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oppositionellen Elemente zu sammeln. Tie opvosi- twnellen Senatorezi haben die Absicht, eine Vn- tragsreise durch ganz Amerika bis zum Stillen Ozean anzutreken, um bk öffentliche Meinung bi« vollständige Ablehnung des Friedens­vertrages in semer jetzigen Form unb für die Fest­ig düng eines neuen Friedcnsvertrages ohne Völker­bund zu gewinnen.

Line Reife Greys nach Amerika.

A m ste r d a in , 23. Ang. (Wo ff.) TasAl- gemeen Handeisblad" meldet aus London: Lord Grey will am 16. September' nach Ameriür ab­fahren.

DomObersten Rat" der Entente

Varis, 23. Ang. (Wolff.) Havas. Im Obersten Rat setzte am Freitag Hoover seine Darlegungen über die Lage in Oberschlesien fort. Am Vormittag begaben sich Hoover und Lou- cheur nach Versailles, um-mit Freihcrrn v. Lersner die geeigneten Mittel zu besprechen, die zur Be­hebung der in Oberschlesien eingetretenen Krise bei­tragen sollen.

Der Rat befaßte sick außerdem mit der Lage in Ungarn und beschloß folgendes Telegramm an die alliierte Kommission zur Bekaimtmrch- ung ait die ungarischen Behörden zu senden: Die alliierten und assoziierten 9Legierungen haben neuerdürgs die in ihren Rapporten enthaltenen Nachrichten, sowie die aus anderen Staaten erhol- fyilteilen Vteldungen über die jüngsten Ereignisse in Budapest geprüft. Ihre Schlußfolgerungen sind folgende: Sie haben den größten Wunsch, mit dem ungarischen Volke einen dauerhaften Frieden zu schließen, glauben jedoch, daß sie das nicht tun kön­nen, solange die gegenwärtige ungarische Regierung an der Macht bleibt. Diese Regierung wurde nicht durch den V o l k s w i l l e n eingesetzt, sondern durch einen von einer Keinen politischen Gruppe unter dem Schutz einer fremden Macht durckMführten H a n d st r e i ch. Sie hat zum Ches ein Mitglied des Hauses Habsburg, das durch seine Politik und seinen Ehrgeiz zu einem großen Teil verantwortlich ist für das Unglück, unter dem die Welt leidet und noch lange leiben wird. Ein von einer solchen Re­gierung abgeschlossener Friede wird kein dauernder sein, und andererseits können die alliiierten und assoziierten Regierungen ihre wirtschaftliche H'.lfe nicht leisten, die Ungarn so sehr bedarf. Erzherzog Josef aitttti» /.te, bttijec, bevor ec to'-t bett allrin-- ten und alliierten Aiächten in Beziei/ung treten würde, sich einer Volksbeftagung unterziel^m wolle. Wir werden ihm antworten, daß uns dieser Weg nicht befriedigen könne, da die Abstimmung unter der Aufsicht einer Verwaltung vor sich grhen wird, an deren Spitze der Erzherzog selber steht. Unter den augeichlicklichen Umständen, in denen sich Ungarn gegenwärtig befindet, tz't es schwierig, durch, Abstimmung den genauen Willen des Volles seststellen zu lassen. Vdan würde auf unbestreitbare Hindernisse stoßen, weim diese Walst unter der Leitung eines Habsburgers stattfinten würde. Selbst wenn eine Versammlung, die unter solchen Umständen aus der Wahl hervorginge, wirklich die Vertretung des Landes verkörpern würde, so würde sie poch von niemanden anerkannt werden. Ter europäische Friede fordert es deshalb, daß die alliierten und assoziierten Mächte darauf bestehen, daß der derzeitige Prätendent von der höchsten Stelle des Staates Ungarn s i ch z u rück­zieht, um einer aus den Parteien zusammen­gesetzten Regierung Platz zu matLai.

Das Redaltionskomitee für den Friedensver­trag mit Oe st erreich wurde vom Obersten Rat wiederum angehört.

