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ZrschäfMMeMse venfMqk Mtrveff Vie sich zwischen 1000 Mk. und 260 Mk. bewegt, wozu für Kinder unter 18 Jahren noch eine Beihilfe von je 200 Mk. kommt.

Um den Aufwand hierfür auszugleichen, ist die Erhebung eines 7. Steuer Zieles beschlossen worden.

W wraw fmfcebütflf bemfisat wöert Wfe, ?lS nicht ©tobt und Shei» Gießen in vollem Um- nntge versorgt seien. Neben dieser Erwägung rech- nnii weiter mit bet Tatsache, daß cS regel- mMng ledes -Frühjahr zu einer Kartofselknapp- yrnt kommt, weil ein Teil bet Bevölkerung mit m«em ®otrot nicht haushälterisch nrnzuge^n ver- , veranlaßte den Kvmmunalverband und daS LcbensmUtelamr, der EinlaMtung von Kar- tofiÄdr näher zu treten. Größere Mengen in der &taot einzulagern, ist unmöglich^ da hierzu die -'Lttge Zahl geeigneter Keller seht. Um atfo eine drohende Ausfuhr zu vermeiden, und eine meserve rfie das Frühjahr zu schaffen, beschloß die Lebens- nntteldeputatron, Einlagerungsvertrüg- mit den Landwirten abzuschließen. Dies geschah aus An­regung des Landesernährungsamts auch in an­deren StÄften wie z. B. Darmstadt. Bei unseren Abschlüssen dachten wir an eine Menge von 20 000 Zentnern. ES wurde den Landwirten für Schwund, Verfterb usw. zunächst ein Aufgeld von 1 Mart pro Zentner angeboten. Unter dteser Bedingung tonnten wir aber keinen Abschluß erzielen. Tie Lebensmitteldevutation beschloß darauf, das Auf­geld auf 2 Mark zu erhöhen. Wir konnten auch letzt nur Verträge über 2000 Zentner abschließen. Tiefe Menge ist so unbedeutend, daß sie für die Versorgung im allgemeinen keine Rolle spielt. Ta die Kartofselnor jetzt außerordentlich groß ist, haben wir selbstverständlich diese Mengen wieder jreigegcben und sic kamen sofort zur Anliefe, rung. Kurz nach dem 15. September kamen nun die Anlieferungen ins Stocken und setzten schließ, lcch vollständig aus. Die Gründe hierfür sind verschieden. Zunächst war die Ernte zweifellos nur mittelmäßig und tot allem nicht gleichmäßig ausgefallen. Im feuchten Lehmboden war sie trotz des troefenen Wetters gut, in trockenen sandigen Boden dagegen sehr ftstecht. Im Durchschnitt kann man mit 40 bis 50 Zentner auf den Morgen rechnen. Tann schien auch die Preisfrage bte Landwirte zu einer gewissen Zurückhaltung Lst veranlassen. Es machte sich unter den Land- ivirten eine gewisse Bewegung nach höheren Preisen bemerkbar, die anscheinend aus dem Streite Friedberg zu uns üoergrisf. Ein Teil der Landwirte hielt mit den Ablieicrungrn zurück, weil ihnen höhere Preise in Aussicht gestellt wurden. Tatsächlich hatte auch eine Eingabe au daS Laudesernährungsamt Erfolg und der Kartosfelpreiz wurde aus 8 Mk. erhöht. Sie be­dauerliche Folge dieser Maßnahme ist, daß die ordentlichen Landwirte, die rechtzeitig ihrer Ab- lieserungspjlicht nachkamen, nun 75 Pf. an jedem Zentner verloren haben. Ich bebauete dies sehr und würde mich außerorventlich treuen, wenn irgendein Weg gefunden würde, um diesen Leuten einen Ausgleich zu schaffen, denn es find ordent­liche Elemente, die sich an die Bestimmungen der Regierung hallen. Die anderen spekulieren nur aut höhere Preise und bekommen für ihr wenig erfreuliches Verhalten obendrein noch Prä­mien. Weiter haben das Hamstern und der Schleich- handel ungünstig auf unsere Versorgung cinge- luirtt. Die Großstadt Frankfurt bietet hierin eine besonders große Gefahr. Der Kommuualverband hat nun auch hier entsprechende Maßnahmen ein. geleitet. Es findet eine scharfe Kontrolle der Bahn­höfe statt. Auch die Landstraßen werden durch die Gendarmerie streng überwacht. Gendarmerie- Patrouillen in Autos fahren auch nachts die Straßen ab und halten jedes Fuhrwerk an, um einen Inhalt festzustellen. Das Ergebnis dieser Maßnahme ist schon jetzt erfreulich zu nennen. Wir müssen uns hier vor Augen Outten, daß die Ablieferungslust der Landwirte um so größer wird, je schärfer die Kontrolle ist. Die wichtigste Maßnahme zur Steuerung der Kartoffelnot ist die Einsetzung der Kommissionen. Diese 21 Kom- Missionen, die vom Kommunalverband eingesetzt lvurden, sind bereits seit einigen Tagen tätig. Sie bestehen je aus einem Techniker (zum Abschätzen der Vorrats, einem Erzeuger des betreffenden Ortes und einem Verbraucher, |on>ie einem Mitgliede der Ge­werkschaften. Zwei Ortschaften sind bereits vott- lommen durchrevidiert. Besonders in einem Orte, wo man größere Vorräte überhaupt niclst ver­mutet hat, sind nicht weniger als 1900 Zentner zum Vorschein gekommen. Es ist yi hoffen, daß die Revifionen in anderen Orten ebenso günstige Ergclnrisse zeitigen. Irgendwelche Versprechungen in dieser Hinsicht kann niemand machen. Es be­steht aber begründete Hoffnung, daß noch größere Mengen Kartoffeln zum Vorschein kommen. Wenn nun festgestellt ist, daß in einer Ortschaft eine ge­wisse Menge Kartoffeln greifbar sind, dann muß es unsere wichtigste Aufgabe sein, die schleunige Ver­ladung und den Abtransport dieser Kartoffeln nach Gießen zu veranlaffen. 3n erster Linie muß dies durch die Eisenbahn geschehen. Ich muß aber hier offen aussprechen, daß die Eisenbahnverwaltung und das Personal keinesfalls alles zur Befchleun.gung des Abtransportes tut. Dies beweist z. B. folgender Vorfall: 5ln einem Orte sollten 2 Waggons verladen wer­den. Mit Mühe und Not konnte man die Bauern dazu be- wegen, die Kartoffeln nach dem 1'/^ Stunden entfernten Bahnhof zu fahren. Es wurde nun von den Kom­missionären befc Kourmlmalverbandes bei bet

