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Gebr. Kahl
Rr. 226 VEes Blatt
Die neuen poft- und Teiegraphen- gebühren.
Dom 1. Oktober 1919 ab beträgt im inneren Verkehr des Reichs-Postgebiets sowie im Verkehr mit Bayern und Württemberg die Gebühr: für
^ernbriefe bis 20 Gramm . . 20 Pf. über 20-250 Gramm . . 30 „
Ortsbriefe bis 20 Gramm ... lö „
über 20 - 250 Gramm . . 20 „
Fernpostkarten ..........15 „
Örtspostkarten ..........10 „
Rohrpostbriefe ..........60 „
Rohrpostkarten..........50 „
Drucksachen bis 50 Gramm .... 5 „
über 50—100 Gramm . . 10 ,,
über 100 - 250 Gramm . . 20 „
über 250 - 500 Gramm 30 „
über 500 Gramm bis 1 Kilogr. 40 „
Veschäftspapnre bis 250 Gramm .... 20 „ über 250-500 Gramm . . 30 „ über 500 Gramm bis 1 Kilogr. 40 „
Warenproben bis 250 Gramm .... 20 „ über 250 — 500 Gramm . 30 „
Mischsendungen bis 250 Gramm .... 20 „ über 250-500 Gramm . 30 „
über 500 Gramm bis 1 Kilogr. 40 „
Dostaustragsbriefe.........75 „
Briefe mit Wertangabe
im Fernverkehr bis 20 Gramm . . . 50 über 20 - 250 Gramm 60 „
2. im Ortsverkehr bis 20 Gramm ... 45 „ über 20 - 250 Gramm 50 „
dazu eine Derficherungsgebühr von ... 40 „ für je 1000 Mk. Wertangabe
Postanweisungen bis 5 Mk........20 „
über 5 „ 100 „ .......40 „
„ 100 „ 250 „ 60 „
„ 250 „ 500 „ 80 „
500 „ 1000 „ 1 Mk.
Pakete sMeistgewicht 20 Kilogr.)
Nahzone
Ins 5 Kilogr......0.75 Mk.
über 5-10 Kilogr. . . . 1.50 „ , 10-15 ... 3.00 „
„ 15 - 20 ... 4.00
Fernzone 1.25 Mk.
2.50 „
5.00 „
6.00 „
für Linschreibpakete
tritt eine Einschreibgebühr von ... . 30 Pf.
für Pakete mit Wertangabe
die Einschreibgebühr von 30 Pf.
und eine Versicherungsgebühr von . . . 40 „
für je 1000 Mk. Wertangabe hinzu. Jedem Paket ist eine Paketkarte beizugeben
dre Eilbestellung bei Vorauszahlung
1. noch dem Ortsbestellbezirk:
a) für eine Briefsendung.....50 Pf.
b) für ein Paket........75 „
2. nach dem Landbestellbezirk:
a) für eine Briefsendung .... 1.00 Mk.
b) für ein Paket.......1.50 „
abldrabtvatraSii jede Settitelle nmj ifc an Jedermann. ffütfllog frei. wJit i-MW aller Sorten
WHM
M. Tronik,
1 SoQioritTüße 71
Sonstige Gebühren: ^nschreibgebühr ..... 30 Pf.
Gebühr für das Vorzeigen von Nachnahme.
sendüngen.......... 25 „
Ausfertigungsgebühr für das Ueberweisungs- telegramm bei telegraphischen Postanweisungen ...... 25 „
Gebühr für dringende Pakete 2 Mk.
Iustellungsgebühr ........40 Pf.
Y ückscheirrgebühr....... 40 „
Sßnlieserungsgebühr für au Hertz alb der
Schalterstunden eingelieferte Einschreibsendungen und Pakete .... 40 „
Gebühr für Unbestellbarkeitsmeldungen . . 50 „ „ „ Erlaß eines Laufschreibens . . 40 „
„ „ Bestellschreiben wegen Nachliefe
rung von Zeitungen . .
25
A«s Stadt rrnd Land-
Gfrtefeesi, den 27. Sept. 1919.
