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Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhefien'

Montag, 2b. Mai tzfty

Aus Stadt und Land.

Vieh en, 26. Mai 1919.

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lang. 27, Profit yt Massenaebänte abzuzielv«, Hf hnifenten Kosten bei der Bezirlssparfa s Or-

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Feuilleton.

Die Weltreise des Peter Ecklemihl.

. Eine kostbare Entdeckung ist vor Tunern, Je bereits ermähnt mürbe, der Berliner 9Ifa- jfflie bet Wissenschaften Oor gefegt worben: die Jntbnft von Adalbert v Chamissos berühmter 4e'cbichke , Peter Scklemihl"". Das Original der E-tnhändigen Niederschrist, bas für verloren galt, JlJnb sich im Besitz eines intimen Ttrcunbcd von Huniffo, bcs Botanikers Scklcchtcndal, unb einer tatr Nachkommen, Tr £>clmutb Rogge, hat J®, in den Sitzungsberichten bet Berliner Aka- ^ie ter Wissenschaften barüber Bericht erstattet ** die Abweichungen von Den bisherigen Drucken «geteilt. Durch den glücklichen Fund wirb uns Nein großes ungedrucktes Stück des Mdrünglichm TerteZ geschenlt, unb zwar die von iHmiffo fräter selbst gekürzte Beschreibung ber Fwbenmeilcnfticfelreifc Peters im 10. Kapitel, t^ber Dichter Dann aus rein künstlerischen Grün- m weglieb, weil sie ihm den Rahmen der No- zu sprengen schien. Diese grandiose Beschrei- ?Wg. bie mit prophetischem Blick bie Ergebnisse Mer späteren Weltreise vorwegnimmt, ist aber K® prachtvolles Beispiel wahrhaft universaler P*ltbetradr.uiigi, zugleich ein ergreifender Aus- Wf ber Sehnsucht CHamissos, wie fein Held mit ^chenmeilcnstiefeln forschend durch bie ganze Welt d schreiten. Wir geben daher als Stilprobe ein

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-Wem »berg aufzunehmen, % ber eiitg Itigeii Stoftrn --------j mch Ausschlag auf den Abfck-ätzmigStvert, t/s birdj I 'nifcWag aus den Flüchen geb,alt auszubringen. 5>n I Vollzugökvmmifsion ronben g ivählt:

I .Vigeorbnctcr August Kraft, tforfttoart 3aft>b-

SolquellM, bei Kaum»

*,«leiden, Re atiimai. GM von IiifliinJ

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iv ihr, ber ihr erzählte, er sei aus Ranstadt, und tynn sie mit ihm ginge, werde er ihr Kartoffeln borgen DaS Mädckien ging barauf mit ihm. Er Serbe eS den Stehfeldcr Dfeg hmimter bis ins bchselder Wälbck'en Dort vcrgcnatige er es mb verschwand bann nach der NiddaRanstädter -riauff« zu Die Bedauernswerte machte auf der :Uraermetfterei Ranstadt Anzeige von dem Bor- itiaflenen. Das Mädchen weist in feiner Berwir- iung fast keine nLiieren Angaben zu machen

* SelterS, 24. Mai. Ta auch für unsere femariurg die TurckMhrung terFeldbcreini- iung b?sckckossen ist, sand heute morgen bei Gast- Art Aühule die gesetzlich vorgeschriebene Bersarnm- :ng der b.teiligten örunbcig.m'ümer statt Nach- fem der Seiler der Versammlung, Feldbereini- -nngskommifsür Rea.-Rat Schnittspa hn, die il vekrackst rommenben g.'setzlicten Bestimmungen pg-heiid erläutert hat e, besckstost bie Versamm'-

; III. zu Stelloertretern August Möser unb 1 ifilhchn Rupp, als MitgLied des Schieb sge

i dH 8 Rechner Oohwrn ztzröll-Sto-theim unb als Äellvertrcter Bürgermeister Kvch-0)lauberg. ttfi in ber Nackchai g mei ide B l e i che n b a ch soll le Veldbereinigung tn Mrze durchgeführt werden

KreiS Alsfeld.

