer, H. Reichwack. Aus Anregung des Vorstandes ehrte nun der Verein das Andenken der Gesallenen, indem er eine kunstvolle Gedächtnis täfel Herstellen ließ, die die Photographien der fürs Vaterland gestorbenen Mitglieder trägt.

Kreis Alsfeld.

up Aus dem Ohmtal, 26. Nov. Eine ausgezeichnete Einnahme erzielen jetzt bie Land­wirte, die viele Erbsen an gebaut haben. Der Zenttier wird mit 250 Mk. bezahlt. Es gibt Landwirte, die 10 Zentner verkaufen konnten. Das macht ben Betrag von 2500 Mk. aus.

Großherzog einen großen Teil ber Emrichtung zur Verfügung gestellt bat. Bis zur s2ttmndhmg der (Geschäfte befvnbet sick noch ein Teil des Hof- marschallanttes in den früheren Räumen, «m übrigen ist ber größte Teil des dem Großherzvg gebörimben Privateigentums, nach seinen eigenen Msitzlümem gebradü worden. Für die Glas- und Silberkammervorräte hat nach dem Vertrag das Land die geeigneten Räume zur Verfügung zu stellen, was bisher noch nicht geschchen ist. Die Hosbibliothek, für welche bekanntlich 'Clt Jahvm geeignete Räumlichketten ttogen der Feuer gcfährlichkett gesucht werden, kann sich vor­läufig entsprechend ausdehnen, da wohl zu- nächst an einen Neubau trotz ihres unerletzficken Inhaltes nicht zu denken ist. In einem Setten- bau ist eine Kleinkinderschule für den SchloMezirl untergebracht, wofür sich besonders die m,liegen­den Grabenanlagen sehr fd)ön eignen. Immerhin bleiben noch eine Dizahl Räume zu «mberen Zwecken nach geeigneter Umgestaltung zur Ver­fügung. Im Alten Palais auf dem Luisen- platz haben inzwischen eine ganze Reche.staat­licher Bur:aus Unterfun ft gefunden, so baß. wer tatsächlich alles belegt ist, und die Regierung für weitere Bureaus, die sie notwendig gebraucht. anderweit Unterkunft fudjen muß. Mit der Aus­räumung der Kvbinettsbiblwthek, die mich dort untergebracht war, ist man im Augenblick betckaf- tigt- Es werden dann etwa 35 Räume des Mtcn lÄais, außer ben drei Diener Wohnungen, voll

Wettervoraussage

für SamStag:

Vorwiegend wolkig, meist trocken, nachts kühl, tagsüber etwas wärmer, südwellliche Winde.

Letzte rrachrichten.

Das Kompromiß zum Betriebsrätegesetz angenommen!

B e r l i n. 28. Nov. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Betriebsräteausschufies der Nationalversammlmig wurde folgender Kom- promißantrag mtt ben Stimmen der Re­gierungsparteien und ber U. S. P. angenonunen:

Der Betriebsrat hat in den Unter­nehmungen, für die ein Aufsichtsrat besteht, nach Maßgabe eines besonders früher zu erlassen­den Gesetzes, einen oder zwei Vertreter m den Aufsichtsrac zu entsenden, um die gntereifcn und Forderungen der Arbeitnehmer sowie deren An­sichten und Wünsche lynsichtlich der 'urgamiahon des Betriebes zu vertreten. Die Vertreter haben in allen Sitzungen des Aufsichtsntts Sitz und (Stimme, jedoch teure Vertretungsmacht und fernen Anspruch auf eine andere Vergütung als auf eine Aufwandentschädigung. Sie find verpfiichtet, über die ihnen vertraulich gemachten Angaben Sttll- schweigen zu bewahren."

Kriegszustand mit Lettland.

Berlin, 28. Nov. (WTB.) Wie bereits gemeldet, ist die deutsche Gesandtichaft in Mitau mit Rücksicht auf die politischen und militärischen Vorgänge in Mitau zurückgezo­gen worden. Die letttsche Regierung hat nunmehr ihre Vertretung in Berlin gleichs,q,lls abberufen und betrachtet sich unter Hmweis auf die ehemalig reickisdeutschen Truppen unter Bermont-Awarofi als mit Deutschland im Kriegszustand befindlich. Die noch in Riga nnb Libau befindlichen deutschen Vertreter wer­den daher gleichfalls zurückgerufen werden.

keinen Gruß zum Willknnmen?" sagte er endlich.

Madefta reichte ihm die Hand, bie er tn Der feinen behielt. .

Wülbammen!" sagte sie leise.Und tote gut Sie ausiehen! . .

Tas macht nur die Wiedersthensfreud'! Nie­mand weiß noch, daß ich zurück bin mein erster Weg war hierher und die drei Tage Reise ton England her hatte ich gar keinen andern Gedrnken als den: Was wird die Heine Modesta sagen, wenn ich nun so unerwartet angerürft kämme?

Es lag etwas in feinem leuchtenden Blick, das sie verwirrt die Augen nt'beridtfagen ließ.

Sie kommen ton . . . England?"

Ja. Bon der Insel Wight eigentlich, !to ich unseren Freund Wolkern abliterte."

Ablieferte . . T

Er lachte.

Nun ja so ähnlich. Ich hatte nämlich im letzten Halbjahr so das Gefühl, als schleppte ick eigentlich in ihm anvertraudas Gut mit mir herum! Nun wird et wohl bald in aller Farm ton meiner Cousine Beate annektiert werden, ©ye sehen mich so verwundert an? Ja so öt- verstehen noch^ nicht! Nun, der gute Harald hat tot Antritt unterer Reise in Beate die schöne Seele entd'ckt, die ihn versteht wie keine zweite wir mußten deshalb schon vier Wackln länger, als leabsichtigt, in Abbuzii sitzen bleiben Drnn idrieben sie sich und ich mußte enMw Aus­einandersetzungen über BeatensWeisheit, dinkentiefe" usw. mitanhvven. Na, und letzt wird die Sache w)bl bald zu gedeihlichem Endziel uno Eckönau zu einer jungen Herrin kämmen

Gr hab Modestas Köpfchen ein wenig und sah

Mfierf.

Tu nickt, Mama! Tir wird ein wenig Land- lutt und Sorglosigkeit sehr gut tun." - Ach, was die Sorgen betnftt, Modesta, 10 haben wir ja nun gar keine mehr, seit die beiden Mäockrn sa gut verheiratet sind und itnr dis ftabinett an Fräulein Hartstein vermieteten! Sa gut wie jetzt ist es mir ja im Leben noch ni.fi gegangen. Jch> dachte auch in erster Lmie nir an dich ..." I

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