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stche (Erhöhung der Preise, war natürlich wieder Er» Höhungen der Löhn« zur Folge hat. Diese Preis­erhöhung ist brsonder» nötig, nm die Waren im In­land« zu behalten. Ein« derartige Politik erstreben rotr auch für die Industrie an. Alle Braunkohlen- revicre müssen erschlossen werden. Wo angängig, muh Akkordarbeit ein geführt werden oder Stückarbeit mit Prämien für besondere Leistungen.

Abg. Hermann- Beutlingen (Dem.): Amerika fürchtet die ft nfcurrenj Deutschlands wegen des hohen Standes de» Dollars. Hoffentlich gelingt es bald, unsere Wirtschaft durch Valutaanleihen zu stützen. Dollsozialisternngen find mit größter Vorsicht auszu- führen. In der Vohstoffeinfuhr muh volle Freiheit herrschen, außer in Luxusartikeln. Wir wünschen eine zielbewuhte Mttelstandspolitik. Das Mnnstermm muh eine klarere Drgani ation erhalten.

Abg. Dr. Roesicke (Deutschnatl.) Nur eine Aus- aleichung der Preise kann uns helfen. Es muh alles geschehen, um dem Handwerk wieder auf di« Seine verhelfen Die Sonntagsruhe muh in den kleinen Stäbtcn im Interesse der Landbevölkerung beschränkt werden. (Eine große (Erbitterung wird bei der Land- wirtschaft geschaffen durch uniackgemähe Kontrolle der Ablieferung. Die Landwirtschaft ist dauernd zurück- gegangen. Der Anbau kann nicht zwangsweise be? trieben werden. Wenn die Verhältnisse sich nicht än­dern, sind wir gezwungen, immer mehr vom inten« stoen Betrieb abzugehen. Die Zwangswirtschaft muh aufgehoben werden.

Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Vorher Anfragen, nachher Neichsheer.

Schluß 6/, Uhr.

verbrechen an unseren Kriegs; gefangenen.

Im Anschluß an bereits früher erfolgte Veröffentlichungen von Aussagen unserer heimgekehrlen KricgLge.angelten über völker­rechtswidrige Behandlung in Feindesland lassen wir heute weitere Dokumente folgen.

LS «sch int der aus französischer Gfcfangeit- schäft enln-ich.ite und ab Lin^lyeiinkehrer zuriuk- grfthrtr schütze Willy £> u u} e, geb. 25. Dez. 1899 in Gr.-Wenden fct Nordhausen (Thüringen), Metzger von 23:ruf; Res.'Jnf.-tztgt. 231, 3. MG!?., g-cmngengenainmcn am 1. Oltoixr 1918 bei Svm- me-Ti) oureb Franzoien, entlassen nach Äwß-Wen- den bei Nord Hausen (Thüringen).

Derselbe erklärte: Als ich am 1. Ost-ober 1918 gelangen genommen wurde und ich mit meinen üt'n- metüDcn abgriu ,1 wurde, nahmen uns jranzö- sische So(oaten sofort alle Wettty gcnstmide ab, wie i.U;ren, Messer, Stätten und bergt. Wir kamen ins Lager uno iag:n biS zum 31. Dezember 1918 dauernd unter srcieui Himmel. Erst nach 2) Tacy-n feil unserer Gesäugennuyme bekamen wir Zeltbalpi und eine Decke. DaS teilen war äußerst mangri-- faft und uiizureich.nrd. Bis -um Mai gib es nur einmal etwas zu eifen, von oa ab dann A.oeimal. Äir rourom mit cica&enarbeiten unv Bahnbau be- schäftiat. Ehe wir von oer Arbeitsstelle inj Lager zuru.ri'amen, war es meist bururi; und gMtz früh morgens ging es schon wieder loS. Tie Deimndluug durch die iranzästschen BewachungÄeute tuet men» schenuuwüroig. Bei der geringsten Kleinigkeit schlu­gen die BeuxichungSleute mit einem Stock, z. B. wenn wir herumliegenois Brot ausnehmen wvlllew und bcrgl. Auch iyibe ich einmal gefri/en, wie ein franzöiiia-er C-n'ijuit einen meiner rkameraoen mit oem ?3uu gerieten hat, iom* weil derselbe den Offizier nicht gefehat und bal?er nicht gegrüßt ijattc. Wer sich trank meldete, wurde, nadjüem cr oem Arzt vorg suhrt war, den ganzen Tag in [alte Baracken gejperrt, die zu genagelt wurden. Wer ge|uno gcscchnebcn wurde, kam 8 Tage in Arrest. Auch gab es bei Sttaiifrnt-io ungen Abzüge vorn Essen.