J oz. Alsfeld, 24. Mai. In ber Stabtvor- Mimdsfitzuna von« 22. Mm wurde eine Erhöhung bst Strompreises für elektrische Energie mit Wir- Ib.ng vom 1 April beschlos en. Die Kilowattstunbe für Lickft kostet jetzt 80 Pf., währenb ber Krast- pvris auf 40 Pf erhöht würbe.

Kreis Schotten.

sb. Schotte n, 24. Mai. Ter in Schotten «- Ikncne Bildhauer Prof, Hug) Kaufmann ist, Ifr) 3afrrc alt, in München gestorben. Kaufmann tat in Örajifiurt a. M. das Einh'i stenkrnal gc- I nassen. Bon fernen yiMreidten f föerfen ist be- trbctd der schöne Goldschmiedsbrunnen in Augs- trg betannt geworben.

Kreis Friedberg.

Q Bad--Nau heim, 2l. Mai. Unser Bad rort sich eben von seiner schönsten 5eit,e, unierc hn- unb Baoeanlagen stehen im herrlichsten Früh- 'm-sschnuick Der Zuzug von Kurgästen ist ganz nniüglich. Trotz böswilliger Gerüchte, die von "indttklier Besetzung Bad-Nauheims fabelten, sind ffrabe in den letzten Wochen weit über 3 #03 Gäste meldet worden. In künstlerischer Bezi«!

c-n Besuct»eni uns.resBads Auserstsenvs gloeu. sdn KvnzerthauS finden Künstler- unb Sinfonie- Konzerte statt, in denen bis jetzt Prof. Öave - a a n n - Violine) und Adele ausberOhc (Kla­rer) mitwirkten Die Eröffnung unseres K u r - 'Heaters mußte wegen der Landestrauer um l'nrnge Tage verschoben werden. Als erste Vorstel- hng wurdeNora" mit Els? Al lner gespielt, l^kckütternde Wirkung erzielte die für hier neue Achtung derS ch e i t e r h a u f e n" (Pelikan) von Gninbberg. Die Leitung des Kurorckesters hegt in den beroäbrtcn .Händen von .Hofrat Prof. Binberftein. Tas Kurtheater leitet Herr Hof- ht Dir. Steingoetter, der nunmehr feit 16 lOahren an der Spitze unseres Kurtheaters fleht, ''ftoße und kühne Projekte plant bie Bade- und

Einbruchsbiebstahl. In der kacht zum 17. April wurden mittelst Ein- I bruchs in der hiesigen Neuen Kaserne sieb- z'hn Ferngläser und 8 Pistolen, in ber Stadt 1)00 ME, 1 silb. Damenuhr mit Goldrand in einem Lederannband, 1 dunkelblaue, seid, kluse mit Perlmntterknöpfen, 2 silb Ketten- I armbäitber, 1 Double-Koller, 2 Double Mon- , I .chettenknöpse, 1 silb. Damenuhr mit Gold- w I Md und 1 Bereinsnabel von bem Verein -hemal. 116. entwcnbet Sachdienliche Mit- u\ftV kilungen nimmt die hiesige Kriininolpolizei l* «rtl5

ItHtt, j ba. Büdingen, 24 Mai Tie Büdrnger I« 1 jintoo 6 nerroe br ist Donnerstag abend in Nlowit^i ^ner au« allen Kreisen der Bevölkerung gut be- tdMen Bersammlmig gegründet ivvrden. Tie Wehr wirbt zunächst aus zwei Kompagnien und einer I ß^schinengewehr-Kompagnie. Zum Führer der 8<hr wurde Regierungsrat Tr. Wehner unb zu totem Stell Vertreter Gesa ig.mewr'ö.cter Christian

1 feulin ff gewLhlt. Won» wirb die Giedeu«r Knnohuerw.hr gegründet?