Ter Oberste Rat beschloß, der deutschen Delegation zwei Roten zuvommen zu lassen. Tie erste verlangt, daß der serbisch-kroa­tisch-slowenischen Regierung der von deutsch^ Offi­zieren entwandte Plan der Gruben von Coslvplatz, die von den Deutschen während des Krieges aus­gebeutet Toorben waren, wieder zurückerstattet wird. Tie zweite Rote nimmt Kenntnis von der Absicht der deutschen Negierung, den alliierten Mächten alle aus die im besetzten Gebiet angerid^.eten Schei­den bezüglichen Dokumente, besonders diejenigen über die Requisitionen zu überliefern. Außerdem ließen die alliierten Mächte die deutsche Regierunsg wissen, daß es sich) nicht um eine Prüfung in Gegenwart beider handeln könne, um Verhand­lungen, an denen sich auch die deutschen Vertreter beteiligen könnten, da der Friedensvertvag diesen das Rechr zur Mitsprach:« nicht einräumt.

Paris, 22. Aug. (Wolff.) Reuter. Der Oberste Rat entschied, daß die deutsche Regierung berechtigt ist, die Ordnung in Oberschlesien ausrechtzuerhalten. Polnische Truppen dürfen nur nach Obeiwschlesien kommen, wenn Deutschland darum ersucht.

Rücktritt des Ministerium» in Ungarn.

Wien, 23. Aug. Infolge der Rote der En­tente über die düchtanerkennung ist Erzherzog Josef zurückgetreten und verabschiedet sich morgen mit einer Proklamation vom ungarischen Volk. Zugleich hatdkRegierungFriedrich demissioniert.

Versailles, 25. August. (MTB.) Der Oberste Rat bestimmte in seiner gestrigen Sitz­ung, daß die Kosten der Volksabstim­mung in Schleswig zu gleichen Teilen von Deutschland und Dänemark getragen werten sollen. Er beschäftigte sich sodann mit dem öster­reichischen Hriedensvertrag, tesen Fertigstellung beschleunigt werden soll, nxil Alt-- toni am 1. September Paris verlassen wird, um der Debatte der italienischen Kammer über die Ratifizierung des Friedensvertrages, welck>e am 3 September beginnt, beizuwohnen. Ter Rat be­handelte dann eingehend die Kohlenfrage, über die Minister Loucheur Bericht erstattete. Rach seiner Meinung erklären sich die Scywierig- keiten nicht nur aus der Förderungsverinind^- rung, sondern auch aus der Tvanspvrtlage. Er

Die auswärtige Politik

Es

Leichtes Steigen der deutschen Valuta.

Berlin, 23. Aug. Eine 1 e i dj 11 Kurserböbung der deutschen Na-

Friedrich Naumann t.

Travemünde, 21. Aug. (Priv. Tel.) Heut' nachmittag gegen 5 Uhr ist der Abgeordnete Fc.eo- rich Naumann einem Schlaganfall cr- legen, den er gegen 2 Uhr erlitten hatte. Er starb

posten übernommen l>abe, hoffnungslos gewesen seien. Allerdings seien imsere Beziehungen zu Frankreich seit 1871 gespannt geivesen, unser Ver­hältnis zu England sei durch unseren wirtschaft­lichen Aufschwung schwieriger geworden. Fürst Bülow erinnert daran, daß, bevor er gerade vor 22 Jahren die Geschäfte übernahm, die russisch- ftanzösische Allianz bereits seit Jal/ren bestanden habe. Kurz vor fernem Amtsantritt habe eine her angesehensten englischen Wochenschriften den bekannten Artikel veröffentlicht, der mit dem es- herum cenfeo schloß, daß Deutschland zu zerstören sei. Hinter dieser Erbsckwft habe er, der Fürst, sich nie versteckt, sondern sich bemüht, dem deutscher Volk dm Fcicdm zu erhalten. Tas sei ihm wäh­rend seiner zwölfjährigen Amtszeit gelungen, ob* wohl bei Lebzeiten des Königs Eduard VII. und im ersten Jahrzehnt unseres Ftottenbaues die Ver­hältnisse schwieriger lagen als später.

