Dienstag, 2Z. Mai (9(9
bex Rat der Vter übcrringctonimat, daß du «reinigten Staaten alle deutschen Schisse, die in den Häsen der Vereinigten 5 t a n t e n beschlagnahmt wurden, behalten dürfe«
Großthünngkn.
Berlin, 27 Mai. )ür den Zusammen schlufi Thüringen? ift, nur nerfthiebenr Bl St ter melden ein Bolksrat und ein Staat-jrat vo-. gesehen
Bluffvcrsuchk der Feindc
Berlin, 27. Mai. Aus dem beicht*n Gri'.c! wird dem Berliner ^LoKalanzeiger" gemeldet Dir feindlichen BesatzungSkruvpcn betret beit in bett lebten Tagen gewaltige Skrbereihingcn für den Fall eine? Einmärsche- in das nicht» besetzte Tcutschland Zum größten Teil handelt eZ sich um Bluff:, um Deutschland cinzuschüchtern und für die Unterzeichnung deS Friebens Vertrages geneigt zu machen.
(rin Aufruhr in London
London, 27. Mai. (WTB.'' Reuter. Nach einer Kundgebung von Arbeitslosen, früheren Sold a t c n und Seeleuten i m $> l) be pa rf versuchten die Demonstranten, zum Parlament burdnubringen. Tie Polizei, bi? ihnen bett Weg versperrte, wurde mit hol.; fäfren beworfen, die von der eben in Autz tefferung begriffenen Strafte aufgenommen trur den. Tte ^Polizei wurde aurüzf getrieben, erhielt eine Verstärkung und ging zum Angriff ütrr Mehrere Personen wurden Drrnninbci; ein Iwrit teuer Schutzmann wurde verlebt. Drei Berhas tungen wuroen oorgenommen.
Ans einer Londoner Protestversammlunq
Haag. 26 Mai. (WTB.f Aus her Ansprache dev bekannten Arbeiterführers S m i l l ie. be* Präsidenten des Verbandes der Bergarbeiter, in der groben Prote st Versammlung in bet Albert-Hall gegen die Blockade und gegen die Friedensbedingungen in Versailles sind folgende Sätze ndch bertiorwbeben: Wie in 5Vottev Namen können wir bin gehen und mit den Teill scheu verhandeln, während wir ihre Fraiurn und Kinder aushungern?l ES würde menschlickier sein, die Maschinengewehre aus sie zu richten, als Zinder zu Tode zu hungern Es ist eine ewige Schande nicht nur für die Politiker, sondern für das Volk, daft so etivas gcbidbct nrirb Ich söh am liebsten, das; die Arbeiterpartei sich würdig zeigte, die Zügel der Macht zu ergreifen, um der Regierung klar zu machen, daft dieses Massakrieren aufbören muft. Am Schlüsse seiner Rede sprach Smillie die Hoffnung aus, daft die organisierte Arbeiterpartei Englands eine sofortige Aktion unternehmen würde, um die Aushebung der Blockade und den wirklich dauernden Frieden zu sichern. Smillies Ausführungen wurden von bei Massenversammlung mit stürmischem Beifall he grüßt.
Die Nahrung-mitttlverforllmiff Englands
London, 26 Mai. (WTD.) Reuter Die „Pall Matt Gazette" erfährt, haft die britische Regierung wegen der steigenden Preise unb um dem drohenden ernsten Mangel zuvorzukom- meit, wiederum die Kontrolle über die ganze Speck-, Käse- und Margarine-Ein fuhr au-zuüben beschloß
Der Kampf gegen die Sowjettrnppen in Rußland
Am ste rdam, 26 Mai. (WTB.) Tee „Times" meldet aus HelsingfvrS: An der Front om Ga tf chi na, 43 Mi en von Petersburg, mußte der rote General stab am Dienstag und Mittwoch feine besten Kräfte ermeßen, die von dem njrb russischcn Armeekorps falt ganz aufgerieben wurden . Dem bolschewistischen rechten Flügel, der von fmrrischen Freiwilligen, die unter dem Stfnihr britischer Kriegsschiffe .nach bfm Fort üriasna^r lNvrka. 30 Mellen vm Petersburg, vorrückten, zurückgetrieben wurde, widerfuhr das nlnrtxf Schicksal. Tie Vorhut der Nordarmee steht nach den letzten amtlichen Berichten 37 Meilen von Petersburg.