na Nidda, 24 Mai. Ter btcfitTcSde-

,graphen verein Gabelsberger"" hat noch lan­ger Pause, die durch die Kriegsereignisse verursacht !t»r, seine frühere Tätigkeit wieder ausgenommen. - Am Montag vormittag stand bie etwa 16jährige Lisabeth KapvuS au- Offenbach, auf einer tzam- itrrfabrt begriffen, auf dem Marktplatz in Nidda. 2a gefeilte sich ein etwa 19- bis 20jähriger Mensch

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Kurverwaltung für die nächste Zukunft. Gleich nach Friedensschluh soll in unmittelbarer Verbindung mit ber Kurhausterrasse ein neuzeitlich ein­gerichtetes Theater erbaut werben. Auf dem der Berioaltung gehörenden Gelände zwifthcu Bad-Rauhcim unb Friedberg sollen große Sport- Unlagen ins Leben gerufen werden. Noch im Laufe dicseS Sommers sollen grohe TenniS- unbGolfwettspiele stattfinden. Bei all die­sen Vrotekten wird aber stet« der Gedanke hock ge­halten, daß Bad-Nauheim s inen Rus als Äetlbad bewahrt und in erster Linic der leidendm Mentck»- heit zu bienen bat Bon biqem Gedanken läßt sich auch Die Bad-Nauheimer EinkaufSgenossen- f Ich oft leiten, bie gegründet wurde, um für nach­weislich Kranke nicht rationierte Kischußmittel zu bcfchoffeu Diese Lebensrnittel kommen nur aui ärztliche Atteste bin zur Verteilung.

O. Bad-Nauheim, 22 Mai. Ern im Kaffee We 'del i t Butzba»ch g?> ol,-lener halber Rent­ner amerikanisches Schmalz sollte mit einem Auto nach hier g schafft werden Unsere Polizei, die benach.ichtig' war, nahm das Auto beim Ein­treffen in Empfang imb bcfrijlagnabmlc das Schmalz, das einen Wert von 700 Ml. laben soll. Ein im Gkfdxift der Färberei Gkbrüber Röver täügos fiaufmobdjen stahl aus der Lad.n Tafjc 630 Mark. Ti.' Spitzbübin wurde in Haft genommen.

bz. Bad-Nauheim, 24. Mai. Am Don­nerstag wurde ein mit drei Personen besetztes Auto angehalten, das eine Kiste amerikanisches Schmalz bei sich führte Das Schmalz, bas einen Wert von 700 Mark bat, soll in Butzbach ge­stohlen worben fein und ist von der Polizei be schlaanahmt. Ein Laufmädchen, bas au5 Dem in ber Karlstraßc gelegenen Geschäft von R. 630 Mk. aus der Geschäftskasse ennvenbetr, wurde in Last genommen

Kreis Wstz av.

Wetzlar, 23. Mai Die Limburger Straf­kammer beschäftigte sich am Mittwoch mit der Beraubung der Bataillons lasse des 2 Bataillons des Znf.-Rgts 81, i. Z in Burg- solmS Im Februar wurde bie Kafte mil 32000 Marl Papiergeld unb den Kriegsanleihe papieren der Mannschaften aus dem Geschäftszimmer ge­raubt. Als Täter kamen die Unteroffiziere Wil­helm Dietz, Seinritf) Sybold unb .Heinrich Kratz au5 Frankfurt in Frage. Ihre Entlarvung geschah durch einen Frankfurter Kriminalbeamten. Beide liebe hatten sich nach dem Raub nach Frankfurt begeben unb hier in der Wohnung des Krotz bas Papiergelo geteilt. Bon den Anleihepapieren trenn­ten iic bie Zin scheine ab, während sie die Talons verbrann en Bei ihrer Festnahme hatte das Trio noch 27 800 Mk. in seinem Besitz. Tas Gericht DeniTtciltc Sybold als den geistigen Vater des Raubs zu 18 Monaten. Dietz und Kratz zu je einem Jahr G.'fängnis. Der Vater des Kratz erh e t wegen SSehlcrei 10 Tage Gefängnis. Unteroffizier Kratz verftel bei ber Urteilsverkünbung in einen Tob- suchtDanfall

Lützellinden, 23. Mai. Zn einer Tanz­veranstaltung deS Bu.s.l)envereins Fidelio wurden 40 .Mark erübrigt, die zum Besten der Kriegs- igtiangrucn verwendet werden.

