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§reitag, 25. Juli 1919

Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)

Zweites Blatt

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Fortsetzung 19.

(Nackstrrnck verboten.)

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vevantwortungs voller Stellung über daS Doht und Wehe des L'tzoldes zu entscheiden halten, bt wirtschaftlicher wie in politischer Beziehung, w Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung.

I^Aus Vorschlag des Präsidenten Fehrenbach te- Meßt das Haus die Besprechung der Inter- Irellationen nut der sozialpolitischen Aussprache zu terbindcu.

ärung!

hl Hansen.

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Ans Statt nnd Land.

Gießen, Den 25. Juli 1919.

Gießener Hochschnlgcsettschaft.

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Hansa 7699 n detail hnendl ! Kaue ' sofort enverkauf vorbeh alten

Der letzte der in diesem Sommersemester von ... Gießener Hochschulgesellschaft veranftaltrien Vortragsabende, der am 23. d. Mts., abends 8Va Uhr, im großen Hörsaal des Vorlesungsgebäudcs tattsand. War durch einen Vortrag des Professors Dr. Borgmann über das Thema: ,,Der Wald im Wirtschaftsleben des deutschen

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Disziplin und den ordTMNgsmLßigen Betrieb auf* rechtzuerhalten, eine Tatsache, die ebenfalls allgemein bekannt sein dürfte.

Gießen, 23. Jul, 1919.

Metz, Geh. Juftizrat.

W rßefl2}>- 2 Zillllllk^ i« iser/Ker

. raen Scbaffm nahm ?^

Ragna senkte das Kölschen.

,Lch weiß, daß es mrrecht war," sagte sie leise,aber ich tonnte nicht davon reden als bis jetzt, wo es Trennung heißt."

Trennung!" Etwas Heißes, Leidenschaflliä>e- blitzt in den sonst so stillen, blauen Augen des Doktors auf, so daß ^mu Therese mit einem vernehmlichen Räuspern die Tafel aufhob.

Himmel, was war denn das? Das fehlte auch noch, daß die verschrobene Person Frau Therese hatte bisher Ragna noch nie so genannt noch dem Arne den Kops verdrehte.

die Möglichkeit geboten wird, weiter zu tommat. Ich halte also gar keinen Grund abzulehnen, be meine Zähigkeiten eben nicht darin wurzeln, im Dienste der Häuslichkeit zu leben."

Und Sie haben mir kein Wort davon gesagt," entgegnete Arne mit leisem Vorwirtf.Wußte« Sie nicht, welch innigen Anteil rch an Ihrs» geistigen Schassen nabm?"

Ragna Svendburg

Roman von Anny Wothe.

brfin2frne ließ kein Auge von Ragna. In diesem Augenblick ging unten Graf Svendburg <m ber Veranda vorüber. Grüßend zog er seinen Hut. Ob Ragna für den Gruß

nicht sehen, er sah aber dre Dlnttvclle, die sich,^ ihr Antlitz drängte, mrd etwas. tm-ezn <MuU

7 - -- .o fe«4-1 tw vtruir. vT

Ich kann zum Schluß nur wrederholl, ver­sichern, daß mir in meinem ostenen Brief an den Parteitag der Deutschen demokratrichar Partei nichts ferner lag, als unseren durchaus bewahr­ten und verdienten Eisenbahrrbcam^r rrgeild zu nahe zu treten; möchte aber auch nickst unterlassen, dem beizusügen, daß mir periönlrch m den letzten Monaten öfters Beamte des äußeren Eismdahn- dienstes selbst erklärt haben, nne schwer es bn Den i Zt lLrrschetrden Zuständen den Beamter werde. Den ihnen untergebenen Arber.ern gegenüber du Lorbeerkränz. Ein schönes Erbe Na, dann pa^ Sie man ganz und gar ern. Früher glaublich nod) immer, daß ui Jtzren doch cm ganz tüchtiger Kern sitzt, weil Sie ju!) doch so überras.hmd ^ in die anderen Verhalttnise gefunten hoben, aber jetzt nach dieser Idee gebe rch Sie auf, voll­kommen auf, Fräulein Ragna.

Aber Therese," wehrte %rne,du läßt Frau­lein Ragna ja gar nicht zu L^rte

ich weiß, daß sie Talent hat, und ich ste ost darau aufmerksani machte, ist es sa doch wohl sehrgnt möglich, daß sie damit etn besseres ^Fortkommen frnbet, als in der hausbackenen Sphäre unseres oder eines anderen Hauses."