Stockholm. 26 Mai. (WTB Bei I s - borst westlich P l eS ka u durchbrachen die Esten die bolschewistischen Linien und machten 1000 Gefangene, darunter /in ganzes ScharsschüHen- regiment estnischer Kommunisten. Tic estnischen Truppen stehen jetzt 10 Werst von P les kau
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen)
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«egen die Gefahr der Stufchleppvug de» Flecktyphus.
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M KrriSamtes. — Bekärnllnurchung bec. Polizei- enti Gießen.
über die Höchstpreise für Pellvieum ! 'fiaühnair Dnm 1 Mai 1916 (Reichs-Gesetzt S. 350). i ’fidnrid) ^19. — Verordnung, betreffend
110«" 'kroftsghrzenglmien. Vom 24 Januar 1919. — « Antir* bosienftrie Ausgabe neuer Zins^og-n (Fälligleits- enntn 1. Oktober 1919 bis etnHfilicÜizh 1. Avril
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1560 zu Sevilla spielt, keinen Mangel an äußeren Geschckl>nissen vorwerfen Wie Toima Ines ihre Hand demjenigen verspricht, der ihr den Mörder des Geliebten entdeckt, wie sie dann ihr Wort einlöst unb sich Ton Ernesto bin gibt, unb wie sie ihn endlich nach kurzem Sinnesrausch ersticht, ibn, den sie als den Mörder Rodriges erfennt — das wirkt vielmehr durch die rasche .Häufung tun Katastrophen und Höhepunkten fast wie etnr mittel ■
das neue wohlschmeckende
Abführmittel
überall erhältlich'
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ktellung ist die Leitung der meteorologischen Zentrale in Baden und ein Lehrauftrag an der
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Die llommunalwahlen.
Bur f 6 o r b 6 f e Iben, 26. Mai. Die beiden
(D* Vertrauensmänner gaben aber," wie es t einer Zuschrift an uns heißt, „sich selbst die kdre. unb halben sich selbst gewählt'. Somit wäre 11 u> der alte Ortsvorstanb abgebanft, was von Biden Landwirten der Gemeinde bedauert wird, da fa alte Gemeinderat nur Gutes geschaffen hat.
Hochschrrln ach richten.
bt Butzback, 26. Mai Dr. Pevpler von l»r hiesigen Realschule hat einen Rus als Professor der Meteorologie an die technische Hochschule in Karlsruhe erhalten und angenommen Mit der
.....SJ-difl Packung bvtrcffenb die Reickssackstelle _____ or9,m«u tktt4 0 Mat 1919. — Bekanntmachung betreffend Ab- 9°' "’l'qiii avderung der Bekanntmackmng von: "25. Januar *•*3 'ßl9< betreffend den ‘öerfcbr mit Nutz-, Zucht- Ist- 8/”‘ JJi Lchlack:vjerden aus .Hessen. Vom 8. Mai
1» l91.9- — Gefahr der .Ernsckleppmtg von .Fleck- , 6e‘nr16 'uh — Slblieferung der Einnahmen aus dem Inrich. . verkauf von HeereSaut. — Tie Unterbrinatmn her
Sus dem ZlmtsDtrtQnöigungsblalt
DaS Am t-verkünd igungSblalt Nr. li vom 26. Mai enthält: Benordnung betreffend IMnbmnig der Verordnungen über die Ein ste! - ttng, Entlassung und Entlohnung von gewerblichen Arbeitern und Angestellten während der Zell der irtfd'ahltdm Temobilmachung tom 4. inrb 24
DaSLagernvonHeu, Stroh, Frucht, Grummet ustv. unmittelbar an Babnkörvrrn tll in Anbetracht der Suhii^fcü der tneoiälmgen (cnüe für die BolkSernähruirg der FeuecSgcsabr ttegen möglichst zu vermeiden
Tie kostenfreie Ausgabe neuer ZtnSboaen (Fölligvriistermin 1. Dtober 1919 brS einfcWieftlid) 1 April 1929) *u eddilbocr- ichiretbuiigeu der 3'/,Prozent, gen Staatsanleihen OOTn 9. ÄtLrz 1899, Serie IX', uiti» vom 1. Juli 1899, Serie E, sowie der Ipvvzentigen Staats- aulcihe vom 16. 3uni 1899, Serie V, findet gegen Emreichung der Erneuerungsschcine (Zinsschein- anweisiingen) bei den Heff. Bezirkshrffen unb den mit Versthung von BezirkSkaffegefckiäNen betrauten Tienftftellen statt. Bei Einreichung der Zins- schein-Anwnfungcn Hst Ar icbc Staatsanleihe rin nadj Nummern g.ordnetes Berzeick»mt> in zweifacher Ausfertigung mitiuliefcm. Tas Fornmlrr hier»" wird von der Hess. Staatsschuldenküsse unb den genannten Ausgabestellen unentgeltlich abgegeben.