Am 22. September bin ich mit einem Kame­raden ans einem Gefangenenlager bei Berdun ent­wichen.

Ich bin bereit, meine Aussagen nötigenfalls eidlich zu erhärten.

v. g. n.

gez. Willy fröche.

Es erscheint freiwillig der au5 französischer Gesaugeusck-ait zurück^ lehrte (als teinLe.hcim- Lehv-r- Infanterist Otto Belitz, geb. 2d. 5. 81 -u Peuschen, Braiuneister-Steili-eetr^'r, Ins.-Rgt. 111, 11. Komg., gelangen genommen am 14. i. 1915 bei Reims. Durch Franzoien entlaßen nach Karlsruhe, Scheficlstr. öl. Derselbe ctdärtc:

Ich war als Ge angencr von Oktober 1918 bis etwa Ende Mai 1919 im Depot Amiens als Dol­metscher. Zugleich wuroe ich dazu verwendet, in der «online jiu verlaufen. Diese Kantine wurde von einem französischen Korporal geleitet, ging aber sonst aui Rechnung der deutschen uriegsge.an- gencu, uno Die Franzosen Hutten damit nichts weiter zu tun. Auch die Erwarnifie aus dem Kontinenbetrieb kamen daher den brutschen ÄrieZs- «sangenen lugute. In der Äantiiw hatte ich im Lause der Zeit 180 Är. Ersparnisse. Der fron« zölische Korporal Rcns Senegal benötigte einmal (Amang Aprll- Geld zu üöbnungen und verlangte deshalb norubergebeno diese Laminenenparnifse von 180 Fr., um löhnen zu können, da er nicht genügend Geld dazu empiangen hatte. Ich gab ihm auch die 180 Fr. gegen Quittung: diel es Geld verlangte ich bann am 8. 4. zurück, da der Sergeant aus dem Devot sortkam und am Abend abreifen wollte. Der Sergeant weigerte sich aber zur t>erau»gabe. Ich habe ihm darauchin Borhal- tungen gemacht, vielleicht auch in etwas baitlicbet Weise, itwraui er mich so,ort in Arrest steckte. In derselben Rocht kam dieser Serg^-ant in meine Zelle mit etwa 46 Mann und schlug mich mit der Faust in unmenschlicher Weise, wobei sich auch die übrigen Leute, die er mitjebradjt batte, beteiligten. Ich war derartig zugerichtet, daß ich sofort am nächsten Tage aus ärztliche Anordnung ins Hospital tarn. Nach Entlastung ans dem Losvital beschwerte ich mich über die Mißhand­lung, wurde aber von dem französischen Kom­mando, iten deS Depots 30 Tage in Arrest ge- heckt, weil ich auf Durchführung der Beschwerde bestand. Die Beschwerde ist nicht roeitergegeben worden. Rach Aolauf meiner 30 Tage Arrest wurde ich sofort der Slraskomvagme Capph Nr. 132 übenmefm. Ich Barn hier mu 50 Maim an. -liefe muhten mit ihrem Hab und Gur an­treten. und hierbei wurde allen Leuten wie auch Pl1.cJ11 wtfein des französischen Kontpagnie- sührerS alles, was mit besahen, abgenommen: die

«chcbc bid aur ein fremd und Unterhose, Sn i* « .. 3 i.L /. U|,V. 2fN ganzen

halte meine Kiste nut Inhalt einen Wert von etwa loO <rr Aus meine Beschwerde hierüber Warn ich 13 Tage Arren, da meine Beschwerde unbegründet sei. Ich war für alle meine 50 Kame­

raden beschwerdeführend twrgetreten. Wückrend dieser Arrestierung bin ich am 2. 7. 19 entwichen Auf dieser Flucht wurde ich aber angescho sen und verwitNdet von Engländern bei Verrönne aar- genommen und von hier ins frosvital geschickt worden. Tann habe ich einen weiteren Flucht- versuch am 2o 7. zusammen mit vier weiteren Gefangenen gemacht, wurde aber in der Eifel von einem Deutschen Betraten und idtgenommen. Ich belam 30 Tage Arrest. Darm unternahm ich (rnbe September von VarenneS einen weiteren Fluchtversuch, dec bann gelangen ist.