Bülow führt dann unter Heranzichung von Beispiebm und Anfülirung bisher unbekannter Aeußerungm ausländisck>er Diplomaten aus, daß unsere Politik dadurch, daß sie es mehrmals an fester und ruhiger Zurückweisung von Ungehörig« leiten unb Drohungen, wie z. B. der von Lloyd Gwrge im Agadiriall im Ddrnsion-House gehal­tenen 8tode habe fehlen lassen, den Re>pekt vor^ Deutschland zum Schwinden gebrackst und ba». durch in Frankveicki' den Rcvmrck>egeist ermuntert! habe. Für sehr unglücklich für das Verhältnisi zu Rußland hielt Fürst Bülow die Bftrau­ung des Generals Liman v. Sanders mit einem aktiven Kommando an den Dardanellen» Der russische Minister Graf Kokowzow, dessen« ftiedliche und soweit Teutschland-freundlickle Ge­sinnung Herr v. Lethmann mit Recht rühmte« sagte int Mai 1914 zu dem Fürsten Bülows sein, Kokowzows, Rücktritt sei zum Teil auf diesen unliebsamen Zwisel-ensall zurückzuführen. Unsere Zustimmung zu den alten ruffifck-en Wünschen iw der Mcerengenftage sei ein Hauptpunkt des Lis-4 marckschen Rückversicherungsvertrages geroeen unbf auch später habe in Petersburg an unserer freund­lichen Haltung gerade in dieser alten Frage fein Zweifel bestanden. Dieses Vertrauen sei seitdem! nicht mehr in dem früheren Maße vorhanden. Neber die angeblich an die Jahrhundertwende vor­handen geiveiene Möglichkeit einer Allianz m i 1 England sagt Fürst Bülow, es habe sich um weder bindende noch inhaltlich ausreichende Au- veguaigen gehandelt, die uns nicht die Sicherheit boten, daß wir im Kriegsfall ernstlich auf Eng­lands Unterstützung hätten bauen können. England hätte sich im besten Falle darauf beschränkt, die russische und französische Flotte zu zerstören, die französischen Kolonien einzustccken unb die russische Stellung in Asien zu schwächen, während wir die ganze Last des Kontinentalkrieges zu tragen ge- ijabt hätten. Frankreich war gegenüber England in einer ganz anderen Lage als wir, weil eS nicht mit dem engliidjen Neid gegen die grüßt- Macht auf dem Festlande zu rechnen hatte. Eng­land hätte damals gern seine schwierige Lage im Burenkrieg dadurch erleichtert gesellen, daß Deutsch- lanb die russischen imb französischen Bajonette auf sich ablenkte, und später gewünscht, daß Deutsch­land ihm diejenigen Dienste erwies, die bamf Japan für England auf den Schlachtfeldern der Mandschurei leistete. Japan war aber im Kriegs­fall gegen Rußland «reuiger verwundbar als Deutschland, das immer noch mit dec Feindschaft Frankreichs zu rechnen hatte. Tas deutsche In­teresse gebot, sagt Bülow, uns weder von Frank- veich und Rußland gegen England noch von Eng­land gegen Rußland verschieben zu lassen. Wir durften uns auch nicht mit verbundenen Augen ter Wiener Führung arwertrauen. MitSchärfe wendet sich Fürst Bülow gegen den van Bethmann-Hollweg verfochte­nen Gedanken, der Krieg sei unver­meidlich gewesen. Tie militärischen Ab­machungen zwischen England, Rußland und Franko reich vor dem Kriege seien nicht bindender geivesen als die vor dem Kriege 1870 zwischen Frankreich, Oesterreich und Italien getvoffenen Stipulationen, die ten noch nichr zu einem Bündniskriege führten.