HessknMassau.

mr. Frankfurt a. M., 23. Mai Da btt «'forderten Lohnerhöhungen dem Chor- und Bal- kttberfonat an den Stahttbeatem nicht g-wahrt wurden, befckftost es, falls durch ebien (^ftnods- spruch Einigung nicht erzielt wird, tn den Streik zu treten.

hl. Kirchhain, 24. Mai. Der neue Kreistag tüt am 3 Juni zusammen.

oz. Kirchhain, 24 Mai Bei ber Verpach­tung der Graslose in ben Ohmwiesen wurden Preise erzielt, bic jeder Beschreibung spotten. Flächen, die früher 300 Mk ergaben, brachten mehr als dreimal so viel. Ganz geringe Gras- irubungen, für die früher 2330 Mk gegeben wurden, weil bas Futter höchstens für Pferde be­nutzt werden konnte, kamen auf 150200 Mk

hl. Marburg, 24 Mai. Ci.ic ArbeitS- l e h r k o l o n ie für Mädchen unb Frauen soll nächstes Jahr hier errichtet werden. Dort sollen von der Polizei aufgegriffene, noch unbestrafte Frauen und Mädchen ausgenommen unb einer bürgerlichen Tätigkeit wieder zugeführt werben.

ht Limbu r g. 24. Mai. Ti' Nv^iz. wonach das hiesige Bataillon der 117er seit Sonntag sich marschbereit irnch Richtung Giestcn halten musste, wirb von su ä '.big*r Seite durchaus be­stritten. Es (i'ff1 f.i 1 derartiger Be el^l vor.

rot. 8 t mbu rg , 21. Mai Durch die Pocken- fälle in ber Marienschule ist auch für außerhalb große Vorsicht geboten, ba viele der 400 Schiller der Marienschuie in der weiteren Umgegend Lim­burgs wohnen Es ist bafycr unbedingt notwendig, daß jeder verdächtige Krankheitsfall auch in ben Nackcharorten Limburgs sofort zur Anzeige gebracht wirb. Das französisck)c Besatzungskommando in Di«z hat die Einreise von Arbeitern unb Schülern nach Limburg vorläufig verboten

ht. Weilburg, 24. Mar. Ter Bursch? eines hiesigm Of rziers ritt mit zwei Pferden ganz untoerfrorat auf und baron. In Obertiefenbach verkaufte er eines davon, ein werttvlles Reitpferd, für 3000 Mk an einen Landler. Mit dem anderen ritt er nach Limburg nri er.

paar Stellen wieder:Es war auf den hohen Ebenen les Tibet,"" so beginnt Schlemihls Reise­beschreibung,daß ich mllgeft<r'bm, und die Sonne, bic mir vor wenigen Smnben aufge- gangen war, neigte sich hier schon am Abend- Himmel Ick raffte mich auf, um ohne Zögern mit flüchtig.-m Ueberblick Besitz von dem Felde zu nehmen, wo ich künftig ernten sollte Ich durchwanderte vom Morgen gegen Abend den hohen und breiten Rücken der Alten Welt, ver- mcintlicbc Wiege der jetzigen organischen Schöp­fung auf unserer Erbe unb der Menschheit. Ich flieg mit den Gewässern zum Aralsee herab, ließ den und das Kaspische Meer nördlich liegen, kam durch das blühende Persien, das Land verhallter Gesänge, an die Mündungen ves Tigris und deS Euphrat unb trat bei Bassora in das sandige Arabien. Ich ging gen Mokka zu unb kam längs der Küste vom Roten Meer an der Wiege und bem Grabe bes kriegerischen Propheten vorbei durch ben_buftigm Garten nach dem Haupttvr Afrikas zu Suez. Ich machte, bevor ich über diese S<^rctle trat, einige Schritte in Palästina unb beschaute mir die dreimal heilige Stadt."" Schlemihl durch­schreitet bann Aegypten, bestaunt die Ppramiben, wandert den Nil hinab bis zu seinen Quellen und durch die Wüste, macht Dann einen Abstecher über Spanien unb Frankreich nach England.Ich durch­schritt Frankreich zum zweiten Male und bestieg in ber glücklichen Schwei; bic erhabenen Alper.