' noch reM MirloffSk, ha Seiler W» mrd'brl !>en derzeit geringen Anlieferongeu auch ntdif chren lanfeuden Bedarf erhalten können.

fVj\?erxcftS -nGrechende Anweisungen an die. Kattoffelhändlir ergangen. Ich habe aber xu meinem Bedauern feststellen müffen, daß es noch genug Leute gibt, tnc seht ihre Wochenmarken noch etnlBfen, obwohl sie vorerst genügend Kartoffeln im Keller und viele ihrer Mitbürger außer, ordentlich schwer zu leiden haben. Ich möchte es nicht unterlassen, von hier aus nochmals eindringlich an das Mitgefühl dieser Leute zu appellieren.

Nun zu den Bemerkungen des Herrn Kraus- müller über die Belieferung der Gastwirte. Auf Beschluß der Lebensmitteldeputation sind die Vorräte der Gastwirte revidiert worden. Das Er- oebnis war aber derart, daß ich nur in vier oder fünf Fällen Veranlassung hatte, die Lebensmittel« beputotion zur Entscheidung anzurufen. 2lber auch in diesen Fällen handelte es sich nicht um übergroße Eindeckungen. Bei einer normalen Kartoffelversorgunp wären auch diese Mengen nicht beanstandet wdrden.

