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Donnerstag, 26. Zuni 1919

169. Jahrgang

Erstes Blatt

EWnerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

ZwMngrrrmddrnS u. Verlag, vrühl'fche Univ.-Such- u. Zteindruckerei 8. Lange. Zchrtftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7.

äuntthtflt von Anzergt»! s. die Lagesnunuuer bid zum Nachmillag vorher o h n e j e d e B e r b m d l i dk e lt! Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v.34mm breite örtlich 15 bi., auswärts 18 Pi., für Neklame- au zeigen von 70 mm vreire 48Pf. Bei Platz- vorichrm20°/.Auischlag. Hauvtschriitleiler: Aug. Goeg. Verautlvortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz; für den Anzelgenteu: H. Bett', sämtlich in Gießen

3nm inneren Zrieden.

Innerhalb der Reichsregierung ist man

und auch Herr Erzberger lehnt einen dahin­gehenden Auftrag ab. Erzbergers Politik hat

wolle

Qlesien.

,Illing und Ernheitlrcytert ui der mercysweyr «WM» nötiger' a s jetzt, wo sich in den großen Tgenmet |täbten die Spartakisten und Kommunisten Haus. , U'ieder. regen. Auch derVorwärts" ahnt lollns WcilHi nichts Gutes; er schreibt heute: Ttlciwov-* 1 Z 1 rovt V A A V T V 1 t*

ideröl »istenles Fett nenwachs bodenö!

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liirabe iS.

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in Verlegenheit, wer seinen Namen unter den Friedensvertrag setzen soll. Der Minister des Auswärtigen, Müller, hat such geweigert,

Machtmitteln aufrecht zu erhalten. Tie Freiheit zur Arbeit ist überall zu schützen.

3. Bet Streiks aus Eisenbahnen ist die Durch­führung notwendiger Transporte mit Waffenge­walt zu erzwingen.

Traurig, daß es nötig ist, in diesen kum­mervollen Tagen noch solche .Vorsorge tref­fen zu müssen!

Hnna der Mi!

Welt« M»? Stlntfoultii,' j baroljaRL

Eine Abschiedskundgebunü Hindenburgs.

Kol berg. 25. Juni. (Wolff.) Generalfeld- marschall v. Hindenburg richtete folgende Abschiedskundgebung an feine Truppen: Soldaten!

der Besitztitel nach Beendigung des Kriegs durch I dens in das Privatleben zurückziehe. Ich <r" lege daher nunmehr den Ober- befehl nieder. Dem preußischen Herrn

begrüßt wurden.

Wer unterschreibt?

Berlin, 25. Juni. (Wolff.) Nachdem Berliner Tageblatt" lehnt auch der neue Minister des Auswärtigen, Hermann Mül­ler, es ab, den Friedensvertrag zu untere zeichnen. Ebensowenig ist Herr..Erz­berger bereit, seinen Namen unter oas Dokument zu setzen. Heute nachmittag wird eine Kabinettssitzung stattfinden, in der man versuchen wird, die geeignete und willige Per­sönlichkeit ausfindig zu machen.

imtentodner;

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fhzuführcn, noch nicht aufgegeben. Eine Gruppe wf der äußersten Linken glaubt die Zeit zum Losschlagcn gekommen und wird von ruhigeren Zementen der gleiclien Gedankenrichtung nur mit viühe zurückgehalten. Die Rußigeren sehen als ^krgebnis einer solchen Erhebung die blutige Kata- 'jrophe voraus, die Hitzköpfe aber, und das sind nicht nur Lockspitzel, sagen:Jetzt oder nie!"

Wenn die politische Demokratie zur Ruhe commt, das Wirtsckmstsleben wieder seinen ruhi- ?:cen Gang nimmt, die Lebenshaltung billigte birb Folgen, die vom Friedensschluß mit Recht ober Unrecht erwartet, um nicht zu sagen be= Mrchtet, werden bann wird das Ruhebedürfnis ikr Massen aus alle überstürzten Bewegungen wie tiite Bremse wirken. Eilte nur leichte Wendung zum Mieren wird in ihnen den Wunsch wecken, die ver- ^ßnngsvotte Entwicklung nicht durch Gewalt un- itrbimbcn zu sehen, und der Instinkt des Volkes pirb sich gegen diejenigen.wenden, die die innere philje stören."