** Aenderun g von Amtsbezeichnungen der hessischen Staatsbeamten des Lokaldienstes im Geschäftsbereich des Ministeriums der Finan- ri-n Mit Wirkung vom 17. Seot. 1919 ab führen •^gtnbe Finanzbeamlen andere Anitsbcz-eicbnungLN. 4- 1. Die in der Ausbildung befindlichen Anwärter weißen statt wie bisher Finanzgehüfen jetzt Finanz-Anwärter (in Preußen den Zoll- urb Steuersupern umeraren entsprechend). 2. Nach 'Qlegung tfcr Staatsprüfung führen diese Anwärter die Bezeichliung Finanzpraktikanten(statt 1 frie bisher Finanzaspiranten). 3. Beamte im t a s s c n d i e n st: BezirkSkassiere führen jetzt die Bezeichnung Staatskassiere, Bezirkskassen- niiftente führen jetzt die Bezeichnung Staats- iossensekretäre, Avntrollbeamte der Lokal- lafsen bei gleicher Vorbildung Staatskassen- Inspektoren. 4. Beamte bei den Finanzämtern: Statt FinanzamtSassistenten wie oisher, jetzt Fi.nanzamlssekretäre. Die den Finanzämtern beschäftigten Unterbeamten, me Bureau Vorsteher, Finanzamtsgehilsen und .Meibgehilfen werden evtl, später auch röte andere sllmstliche Benennung erhalten. 5. Beamteder ^Dllverwaltung: Statt bisler Äauptstener- Mtsrendanten jetzt: Ob e r zol l kassie re, statt xruptsleueramtsrevisoren jetzt Oberzollrevi- 'oren, statt Hauptsteueramtskontrolleure jetzt .Haupt st eueramtsinspekloren. Revi^ vnsinspettor und Niederlagcverwalter heißen jetzt iollinspektor, Steueramtsrendaute Zoll- assiere, Revi.ionskontrolleure und Obersteuer- mtrollcure .Oberzo llkontrolleure, SinruDt'- eueramtsassistenten. Steueramtskontrolleure und steuereinnehmer (legt,'re wenn mit gleicher Vorübung Zollsekrctäre. Außer diesen Ober- e amten der Zollveriva.tuno, werden die Unter- ?omten, wie Bezirkssteueraufseher und Steuer- ußseher entsprechend den Untcrbeamten an den rmanzämtern andere dienstliche Benennungen cr- allten. Für die sämtlichen aufgeführten Finanz- i tarnten, welche auch ftm Hinblick auf den lieber- °.Mg der bundesstaatlichen Verwaltungen auf das HdS einheitlich geänderte Amtsbezeichnungen jetzt iu fuhren haben, ist an Vorbüdung notwendig:
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I. unb ücrfllbert, mh und üttinae, >/,M
iq Miogcn N. 3.-. IlleS stanko dimb: srbertiarlell •ankfnrt »H jornborititr-5t
M:: BÄ empfiehlt u*' idw.Kohiermann _BleichstraßejL- landwagei
Leitewagen Kastenwagen Einzelne Räder .rlSchu"c‘
Bahnhofstf' 62 !benCJWAESÜ (aubennetze
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Me Postsendungen, mit Ausmahme der gewöhn- sichen unb eingeschriebenen Briefe unb Postkarten, un terliegen dem Freimachungszwang. Das bisherige Bestellgeld kommt für alle Sendungen, mit Ausnahme her Eilsendungen unb der Zeitungen, in Wegfall.
Die G ebühr für gewöhnliche Telegramme beträgt: im Stadtverkehr für das Wort 8 Pf., mindestens 80 Pf., im sonstigen inlänbischen Verkehr fü:- das Wort 10 Pf., mindestens 1 Mk
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 27. September sW
Reife für die Prima eines Ghmnasrums, Realgymnasiums oder einer Oberrealschule, ferner das Absolvieren eines mindestens dreijährigen Vorbe- rcitungs- und Ausbildungskurstks an verschiedenen Staatsbehörden; nach Plänen des Reichssinanz- ministeriums soll ein inehrsemestriger Hochschulbesuch später angegliedert roerben. Die entsprechend vorgebildeten Fmanzbeamten in den Ministerien führen statt der bisherigen Bezeichnung Revisoren jetzt die Benennung Ministcrialsekretärc bzw. -ob er se kre t äre. 6. Beamte beim Amtsgericht. Die Aktuare bei den Amtsgerichten erhalten die Amtsbezeichnung Amtsgerichtsobersekretäre und die Muariats- assistertten die Bezeichnung Amtsgerichts- s e k r c t ä r e.