Fürst Bülow kommt zu folgmdem Schlüsse: Das deutsche Volk habe diesen Krieg sicherlich nicht gewollt. Kaiser Wilhelm II. war, wie bei Fürst aus eigener Erfahrung wisse, durchaus fried­liebend. Auch sein Amtsnachfolger Betl/mann-Holl- ireg habe sich redlich bemülyt, den Frieden zu erhalten. Aber die Politik sei eine Kunst und ter gute Wille, der in der Moral alles sei, reiche rn ter Kunst nicht aus, denn da komme es auf das Können an. Es seien während ter verhängnis­vollen Wochen vor Kriegsausbruch von unserer politischen Leitung schwere psyckiutogische, diplo­matische und politische Fehler begangen Worten, die mit Unrecht, mit großem Unrecht unser Volk mit dem falschen Schein der Schuld am Kriege teladen. Der B ief schiießt mit einer starkherzigen, durch geschichtliche Hinweise und Beispiele be­kräftigten Ermunterung, an ber Zukunft des beut*, scheu Volkes nicht zu verzweifeln.

heißt darin: Es ist wvhl begreiflich, daß die un- bedingten Anhänger des Anschlußgteankens an Teutschlaud durch die Erklärung Renners, daß Teutsch-'Oesterrcich im Vertrauen auf den Völker­bund allein durchtzukommen versuchen «volle, sich beunruhigt fühlten. Es handelt sick hier vielleickst nicht allein um eine Frage der Auslassung, son­dern mn die Frage des Vertrauens. Renner hat die Annäherung an die Weltmächte vollzogen und unser Schicksal in ihre Hand gelegt. Von der Entente und dem Völkerbund wird es abhängen, ob Teutschr-Oesterreich imstande fein wird, die ihm im Frietensvertrag als Bedingung auferlegte staatsrechtliche und wirtschaftlich^ Unabhängigkeit auftechtzucrhalten, ja überhaupt als Staat fort» zucxistieren. Was aber die Idee ter Tonausödc- ration betrifft, gegen die hierzulande so viel schwere Bedenken bestehen, so ist TI ar, daß zwischen ihr nnb der von Renner empfohlenen Völkerbund Politik keineswegs ein unmittelbarer oder notivendiger Zu­sammenhang besteht. Der Staats kandier hat in ter gleichen Aeußerung, mit ter er die Völkerbund- Politik als Richtung gebenden Gedanken unserer künftigen auswärtigen Politik begrüntete, deutlich ausgesprochen, daß Deuts ch-Oesterreich keine N a chbar scha ft s poli t i f zu treiben habe. Tas Verhalten unserer Nachbarn, tee sich zur Stunde wieder als unsere Widersacher erweisen, liefert für diesen Standpunkt Renners hinreichende Begründung. Renner hat aber für diesen Stand­punkt auch noch einen anderen einleuchtenden Grund angegeben. Teutschp-Oesterreich muß krach en, von allen Verwickelungen des neuen Balkans, ter seine Grenzen weit nach Mitteleuropa vorgeschoben hat, sich freizuhalten. Mir einem Wort: unsere künftige Pofttik ist geleitet von dem Vertrauen auf den Völkerbund, der die moralische Verpflich­tung hat, unserem Volke das Leben zu ermöglichen.

Eine amerikanische Forderung.

Versailles, 25. Aug. (WTB." Nach ter Chicago Tribüne" verlangt Amerika, hauptsächlich als Entschädigung für die Torpedierung ter,^Lu- s i t a n i a", die Heine Insel B a p, die zu den Karo- lineninseln gehört, um dort eine Marinestation und hauptsächlich aber eine Funkstation zu errichten.

Surft Bülow über die Ursachen der Weltlriegs.