Auch mir ist das Gerücht zu Ohren gekommen, daß aus Eberstadt 24 oder 40 Waggons Kartoffeln verschoben worden sein sollen. Ich habe mich per,ön- lich nach Eberstadt begeben, aber feststellen müssen, daß aus Eberstadt überhaupt nur vier Waggons ab' gegangen sind. Ich glaube nicht, daß eine Verschie- düng von Kartoffeln oorliegt, wenigstens halte ich es für ausgeschloffen, daß derartige Giengen in Betracht kommen. Diese Angelegenheit hat mir aber Deran- laffung gegeben, daß der Kommunaloerband bei der Ausstellung von Frachtbriefen an seine Kommissionäre etwas vorsichtiger ist. Diele erhalten jetzt eine Anzahl Frachtbriefe, die sie an ihre Unterkommisfionäre av- geben. Bekanntlich können Kartoffeln nur auf amt­liche Frachtbriefe des Kommunalverbandes verladen werden. Der Kommunaloerband muß nun von seinen Kommissionären eine genaue Abrechnung verlangen- soviel Frachtbriefe habe ich erhalten und soviel Kar. löffeln verladen. Diese Angaben werden geprüft und dann kann man tatsächlich feststellen, welche Mengen Kartoffeln abgeliefert und versandt worden sind.

Weiter ist gesagt worden, daß uns von Bel­lersheim Kartoffeln zum Kaufe angeboten worden seien, die Stadt sich aber geweigert hätte, darauf ein­zugehen. Dies ist törichtes Gerede. Wenn uns Kar« tüfteln angeboten werden, so holen mir dieselben so­gar bei dem Erzeuger ab. Mir persönlich ist von solchen Angeboten nichts bekannt. Dagegen ein alt« derer Fall aus Lang-Göns, wo uns 1000 Zentner Angeboten worden sein sollen. Dies ist ebenso urt> wahr. Jur Zeit schwebt die Sache beim Kreisamt Friedberg. Solchen Gerüchten muß sofort ganz ent schieden entgegengetreten werden. Leider ist es meist nicht möglich, den Urheber festzustellen und feiner verdienten Bestrafung entgegenzuführen.

Zusammenfassend kann ich erklären, daß bei Stand der Kartoffelversorgung nicht u n g ü n st i g zu nennen ist, daß sich aber zur Zeit noch kein bestimmter Uederblick geben läßt. Wir müffen vor allem das Ergebnis der Br stondsaufnabmen abwarten und mit allem Nachdruck darauf wirken, daß wir die Ueberfchüffe der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten restlos erhalten. Wetter muß abgekartet werden, ob wir die bean­tragten 50000 Zentner Neichskartvffeln erhalten.

Stabte. Krausmüller (D. Bp.) erklärt, daß der Zweck seiner Anfrage der gewesen lei, der Oeffent- lichkeit über den Stand der Kartoffelversorgung Auf. Klärung zu geben. Er beantragt, von einer Debatte abzusehen.

Stabto. Ursiadt (Dem.) schlägt vor, die Ver­teilung der lausenden Kartoffelmenge bezirksweise vorzunehmen, um den Verbrauchern die vielen ver> geblichen Wege zu ersparen.

Stadtamtmann Dr. Selb: Diese Anregung ist recht dankenswert. Auch ich bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß dieser Weg der einzig mögliche ist. Hätte man die jetzige schlechte Anlieferung voraus, sehen können, so halte man schon beim Druck bet Marken eine bezirksweise Verteilung vorsehen können. Man hätte die Marken einfach mit einer Nummer versehen und die Wummern einzeln aufgerufen. Das Bcstellverfahren, das wir im Frühjahr eingeführt hatten, hat keinen Anklang gesunden. Ich hoffe je­doch, daß wir in den nächsten Tagen eine aus­reichende Belieferung durchführen können, um wenigstens di« Wochenkartoffelmarke zu beliefern. Dann dürfte sich auch die bezirksweise Abgabe er­übrigen. Wenn sie jedoch gewünscht werden sollte, liehe sie sich auch ermöglichen. Es ist vorgeschen beim Abholen der Kartoffeln die Vorlage der Ledens mitte.karte zu verlangen. Diese bietet jedoch kein« Gewähr für eine zuverlässige Kontrolle,

Beig. Krenzien teilt mit, daß am Mittwoch die Lebensmitteldeputatton zusammenttete, und datz et­waige Fragen in dieser Sitzung erledigt «erden könnten.