Lotteriegenehmigung Tas Mini- fterium des Innern hat dem 1. dttlgemetnen fianüt- chen-Zuck»t verein zu T arm stabt die Erlaubitis a> teilt, eine Verlosung von Zuchtfaninchcn, Stattuti - gcn _ynb Zuckpgerütcn unb dergleickZen zu voran flotten. Ziehungstermin: 1. Juni 1919. Ter Vertrieb der Lose ist in Starkenburg und Ober lassen bestattet. — TaS Ministerium des Innern hat ferner dem Mun sterlxtu vevrrn Ucbcrlingm die Erlaubnis erteilt, 10000 Lose der am 20. und 21. November ds. IS. stattffndenden 6. Reihe seiner Geldlotteric zum Zweck der Wi.derherstettung des St.-Nikolaus-MLnsters zu llebrrtingcn innerhalb des Freistaats Hessen zu vertreiben.
21 us Stadt ttnö
Gießen. 27. Wat 1919.
•• Vonzertve rein. Das zehnte und letzte Ston^ert des diesjährigen Tbonnernents findet am 4. Juni, abends 7V« Uhr, in der Stadtkirche statt. Der Akademische Ge- feitfltternn wird, unterstützt von der hiesigen Militärkapelle unter Leitung von Herrn Prof. Trautmann, 3 Kantaten von Bach, sowie Thorwerke von Reger und Brahms mm Bortrag bringen Als Solist ist Herr E Rehfuß (Bariton) gewonnen worden, der in den Chorwerken die Soli übernehmen, sowie 3 Gesänge von Bach mit Orgelbegleitung vortragen wird
** A n Kriegsbeschädigte können Zocken zum Preise von 4,50 vermittelt werden. Meldungen Gewerbebaus, Kirchstrafte 16
Kreis Lauterbach.
O^cklitz, 25 Mai. Für die Lehrer Gompf- Uetzbaufen uno Stephan-Willofs, die kürzlich ihr möhrigeS Ttenftrubiläum begeben konnten, fand Ilern im Restaurant Remhardt eine gemein* firne Feier der Lehrerschaft des Schützer Landes Hütt — Schon vor Erlaß der neuen Siedlungs* ^setze hat die Gräflich Gordische Burggüter-Ber- malruno der ärmeren Bevölkerung der Stabt für billiges Gartenland gesorgt Vor drei Jahre« bereits hat sie 30 Morgen Land in 116 Parzellen an Schützer Bewolmer pachtweise ab- Sehen In Verbindung mll dem Zweigverein hessischen Siedlungsausschusses und der Orts* aiuvpe des Landesvereins für Kriegerheimstätten feib Schritte getan, daß die Gräfliche Perwal Nm g roch weiteres Garten- und Kartoffettand an die Zevölkerung zu mäßigen -Preisen abgeben wird.
enter amtsärztlichen Untersuchung zu er scheuten. Wrcd es von der Ort-vvlrzcibehörde für nötig gehalten, so haben sie sich binnen 24 Stunden entlausen zu lassen Sie haben sich ferner amtsärztlicher Veobachtuttg ju unterziehen oder Gesund- hettszeuMtis ihres Hausarztes vvrzulegen, falls sie keine Besthc-inigtmg des Truppenarztes über Fveffrin von anftedenben Kranklellen vorwctscn rönnen. Zutr-iderhondlung wird mit Geldstrafe bis zu 30 Mk. bestraft,
Einrichtung von Kraftfahrzeuglinien.
