Zreitag, 28. November 19|9
169. Jahrgang
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefsen
5tDi!li«gtnmb6nid u. Verlag: vrühl'sche Uni».. Bud», u. Steinbruderti B. Lange. Sdiriftleituni. Seichästrlttlle u.Druderet: $d»ul1tt. t
Annahme von Hiijcigt» f. die Lagesnumnier vis zum Nachmittag vorder otine jrbeilerbinbHdrte.it Dreis tflr I mm höhe iüv Anreiaen v.34mm Breite ortli ii 15 Bi, austvättS 18 Ui, für 'Jtetlame- anzeigen von 70 mm Bre -e 48 Pl. Bei Uiatj- Doridinii20°, .tiiiifdilag. HauvtjchN'tleiier: Ang. ®oetv UevantiDorthd) für Politik: 'jlitfl. Woet$. für ben übriacn Teil: Dr. Ren'bols Zenz; für den Anzelgeitterl: ö Beck; fäuitlid) in Gießen
m. 279
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postfcheckionto:
Sraelfort a. M. 11686
den. Die Zeugen halten es bisher aus FuE vor Kartosfeltransoorte E em^r ©tönte unb feinem Anhang nicht.gewagt, etwas wemse StmAnntn Ta.
über den Mord zur Anzeige -u bringen.
12M7a
--- Müdeshei m , 25. Nov. Wie eine Bekanntmachung des mifilärischen Verwalters für den Nheingaukreis erkennen läßt, dürften die Ortschaften des Rheingaues zukünftig nicht mit Truppen belegt werden.
= Frankfurt, 28. Nov. (Privatmeld.) Der frühere Leiter des Marinesicherungsdienstes, Wilhelm G r ö n k e , wurde heute früh taif Anordnung der Staatsanwaltschaft wegen Mordes in seiner Wohnung verhaftet. Grönke hat während der Plünderungsnacht vom 31. März im „Holz- graben" einen Plünderer mit dem Gewehr nieder - geschossen und ihn dann durch einen Schuß in den Rücken getötet. Der Mord ist erst gestern bekannt geworden und der Staatsanwaltschaft durch mehrere Zeugen einwandfrei bestätigt wor-
Deutsche Nationalversammlung.
Berlin, 27. Nov.
120. Sitzung.
Am Mrnistertische: Müller, David, Erzberger
Erlaubnis fehlt, baS Geschäft selbst oder durch eim vorgeschobene Person abschließt. Auch der Handel durch vorg-ichobene Personen wird mit Gefängnis und mit Gldstvafe bis zu 100 000 Mark bestraft, ebenso der Abschluß von Handelsgeschäften zu Han- delszwecken mit solchen Personen, die derartige ©cidjdru nicht abichlie^n dürfen.
Bei der Beratung dieser Bestimmungen find im Ausschuß der Nationalversammlung sowohl von den Regierungs Vertretern als auch von Abgeordneten die grundsätzlichen Bedenftm nicht verkannt wurden, die sich einer so weitgehenden Einlchran- kung der Rechtsgavantien gegenüber ausdrängen. Ur Ausschuß war aber mit der Regierung einmütig in der Ueberzeugiung, daß austergcivöhnlichc VcrlMtnisse auch außergewöhnliche Mittel erftr- öem und daß man dem Krebsschaden des dmitschin Volkes, der in dem Ueberhandnehmen des Wuchers und der Verschiebung von Waren zutagetritt, ebenso wie der vielfach einreißenden Untergrabung der Unbestechlichkeit und Pflichttreue unseres Beamten- törvers mit allen Mitteln zu Leibe gehn mülse, und daß nur eine scharfe und prompte Aburteilung abschreckend unb heilend zu wirken vermag.
Der pensionierte Kurialrichter Szlavek und der pensionierte Staatssekretär Karacson, welche glcickr- jolls am Ostermontag als Geiseln verhaftet und mit demselben Lastauto abgesührt worden waren, wie die beiden Hollan, geben an, daß sie sich im Auto mit dem Gesicht nach abwärts legen mußten, beschimpft und mit Dem Gewehrkolben mißhan^lt wurden. Sie erfuhren erst später vom Schicksal der beiden Hollan..
wuchergerichte.