Ich bin bereit, meine Aussagen evtl, eidlich zu erhärten.

v. g. tt

gez. Otto ®elifc<

Aus StaM und Land.

Sieben, den 28. Ott. 1919.

Srnennung von Ehrendoktoren.

Von bet Landes-Universität wird uns mitgetcilt: Tie philosophische Fakultät Gießen hat aus Anlaß der Einführung des Doktor­grads der Staalswissenschaften zu Ehren­doktoren der Staatswissenschaften ernannt: Ten Geheimen Kommerzienrat Siegmund Heichelheim in Gießen, ben tatkräftigen Förderer staatswissenschast» lichcr Studien, der als Präsident der Gie­ßener Handelskammer, um das Wirtschafts­leben, als Stadtverordneter um die Kom- munaloerwaltnng sich hoch verdient gemacht uiuB*eii<e auf tiefem Verständnis für die sozialen Bedürfnisse seiner Zeit gegründete fruchtbare Wirksamkeit auf dem Ge­biete sozialer Fürsorge entfaltet hat", und den Ministerialrat Hari Schliephakc in Darmstadt,bem vielbewährten und hochverdienten Staatsbeamten, der eine frucht­bare, von hohem wirtschaftspolitischem und sozialem Verständnis getragene Wirksamkeit zum Wohle des Staates entfaltet und wäh- rcnd der Kriegswirtschaft sich unvergängliche Verdienste erworben hat^.

Die Würde eines Ehrendoktors d e r P h i l o s o p h i e hat die Fakultät verliehen dem ordentlichen Honorarprofessor a. D. Dr. jur. Ludwig Günther in Gießen, ^ber burd) seine umfassenden tiefgründigen Forschungen über die deutsche Gaunersprache die deutsche Sprachwissenschaft in bedeut­samer Weise gefördert hat".

Neufestsetzung der Zuckerpreise.

(Aus den Mitteilungen des Reichswirtschafts- miuisteriums.)

Durch Verordnung vom 14. Oktober sind mit Zustimmung des Reichsrats und des Lolks»vlrlschasrlichen Ausfaiusses dec Na­tionalversammlung die Zuckerpreise für das Äictschastöjahr 1919/20 neu sestgesctzt. Ter Rohzuckerpreis ist unter Berücksichtigung Der aesuegeneu Kosten für die Zuckerrüben und die Verarbeitung auf der Basis Magdeburg auf 53 Mark für den Zentner, der Verbraucys- zuckerpreis auf 75,30 Mark für den Zentner bestimmt worden. Bei der Berechnung der Preise wurde von den durch eingehende Re­visionen und Rechnungsprüfungen tatsächlich ermittelten Unkosten des Vorjahres ausge­gangen. Hierbei ist nach Benehmen mit den Arbeiterverbänden und anderen Beteiligten die Steigerung der Veracbeituugskosten be­rücksichtigt worden, die besonders durch eine Erhöhung der Löhne, Lohienpreije uno Frach­ten eintritt. Bei der Feststellung des Roh­zuckerpreises ist dec im Frühjahr festgesetzte Mindestpreis für die Zunerrüben von 4Mt. zugrunde gelegt; daneben ist ein im Frühjahr gegebenes Leriprechen, den Fabricen die Be­zahlung der Rüben zu einem diesen Mindest- preis übersteigenden Pceffe zu ermöglichen, durch Einrechnung ritte» Betrages von über ö Alk. für den Zentner Rohzucker eingelöst worden.

Der Grobhandelszuschlag mußte ebenfalls mit Rücksicht aus die gediegenen Frachtsätze und die eryöhten sonstigen Unkosten heraus­gesetzt werden; er ift au, 3,70 Mk. bestimmt; dabei ist die Mögltchteil vorgesehen, ihn im Verwaltungswege zu erhöhen, falls besondere Verhältnisse dies nötig machen.