Du, du weißt es, daß sie Talent hat, und haft sie selbst darauf aurmerksam gemacht/ . »Jca, Mj denke, so'n Mädchen wie Ragna, das auf eigene F-üße gestellt ist, zu solchen brotlosen Künsten aus- Archen, ist auch feine Heldentat. BerA^m kow iten Sie dabei, und wenn S« wie Ahüfer und Goethe dichten, das sage ich Ihnen als erfahrene und vraktische Frau." . . -nj.

Die Frau Prosesiorrn schob entrüstet dcw Dessert, das ihr der Kellner in diesem Augenblick rraaientierte, zurück.

Eine Weife herrschte lautloses Schweigen. Die Kinder licsen, nachdem sie sich einer gelangen Portion des^n Naschwerfes versichert batten, jubelnd davon, und Male schlich sauertöpsig hinter*

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stellte e Phil. Müller IV. als U ri 5ttmmenthaldi»4

Stimmen: Wilh. hr« - Inch 1 unb Hch. Start l ftäuleia Mrie

Wo Der*» bloß her hatte? Me das Mißte unb wetterleuchtete in seinem Gesicht! War es nicht, als wollte er Ragna mit Gewalt in ferne Arme reißen, einer ganzen Well zum Trotz?

Frau Therese sah noch mit einem leichten Schwindelanfall, wie Arne zu Ragna trat und ihre Hand mit warmen Worten in bte seine nahm. Dann wurde sie durch ein neues Ereignis ab- gelenkt, das sie vor Scksreck fast lähmte.

Was haft du mir, Therese?" fragte der Pro­fessor ängstlich. ,

,^-ch glaube, ich schnappe über/ rief die Pro­fessorin und blickte nach der Richtung der elek­trischen Bahar hin. ,,Sichst du nicht?"

,^Za, Was sott ich denn sehen? Menschen, irt soeben von Lauterbrunnen heraufkommen." (Fortsetzung folgt)

Volkes" ausgesüllt.

Don den gegenwärtigen Zeitverhältnissen aus­gehend erörterte der Vortragende die Frage, Wct* chen Beitrag Der deutsche Wald würde leisten kön­nen, um die schwere Last. die durch den ^rietend* chluß dem deutschen Volke auferlegt ist, abwälzen zu Helsen. Angesichts der bevorstehendeii großen Zugriffe in das Volksvermögen, beständen nicht geringe Besorgnisse auch um die Zukunft des deut- eben Waldes:schnell zerstört ihn die Axt, lang* am nur wächst er heran".

Zur Begründung dieser Beforgnftfe gab der Redner zunächst ein Bild von dem Wesen der Forstwirtschaft selbst, indem er in kurzen Zügen die Grundbegriffe und den Ausbau der Forstwirtschaftslchre artwirfelte.

Als Quelle des Ertrags sei der Zuwachs des Waldes anzusel-en. Tenfelben auf den nach­haltig bödjftai Bettrrg bei geringstem Produktrons- auswand zu bringen, fei Ausgabe der Technik und Qekonomik der Waldwirtschaft, verkörpert in dem privatwirtschaftlichem Grundsatz, der Erzeugung der Höch st enBvden werte. Um diese zu erzie­len, sei infolge der langen Proteiktionszeiträuma der Walbwictichaft von durchschnittlich 100 Jahren ein erhcblicksts HolzdorratZtapttal bestimmter Größe im Walde nötig.

Namhafte Emgrifse in dasselbe dürften daher nicht erfolgen, wenn nicht das Ertragsvermögen des Waldes bauernb geschädigt \werben sollte.

Hiermit ging der Redner zum -wetten Dnl seines Vortrags über, in dem er die gegenwärtig tvubtigften Fragen der Fvrstwirtschas ts* Politik behandelte.