„Preiswucher und Schleichhandel haben in letzter Zett einen erschreckenden Umfang angmom- mcn Die Voltsversorgung wird durch das Treiben der Wucherer und Sch-eber in immer weib-vnn Umfange gefährdet. Im Volke ist dadurch eine Hefe iöcrbtttmmg hervorgerufen lootten. Mtt die ß-n Worten begründet der Reichsmi.ister der Justiz, Schiffer, den Entwurf einer Verordnung über Sonderaerichte gegen Schl^chhandÄ und Preistreiberei über welchen der 6. AuAchuß ^r Nationalversammlung am Dienstag Beschuß gefaßt Hot Der Reich-Minister Schisser hat mit erweu- licher Schnell iakett das Versprechen elligelöst, das er m dieser Richtung bei Antritt fernes neuen Amtes gegeben hat, und die Nationallxrsammlung ist ihm aus dem Wege gefolgt, indem sie die Verordnung mit unwesentlichen Aenderungen em- stimmig angeiwmmen hat, so daß die Verordnung voraussichtlich Anfang Dezember 1919 bereits in Statt treten wird.
Durch diese Verordnung werden sogenannte Wuchergerichte eingesetzt, die inÄxjondwi alle Fälle des Schleichhandels, der Preistteib^n, der Döchsipreisüberschreitung sowie Bestechung und Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über die öffentliche Bcwirtjchastmtg von Ge^enstam-en, sowctt sie mit Schleichhandel usw. zuammenhän- gen, im Wege schleuniger Justiz zur Aburteilung rringcn sollen. Die Staatsanwaltschrft soll nur solche Strafsachen vor die Wuchergerickife bringen, die sich zu einer schleunigen s?Lxur1vilimg eignen. Die Anklage wird baburd» erhoben, daß der Staatsanwalt bei dem Wuchemericht die SXrtberoumung her ixiuJptwrl'anblunq beantragt, ohne daß eine besondere Eröffnung des Hauptver fahrens stattsm- det In der Ladung ist dem Beschuldigten ik‘t wesenaiche Inhalt der gegen ihn erhobenen Anklage mltzuteileu. Tas Wuchergericht besieht aus drei gelehrten Richtern und znxi Schüfen, von denen der eine dem Steife bet Verbraucher, d-r andere dem .ffreife der Erzeuger ober Hmtdels- hxibenben angehöven soll Das Wuchergericht HU den Umfang der Beweisaufnahme nach Ermessen zu bestimmen, und gegen feine Entscheidung findet kein Rechtsmittel statt. ,
Dmwch falb die Wuchergerichte den nnlitäri- schen Kriogs- oder vielmehr Standgerichten gleich- »ustellen, die man unter dem BelagerungSznistand zur schleunigen Aburteilung bestimmter Verbrechen intb Beuge hör ins Leben gerufen hat. Wie die Standgerichte sollen die Wuchergerichte durch rusche Justiz, durch fcfrirfcd Zufassen und durch entsprechend hohe Straf n dem weiteren Umftdxjrnfcn der unser ganzes Volk vergiftenden Seuche Einhalt tun.
Die neue Verordnung bestimmt, daß in Fällen des Schleichhandels, der Preistr-iber.r, Bestechung usw bei Dorliegen eines bringenden Verdachtes ber Beschuldigte wegen Fluchtverdachts in Untersuchungshaft genommen werden darf, ohne daß der Verdacht der Flucht enter iveiteren B^ründinig bedarf. Die bereits brftefcnbrn Stra- fen wegen Ueberschveitung der Höckfstpreise, unreellen Verkehrs mit den der öffentlichen Bewirtschaftung miterliegenden Gegenständen us>o. sind int ivesentlichen aufreästerhalh n, al»er in versch ebenen Richimigen noch ergänzt und zum Teil weitgehend
Das Rostocker Nnivtrsttatsjnbilänm.