Für den Fall einer Erhöhung der Zucker­steuer oder einer Aenderung der Umsatzsteuer ist dem Reichswirtschaftsminister die Ermäch­tigung Vorbehalten, die Preise anzupafsen.

Gleichzeitig wuroe durch die erlassene Verordnung die Aufhebung der Zwangsbe­wirtschaftung über zuckerhaltige Futtermittel mit Ausnahme oer Meraf.e ausge.prochen; die Melasse kann im bisherigen Umfange von den rübenverarbeitenden Zuckerfabriken an die Rübenlieferanten zurückgegeben werden, bleibt aber im übrigen für wuhtige Zwecke in üfscnt- licher Bewirtschanung.

_3u oer Frage, ob die ZuckerzwangSwirt- 'chaft im Herbst 1920 aufzuhebeu sei, konnte endgültig noch nicht Steimug genommen werden.

Tie Frage der Haustöchter.

... Zu einem in unserem Blatte veröffent- Itchten Ausruf an öte Haustochter erhalten roir heute eine mterehante Zuschrift, die wie­derum zu der Frage praktische Vorichläac bangt:

Sie brach*» in Nr 238 -,h« «fMtten Blatte* einenAusruf an die Haustöchter" der gewig m manchem fraus.rauenherzen einen Wider- ball fand und der nicht ungetan tm Wind oer* wehen sollte. Ihnen schwere 'JLitlagt fordert von allen ernste Arbrit. Wer irgend kann, sollte fetzt möglichst seine häuslichen Ardeneu allein ver- rufjren und so roenig iremoe fruir in Anspruch rttbmtn, wie irgend mog ich. tes gibt jedoch in vielen grösseren Familien ein von Arbeit dah die iTrflfte der .frausfrau überfteizt. Ta lieg!

es nahe, einen Ausgleich pr suchen, der ben Strom der brachliegenden Ätaite nach dieser Stelle leitet. Geiritz sino un'er un'eren jungen Mädchen viele, deren Lröellskrast zu Lause nicht voll auszenutzt werden kann und die ihren Bflichten­kreis gern erweitern und einige Stunden des TngeS in fremdem franse frilf« leisten möchten, wenn iie sicher wären, dort auch wirllich als franStvcbtcri' betrachtet zu werden, d. h. die arbeiten übertrage« zu bekommen, die die Laus- frau eine eigene Tochter auch tun ließe und ebenso wie diese) vollkommen uir Familie gerech­net zu werden Auch müßte Dem Mädchen noch etwas Zeit und Kraft übrig bleiben, nm die griffigen Interessen, die feitber ihr Leben nahezu aus'ülllm, nicht ganz mtg-^fle« »u lassen, denn das würde für unsere gesamte Kultur einen Ber- luft bedeut en. Es wäre also erwünscht und in den meiften Fällen auch möglich, die frilfekii'tung auf mehrere Stunden oxr bcube Tage, je nach lleber- einhinff, zn beschranken Nun gibt es aber in jedem frausyall eine Reche von Arbeiten, die von Kind auf geübt fein müssen, weil sie eine gestählte Kraft vorausietzen. Nicht jedes ungeübte junge Mädchen ist imstande, sie zu verrichten, ohne Schaden zu nehmen. Könnten da nicht von irg-md e ner Stelle auS kräftige Leute herangebildet wer­ken, die auf Bestellung täglich oder von Zeit zu Zeit kamen und Kohlen fr-rau trügen, Treppen imö fraus lur scheuer en, Teppiche klopften uiiüy etwa nach bem Muster der Schau ensterputzer? Vielleicht stände sich ein energischer Unternehmer, der den Versuch machte, arbeitswillige Leute Männer, Frauen ober Mädchen einzm>llen, unb her für t.idytio* Arbeit, Pünl.lichkeit, Sauber feit, EhilickBeit nfto. einslünce. Eütc derart iM? Einrichtung und die 3ifitfry rung der Stellung alsSauSto(fiter" würde unseren jungen Mädchen gewiß den Entschluß jur baue liefen frilfe in fremden gebildeten Fa­milien erleich'.ern, zumal die Aussichten in anderen Berufen für gcbilueie Madck-en immer Geringer roerben.