** ReichSwehr und Industrie. Das Reichswelwgruppenkommando I hat für seinen Befehlsbereich eine Zentralstelle (Wohlrahrtsabteiltlng) eingerichtet, die mit der Uebcrleitung der demnächst zur Entlassung kommenden Reichswehrangehörigen ms bürgerlick>e L-eben beauftragt ist. Um ihnen Arb.'itsmöglichkeiteit zu schassen und damit eine politisclje Gefahr zu binnen, die durch die Existenz- losigkeit f'J vieler Lausend^' hevaufbeschworen ivürde, sind alle größeren industriellen Werke ersucht worden, ihren Bedarf an Arbeitskräften auf einem Fragebogen anzugeben und diesen baldmöglichst an die Zentralstelle, Berlin W 35, Genthiner Stratzc 13 G, zuvückzusenden. Es wird daher an dieser Stelle auf die Wichtigkeit einer Zusammenarbeit der Industrie mit genannter Zentralstelle besonders hingewiesen.
** Ausgaben und Ausgestaltung des Volks bil d ung.swe sens in 5)^ssen. Die hiesige Kveisschulkomnnssäon batte für Donnerstag die Mitglieder der Schulvorstände, Bürgernwister, Geistliche und Lehrer, des Kreises, sowie alle Freunde des Vokksbildungswesens in die Turnhalle der Höheren RLädchenschule in Gießen cingcladen, wo der ehemalige Lchrer und jetzige Direktor der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung, Has finger - Darmstadt, über „Die Aufgaben und Ausgestaltung des Volksbildungswesens in Hessen" sprach.. Es gilt, wie der Vortr«yende hervorhvb, die geistigen, sittlichen und religiösen Kräfte unseves Volpes mehr als dies bisher geschah, zu wecken und zu pflegen. Aus dem Obrigkeitsstaat ist ein Volksstaat geworden, der aber ohne ein urbeilsfLhiges Volk eine große Lüge wäre. ES treten also ungeheure Er- ziehungHausgaben an unser Voll heran, um es für den Volksstaat reif zu machen. Die Zentralstelle wendet sich an das erwachsene Volk, sie will all die Bestrebungen unterstützen, die geeignet sind, unser Volk zur Höhe zu sübren und das Leben lebenswert zu machen. Die bisl-erigen Bestrebungen dieser Art, die nicht verkannt werden sollen, litten an einer großen Zerrissenheit. Sie sollen alle unter dem einheitlichen (Sfaxntten der Volksbildung zusammengefaßt, dieser einer großen Idee dienstbar gemacht werden, ohne aber deren Selbständigkeit in irgend einer Weise Abbruch zu tun. Von welchen Grundgedanken diese VolksbildunZs- arbeit ausgehen muß, führte der Vortragende durch Verlesung der auf der Versammlung der Volksbildungsvereine zu Rothenburg a. b. Tauber gefaßten Beschlüsse aus Um nun die ganze Arbeit auf eine breitere Grundlage zu stellen, so daß alle Schichten unb Kreise unseres Volkes erfaßt werden, war es nötig, die bisher gröerrnt arbeitenden Vereine und Organisati-otwn zu vereinigen. Es ist dies geschehen und all« LierrörigunMn haben in bereit’ willigster Weise ihre Mitarbeit in Aussicht gestellt. Ein Erlaß des Hessischen Landes amts für das BildmrgÄvestn hat übevakl die freudigste Zustimmung erfahren. Eine Erhebung bei den ?in- rclnen Gemeinden über die dort vorhandenen An- säys der Bildungsarbeit soll in Kürze der Oesfent- lichkeit zugänglich gemacht weichen. Haupt- und Unterausschüsse für die einzevnen Gebiete desDvlks- bildungswesens sind gebildet und haben ihre Tätig-- keit auf genommen. Notwendig ist es, daß alle nach ihren Kräften bemüht sind, das Arvtze Werk zu fördern, alle die im Volke stehen unb die Volksseele kennen, denn itad> der Schablone kann und darf nicht gearbeitet werden, sondern immer im Ansckiust an das Gegebene, die datsächkichen Verhältnisse. In erster 2tnie wird an bi« Arbeitswilligen zu appellieren fein, die sich ihrer Vor- antnortlichkeit bewußt sind. Wird sich so Kraft, Einsicht und Mllerr unseres Volkes immer mehr starken, .so wird der Glaube an den Sieg der Wahrheit und GervchtigLnt uns nicht betrügen, und unsere Kinder werden trotz der jetzigen schweren Zeiten einer besseren Zukunft entgegen gehmr. Nach der nun folgeitixn Aussprache, in der verschiedene Bedenken unb Anveguugen vorgebracht wurdm, 'wies der Vortragende nochmals auf die ungemein große Wichtigkeit der LolksbildungsbestDebunge-n hin und forderte die Anwesenden $u eifriger Mitarbeit auf.