Laßt," so fährt das Blatt zum Schlüsse ^ct,der Demokratie Zeit, sich auszuwirken!

absehbarer Zeit wird die Nationalver- llmimlung dem ersten Reichstag der deutschen Mpublik weichen, der nach den Wünschen des Kolkes zusammengesetzt sein soll." In der Tat Ittwägt man ernsthaft den Gedanken, die Ar- Weiten der Nationalversammlung für beendet ' erklären und Neuwahlen für einen Reichs- Wag auszuschreiben. Nachdem der Friedens- [bertrag demnächst unterzeichnet sein wird, Wallen große Teile 'von Posen und Westpreu- lh sofort an Polen, der Distrikt Memel an |bie Entente. Die Vertreter dieser Landesteile liini) von diesem Zeitpunkt an nicht mehr »Ntglied der Nationalversammlung. Es wird lals« nötig sein, eine Neueinteilung der »Wahlkreise vorzunehmen. Einstweilen ß veröffentlicht sttoske Befehle, worin es heiß^ 8 . 1. AufstäntE sind mit allen Mitteln nieder- l iiischlggen. Rücksichltsloser Wasfengebmuisti ist da- geboten.

2. Bei Streiks in gemeinnützigen Betrieben,

. ^env Fortführung für die Allgemeinheit eine Le- K b'msnotwendigkeit ist, ist der Betrieb mit allen

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unmer darauf hingearbeitet, daß Deutschland chor der Ueberlegenheit der Feinde die Waffen neigen solle, er war Optimist in dem Sinne, daß er meinte, es werde mit Leichtigkeit ae* lingen, die Gegner zu einemVerständi- gungssrieden" zu überreden. Mit dieser Politik des Vertrauens auf die Feinde hat lftzberger, auch noch in den letzten Tagen, jeden Stampf um deutsches Recht durchkreuzt, abgeschwächt und unwirksam gemacht. Er war bis zum letzten Montag in diesem bestimmten Sinne der Vertrauensmann der Entente, die

Posten zu sein, da das Vaterland, besonders auch wegen der inneren Verhältnisse, noch dringend des Schutzes bedürfe. Hoffentlich ist eine neueste Meldung desLokalanz.", die Truppen wollten Berlin verlassen und hätten einzelne Poften, so dasBorwärts"-Gebäude, schon aufgegeben, nicht richtig. Nie war Ord­nung und Einheitlichkeit in der Reichswehr

ihn ßegünftigte. Aber jetzt ist er es ansckei- nenb nicht mehr; seine Politik Hat für das ' Reich nicht das Geringsteherausgeholt", die Entente hat mit Erzberger und seinen Ideen nichts mehr zu schaffein. So will er Inun streiken und den Vertrag nicht unterschreiben. | Damit ist er gekennzeichnet als ein Mann, m dem vor seinem eignen Wirken graust!

Mit voller Berechtigung hat Hindenburg V infolge der Entscheidung des letzten Montags dm Oberbefehl niedergelegt. Er hat ein Rechts | sich von der Unterzeichnung des Friedens ab- |mpenben. Als er um Stellungnahme ersucbt I tDiirbe, hat er am 17. Juni dem Reichswehr- W/nnnister geantwortet: an wirksamen Wioer- f'ftanb im Westen sei nicht zu denken,aber", so fügte er hinzu,ich muß als Soldat. den ehrenvollen Untergang einem schmählichen Frieden vorziehen".

Präsidenten sein.

Punkt 13. Polen. Tas Hauptpnoblcm ist, ob Polen das Gebiet westlich der Weichsel erhalten soll, wodurch die Deutschen in Ostpreußen vom Reiche abgeschatitten würden, oder ob Danzig zum Freihafen gemackst und die Weichisel internationa­lisiert werden soll. Ter Grundsatz, nach dem die Grenzen fest gelegt werdenZollen, ist in den Worten des Präsidenten unzweifelhaft eMhalten. Demnach könnte eine unpartciisckie Volkszählung der Absteckung der Grenzen vorausgcl-en.