Vie Kommuna!roat)len.

na. Nidba, 24 Mai. Infolge des Schetterns ber EinigungSverhanblungen zur Niddaer Gk- meinberütrroabl sinb bis jetzt zwei üanbibatenliftrn angcmelbet worden, eine vereinigte bürgerliche Liste unb eine sozialdemokratische Liste

vermischtes.

* Chi n e sis che H ö f l i chkei t. AuS einem chinesischen Witzblatt gibt fiTcuorc ein Geschickt- cken wieder, bas die sprichwörtlich gewordene ckAnc- sische tzöflichkeit zum l'öegenstande hat: Die Herren |Titi|ang und Knng sitzen vor einem Ofen kund plaudern. Plötzlich sagt Tschung, ber es sich zur (Regel gemacht bat, niemals die Gesetze der Höf. lickkeit zu verletzen,n seinem Freunde:Mein lieber Kung, ich roü be Ihnen von ver en geni eine äußerst interessanteJ.luetlung machen; sie ist daS Ergebnis einer Tatsache, die ich soeben beobachtet habe.^Abcr ick kann nicht umhin, mich zu erinnern, daß Sie wenigstens behauptet man es ziemlich allgemein von etwas arawöhnisckrem Esaraktcr sind lünb bei solchen Anlässen leicht Streit an fangen. So mutz ich natürlich zögern. Ihnen diese Mftteilung zu machen. Nichtsdestoweniger glaube ick schließlich doch, daß es vorzuziehen ist, menn Sie ctr Sache wissen. Entsch.ildigcn Sie also, nvnn ich mir bie Freiheit nehm»-, unb erlauben Sie mir, davon zu spreckien. . .""Nun schön: worum handelt es sich denn?"Mein lieber Kung, ßbr Rock fängt an zu brennen. .

* Der Kultus der alten Teppiche. Tie Preissteigerung, die sich ja auf allen Gebieten unb brionber.' auch auf dem Kunstmarkt geltend macht, ist aber doch wohl nirgends so deutlich bet- vorgetreten wie bei ben Summen, bie für alte persische und türkisch? Teppich? gezahlt werden. Wird schon der gewöhnlich? orienta i.che Teppich, ber früher eine durchaus erschwingliche und häufige Ware mar( gegenwärtig zu einer seltenen Kostbar- feit, so treibt man mit alten und besonders schönen Stücken geradezu einen Kultus. Tie Erklärung dafür liegt nicht nur in den allgemeinen Verhält­nissen, sondern auch in der Tatsache, daß der früher so schwu gla te Handel mit orientalifchenTeppichen völlig auigehört I>at. Selbst in Aegypten sind schöne Teppiche eine Seltenheit, wie Edward W Gregory in einem Au satz über den heutigen Teppichrnartt auSsührl. Persische unb türkische Stücke kommen nicht mehr wie früher mit großen Kamelkarawanen nach Aegypten, unb bie Händler fordern für ein Stück echten Bokhara in der Größe eines Taschen­tuches 600 Mark und mehr Es ist gar feine Seltenheit, wenn jetzt ein wundervolles Stück, wie ein Perserteppich des 16. 3aljri.unbert.<, in Lonbon mit 12 000 P und bezahlt wird, eine Summe, die nach Friedenskurs bei uns 210000 Mark be­tragen würbe, in Wirklichkeit jetzt aber viel grö­ßer ist.