Kreis Alsfeld.
a Lehnheim (Kr. AlSstÜ»), 24. Sept. Dor einigen Tagen weils.e unser: Kreisbehörde zur Besichtigung unseres alten Schulhauses in unserer Mitte. Weil das Schukhaus etwa um 1790 errichtet "wurde, so mutzte unser Ort hinter unseren' Nachbar gemeinden Stangenrod, Atzenhain und Flensungen, welche prächtige neue Schulhäuser haben, zurückstehen. Nunmehr hat. unsere' Gemeindevertretung ebenfalls die Errichtung eines neuen Schul Hauses beschlossen.
Kreis Lauterbach.
Lauterbach, 24. Sept. Der Qb^hessische Verein für Baseler Mission, dem 76 oberhessische Gemeinden und eine Anzahl Einzelmitglieder angeboren, toitb seine diesjährige Tagung in unserer Stadt halten. Nach einem Missionsgottes- dienste am Sonntag den 28. d. Mts. wird am Montag den 29. Sept, die Jahresversammlung abgehalten rorrben. Im Mittelpunkt steht ein Vortrag von Misfiansfekretär Muller-Ba!el: Bor welche Fragen und Aufgaben stellt ixr Friedensschluss die Baseler^Mission?
Deutsche und französische Kriegsgefangenschaft.
Dirlammen,^Kr.Lauterbach, 26.Sepl. Hier kam vor kurzem ein Brief an, der verdient, als Zeugnis eines Franzosen über seine Gefangenschaft in Deutschland weiteren Kreisen mitgeteilt zu werden. Es ist ein interessantes Gegenstück zu dem, was der „Gietz. Anz." vor einigen Wochen einmal an Berichten von deutschen Gefangenen über ihre Gefangenschaft in Frankreich brachte. Der Brief ist datiert vom 2. August 1919 und lautet in
führe m Treis a. d. Lda. Neubauten auf und sei hierbei nicht berechtigt, ihren mit Bauarbeiter b^d-äftigten Hilfsarl>eitern gegenüber den Metall- arbeitertarif zur Anwcndmig zu bringen, vielmehr sei der Bauarbeitertarif matzgebend (III. Lohngruppe, 1,80 Mk., Bauhilfsarbeiter 1,70 Mk: Teuerungszulage v. 1. 1. 1920 an, Rückwirkung seit erstem Antrag an die Firma: 23. 8. 1919). Tie Baugcschäfte im Lumdatal zahlten alle die Tariflöhne. Entscheidend sei die Art der Arbeit, nicht der Zweck des Baues. Im vorliegenden Fatl sei die Firma die bauausfühveiü>e Uiibemehmerin. Scheidhauer n. Giestmg im benachbarten Mainzlar zablten in ähnlickrem Fall die 93aiiarbeitertarif» lölme, obwohl sie selbst Chamottefabrik f<en. Die Frage, bei welcher Organisation die Arbeiter eingetragen feien, sei nicht ausschlaggebend.
Tie .An t r a g s ge gn e ri n führte aus: Der Bauarbeitertarit könne nicht zu Grunde gelegt werden. Tie Firma habe einen Teil der Hanauer Metallhilfsarbeiter aus der Treiser Gegend, um nicht zu warten, bis wieder normale Bauzeiten herrschen, und um den Arbeitern Arbeit zu beschaffen, als Notstandsarbriten Gelände planieren 1 af|en und mit der Errichtung eines kleinen G> bändes für das dortige Zweiggeschäft begonnen, Maschinen gekauft, um selbst die sonst z. Zt. irirftf zu erhaltenden Ziegelsteine herzustellen: die bclr. Arbeiter will die Firma als Mietallarbeiter wciter- fuhren, wenn iie auch jetzt nicht in ihrem eigentlichen Beruf tätig feien. Die Arbeiter betrachteten die Arbeiten selbst als Notstandsarbeitei', gingen tagelang ohne weiteres ihren Erntearbeitcn nach und blieben trotzdem Metallarbeiter, hätten auch als solche erst Mitte Juni mit der Zweigstelle Lollar des Metallarbeiterverbandes die Lo^rftft-. setzung betreiben lassen, feien jetzt aber wohl durch die günstigeren Löhne des Baugewerbes zum Uebertritt in die Organisation der Bauarbeiter bewvgen worden. Eigentliche Maurer seien es nur einige; aber auch diese seien nur als Hilfs- arbeitei angenommen worden.