Ter teuft che Wald umfaßt 14 Millionen Hek­tar = 25 Prozent der deutschen Lantesstüche. Davon entfallen 54 Pvozntt auf Staats- und Gemeinde forsten, 46 ProMnt auf Privatsorsten. T« jährliche Nutzholzversteigerung von 24 Mil­lionen Festmeter reicht nicht aus, um den Be­darf von 38 Millionen Festmeter zu decken, so daß allein 14 Millionen Festmeter importiert wer­den müssen. Doch läßt sich die eigene H-lz- erzen gang noch steigern. ,

Ter Wert des deutschen Waldes be­trägt nach dem letzten Friedens stand 25 Mttliarden Mark Diese Ziffer lehre die ungeheuren Summen verstehen, die der Krieg verschlunaen hat. Vier­mal soviel hat das deutsche Volk allein an Kriegs­anleihen aus geb rächt. Ebensoviel als jener Kapital- wert des ganzen deutschen Waldes beträgt jetzt der jährliche Bedarf deS Reiches.

Unter solchen Verhältnissen können auch aus dem deutschen Walde namhafte Beiträge zur Tra­gung der Kriegslasten nicht erwartet werden, selbst stärkere Eingriffe sind nur eine kleine Hilfe, ge­fährden aber frte wirtschaftliche Zukunft des

,^ch danke Ihnen sehr, Herr Doktor, fagte lagna warm,für alle Ihre Freund^lichfett ick ühre selbftverständlich mit Frau Pvofeisor nach Berlin zurück, um dann von der schon so licbenf- »ürbig gegebenen Erlaubnis Gebrauch zu machen, hr Haus zu verlassen."

Alle sahen das junge Mädchen einen Augm- Äii starr an. Tagmar aber warf schluchzend ihre Ernte um den Hals Ragnas imb rief:Nein, Sie biufen nicht von uns fort. Sie müssen bleiben.

Siiil, still, mein Kind," entgegnete Ragna

Und^vas wollen Sie beginnen?" fragte Dmc kmenzen beklommen,wollen Sie ntrmm Rat, SRiebism zu studieren, befolge?"

Nein, lieber Doktor! Das kostet Geld, unb ich» muß etwas erwerben."

Sehr verirünftig gedacht, murmelte der Prv- Miior. , 3

Ist es nickst unbescheiden, zu fragen, war, Lme terbett rcK-Ifen?" misckste sich Geerd sckKchterit m das Gespräch.Womit f^nn eine Dame der Ge- Ickllfchast denn über'haupt Geld uerbienen?"

Ramie, lächelte liebenswürdig zu deut jungen Toiamt fji nüber und sagte nicht ohne einige Be­

werben.

KrclS Friedberg.

nt. Bad-Nauheim, 24. Juli. Samstag abend mietete sich eine junge Dame am großen Teich einen Kahn, ruderte cme Welle unb f pvany bann plötzlich ins Wasser. Aus ihr Hllsegeschre, eilten drei in einem Kahn sitzenden Soldaten gerbet, zogen die Lebensmüde aus dem Wasser, wosür ste nickst einmal dankte, sondern ihren Reitern gegen­über behauptete: Sie wolle sterben. Gan» nchtig bemerkten diese: Wenn Sie sterben wollten, hätten Sie doch nicht um Hilfe zu schroten braEn' Wie dietragische" Geschichte geendet hat, ist to Dunkel gehüllt.

Starkenburg und Rheinhessen.

mt Darmstadt, 24. Juli. Durch V o 11 -etliche Razzia wurde dem wilden Le- bensmittelhandel, der sich seit der Oefs- lumg der Blockade besonders in den Bahnhöfen und deren Nähe geltend macht, ein rasches Ende be­reitet.

Hessen-Nassau.

II Marburg, 24. Juli. In der Gemarkung Wolfshausen wurden gestern beim Sandholm zwei junge Burschen namens Nieder ter und wer- mar aus Roth von abstürzenden Erdmasien ver­schüttet. Der 17jährige Ntederhöser konnte mrr als Leiche geborgen werben, sein drei Jahre tun- gerer Genosse ist lebensgefährlich verletzt.

Aus dem AmtsverküudiguugSblatt.

** DaS AmtSverkündigungsblatr Nr 63 vom 24. Juli enthält: Bevordmmg vom 26. Juni 1919 und Bekanntmachung über den Sey kehr mit Heu, Stroh und Häcksel. Bom 12. Juli 1919. Oefsentliche Vergebung von Arbettcn. Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter.> TabaMernhandel. Höchstpreise für Rrnd- und Hammelfleisch. Zuckerverbrauchsregelung. Höchstpreise für Verbrauchszucker. Sonntags­ruhe in den Apotheken-, hier: die Apotheke in Grünberg. Die Prüfung für Einjäbrlg-Frev- willige im Herbst 1919. Bekanntmachung über Gegenstände, die in der Zeit vom 1. ms 15 Jute in hiesiger Stadt gefunden unb verloren Würben.