Letzte Nachrichten.

Graf Brockdorff Rantzau über die'fchwcbtndini Fragen.

Berlin, 26. Mai. In einer gestrigen Unter» rvbung des Grasen B r o ckd o r f f - R a n tz a u in Versailles mit einem Sonderberichterstatter deS Vorwärts"" antwortete ber Minister auf dieFrage, wie er die letzte Kundgebung Der Unabhängi­gen zugunsten ber Unterschreibung um leben Preis beurteile, bahin, daß er die tiefe Sehnsucht ber arbeitenden Massen, die während bieier fünf Jahve en setzlich gelitten haben, nach der Wiederkehr des Friedens nur z ugut verstelle Er werde auch nichts imterfaffen, um das Ziel dieser Sehnsucht zu erreich?n Auch sei er nach Versailles mit der festen Absicht gekommen, das. was an frü­herem Wohlstand dem deutschen Volke noch übrig* geblieben fei, zu verteidigen und zu retten Aber auch dieser letzte Rest wäre durch die uns über reichten Friebensbedingungen vernichtet, und ba frage es sick. ob nicht durch eine Verweige - rungber Unterschrift biese Rettung eher iu erreynen wäre, als burch eine Unterwerfung, wie sie die Unabhängigen verlangen. Gewiß, er werde kämpfen bis zuletzt, um auf dem Wege zu Ver^ Handlungen zu versuchen, das Schicksal des arbeit tenben Drutscklanbs zu verbessern: aber bie beut- sckien Delegierten würden sich an den Interessen gerade ber deutschen Arbeiterklasse schwer persündi gen, wenn sie Bedingungen unterschrieben, bie nichts anderes als verewigte Hungersnot und Arbeitslosigkeit bedeuten.

Neue deutsche Antwortnoten.

Berlin, 26. Mai. Gestern hat die deutsche Delegation in Versailles ber Entente eine R c plit auf die Note Clemeneeaus über bieSchuldsrag e und die E n t s ch ä d i g u n g s frage xugehen lassen Tie neue Note widerlegt ausführlich die falsche Bezugnahme aus die Note Lansings vom 5. November 1918. Tie Bed -utnng ber deutschen Note liegt darin, daß sie bie Schuld- srage, die sich immer mehr als ber Angelpunkt der gegnerischen Beweisführung herauSstellt, zur Tiskussion stellt.

ich warf vom Gipfel deS Mont Blanr den Blick um mich, ein Wolkenmeer trennte mich von der Erde, ick verfolgte mit behutsamen Schritten das Gebirge noch Süden bic Alpen uno die Apen­ninen Ick fetzte mich, einen Augenblick auszu- ruhen, in Sizilien auf den Gipfel Des Erderscküt- terers Aetna Der Himmel war Har und mild: welche Aufsicht! Ick wandte mich durch Die Täler Italiens wieder nach Norden. Ich sah Neapel, Rom, bie zweimalige Herrin der Welt, Florenz. Ich schritt über bic Apenninen in das Tal, das der Po bewässert, sah Benedig, umging das Adiftttische Mccr und fetz e nach Griechenland mei­nen Weg fort. Jetzt Türken da! Ick weinte auf den Stufen des Parthenum Ich schritt bei Konstantinopel nach Asien über unb suchte ver­gebens, indem ich mir Berie aus dem letzteft Gr sang ber Ilias hersagte, nach Spuren der hei­ligen Feste Troja."" Tann geht es übermein geliebtes Tvutfchland", von wo ertraurigen Her­zens weitereilt"", über Skandinavien nach den Do- large genden und dann nach Amerika, wo er den Niagarafall bewundert. In eher von Manschen unbewohnten Gebirgsgegend dessüd.ichen Wbnde- kvcises"" richtet er 'ich einAbsteigequartier" ein und verfolgt dann seinen Weg nach Asienüber die höchsten unbekannten Unebenheiten unserer Kugel"". ,Lch trat langsam und vorsichrig von Gipfel zu Gipfel, über flammende Vulkane unb beschneite Äugeln, oft mit Mütze atmend. Ich

Aenderung der Bedinaungen über das (soaroeblrt.