Stabto. Ebel (Dem.) fragt an, ob die Kartoffel­marken, die zur Zeit nicht eingelöst werben, ihr« Gülttgkeit behalten.

Stadtamtmann Dr. Selb «klärt, daß biese Mar- Ken an sich gültig sind, daß sie aber vorerst von den den Leuten, die ihren Winterbedarf bereits im Keller haben, zurückgestellt werden mögen.

(Die Sitzung dauert fort)

frütel ich weiß, über 5«mffurt getx-it WfW da von, daß bi? Anfuhr der Kartoffeln dadurch überhaupt verzögert wurde, waren sie aury durch unnötig langes Liegen aus der Bahn Frost und Diebstahl ausarfctzt. LS wäre datier fehr,z,u wünschen, daß dre Eisenbahnverwaltong rn dieser wichtigen Frage etwas mehr VerftündTNs Mgen würde. ES wäre a. B. möglich, einen befon- ÄurtorMjug mit Lescwagen laufen zu lassen. Btt tne Wagen an den einzeln.at Srationen ab* [teilen und spürer wieder einfmnmeln würde. Wei­ter müßte es zu ermöglichen ieüi, ftartofieliuagcn an Personenzüge anzuhängen. Gerade die Eisen, bahner sind beim Lebensmittelamt wegen beschien, nigter Kartoffelbelieferung vorstellig geworden. Dem kann aber nur entsprochen werden, wenn uns die Dahn im Antransport der Kartoffln nicht noch unnötige Schwierigkeiten bereitet. Wir haben ferner die tzLronyolung der Kartoi'fePt drrch Last­auto- in Aussicht genommen. Tie Stadt besitzt nun eine größere Anzahl von Lastwaa>m, aber -.'S fehlt dos nölige Benzol. Tie erfiorder.jchen Schritte sind jedoch bereits in die We<p' seleitel und ich hosse, daß wir im Lause der nächsten Woche die nötige Menge Benzol erhalten. In den Ort­schaften, die keinen direkten Bahnanschluß habm, ist es wohl das einfachste, die Kartosieln direkt durch Lailwagen fceudnsuipfai, die sie div'.kt zum Kleinhändler bringen würden. Hierdurch wird das mehrmalige Verluden vermieden. Weiter ist es Houpt.ruigabe des Kommun« Verbandes, mit aller Energie auf die sofortige Ablieferung zu drängen. Ich stehe auf dem Stondpunkt, daß die Lrno- nirte, dtc ihre Lieferungspslicht nicht erfüllen, mit Gewalt dazu gelungen werden. Ties ist nur ein Gebot der Gecechtigteit den Landwirten gegen­über, die ihre Pfficht nnb Schuldigkeit erfüllen. Sch Hoffe jedoch^ daß im Kreis-: Gießen solche Gewaltmaßnahman nichs nötig sein wtroen.

Weiter sind uns die Ueberschüffe aus den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten überwiesen worden. Auf welche Mengen wir hier rechnen können, ist noch nicht zu sagen. Ein Beamter des Lebensmittelamtes versuchte am Samstag leider vergeblich, in Alsfeld die Verladung von Kortoffeln sofort in die Wege zu leiten. Auch in diesen oberhessischen Kreisen halten die Landwirte mit der Ablieferung zuttlck. Es werden oder auch dort wie bei uns Kommissionen gebildet, die die Keller revidieren und die überstüsstgen Bestände feststellen. Wir werden bemü rechnen muffen, daß die Ablieferungslust in biefen Kreisen nicht atz', -rr.5 ist. Wir müssen aber mit allem Nachdruck daraus ötätigen, daß die Ueberschüffe resUos hierher kommen.

Als dritte Maßnahme zur Hebung d-»r «icirtojfeS not haben wir bei der Reichskarto,,riffelte 50 00C Zentner Kartoffeln bestellt. Ich hoffe, üoß uns eine Zuteilung in dieser oder annähernd gleicher Höhe zutell wird. Wir werden diese Kartoffeln sehr be­nötigen, denn wir können nicht wissen, ob die Ueberschüffe der Kreise Gießen, Alsselb, Lauterbach und Schotten ausreichen, unseren Bedarf zu decken. Nach Zeitungsmelbungen bat das Ncich bereits in Polen, Holland und Dänemark größere Ankäufe be- tätigt und wir hoffen, baß uns aus diesen Abschlüssen Kartoffeln Überwiesen werden können. Freilich müssen wir darauf gefaßt sein, baß diese Kartoffeln erheblich mehr als die inländischen kosten werden.