Vc.a.istaltungcn.

Ttcn ? tag: Littst p.e.h us. Die Rache des Titanen mit Fern Andra. - Schwarz.Weih-Thcater, Cili" undDas Haus gegenüber" mit Harry Hyggs.

Mi 11w och: Hochfchulgefellfchaft, Der für morgen angekündigte Vortrag von Herrn Profeffor Hanstn ist auf Mittwoch den 5. 'Jicocmber verschoben woroen, da der Redner erkrankt ist. Lühftpicl- t!;eatcr wie Dienstag.

* Aenderung der Dienst stunden für die BureauS des Polizciamts Zur Ersparung Don freiznng und Bcl.uchtung werden die Dienjtsiunden aus d:n Bureaits bei Polizei- amtg bis aur wettere w e folgt festgefetzt: Montag 'üiS Freitag von 8 bis 12 /, u»d> 2 bis Upr <cm?:ag von 8 bis' 1', Uhr.

* Einbruch. In der vergangenen Vacht wurde I in eine hiesige Lcderhandlung eingebrochen und fol­gende Schäfte entwendet: 30 Paar Damen-Borcalft Halbschuhe, 36 Paar Herren-Doxcakf-Derbi, 32 ynar Damen-BoxcalftDerbi, 12 Paar diverse Schäfte seines Fabrikat, 12 Paar Herren-Rok-Boxcalf-Derbi, zwei Pakfte Rinds-Borcalf-Felle 4 300 Quaüratfuh, zwei braune Felle i 15 Quadratfuh. - In einem anderen Geschäft: 1 Schreibmaschine ohne Kasten (SystemThe DUdci"), 1 Akkun.ulalorenlampe, 15 Chastelongue- decken. Die gestohlenen Gegenstände haben einen Wert von mehreren 1000 Mk.

Gefaßte Schiv indler. In der Person des Josef Goldcnfels aus Schutter­zell tüuvbc ein Betrüger entlarvt und feft- gcnommen, der es verstand, Angehörigen von Kriegsgefangenen vorzutäuschen, daß er als deren Sohn aus der Liriegsgesangcuschast zurückgekehrt sei. Hierbei verschaffte er sich durch Tekearaume an seine angeblichen An­gehörigen Geldsendungen, um nach der Hei­mat zurückkehren zu tonnen. Sein Unwesen wurde jedoch ausgedeckt und er wird der verdicnlcn Strase entgegen gehen. Weiler wurde ein arbeitsloser junger Viensch sest- genommcn, welcher sich einen Dllütärrock, den ein Soldat zum Schneider gebracht halle, als für diesen abholte und versilberte. In der Nacht vom vergangenen Samstag zum Sonntag wurde in einem hiesigen Schneider- gcschäst eingebrochen und eine größere An­zahl Fracks, Ucbcrzicher, Westen, Hosen, Smokiiigs, sowie Swffe zu Anzügen ent­wendet. Bor Ankauf wird gewarnt. Für die Hcrbeischaffung der Gegenstände in noch gutem Zustand ivird eine Belohnung von 200 Mark ausgesetzt.

* Wildverkauf. In nächster Zeit kommt in den städtischen Verkaufsstellen Kon­rad Beplcr, Ätcustadt, und Wilhelm Hor- mann, Niäusburg, Wild zum Verkauf. Wer Wildfleisch beziehen will, hat sich von Mitt- ivoch den 29. d. M. an unter Vorlage der Lebcnsmittclauslvciskarte dort in eine Liste eintragen zu lassen. Siehe Anzeigenteil.

Di« vlL VroDin|ialD«rbanb»au6« Stellung oberhesfischer Kaninchenzüchter unb bi« II. Alubschau bes Schwarz, unb Llaulohklubs für frefitn und angrtnjenbe Gebiete, Sih Giehen, stndet am 8. unb 9. November auf der Liebigshöh« statt