Rostock, 26. Rov. (Wolfs.) Raclfdcm 4m Tumstag abend ein Empfang der Gäste, worunter neben Derttetern deutschc'r und auswärtiger Universitäten der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, von Lettow-Borbeck, Fregattenkapitän Rerger und andere zu nennen sind, die offiziell Feier des 500jährigen Univerfttätsjubt- 1 ä u m 8 emgeleitel l)atte, fand am gestrigen ersten Festtage eine Feier im Stadttheater statt, wo der Rektor der Universität in einer Festrede den Werde- gang der Universität in ben fünf burdXebtvn Jahrhunderten schilderte. Ten Glückwunsch der bcutdyn Universitäten überbrachte der Rektor der Universität Greifswald, der zugleich eine go bene tabula gratulatoria überreichte. Bon auswärts warm erschienen Vertreter der holländischen UnitxTiitätm Utrecht, Leyden, Grooningen, für Dänemark em Vertreter der Universität Hilsingfors. Ten Glückwunsch der schwedischen Alxidemi.' der Wi sensckmf- ten übermittelte Sven öebin. Ter Vertreter des chnxdischen Reichsvereins für das Schweden tum m Auslande überreichte eine durch Sammlung etwa 2000 schwedischer Männer und Frauen aufgebrachte ©tiitung von 300 000 Mk. Als Vertreter der auswärtigen Gratulanten sprach Proscs or Tr. Schäfer im Namen der spanischen Akademie der Wissenschaften. Außer Glückwünsckferi wurden zahlreiche Ehrenurkunden und reiche Tfar gen gaben der Universität überwiesen. Ter erste Festtag sand seinen Abschluß durch eine Festspielauftühmng des brUtcn Aktes der „Meistersinger" im Stadttheater.
Budapest, 27. Nov. (Wolff ) Ungar. Korr.- SJuranx. Im Terroristenpwzeß wurde über die Ermordung des Pens. Pvstsparkassendirektvrs A l e - xanberHollan und feines Sohnes, des Staatssekretärs Alexander Hollan, verhandelt. Beide wur- ben am Ostermontag als Geiseln verhaftet. Während der Ueberfülwung ins Gefängnis wurden sie von den begleitenden Terroristen erschossen und die Leichen in Sie Donau geworfen. Der Kommandant der Terroristenairuppe, Josef Cserny, erklärte, er habe den Austrag' gehabt, 400 Geiseln verhaften zu lassen. Er befahl, bloß denjenigen niederzuschießen, der einen Fluchtversuch mache. Der Terro- iift Meszarvs erklärte, daß der Terrorist Lazar ihm besohlen habe, die beiden Lwllan zu erfefneffen. Beide wurden ans Tonauuser geführt. Lazar, Meszarvs und noch ein dritter Tervorist stellten sich hinter sie und töteten sie mit je einem Schuß. Auf die Frage des Präsidenten, ob er keine Gewissensbisse gehabt habe, weil er Unschuldige ermordete, erklärt Meszavos, er habe befürchtet, daß Lazar ihm em Leid zufttge, wenn er mcht gehorche.
Weingarten, 27. Nov. (WTB.) Ans dem hiesigen Friedhof wurde heute die sterbliche Hülle Gröbersbestattet. Die Grabrede hielt Stadtpfarrer Pfaff. Für die Reichstagsfraktion des Zentrums sprach Abg. Leicht, für den verhinderten Reichsminifter Erzberger Mmifterialdirektor Von Stockhammern.
Ein Landarbeiterstreik.
Stettin, 28. Nov. (WTB.) Die „Ostseezeitung" meldet au5 Greisswald, daß im Landkreis Greifswald ein Landarbeiterstreik ausgebrochen ist, der heute bereits 17 Güter umfaßt.