Durch die Ausgabe von Kartcffelbezugscheinen wird zweftellos die Eisenbahn ganz bedeutend ent- lastet, da der Verbraucher seine Kartoffeln vom Er­zeuger direkt in den Keller geliefert bekommt. Das Dezugsscheinwesen hat aber den Nachteil, baß wir vorerst nicht wissen, welche Mengen Kartoffeln in die Stabt hereinkommen. Dies können wir erst nach dem 20. November, wenn bie Lieferung auf Bezugsscheine aufgehoben ist. Dann können wir eine Abrech­nung der gesetzlichen Menge Kartoffeln halten, die hereindekommen ist. Wir können affo auch erst bann beim Lanbesemährungsamt mit Zahlen kommen und bestimmte Zuweisungen verlangen. Wir werben biese Kartoffeln dann letber etwas spät hereinbekommen und es besteht auch die Gefahr, daß in absehbarer Zett Fröste eintreten. 3m allgemeinen ist jedoch vor Anfang Dezember nicht mit Frost zu rechnen. Aber auch bann ist bet vorsichtiger Behänd- lung der Kartoffellabungen ein Versand noch nicht ausgeschloffek. Wenn z. B. ein Waggon mit etwas gedrucktem Inhalt ankommt, so handelt es sich hier meist um eine kleine Schicht; der übrige Inhalt des Waggons ist einwandfrei. Im vergangenen Frühjahr ist es uns z. B. trotz des herrschenden Frostes unter besonderen Vorsichtsmaßregeln möglich gewesen, eine gewisse Menge Kartoffeln aus der nächsten Umgebung Gießens hereinzubeksrnmen.

Ich möchte meine Ausführungen jedoch nicht chlleßen, ohne folgenden

Appell an die versorgten Einwohner

zu richte», d. h. solche, die ihren Winterbedarj bereits iui Keller haben. Es ist nicht mehr als recht und billig, daß diese Leute nicht auch noch die jetzt gültigen Kartofselmarken cinzu- ; ösen versuchen, mindestens solange nicht, als es noch eine große Zahl Einivohncr gibt, die

Die Sitzung wird kurz nach 5 Uhr vom Bei­geordneten Krenzien eröffnet. Anwesend sind außer den Stabto. Diener, Eichert, Gmelin, Kiel, Frau Lorenz, Sommer, Weih und Winn 34 Stadtverord­nete und die Beigeordneten Krenzien und Dr. Nosen- berg. Zu Urkundspersonen werden die Stabto. Baum mb Faber gewählt.

Die Kartoffelversorgung.

Stadtv. K r a u s m ü l l e r (T-. Vp.) Betont Ke einer Erörterung der Kartoffel frage. Bar allem mußten die vielen umlaufenden Ge­rüchte möglichst zeitig richtiggestellt werden, elje sie der bereits vorhandenen Gcregiung in der Be­völkerung neue Nahrung geben. Weiter wünschte der Redner, baß Kreisamtmann Dr. Sieqert feine Bemerkungen in der Versamm-lung der An­gestellten- unb Ärbeüerausichüste lieber unterlassen Litte. Wenn der KreiSaMttnann noch dem Bericht des Gießener Anzeigers sagte, daß sich ein großer Teil der Brvölterungüberver,org^' habe, io glaube er, das; in' der Vcivatbevölkernng die Zahl derer, auf die dies zulrcffe, nur Nein fei. Weiter behaupte Tr. ^iegert, daß sich die Gast- Nirte, LotetcerS mtd Schweinchalt-er sehr reichlich übe-rverforgl hätten. Dem sei gegenüberzustellen, daß, nie er gehört habe, gerade im Gasnmrtsge- werve bie Versorgung außerordentlich gering sei. Tr könne nicht verstehen, daß man einen so schnerniesenden Vorwurf einem ganzen Gewerbe mache. (Zuruf: Sehr richis!) Dagegen müsse man protestieren unv fordern, daß dieje Bchauptttnaen tDeniuell sunidgtnommeit nerben." Weiter ertliri tzer Redner, daß ein hartnäckiges Gerücht umlaufe, daß aus Eberstedt uno Ober-vörgrrn 40 Waggons Kartoffeln itech Saarbrücken verjchvben worden seien. Ein anderes Gerücht will wissen, daß> r-mb der Ernte noch aus Bellersheim der Stadl rartoifcIn angebvten worden seien, die aber keinen Gebrauch von diesem Angebot gemacht habe. Weiter in es eruünfdX, nxnn Tr. Seid etioad über den Stand der 5tactosseloersovgnng sagen tonne,