Tte ReichSvegierung verordnet mll Gesetzeskraft : Wer über die Grenzen erneS G.tnrinde- beAtrfed hinaus die Beförderung von Personen oder Sacken mit AraftfabrzeugTn auf bemannten Strecken gegen Entgelt betreiben will (Untmwtfmer von Krastfahrzeuglmien), bedarf der G<mehmigung der von der LandeszeiltralbeHörde benrrnntint Behörde. Tir Genehmigimg darf nur eriellt werden, wenn Gewähr für die Sicherheit unb Leistungsfähigkeit deS Betriebes geboten ist und das Unternehmen den öffentlichen Interessen nicht zuwiderläuft. Für die Ausrüstung und den Betrieb der Krastfahrzeuglinien können hie Landes.zentralbe- Hörden allgemeine Anordnungen erlassen.
Tte Einstellung, Entlassung und Entlohnung von gewerblichen Arbeitern und Angestellten während der Zell der wirtschaftlichen Temvbilmachung In den bisherigen Berorimungen werden die Worte „auf Grund freiwilliger Meldung" gestrichen Tem 8 2 der Berordmmg vom 24. Januar 1919 (ReichS- Gefetzbl. S. 100' torrb st)lgendcr Absatz 5 hinzu- yesügt: skriegsteilnehmer inib rei-ck)Ä>euffchc Zivil- mternirrte, die bei Ausbruch des Krieges 1. stellungslos waren ober 2. die im Ausland rillig waren und nicht nach Abs. 1 wieder eingestellt werden können ober 3. in Betrieben ober Bureaus tätig waren, die später, jedoch bevor der Anspruch des Angestellten auf Wiedereinstellung nach Ab>. 1 erloschen war, anfg lost worden sind, ober 4. selbständige Unternehmer waren und infolge des Kriegs kein Ibifernebmen mehr betreiben, ein solches auch nick.it durch andere betreiben lassen, können ein Wiebeveinstcllimgsverlangen gegen den- jenigm Arbeitgeber geltend machnr. bei dem sie noch dem 1. August 1914 zuletzt als Angestellte be- fd^äftigt waren. Tte Frist der MeÜ>eoorschriften für dieienigcn, die vor dem 7. April 1919 bereite auS dem Mllilächienst entlassen sind, beginnt am 7. April 1919 und endet am 30 Llpril 1919.
ReichSsack stelle Tie Bundes a sverord- nungkn über Säcke sind mll 8. April außer graft gesetzt Mit dem oleichor Tage hat die 2ätigfeü der Verwalt ungsabtellung der MeichSsackitelle ihr Ende grftmden.
Ernnahmen auS dem Verkauf von HeereSgut sind an die Sammrl Nelle für Heeres- gut in Gießen *u überweisen, der Erlös für Pferde tft an die >kafsenverwoltung des ReichSwehr-^n- fanteric-Regiments Nr. 36 in Gieß-n abzuliefern.
Petroleum dari vom 1. Mai ab bis zum 31. August rinsckiließlick) zu Leuck-tzn'ecken nidX ab» g-sctzi werden. Die Vorschrift be$ Absatz 1 findet vrine Anwendung auf bei, Absatz von Petroleum für Positivnslaternen sowie für die im Interesse der öffentlichen Sicherheit polizcllkch ongoorduete Beleuchtung.
Z ur Ausfuhr von PferdenausHes- se n ist ein amtliches Zeugnis darüber, daß der Cmpfäug.'r die Pferde für feilten Gewerbe- ober Wirtschaflsbetrieb benötigt, nicht mehr erforderlich.
Bezugscheine auf Bodenledcr für Minderbemittelte in Hessen werden ferner’ bin an alle Personen au Ergeben, die ehr Einkommen bis 2600 Mark jährlich versteuern. Turch diese (Erhöhung der Ein kommen grenze ist ein bt* deutend größerer KrriS der unter der Not unserer heutigen Verhältnisse leidenden Bevölkerung in die Lage versetzt, sich bllliges Bodenleder von bester Skictiafft-nb it zu besorgen. Ausstellung der Bezugfchrine erfolgt durch die Bürgermeisterei. Für sämtliche Familienangehörigen Camt das 53oben- leber zu ie 1 Paar So Wen und Flecken ebenfalls mll beantragt n-erden.