Versailles. 23. Mai. lWTB Die-Pa­riser TOn rgen blätter bestätigen btt Meldern gen der gestrigen englischen Blätter au- Paris, >encn zu- ofoc Der Brc rerrat einzelne Punkte bei 5tt- »ulationen über baS Saarbecken mohi- riiertr. Wie badJournal" ro.f at will, ließ bet Bit verrat die Forderung fallen, daß Deuls-Nand den Rückkauf des Saarbeckens in Gold bezahle, ialli das nack 15» Jahren stattftndende iMebuMu zu- ^insten Tetnscklands ausfallen sollte. Tie ueat «ras ung siebt vor, daß Deutschland sein RückkausS- reebt nicht durch Zabluirgen in Metall- pelb, sondern auch durck andere Bürg- 'chaftcn geltend mackn?n Fann. Der Bier »errat nackft birfe st^nzession besonders im Hinblick auf den Umstand, daß daS S e l b st b e st i m in u n g s - recht der Bevölkerung des Saarbecken-- verletzt worden wäre, falls sie sich im Plebiszit für Denlschlatrd entschieden haben würde, aber Deutsch­land den Rückkauf tn Gold nicht hätte vornehmen können und das Saarbecken in diesem Falle nack 6 Monaten ohne weiteres Frankreich zugefallen foärc, wie dies in der msprünglrchen Faffnirg iest- grietzl worden war.

Wülson und die Zukunft der Türket.

Versailles, 25. Mai (WTB.^ Die Abend­blätter melden, Wilson habe im Verlaufe ber letzten Besprechuna deS ViererratS über bic t ü r krsche Frage seine Be ürck'mrg nicht perheim­licht, daß der ameritanifdr Senat sick» dem wider­setzen iverbe, baß die Vereinigten Staaten daS ganze Mandat für Konslmrtinppel. Armenien und Ana tollen übernehme. Da nauf hm habe man einen Kompromiß txng.'fdjlagtn, demzufolge die Türkei in Eurvra Üir.tfanthwt».! unb einen schmalen Ge- bietSstteifen sowie enuc beschräirkte .ferne in Klein­asien befallen soll und ihre Unabfang gfeit an* crfanint roerbe. Tiefe Lösung töinu- auch Staaten, n eiche die Aufteilung deS türkischen Reichs nur mit Mißbehagen wrsefan, Genugtuung geben

Ein Prolcststreik der Sozialisten aller Länder?

Berlin, 26. Mai. In einer großen sozia - l istischen Kundgebung in Mailand ver­kündete Verrati, wie berVorwärts'" berichtet, den 2 4stünbigenGeneralstreikberSo- zialisten aller Länber als Protest gegen ben von ber Entente Deutschland angedrohten Gewalt frieden.

Känmse im Osten.

Prag, 26. Mai. iWTB.) (Tschecho^Sl^ nalisches Preßburoan.) Gestenr früh wurde ber Vormarsch gegen M i s lol c z aufgcr.Dinmnt. Infolge des ftnrten Widerstandes ber s aifcn Streit­kräfte war es nicht möglich, die Stabt roieberju- nelrmeu. In dem Bergnbiete südlich von Ka­sch au wurde ein Aufrufa ber Arbeiter fanxn» gerufen Tie fanatifierten bolschwirischen Regi- nunüer bedrohen stellenweise die Balnrsttecke Dan- re«Toboma. ES wurden alle Gesnimaßnah- men ffzgen diese Verschnürung im Rücken der Armee getroffen.