TieStimmen der Vernunft" bemerken zu dieser Tenlschrift: Es geht daraus hervor, daß damals die VertvauensMätmcr des Präsidenten,' Wilsott sich bemüht haben, durch ihre Intervention den Widerstand der Ententeregierungen gegen die Annalnne der 14?Punkte als Friedensgrundlage al>- zuschivachen. Um so bezeichnender ist es, daß je- bir.jr gerade in dieser Denkschrift betont wird, zwilchen den belgischen und französischen An­sprüchen bestehe ein prinzipieller Unter­schied. Don besonderem Interesse sind ferner du Bemerkungen belliglich des Saarbeckens und Po­lens, wie anch du Tatsache, daß Deutschland, nicht ausdrücklich jedes Recht auf koloniale Betätigung abgesprochen wird.

Der Freistaat Danzig.

Danzig, 24., Juni. Oberbürg^meiftee Sahm gab heute bte erste öffentlich: Erklä­rung z u m F r e i st a a t Da n z l g ab. Er führte aus: Trauernd fügen wir uns i^r Entscher- bimg. Wir wollen aber unvermmdert das Teullch- tum dieser Stadt erhalten. Dttt, Alt-Tanzigcr Mut und Entschlossenlteit wollen rotran den Ausbau des neuen Staatswesens gehen, 6b5 zu dessen In­krafttreten die Bevölkerung jede Sondevaktwn ver­meiden muß, im Vertrauen auf die Erklärung der Entente, daß der Freistaat nnb'r1"'m foi** und in feiner Form zu R" Beratung der Verfassung,

Die Unterzeichnung der Vertrags.

Genf,"25. Juni. Ter französische Mi­ni ft e r r a t 'lstelt gestern früh eine Bevatung un­ter dem Vorsitz des Präsidenten Poincarö ab, der Clemenceau ^den Tank der Regierung aussprach zu dem glücklichen Ergebnis der Friedensverhand­lungen. Ter Friede farm, so sagte Clemenceau, wahrscheinlich am Samstag dieser Woche unter­zeichnet werden. In diesem Falle gedenke er die Ratifikationsv>orlage mit dem Wortlaut des Friedensvertrages am Äiontag persönlich der Kammer .vorzulegen unter Abgabe einer Regie­rungserklärung. JKie Regierung 'roerbe darauf eine Amnestie anknndigen, ihre Absichten in be­zug auf die Demobilisatton dabei bekanntgeben und schließlich die Notwendigkeit baldiger Neu­wahlen betonen. Tie Demobälisatiou könne nicht so schnell erfolgen, als es wünschenswert wäre, weil bis zum Friedei'sschluß mit der Türkei und Bulgarien, so meint Clemenecau, noch sieben bis acht Monate vergehen können, und vorher könnten die sranzöäschen Truppen nickst zurückgezogen wer­den. Es sei andererseits auch angesichts der von deutscher Seite ausgehenden Trohungen mit der Möglichkeit von Berwickelungerr in Polen zu rech­nen. Unter diesen Umftänben wäre es, so fuhr Clerneneeau fort, bedenllich, die politisck)«n Wal)- len bis zu dem unabsehbaren Augenblick der voll­ständigen Demobilisation hinauszuschieben. Tie Regierung wolle die Wahlen aus keinen Fall bis über den Oktober hinaus verzögern und toerbe einen Gesetzentwurf eiubringen, um den noch unter den Fahnen stehenden Wählern die Dnlnahme an den Wählen zu gestatten. Auf eine Anfrage, ob es währ sei, daß er, Clemeneean, sofort nach der Unterzeichnung des Friedens von der Regie­rung znrücttreten werde, antwortete Clernenceau, es sei nicht seine Gewohnheit, Entscheidungen, die ihn selbst betreffen, durch Mittelpersonen bekannt­zugeben.