luftig gemacht sondern berells in seinen früheren Briefen, aus ifBoten die „polnische Wirffchaft" in grellen Farben, gemalt und erflärt, nur der könne sich für die Polen begeistern, der sie nicht tarne. Tie Wahrheit dieser 53ehauvtung erfuhren viele deutsche fBoIenfreunbe an sich felWt. Heinrich Laube bti in fernem Romanzyllus „Tos junge Europa" diese Emtäuschung in stinem He.'den Va lerius geschildert, der als Frinwilliger an den polnischen Aufständen t'ilnimmt. dabei mit all feinen Idealen Schiffbruch leidet und rriignrert nach Teuffchlortd zurückkehrt. Dieser Anschauung verlieh Wilhelm Iv rban, ein Sohn der Ostmark, den Darften Ausdruck, wenn er in feiner großen Polenrede in der Frankfurter National- pcnammlung sagte: „Es hat mit der Symparlw Tür die Polen eine eigentümliche Bewandtnis Sie befolgt sozusaZeir ein geographisches Gesetz, b. b. man findet ste in demselben Maße zu- und ab- nehmerrd, je iveller man sich nach Osten ober Westen entfernt. Tiefer Umstand, daß man die I Polen desto mehr liebt, je weniger man sie kennt, unb desto weniger, je mehr man ihnen nahe rückt, muß jederrialls die Vermutung erregen, daß diele Zuneigung nicht sowohl auf einem Vorzüge des volnifcheu Chrrakters, als auf einem kosmopoli- tiirfwn Idealismus beruht, ben man hinnimmt, ohne ihn .Detter zu untersuchen " In drefer Zeit wurde bet Ausdruck ^polnische Wirtschaft'^ - sprichwörtlich, und Gustav Freytög hat ihn in den Pvlenkaplleln seines „Sott imö Habens" i am eindrucksvollsten illustriert, wenn er die tüch- i tige deutsche Arbeit der liederlichen Unoflbrauig i der Sarmoten gegenüberstellte. 1
Letzte Nachrichten.
Der ^riedcuSauSschuß der Nationalversammlung
B e r I i n, 27. Mai. Tic Mitglieder des Friede ns au sfchusses erhielten, wie verschiedene Blätter berichten, durch den Präsidenten der Nationalversammlung die Mitteilung, daß wahrfchein- lach vor dem 4 Juni eine Sitzung des Ausschusses nicht stattsinden werde
Der Bicrerrat imb die Deutsch Oesterreicher.
Paris, 27. Mai. (WTB.) Havas. Ter Viererrat tagte gestern allein. Er prüfte die Note des Staalsickrctars Nenner, die in Höf licftcn unb gemessenen Ausdrücken gegen b<e Verzögerung der Mitteiluna der Friedenspräliminarien an dte österreichische Telegation protefriert;. Acr Rat war der Ansicht, soweit als möglich diesem berechttgten Begehren nachzulommen. Es ist deshalb möglich, daß der österreichischen Tcle^ gation gtxien Ende der Woche der Fnedensvertrag ivenigftenb teilweise übcanit.tit wird. Es wurde aber Feine deftnllive Entscheidung getroffen
Die Zukunft der Diirkei.
A m st e r d a m, 27. Mai. (WTB.) Nach drahtlosen Meldungen sott Wilson den Bicrerrat ersucht haben, sich darauf vorzuberellem daß die Bereinigten Staaten kein Mandat über Konstantinopel oder irgendeinen anberett zett der Türkei übernehmen werden. Man betrachtet das nicht als einen Beioeis dafür, daß Wilson dagegen ist, sondern als BoriichtSmaßregel Et eine eventuelle Weigerung des amcrtkani- Kongresses. Man schlagt vor, Konstantinopel einer internationalen Kommission zu unterstellen, in der alle Großmächte SXmmen haben, und wenn dteser Plan undurchführbar ist, die Verwaltung der Stadt Griechenland zu übertragen.
Ungarn und die Eutente.
Paris, 26. Mai. (WTB) Reuter. Ein amt- llches CommumquS bringt, daß die alliierten und assoziierten Mächte beschlossen haben, die Blockade über Ungarn auffuheben, sobald dort eine Regelung installiert ist, die G-'wäbr für geordnete Verhältnisse bietet.