Der Schlich tun gsauss chuß gab feiner grundsätz- licfceii StellunanalMe, indem er davon ausgmg. datz weder die Zugehörigkeit zur Organisation, noch der Charakter als NotstarchSarbeit von entscheidender Bedeutung ist, in folgendem Schiedsspruch Ausdruck:
Ten von der Firma Heinrich Amenj>-HanLl, Zweigniederlassung Treis a. d. Lda., in Treis a. ö. Lda. beschäftigten Arbeitern sind insoweit uni> solange sie mit baulichen Arbeiten beschäftigt werden, mit Rückwirkung vom 28. August 1919 an die im Tarif für Bauarbeiter festgesetzten Löhne zu zahlen, die Teuerungszulage vom 1. Januar 1920 an.
Ten Schiedsspruch erkannte die Arbeitgeberin. nicht an. Tie Arbeitnehmer erklärten das Anerkenntnis, mit dem Antrag, den Schiedsspruch durchs den Herrn Staatskommissar für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen zu Darmstadt für verbindlich erklären zu lassen.
5. Die Wirtschaftliche Bereinigung der Privatange st eilten von Gießen und Umgegend hatte den,in Sachen der Gietzenen Firmen des Grvtztzandels ufnx tvegen Gehaltsaufbesserung und Tarifvertrags am 10. 9 1919 erlassene Schiedsspruch bemängelt, weil durch Ausscheiden von Mitgliedenr des Schlichtungsau s- schnsses dieser zwar paritätisch, aber nicht tn voller Besetzung geblieben war. Es wurde deshalb nochmals verhandelt (unter Bezugnahme auf die früheren Erörterungen). Der Schlichtungsausschutz hielt an dem Schiedsspruch vom 10. Septem bei' 1919 fest, wonach daS Abvommen vom 26. Abigust 1919 als Schiedsspruch zu gelten bat, mit ban Zusatz:
„Mit Rücksicht auf die dauernd steigende Teuerung soll vom 1. Januar 1920 an auf die fest« gesetzte Gchaltsskala ein Deuerun gStzuschlag von 10 Proz. gewährt werden."
Tie Parteien behielten sich Erklärung ppr,
Büchertisch.
— Neue Tierbevbachtungen. Don Dr. Th. Zell. Preis geh. 1,50 MI . geb. 2,50 Mk. Stuttgart, „Kosmos", Gesellschaft der Natur- freimbe. Geschäftsstelle: Franckhsche Berlagshand. lung.
— Spiel in Moll, ein Chopin-3d>mar! von Zvachim Delbrück. Preis 6 Mk. Verlag Ullstein L Co., Berlin.
Veemlschtes.
* Was die neuen Steuern kosten» Tie neuen Steuergesetze werden jetzt der Reihe noch veröffentlicht. Tie Vorlagen sind von der Nationalversammlung so schnell und in Missen erledigt worden, daß, der Leser über die Einzel- leiten kaum unterrichtet ist. Es ist deshalb zwecks mäjjig, wenigstens das Wichtigste darckus zu wieder- la len, vor allem, was man zu zahlen hat. Jedermann wird von der Zündwarensteuer betroffen. Sie beträgt für Zündhölzer, Zstndspan- chen und Zündstätcheu für 30 Stück 2 Pf., für 30 bis 60 Stück 3 Pf-, für jede weitere 60 Stück 3 Pf. Zündkerzchen kosten je 20 Stück 10 Pf., Feuerzeuge bä einem Herstetterverkaufspvris bis zu 2 Mk., 50 Pf., bis zu 5 Mk. beträgt die Steuer 1 Mk., darüber 3 Mk.. Platinselbstzünder für Gas- glühlampen kosten 30 Pf., Feuerzeuge mit anderen Zündvorrichtungen zMqir 3 Mk. «Aeuer. Ist Ed-lmetatt verwandt worden, so kommen 10 Proz zu. Lost Zündsteine oder Zündschienen zabl-m 10 Pi. für das Gramm. Fabriken, die nach dem 30. September 1914 eingerichtet sind, zaAm 10 Pro-, mehr. Die Steuer für jedes Karten- spiel beträgt 2 M?., ermäßigt sich aber für Stiele von 24 und toemger Blätter um die Hälft:, während sie sich für Hartenfpiele von mehr als 48 Blättern um ebensoviel erhöht. Tie Grunderwerbsteuer beträgt nicht wmiser als 4 Proz. des gemeinen Wertes, in Ausnochm-fallen 2 Proz. Tie Tabaksteuer beträgt für Zigarren im Kleinverkaufspreife bis zu 8 Pf4 8 Mk. für 1000, steigend bis zu 3 Mk. Steuer, bei einem Preife m 1600 Mk. Zigaretten kosten 10 bis 300 M7. Stenern aufs Tausend, je nach dem Preise von 3 bis 50 Pf., Rauchtabak 3 bis 60 Mr. bei einem Preise von 10 bis 80 Mk., Zigarettenpapien 10 Mk. für 1000 Hülsen.