Versailles, 25. Ium. (Havas.) Clemen- ceau, Wilson, Sonniuo und Balfour begaben sich gestern nachmittag nach dem Schloß von Ver­sailles, wo sie Den Spiegelsaal besichtigten. Clernenceau, Balfour und Wilson erschimen aus dem Balkon, wobei fte von' der Menge lebhaft

Reden wir offen: der Bürgerkrieg iroht! Tie Hallendm Warirruse, die dieFrei- W" täglich morgens und abmds gegen Lock- svitzel ausftößt. jinb ein Symptom dafür, nicht ins einzige! Ter Traum der Mterepublik ist roch nickst ausgeträumt, der Plan, fie gewaltsam

Ich -Tjabe mich> seinerzeit der Regierrmg gegen­über dahin ausgesprochm, daß ich als Soldat den ehrenvollen Untergang einem schmählichen vorziehen muß. Tiefe Er­klärung bin ich Euch schuldig. Nachdem ich schon rüber meine Absicht kundgetan hatte, nach er- olgttr Friedmsentscheidung wieder in ben Ruhe- taiid zurückzutretm, lege ich nunmehr den Ober­befehl nieder. Ich gedenke bei meinem Saierdest vor allem bewegten Herzens der langen Jahre, in denm ich drei königlickxm und faiferlidjat Kriegsherren dienen durste. Zeiten stiller, uner­müdlicher Friedmsarbeit und stolzen Ausstiegs, großer Siege und zähm Ausharrens stehm mir dabei vor Augen. Ich gedmke aber dann auch mit tiefem Schmerze der traurigen Tage bcS Zst­amm enbruchs uuscres Vaterlandes. Tie bin» lebende Treue und das Verträum, mit denen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften neben mir standen, warm mir ein Lichtblick in diese« namenlos schweren Zeit. Dafür gebührt Euch allm, darunter nicht zuletzt dm Freiwilligen-Verbandm- die unmtwegt die Wacht an der Ostfront hielten, mein unauslöschlicher Tank. Mit.diesem Tanke verbinde ich aber noch eine Bitte für die Zukunft. Wie der einzelne bei sich über die Er­eignisse der letzten Tage dmkt, ist seine Sache. Für seine Handlnngm darf es aber nur eine Richtschnur geben: das Wohl des Vaterlandes. Noch steht unser Volksstamm in schwerer Gefahr. Tie Möglichkeit* die innere Ruhe zu wahren und zu fruchtbringender Arb.it zu gelangen, hängt wesentlich von der Festtgkeit unserer Wehrmacht ab. Diese Festigkeit zu erhalten, ist daher unser« erste Pflicht. Tie persönlichen Anschauungen, so schwer es auch- sollen mag, müssen zurückgestellt iverben. Nur durch solche einmütige Arbeit tarnt es mit Gottes Hilfe gelingen, unser-armes deut­sches Vaterland aus ttefster Erniedrigung nneber besseren Zeiten entgegenzuführen. Leist wohl, ich weiche Euch nie vergessen! gez. v. Hindenburg.

Rücktritt de» Generals Grüner.

K o l b e r g, 25. Juni. (Wolff.) General G n e r Hat an den Reichspräsidenten nach­stehende Drahtung gerichtet: Nachdem Gene­ralfeldmarschall p. Hindenburg den Oberbefehl niedergelegt Hat, sehe ich mich veranlaßt. Ihnen, Herr Reichspräsident, nachstehendes vorzutragen: Ich habe als Vertreter der Ober­sten Heeresleitung bei der Besprechung in Wei­mar am 19. Juni erklärt, daß für den Fall der Annahme des Sch m ach p a r ag r a- phen eine große Anzahl von Offizieren unft Truppen der Regierung nicht weiterdicnen , würden. Dasselbe ist nochmals in dem Tele­gramm der Obersten Heeresleitung in der Nacht vom 22. zum 23. Juni zum Ausdruck gebracht «worden. Sie, Herr Reichspräsident, werden es mir nachempfinden, daß ich unter diesen Umständen nach bedingungsloser An­nahme des Friedensvertrages den Wunsch « hege, aus meiner Stellung zu scher * den. Im Interesse der Sache und auf Grund , des Appells der Nationalversammlung bin , ich jedoch bereit, bis zur endgültigen Regelung der Militärischen Verhältnisse im Osten auf 1 meinem Posten auszuharren, gez. Groner.