Der frühere Leiter des Marinesicherungs- dienftes in Frankfurt wegen Mord verhaftet.
Hus dem besetzten Geb!et.
Der Kohlenmangel.
Koblenz, 28. Nvv. Ter Kohkenman- gel macht sich der „Köln. Ztg." zufolge auch,m der Umgebung von Koblenz bemerkbar. So mutzte auf Anordnung des amerikanischen Kommandanten! in sechs Nachbarorten, darunter Ehrenbrettstr-n, Nieder la hn stein und Vallendar an den Wochentagen der Gasverbrauch eingeschränkt werden, ^.as Gaswerk Ebrenbreitstein dars nur zu bestimmten Stunden Gas abgeben. In Bad Ems hört btt Gasab« gäbe vom 30. November wegen Kohfenmangels vollstätü>ig auf.
Amerikanische Justiz.
Koblenz, 26. Nov. Zwei Schulbuben^hatteu die Frau eines ameri&mifeben Majors mit Schneebällen beworfen. Sie wurden dafür vorn amerikanischen Militär-PolizeiK-richt zu te einem Monat Gefängnis verurteilt, wurden aber bedingt begnadigt unter der Bedingung, während dieses Winters auf feine Frau mehr mtt Schnee hälfen zu werfen.
Besondere Marken im besetzten Gebiet.
Besondere Briefmarken für die besetzten Rheinlande hat die belgisckfe Regierung verausgabt. Es sind dies belgische Marken der „Hovre-Ausgabe" mit einem schwarzen zweizeiligen Aufdruck „Allemagne“. Die Marken sind in den Werten zu 1, 2, 5, 10, 15, 20, 25, 35, 40, 50 Centimes und 1, 2, 5 und 10 Francs erschienen. Außerdem hat die belgische Poft- verwaltung eine neue Marke ausgegebcm, die Den König Albert mit Stahlhelm barftedt.
und Schmidt. , .. ~.k
Präsident Fehrenbach eröffnet bte Sitzung um 1,30 Uhr. ,
Tie zur dritten Lesung der Reichsabgoben- ordnung neu eing^rachten Änttäge smd noch nicht «druckt. Daher wird tnc gestrige. Besprechung der EmähnmgKinterpellation zunächst wrtgeietzt.
Abg S t a p f e r (Z.): Die landwirtlchaMichen Erträgnisse mußten mit der Einsübnmg der achtstündigen Arbeitszeit zurückgeben. Tu Regierung muß Tüngstvsfe mr Verfügung stellen. Vo llg sinnlos sind die Symvatbiestveiks. Tie Arbeiter sollten lieber Kohte fördern, dann gibt es auch etwas zu essen. Der -Streit zwischen Stadt und
Bei kn.tatigm BalutaverMtnissen müssen wir uns mv^lchstvom Auslande 1-reimachen,ftmb bann mußbie Regu-run« Helsen und bte Produktion fördern. ^,e biShertgeitz Verordnungen der Regierung$ beeinflußt gewesen. Tie Transportwot schreibt sich hervon den Zuständen in den Eisenbabnr^arattrr- werkstatten, in denen keiner etwas tun will. Wenn Kartoffeltransvvrte auf enter Strecke bte fenft mk-nise Stunden dauern, neun Tage brauchen, so können währenddem die Kartoffeln dreimal er-
Au- dem Nelche.
Die Krisis im Bettfebsräle-Ausschuß.
Berlin, 28 Nov. Zum Betriebsräte- aesetz laben die Sozialdemokraten beschlossen, in der heutigen Sitzung des Ausschusses eine klare Stellungnahme des Zentrums zu verlangen, welches bislxr erklärt hat, die Verant-i Wortung ohne die MüVerantwortung der Demokraten nicht tragen zu fönnen. Ter strittige Punkt über die Aufsichtsrätc wurde entsprechend den For- deriingen der Sozialdemokraten erledigt. Es handelt sich nunmehr noch um die Bilanz e t n - sicht. Sollte es beute zu keiner Beschlußfassung oder zu einer 9IHebmmg der fezialdeinvkratischen. Forderungen kommen, so erwachsen daraus, wie Der „Bortvarts" sagt, möglicherweise die größten Konsequenzen. . c.