Tie Verorbnunaen über ben V e r k c h r m i t e u unb bte Preise für Heu, über den Ver­kehr mit Stroh unb Häcksel und über bte Preise sirr Stroh unb Häcksel aus der Ernte 1918 werben auf* gehoben.

Die öffentliche Vergebung von Ar­beiten wirb trotz der allgemeinen ungünftigen wirtschaftlichen Lage des Handwerks immer noch von einzelnen Gemeinden durch öffentliche Aus- schreibcn vorgenommen, anstatt daß die Arbeiten nach der Notlage der einzelnen Handwerker vn- teilt werden. Der Staatskommissar für wirtschaft­liche Demobilmachung ersucht, dieses zur Zett un- wirtschastliche Verfahren aufzugeben.

Anträge auf A rbeitsve r lange* rung sind an die Gewerbeinspeltion Gießen zu

veutsche Nationalversammlung.

65. Sitzung.

Weimar, den 24. Julr

Am Regierungstisch: Schmidt, Müller, Dr.

David, Cribcrgcr, Schlicke. .

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung 10 25 Uhr. . .

Das Haus tritt in die Beratung ber Inter-

Ab, Kraetzig (Soz.fe Das kapitalistisch* autonomiftische Regime hat damit gemixt, btt blühenden Fluren des dattschen Wirtschasts- tebcns in ein riesengroßes Trümmerfeld zu ver­wandeln. Dem Programm, das uns gestern der Ministerpräsident entwickelt hat, stimmen wir im großen und ganzen ;u. Aber wir müssen fragen, wo bleibt der Staatsgerichtshof, der endlich die zur Verantwortung ziehen soll, die alle dies Eleist» Der* chuldet haben. Wir wollen durch das internatio­nale Proletariat zu einem internationalen Abkom* Uten gelangen. In der soziallftischen Gesellschaft ist kein Platz für Müßiggänger. Die Soz'.alisierung muß durchgeführt werden, wenn auch nickst in allen Wirtschaftszweigen. Wir verlangen eine großzügige Politik, Hebung der landwirtschaftlichen Produk* tion ünb Schutz der lebenswichtstzen Betriebe gegen bte Gewalt Wir wünschen den Belagerungszustand zum Teufel, aber bte Spartakisten müssen erst ein* eben, daß sie sich mit ihrer Politik dec Handgra* naten blutige Üöpfe holen. Die Selbstzerfleischung des Volkes nmß aushören. Alle Kreise müssen zu- sammenftehen, damtt unser deutsches Volk nicht untergeht.

Unf 8/<2 Uhr vertagt sich ba3 Haus. Wetter- Beratung Frettag 10 Uhr. Außerdem Reine An- fraget.

Waldes

Bezüglich der Sozialisierung des Waldes warnte der Redner ebenfalls vor zu weife gvbntben Reformen. Die Sozialisierung bezwecke in erster Linie die Hebung der Produktion ttn Inter­esse der GriaMthett des Volkes. Der Großwaldbcsitz stehe aber durchaus auf der Höhe der Zett und fei dem Staatswaldbririeb nicht nur an sich, sondern auch tatsächlich vielfach überlegen. Der mittlere und ein großer Tett des fleinen Waldbesitzes sei mit dem Betrieb der Landwirtschaft eng verbunden und könne von diesem nickst ohne weiteres getrennt, nach feiner Sage und Größe meist aber gar nicht selbst- ftänbig von Staatsivvgen bewirtschaftet werben. Nur sstr den kleinsten Parzellenbesitz des Waldes, der rmmerlM 1,6 Millionen Hektar umfasse, könne man sich von einer Sozialisierung etwas ver­sprechen. T .