Hermann Müller fSoz.). cterneue

werden. Tie drei freien Stellen folleit von Ar­beiter Vertretern besetzt werden. Tas Wahlrecht wird allgemein, gleich und geheim sein auf der Grund­lage der Verhältiiiswahl. Er bat am Schluß^ durch Ruhe und Besonnmheit den Magistrat bei der Erfüllung seiner schweren Pflichtm zu unter­stützen.

Treibereien in Oberschlesien.

Kattowitz. 25. Juni. (Wolff.) Von der Pressestelle des Staatskomniissariats wird uns ge­schrieben: In Tmtschlands schwerster Schcksals- stunde haltm es Spartakisten und Kommunistei, Uneber für angebracht, durch Anzettelung von Un- ruhni und Streiks ihr fett Januar eingesetzter unbesonnenes Treiben aus eine Höhe zu bringen, die unerhört ist. In O b e r s ch l efte n wird wie­der mit dem General stretkgedankeir aefhielt. An anderen Orten sllid bereits wie­der Unruhen ausgebrochen. All dieses SteibcH

ieM.1** General Gröner hat, wie viele hoheOffi- rnasta riere, die gleiche Auffassung geäußert, aber er will doch auf seinem Posten bleiben, bis He Angelegenheiten im Osten geordnet sind. ,Quafl^iemx>v Wiw Hindenburgs ergreifenden Abschieds- , t o^Nvorte wenden sich an. die Reichswehr mit der MMu vH kEindringlichen Bitte, auch ferner auf dem

Sine amerikanische Denkschrift über Wilson; H punkte.

Bem, 25. Juni. (Wolff.) Tie von der schweizerisch-'holländiscki'en AusiunftsstellePax" herausgeg.omenStimmen d e r V e r n u n f t" veröffentlichen den Text einer Denkschrift, die zwei amerikanische Delegierte auf den Vor­schlag des Obersten House im Oktober 1918 kurz vor Abschluß des Waffmstillstandes verfaßt haben und die sich aus die I n t e r p r e t a t i o ii> der bekannten 14 Punkte Wilsons bezieht. Tie Teiikschrift ging am 29. Oktober als dringen­der Funkspruch des Obersten House von Lyon nach Washington ab. In der Denkschrift heißt es:

Punkt 5 (Kolonien): Ter Vorschlag geht dahin, daß im Falle der deut s chen Kolonien

Rücktritt Hindenburg; vom Dberbefehi.

Ko lb erg, 25. Juni. (WTBZ General- seldmarschall v. Hindenburg hat an das Reichspräsidium folgende Drahtung geachtet:

Herr Präsident!

Auf mein Schreiben vom 1. Mai 1919 haben Sie mir die Zustimmung dazu erteilt, daß ich mich nach Unterzeichnung des Frie­

der Besitztitel nach Beendigung des Krieges durch I unparteiisches Urteil nach gewissen Grundsätzm eftgelegt wird. Tiefe Grundsätze sind von Zwei-z .. v ----- T.

ad/cr Art: 1. Berechtigte Ansprüche und 2. die. Kriegsminister habe ich eine Abschrift dieses Interessen der betros lenen Bevölkermig. Was luul TelearammS zuaeben lassen.

bve sogen. bered)tigten Ansprüche (Snglamv5 und! d ° b Hindenburg.

Je,»in», der briben hautMchlichsten Erben des 0eä'

deutschen Kolonialreiches gegen eine Rückgabe an < Teutschland? Weil Tcutsch-tand sie als Unterfee» brwllstisen verwenden will, weil Teutschland die Eingeborenen be-wafsnen will, weil Teutschland ( die Kolonien zum Ausgangspuntt von Intrigen gebraudjen .nrirb und weil Teutschland die Ein­geborenen bedrückt. Was sind die sogenannten berechtigten Ansprüche Deutschlands? Taß Deutsch- , land Zugang zu ben Tropen mit ihren Rohstoften [ braudst, daß es ein Gebiet für seinen Bevölkerungs- Überschuß notwendig Hat, daß nach den vorge- eblagenen Friedensbedingungen die Eroberung feinen Rechtsanspruch der Gegner begründet Was ist das sogenannte Interesse dec Bevölkerung?