Berlin, 27. Nov. (WTB.) Der angekundtgte Kompromiß der Regierungsparteien über das Betriebsrätegesetz wurde vom Präsidium des Reichsverba ndes der deutschen Jn- d u st r i e als die s ch w e r st e G e s ä h r d u n g des deutschen Wirtschaftslebens bezeichnet. Die ernsten und schweren Bedenken der. Arbeitgeber müßleii uiibednigt Berücksichtigung finden. Das angefün- digte Gesetz über obligawrische Schiedsgerichte sei fein Ausgleich. Es wurde beschlossen, am U. Dezember eine Protestkundgebung nach Berlin em- zuberufen.
Ter parlamentarischr ilntcrsuchungsaucschuß.
Berlin, 28. Nov. Der parlamentarische Untersuchungs-Ausschuß für die Vorgeschichte des Krieges einigte sich gestern auf die Feststellung des FrageboAens ür die Zeit zwischen dem Attentat von Sera- jewo und der Kriegserklärung, sowie über die Zuziehung einiger weiterer Sachverständiger. Der Fragebogen soll an die Haupt- austtiuftspersonen zu einer vorläufigen schriftlichen Beantwortung versandt werden. Noch dieser Vervollständigung des Arbeitsplanes will man nächste Woche an den Ge- amtausschuß herantteten, um die mündlichen Vernehmungen über jene Zeit Anfang Januar beginnen zu können.
Ter Eisfnbahnw'rkthr.
Berlin, 27. Nov. (WTB.) Die Nachrichten über eine bevorstehende neue Sverre des gesamten Personenzugverkehrs sind unbegründet.
Neue Foid-rungen der ^ftnbahncr.
Berlin, 27. Nov. (WTB.) Eine Abordnung des deutschen Eisenbahner verbau des und der Gewerkschaft,deut scher Eisenbahner überreichte im preußischen Eisen- bahnminisstr!um und im Reichs inanzminiite.tum eine Denkschrift, in der bis zur Durchführung der Dejoibu.igsrejorm eine Erhöhung der lausenden Teuerungszulagen gefordert wird. Die Teuermtgszulagen sollen bei jeder Tartf- ernenenntg neu festgesetzt werden, um so das Einkommen in organischen Zusammenhang zu bringen. Die Tenkschrift enthält umfangreiches statistisches Material über das sprungliaite Emporschnellen der Warenpreise in den letztm vier Monaten.
Grübers Bestatwng.
Da» Ergebnis der franzvsifcheu Kammerwahle».
P a r i s, 27. Nov. (WTB.) Bis jetzt sind 600 Resultate der Kammerwahlen bekannt, 16 Sitze stehen noch aus. Gewählt sind: .33 Linksrcpublikanec, 60 Radikale, 83 Nadi- alsozialisten, 27 republikanische Sozialisten, 68 unifizierte Sozialisten, 6 dissidcnte Sozialisten, 133 Progressisten, 69 Vertreter der Action liberale, 31 5konservative. 250 Deputierte wurden nicht wiedergewählt, 350 wurden neugewählt.
Ein französisches KriegSgerichtSurteil.
Namur, 27. Nov. (WTB.) Havas. Das Kriegsgericht verurteilte ben Major Mac» - eaux, der 1914 das Fort M alonne kommandiert hat, zu fünf Jahren H a f t und Degradierung, da er nicht dir notwendigen Maßnahmen ergriffen hatte, um eine Leute an ben Tagen bes 23. und 24. August 1914 vor der Demoralisation zu bewahren, sowie nicht alle verfügbaren Ber- teidigungdmittel in Anwendung gebracht und das Fort übergeben habe, statt es zu halten.
Die Vermittlung in Amerika.