TasHamburger Fremtenblatt" veröffent­licht einen Brich des Fürsten Bülow au den Hauvtlckriftleiter des Herrn v. E ck a r d t.

teilte mit, daß demnächst eine Mission nach Polen Fürst Bülow bezeichnft es als in nationalem In/, reist, um dort die Kohlensrage zu studieren. Nach tereffe wünschenswert, die in Feintesland so oft demPetit Jouriral" bestehen auch Transport ausgestellt.' Behauptung zu bekämpfen, daß schwicrigkeitm im Saargcbiet. Im Pas deULalais Deutschlands Eintritt in die Wfttpoli if ten Krim lagern 100 000 Tonnen, die nicht abgefahren' zum Weitkriege gelegt habe. Fürst.ow diüpft iverten tonnen. | an seines Nachfolgers Herrn v. Bet hm um kürz­

lich. erschienene Beirachtungen zum Weltkrieg an, ! um über die politische Vorgeschichte des Welt­krieges vor und während ter Kanzlerschaft Bcth-> mann-Hollivegs sein.» Erfahrungen und sein Ur­teil terzulegen. Er widerlegt die von Betbmann oorgebrachtc Darstellung, als ob die Verhältnisse, unter denen Bethmann 1909 den Reichskanzler-

ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Der Verstorbene kam heute um die Mittagszeit in Travemünde an, um sich durch einen kurzen Kur-

Deutsch-Oesterreichs.

Wien, 24. Aug. (WTB.) DieNeue Freie Presse" veröffentlicht Aeußerungen von authen­tischer Seite über die Neuorientierung in ter Außenpolitik des Staatskanflers Renner. ~

aufenthalt zu erholen. Seftre Frml, die einen län­geren Kuraufenthalt in Travemünde genommen hatte, war am Vormittag abgereist.

Der Tod des ausgezeichneten, sehr tegabten Mannes wird auch in unteren Lagern als ter demokratischen Partei, ter er angeiyörte, wahre Teilnahme Hervorrufen. Er wurde am 25. März 1860 in Störmthal (Sachsen) geboren. Er studierte in Erlangen Theologie und war nach Abschluß sei­ner Studien drei Jahre als Oberhelfer im Rauhen Dause in Hamburg tätig. Tann wurde er Pfarrer in Langenberg bei Glauchau imb ging 1890 als Vereinsgeistlicher für innere Mission nach Frank­furt a. M. Schon seit 1890 trat er mit Schriften zur sozialen Frage hervor und begann so die spätere nationalsoziale Gemeinde um sich zu sammeln. Sein Ruf als Schriftsteller und glänzender Redner wuchs; ebenso breitete sick ter nationalsl0zia:e Verein über ganz Deutschland aus. Seit 1897 widmete er sich als freier Schriftsteller in Schöneberg ausschließlich der Politik. Er be­gründete dieHilfe", die nationalsoziale Wochen­schrift, die aud> fort bestand, nadjtem ter national-* soziale Verein sich mit teu übrigen linksliberalen Parteien zu der Fortschrittlichen Volkspariei zu- sammegeschloss-Q: batte. Erst jetzt, 19ü7, gelang es auch, für Naumann einen Sitz im Reichstag sicherzustellen; in Heilbvown wurde er gewählt. 1912 unterlag er hier einem Sozialdemokraten. Doch wurde er bei einer Nachwahl von Waldeck in den Reichstag .entsandt, wo er jederzeit zu ten bedeut-mdsten Römern gehört hat. Wahrend des Krieges trat -rt lebhaft für Schaffung eines mittel­europäischen Wirtschaftsboockes ein, ein Ziel, dessen Verwirklichung ter dlusgang tes Krieges unmög- lichi machte. Bei ten WaUcn zur Ncarionnlver)amm- Iimg wurde er in diesem Frülffahr für Berlin gewählt. Er stand and, in ter deutschen National­versammlung an vorderster Stellung, und sein Ausscheiden macht diese um eine hervorragende Persönlichkeit ärmer. Für die Deutsche Demokra­tische Partei, zu deren Vorsitzenden er vor kurzem auf dem Parteitag gewählt wurde, wird es schwer sein, ihm einen Nachfolger zu geben, tem soviel Vertrauen entgegengebracht wird, wie es sich. Frie­drich Naumann teintfi seine uneigennützige Arbeit für die Allgemeinheit erworben hat.