Amerika und die Besetzung des linken Nheinosers
Rotterdam, 26. Mai. (WTB.) Tem „Nieuwe Ratterdamsche Courant" zufolge melvet die „Teilt) News" aus Paris: Einer der fünf amerikanischen Bevollmächtigten, General Bliß, setzte sich in einem 3J?em?■ ronbum energisch dafür ein, daß die besetzten beut fefcen Gebiete am linken Rheinufer eine bürger liche nicht militärische Verwaltung erhielten. Bliß kehrte soeben von einem Briuch am Rhein nach Pari; zurück Ties und die Tatsache, daß er selbst Soldat ist, gibt seinem Vorschlag einen besonderen Nachdruck.
Die deutschen Schiffe in amerikanischen Hasen.
Washington, 26. Mai. (WTB) Reuter Einem amtlichen Bericht aus Paris zufolge ist
Franksnttn Theater.
„Tanna 3nc8", eine einaktige Liebestra- gä/ie des badischen Dichters Herrn arm B u r t e , gelangte im Franffutter Neuen Theater
alterliche Abcnteurcmnvelle. Nach dem bewährten ?Jhifter der commedia dell arte macht ein Paar von Bedienten feinen Herrschaften das Liebes spiel in derb travestierter Form nach. Tie Psychalogto vr Charaktere ist nur in großen Zügen eriatzt und nicht eben tiefg--benb, die Begründung der Vorgänge teilnxie recht zufällig Troichem halte das — vom Ttrcftor Hellmer mijenierte — R« natfiancegemälbe mit Fvau Sagan in der HmllN rolle freunMidxm Erfolg.
3um ersten Male wurde bann die Tragt- tcmöbie „Tre Gesellschaft des Abbä Cha- t-auneus" non Eduard Stucken gegeben, bv oem Vublikum ebemalls zu gefallen ichi«, vler ist ern wahrhaft tragischer Moment aus dem Leben der N.iwii de Lenclos targestrilt. Nach lb Zähren tnfft ,te mit ihrem Sohne, dem Che vattler de Vlllters. zusammen. Mächttge Lied i*vt ihn zu der berühmten Curiisane, und alc ern Hauiterer ihre Ehre bespöttelt, da schlagt n ign Nieder, ohne zu ahnen, daß er feine Mutter öerewigt hat. Vtxntm, um sich feiner heißdrängen- t*n Liebe zu wehren, enüeckt sich dem Sohne —
er eilt, gebrochen, davon in von Tod. Stucken hch diesem Sittenbild aus der Zeit Ludwigs XIV. cme hübsche Umrahmung gegeben, indem er die Vorgänge 'mShrmb einer Abendgesellschaft spielen lüft und den Dialog durch medisante unb treffende
hefigen Parteien haben sich dahin geeinigt, daß die bürgerliche Partei 7 unb die Arbeiterpartei sitze tm neuen Gemeinderat erhält. In der Silraerüerfammlung wurden Vertrauensleute ge-* Mbit, die aus den Reihen der Alt^emeinderat^-
SeuiDcton.
„Politische Wirtschaft".
Dolnische Wirtschaft — mit diesem Schlagwort ^ieitfmen imr Berhältniffe, die verloddert unb ^abren sind, und das Sprichwort, das ja fj J^rin Nagel auf den .«)pf trifft, hat btinr ein aber gerechtes Urteil über die Unfähig- Bolen zum Regieren und Organisieren Tiefe „polnisckie Wirtschaft", die nun seit nctR ols einem Ialirpändert auv der Staaiennr-clt >urotM8 verschwunden war, wird nunmehr ivt;ber !? Ellern Umfange ein gerichtet, und die P^len, fff, dethätsch lten Lieblinge der Entente, sollen! p! dem Mark deutschen Wesens und beurfdKt Är- W gettarti werden.