Der Redner schloß fernen Vortrag mit den eindrucksvollen Worten, daß auch der Forstwisien- schaft eine Stätte an der Universität gebühre, nickst nur um zu empfangen, sondern auch zu geben von dem, was ihres Wefeus Eigenart sei, besonders auch allen denen, die künftig tn nähme zu Ragna: ,Lch weiß zwar, daß es^ Ihnen peinlich ist, hier das alles so frei und öffentlich im großen Kreise zu besprechen, da aber unser Gespräch nun einmal diese unliebsame Wendung genommen hat, sagen sie uns vielleicht, bte Wir alle so herzlichen Anteil an Ihrem Schicksal neh­men, wie Sie sich Ihre nächste Zukunft zu ge­stalten g eben fen rz

,Hch trete am ersten September in die Re­daktion DerPvft" in C. als Hilftzarbetterm cm, gab Ragna zur Antwort,um zuerst einen feiten Ulster gründ zu haben, der mir hilft, mein dich- terikbeS Schaffen für später frei entfallen zu können."

,^Jft ja lauter Unsinn," sagte Fvau Therese. Dichterisches Schaffen, dafür gibt es fernen Treier." , ..

Tie gibt es überhaupt nicht mehr, Mama, fiel Tagmar ein.Das ist recht, Fräulein Ragna, daß Sie Romane ober so Was schreiben wollen, ich lese sie alle."

Wie kommen Sie zu dieser 3tee?" fragte Doktor Lorenzen, der noch immer fernen Bttck von Ragna wandte unb sah, wie ihr «uge ben Fremden verfolgte, der dort drüben den stellen Bergpfad hin an klomm, welcher zu den imeiwllchen Schneeregionen führte, die so verlockend herüber winkten.

,Lch hatte," bemerkte Ragna

ctitügcitDcr Aufsicht fein Monopol erhalten.

Es folgen die Interpellationen Dr. Heinze und ökn. (D. Bp.i und Arnstadt (D.-Natl.) betreffend Landarbeiterstr eiks.

Der Landarbeiterstretk tst zwar für den Augen­blick beigelegt, aber er tami leben Aügenblick Wieder um ausbrechen. Verbrecherische Agitatoren fmb im Lande tätig, um mit rufsischem Gclde die Landarbeiter zu neuen Streiks auszuheben. An­gesichts der rmgeheuren Gefahr hätte btt Regierung ptic Pflicht, endlich einmal die Energie zu zeigen, ist wir bisher so sehr an ihr vermißt haben.

Abg. Bebrend (D.-Nat.): Die Not, bte aus I einem Landarbeiterftreik für die Landwirtschaft entstehen müßte, wäre die Not des ganzen Volkes. | Dir verlangen deslxttb von der Regierung Ermog- Ucllung für die Arbeitgeber, den Arbeitern bte .laturallöbnc auszuzahlen, und Freiheit der Land- erbeiter hinsichtlich der eigenen Erzeugung, ferner Förderung des Tarifvertragwesms.

9kid;: arbeiteninifter schlicke: Jeder von Ms Wird den ^lnsbruch der Landarbetterftteiks >iuss tiefste bedauern. Aber es darf auch mcht ver­schwiegen werden, daß die landwirtschaftlvchen Uw feer nehmet in der rücksichtslosen Ausnutzung der ^Konjunktur ilnen Arbeitern ein sehr schlechtes Bet- I loiet gegeben fmben. Als Vorbeugunssmatzrog l ist .außer der erträbuten Öanbarbeitäorbnung nvck) W ' «nbes gcsck>elien bzw. in Ausfickst genommen: Em ' 'ftlaß, der den wilden Kündigungen der Laitd- iter vorbeugen soll, Ausbau und Befestigung »p TarisWesens Endlich sind Verhandlungen un fllmtge, inwieweit eine Haftung cörzutteten hat iir deii Vertragsbruch, und zwar nicht imr seitens , Iber Arbeitnehmer, sondern vor allen Trugen auch , ,ber Arbeitgeber. Keinesfalls ist etwa beabsichtigt, das Stteikrecht rrgenbwte anzutasten ober emzu-

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(Erüörung.

Auf den gestern an mich gerichteten Brief des Gewerftchastsbundes Teutscher Gij-mbabn» beamtet (Oriskartell Gießen) erwidere ich:

M. E. haben die in dem Gewerkschaftsbund bereinigten Eisenbahnbeamten gar Teüie Veran­lassung, sich gegen Vonvürfe, die ich den Eisen* bahnbeamten im allgemeinen und spytell Beam­ten beS Ortsoerbwids Gießen gemacht habe, zu verwahren. Ich habe solche Bonvurfe nicht k* absichttgt, habe solche auch nicht erhoben. Es kami niemand mehr die großen und geradezu Ijertwnagcnben Leistungen, die nnr der treuen Pstichtersüttung der Eifenbahnbeaniten wahrend Kriegs unb jetzt auch noch zu danken haben, anerkennen, wie ich es tue.