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Annahme von Anzkizen f. die Lagesnmmner bi» zum Nachmittag vorder ohnejedeVerbindlichkcit preis für!mm höhe für An.eigeiiv.34mm Jreite örlli b 15 bi-, auswäitS 18 Pf., für 9i e Harne- anzeigeii von 70 mm Bre-ie 48 Pf. Bei Platz- voiichrin20°,. Aiiifctilag. Hauotschriitleuer: Aug. Äoeg. Veraittivortlich für Politil: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinholo Zenz; für den AnzeigciU^il: H. Beck; fämthd) m Gießen

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Jahre am Rhein die Wacht halten.

Die deutsche Politik müßte bei dieser Sachlage dahin gehen, die Völkerbundsidee zu stärken, indem eine Revision des Fciedens- oettrages ins Auge zu fassen wäre.

Wir erhalten folgende Meldungen: «

Am sterd am, 23. Aug. (Wolff.) Das Presse- burenu Radio meldet aus Neuhvrk: Senator Fall unterbreitete Wilson auf der Konferenz hu Weißen Hause 20 Fragen. Die erste lautet: Können Sie nicht erklären, oaß der Frietettszustand besteht, um so ten Kriegszustand zu beenden? Die vierte Frage lautet: Da der KriegsznstaTtd auf diese Weise bceiu bet fein würde, könnten dann nicht Kon su ln f ü r Deutschland ernannt und die Handelsbezieh­ungen mit Deutschland wieder ausgenommen wer­ben. Wilson antlvortete auf diese Fragen: Ich suhle mich zu der Erklärung verpflichtet, daß ich meines Erachtens nicht nur nicht das Recht habe, durch eine Proklamation zu erklären, daß ter Frie- benszustand besteht, sondern, daß ich unter keinen Umstanden darin einwilligen tonnte, bevor ter for­melle Friedensvertrag ratifiziert ist. Ich muß offen bcrau3jagcn, daß es Meines Erachtens ein F l e ck en llusunser er nationalen Ehre sein würde, ben wir niemals wieder tilgen könnten, wenn wir, nachdem mir unsere Männer auf 'das Sckflachtfeld eesandt haben, um für die gemeinsame Sache za kämpfen, biejeuigen, die im Krieg mit uns verbün- bet nxiren, bei ter Regelung ter Frietensbedin- ssungen im Stich lasseir würden und uns aller 23er» au Iwortung bezüglich dieser Bedingungen begeben sollten.

.Amsterdam, 23. 9Iug. (Wolff.) Die Times" meldet ans Wachington, daß Wilson »iir der Konferenz mit ter Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten anerkannte, daß Ja- ! l» a n auf ter Fr-iedmskonserenz eine Art von S o u- "ränität über Korea imt> einen Teil ter ^Mongolei erhielt. Dies wäre nicht geschehen, vnm der Völkerlnmd bereits bestanten hätte. Die Mitteilung Wilsons, daß er in der Zeit zwisck)en öem Augenblick des Eintritts Amerikas in ten Krieg Md ter Eröffnung ter Friedenskonferenz amtlich von ten Geheimabkommen, diezwisck>en tenAlliier- °i beftanten, nicht in Kenntnis gesetzt Worten war, erregte Befremden, desgleichen seine Erklärung, daß vermutlich notwendig fein werte, eine gettriffe Lahl amerikanischer Soloaten während eines Zeit­raumes von 15 Jahren am Rheine zu belassen. ^Amsterdam, 23. Aug. (Wolff.) Laut vressebureau Radio erklärte Senator Knox bei I ^>er in seinem Bureau statt gefundenen Konferenz, . M der Frietensvertrag mit Deutschland von den l?5'/einigten Staaten völlig abge» l uif 1 werte. Knox sagte, die Vereinigten Staaten Iff-l^n sich überhaupt nickst in die Verhältnisse ipt Europa eurmischeiu Sie batten nicksts mit ter IPE dem Friedensvertrag über die zukünftige Be- I der eurvpäisckien und asiatischen Völker I q «^^ber getvoffenvr Regelung zu tun. (Senator 11 s p g x erfiärto: Wemi ter Völkerbnndsvertrag I Frietensvertrag l-erausgeschä t w?rte, so mrte er nicht für die Ablelstumg des Friedens- of ttTngcg ein. Lodge versuchte augenblicklich, die