deutscher Uebecsetzung unter Weglassung von Unwesentlichem:
Teure Fveunlx!
Ich kann Sie nicht vergessen, meine Pflicht würde es niemals zulafsen. Fch habe in der Zeit, da ich unter Ihnen lebte, einen sehr guten Eindruck empfangen können und habe ihn behalten sowohl von Ihrem Familieirleben als auch von bet Arbeit. Sie haben es mich nie fühlen lassen, daß ich ttriegsgesangcner mar. Diese Handlung ist edel »nc ich schulde Ihnen dafür aufrichtige Dankbarkeit. Wie war meine Rückkehr zu den Eltwn entzückend, ebenso für mich das Wiedersehen der Heimat! Wievielmal habe ich schon Gutes von Ihnen reden können. Meine Eltern beauftragen mich. Ihnen für die Wohltaten zu danken, die Sie mir erwiesen haben. Verfluchter Krieg: was hast du alles Mlgestellt? Wieviel Friedhöfe hast du geschaffen? Wieviel Eltern, Bruder und Freunde sind nicht mehr unter ims, aber sie bleiben ungeschrieben in nuferen Herzm.
Mein größter Wunsch, von dem ich benfe, dgh er erhört fein wird, ist der, daß dieser Krieg niemals wiederfehren möge auf unserer Erde. Wieviel Kriegsverstümnvelte jetzt! Nun wohl, teure Freunde, das alles veranlaßt mich, Fhnen zu raten, richten Sie Ihre ganz: Ausmerksamkrit darauf, dast der Has; auf Helden Seiten schwinde. Was hat er gebracht, ivas für eine Wohltat? Tnrchaus keine, nur Qualen. Darum soll man ben Hast fliehen. Tas ist ein guter Grundsatz. Ich könnte Ihnen sagen, baß, ich den einfachen deutschen Dtlann ebenso achte wie den einfachen Franzosen, denn beide haben den Krieg nicht gewollt, sondern häben immer den Frieden gewünscht. Unglücklicher Weise sind sie es, die am meisten gelitten haben unter dieser Geistei. Ich meinerseits bin zu grafeem Dank verpflichtet de m deutschen Sanitätsdienst, denn der ist's gewesen, der mich auf dem Schlachtfeld aufgelesen hat. Ein deutscher Kamerad hat mich zurückgetragen. Auch im Lazarett hat man mir bte gröfete Sorgfalt angedeihen lassen. Man hat mich gepflegt mit einer aufeerardentlichgrafeen und edlen Aufopferung. (Dvest Wteftte sind von i-ent STreiber besonders hervorgehoben!) All das läßt sich nicht vergessen, nein, das ist ringeschri:- bens ins Gedächtnis und mutz immer wieder über meine Lippen.
Empfangen Sie, teure Freunde, dir besten Freundesgrüfee.
Ein Freund, der Sie niemals vergessen kann. Genrat Charles.
Der Schreiber des Briefes hat zwei Jahre als Gefangener in der Familie zugebracht, an die er den Brief gerichtet hat. Die Behandlung, die ihm in Deutschland als Gefangenen Mteil wurde, ist der beste Beweis dafür, daß kein Hatz gegen Frankreich in deutschen Herzen lebte. Wenn er jetzt aber, nach dem, was unsere deutschen Gefangenen in Frankreich alles haben erdulden müssen und noch immer erdulden, in vielen Herzen sich regt, so ist das nicht zu verwundern.