** Lin« Aart« be» neuen Deutschland«. Um unseren Lesern entgegen zu kommen, haben wir eine 80:100 cm grohe Karte bes neuen Deutschlands Herstellen lasien, bie wir zu dem sehr niedrigen Preise von l,bO DI. anbieten. Kein Zeitungsleier, keine Schule, kein Geschäft unb Lokal, kein Kontor sollte verfehlen, gerade diese flar.e zu erwerben, da sie nicht nur in der Preislage, sondern vor allem durch mustergültige Ausführung alle ähnlichen DerSffent- lichungen in den Schatten stellt. Zeichnung unb Druck flnb so sorgsam vorgenommen, dah die verschiedene Größe unb die Namen aller wichttgen Städte unb Ortschaften klar ersichtlich find. In Fünsfarbenbruck sinb bie strittigen Grenzgebiete besonders gehenn. zeichnet. Es ist uns eine Freude, unseren Lesern eine solche vorzügliche Karte, die Schmuck und Be^ lehrung vereinigt, anbieten zu können.

Landkreis Gießen.

rt. Langsdorf, 26. Ott. Im Frühjahr dreier IahreS hntre ber fiu.iy. ecb ä e r d e r e i n te'cfuiiicn, 5<faft au-.oarttgrr r in oer

frdbc von 4050 S.ück aufjancijmen. Ti- tat» iächiichc Stückzahl, die von ausnpdr^ mut hier (fr-brackn wurde, betrug aUecdings das Tjpp'ik. tes entftanben d?.durch Reibe.^ren inn.t5 al^ber &:» meinte. Mttte S^miwn dieses Jahr.'S faßte nun

der TrmeindTrat ven BetMuß, d-ß aH? frcmbdl 56at« bis 15. Ctr^jcr d. IS. auZ der 0>;mcr^in» entfernt frin m6tLil Vm den auswörckoen Sck>af- kn'leru ruie bieier Termin nicht ring frillen intti ter GnneinLerut brich in frin-r Sitzung c>m 17. Oktober, daß bt5 wälestenZ 20. bu auswär­tigen Scha e von ihren Lestvern ab^epoft f-in müß­ten, mbr.gcn a.15 ergri ien»

Den. Ter 20 Oktober ver.ief,>.« daß iämt- Itde Schale abgrnjit wurden. Der Gem.inderat sShtte iich. baraufliin veranlaßt, in einer Sitzung am 21. zu beschließen, daß fpäteikn» 22. bie Schafe cnbgü tig auS unterer Gemarkung -bgcbJÜ kin müßten, andernfalls von der Gkmrinbe Jfüpe erhoben würde. Um ikm bie iyn Schaf.rvercur Eeltgenhrit zu gxtben, bi? Soük auf fri.d»ichem T^egc zur Er.edigung zu brinya, wurde der ®> fcklutz Darin geäiib-Tt, daß der end>5ÜUige Termin der 23. Oktober sein solle. In einer Sttzung bes Schafhaltervereins am 22. würbe einstimmig festgestellt, baj der Herein dafür sorgen werbe, daß bie Schaf» mogachst halb von ihren (Eigentümern abgeholt wür­den. Tat.üchlich sind nun alle auswärtigen Schafe obgeholt worben, so daß die Klage unterblieben ist. (Es sei aber an dieser Stelle darauf hmgewiesen, daß sämtliche Gemeinbcratsbeschlüsse in dieser Angelegen» heit nicht rechtsgültig find, da bei der Abstimmung Gerne,i'.deratsmitglieber ihre Stimmen abgaben, die M tglicber des Schöfervcreino sind. Die betteffenden ©emeinbfratsnritglieber haben also ein direktes Jitter» esse an der Schasfroge unb können noch der Land- aemcinbeorbnu g an derBeratung dieser Angeleaen- yeit nicht teilnehmen. Durch Auoichlutz der betreffen­den Gcmcinberatsmitglieder wäre der (Demeinberat nicht mehr beschlußfähig gewesen. (Eine ft läge tm Namen der (Bcmembe konnte auf diese Beschlüsse nid)t erfolgen.

rL Langsdorf, 27. Oki. Don der Bürger­meisterei Langsdorf ist bei dem Oberbürgermeister der Stabt Gießen der Antrag gestellt worden, daß der Stabtoerorbnete, der bie Aeutzerungen betreffend bie Bekanntmachungen tn der ftartoffelftage in Xiangs« dorf gemacht hat, diese in öffentlicher Stadtverordneten- sitzung zurücknimmt unb daß eine entsprechende Der» üffenlüchung im(Bicfotncr Anzeiger- er felgt

ArtiJ Friedbtrg.