, T.utschcn, die in po'ittschen SInfaxnuingen 'I® mehr ihrem Herz<A als ibrent K.'pf gefolgt !M', «aben ente Periode der „Palenschwärnterei" ^>dt. tn der fick der gutmütige Mchel in Worten M Taten für die unterdrückten Polen cinfetüc, Ak fteittch von ihnen je Dank zu ernten. Denn ijied Mügffühl für den ..unglücklichen feilen" lfriahligeu deutschen Liedern Ausdruck iand, L* dann das damit in strengem Widerspruch sch'agfwort von der .polnischen Wirt- iU erklären?
hr.'nb die deutschen Dichter inrb Träumer ,. - Larmaten frf)g>ärmmt, haben die deutsch'n LdchVmmrncr und Poli iker ihre Unfähig'ett zur Äi ® ftbübiuig stets erkannt unb die Feister die Bo!betont. Im 18. Jahrhundert war sich [l? "Seit darüber einig, daß die Teilung Polens gerecht^ Schicksal dieses zur Sclbftregierung Ihr gen Volkes sei. Selbst die glübcnbftrn Ver Lutger der Volksfreiheit, ein Voltaire und k,"uss"u. erklärten die Wellerexisten; des e^«s Polen für unmöglich, unb den Zustand n® «Mbes charaktcrisiertc ein Zeitgenoffe treffend
mll den Worten: J&er gesellschaftliche Körper trr Polen ist eine Mißgeburt, die lauter Köpfe und Magen, aber ferne Arme und Beine hat " Ter Mittelstand fehlte nämlich in dem Staate gänzlich: R^ich um und Armut standen sich schroff gegenüber, unb vor allzu vielem ffinern Zunft wurde gar nicht gearbeitet.
Mll klarem Blick hat Friedrich der Große den Charakter bet Polen beurteilt. „Tie Polen baten für Wohltaten ein febr furje* Gedächtnis," tagt er schon als Kronprinz im „Ann- mocchiavell". „Ta man a'xr immer .ricber nach- schstttar muß, ist die polnisch-' I^publif bas reine Trnaitenfaß. Genug werden sie nie bekommen." Im Testament von 1768 nennt er sie .die elendeste Nation Europas", und in seinen „Tenffvürdig- friten vom Hutertusburger Frieden bis zum Ende der polnischen Trilung" urteilt er: „Tie Polen muft man für die leichtffrtigste unb oberflächlichste Nation in Europa halten " Ein „Literarisches Todesurtril" hat er über dies Vglk in einer feiner geistvollsten größeren Dichtungen, dem komischen Ep>s „Tor Konförderalionsfrieg" gefällt und gezeigt, .oie unfähig der polnische Volks- charoller ist, dte Außetrpvlittk zu beurteilen, im Inneren Djbnung zu halten unb die persönlichen Interessen gegenüber denen der Gesamtheit au ft 8i geben.
Nickn minder abfällig hat sich der Freiherr vom Stein in einer ausnDrlichen Tenffchrift übtr ben „leichtsinnigen, sinnlichen unb zu Ränken geneigten Nationalckaratter ber Polen" ausgesprochen. Toch selbst in ber Zell der Revolutionen von 1830 und 1848, als die Polen begeistern ng in deutschen Landen hoch aufflammte, hat es nicht an Männern gefehlt, die bas Fälsche unb Gefährliche dreier Schwärmerei betauten. Heine hat sich nickt nur in der Schilderung der beiden „edlen Rittrri' Krapülinski unb Waschlapski über die Verherrlichung ber polnischen Emigranten in Paris
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v ’ pöhlt, dte aus ben Reihen ber Altaernernderats- tm ntniWf r.tgltnscr 7 Männ in Vorschlag bringen sollten
'El-V StA 855?" l.LirLober lyni bis einschließlich 1. April 1929) zu chuldverfchreibun gen der 3V-Vro^ntigen dtaatöanleiben vom 9 Mörz 1899 — Bekannt-
— fernf von Heeresgut. — Tie Unterbringung der IdhiW'cn Schulkinder auf dem Lande - Reichs- , aus dem Gebiet ber Kriegsstirsorge. —
ÄrtfjmC Iw^forffung ber Schulen mit Sremv'-off — Boten- CU»HV t eher für Mrnderbemittelte. — Tienstnachrichtrn llspartft
Mll Genehmffpeng des Mrni'teriumS des Innern und nach Anhörung bes UreiÄauSfckuffes ist istr den Kreis Gießen angeoebnet. HeereSange- härige, die nach Entloffuag vom Truppenteil in, den Kreis Gießen j>ureffet ober dort bin zurück' I kehren, sowie lämtliche auS ber Gefangenschaft I