Der Schtichtungsausschutz der Provinz Oberhesfen.
Berh«Mung vom 19. September 1919.
1. Tem Antrag des Richard Bär in Wein Heun (Baden) gegen bet Firma Rudolf Loe roenftein it Co. in Gietzm auf Wieder einsteklung wurde nicht ftattgegehm, da bie Firma nach den besonderen Verhältnissen ihres Betriebs hierzu nicht in der Lag; ist. Antragsteller ruft die Entschndung des Sdaats- kommffsars für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen zu Darmstadt an.
2. Tie ftäbt. Beamten in Alsfeld hotten wegen an der weiter Regelung der laufen- den Teuerungszulagen Antrag auf V^r- bandlung gestellt. Seitens der Antragsteller wurde das feit lange vergeblich betriebene Bestreben geschildert, neben den einmaligen Teuerungszulagen von 60 Pvoz. für 1918 und 70 Pvoz. für 1919 von 600 Mk. damaliger laufender Teuerungszulage eine Ausbesserung dieser zu erltrngen. Da in Ms- stld die Teuerungsverhällnisse genau dieselben feien, wie an anoeren Orten, verlange man nunmehr die staatlichen Teuerungssätze.
Bürgermeister Tr. Völstng legte den Standpunkt des Finanzausschusses bar. Man halte die vom Staat getroffene Regelung für zu schematisch, da hierbei alles 'über einen Kamm geschoren werde und die Leistungsfähigkeit unb die Verantwortung nicht berücksichtigt werde. In Alsfeld seien die Lebensmittel doch billiger, wie anbcrÄw. Die Stadtvertretung mache auch auf die finanzielle Mehrbelastung aufmerksam, bte Alsfeld nicht tragen könne.
Ter ScÄvchttmgSmlSschutz sing davon aus, dofe nicht unbedingt die Sätze der staatlichen laufenden Teuerungszulage anzuwenden sind, bafe vielmehr an gezeigt ist, nach bet Verhältnissen des einzelnen Ortes die Sätze zu bemessen. Vn kleinen Plätzen sind die Bedürfnisse zweifellos doch verschieden von denen größerer Städte mit ihren erhöhten Ansprüchen.
Es wurde deshalb Schiedsspruch erlassen:
Mit Rücksicht auf die niederen Gchaltsveryält- nisfe in Alsfeld und die dort allgemein herrschenden Levensverhaltniffe werden fvlgärde Sätze als lau» fenbe TeuerungsMlage mit Rückwirkung vom 1. Juli 1919 als angtmefjrö bezeichnet:
Für Verheiratete 1800 Mk., für Unverheiratete 80 Proz. dieses Betrags, für jedes Kind unter 14 Jahr«, 300 Mk. Tie bereits für das Rechnungsjahr 1919 bewilligte einmalige Teuerungszulage kommt nicht in Anrechnung.
Tie Vertreter der Antragsteller erkannten den Schiedswmch an. Dr. Bölsing behielt sich vor, die Stadwertretung über feie Annahme oder Ablehnung zu hören.-
3. Tie Firma Deutsche uwd Oe sperre i- chrsche Lackfabriken, Franz Megerle in Friedberg i, Hess, erkannte an, bafe sie ihren früheren Provisionsagenten (Kriegsteilnehmer) Gustav Machvl in Stuttgart weiter beschäfttgt; dieser wurde argen etwaiger Ansprüche aus diesem Berhältnis auf gerichtliches Vorgehen verwiesen.
4. Ter Deutsche Banarbeiterver- band, Bezirksverein Gi^en-Wetzlar, brockte '-w> een Durchführung des B?zirkS!vhn- und -Ar^its- tari^s gegen die Firma Heinrich Am end, G. m. b. H., Hanau a. M., eine grundsätzliche Frage zum Austrag.
Antragsteller machten geltend: 2.ie rzirma, die ast sich gefundheitsleckstiischc Apparate hnitelle.
Muapostolische Gemeinde
Gottesdienste: Sonntag nachmittag 3'/, Uhr 7905_____________Mittwoch abend 8st, Uhr._________
Stadtmission Gießen, Löberstr. U
Jeden Sonntag Abend 8*/2 Uhr Neligiöser Vortrag „ Mittwoch „ 8’A, „ Bibelstunde
Jedermann herzlich willkommen. ,MeoI>