Einstellnug h:r rrirünn.ohlcnobgabe.

Friedberg, 27. CEt. Tie9cachfragen nach Braunkohlen aus bcni oberhcssischen Bergwerk WölferShcim ist so stark, daß bei Verlauf bis zum 17. November eingestellt werden mußte, um wieder etliche Vorräte anzusammclu.

= Vilbel, 27. Oft. Bei einem Tanz­vergnügen mr GaslhauS zum Pfau siürzten Sonulag abend von der Decke 15 Quadrat­meter Puh herunter. Zahlreiche Personen er­litten Verlchungcn. Ter 19jährige Philipp Heil aus Bccungeshcim trug eine IcbcieS- gefährltche Gehirnerschütterung davon. Der Sachschaden ist sehr bedeuten».

freifeN'Nafftiu.

Eine Fülfchmtiuz/'rivcl'ls'ijite entdeckt.

---- Frankfurt a. M., 27. Cft. 9tach eifri­gen Bemühungen gelang es heute mittag dec Krimiitalpolizei, den vielgesuchten Falsch­münzer Friedrich Vergölst zu verhaften, eine neue Falschschcinfabrik dieser ManneS zu entdecken und zahlreiche Helfershelfer fest- ztmehmen. Vcrgolft, dec un Juni wegen Falschmünzerei verhaftet wurde, dann aber aus dem ^ranketchause entsprang, hat seit­dem die Herstellung von falschen 50-9)1 arf» scheinen wieder im größten Umfange betrieben. In einem Hause der Trcieichstre^e fand dir Polizei eine vollständig eingerichtcle ^Roten- Orncfcrci* mit allen modernen Hilfsmitteln, Tiegeldruckpresse, 5UischccS usw. Eine mäch­tige iLifte barg Tauscttde und Abertausende von Blankosä>einen, die zur Herstellung det Geldes verwendet werden sollten. Reben Vergölst wurden noch zahlreiche andere Per­sonen, darunter zwei Ehcvaare, als HetserS- heiser oerhastet. Tie Zahl der von Bergölfl und Genossen seit Piarz d. I. Qu5gtflfbcr.cn Jalschscheine geht in bie Hunderttauscnde.

<Rcrid?tifaa(,

Das Urteil im 1 ro;c- Rödel.

Frankfurt a. M., 27. Oht. (MTV.) Bei ben Tumulten am 31. März bs. Zs. war hier der Mo- trofeHöbet vom Sicherheitsdienst erst nach furcht» barer Mighandlurg in ben Main geworfen worben unb ertrunken. Nach mehrtägiger Derhanblung oer» urtei te heute bas Schwurgericht als Täler ben Händ­ler ftirwelzu 15 Zähren Zuchthaus, ben Arbeiter Mann zu 8 Jahren Zuchthaus unb ben Schmied Götz zu 6 Jahren Zuchthaus, nachdem alle drei von ben Gutachtern als schwachsinnig erkannt unb deshalb uur Anklage auf Totschlag erhoben worben war.

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, den 28. Ott. 1919.

Die gestrige Sitzung der Stadtoerordtteter hatte das Schicksal der meisten vorhergehen­den: Was nicht auf der Tagesordnung stand, nahm den meisten Staunt ein und die De­batten drehten sich um die nebensächlichster Fragen, z. B. wieder einmal über die Art der Geschäftssühruna. Es ift eigentlich un* glaublich, daß eine GeschästSordnung bisher immer nod) nicht vorhanden ist und drei- viertelstündige Debatten darüber notwcudig werden, welcher Antrag zuerst zur Abstim- ntunfl zu kommen hat.

Bon höchstem Jutereffe waren auf eine Interpellation ÄraitßniüUet hin die Ausfüh­rungen Dr. Seibs über die Kartoffel« Versorgung der Stadt Gießen. Wir iver. den heute nur diese Ausführungen und die Debatte hierüber in unserem Blatte bringe», da wir auS Raummangel nicht in der X'noe sind, den ganzen Bericht wiederzuaeben. Be­sonders heroorgehoben sei noch, daß den stuöl- ischen Beamten, Angestellten u,Asb?stkG.tmr

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