ir Per Abzuges

nzkursus

Oktober 1919.

;en nehme ich von n meiner Wohnung e 31 entgegen.

,t, Tanzlehrer.

niiiiiminttuniinJiiHffflowHMg vbsidarrej SffSäÄSfl b. Arbelistim Beton, wribrm Mamrß Änftalt-bi-denu-H^

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Ter eigener Injelflet erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, vezugrpreir:

monatt. Ai k.1.60, viertel­jährlich Mk. 4.80. durch Abhole- iu Zweigstellen monatl. Aik. 1.50. durch diePost Mk. 4.50 oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Ferusprech - Anschlüsse: für die SdjriUleitungl 12 Verlag,<LefchättssteUe51 AufchrcktfürDrahtuach- ^ichten: Anzeiger Sieheo.

Poftscheckonto:

granffurt a. Ul. U686

Amerika und der 8riedens- vertrag.

Wilson ist in Schwierigkeiten und Ver­legenheiten. Sein- Vülkerbundwerk findet im amerikanischen Senat eine sehr kraftvolle Opposition, und es heißt, daß die Hoffttungen auf die Ratifizierung des Friedensvertrages sehr stark gesunken seien. Man darf dies nicht etwa auf steigende Sympathien für Deutsch­land zurückführen. Die Rücksicht auf deutsche Interessen kümmert die Amerikaner nicht. Ihr Kongreß hat vielmehr mit 171 gegen 132 Stimmen ein Schntzzollgesetz angenommen, das die amerikanische vor der deutschen In­dustrie schützen soll. Also: Wirtschaftskrieg ge­gen das arme Deutschland, das ist noch immer die Parole.

Nein, die Amerikaner fürchten zweifel­los neue Verwicklungen in Europa, sie hal­len denVölkerbund" für eine nur schwache Garantie und möchten von Pflichten bei euro­päischen Wirrnissen, die sie nicht viel angehen oder bei denen sie völlig freie Hand behalten wollen, möglichst un­geschoren bleiben. Viele dieser praktischen Senatoren sehen dabei wohl ein, wie durch Phrasen keine Menschheitsverföhnung gemacht werden kann und sie verweisen darauf, daß noch viel Unehrlichkeit und Tücke die Welt regiert. Zum Beispiel sei Wilson seit Amerikas Eintritt in den Krieg nicht einmal von allen Geheimabkommen rechtzeitig unterrichtet worden. Ueberhaupt Eirgland! Wie es seine Veltherrschast immer weiter ausdehnt, dafür sprickst ja dasMkommen" mit Persien wie­der Bände. Frankreich rümpft die Nase über die Durchpuerung seiner Orientinteressen durch das habgierige Jnselreich. Auch Japan hat seine Ansprüche in Korea und der Mon­golei im Widerspruch mit Wilsons Mensch­heitsweisheit durchgesetzt; das mußte dieser dem Sen^rt offen zugeben.

Nun tperbeit bte Tiraden des Präsidenten jur dem Senat, über die heute berichtet wird.

wenig Eindruck machen. Er spricht vonna­tionaler Ehre" und sieht doch wohl nur seine eigene..persönliche befleckte weiße Weste. Seine Ablnack>ungen mit Clemenceau und Lloyd Ge­orge sind in Gefahr, nicht verwirklicht %\i werden. Die Amerikaner wollen nicht 15

169. Jahrgang Montag, 25. August 1919

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhessen

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