Bon der Schweizer Grenze, 28. Nov. In dem „Pariser Midi" äußett sich laut „Köln. Ztg" em Diplomat, daß Tast int Begriffe sei, zwis'ckien dem Senat und bei Regierung zu vermitteln. Sollte auch Taft keinen Erfolg haben, jo blieben nur noch starke Mittel übrig. Hier- icnter komme in Betrackst, daß Elömenceau als Botschafter rn Washington sich für die Mianz eni- jetzt, umsomehr, als Clömenceau der einzige europäische Staatsmann sei, ben die Amerikaner in den Himmel Heden.
Churchill über ein falsche- Gerücht.
London, 26. Nov. (Wolff.) Im Unke r h a u s erklärte C h u r ch i l l aus eine Anfrage, daß der Nachriclst, daß im Schwarz- wall) zahlreiche Artillerie, große Munitionslager und andere Vorräte für eine große Armee bereit lägen, nach den Erkunoigun- yen des Kriegsnnnisberiums kein Glaube beizumessen sei.
D' Annunzio.
Nom, 27. Nov. (Wolff.) Stefani. Nach dem „Avanti" wird von d'Annunzio und seinen Freiwilligen gegen Triest ein Handstreich vorbereitet. In dieser Stadt soll d'Annunzio ein militärisches Ze-nttum Italiens errichten wollen.
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Der Budapester Terroristenprozeß.
verschärft wott>en. . v n r
Als „Schleichhändler" wird fetzt b"strast, teer Gegenstände, für die Höchstpreise sestgesetzt sind oder die sonst einer Verkehrsregelung unterliegen, unter vorsLtzlicher Verletzung der best-elsendni Borschristen ober unter Verleitung eines anderen zur Verletzung einer Vorschrift oder nufer?lusnutzung her von einem anderen begangenen Verletzung dieser Vorschristen zum Zwecke der Wei ter Veräußerung mit Gewinn erwirbt ober wer sich zu solchem Enoerben hevgibt. Die Strafe für den Schleichhandel ist Gefängnis bis zu fünf Jahren, daneben Geldstrafen bis zu 500 000 Mark In besonders schweren Fällen des Sebfeichhandels unb der vorsätzlichen Preisrreibern ist auf Zucht- Ha u s st r a f e von 1 bis 5 Jahren und außerdem auf Geldstrafe bis zu 500 000 Mark zu erkeimen.
Eine bewnders gemeinaesäbrliche Form des Schleichftindels ist die Verschiebung wichtiger Nah- nmgsmitfel, Rohsivsfe usw. ins MiÄand. Zur wima wen Bekampftmg dieser gemeinschädlichen Handlnngm, durch roeldje geradezu die Existenz des Reiches in Frage gejlrllt wird, sieht die Ver- ortmung GcfenFms und in besonders schweren Fällen auch Zuchthausstrafen vor für denjenigen, der es int benrimmt, Gegens<«i^e, bie der Neichs- wirtsck)oftsmrinster als lebenswichtig bezeichnet hat, ofeie die erferrderliche Genehniigmig aus dem Reichsgebiet auszarführen. Neben der Strafe ist auf Geldstrafe bis zu 500000 Mark zu erkennen. Auch kann auf Einzielnms her Gezienstände erkennt werden, auf die sich bie frnartxtre HanÄung bezieht, unb zwar ohne Unterschied, ob sie dem Täter ge- tfören ober nicht. Tmnben ist auch der durch die strafbare Handltmg erzielte Gewinn eimuziehen. Entsprechend hatte Strafen sind auch schon für fahrlässige ZuwLerHandlung vorgesehen.
Um die Verordnung zur Fern Haltung unzuverlässiger Personen vvm »anbei besser durchgrei-- . . . fertb zu gesdalben, ist neben anderen Beß immun gen Atif die »orgeselzen, baß jedes danach unzullst'sige Geschäft wissensbi^ als nichtig betrachtet werden soll, gfeüfwfel, ob bi« Person, welcher der Handel untersagt ist ober bie