PadcrrwSky in Pray

Wien, 26 Mai. (WTB.) Wie aus Prag gemeldet wird, ist Paderewski am 26. Men dort einget rossen.

T^fprrchunll süddeutscher Rcg'.ermtgsvertrrter über Kommunalisierung von Wirtschaftsbe- triedcn.

S t u 11 a a r t, 23. <02ai (WTB ) Am 17. Mai fand hier auf Einladung ber Württembergs- fV) e n Regierung eine Besprechung mit leuBertreternbersüddent'chen Sta- ten (über bas von Der Reich.Regierung geplante G.setz Äiir Kommunalisierung von Wirt schastsbetriebe «.sowie über dir Regelung der Kohlenwirtschaft statt. Das Ergebnis der eingrteiv den .Beratungen, an Denen mehrere Mirrister der fiihbeutfäim (Staaten teilnahmen, war bic Fest­stellung völliger lieber ein ftimmung mit der von brr württembergischen Regierung in Dfefen Sozialilie- nmgdfragen bisher vertretenen Stellung Iir ber Fracy? eines R e i ck k o m m u n a l i s r e r u n g S- ge setz es würbe die Notwendigkeft besonders fa- tont, ber einzelstaatlichen Gesetzgebung zwecks rich­tiger Anpassung an die Verschiedenfaft ber einzel­nen Länder die Bestimmung des Kreises der iir Betracht kommenden Wirtschaftsweise und die er- sorberlickie staatliche Genehmigung und Aufs cht ?,u überlas cn In ber Art bet Kommunaliiicrung soll den (ffemrinden weitestgehende Frerbeit gerohrt werden. Die Landeszentralbehörde müsse jeboch ihre Aufgabe des Ausgleiches zwischeir Gemeinden und ber llegelung der >tommunalisierung größerer Wirttchaftszwergc durchzuführen in ber Lage sein Zur Regelung der Kohlenwirlschast w rbt Üle ein» ftimmciib die Stärkung des Einflus es der Der bi<tueher auf die Zentralstelle ber Kohtenwirttchaft. die Heranziehung des Staatenauc's.chusses und be- fmberer Landes stellen bei der Festsetzung ber Koh­len preis? und bri der Kontrolle der Belieferung 9- fordert Die württemberaische fRtitcrung mirbc mit ber Aufstellung der entsprechenden Grundsätze be« auftragt

sah zu meinen Füßen das Reich der Sonncnfmber, und mein Blick überschaute fern ten Ozean "" Uetrr Girina kommt ,r ,,nach dem alten mysttschen In^ dien". v,3d) schritt, der Sonne vorauSeilend, liber ten Indus, den Tigris und den Euphrates unb kam noch m ter Nacht zu Hause in ter THebais, wo ich in den NochmittagSstunden des vorigen Tages gewesen war.""

SohePreisesürWatteau.Zeich< nungen Bei ter Versteigerung ber Sammlung 'OTicM L6vy, bic eine Reihe schöner Zeichnungen des 18. Zahrhunterls enthielt, wurden hohe Preis- erztelt. Besonders faachrt waren bic Blätter

° u s Tic Zeicknimg eines Satyrs btarffr 3o 000 Frs., ein anderes Blatt 30100 Frs., eir wertere ^atvr-Zeichnung 28 550 Frs , die Zeick "ung einer aui ber Erde sitzenden jungen Frau ^OOO Frs., eines sitzenden jungen Mannes 000 Frs Andere Blatte!, wurden für 10 bis 15000 Frs. verkauft. Ein Blatt FragonardS Der unnütze Widerstand"" erzielte 33 100 Frs , bei Verschmäht. Freier"' 27 000 Fre Ein Blatt Bouchers brachte 17 000 FrS Geringere Preise wurden für Zeicknuiigen von Chardin und Guard« gezahlt, nämlich je 6000 F^ Zwei Pastelle von Perronneau brachten 47 000 Frs und eine Arbeit von HuetJupiter und eine Nymphe"" 29 000 Frs.