Was ich mit meinen Ausführungen sagen wollte, und auch ganz deutlich gesagt habe, war vielmehr nur das, daß ich irachweisen wollte, daß durch die von der Sozttlldenrokrat« m guter Ab- ickst erstrebten Einrichtungen der Soziollsierung und des Räteshstems auf die Dauer bte Diszi­plin tn den großen Staats- und Privalbetrüben ebenso erschüttert werden müfie, wie btcidbe m bem Heere durch die Soldatenräte bereits er* habe ich dabei auf zwei mir bekannt gewordene' Vorgänge im Eisenbahnbetrieb ver­wiesen. Von diesen Vorgängen ist ter eine (bte Vorgänge int Lxruplbahiiyof rn pwifiurt a. M ) voch hier und tn der ganzett Umgegend so all­gemein befamit, daß es wohl eines Beweises sticht bedarf. Tie Vorgänge haben ja nt allen Zei­tungen gestanden unb gipfelten bann, daß ut* folge des Streiks m Frankfurt a. M. twn ter M-»g- ber SraiÄf lang Züge mäst ent- und aussahren konnten. Daß babei Eisenbahnperfvn-al, seien es mm Ar- bctter ober Beamte, beteiligt waren, dürfte doch wohl auch dem Gewerkschaftsbund ter Gxfenbatet* beamten nicht mtbcfaniti fern.

Was aber den Borfall auf ter Statwn Lehrte betrifft, so ist dieser Vorfall am 18. l. Mts. hi durchaus glaubhafter Wrife von evtrnt Herrn erzählt worden, ter versicherte, am Tag ober einige Tage vorher den Borlall mtterlebt zu had«i und ter noch seiner Versicherung selbst ente Stunde auf ter Station warten mußte.

Ich habe jetzt sofort an die zuständige Eifert* bafrnbivetnon um Aufklärung des ^atbestmttes geschrieben. Sollte sich Herausstellen, daß ich m diesem Fall ftrtüntlich belehrt Worten Ware, unb der Vorfall nickst pafliert ober Eisenbahn personal nicht dabct beteiligt gewesen iem sollte, so wurde ich das sofort berichtigen. Es würbe mich d^ auch aufrichtig freuen, würbe aber an der Rtch- tigfeit meiner Ausführungen tAr bte Wirkung bet Sozia.isicrungen uubber Einführung des Rate- spstems für den Eisenbahnbetrieb durchaus nichts

** Ausländsbriefe. Der Poftver- kehr nähert sich langsam dem Friedenszuftand^ Nach Den ^Bereinigten Staaten werden bereit» wieder Briese und Postkarten zur Besörderung an­genommen, in wenigen Tagen kann ter Verkehr mit England ausgenommen werten. Alle 5riefe ins Ausland, ins feinblidje oder ins neutrale, luto offen cinsulicfern. Dadurch soll verhindert werden, daß tent'ch.s Geld ins Ausland wante-rt

** Tie Ortsgruppe der hTrteg8- Hinterbliebenen des Freien Hessischen Lantesvertendes hält ihre Mttaliederoeriammlung Freitag,. Juli, abends 8 Uhr, int Saale de: Restauration Sauer (Eingang Oswaldsgarten) ab

.ftrcis Lauterbach.

sb. L a u t e r b a ch, ,24. Juli. Laut Bekanitt- mad>ung ter Bürgermeisterei ist die Ueberlai* ung von Wohnrä umen an Personen, tee von auswärts hier zuziehen, verboten.

o Lauterbach, 25. Juli. Um unseren heim kehrenden Gefangenen einen wür­digen Empfang bereiten zu können, hat die hiesige Ortsgruppe des Bolksbundes zum Schutze ter deut­schen Kriegs- und Zivilgesangenen nochmals eine zwette Haussammlung durch Schulkinder ver­anstaltet, dic den schönen Bettag von 1600 Mk. einbrachte. Auch der hicsigr E i s e n b a h n v e r e i n sammelte unter seinen Mitgliedern die ansehnliche Summe von 525 Mk., die dem Durchgangs­lager in Gießen überwiefen werden Tollen. Sobald der größere Teil ter Gefangenen hcimge- kehrt sein wird, soll in ter Turnhalle eine wür­dige und angemessene Begrüßungsfeier durch dir Stadt, den Volksbund unb die Vereine veranstaltet