Sladtamtmann Selb:

Linsichilich der formalen Seite der Karlvffel- oerfor-ung ist zunächst zu sagen, daß sieb die Tälia- :!cit der Stadt darauf zu beichränken hat, d-ie ihr ijuilcl;cnx Kartoffel menge bei dem Kvmmunalver- oanb (Vießcn anzufvrdern und eine ordnungs- :mäßige Verteilung vorzunehmen. Zch will bamü t.iber keineswegs sagen, daß wir uns auf diese .-i4tig!eit beschränken sollen. Selbstverständlich I'toben wir auch über den Rahmen dieser Tätigt,t Irinaud bei den in Frage kommenden Stellen in rcidjem Maße Vorstellungen erhoben.

Ich wi.l zunächst aus die Entwicklung der Kar- Soffeiernte in diesem Jahve eingehen. Seit Früh- na^c schon hatten wir unter einer großen KEr- Üflr-elnjl za leiden. Nach, der Frühlartasfelernt.» -ar eine Bcs ecung erwartet worden. Tie^e wir -llerding^ nicht ollzugvoch denn in unserer Ge- iicxb ntrben roentjac Frlchkartoffeln angebnut, bi* tmr mehr mittelfrühe und vor allem Spatkartos- tn. .'.Vhtte 3mn bis Ansang August machte sich tune starte Kartofte.kuappixü sühibar.

. ,,^crWc' fflL3 «ndeceil Äommunaltierbanben ly.riL,tcu toi fein zu erhalten, hatten wenig Erfolg. Es Hande.te sich nur um einige liundert Zentner, v rnmer6in kamen wir leid.ich über diese Z:it hi.i* -eg.Mitte September setzt; nun die tzerhft- ImtoHe^iorgintg ein. Dieser Zei.punft ist nrft- r-er Ansicht nach für unsere Gegend viel zu früh, Hnii wir haben am 15. September unmöglich dcibsikortos>e-n, höchstens mi-telsrühe, die inne &JltUrf;it für das ganze Jahr ha^»en. Es wär.' gm'iiienlos, wallte mau der Bevölkerung di;se mitieiren Kartoffeln als Winaerbcdarf zur Einkel- V. rung geben. Ta nun am 15. September -;ine S-tv-biekung des Kartoffelpreises nrs-olgte, wurden rtir kurz vor diesem Dermin mit Kartochein über* nfl.toemmt. In einer Woche erhielten wir nicht it-eniqcr als 6000 Zentner. Dies ist bebrütend mehr als unser Wochenbeoarf. ES kommt weiter hnzv, daß eine große Anzahl Gießener einen SkiiI iljrcS Beoanrs selbst geoaut hat und in d:r «Kwung auf niedrigeve Preise zunächst diese Kar- t^neln verbcaucl te. Wir schwammen also kurz vor dem 15. (Loeptember nur so in Kartoffeln anb h ufeten nickst, wohin damit. Tiefe Kartoffeln .toten

Gesahr des Verderbens ÄuSgesrtzt. Tie Händ- !<r waren vollkommen eingedeckt und di; Bevöl* terung nahm diese ffiariofp^n nur- U'rnb ab. TanteiS irurte von gewisser icite bei- Antrag gestellt, die Ausfuhr ton Kartoffeln zu gestatten. Es lagen auch Aus- 'v üranweisungen der Landeskartoffelstelle Darm­stadt vor. Lebensmittelamt und Kommunalverband stcmden aber auf dem Standpunkt, daß eine Aus-

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