Taß sie nicht zu Heeresdiensten herangezogen wird, und daß die Erschließung nach den Grundsätzen Der Offenen Tür erfolgt und unter genauester Regelung der Arbeitsbedingungen die gesimdhcit- lichen Maßnahmen beibeljalten und ständig Ver­besserungen am Wegenetz gemacht werden, daß Einrichtungen uno Gewohnheiten der Eingeborenen geachtet roeroen, daß die Schutzmacht stark und erfahren genug ist, um Korruption uno Intrigen zu verhindern, daß sie genügend Geld und er­fahrene Beamte hat, um mit Erfolg kolonisieren zu können. Hieraus ergibt sich anscheinend, daß der die diesem Vorschlag zu Grunde liegende Grundsatz besagt, daß eine Kolonialmacht nickst als Eigentümerin Der Kolonie gilt, sondern als Treuhänder der Eingeborenen und des Völkerbundes. Tas ist der Ge- sicktspunlt, nach dem die Kolonialverwaltung haw deln soll. Eine internationale Angelegenheit muß daher berechtigterweise Gegenstand internationaler Untersuchungen sein können, und es soll dal-ec die Friedenswnierenz Vorschriften ausstellen können über die Kolonialpolitik, die für die Kolonialmächte bindend sind.

Punkt 7: Belgien. Das einzige sich bier ergebende Problem liegt im AusdruckWiederher­stellung". Ob die Wiederherstellung in Natura zu erfolgen hat, oder wie der Betrag der Entschädigun­gen festgesetzt werden soll, ist eine nebensächliche, nicht grundsätzliche Frage. Der Grundsatz müßte im Falle Belgien aufgestellt werden, daß zwi,chen be­rechtigten und unberechtigten Zerstörungen fein, Unterschied besteht. Die unmenschliche Invasion war inngesetzlich, und damit sind auch alle sich aus die­sem Vorgang ergebenden Folgen ungesetzlich Hier- |mter kann auch die belgische Kriegsschuld fallen. Die Anerkennung dieses Grundsatzes würde die heilende Tat des Präsidenten dar stellen.

Punkt 8: Frankreich. Hinsichtlich der Wie­derher stellling der zerstötten französischen Gebiete könnte man zwar behaupten, daß die Besetzung stkordsrankreichs als die Folge einer ungesetzliaien Handlung ebenso wie bei Belgien an sich ungesetz­lich war. Aber so liegen die Dinge sticht angei sichts der Weltlage im Jahre 1914. Ein deut,ch sranzösischer Krieg an sich war kein Völkerrechts- bruch. Belgien konnte, wie erklärt wurde, Erstat­tung der Kosten nicht nur für die Zerstörung, sow dern aud} für die Kriegführung fordern. Frankreich dagegen dürfte nur Bezahlung der Schäden in ben nördlichen Departements verlangen. Die elsaß- lothringische Frage ist durch die amtliche Erklärung vor einigen Tagen geregelt roorben. Es soll ganz müer französisch Herrschaft zurückkehren. Man käriß jedoch die starke Strömung in der öffentlichen Meinung Frankreichts beachten, die die Grenzen von 1814 fordert. Es handelt fid> da um das S a a r - gebiet und um dessen Ko hl e n f e 1 de r. Es kann auf ethnographische Tatlachen ein Anspruch nicht begründet werden, und es muß gesagt werden, daß man dieses Gebiet an Stelle einer Ent­schädigung nehniei^ will. Dies wurde jedoch eine offenkundige Verletzung der Vorschläge des

nt Danzig autonom sein Polen gebären soll. Zur Jöeranmg uvi ociiu-iiung, die auf breitester demo­kratischer Grundlage aufgebaut sein soll, werden alle Bevölkerungsschicktteii durch, einen Ausschuß aller polnischen Parteien heran gezogen. Tie Zahl der unbesolveten Stadträte soll auf 14 erhöht