schücksterne Versuche in meinen M macht. Die Heinen Novellen \ani>te - die mir zufällig in die Haute kam. Das erste Honorar ermutigte mich, Wetter zu arbeiten, per Redakteur machte mir Mut, unb da gerate in der Redaktion rin Posten zu besetzen War und Herr Toktor Metzner meinte, baß uh ihn aus füllen I könnte, habe ich ihn angenommen. Tie Bezahlung ist gut, steigt nach den Leistungen, wodurch mrr'

togenbeit: .

Ich werbe Schriftstellerin werten."

, örmtbgütiger! Na nun steh mir einer bei," Atzte Fio.u'Therese dazwischen.Schriftstellerin?

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Mdnen^ nsta'M tenSNge/^ gjni 2Sd°s Wk

h.Kation Arnstadt (D.-N.), Heinze (T.VP.) V Gen. über die Planwirtschaft rin. Zur Begrün- hng der Interpellation führt der Äbg. Witt- Lotft (D. Vp) ans: Würde die Planwirtschaft le- Reichswirtsckwstsministeriuins verwirtticht, so Hürbe die freie Initiative zum schwersten Nachteil ( jr die Wiederanfrichtung tes Handels und der Zn- buftrte ausgeschaltet. Wir verlangen die schleunige Äesritigung der Außenhantelsstclten. Sie sind eine ungeheure Ersckstoerung für die kauftnann^che Tätigkeit und können nur Quellen von Zerwurf- tnifen mit anderen Völkeni werden. Der freie Han­fe ist ein gut funktionierender Regulator der Prcrs- l<ihälmisst. Er wirb den Preiswucher ver,ckstoin- |l5i lassen und unsere Valuta bessern. Erfreulia) ribie Beseitigung ter Devisenorbnung. Die Volks- pirtschaft läßt sich nicht noch in einen besttmmteii »;lnn aus lange hinaus zwingen. Was unser Staat braucht, ist eine disziplinierte Truppe zur Aufrecht- rÜaltung bet Ordnung und der Arbeit. Nottg ftnb gesunde Finanzen und Sparsamkeit, gerechte Bleuem unb ftrie Entfaltung ter gc) amten Volks- lrirtschast. Zwangsbestimmungcn sind Mir noch für Dwt unb Fleisch nötig. Nötig ist Wetter die Aiif- härung aller Kriegs- unb Zwangsgerisichaften, So- iifilierung mit Maß. Schutz ben Auslands- tzoftschen. (Beifall rechts.) , ., .

Nricheni'.tsckMftsmrniiter S ch m ib t : Trotz der Uockate sind unfere Aussichten nicht allzu ungwii- fty Unser Boten, die Bergwerke imd, Verkehrs- taߣn rönnen bald wieder leistungsfähig gemuckst l|Men, sobald nur erst wieder die Arbett einsetzt. 5v- Reichegvirtschastsamt wird versuchien, bie Lrierch'eu Konflikte und -OJcacnidee, tee entstehen sriissen, Miszugfeichen. Ein starres System tarar es riä,t aufftellen, sondern muß noch den Bedurf- Uiffen der cniielncn Jnbuftricn verfahren. Erne b»lfiommcnc Freiheit des Hantels und Verkehrs ist heute unmöglid; Sobald das Gesamttnteresse ri emigermaßen zirlüßt, sollen die EttifcknärckungcW oifeeboben werben. Tie Ausfuhr unbcfd>rmtft zu geflattert, geht bei ter geg.mwartigcn Preislage unb dem Stande unserer Valuta nicht an. Dagegen Kellen wir die ^lusfuhr von Luxusarttkeln und Üchen, bie wir im Lande entbehren tonnten, ober ux« wo Km Rofes.ofse wir im Lante, haben, nach Mog-

DrotofeoII gemäfe IM'it jöröern. Auch die Anfuhr bedarf emer ien gjlarie Mer, (onfer - oovisstn Kontrolle. WE»ttg ist e.-, unserer Textife ber 9loth bts Siebener Ite Uuftric dic nötigen Rohstoffe zuzusül>ren. ^ic ordne e Wh. fiaas leit sto dslofft er sv i gung Sterten Pt eröffnet ein weites

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